Hathapradipika

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Die Hathapradipika (Sanskrit: हठप्रदिपिका haṭha-pradīpikā f.) oder häufig auch Hatha Yoga Pradipika (Sanskrit: हठयोगप्रदिपिका haṭhayogapradīpikā f.) wörtl.: "die Leuchte (Pradipika) des Hatha Yoga" ist nach dem Yogasutra des Patanjali die wohl bekannteste klassische Yogaschrift. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts von Svatmarama geschrieben. Du findest alle Verse der Hathapradipika bzw. der Hatha Yoga Pradipika mit Wort-für-Wort-Übersetzung und Kommentaren im Hatha Yoga Pradipika Portal.

Die Heldin

Inhaltsverzeichnis

Hatha Yoga Pradipika हठयोगप्रदीपिका Haṭha-yoga-pradīpikā Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Hatha Yoga Pradipika, हठयोगप्रदीपिका, Haṭha-yoga-pradīpikā ausgesprochen wird:

Hatha Yoga Pradipika – Zusammenfassung

Der Drehsitz fördert auch geistige Flexibilität

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Ich habe jetzt einige Dutzend Vorträge über die Verse der Hatha Yoga Pradipika gehalten. Hier noch einmal ein paar zusammenfassende Worte zur gesamten Hatha Yoga Pradipika und dann zu den einzelnen Kapiteln.

Hatha Yoga Pradipika ist die bekannteste klassische Schrift des Yoga. Sie ist vermutlich im 14. Jahrhundert nach Christus entstanden und auf einen Yogi namens Swatmarama zurückzuführen. Dieser gilt als ein selbstverwirklichter Meister. Er heißt nicht nur Swatmarama, sondern er ist derjenige, der sein Selbst erfahren hat: Swa - (das Eigene), Atma - (Selbst), Rama - (sich daran erfreut), also ein Selbstverwirklichter. Swatmarama hat die Hatha Yoga Pradipika geschrieben. Pradipika heißt „Licht, Leuchte“ - das Licht zum Hatha Yoga.

Zum Anfang des 1. Kapitels sagt er, dass er die Hatha Yoga Pradipika geschrieben hat, um Menschen zum Raja Yoga zu führen. Das Wort Raja Yoga hat mehrere Bedeutungen. Heute kennen wir es hauptsächlich als den Yogaweg des Patanjali, als den psychologischen Yogaweg der Selbstbeherrschung. So gilt die Hatha Yoga Pradipika als Hilfsmittel, um die Selbstbeherrschung zu erlangen. Hatha Yoga Pradipika ist aber auch eine Schrift, die Raja Yoga im Sinne von „Königlicher Vereinigung“ erreichen will – Raja heißt auch „königlich“, und YogaVereinigung“. An manchen Stellen der Hatha Yoga Pradipika wird Raja Yoga gleichbedeutend mit Samadhi gebraucht. Hatha Yoga ist also ein Übungssystem, um zur Befreiung, zur Einheit zu kommen.

Hatha Yoga hat verschiedene Wurzeln

Man kann Hatha Yoga üben

Swatmarama geht auch auf all diese Wirkungen ein. Aber besonders wichtig – so sagt er – ist die Übung von Hatha Yoga, um zur Selbstverwirklichung zu kommen, zu Moksha, zur Befreiung.

Wie kommen wir zu Moksha

Wie kommen wir dorthin? „Durch üben“, sagt Swatmarama. Es gilt zu üben, nicht so viel zu reden oder zu überlegen, nicht so sehr auf Kleidung zu achten – es gilt zu praktizieren. Was gilt es zu praktizieren? Zunächst gibt es vorbereitende Praktiken. Dies sind Yamas und Niyamas, also eine bestimmte Ethik und eine bestimmte persönliche Disziplin. Swatmarama erwähnt die fünf Yamas von Patanjali:

  • Ahimsa – nicht verletzen
  • Satya – Wahrhaftigkeit - ist ein besonders wichtiger Vers. Es gilt auch, ehrlich und offen zu sein.
  • Aparigraha – die Abwesenheit von Gier, Unbestechlichkeit
  • Brahmacharya – Vermeidung von sexuellem Fehlverhalten
  • Asteya – nicht stehlen

Swatmarama erzählt dann auch noch etwas über die persönliche Disziplin, er schließt aber auch uneigennützige Nächstenliebe, Mitgefühl, Erfüllen seiner Pflichten und das Beschäftigen mit spirituellen Schriften in die Yamas und Nyamas mit ein. Von besonderer Wichtigkeit ist ihm, dass man nicht so viel schwätzt und Klatschgeschichten erzählt, dass man keine schlechte Gesellschaft pflegt, dass man also darauf achtet, wie man mit anderen umgeht. Auch die Ernährung ist ihm besonders wichtig:

Richtige Ernährung eine der Säulen im Hatha Yoga

Weiterhin sagt Swatmarama, dass Hatha Yoga Weltanschauungs-übergreifend ist. Du musst keiner besonderen Glaubensrichtung angehören.

Praktiziere Asanas, Pranayama, Kriyas und Mudras

Prana in Balance ergibt einen ruhigen Geist

Dann gilt es zu praktizieren.

Im 1. Kapitel erwähnt Swatmarama das Üben von Asanas.

Im 2. Kapitel erwähnt er, dass Prana und Geist eng zusammenhängen. Daher gilt es, Prana - die Lebensenergien - zu steuern. Wie können wir die Lebensenergien steuern? Indem wir Pranayama - Atemübungen - üben. Er erwähnt hier zunächst Nadi Shodana, die Reinigungsübungen für die Nadis. Die Nadis müssen gereinigt werden, weil nur dann die eigentlichen Pranayamas gut wirken.

Danach spricht er über die Kriyas, die körperlichen Reinigungstechniken – in der Sprache der Naturheilkunde also die ausleitenden Verfahren. Er erwähnt die sechs Hauptkriyas und dann noch eine zusätzliche Kriya.

Danach sagt er, wer mit seinen Doshas - Bioenergien - in Harmonie ist, diese also in Prakriti sind, dann braucht man die Kriyas nicht. Wer jedoch Unruhe in den Doshas hat oder krank ist, oder auch träge oder verschleimt ist, der solle die Kriyas machen. Er hat aber auch einen Trost für diejenigen, die Kriyas nicht mögen: Man kann auch alle Unreinheiten allein durch Pranayama beseitigen!

So empfiehlt er Pranayama, er erwähnt die acht sog. Maha Kumbhakas - große Weisen, die Luft anzuhalten -, also die acht Übungen des Pranayama. Er erklärt ihre Wirkungen und sagt: „Übe Pranayama. So wird dein Prana ruhig. Ist dein Prana ruhig, dann ist auch dein Geist ruhig, dann kannst du meditieren.“

Hauptthema des 3. Kapitels der Hatha Yoga Pradibika sind Kundalini und Mudra. Durch die Erweckung der Kundalini ist Meditation und Samadhi möglich. Es gilt, die Kundalini zu erwecken. Aber um die Kundalini zu erwecken, muss man zuerst einen starken Körper haben (durch Asanas). Es gilt die Nadis zu reinigen (durch Asanas, richtige Ernährung, Ethik und Pranayama). Wenn man das geübt hat, ist man für die Mudras bereit. Er erwähnt dann die 10 Hauptmudras und sagt, wie wir mit ihnen üben können. Am Ende des Kapitels sagt er dann: „Wenn du durch die Übung der Mudras die Kundalini erweckt hast, dann kommt Samadhi fast von selbst.“

Hier sind wir schon im 4. Kapitel. Dieses hat als Thema „Dhyana und Samadhi“. Svatmarama sagt: „Letztlich geht es im Hatha Yoga darum, den Geist zur Ruhe zu bringen, ins Überbewusstsein zu kommen und dann Mukhti (Befreiung) zu erreichen.“

Wenn Kundalini erwacht führt sie dich zu Samadhi

Kundalini führt dich in Meditation und zu Samadhi

Wie geht das?

Zum einen: Ist die Kundalini erwacht, dann führt sie einen von selbst zu Samadhi. Er stellt aber auch spezielle Meditationstechniken vor, insbesondere Shambhavi Mudra, auch Khechari Mudra kann in die Meditation und Samadhi führen. Von besonderer Wichtigkeit für ihn ist Laya Yoga - der Yoga der Auflösung - und Nada Yoga - der Yoga des Klanges -. Er empfiehlt insbesondere Anahata Nada Dhyana, die Meditation über den inneren Klang. Er verbringt viele Verse damit, uns verschiedene Formen von Anahata Nada Dhyana nahezulegen.

Zum Abschluss dieses Kapitels beschreibt er die Wirkungen: Was geschieht, wenn du über eine der Meditationstechniken den Geist in Laya - vollkommene Ruhe - gebracht hast? - Du erreichst Samadhi, du erreichst Mukti - die Befreiung -, und du wirst zum Jivanmukta, zum lebendig Befreiten. Dann hast du alle Ziele deiner Bestrebungen erlangt – alle Sehnsüchte des Menschen gehen letztlich in Richtung Samadhi. So ermutigt er uns, zum höchsten Samadhi zu kommen.

An ein paar Stellen hat Swatmarama ein paar kleine Seitenhiebe gegenüber Menschen, die es sich zu einfach machen. Er sagt: Einfach nur ein paar Worte über Vedanta zu sagen – das reicht nicht aus. Nur ein bisschen überlegen, um zur Erkenntnis zu kommen – das reicht nicht aus. Es muss lebendige Erfahrung sein. Nur jemand, der Samadhi erfahren hat, nur der kann auch Dhyana haben. Und nur wer Samadhi erfahren hat, hat vollkommenes Bhakti, letzlich: Hingabe, Wissen, Samadhi und vollkommene Freiheit - alle bedingen einander. Es gilt zu praktizieren.

Dazu will uns Svatmarama immer wieder ermutigen: praktiziere, praktiziere, praktiziere!

Er weiß, dass es nicht nur Menschen gibt, die Erleuchtung erlangen wollen. Deshalb lockt er mit Versprechen: Mit Hatha Yoga Übungen kann man auch Krankheiten heilen. Man kann seine Doshas wieder in ihr natürliches Gleichgewicht bringen. Man kann Agni, das Verdauungsfeuer, erhöhen. Man kann alle Amas - Blockaden, Verspannungen und Stoffwechselprodukte und Schlacken - beseitigen. Wir können einen gesunden und schlanken Körper haben und jugendlich sein. Es gilt, Asanas, Pranayama, Mudras und die Kriyas zu praktizieren. Er macht uns den Mund wässrig und will uns letztlich motivieren, indem er auch an einigen Stellen sagt, dass durch die Hatha Yoga Übungen die sexuelle Anziehungskraft steigt. Er sagt aber natürlich auch, dass Brahmacharya wichtig ist – er spielt damit ein bisschen.

An manchen Stellen will er uns auch etwas vor den Kopf schlagen. Manchmal gebraucht er eine anzügliche Sprache, oder er sagt Dinge, die offensichtlich nicht so schön sind, löst dies aber dann ein paar Verse später auf. Dies ist ein Zeichen dafür, dass ein Lehrer seine Schüler auch auf die Probe stellen muss.

Er sagt an einigen Stellen auch, dass wir Siddhis - außergewöhnliche Fähigkeiten - erreichen können, zum Beispiel ganz klein oder ganz groß zu werden, auf Astralreise zu gehen und vieles andere. Indem er darüber spricht will er uns etwas ködern.

Er verspricht uns auch Ruhe des Geistes. „Menschen versuchen ihren Geist zu beruhigen – aber durch Hatha Yoga erreichst du es wirklich.“ Er spricht davon, dass wir große Kräfte und geistige Stärke bekommen. „Indem wir auf diese Weise unseren Geist und unser Prana beruhigen, brauchen wir uns über nichts mehr aufzuregen. Ein Yogi, der einen gewissen Grad erreicht hat, wird unabhängig davon, was andere Menschen über ihn denken und sagen und mit ihm tun. Er wird unabhängig von allem Karma und nicht mehr beeinflusst von den Höhen und Tiefen des Lebens.“ Die Bhagavad Gita würde sagen: Ein Yogi kennt nachher sein Karma.

„Er tut, was zu tun ist, aber er ist nicht mehr gezwungen, ist nicht mehr besessen von etwas – sondern er ist frei - Moksha, Mukti -. Darum geht es, und das kannst du erreichen – praktiziere, praktiziere, praktiziere. Das ist das Geheimnis des Erfolges. Egal ob du jung, alt oder sehr alt bist, ob du gesund, kränklich oder krank bist, ob du flexibel bist oder steif: Egal, was dein geistiger, körperlicher oder energetischer Zustand ist – mit regelmäßiger Praxis von Hatha Yoga kannst du Erfolg haben.“

Das sagt uns Swatmarama immer wieder: „Darüber besteht kein Zweifel, also übe und praktiziere.“

Hari Om Tat Sat

Om Shanti Shanti Shanti

Video - Hatha Yoga Pradipika – Zusammenfassung

Hatha Yoga Pradipika, 1. Kapitel, Zusammenfassung

Shiva, der Ur-Yogi

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Ich habe schon Vorträge über jeden Vers der Hatha Yoga Pradipika gehalten und habe auch die gesamte Hatha Yoga Pradipika zusammengefasst - hier jetzt noch einmal einiges über das 1. Kapitel der Hatha Yoga Pradipika.

Svatmarama fängt an, Shiva (Adinatha) zu grüßen, den ursprünglichen Lehrer des Hatha Yoga. Er sagt: „Shiva hat Parvati Hatha Vidya (die Weisheit des Hatha Yoga) gelehrt. Im Hatha Yoga geht es darum, zum Raja Yoga zu kommen, zur höchsten Erfahrung des Selbst.“

So will er uns zum Anfang eine gewisse Einstellung geben: Wann immer du Hatha Yoga praktizierst, dann grüße zunächst Gott und grüße deinen Meister, und sei dir bewusst, warum du Yoga übst: Um zur Erleuchtung zu gelangen.

Im 3. Vers sagt er: „Hatha Yoga ist ein Licht für all diejenigen, die etwas verwirrt sind inmitten verschiedenen Weltanschauungen. Allen Menschen, die nicht in der Lage sind, ihren Geist zur Ruhe zu bringen, kann Hatha Yoga helfen.“ Damit will er sagen, dass Hatha Yoga weltanschauungsneutral ist. Du kannst Hatha Yoga üben, egal welcher Weltanschauung oder welcher religiösen Anschauung du folgst oder auch welcher philosophischen Strömung du angehörst, oder auch wenn du einfach nur verwirrt bist. Letztlich geht es darum, zu üben – dann erfährst du, und über Erfahrung weißt du, worum es wirklich geht.

Im 10. Vers sagt Svatmarama: „Hatha Yoga ist eine beschützende Zuflucht und für alle, die an irgendetwas leiden. Egal ob du körperliche, energetische, geistige, emotionale oder spirituelle Leiden hast – Hatha Yoga ist immer hilfreich. Egal welche spirituelle Praxis du machst – Hatha Yoga ist eine gute Basis.“ Also auch, wenn du buddhistische Meditation übst oder Bhakti Yoga (Gottesverehrung) praktizierst, oder auch wenn du dem Vedanta Weg (der höchsten Erkenntnis) folgst – Hatha Yoga ist immer eine gute Basis. Hatha Yoga kann wie die Schildkröte sein, die die Welt trägt, also eine Grundpraxis, die jeder anderen Praxis eine feste Basis gibt.

Er erwähnt, was du machen kannst, wenn du für dich selbst praktizierst: „Wann immer du praktizierst – die Zeit der Praxis sei ganz für dich.“ Wenn du praktizierst, dann sage allen anderen Bescheid, dass du nicht gestört werden willst, sodass du für dich allein bist. Menschen haben viel zu tun, aber du brauchst vielleicht täglich eine oder zwei Stunden für deine spirituelle Praxis, wo dich niemand stören soll.

Dann spricht er über die Yamas und Niyamas im Hatha Yoga. Er spricht von zehn Yamas und zehn Niyamas, weitet also die Yamas und Niyamas des Yoga Sutra aus. Du kannst natürlich davon ausgehen, dass Svatmarama das Yoga Sutra des Patanjali gekannt hat, er bezieht sich ja an mehreren Stellen darauf. Es geht ihm aber darum, dass keine Zweideutigkeit da ist. So spricht er nicht nur von Ahimsa (keinen Schaden zufügen), sondern auch von Mitgefühl, Mitleid und gutem Tun für andere. Er spricht nicht nur davon, dass man praktizieren soll, sondern dass man auch geradewegs voranschreiten soll. Er spricht nicht nur allgemein über Shaucha, sondern auch über richtige Ernährung, das heißt er nimmt die Ernährung in die Yamas und Niyamas auf. Und er spricht auch nicht nur (wie Patanjali) über die Hingabe an Gott, sondern auch über die Verehrung der Gottheit, die Wiederholung des Mantras und auch über den Glauben an Gott.

Und da manche Menschen sich vielleicht überfordert fühlen von all dem, was Yoga von einem verlangt, erwähnt er auch Frohsinn als einen wichtigen Niyama: „Freue dich, schreite mutig voran, lächle.“ Oder wie Swami Sivananda immer sagte: „Freue dich, tanze vor Freude.“ Svatmarama spricht nicht vom Tanzen, aber „Freue dich, du bist auf dem spirituellen Weg. Schreite voran, mach dir nicht zu viel schlechtes Gewissen, wenn du nicht so vollkommen bist wie du denkst, dass du sein müsstest. Praktiziere, schreite voran, vergiss die Vergangenheit, und mach dir immer wieder neue Vratas (gute Vorsätze).“

Dann erwähnt er die Asanas (Körperstellungen). Er erwähnt einige Asanas, sie sind jedoch vielleicht der Teil vom Hatha Yoga, den Svatmarama am wenigsten beschreibt. Er geht letztlich davon aus, dass du die Asanas sowieso von deinem Lehrer lernen musst, und spricht mehr über ihre Wirkungen. Sie sollen einen stark machen und frei von Beschwerden, sie sollen zu einem Gefühl von Leichtigkeit führen. Frei von Beschwerden heißt auch frei von Spannungen – über Asanas willst du eine Entspannung erlangen. Damit nachher Prana fließen kann, brauchst du einen entspannten Körper.

Asanas wollen auch den Körper stark machen: Wenn die Kundalini erwacht, dann muss der Körper darauf vorbereitet sein, und dafür dienen die Asanas. Asanas wollen dich subtil machen. Es gibt einen Unterschied, ob du ins Fitness-Studio gehst und dort Kraft, Ausdauer und Flexibilität trainierst und nachher zur Entspannung in die Sauna gehst (dann hast du auch den ganzen Körper trainiert), oder ob du eine Stunde Asanas und Tiefenentspannung geübt hast. Asanas lässt dich sich leicht fühlen. Es hilft dir, dich zu öffnen und Zugang zu finden zu subtileren Energien.

Padmasana - Der Lotussitz - besonders geeignet für die spirituelle Praxis

Er spricht weiter über die Wirkungen von Asanas insbesondere auf Vata, Pitta und Kapha, auf Agni und Ama, und er erwähnt auch, dass du dich bei den Asanas darauf konzentrieren kannst, was energetisch passiert. Etwas ausführlicher spricht er über die Vorwärtsbeuge, den Drehsitz und den Pfau. Dann erwähnt er auch noch Siddhasana, Padmasana, Simhasana und Vajrasana als die Sitzhaltungen, denn wenn es nachher zum Pranayama geht ist es wichtig, dass man gut sitzt.

Zum Ende dieses Kapitels spricht er nochmals ausführlich über die Ernährung. Was heißt gesunde Ernährung?

Er macht noch weitere Empfehlungen, was du nicht tun solltest, wenn du intensiv praktizierst – während der intensiven Praxis gilt es, verschiedene Dinge zu beachten.

Die allerletzten Verse ermutigen noch einmal zum Üben: „Jeder, der aktiv Yoga praktiziert, wird ein Siddha, ein Vollkommener – nicht jemand, der faul ist, der einfach nur liest, der viel redet oder der sich einfach nur kleidet wie ein Yogi. Unermüdliches Praktizieren ist das Geheimnis des Erfolgs.“

Im 67. Vers sagt er: „Praktiziere die Asanas, die Atemübungen und die Mudras so lange, bis du Raja Yoga erreicht hast, die königliche Vereinigung, die vollkommene Einheit.“

Das war die Essenz des 1. Kapitels der Hatha Yoga Pradipika.

Die ganze Hatha Yoga Pradipika mit allen Versen, Sanskrit-Devanagari-Umschrift, Rezitationen, Wort-für-Wort-Übersetzungen und verschiedenen Kommentare findest du im Yoga Vidya Schriften Blog.

Video - Hatha Yoga Pradipika – 1. Kapitel - Zusammenfassung

Hatha Yoga Pradipika – 2. Kapitel - Zusammenfassung

Pranayama Praxis

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

In diesem Kapitel geht es um:

Der 1. Vers des 2. Kapitels lautet:

„Nachdem sich der Yogi in den Asanas vervollkommnet hat, sollte er in Übereinstimmung mit den von seinem Guru dargelegten Anweisungen Pranayama praktizieren, seine Sinne unter Kontrolle halten und dabei durchwegs eine zuträgliche und maßvolle Ernährung einhalten.“

Konzentration, bewusstes Atmen und Entspannung

Hier erwähnt Svatmarama einiges: Es gilt schon, Asanas zu üben. Vollkommenheit in den Asanas heißt natürlich nicht, dass du sehr flexibel sein musst oder den Kopfstand beherrschen musst. Es heißt, dass du die Asanas so weit beherrschst, dass du in der Asana entspannen kannst, bewusst atmen kannst und konzentriert bist, dass du durch die Asanas eine innere Stärke und Leichtigkeit bekommen und eine gewisse Entspannung erfahren hast. All das ist wichtig, damit Pranayama wirkt.

Beherrschung der Sinne und sattvige Ernährung

Dann sagt er, dass du von deinem Lehrer Pranayama lernen musst. Allein durch das, war er im Buch sagt, kannst du Pranayama nicht lernen. Es reicht auch nicht aus, nur Pranayama zu üben – auch ansonsten solltest du deine Sinne beherrschen, und die sattvige Ernährung ist gerade für die Wirkung von Pranayama wichtig. Nicht umsonst sagen wir bei Yoga Vidya, dass es zwar einfache Atemübungen gibt, die du machen kannst egal wie du dich ernährst, aber die fortgeschrittenen Pranayamas – insbesondere wenn du sie mit den drei Bandhas oder den Bija-Mantras verbindest, oder energieerweckende Übungen wie Bhastrika oder die Mudras – darfst du nur machen, wenn du dich wirklich an die sattvige Ernährung hältst. Das sollte dich jetzt nicht davon abhalten, fortgeschrittenes Pranayama zu üben, sondern es sollte dich motivieren, wirklich

  • kein Fleisch,
  • keinen Fisch,
  • keinen Alkohol,
  • keine bewusstseinsverändernden Drogen und
  • kein Nikotin

zu dir zu nehmen.

Tiefe Meditation kommt wenn das Prana subtiler wird

In den nächsten Versen erwähnt Svatmarama, dass der Geist erst dann ruhig wird, wenn das Prana ruhig und subtiler geworden ist und letztlich wenn das Prana in die Sushumna, den mittleren Energiekanal eingeht. Lebendigkeit heißt viel Prana. Nur wenn das Prana fließt, wenn die Nadis gereinigt sind und dann das Prana in die Sushumna, die feinstoffliche Wirbelsäule geht, dann kannst du in tiefe Meditation kommen, dann kommst du in Unmani Avastha, den Zustand jenseits des Geistes, in Samadhi.

Wechselatmung

Wechselatmung, die machtvollste Übung zur Reinigung der Nadis

Als nächstes beschreibt er die Wechselatmung. Er will dich motivieren, wirklich regelmäßig Wechselatmung zu üben. Sie ist die machtvollste Übung, die Nadis wirklich zu reinigen.

Mein Tipp wäre:

  • Praktiziere jeden Tag mindestens 20 Minuten die Wechselatmung.
  • Praktiziere vorher 3 Runden Kapalabhati.
  • Praktiziere jeden Tag 20-30 Minuten Asanas.
  • Praktiziere jeden Tag 20-30 Minuten Meditation.

Wenn du das ein halbes Jahr lang machst, dann spürst du Prana, du spürst eine gewisse Leichtigkeit und Reinheit, und dein Geist hat eine Stärke, die unbeschreibbar ist. Praktiziere!

Svatmarama sagt sogar, dass es gut sei, für eine gewisse Zeit viermal am Tag die Wechselatmung zu üben. Wenn du das ausprobieren willst, dann mach mal das „Sadhana intensiv“ mit, welches wir bei Yoga Vidya in der zweiten Junihälfte haben, dort lernst du tatsächlich, viermal am Tag Wechselatmung zu üben, und du merkst wie intensiv das wirkt.

So hat er die Wechselatmung und deren Wirkungen beschrieben:

  • als eine Übung, die dich von allen körperlichen, energetischen und geistigen Beschwerden befreit hat
  • die Nadis sind gereinigt
  • du strahlst und leuchtest, du bist voller Freude
  • du bist sehr viel gesünder.

Dann sagt er: „Wenn du trotz Wechselatmung noch nicht gereinigt bist, dann übe die Kriyas. Wenn du in irgendeiner Form krank bist, wenn du irgendeines der drei Doshas - Vata, Pitta oder Kapha - zu viel hast, dann ist es wichtig, dass du die Kriyas, Reinigungsübungen übst.“

Er beschreibt die sechs Reinigungsübungen:

  • Dhauti – Magenreinigung
  • Basti – Enddarmreinigung
  • Neti – Nasenreinigung
  • Trataka – Augenreinigung
  • Nauli – Darmreinigung, vor allem Dünndarmreinigung
  • Kapalabhati – Lungenreinigung

Er spricht über die Wirkungen und sagt auch, dass diese so wirkungsvoll sind, dass man es kaum beschreiben kann, wie wirkungsvoll es ist – also übe sie. Wer diese sechs Kriyas übt, hat sehr schnell Erfolg, wenn er Pranayama übt. Wenn du also bisher Pranayama geübt hast und noch nicht so sehr die tiefen Wirkungen gespürt hast, dann solltest du vielleicht doch erst die Kriyas üben.

Dann erwähnt er noch Gajakarani Kriya – auch das ist eine Übung, die Teil der gesamten Kriyas ist.

Danach sagt Svatmarama: „Jetzt ist Zeit, die fortgeschrittenen Pranayamas zu üben. Wird das Prana beherscht und sind die Nadis gereinigt, dann kann das Prana in die Sushumna eintreten, und dann kommst du in Samadhi, Unmani Avastha.“

Dann geht er auf die acht Kumbhakas ein, also auf die acht fortgeschrittenen Pranayamas. Diese sind:

Er beschreibt die Wirkungen und die Ausführungen.

Von all diesen Übungen gibt es natürlich sanftere und fortgeschrittene Variationen. Wenn du sie in ihren sanften Variationen kennenlernen willst, dann kannst du das zum Beispiel im Pranayama-Kurs Mittelstufe lernen. Dort habe ich diese Pranayama-Übungen so beschrieben, wie man sie mit Mittelstufen-Teilnehmern üben kann, wie du sie auch üben kannst, selbst wenn du nicht so fortgeschritten bist. Wenn du lernen willst, wie du diese Pranayamas in ihren fortgeschritten Variationen üben kannst, dann mache entweder eine Kundalini-Yoga-Intensiv-Mittelstufen-Woche mit, oder eine Kundalini-Intensiv-Praxis-Woche, oder eben das Sadhana-Intensiv. Oder mache den 8-wöchigen Kurs „Fortgeschrittenes Pranayama und Kundalini-Yoga“ als Videokurs auf unseren Internet-Seiten mit.

Ich werde jetzt nicht auf die einzelnen Pranayamas eingehen. In besonderem Maße lobt er Bhastrika, den Blasebalg – das ist die wichtigste aller fortgeschritten Pranayamas. In einem bestimmenten Stadium der Praxis kann man Bhastrika sehr häufig machen, also sehr viel häufiger als nur ein- oder zweimal am Tag. „Die Bhastrika erweckt die Kundalini. Sie beseitigt alle Beschwerden, die durch ein Übermaß an Vata, Pitta oder Kapha kommen. Bhastrika steigert Agni, das Verdauungsfeuer. Sie ist sehr angenehm, reinigt die Nadis, öffnet die Sushumna, beseitigt den Schleim am Mund der Sushumna. Bhastrika lässt die Granthis - die Knoten - öffnen, und letztlich kommt dadurch tiefe Meditation.“

Nach den acht Maha Kumbhakas, den acht großen Atemübungen, beschreibt er Kevala Kumbhaka, die vollkommene Ruhe des Atems, welche dann in die Meditation führt. „Am Ende vom Pranayama sollte man immer meditieren, den Geist von allem abziehen und so Raja Yoga erlangen.“

Er beschreibt noch die Wirkung von Pranayama und will uns so motivieren, Pranayama zu üben. Und dazu möchte auch ich dich nochmals ermutigen: Übe wirklich regelmäßig Pranayama. Die Wirkung von Pranayama kann nur in hohen Höhen gelobt werden – probiere es aus, und probiere es immer wieder aus und intensiviere die Praxis: Zum Einen, indem du sie bewusster machst, zum Zweiten indem du sie mit großer Konzentration machst, und zum Dritten indem du tatsächlich auch immer wieder mehr übst.

Video - Hatha Yoga Pradipika 2. Kapitel Zusammenfassung

Hatha Yoga Pradipika - 3. Kapitel – Zusammenfassung

Erwecke die Kundalini

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Das 3. Kapitel hat folgende Hauptthemen:

Svatmarama spricht davon, dass letztlich die Kundalini entscheidend ist für alle Yogapraktiken. Die Kundalini muss erweckt werden, um zu Samadhi zu kommen, um die höchste Erkenntnis zu bekommen, damit der Geist ruhig wird und du Unmani Avastha erreichst.

Mudras

Wie erweckst du die Kundalini? - Indem du diese 10 Mudras übst:

Er spricht einige Verse über die Maha Mudra (großartige Mudra). Sie soll helfen, dass die Energie in die Sushumna tritt und die Kundalini erwacht. Alle Mudras – so sagt er am Ende des 3. Kapitels – wollen letztlich die Kundalini erwecken.

Es gibt die Mudras, die wie eine Mudra-Reihe sind, wie Maha Bandha, Maha Veda und Shakti Shalini. Diese drei, die letztlich zusammenhängen, übt man eine nach der anderen.

Khechari Mudra erwähnt Svatmarama über viele Verse. Im 4. Kapitel sagt er ja dann, dass die Khechari Mudra auch einleitend zur Meditation geeignet ist und in Samadhi führt.

Von besonderer Wichtigkeit sind die drei Bandhas, die auch einzeln als Mudras bezeichnet werden: Uddiyana, Mula und Jalandhara Bandha. Er erwähnt auch, dass wir die Umkehrhaltung, Viparita Karani Mudra bis zu drei Stunden halten können, um uns gänzlich zu erneuern und zu regenerieren.

Die Vajroli Mudra hat noch zwei Untervariationen: Sahajoli und Amaroli. Deren genaue Bedeutung beschreibt er erst einmal von einem rot-tantrischen Aspekt aus und danach im übertragenen Sinne, was sie als spirituelle Praxis bedeuten.

Am Ende des 3. Kapitels beschreibt er nochmals, dass es wichtig ist, Kundalini zu erwecken: „Der Yogi, der sein Leben an Brahman ausrichtet, der eine gemäßigte und reine Nahrung befolgt, der kann innerhalb von 40 Tagen Vollkommenheit erlangen und die Kundalini erwecken.“ Er sagt hier also, dass es relativ schnell geht. Aber die Vorbereitungen, die ein Yogi, der Brahmacharya übt, was sowohl Enthaltsamkeit für einen gewissen Zeitraum heißen kann – hier ja 40 Tage -, aber auch ausgerichtet an Brahman, und dann die Mudras intensiv praktizieren. Also: Mudras üben!

Weiterhin sagt er, dass es gilt, die Kundalini zu erwecken und dafür Bhastrika zu praktizieren. Man muss aber auch im Yama (ethische Regeln) gefestigt sein. Ethik ist wichtig, und so können wir Zeit und Tod und alles überwinden. Dann erreicht man die Vollkommenheit, egal durch welche Mudra. Indem wir so Kundalini erwecken, kommen wir zu Raja Yoga, königlichen Vereinigung, zur Ruhe des Geistes.

Dann sagt er noch: „Man bekommt zum einen durch die Mudras, die Siddhis - außergewöhnliche Kräfte, und wir bekommen die Fähigkeit, über alle Sterblichkeit hinauszuwachsen.“

So möchte ich dich noch einmal ermutigen, auch die Mudras zu üben. Bei Yoga Vidya lehren wir insbesondere die Chakra-Mudra-Reihe sowie die Bhastrika-Mudra-Reihe – zwei Mudra-Reihen, die besonders machtvoll sind und am Ende des Pranayama nochmals viel bewirken können. Übe Pranayama, übe Mudras – dann wird die Meditation fast von selbst kommen.

Ich wünsche dir viel Inspiration. Praktiziere Hatha Yoga vom spirituellen Standpunkt aus, und du wirst tiefe Wirkung erfahren.

Video - Hatha Yoga Pradipika – 3. Kapitel - Zusammenfassung

Hatha Yoga Pradipika – 4. Kapitel - Zusammenfassung

Praktiziere Geisteskontrolle in der Asana und erlange Samadhi

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Dies ist der Abschlussvortrag der Vortragsreihe zur Hatha Yoga Padipika.

Das 4. Kapitel der Hatha Yoga Pradipika wird ja oft nur stiefmütterlich behandelt. Es geht hier um Dhyana und Samadhi.

Hatha Yoga Pradipika beleuchtet Hatha Yoga, den körperbetonten Yoga, mit der Ausrichtung auf Raja Yoga (Geisteskontrolle) und Samadhi. Das ganze 4. Kapitel beschreibt verschiedene Meditationstechniken.

Viele der Meditationstechniken, die Swami Vishnu-devananda gelehrt hat, stammen letztlich aus der Hatha Yoga Pradipika. Im 2. und 3. Kapitel gibt es schon einige Hinweise zur Meditation, zum Beispiel die Kevala-Kumbhaka-Meditation und die Ausdehnungs-Meditation, aber gerade im 4. Kapitel werden einige Techniken beschrieben, die man auch mit Mantra verbinden kann.

Svatmarama, der Autor der Hatha Yoga Pradipika, beginnt das 4. Kapitel mit den Worten: „Gegrüßt sei Shiva, der Guru. Wer sich Shiva hingibt, erreicht den vollkommenen Zustand, frei von Maya.“ Dies soll auch heißen, dass Hatha Yoga nicht nur technisch wirkt – wir brauchen auch Hingabe und Demut. Egal, wie wir Gott sehen, ist es gut, demütig zu sein.

Im 2. Vers sagt er: „Ich werde dir den vollkommenen Prozess des Samadhi erläutern, der wirklich vollendet ist. Samadhi hilft dir, Tod und Vergänglichkeit zu überwinden, führt zu ewiger Glückseligkeit und zur Vereinigung mit Brahman.“

Im 5. Vers sagt er: „Wie sich ein in Wasser gestreutes Salzkorn mit dem Wasser vermengt und Eins wird mit diesem, so ist die Vereinigung von Geist und Atman im Samadhi. Mache Prana ruhig, dann wird der Geist ruhig, dann erreichst du Samadhi, und dann kommt die Einheit von Jivatman und Paramatman.“

Er bezieht sich hier an mehreren Stellen auf das Yoga Sutra. Patanjali sagt ja im zweiten Vers des Yoga Sutra: „Yoga ist das Zur Ruhe bringen der Gedanken im Geist, dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen.“ Und so sagt Svatmarama: „Wenn der Geist ruhig ist, dann kommt Samadhi, dann kommt die Erfahrung der göttlichen Einheit von Jivatman und Paratman.“ Wie erreichst du die Ruhe des Geistes? Indem du Prana zur Ruhe bringst, Kundalini erweckst.

Er sagt auch, dass wir die Gnade des Gurus brauchen und Vajragya (Gleichgültigkeit gegenüber weltlichen Vergnügen). Nur so können wir die höchsten Samadhi-Zustände erreichen. So sagt er, dass nicht allein die reine Praxis ausreicht. Es braucht Hingabe, und es braucht Gnade.

Vom 10. bis zum 27. Vers sagt er mehr oder weniger: „Samadhi kommt von selbst, wenn die Kundalini erwacht.“ Übe also die Erweckung der Kundalini mit Asanas, Pranayama und Mudras, dann kommt die Meditation von selbst, dann erreichst du Samadhi.

Als nächstes spricht er über Laya Yoga. „Laya Yoga ist der Zustand der vollkommenen Ruhe des Geistes.“ Wie kommst du zu Laya Yoga? Hier gibt er jetzt einige konkrete weitere Meditationstechniken.

Shambhavi Mudra

Dies ist die Konzentration des Geistes mit einer bestimmten Augenbewegung. Er erwähnt drei Haupt-Shambhavi-Mudras:

  • Mit offenen Augen auf einen Gegenstand schauen,
  • zur Nasenspitze schauen
  • oder zum Punkt zwischen den Augenbrauen schauen.

Dies verbindet man mit verschiedenen Konzentrationsarten, und das ist dann Shambhavi Mudra, und diese Shambhavi Mudra kann zur Erweckung der Kundalini und zu Samadhi führen.

Khechari Mudra

Darüber hat er schon im 3. Kapitel gesprochen, hier erwähnt er jetzt noch einmal Khechari Mudra als Meditationstechnik: Den Kopf leicht nach hinten geben, die Zunge nach hinten und durch den Punkt zwischen den Augenbrauen nach oben schauen und den Geist nach oben ausrichten – das erweckt die Kundalini, das führt zur tiefen Einheit.

Ausdehnungs-Meditation

Akasha, sich ausdehnen in den weiten Raum. Das Individuum ist nur noch ein Topf – Bewusstsein ist unendlich.

Nada Yoga (der Yoga des Klanges)

Om - der Ur- KLang

Auch Anahata Nada Dhyana genannt, die Meditation auf den inneren Klang. Er gibt verschiedene Techniken, wie wir uns auf den inneren Klang konzentrieren können, und verschiedene Stufen, wie wir auf den inneren Klang meditieren können. Wir können es über verschiedene Chakras machen, über Shambhavi Mudra oder Yoni Mudra oder auch Khechari Mudra zur Nada-Meditionen kommen. Wir können uns auf immer subtileren Klang konzentrieren, wir können auch Yoni-Mudra oder Karna Mudra mit Nada-Meditation verbinden – irgendwann kommt aus dem Nada ein sehr subtiler Klang, irgendwann löst der sich auf, und dann folgt Laya. Über dieses innere Auflösen aller Gedanken kommt dann Samadhi.

In den letzten Versen der Hatha Yoga Pradipika schreibt Svatmarama über die Wirkung von Samadhi, Unmani Avastha, Moksha. Er sagt: „Alle Sehnsüchte des Menschen werden dann erfüllt, wenn du Moksha erreichst, Mukti erreichst, zum Jivanmukti wirst.“ „So lange du nicht diese höchste Erfahrung gemacht hast, ist alles andere nur Gerede.“

Deshalb möchte ich hier mit dem Gerede aufhören und dich motivieren: Praktiziere! Praktiziere! Praktiziere! Es ist es wert. Was sonst sollte es wert sein? Alles andere, was du in dieser physischen Welt erreichst, ist relativ und vergänglich. Höhen und Tiefen kommen, Mögen und Nicht-Mögen kann sich immer wieder verändern. Du wirst mit nichts zufrieden sein. Du hast die Sehnsucht nach dem Höchsten – folge ihr, und höre auf, dich über Kleinigkeiten aufzuregen. Höre auf, dich mit Menschen über Nichtigkeiten zu streiten. Höre auf, dir zu viel Sorgen um die Zukunft zu machen. Alle Sorgen, Streitigkeiten und Probleme sind verschwunden, wenn du Moksha erreicht hast. Es ist wert, nach Moksha zu streben. Richte dein Leben danach aus. Lebe ein sattviges Leben, ein ethisches Leben. Praktiziere Asanas, Pranayama, Mudras und Meditation, komme öfters mit anderen spirituellen Aspiranten zusammen, übe uneigennütziges Dienen. Bitte Gott um Führung und habe Ehrerbietung zu Gott und Meister, und sei dir bewusst: Hinter allem ist die höchste göttliche Wirklichkeit. So schreitest du gut voran.

Zum Abschluss dieser Vortragsreihe zur Hatha Yoga Pradipika will ich dreimal Om singen und nochmals die Hatha Yoga Pradipika Guru Parampara rezitieren und dich so vielleicht in die Praxis führen.

Video - Hatha Yoga Pradipika – 4. Kapitel - Zusammenfassung

Inhalt

Die Hathapradipika - so der ursprüngliche Name - beschreibt die Techniken des Hatha Yoga, die Reinigungen des physischen und subtilen Körpers, sowie deren Auswirkungen. Sie ist je nach Ausgabe in vier oder zehn Kapitel gegliedert und besteht aus 643 Versen. Obwohl der Hatha Yoga und der Kundalini Yoga beschrieben werden, betont der Autor wiederholt, dass der Raja Yoga sehr wichtig sei:

Kein Erfolg in Raja Yoga ohne Hatha Yoga und kein Erfolg in Hatha Yoga ohne Raja Yoga! Deshalb soll beides gut bis zum Ende geübt werden. Hpr. II,76

Die Hathapradipika ist stark vom Gorakshashataka beeinflußt.

Hatha Yoga Pradipika Grundlagen:

I. Über Asanas

Die Hathapradipika beginnt damit, dass Shiva der Verkünder des Hatha Yogas ist, wobei ausdrücklich betont wird: der Hatha Yoga ist lediglich eine Vorstufe des Raja Yoga. Der Autor Svatmarama stellt sich in die Reihe seiner Vorgänger Matsyendra und Goraksha, die etwa 500 Jahre vor ihm gewirkt hatten.

Nach der Einleitung werden die Voraussetzungen für den Hatha Yogin beschrieben, wie die ethischen Vorlagen oder die Essvorschriften. Das Hauptmerk des ersten Kapitels gilt den Asanas, wobei 15 ausführlich beschrieben werden.

II. Über Pranayama

Das zweite Kapitel befasst sich mit den Shatkriyas und mit Pranayama.

III. Über Mudras

Im dritten Kapitel wird die Kundalini behandelt, dann mehrere Bandhas und Mudras, darunter auch sexuelle Praktiken, die aber in einigen Ausgaben weggelassen werden.

IV. Über Samadhi

Das letzte Kapitel befasst sich schließlich mit Samadhi.

Hathapradipika 3. Kapitel - Mudras und Bandhas

Im folgenden werden die Verse aus der dem 3. Kapitel der Hatha Yoga Pradipika erläutert:

In Vers 2 wird die Wichtigkeit eines Gurus betont. Es ist wichtig seinen Instruktionen mit Hingabe zu folgen, wenn man den Weg allein (nur aus Büchern) gehen möchte, kann man sich in Aberglauben und Verwirrung verlieren.

Vers 3: Wenn Prana in der Sushumna fließt, wird der Geist frei von Bewegungen und man identifiziert sich mit dem wahren Selbst. Man erlangt Unsterblichkeit, deswegen wird der Tod abgewehrt. Ab hier werden Mudras erklärt. Ein Mudra (Siegel) ist eine spezielle Körperhaltung, welche verschiedene Öffnungen verschließen und die durch Asanas und Pranayama produzierte Energie in die verschiedenen Zentren lenkt und bestimmte Geisteszustände oder –haltungen hervorruft; sie dienen zur Erweckung der Chakras und Anregung der Kundalini-Energie. Mudras können separat oder zusammen mit Asanas und Pranayama praktiziert werden.

Bandhas sind spezielle Mudras (siehe Vers 6) – Verschlüsse. Sie blockieren den Energiefluss in eine bestimmte Richtung oder in bestimmten Nadis. Hier beinhalten sie aber noch bestimmte Konzentrationen oder Kombinationen (von Bandhas), die sie zum Mudra machen.

In Vers 6 und 7 werden die 10 Mudras aufgezählt:

Balkenwaage
  1. Maha Mudra
  2. Maha Bandha
  3. Maha Vedha
  4. Khechari Mudra
  5. Uddiyana Bandha
  6. Mula Bandha
  7. Jalandhara Bandha
  8. Viparita Karani Mudra
  9. Vajroli
  10. Shakti Chalini

Sie sind Vernichter von Alter und Tod – oder besser die Furcht vor diesen, den physischen Körper betreffenden Effekten – aber auch Hinweis auf Siddhas, die jenseits der physischen Ebene existieren, sich aber manifestieren können (z.B. Babaji oder Narada).

Vers 8: Mudras verleihen die acht Siddhis – diese werden auch hier als Hindernis oder Gefahr gesehen – gibt man der Versuchung nach, sie zu nutzen, wird das Prana ausgegeben und sie verschwinden wieder, man fällt zurück in den Abgrund und muss von neuem beginnen.

Die Mudras sind eigentlich recht einfach, man sollte aber nicht sofort anfangen, sie zu praktizieren – wenn die Nadis und besonders die Sushumna gereinigt sind, spürt man sofort die Wirkung des Mudras; sonst kann man den ganzen Tag üben, ohne Effekt (und man denkt, die Techniken sind wirkungslos). Vorbereitung und Reinigung mit Asanas und Pranayama ist also notwendig.

Verse 10-18 erklären das Maha Mudra:

  • Atem durch die Sushumna ziehen = Prana in die Sushumna bringen durch Kumbhaka
  • es beinhaltet Asana, Kumbhaka, Mudra und Bandha, dass macht es energetisch sehr wirkungsvoll und es kann direkt in Meditation führen
  • wird wegen seiner großartigen Wirkungen das größte Mudra (Maha Mudra) genannt

Verse 19-24: Maha Bandha – in Siddhasana/Siddha Yoni Asana – auf beiden Seiten

  • stoppt die Aufwärtsbewegung des Pranas in Ida/Pingala, nicht aber in der Sushumna
  • wird hier nach der Einatmung (mit Jalandhara und Mula Bandha + Shambhavi Mudra) beschrieben, es kann aber auch mit leeren Lungen (mit Jalandhara, Uddiyana und Mula Bandha) ausgeführt werden (siehe Verse 74-76)

Vers 25: Maha Mudra und Maha Bandha bleiben wertlos ohne Maha Vedha.

Verse 26-31: Maha Vedha

  • in Maha Bandha Gesäß heben und senken (wird bei uns manchmal als Shakti Chalini bezeichnet, siehe weiter unten)
  • Prana verläßt Ida/Pingala und fließt durch die Sushumna

Verse 32-54: Khechari Mudra

  • Khechari – Geist und Zunge verweilen in dieser Zeit im Akasha
  • Swami Vishnu warnt vor der klassischen Form (Zungenbändchen durchtrennen) – kein sattwiges Sadhana und nicht notwendig
  • jedoch widmet die HYP Khechari den meisten Raum und sagt, es ist das wichtigste der Mudras (Vers 54)
  • das Schneiden des Zungenbändchen ruft bei vielen Unverständnis oder Abscheu hervor – aber es gibt auch Menschen, die sich die Zunge piercen
  • wir nutzen eine abgewandelte Form: Kopf nach hinten legen, Zungenspitze am Gaumen weit nach hinten geben, mit geschlossenen oder leicht geöffneten Augen durch den Punkt zwischen den Augenbrauen senkrecht nach oben schauen (Geist wandert/verweilt im Himmel/Akasha)
  • Bandhas sind Verschlüsse die durch die Kontraktion bestimmter Muskeln gesetzt werden, dadurch wird die Energie in bestimmten Zentren angesammelt und gehalten

Verse 55-60: Uddiyana Bandha

  • Uddiyana = Fliegen – Prana fliegt unausgesetzt durch die Sushumna (Vers 56)
  • Bauchorgane werden nach innen und oben gezogen, dadurch entsteht ein Aufwärtsfließen der Energie
  • Kann stehend oder sitzend ausgeführt werden
  • Kann den natürlichen Degenerations- und Alterungsprozeß verlangsamen (Verse 58-59)
  • Das wichtigste Bandha (Vers 60)

Verse 61-69: Mula Bandha

  • Bevorzugte Sitzhaltung: Siddhasana (Mann) bzw. Siddha Yoni Asana (Frau)
  • Anspannen der Muskeln im Perineum (Mann) bzw. Muttermund/Gebärmutterhals (Frau), nicht die Muskeln im Geschlechts- bzw. Anusbereich
  • Verhindert, daß Apana (eine der fünf Prana-Vayus - Energieströme) nach unten entweicht – Apana ist sehr wertvoll, es kann nur mühsam erzeugt werden

Verse 70-73: Jalandhara Bandha

  • Bevorzugte Sitzhaltung: Siddhasana (Mann) bzw. Siddha Yoni Asana (Frau)
  • Kinn wird zur Brust (besser zu den Schlüsselbeinen gebracht) – berührt die Brust
  • Verhindert, daß Prana (als eine der fünf Vayus des Pranas) über Vishudda aufsteigt
  • Energie kann nicht mehr in Ida/Pingala zwischen Körper und Kopf fließen und wird angeregt, in der Sushumna zu fließen
  • Kombination von Mula und Jalandhara Bandha zwingen Prana und Apana zur Vereinigung im Manipura Chakra _ dient zur Erweckung dieses Chakras (sehr wichtig, ist Kundalini über Manipura aufgestiegen, kann sie nicht mehr zu Muladhara zurück)
  • Am Besten Kombination aller drei Bandhas (Mahabandha) – Aktivierung der Sushumna

Verse 79-82 Viparita Karani Mudra

Kamel Skorpion Frau Meer.jpg
  • kein voller Schulterstand!! Prana fließt weiter durch den Hals, anstrengungslos!!
  • Sonne und Mond wechseln ihre Plätze --> Sonne (Feuer) vom Bauch steigt zu Muladhara und weckt Kundalini; Mond (Nektar) bleibt im Kopf
  • normalerweise tropft der Nektar ins Feuer und verbrennt

Verse 83-103: beschreiben Praktiken des roten Tantra: Vajroli, Sahajoli und Amaroli – laut HYP-Übersetzung werden diese Übungen bei sattwigem Sadhana nicht berücksichtigt (Swami Atma meinte, daß Swami Vishnu diese Verse eher aus Zeitgründen ausgelassen hat)

  • es ist letztlich nicht wichtig, alle Mudras zu praktizieren, die den Nektar bewahren – eine reicht asu (z.B. Viparita Karani Mudra)

Verse 104-111: Beschreibung der Kundalini

Vers 107: Kundalini kann sowohl als Mittel zur Befreiung (Yogi) als auch zur Ausbeutung anderer (stärkere Bindung) genutzt werden

Verse 108-110: Ganga – Ida, Yamuna – Pingala, Saraswati (unterirdischer Fluss) – Sushumna; Kundalini als Witwe – von Gatten Siva getrennt

Verse 112-118: Shakti Chalini – Kundalini am Schwanz packen und schütteln

  • eher mentaler Prozess – Visualisierung der Bewegung der Kundalini Shakti
  • bei Yoga Vidya (wahrscheinlich nicht korrekt): als eigenes Mudra (eher Variante von Maha Vedha) oder auch während Bhastrika (bei Antar Kumbhaka mit Uddiyana Bandha) möglich

Verse 119-120: tägliche Praxis erforderlich (nicht nur darüber sprechen)

Vers 127: Übungen sollen mit konzentriertem, nicht wanderndem Geist ausgeführt werden

  • Vers 128: jedes der Mudras kann Vollkommenheit schenken – es ist nicht notwendig, alle zu praktizieren  um ein Haus zu betreten, brauch man nur durch eine Tür gehen (ein Mudra auswählen und perfektionieren)

Wirkungen, Übersetzungen

Swami Yogaswarupananda immer voller Freude

Da die Hathapradipika sehr früh ins Englische übersetzt wurde und bald danach auch ins Deutsche, ist sie nach dem Yogasutra das bekannteste klassische Yogabuch, wird deswegen aber auch in seiner Bedeutung überschätzt und oft - nicht ganz korrekt - als "Hauptwerk" des Hatha Yoga bezeichnet.

Die Hathapradipika war auch in Indien gut bekannt und übte starken Einfluss auf spätere Yogawerke aus, so auf die Gherandasamhita oder die Shiva Samhita. Der bekannteste Kommentar zur Hathapradipika ist die Jyotsna von Brahmananda, die in der zweiten Hälfte des 19. Jh. verfasst wurde.

Weiterführende Informationen zur Hathapradipika

Hier einige Links mit weiteren Infos zur Hatha Yoga Pradipika, auch Hathapradipika genannt:

Audio und Videovorträge von Sukadev Bretz zur Hatha Yoga Pradipika

Hier findest du Links zu Videos und Audios zu allen Versen der Hatha Yoga Pradipika:

Hatha Yoga Pradipika 1. Kapitel

Hatha Yoga Pradipika 2. Kapitel

Hatha Yoga Pradipika 3. Kapitel

Hatha Yoga Pradipika 4. Kapitel

Hatha Yoga Pradipika Zusammenfassungen

Hatha Yoga Pradipika - Quintessenz

Weblinks

Siehe auch

Literatur

  • Swami Svâtmârâma: Hatha-Yoga Pradipikâ. Neuenkirchen: Phänomen-Verlag (2007). ISBN 978-3-933321-61-9. (Aus dem Sanskrit übersetzt von Hermann Walter, 1893).
  • Swatmarama: Hatha Yoga Pradipika. München: Sivananda Yoga Vedanta Zentrum (1987). (Kommentare von Brahmananda und Swami Vishnu-devananda).

Videos zu Hathayogapradipika

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