Asteya

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Asteya: (Sanskrit: अस्तेय asteya n.) das Nichtstehlen; einer der fünf Yamas des Yogasutra des Patanjali. "Stehlen" meint dabei nicht nur das Entwenden von Dingen, sondern allein schon die Tatsache, die Dinge eines anderen haben zu wollen oder überhaupt materiellen Besitz ansammeln zu wollen.


Schule von Athen, Raffaello Sanzio, 1509

Sukadev über Asteya

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Asteya

Asteya ist eine der fünf Yamas, der fünf ethischen Empfehlungen im Umgang mit anderen. A heißt nicht, Steya heißt Stehlen. Asteya ist das Nicht-Stehlen. Patanjali zählt Asteya zu den fünf Yamas. Die fünf Yamas sind: Ahimsa - Nicht-Verletzen, SatyaWahrhaftigkeit, Asteya – Nicht-Stehlen, Brahmacharya – Vermeidung von sexuellem Fehlverhalten, Aparigraha – nicht Gier, auch Unbestechlichkeit genannt. Asteya heißt also Nicht-Stehlen. Nicht-Stehlen hat viele Bedeutungen. Natürlich, zunächst mal heißt Nicht-Stehlen Nicht-Klauen, also nicht Portemonnaies klauen, nicht Taschen klauen, keine Handys klauen usw. Es geht aber auch weiter. Wenn du irgendwo bist, nichts mitgehen lassen. Aus Hotels keine Handtücher mitgehen lassen, aus Flugzeugen keine Kopfhörer, wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist. Asteya heißt auch, bei der Steuererklärung ehrlich zu sein.

Asteya heißt auch sonst, die Rechte anderer respektieren. Asteya kann heißen, nicht die CDs von Musikern zu kopieren, wenn es nicht erlaubt ist. Es gibt genügend kostenlose Dinge im Internet, solange das erlaubt ist. Asteya heißt Nicht-Stehlen. Asteya heißt auch, nicht Ideen von anderen als seine eigenen verkaufen. Asteya heißt auch, nicht Internetseiten von anderen einfach kopieren oder Fotos im Internet klauen. Du siehst, da steckt eine ganze Menge dabei. Asteya heißt also Nicht-Stehlen. Patanjali sagt auch, ist man in Asteya fest verwurzelt, bekommt man alles, was man braucht, bekommt man großen Reichtum. Asteya heißt also Nicht-Stehlen, also sei ehrlich. Umgekehrt heißt natürlich Asteya, sei großzügig.

In manchen Kommentaren wird auch gesagt, eine große Menge von Geld zu horten, ist auch eine Form von Stehlen. Das, was du hast, mit anderen zu teilen, das ist Asteya. Deine Fähigkeiten nicht mit anderen zu teilen, das ist wiederum Steya. Daher, sei großzügig, teile mit anderen. Es geht darum, Einheit zu erfahren. Es geht darum, Liebe zu anderen zu erfahren. Es geht darum, das Göttliche überall und in allem zu sehen. Asteya – Nicht-Stehlen – hat so viele Aspekte. Es ist auf der einen Seite, etwas nicht tun, nicht stehlen, auf der anderen Seite ist es aber Großzügigkeit, Geben und Teilen. Swami Sivananda hat gerne gesagt: "Give, give, give. Gib, gib, gib. Share what you have with others. Teile, was du hast, mit anderen." Seine Schüler haben ihn genannt Swami Give-ananda, einer der vielen Spitznamen, die Swami Sivananda hatte. Derjenige, der sich daran erfreut hat, Ananda, to give, zu geben. Daher, gib, was du kannst, anderen, teile, was du hast, mit anderen, das ist eine tiefere Form von Asteya.

Die Yoga Sutras von Patanjali

अहिंसासत्यास्तेयब्रह्मचर्यापरिग्रहा यमाः ||2.30||

ahiṃsā-satyāsteya-brahmacaryāparigrahā yamāḥ ||2.30||

Die Regeln der äußeren Disziplin (yama) bestehen aus Nichtverletzen (ahimsa), Wahrhaftigkeit (satya), Nichtstehlen (asteya), Enthaltsamkeit (brahmacarya) und Unbestechlichkeit (aparigraha).


Die fünf Yamas und Niyamas


Siehe auch

Literatur

Weblinks

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