Bandha

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Bandha bedeutet Verschluss. Bandhas sind im Hatha Yoga wichtige Energielenkungs-Übungen. Bandhas gehören zu den Mudras im Hatha Yoga. Die wichtigsten Bandhas sind Mula Bandha, Uddhiyana Bandha und Jalandhara Bandha.

Das Sanskritwort Bandha

Bandha (Sanskrit: बन्ध bandha m.) Band, Strick, Fessel; Binden, Verbinden, Anbinden, Bindung; Verschluss, Kontraktion; das Fangen, Einfangen; Fesselung, Gefangensetzung, Gefangenschaft, Haft; das Zusammenfügen, Zusammensetzen; Körperstellung (Asana), Fußstellung, Handstellung; Einfassung, Behälter; Körper; Laut- oder Wortgefüge; eine Krankheit, bei der die Augenlider nicht ganz geschlossen werden können.

Sukadev über Bandha

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Bandha

Bandha heißt im Hatha Yoga vor allem Verschluss. Bandha heißt auch Bindung und Verbindung. So ähnlich wie das deutsche Wort "binden" – "Bandha". Etwas wird gebunden, indem es gebunden wird, wird es auch verschlossen. Bandhas sind gerade im Hatha Yoga von besonderer Wichtigkeit. Drei Bandha hast du vielleicht schon gelernt, mindestens hast du davon gehört.

Es gibt Mula Bandha, das Zusammenziehen der Beckenbodenmuskeln. Mula heißt Wurzel, ist der Wurzel-Bandha. Dann gibt es Uddiyana Bandha, das ist der nach oben gehende Bandha, der Bauch wird eingezogen, so strömt das Prana nach oben. Dann gibt es Jalandhara Bandha, den Kinnverschluss. Du hebst den Brustkorb, du senkst das Kinn, gibst die Zungenoberseite an den Gaumen, schließt die Kehle. Jalandhara Bandha ist der Kehlverschluss. Und dieser Kehlverschluss verhindert, dass das Prana nach oben geht. Mula Bandha verhindert, dass das Prana nach unten geht.

Uddiyana Bandha führt dazu, dass das Prana in die Sushumna geht. Dann kann also das Prana nicht nach oben ausweichen, nicht nach unten ausweichen, es geht in die Sushumna, die feinstoffliche Wirbelsäule. Mit Jalandhara Bandha wird auch die Sushumna in der Halswirbelsäule lang gemacht und so kann das Prana zwar nicht vorne hochsteigen, aber hinten durch die Wirbelsäule nach oben. Daher, die drei Bandhas sind zum einen Bindungen, das Prana wird gebunden, sind aber auch Verschlüsse, das Prana kann nicht weggehen. Bandha, also eine wichtige Praxis im Hatha Yoga, die du verbinden kannst mit Pranayama, mit Mudras und auch mit Asanas. Bandha ist Verschluss, Bindung.

Die Yoga Sutras von Patanjali

देशबन्धश्चित्तस्य धारणा || 3.1 ||

deśa-bandhaś cittasya dhāraṇā || 3.1 ||

Die Bindung (Bandha) des Bewußtseins (Chitta) an einen Ort (Desha) ist Festhalten (Dharana).

Das Wort Bandha ist auch verwandt mit dem deutschen Wort "Band". Damit ist die Gebundenheit an Unwissenheit (Avidya) und den Kreislauf der Geburten (Samsara) gemeint. Bandha hat philosophische Bedeutung, psychologische und praktische Bedeutung. Im Kontext des Hatha Yoga sind Bandhas "Verschlüsse", um Prana, Lebensenergie, zu steuern.

Bandhas im Hatha Yoga

Im Hatha Yoga sind Bandhas Verschlüsse. Mit den Bandhas werden Energien (Prana) gesteuert. Die Praxis der Bandhas kann den anderen Hatha Yoga Praktiken Asana, Pranayama, Mudra eine besondere Tiefe geben. Bandhas können auch im Alltag und in der Meditation angewendet werden. Sogar in der Tiefenentspannung können Bandhas als Einleitung der Tiefenentspannung eine besondere Bedeutung haben.

Beim Bandha handelt es sich um eine bewusst herbeigeführte Muskelkontraktion, um Energien an einem bestimmten Punkt im Körper zu konzentrieren.

Die 3 Haupt-Bandhas im Hatha Yoga

Die 3 Haupt-Bandhas sind: Mula Bandha, Uddiyana Bandha und Jalandhara Bandha. Hier eine kurze Beschreibung der drei Bandhas. Genauere Infos erhältst du unter dem entsprechenden Stichwort hier im Yoga Wiki.

Mula Bandha

Zusammenziehen der Anusschließmuskeln. Zieht das Prana nach oben und öffnet die Sushumna (feinstoffliches Nadi in der Wirbelsäule). Kann beim Anhalten (Kumbhaka) gemacht werden, bei vielen Pranayamas auch beim Einatmen (Puraka) und Ausatmen (Rechaka).

Uddiyana Bandha

Bauch hochziehen nach dem Ausatmen mit leeren Lungen. Kann auch als Teil von Mahabandha nach dem Einatmen gemacht werden.

Jalandhara Bandha

Nach vollständiger Einatmung Brustkorb nach vorne wölben, Kinn auf die Brust senken, Zungenoberseite an den Gaumen legen und zurückziehen, Kehle zusammenziehen. Vor dem Ausatmen Kopf heben und Muskeln entspannen.

Wichtig: Bei Jalandhara Bandha Schultern, Mund und Gesicht entspannt, Rücken gerade lassen.

Verhindert den Abfluss der Energien nach oben. Öffnet Sushumna im Kehlbereich. Erlaubt, die Luft nach vollständiger Einatmung lange anzuhalten.

Anmerkung: Jalandhara Bandha ist nur für fortgeschrittenere Schüler gedacht.

Eine Variation von Jalandhara Bandha, die von allen geübt werden kann, ist Jhiva Bandha. In Jhiva Bandha wird einfach die Zungenoberseite an den Gaumen gelegt und die Kehle leicht zusammengezogen. Dabei kann auch der Kopf ganz sanft gesenkt werden.

Mahabandha

Wenn man alle drei Bandhas zusammen übt, ist das Mahabandha. Dabei werden Jalandhara Bandha, Mula Bandha und Uddhiyana Bandha gleichzeitig eingenommen.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Videos

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