Mystisch

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Mystisch‏‎ Mystisch ist das Adjektiv zu Mystik. Mystik ist ein mystisches Erlebnis. Mystisch bedeutet geheimnisvoll. So geheimnisvoll wie Gott selbst oder auch göttliche Erfahrungen.

Mystisch

Mystisch‏‎ - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Mystisch ist ein Adjektiv zur Mystik und die Mystik hat etwas zu tun mit einer Form des religiösen Erlebens. Mystik bedeutet man will Gott erfahren. Und das man sich in Gott versenken will. Das man eine Ekstase, eine Vereinigung mit dem Göttlichen anstrebt. Die Mystik gibt es in den verschiedenen religiösen Traditionen. Man kann sagen das Religionen immer auch eine mystische Komponente haben. Mystisch soll heißen, man will Gott erfahren und nicht nur daran glauben, dass es Gott gibt. Religionen haben auch soziale Komponenten, im Sinne das es Gepflogenheiten gibt, das es Gesellschaften zusammenführt. Religionen haben philosophische Komponenten, Religionen haben oft soziale Komponenten im Sinne von das sie sich um die Armen und Kranken kümmern.

Fast alle Religionen sagen diene deinem nächsten wie dir selbst. Und Religionen haben auch Vorstellungen für nach dem Tod und geben Regeln des Verhaltens und versprechen einem die Belohnung, wenn man sich an die Vorschriften der Religion hält, dann wird man nach dem Tod belohnt. Mystik dagegen geht dahin, das man in diesem Leben Gott erfahren will. Man könnte auch sagen, dass der mystische Zweig aller Religionen sich ähnelt. Bei den mystischen Zweigen der Religionen geht es nämlich nicht um reine Verhaltensvorschriften, es geht nicht um Theologie und Philosophie. Es geht nicht um Soziologie, irgendwelche Gewohnheiten. Man will Gott erfahren und die Mystiker unter den Religionen können sich durchaus gut ausdrücken.

Man könnte sagen bestimmte Aspekte des Yoga sind mystische Aspekte und die mystischen Aspekte des Christentums wie sie die Mystiker des Mittelalters gelehrt haben und die mystischen Aspekte des Islam, zum Beispiel die Suffis. Und die mystischen Aspekte des Judentums zum Beispiel die Hazidim und manche Aspekte der Kabbalah, wie auch mystische Aspekte Buddhismus und Taoismus sind alle sehr ähnlich.

Das Wort Mystik kommt ursprünglich von Mysterium, der Geheimlehre und dem Geheimkult. Religiöses geheimnis und stammt aus dem alten Griechenland, wo es das Mysteriom gab. Es gab die Mysterien-Kulte und wer ein Mystiker war, der war jemand der Eingeweiht war also der Mystesch. Eigentlich derjenige der die Augen schließt, um zu seinem inneren Wesen zu kommen. Das war der Eingeweihte und so entstand Mysterik im Englischen auch mystery, im Sinne von Geheimnis. Im Mittelalter die Mystik in Form von religiösen Überlebens und Praxis. Form der Verinnerlichung, Versenkung und Ekstase.

Mystische Erfahrungen zu machen fällt manchen Menschen leichter und manchen schwerer. Es gibt aber manches was du tun kannst, um mystische Erfahrungen zu machen. Manches was heutzutage als romantisch bezeichnet wird und nur auf die zweier Beziehung verlegt wird, sind eigentlich Möglichkeiten mystische Erfahrungen zu machen. Wenn du zum Beispiel in die Natur gehst, bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und dabei in Richtung Sonnenaufgang und Sonnenuntergang schaust, die Vögel betrachtest. Und du deinen Geist zur Ruhe kommen lässt und mit dem Herzen spürst, dann ist dort eine mystische Erfahrung. Wenn du auf einem Berg bist und in das Tal hineinschaust, dann ist dort eine mystische Erfahrung. Wenn du in eine Kirche gehst, in der gerade die Kerzen entzündet werden, vielleicht auch der Weihrauch entzündet wird und vielleicht auch auf Lateinisch gesungen wird, dann ist dort eine mystische Stimmung von der du dich berühren lassen kannnst.

Wenn du in einen indischen Tempel gehst oder auch in den Meditationsraum in einen Yoga Ashram in Deutschland, dort kannst du dich auch von der mystischen Atmosphäre erfassen lassen. Du kannst dich in eine mystische Stimmung versetzen und es ist meiner Meinung nach ein tiefes Bedürfnis mystische Erfahrungen zu machen. Der Mensch will aus seiner Alltagserfahrung herauskommen. Viele Menschen machen das mit Drogen. Es sind zwar keine mystischen Erfahrungen, aber doch Erfahrungen um aus dem Alltag heraus zu kommen. Manche Menschen suchen Gemeinschaftserlebniss, zum Beispiel beim Fußball gucken beim public viewing oder auch im Kino. Aber eigentlich streben Menschen nach mystischen Erfahrungen, um aus dem Alltagsbewusstsein, dem sinnlichen und dualistischen Erfahrungen herausgerissen zu werden. Überlege selbst ob du in letzter Zeit eine mystische Erfahrung hattest?? Hattest du eine Erfahrung wo du aus dem Alltag heraus gehoben wurdest, wo du eine Weite gespürt hast, eine göttliche Verbundenheit, eine Freude? Erlaubst du dir selbst öfters mystische Erfahrungen zu machen? Was könntest du tun um häufiger mystische Erfahrungen zu machen?

Mystisch‏‎ Video

Hier findest du ein Vortragsvideo zum Thema Mystisch‏‎:

Erfahre einiges über Mystisch‏‎ in dieser kurzen Abhandlung. Sukadev behandelt hier das Wort, den Ausdruck, Mystisch‏‎ aus dem Geist des Humanismus und des ganzheitlichen Yoga.

Mystische Erfahrungen von Aspiranten/innen

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- Auszug aus dem Buch "Konzentration und Meditation" von Swami Sivananda -

- Auszüge aus Briefen -

1) „Etwa vor drei Jahren hatte ich eine spezielle Empfindung in Höhe des Solarplexus – ich hatte dort ein wirbelndes Gefühl, wie von einem Propeller. Danach kamen einige Visionen. Bei offenen Augen sah ich eine Aura von weißem oder blauem Licht um die Köpfe von Menschen herum und über den Häusern. Wenn ich tagsüber zum weiten ausgedehnten Himmel schaue, bewegt sich ein schmales weißes Licht wie ein Wurm hin und her. Wenn ich im Büro intensiv arbeite, tanzen weiße Lichtstrahlen vor meinen Augen. Manchmal sehe ich Lichtfunken auf meinen Büchern. All das erfüllt mich mit einer besonderen Freude und ich fange an, den Namen Gottes zu chanten: „sri ram, jaya ram, jaya jaya ram.“ Wenn ich mit dem Rad zum Büro fahre, ist ein runder Lichtball sichtbar, bis ich angekommen bin. Dasselbe geschieht, wenn ich den wunderschönen Weltraum anschaue. …“ (S.)
2) „Ich habe einen Monat lang fünf Stunden am Tag in Gangotri meditiert. Einmal fühlte ich mich zwei Stunden lang sehr deprimiert. Ich konnte keinen Frieden finden und dieser Zustand der Niedergeschlagenheit erschien mir unerträglich. Ich setzte mich dann an das Gangesufer und begann über Mahatma Gandhi zu meditieren, was mir gut tat. Einige Tage später meditierte ich eineinhalb Stunden lang über Rama, als sich diese konkrete Meditation automatisch in eine abstrakte Meditation verwandelte. Zehn Minuten lang erlebte ich vollkommenen Frieden, shanti. Mein Geist war etwa eine halbe Stunde lang ganz in der Meditation über Om absorbiert. An einem anderen Tag hatte ich eine ganz andere Erfahrung: Ich öffnete die Augen nach der Meditation und ohne darüber nachzudenken sah ich alles als brahman. Dieser Bewusstseinszustand hielt den ganzen Tag an. Ein brahmachari sprach an dem Tag an etwa eine Stunde mit mir; ich hörte zwar zu, aber mein Geist nahm nichts davon auf. Ich blieb die ganze Zeit in derselben Stimmung.
Bei einer anderen Gelegenheit meditierte ich eine halbe Stunde lang in einer sehr erhabenen Stimmung, die aber durch einen äußeren Lärm bald verflog. Wieder begann ich zu meditieren und gewahrte ein wunderbares Licht im Herzen. Als das Licht verschwand, fing ich an zu weinen, ohne mir dessen bewusst zu sein. Jemand kam vorbei und rief mich bei meinem Namen. Ich achtete nicht darauf. Er schüttelte mich. Da hörten die Tränen einen Moment lang auf, ich schaute ihn an und danach flossen die Tränen immer wieder, etwa 25 Minuten lang. ….“ (V.)
3) „Ich übte zum ersten Mal Mouna vom 26. Februar bis zum 4. März 1932, um es auszuprobieren.
Fehlschläge: Einmal musste ich mich durch Gesten verständlich machen. Die letzten drei Tage äußerte ich bei völliger Geistesabwesenheit Worte wie: „ja“, „genug“, „was“. Ich bildete mir Kieferschmerzen ein und hatte den großen Wunsch zu sprechen.
Vorteile: Ich konnte mehr tun, mehr lesen und länger als sonst Mantras wiederholen (Japa) und meditieren. Ich konnte nicht vor Mitternacht einschlafen, da mich der Inhalt der Bücher beschäftigte, die ich gelesen hatte. Für Zorn oder Reizbarkeit war kein Raum. Ich konnte mir nichts auswendig merken. Ich versuchte, einige Verse auswendig zu lernen, aber umsonst. Der Grund war meine frühere Angewohnheit, sie ein oder zwei Mal laut zu rezitieren. ….“ (Ram)
4) „Ich habe einen Monat lang Pranayama geübt und fing an, melodische Klänge (nada) zu hören von Flöten, Violinen, Glocken, Glockenspielen, Mridangas, Trommeln, Muschelhorn, Donner. Manchmal nur mit dem rechten Ohr, manchmal mit beiden. ….“ (N.)
5) „Während meiner Konzentration nahm ich einen außerordentlich lieblichen, angenehmen Duft und Wohlgeruch wahr. …“ (R.)
6) „In der Meditation sah ich häufig eine strahlende Sonne, ein blendendes Licht und einen leuchtenden Stern im 3. Auge, was aber nicht lange anhielt. ….“ (G.)
7) „Im Laufe meiner Konzentration hatte ich öfter die Vision von Rishis im dritten Auge, und auch von Krishna mit der Flöte. …“ (S.)
8) „Manchmal sah ich in der Meditation farbige Lichter – rot, grün, blau und weiß – im 3. Auge oder auch einen weiten blauen Himmel. Und ich selbst erschien in diesem Blau als ein schwarzer Punkt. ...“ (V.)
9) „Ich sah während der Meditation wunderschön geschmückte Engelswesen und Gottheiten mit strahlenden Lichtkörpern. ...“ (R.)
10) „Manchmal erblickte ich während der Meditation nur eine unendliche Leere. ...“ (T.)
11) „Manchmal habe ich während der Konzentration mein eigenes Gesicht inmitten eines großen Lichts gesehen, oder auch ganz deutlich Gesichter von Freunden. ...“ (R.)
12) „Ich fühlte während der Meditation einen elektrischen Strom von unten, vom muladhara-chakra bis nach oben zum Nacken (vishuddha-chakra) durch die Wirbelsäule hochfließen. Das geschah öfter auch außerhalb der Meditation. ...“ (K.)
13) „Während der Meditation schienen mich dunkle astrale Wesen mit entsetzlichen gräßlichen Gesichtern und langen Zähnen zu bedrohen, aber sie haben mir nichts getan. ...“ (A.)
14) „In der Meditation zuckten meine Beine und Arme ab und zu. Manchmal hat sich mein ganzer Körper bewegt und sprang sogar von einem Platz zum anderen. …“ (M.)
15) „In der Meditation sah ich öfter Paläste, Flüsse, Berge und Gärten. … (S.)
16) „Gewöhnlich meditierte ich mit offenen Augen. Eines Nachts sah ich vor mir ein strahlendes Licht mit Krishna mit seiner Flöte in der Mitte. Die Haare sträubten sich mir und ich war völlig sprachlos, tief berührt von Ehrfurcht und Verwunderung. Es war morgens um drei Uhr. ...“ (S.)
17) „Eines Tages war mein Bewusstsein in tiefer Meditation tatsächlich von meinem physischen Körper getrennt. Ich sah ihn von außen wie eine abgestreifte Haut. Ich schwebte in der Luft und empfand eine sonderbare Mischung von höchster Freude und Angst. Ich schwebte nur ein paar Minuten so. Meine große Angst ließ mich jäh in den physischen Körper zurückkehren. Es war ein zartes Hineingleiten, das von einer sehr merkwürdigen Empfindung begleitet war. Es war eine spannende Erfahrung. …“ (S.)

Siehe auch

Weitere Begriffe im Kontext mit Mystisch‏‎

Einige Begriffe, die vielleicht nur sehr lose zu tun haben mit Mystisch‏‎, aber dich vielleicht interessieren können, sind z.B. Mysterium‏‎, Myrrhe‏‎, Müßigkeit‏‎, Nachbar‏‎, Nachfolgen‏‎, Nachkommen‏‎.

Literatur

Seminare

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Mystisch‏‎ Ergänzungen

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Zusammenfassung

Das Adjektiv Mystisch‏‎ ist ein Begriff, der in Zusammenhang steht mit Menschsein an sich und kann interpretiert werden vom Standpunkt Yoga, Meditation, Ayurveda, Spiritualität, humanistische Psychologie.