Mythen

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Mythen‏‎ ist der Plural von Mythos oder auch Mythus. Mythen sind Sagen, Märchen aus alter Zeit, Mythen transportieren religiöse oder symbolische Vorstellungen.

Mythen - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Mythen im übertragenen Sinn

Es gibt Götter-Mythen, Helden-Mythen, Schöpfungs-Mythen. Manchmal spricht man auch von Mythen als einer Vorstellung, die etwas erklärt, aber die man nicht glaubt. So gibt es zum Beispiel politische Mythen oder Mythen, die sich um einen bestimmten Firmenführer ranken. Mythen sind also glorifizierende, oft kultisch verbrämte Legenden zur Deutung historischer Erscheinungen. Mythen haben oft keinen wörtlich zu nehmenden Wahrheitsgehalt, sondern einen übertragenen Wahrheitsgehalt. Viele Menschen überlegen, ob zum Beispiel die Mythen im Mahabharata tatsächlich stattgefunden haben, ob die Helden im Ramayana wirklich so existiert haben, ob die Puranas reine Mythen sind oder tatsächliche historische Ereignisse waren. Bei den Mythen ist nicht so wichtig, ob sie historisch tatsächlich gewesen sind, sondern Mythen transportieren spirituelle Wahrheiten, transportieren psychologische Wahrheiten und manchmal philosophische Wahrheiten und ethische Empfehlungen. Durch Mythen werden diese subtileren Wahrheiten besser transportiert als allein durch historische Fakten.

Yoga und Mythologie

Gedanken aus dem Buch ‚Die Mythen der Asanas

Es ist als eine Widerspiegelung kosmischer Kräfte zu betrachten - die zeitlos und universell als Teil der schöpferischen Natur auftreten. Fortbestand und Auflösung - im Yoga verkörpern sie sich als Asanas und Mudras.

Man muss sicher nicht nach Indien reisen, um die aufgerollte Kraft der Kobra oder die von Bhujangasana, der Heuschrecke in seinem Körper zu verspüren, oder auch die verwurzelnde Kraft eines Baumes, in Vrikshasana. Nur wenige Menschen des Westens kennen jedoch die Geschichten die sich hinter den Namen der Asanas verbergen. Sie wissen nichts über die alles-durchdringende Eigenschaft der Mythen über Shiva oder Ganesha, welche in Indien jedem – vom Kind bis zum Guru - geläufig sind. Der Großteil traditioneller indischer Lieder, Tänze und bildender Künste beschäftigt sich mit den Darstellungen von Legenden. Sie sind ganz besondere Lehrer. Manchmal geheimnisvoll und rätselhaft, auch widersprüchlich, friedvoll oder zornig sind sie oft erlösend in ihrer Kernaussage.

Was mag wohl hinter dem Gefühl, sich voller Hingabe sein Herz aufzureißen stehen, wie es der Affengott Hanuman tat? Was bedeuten die großen Legenden Bharadvaja und Ashtavakra, nach denen die Asanas benannt wurden? Was ist das Herausragende an Natarajasana, Shivas Tanzhaltung?

Beim Kennenlernen der Asana-Geschichten eröffnet sich ein Raum mythischen Bewusstseins. Ein Ort, an dem es nicht mehr um die äußere Form der Asana geht, um diese oder jene bemerkenswerte Mudra-Haltung, sondern um die innere Asana, die wie eine Landkarte zum Hintergrund, zum Sinn des Mythos führt.

Mein Vater gab mir meinen Namen Shiva, als er noch ein Kunststudent war. Niemals hatte er bis dahin eine Yoga Klasse besucht. Jedoch begeisterten ihn zutiefst die Legenden von Shiva, dem kosmischen Tänzer mit dem seidenmatten Haar, der auf vernichtende Art alle Unwissenheit in Grund und Boden tanzt, getrieben von der freudvoll erhabenen Anmut und Kraft des Ananda Tandava, des Tanzes der Seligkeit - ein großartiges Sinnbild für die späten Sechzigerjahre.

Als Siebenjähriger, im vom Höhepunkt der Vietnamproteste geprägten Berkeley des Jahres 1974, wagte ich einen Blick hinaus in die Welt und konnte mich kaum der Schwere der kosmischen Zerstörungskraft entziehen. Wie die meisten in meiner Kindheit glaubte ich tatsächlich, nach dem Gott der Zerstörung benannt zu sein, einer üblicherweise in Enzyklopädien und Wörterbüchern verbreiteten Definition folgend. Damals stand mir weder ein Buch noch ein Lehrer zur Verfügung, um die verborgenen Bedeutungen meines Namens zu enthüllen. Mittlerweile jedoch weiß ich, dass tausende von Namensgebungen für Shiva existieren, vom friedvoll erhabenen Mahayogin, aus dem sich die Yoga Asanas herausbildeten, über Kamadeva, den Liebhaber Shaktis, bis hin zum großartigen brüllenden Rudra.

Ich bin völlig der Liebe zu den weiblichen Gottheiten verfallen und konnte mich während der Stürme meines Lebens immer fest in den Legenden der Göttin Durga verankern, welche, begleitet von einer Armee von vierundsechzigtausend Yoginis, Stätten des blanken Chaos einnahm. Sie bewirkte die Wiedererweckung der Welt, allein durch ihre leidenschaftliche, kämpferische Liebe. Ich betrachte mich selbst als friedvolle, schlichte und naturverbundene Person, und finde dennoch so etwas Wildes und intensiv befriedigendes in den yogischen Legenden, die unsere erstarrten, konservativen und seichten Vorstellungen über unsere göttliche Natur zerschmettern und uns zutiefst berühren, im Licht und Dunkel unseres Daseins, und unseres Lebensweges.

Mythen im Alltag

Mythen sind Geschichten, die eine tiefere Bedeutung haben. Mythen sind Sagen, Erzählungen, die zu den Tiefen des Menschseins in Bezug stehen. Es gibt verschiedene Mythen in den verschiedenen Religionen, Kulturen. Man spricht manchmal auch von den urbanen Mythen, die entstanden sind. Also etwas, das Menschen definiert. Im alten Indien gibt es auch jede Menge von Mythen. Es gibt ein Buch von Heinrich Zimmer "Indische Mythen und Symbole". Joseph Campbell hat sehr lange über die verschiedenen Mythen der Völker geforscht und festgestellt, dass es überall ähnliche Mythen gibt.

Mythen in Kinofilmen

Auch Kinofilme orientieren sich an bestimmten archetypischen Mythen wie zum Beispiel der Held, der eine geborgene Kindheit hat, dann irgendwo durcheinander gewirbelt wird. Er muss von zu Hause ausbrechen. Danach bricht seine ganze Welt zusammen. Er muss sich bewähren, er findet einen Lehrmeister, es gibt Herausforderungen, er verliert alles. Dann kommt es zum Showdown und irgendwann gelingt es ihm dann zu triumphieren. Er kommt voller Schaffenskraft und Energie nach Hause. So sind Mythen gestrickt.

Verschiedene Mythen

Ramayana das Heldenmythos

Man könnte sagen, das Ramayana Epos beruht auch auf einem solchen mythischen Konzept. Eventuell ist Ramayana eine der ältesten Mythen, die das haben. Rama hat eine geborgene Kindheit, Mutter und Vater, die ihn geliebt haben. Er hat zwischendurch eine Krise, ist durch eine Lehrzeit gegangen aber soll dann zum König gekrönt werden. Dann gibt es ein Ereignis, das ihn rauswirft, er muss das Zuhause verlassen. Er wird ins Exil geschickt, muss in den Wald gehen aber immer noch mit seiner Sita, seiner Frau, die er kurz zuvor geheiratet hat, aber er ging dorthin. Dann wurde ihm noch die Frau geraubt und alles war weg. Sein ganzes Leben lag in Trümmern. Aber Rama in diesem Ramayana Epos, in diesen altindischen Mythen sucht dann erst verzweifelt nach seiner Sita. Er findet auf diesem Weg neue Freunde zum Beisipiel Hanuman und Sugriva. Andere sind sogar bereit, ihr Leben aufs Spiel zu setzen und opfern sogar ihr Leben für ihn. Schließlich kommt es zum großen Showdown. Er kommt nach Sri Lanka. Dort ist Ravana, der Dämonenfürst. Und dann gehen die Mythen weiter. Da Rama nicht genügend Hilfe hat, muss er auf die Hilfe von Bären und Affen zurückgreifen. Aber schließlich besiegt er in einem heldenhaften Kampf den Ravana und kann in einem dramatischen Showdown noch rechtzeitig in sein Königreich zurückkehren, geläutert, strahlend, erwachsen – es sind ja 14 Jahre Exil gewesen. Einer der speziellen Mythen ist dieser Heldenmythos.

Der Mythos Jesus

Aber wir finden es auch anders: Jesus, der ans Kreuz geschlagen wurde. Letztlich verkörpern die großen göttlichen Inkarnationen Archetypen von Mythen. Jesus ist nicht geborgen aufgewachsen. Im Gegenteil, es ging schon dramatisch los. Seine Eltern nicht zu Hause, er wurde in einem Stall geboren, dann verfolgt, Flucht nach Ägypten, dann langsam zurückgekehrt. Jesus ist aber zu Hause auch mal ausgebüchst. Im Tempel gelandet. Irgendwann hat er sein zu Hause verlassen und ist in die Wüste gezogen, hat 42 Tage gefastet, als Wanderprediger zurückgekehrt, einige Jünger gefunden. Dann schien es so als ob er triumphal in Jerusalem einzieht, alles wird gut und dann wird er ans Kreuz genagelt. Also Märtyrertod oder Tod des Helden in einem dramatischen Ereignis. Auch eine der Grundmythen. Aber damit hört es nicht auf. Denn mit dem Tod von Christus beginnt letztlich ein anderes Wirken von ihm auf einer anderen Ebene. Auch diese Art von Mythen kann uns helfen Trost zu finden. Wenn selbst Gott dramatische Probleme haben wird, dann kann uns das auch passieren und es macht nichts.

Sinn und Zweck von Mythen

Es macht nichts, wenn wir ein dramatisches Leben haben. Es ist viel wichtiger, dass wir unseren Weg gehen. So gibt es verschiedene Mythen. Die Mythen richten sich an das Unterbewusstsein, unsere Spiritualität, unsere Sehnsüchte. Mythen können dem Leben Sinn, eine Ausrichtung, Trost geben und können uns beflügeln. So ist es gut, sich mit Mythen zu beschäftigen. Ich selbst lese gern in der alten indischen Mythologie oder von anderen Völkern, aber ich muss zugeben, für mich sind die indischen am faszinierendsten, ich finde sie besonders interessant.

Liest du regelmäßig mythische Geschichten? Hast du dich schon mal damit beschäftigt? Mein Tipp wäre: Mach es und lass dich inspirieren. Übrigens auf unseren Internetseiten Yoga Vidya findest du auch viele Geschichten aus der indischen Mythologie. Wir haben viele Mythen über Shiva, Krishna, Rama, Durga, Lakshmi, Saraswati, zusammengefasst und dies ist ein einfacher Zugang zu diesen alten indischen Mythen.

Videos zum Thema Mythen‏‎

Hier zwei Videos mit einem Vortrag zu Mythen‏‎:

Mythen‏‎ - was heißt das? Erfahre einiges zum Thema Mythen‏‎ durch dieses Vortragsvideo. Der Yogalehrer Sukadev spricht hier über Mythen‏‎ aus dem Geist des Humanismus und des ganzheitlichen Yoga.

Siehe auch

Weitere Stichwörter im Kontext von Mythen‏‎

Begriffe aus den Gebieten Esoterik und Religion, die im weitesten Sinn etwas zu tun haben mit Mythen‏‎, sind zum Beispiel Mythen‏‎, Mondsichel‏‎, Mondhaus‏‎, Mikrokosmos‏‎, Nacht‏‎, Opferfeuer‏‎, Opferrolle‏‎

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Zusammenfassung

Mythen‏‎ kann man genauer betrachten aus dem Blickwinkel von Religion.