Brahmananda

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1. Brahmananda (Sanskrit ब्रह्मानन्द brahmānanda m.) Glückseligkeit (Ananda) des Brahman; der Name Brahmananda bedeutet: "dessen Glückseligkeit im Brahman besteht"; Name eines Kommentators, der im 19. Jahrhundert den Jyotsna ("Mondlicht") genannten Kommentar zur Hatha Yoga Pradipika verfasst hat.

2. Brahmananda ist die Bezeichnung für die Freude aus der Verwirklichung von Brahman. Brahmananda besteht aus zwei Sanskritwörtern: Brahman ist das Absolute, das Unendliche, das Göttliche. Ananda heißt Freude, Wonne, Glückseligkeit. Brahmananda bedeutet auch derjenige, dessen Freude Brahman ist. Brahmananda ist auch der Name verschiedener Weisen und Heiligen. Brahmananda ist der Autor des Jyotsna, eines Kommentars zu Hatha Yoga Pradipika. Brahmananda war neben Vivekananda der bedeutendste Schüler von Ramakrishna. Swami Brahmananda war auch ein Schüler von Swami Sivananda, der insbesondere Vedanta, Kevala Advaita Vedanta gelebt, gelehrt und verwirklicht hat. Und Brahmananda war auch ein Schüler von Swami Vishnudevananda, der Sukadev eine Menge über Pranayama beigebracht hat. Höre und lese hier einiges über Brahmananda und die Bedeutung dieses Sanskritwortes.

Sukadev über Brahmananda

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Brahmananda

Brahmananda ist ein Sanskrit-Wort, das heißt "die Freude von Brahman", man könnte auch sagen, "göttliche Freude", "kosmische Freude", "absolute Wonne". Brahmananda stammt von zwei Worten: Da gibt es Brahma. Brahma heißt sowohl "der Schöpfer", aber hier in diesem Kontext ist Brahma "das Brahma" und damit das Brahman, das Absolute, das Unendliche, das Ewige. Und Ananda heißt Freude. Brahmananda – die Freude von Brahman.

Brahmananda – göttliche Wonne. Brahmananda ist auch ein Name von verschiedenen großen Meistern. Zum Beispiel einer der Schüler von Ramakrishna Paramahamsa war ein Swami Brahmananda, der war ein Gurubhai von Swami Vivekananda, das heißt, die beiden waren zusammen Schüler von Ramakrishna. Swami Brahmananda war in der Ramakrishna Mission und der Vedanta Society der Leiter. Swami Vivekananda hat kein formelles Amt dort gehabt, sondern er hat das formelle Amt dem Swami Brahmananda überlassen, der auch ein sehr großer Heiliger und letztlich Gottverwirklichter war. Einer der Schüler von Swami Sivananda hieß Swami Brahmanda, das war der Vedantin, also der Vedanta-Meister. Ich hatte das große Glück gehabt, Swami Brahmananda selbst kennenzulernen Anfang der 90er Jahre und einige Wochen jeden Morgen und Nachmittag in seine Vorträge gehen zu können. Er war ein Ausdruck wirklich von jemanden, der Brahmananda gespürt hat, erfahren hat, ausgestrahlt hat, diese Wonne von Brahman.

Auch einer der Schüler von Swami Vishnudevananda hieß Swami Brahmananda. Auch der war ein Vedantin, einer, der den Jnana Yoga gelebt, erfahren, gelehrt hat. Es gibt auch die Guru Stotra und die beginnt sogar mit, "Brahmanandam Paramasukhadam". Also, Brahmanandam, damit fängt es an, göttliche Freude. Oder wir singen bei Yoga Vidya sehr häufig am Ende des Jaya Ganeshas, in der Mitte vom Satsang: "Anandoham Anandoham Anandambrahmanandam." Brahmanandam ist praktisch der letzte Teil des fast täglich gesungenen Jaya Ganeshas. Letztlich, man kann sagen, es beginnt aus der Wonne von Brahman, es endet aus der Wonne von Brahman, und wir alle ruhen in der Wonne von Brahman. Dessen kannst du dir bewusst sein, du kannst dir manchmal bewusst sein: "Auf einer oberflächlichen Ebene habe ich so viele Gedanken, so viele Wünsche und so viel, was noch alles zu tun ist. Aber tief im Inneren weiß ich, da ist Brahmananda, die Wonne von Brahman. Und selbst wenn ich es auf einer oberflächlichen Ebene nicht weiß und nicht daraus handle und ich gute Gründe dort habe, mir Sorgen zu machen, tief im Inneren weiß ich, ich bin immer in der Wonne, ich bin immer in Brahman." Tief im Inneren ist Brahmananda, diese Wonne des Selbst, diese Wonne des Absoluten.

Brahmandandas Kommentar zur Hatha Yoga Pradipika

Brahmanandas Kommentar zur Hatha Yoga Pradipika ist ein kurzer, in Sanskrit verfasster Kommentar zu jedem einzelnen Vers der Hatha Yoga Pradipika. Hierin gibt er viele wichtige Details zur Ausführung der einzelnen Asanas (Körperstellungen), Pranayamas (Atemtechniken), Bandhas (Verschlüsse), Mudras (Körperstellungen in Verbindung mit Atem- und Konzentrationstechniken) und Dharanas (Meditationstechniken).

Ohne einen solchen Kommentar ließen sich die einzelnen Techniken nur schwer nachvollziehen, da sie im Text der Hatha Yoga Pradipika nur sehr komprimiert - oft in einem einzigen Vers (Shloka) - dargestellt werden. Der Wortlaut der Verse wird im Kommentar meist wiederholt und mit Synonymen und ausführlicheren Umschreibungen verdeutlicht. Außerdem wird die Konstruktion des Satzes (Syntax), die im Vers oft recht frei ist, veranschaulicht. Darüber hinaus liefert er umfangreiche Zitate aus anderen Yogatexten, Upanishads, Puranas und weiteren relevanten Quellen.

Brahmananda verweist ebenso auf unterschiedliche Lesarten. Dies zeigt, dass ihm mehrere Handschriften des Textes bekannt waren bzw. vorlagen. Außerdem kommentiert er einige wenige Verse, die in manchen modernen Textausgaben erscheinen, gar nicht, woraus zu schließen ist, dass sie eine spätere Zutat sind, die möglicherweise aus anderen Kommentaren in den Text gewandert sind.

Es lohnt sich in jedem Fall, Brahmandandas Kommentar zu einem tieferen Verständnis der Hatha Yoga Pradipika zu Rate zu ziehen, da in seine Erläuterungen ein profundes Wissen über Hatha Yoga sowie die unverzichtbare Kenntnis der Grundlagenwerke der Sanskritgrammatik (Vyakarana) und der einheimischen Wörterbücher (Kosha) eingeflossen sind.

In einigen englischen und deutschen Übersetzungen der Hatha Yoga Pradipika wird auf Brahmanandas Kommentar Bezug genommen bzw. dieser in Auszügen wiedergegeben. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um die vollständige Übersetzung des Originalkommentars aus dem Sanskrit. Die Textauszüge beruhen vielmehr auf den Anmerkungen des Übersetzers und Kommentators Srinivasa Iyangar einer frühen indischen Ausgabe der Hatha Yoga Pradipika, die von Tookaram Tatya verlegt wurde (The Theosophical Publishing House). Dabei stützt sich der Übersetzer und Kommentator auf Brahmananda und gibt ihn teilweise wörtlich wieder, macht auf dieser Basis jedoch ebenso seine eigenen Anmerkungen zu ausgewählten Versen (allerdings nicht zum gesamten Text).

Siehe auch

Brahma in einer Lotusblüte

Literatur

Weblinks

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