Transzendieren

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Transzendieren, über etwas hinausgehen, die physische Welt, Zeit und Raum hinter sich lassen - darum geht es auf dem spirituellen Weg. Bekomme Tipps, wie du Körper und Geist transzendieren kannst.

Yoga Vedanta zum Thema Den Geist transzendieren

Was ist der Geist? Was ist das selbst? Wie erfährst du die höhere Wirklichkeit? Das sind Themen, über die in diesem Vortrag spricht. Das Thema lautet: den Geist transzendieren. Dies ist eine freie Übersetzung eines Vortrags von Swami Chidananda.

Transzendiere die drei Gunas

Hier ein Vortrag zum Thema Transzendiere die drei Gunas von und mit Sukadev Bretz aus der Reihe Yoga Vidya Schulung, Vorträge zum ganzheitlichen Yoga. Dies ist ein Kommentar zur Bhagavadgita Bhagavad Gita, 14. Kapitel, Verse 19-27:

Viveka Chudamani - Transzendiere die sichtbare Welt

Bleibe unberührt wie der Lotus

- Kommentar zum Viveka Chudamani Vers 63 von Sukadev Bretz -

„Wie kann einer die Befreiung alleine durch das Reden über Brahman erreichen, ohne dass die sichtbare Welt transzendiert und die wahre Natur des Selbst erkannt wird.“

Wie kommt man zur Befreiung?

Shankara spricht viel darüber: „Wir kommen zur Befreiung durch Studium der Schriften sowie durch Reflektieren und durch Nachdenken.“ Aber er warnt uns und sagt: „Befreiung kommt nicht allein durch intellektuelles Nachdenken. Intellektuelles Nachdenken reicht nicht aus. Du musst wirklich die sichtbare Welt transzendieren und die wahre Natur des Selbst erkennen.“

Es reicht nicht aus, dass du über Brahman nur redest oder Vorträge hältst. Es ist zwar gut, Vorträge zu halten und manchmal lernt man besonders viel, wenn man selbst lehrt. Wenn man etwas einmal liest, behält man es zu 10 %. Wenn man es zweimal liest zu 20 %. Wenn man darüber etwas schreibt zu 40 %. Wenn man darüber spricht zu 80%. Aber wenn du etwas wirklich behalten willst, dann ist es gut darüber zu sprechen und es zu lehren.

Aber mit Vedanta ist es etwas anders. Es mag sein, dass wenn du einen Vortrag über Vedanta hältst, dass du es intellektuell besser verstehst, aber – und das sagt Shankaracharya - um intellektuelles Verstehen geht es gerade nicht, sondern es geht darum, dass du es wirklich verwirklichst.

Prüfe: Bist du verhaftungslos und gleichmütig?

Und woran erkennst du, ob du die sichtbare Welt transzendiert hast? Daran, ob du verhaftungslos bist. Kannst du Gleichmut bewahren?

Wenn dich etwas aufregt, dann hast du diese sichtbare Welt noch nicht transzendiert. Wenn du Angst davor hast, was andere über dich denken, dann hast du die sichtbare Welt noch nicht transzendiert. Wenn du dir starke Sorgen um deine Gesundheit machst und um dein psychisches Gleichgewicht, dann hast du das wahre Selbst noch nicht erkannt. Achte immer wieder darauf, transzendiere die sichtbare Welt und erkenne dein wahres Selbst.

Erkenne wer du wirklich bist

Shankara gibt hier eine lange Einleitung. Er sagt wieder und wieder: „Reines Üben der Praktiken reicht nicht aus. Das Lesen von Schriften reicht nicht aus, Konzepte verstehen reicht nicht aus, Vorträge geben reicht nicht aus. Erkenne, wer du wirklich bist, und transzendiere diese Welt.“

Viveka Chudamani - Durch Transzendierung aller Hüllen erfährst du dein wahres Selbst

Du bist nicht der Körper - geh über alle Hüllen hinaus

- Kommentar zum Viveka Chudamani Vers 210 von Sukadev Bretz -

Wenn man durch Nachdenken über die shrutis (veden) – die zeitlose Offenbarungen sind – alle fünf Körperhüllen verwirft, dann bleibt unter Ausschluss dieser Hüllen am Ende der ewige Zeuge (sakshin) als Absolutes Wissen (bodha-rupa).

Verneine die fünf Hüllen

Wie kommt man zum höchsten Wissen? Eine Weise ist durch Nachdenken über die Veden, die Shrutis, die offenbarten Schriften. Und was macht man mit den offenbarten Schriften? Man betrachtet sie (yukti). Wozu führt das? Es führt zur Verneinung (Nishedha) der fünf Hüllen (pancanam Koshas) und damit kommt man zum Endpunkt (avadhih) und zwar aller Hüllen (tat) und spürt, dass man der reine Zeuge (Sakshi) ist. Was ist der Zeuge oder das Bewusstsein? Bodha-rupah, die Form der reinen Erkenntnis. Avasisyate, das ist das, was übrig bleibt.

Alles was ich wahrnehmen kann bin ich nicht

Wie kommst du also zu deinem wahren Selbst? Indem du die fünf Koshas ausschließt. Das ist die Lehre der Upanischaden, die Shankara hier als Shruti bezeichnet. Die Lehren der Upanischaden sind:

In diesem Sinne ist das eine Dauerarbeit. Immer wieder sei dir bewusst, dass du nicht der Körper bist. Wann immer du körperliche Erfahrungen machst, sei dir bewusst, der Körper macht Erfahrungen und du machst durch den Körper Erfahrungen. So ähnlich wie du durch die Brille siehst oder durch ein Hörgerät hörst oder mit einem Smartphone oder einem I-Phone kommunizierst, bist du nicht das Smartphone, nicht das I-Phone, nicht das Auge, nicht das Gehör, nicht das Hörgerät. Du bist auch nicht der Körper. So ähnlich bist du auch nicht die Energiehülle. Prana ist mehr, Prana ist weniger. Beobachte immer wieder, wie du dich damit identifizierst. Manas, die Emotionen kommen, die Emotionen gehen. Sei dir bewusst, dass Emotionen vielleicht evolutionsbiologisch hilfreich sind. Sie sind Informationen mit Energie-Handlungsempfehlungen, Wünsche, Handlungsempfehlungen mit Energie.

Nimm die Position des Beobachters ein

Dann hast du einen Intellekt, ein Analyseinstrument. Aber du bist auch nicht der Intellekt und Anandamaya Kosha bist du auch nicht. Sage dir immer wieder Neti Neti und dann frage dich auch: Wer bin ich?

Es gibt so viele Formen von Sakshi Bhav:

  • Es gibt die Benennungsmeditation.
  • Es gibt Sakshi Bhav als Bodyscan,
  • als Atmungsbeobachtung
  • und noch einige andere.

Du beobachtest, machst dir bewusst, dass du beobachtest. Dann machst du dir bewusst, dass du nicht das Beobachtbare bist und dann sei dir bewusst, dass du der Beobachter bist. Auch in diesem Sinne kannst du nach den fünf Koshas gehen:

  • Du kannst sagen, dass das eine körperliche Erfahrung ist, Annamaya Kosha.
  • Du kannst sagen, dass das eine energetische Erfahrung ist, Pranamaya Kosha.
  • Du kannst sagen, dass da eine emotionale Erfahrung ist, Manomaya Kosha.
  • Hier ist mein Intellekt aktiv, Vijnanamaya Kosha.
  • Hier ist eine Widerspiegelung in der Freudehülle, Wonnehülle, Anandamaya Kosha. Liebe, Freude, all das ist in der Anandamaya Kosha.

Wichtig im Vedanta: Auflösen von Identifikationen

Wer bin ich, der all das beobachtet? Beobachte alles und löse dich davon. Oder nutze einen intellektuellen Analyseprozess und sage dir immer wieder, warum du etwas nicht sein kannst. Und achte da nicht nur auf die fünf Koshas, sondern auch auf das, was mit ihnen verbunden ist. Du sagst nicht nur, dass das dein Körper ist, sondern sprichst auch von deinem Haus, deinem Garten, deinem Smartphone, deinem Computer, deinem Auto, deinem Fahrrad, deiner Kleidung, deinem Erinnerungsstück, deinem Buch, deiner Bibel, mein Yogalehrerhandbuch, deinem Glauben und so weiter. Meine Familie, mein Mann, meine Kinder und so weiter. All das sind Illusionen. Löse die Illusionen auf. Das schrittweise Auflösen von Identifikationen ist ein wichtiger Schritt im Vedanta und Jnana Yoga. Übe das heute und morgen.

Weitere Videos mit Übersetzungen von Vorträgen von Swami Chidananda

Hier findest du weitere Videos mit Vorträgen von Sukadev mit freien Übersetzung von Vorträgen von Swami Chidananda:

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Vedanta Meditationen zielen darauf ab, die Identifikation mit seiner Person zu hinterfragen, die Aufmerksamkeit auf das Selbst auszurichten und klare geistige Instrumente zu entwickeln. Wir behande…
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