Granthi

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Granthi (Sanskrit: ग्रन्थि granthi m.) Knoten; Gelenk, Knoten an Pflanzen; krankhafte Anschwellung und Verhärtung; Glocke; "Knoten" in übertragener Bedeutung: Fessel, Kette, Zweifel; Energieblockade; Krümmung; Falschheit; Bezeichnung verschiedener Pflanzen und Wurzeln; Zipfel (des Schnurrbartes).

Granthi ist ein Sanskrit Wort und heißt Knoten. Im Yoga bezieht sich der Ausdruck Granthi auf Blockaden in den Nadis, den Energiekanälen. Bekannt sind insbesondere Brahma Granthi, Vishnu Granthi und Rudra Granthi. Erfahre im folgenden Vortragsvideo, wofür die drei Granthis stehen und wie du die Granthis öffnen kannst, um so Zugang zu finden zu mehr Energie und spiritueller Entwicklung und Entfaltung. Mehr zu Nadis, Chakras findest du auch unter Chakra.


Sukadev über Granthi

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Granthi

Granthi – Knoten. Grantha heißt Zusammenbinden und Granthi ist der Knoten. Wenn du ein Seil nimmst und es zusammenbindest, dann entsteht ein Granthi, ein Knoten. Granthi ist also allgemein ein Knoten, auch in einem Kleidungsstück, in einem Seil, einem Bindfaden, da gibt es überall Granthis, wenn du etwas knotest.

Granthi bezieht sich aber auch auf die feinstoffliche Wirbelsäule, die so genannte Sushumna. Granthi spielt gerade im Hatha Yoga eine besondere Rolle, es geht insbesondere darum, die Granthis zu durchbrechen. Granthis sind Blockaden in der feinstofflichen Wirbelsäule, Granthis sind eben die "Knoten" in der Wirbelsäule. Und da gibt es drei Haupt-Granthis.

Da gibt es Brahma Granthi, das ist der Knoten oberhalb vom Muladhara Chakra. Dann gibt es Vishnu Granthi, der sich zwischen Manipura Chakra und Vishuddha Chakra befinden kann, je nach Astralkörper mag dieser Granthi an einer anderen Stelle etwas stärker sein. Schließlich gibt es Rudra Granthi und Rudra Granthi ist die Verstopfung oder die Blockade oberhalb des Ajna Chakras. Brahma Granthi steht für die Schwierigkeit der Kundalini, überhaupt in die Sushumna hineinzugehen. Brahma Granthi ist am Eingang der Sushumna, was heißen soll, dass normalerweise das Prana, die Lebensenergie, in Ida und Pingala strömt, also in den linken und rechten Energiekanal, und du damit in der Dualität bist. Dann, wenn die Kundalini erwacht und Brahma Granthi durchstößt, dann bist du weniger in der Dualität und du kommst aus der Wahrnehmung und der Begrenztheit der physischen Welt heraus, es öffnet sich für dich ein ganzes Feinstoffuniversum.

Vishnu Granthi steht dafür, dass du von einer feinstofflichen Wahrnehmung zur Erfahrung einer Welt jenseits von Zeit und Raum kommst. Auch die Astralwelt, so schön sie ist, ist immer noch in Zeit und Raum, zwar in einer anderen Zeit und Raum als in der physischen Welt, aber eben immer noch in Zeit und Raum. Außerdem sind in der Feinstoffwelt, in der Astralwelt, weiter auch verschiedene Wünsche und Bedürfnisse und Fähigkeiten und es sind die fünf feinstofflichen Wahrnehmungsorgane aktiv. Du kannst, wenn Brahma Granthi geöffnet ist, die Feinstoffwelt sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen, mit allen fünf Sinnen oder einem davon. Das ist ein Zeichen, dass Brahma Granthi sich geöffnet hat. Wenn Vishnu Granthi sich öffnet, dann bist du fähig zu reiner Liebe, zur unbedingten Liebe, zur Liebe, die keine Erwartungen hat, zu einer Freude, die nichts Äußeres braucht. So steht Vishnu Granthi für das Transzendieren von Ego, Ich-Bezogenheit, von Zeit und Raum und von Bedingungen. Dennoch bist du dann in der Kausalebene und damit ist immer noch eine gewisse Dualität da.

Und so steht Rudra Granthi, oberhalb des Ajna Chakras, noch einmal für die Schwierigkeit, um aus einem Zustand von Wonne und Verbindung und Gottesbewusstsein zum reinen allumfassenden non-dualistischen Bewusstsein zu kommen, zu Nirvikalpa Samadhi. Also nochmals, Brahma Granthi - oberhalb vom Muladhara Chakra, Vishnu Granthi – zwischen Manipura und Vishuddha Chakra, und Rudra Granthi – oberhalb des Ajna Chakras. Granthi – Knoten, im Konkreten, die Hauptblockaden in der Sushumna, der feinstofflichen Wirbelsäule. Granthi – Knoten.

Granthis auf dem Yogaweg

Granthis sind auf die Verhaftung an unsere niederen Wesenseigenschaften zurück zu führen, die Selbstsucht, Leidenschaft, Wünsche aber auch starke Begehren, Zweifel oder allgemein jegliche negativen, tief verwurzelte Impulse erzeugen. Dadurch wird ein freier Fluss von spiritueller Energie unterbrochen. Durch hingebungsvolles spirituelles Praktizieren können die Granthis jedoch gelöst werden. Die Hauptgranthis befinden sich in der Region des Herzens, der Kehle und am Punkt zwischen den Augenbrauen. Sie verhindern den Aufstieg der Kundalinienergie durch die feinstoffliche Wirbelsäule (Sushumna). In den Upanishaden werden Granthis, beziehungsweise Knoten erstmals im Zusammenhang mit dem Erlangen von Unsterblichkeit erwähnt (siehe Katha-Upanishad 6.15). Diese würde stattfinden, wenn alle Knoten im Herzen, also alle oben genannten negativen Impulse, durchstoßen werden. Die Identifikation von Granthis und deren Auflösung ist im Yogaweg enthalten. Hierbei kann die Intuition eines erfahrenen Lehres hilfreich sein.

Siehe auch

Literatur

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