Basti

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1. Basti oder Vasti (Sanskrit: बस्ति basti und वस्ति vasti m. und f.) bedeutet wörtlich Blase, Harnblase; Unterbauch; Klistierblase, Klistier und Enddarmspülung. Basti ist eine der sechs Shatkriyas (Shatkarmas) des Hatha Yoga.

Reinigung des Körpers

Die sechs Shatkriyas sind:

Basti ist eine ayurvedische Einlaufbehandlung, bei der medizinisch wirksame Flüssigkeiten wie z. B. Sesamöl oder Kräuterauszüge wie Dashamula in das Rektum eingeführt werden. Dort verbleiben diese Einläufe einige Zeit und werden dann zusammen mit den gelösten Giftstoffen wieder ausgeschieden. Die Basti-Anwendung ist v. a. bei Vata-Störungen empfehlenswert, da sie hilft, den Vata-Überschuss im Darm zu beseitigen.

Der Name Basti entstammt der ursprünglichen Praxis dieser Einlaufbehandlung. Hierfür wurden sterilisierte Blasen (Sanskrit Bastis) von Tieren verwendet, um das Öl einzubringen.

2. Basti ist außerdem einer der 43 Marmas (weiche Punkte) des Körpers. Dieser Punkt befindet sich am Schambein. Er wird in die Behandlung einbezogen, um Kapha und Vyana Vayu zu kontrollieren.

Basti im Ayurveda

Basti ist eine der wichtigsten Therapien im Ayurveda. Es gibt drei Arten von Basti:

Basti ist als Basti Karma Teil der ayurvedischen Panchakarma-Kur. Die ayurvedische Basti-Anwendung dient der Reinigung des Unterleibes, besitzt jedoch noch mehr Wirkungen als die bloße Entleerung des Darms. Basti harmonisiert die Doshas, insbesondere des Vata-Types. Es hilft abgemagerten Menschen dabei, wieder an Gewicht zuzunehmen, unterstützt die Sehkraft, verhindert vorzeitige Alterung, gibt wieder Kraft, Vitalität und gesunde Lebensdauer.

Es gibt im Ayurveda mehr als Hundert verschiedene Typen von Basti für die entsprechenden Gegebenheiten und Symptome. Die zu verabreichenden Kräuter und die Dauer der Behandlung hängen von der Art der Erkrankung und der Konstitution des Patienten ab.

Basti im Hatha Yoga

Basti ist eine natürliche Methode zur Reinigung des Darms. Wie beim Klistier muss Wasser in den Darm gebracht werden.

Setze dich in die Badewanne und führe einen runden, etwa 10 Zentimeter langen Schlauch in den Enddarm ein. Dann ziehe das Wasser hoch, indem du Uddiyana Bandha und Nauli praktizierst.

Entferne den Schlauch und übe Nauli, um das Wasser im Darm zu bewegen, dann stoße es aus. Während Klistiere und Einläufe das Wasser in den Darm hineindrücken, schafft man mit Basti ein Vakuum, so dass das Wasser ganz natürlich eingesogen wird.

Wem die Vorstellung, Basti in der Badewanne zu üben, nicht zusagt, kann auch einen Einlauf mit einem Einlaufgerät, einem Irrigator, machen.

Sukadev über Basti

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Basti

Wie so häufig hat Sanskrit viele Bedeutungen. Basti ist zunächst mal das Abdomen, also der ganze Bauch und Bauchraum. Basti ist aber auch die Reinigung des Enddarms. Wie wird der Enddarm gereinigt? Das klassische Basti wird so beschrieben: Du gehst in einen Fluss oder einen See, der lauwarm ist, und gehst so tief hinein, bis dein Bauchnabel mit Wasser gefüllt ist. Dann steckst du ein Bambusrohr in den Anus und dann atmest du erst vollständig aus, machst Uddiyana Bandha und aus Uddiyana Bandha heraus schiebst du die mittlere Bauchmuskelwulst nach vorne. Du erzeugst also einen Unterdruck. Durch diesen Unterdruck wird dann Wasser hineingesaugt. Danach übst du Nauli und Agni Sara und stößt das alles wieder aus.

Dies ist also eine sehr hilfreiche Weise der Enddarmspülung. Heutzutage ist das wenig möglich, die Bevölkerungsdichte ist auch in Indien größer geworden, du kannst das mit Einlauf machen. Also, mit einem Klistiergerät oder mit einem Einlaufgerät kannst du Wasser in deinen Enddarm hineinbringen und etwas drin behalten. Vielleicht, nachdem das Wasser eingelaufen ist, dich auf die linke Seite legen, vielleicht etwas Agni Sara üben, also mit leeren Lungen Bauch vor und zurück, und anschließend kannst du das Wasser wieder in die Toilette ablassen, zusammen mit dem Darminhalt. Basti ist deshalb auch der Name für diese Reinigungsart, weil sie gut ist für das gesamte Verdauungssystem. Wenn der Enddarm gereinigt ist, dann kann auch der restliche Darm sich leichter reinigen.

Basti ist insbesondere gut zur Einleitung von Fasten. Wenn du ein oder zwei Mal im Jahr fünf bis sieben Tage fastest, ist es gut, am Vorabend des ersten Fastentages Basti zu üben, und es ist gut, vielleicht alle zwei oder drei Tage Basti zu üben. Dann geht Fasten leichter. Du fühlst dich leichter und wirst nicht so schnell müde, auch Kopfweh kannst du so vermeiden. Basti kannst du des Weiteren tun, wann immer eine Erkältung im Anmarsch ist, wann immer du dich nicht so gut fühlst. Wann immer du dich nicht so gut fühlst, ist es gut, dich zu reinigen. Du reinigst dich durch Dhauti, also durch Salzwasser schlucken und wieder ausspeien und durch Basti, Enddarmspülung.

Basti ist auch ein wichtiger Teil von Panchakarma, also der Behandlungskur, der Reinigungskur im Ayurveda. Basti solltest du aber auch nicht zu häufig machen. Normalerweise reicht einmal im Monat aus, es sei denn, du machst es für einen bestimmten Zweck. Also, zum Beispiel bei einer Fastenkur kannst du es alle zwei oder drei Tage üben. Oder angenommen, du willst deine Ernährung umstellen, dann kann es hilfreich sein, drei bis sechs Monate einmal die Woche Basti zu machen. Auf diese Weise wird die Ernährungsumstellung leichter sein, du kannst leichter gesunde Nahrung zu dir nehmen. Also, Basti, im eigentlichen Sinn heißt Bauch, Bauchraum, Abdomen, im Hatha Yoga Sinn ist die Enddarmreinigung, die Enddarmspülung.

Wirkungen von Basti

Basti ist sehr wirksam bei Vata-Erkrankungen wie Verstopfung, Blähungen, Schlaflosigkeit, Rücken- und Nackenschmerzen, Arthritis, Ischias, Rheuma, Gicht, Muskelkrämpfen, Kopfschmerzen, Angst sowie verschiedenen anderen nervösen und Stress bedingten Störungen. Auch bei chronischem Fieber, Vata-Überschuss-bedingter Kälte des Körpers, sexuellen Störungen und Nierensteinen wird Basti angewendet. Des Weiteren können Schwächezustände wie Kraftlosigkeit des Körpers, Altersschwäche, beeinträchtigte Immunität und bettlägerige Umstände wie z. B. Lähmung mit Basti behandelt werden.

Die beste Zeit für Basti

Am besten wird die Darmspülung morgens oder abends durchgeführt. Der Magen sollte dabei leer sein. Deshalb sollte nach einer Mahlzeit mindestens drei Stunden gewartet werden, bevor man Basti durchführt.

Basti, die Enddarmspülung in der Hatha Yoga Pradipika

Kommentar zu den Versen 26 und 27 des zweiten Kapitels der Hatha Yoga Pradipika

Swatmarama schreibt:

atha vastiḥ
nābhi-daghna-jale pāyau nyasta-nālotkaṭāsanaḥ
ādhārākuñcanaṁ kuryāt kṣālanaṁ vasti-karma tat

Nun die Darmreinigung - Basti. Setze dich in ein Gefäß mit Wasser, das deinen Nabel bedeckt, wobei du das Körpergewicht auf den vorderen Teil der Füße verlagerst, die Versen ruhen an den Gesäßbacken. Setze ein kleines Bambusrohr in den After ein. Dann ziehe den Anus-Schließmuskel zusammen, um das Wasser hineinzuziehen, und schüttle das Wasser innerhalb des Bauches gut, verteile es. Das ist Basti.

Es heilt Milzbeschwerden, Wassersucht, und andere Beschwerden, die von einem Übermaß von Vata, Pitta oder Kapha kommen. Es bringt die Reinigung des Körpers, Wahrnehmungskraft, und innere Organe, so wie Schönheit und entfacht das Verdauungsfeuer. Übermaß an allen Doshas wird durch die Praxis der Enddarmreinigung Basti mit Wasser zerstört.

Also hier lobt er dieses Basti mit großen Tönen. 26.-28. Vers, er verwendet gleich drei Verse zur Beschreibung und zur Wirkung.

Ausführung von Basti

Er beschreibt hier: Man nimmt ein Gefäß mit Wasser, typischerweise lauwarmes Wasser, ein größerer Bottich könnte das durchaus bewirken. Und dann gehst du dort hinein, setzt dich auf die Versen. Jetzt würde man ein kleines Röhrchen nehmen, ein Bambusrohr, vielleicht 10 cm lang, das man eingeölt hat, das gibt man in den Anus. Und dann saugt man anschließend das Wasser ein. Und dann bewegt man sich etwas auf den Versen, so wird das Wasser verteilt. Zum Schluss drückt man es wieder hinaus.

Es ist schwer, das mit Worten zu beschreiben, aber ich habe es mal ausprobiert, es funktioniert. Allerdings ist das Ganze nicht ganz so schön. Nachher hast du dann deinen Trog mit Wasser und mit Fäkalien. Das kannst du dann natürlich anschließend hochheben und über das Bad entsorgen. Eventuell, wenn du nicht ganz so stark bist, brauchst du jemand anderes, der dir dabei hilft.

Der Vorteil von dieser Art von Basti ist: Es entsteht kein Überdruck. Du saugst es ein, indem du innerlich Unterdruck erzeugst. Eventuell geht es sogar, dass du es erst einsaugst, und dann trittst du aus deinem Trog heraus und drückst es anschließend auf der Toilette raus.

Das wäre eine Form von Basti, die sehr natürlich ist, und die man ruhig auch öfters machen kann. Natürlich gibt es im Westen eine andere Form von Basti: Das ist mit einem Einlaufgerät. Und dort hast du typischerweise so eine Plastiktasche, oder so einen Plastikbehälter, hängst den auf, füllst den mit Wasser, du legst dich auf die linke Seite, und führst das Rohr dann in deinen Anus hinein, beugst die Knie etwas. Und dann lässt du langsam das Wasser hineinlaufen, gibst eventuell die Knie etwas vor und zurück, dass es gut einläuft. Und dann, wenn du merkst, das entweder der Inhalt dieser Tasche oder dieses Gefäßes drin ist, oder du merkst es wird unangenehm, dann hörst du damit auf. Eventuell, wenn es noch geht, komme wieder zu dieser hockenden Stellung, bewege dich etwas nach rechts und links, und dann gehst du aufs Klo. Manche müssen, sowie das Rohr herausgezogen ist, schnell aufs Klo gehen, damit kein Unglück geschieht. Und dann ist anschließend alles draußen.

Wenn du Basti mit einem Einlaufgerät machst solltest du es nicht zu häufig machen, einmal die Woche wird okay sein ein paar Monate lang. Und dann wirst du es anschließend reduzieren. Entweder auf einmal im Monat oder dann, wenn irgendeine Erkrankung kommt.

Also so wäre Basti. Es gibt ein anderes Video, wo ich etwas mehr darüber spreche, und auf den Yoga Vidya Internetseiten gibt es auch mehr Information über Basti, wie es genau geht. Dies ist ja jetzt mehr ein Kommentarvideo zu Swatmaramas Hatha Yoga Pradipika, kein genaues Übungsvideo.

Wirkungen von Basti

Er sagt: Wozu ist dieser Einlauf Basti gut?

gulma-plīhodaraṁ cāpi vāta-pitta-kaphodbhavāḥ
vasti-karma-prabhāveṇa kṣīyante sakalāmayāḥ
dhātv-indriyāntaḥ-karaṇa-prasād
aṁ dadhāc ca kāntiṁ dahana-pradīptim
aśeṣa-doṣopacayaṁ nihanyād
abhyasyamānaṁ jala-vasti-karma

Er sagt zunächst einmal es heilt Milzbeschwerden, Drüsenbeschwerden, und es heilt auch die verschiedenen Baucherkrankungen. Da steht also „gulma“, also alles was Drüsenbeschwerden im Unterleib sind, auch Unterleibsgeschwulste, „pila“, was Milzerkrankungen sind, und eben alles, was Baucherkrankungen sind. „Udhara“, man sagt auch Wasserbauch, anschwellen des Bauches, man könnte auch sagen, was Luftansammlungen im Bauch sind. Und dann sagt er „cāpi“, und auch alle Krankheiten, „odbhavāḥ“, deren Ursprung in einem Übermaß von Vata, Pitta oder Kapha liegt.

Und so zählt der Einlauf zu den wichtigsten Mitteln, um die Doshas wieder in dein natürliches Gleichgewicht, prakriti, zu bringen.

Und so sagt Swatmarama auch noch: Dieses bringt, wenn es ordentlich praktiziert wird, Reinigung für die Körpergewebe. Also basti-karma, diese Reinigungshandlung, die ja gemacht wird, mit der Verwendung von „jala“, von Wasser, wenn man sie „abhyasyamānaṁ“, regelmäßig praktiziert, dann führt sie zu „prasada“, hier heißt das Klarheit und Reinheit, und zwar von „dhātu“, der Körpergewebe. Also dein Körper wird gereinigt. Auch die „indriyas“, die Sinnesorgane werden gereinigt, du kannst klarer Wahrnehmen. Und auch „antahkarana“ wird gereinigt, also auch dein inneres Organ, der Geist.

Manchmal kann ein Einlauf sehr hilfreich sein, wenn du müde bist, wenn du depressiv bist, wenn du ängstlich bist. Also: Körper und Psyche hängen zusammen, manchmal sind psychische Probleme eine Folge von körperlichen Unreinheiten.

Außerdem führt das dazu, dass das Verdauungsfeuer auflodert, also „dahana“, das Verdauungsfeuer, „pradīptim“, lodert auf. Also: Besseres Agni kommt. Und der Körper wird anmutiger, strahlender, leuchtender. Und schließlich hilft es auch, dass alles Übermaß aller Doshas überwunden wird.

Du siehst also: Basti, eine der Übungen, die Swatmarama über alle Maßen lobt. Und vielleicht willst du es ja mal ausprobieren: Informationen über Basti findest du auf unseren Internetseiten. Dort kannst du ins Suchfeld „Basti“ eingeben, da bekommst du noch mehr Anregungen und Informationen wie es praktisch ausgeführt wird.

Video - Basti in der Hatha Yoga Pradipika

In der Hatha Yoga Pradipika wird Basti im Rahmen der sechs Reinigungshandlungen (Shatkriya) gelehrt (Hatha Yoga Pradipika, 2. Kapitel, Vers 26 - 28).

Basti बस्ति basti Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Basti, बस्ति, basti ausgesprochen wird:

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

Multimedia

Sukadev über Basti