Shakti Chalini

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Shakti Chalini (Sanskrit: शक्तिचालनी śakticālanī n.) ist eine Mudra zum Aktivieren (Chalani) der inneren Energie (Shakti). Sitz mit gekreuzten Beinen, vorzugsweise Padmasana (Lotus-Sitz). Vollständig einatmen. Kumbhaka (Luft anhalten). Mahabandha (3 Bandhas: Mula Bandha: zusammenziehen der Anusschließ-, Geschlechts- und Beckenbodenmuskeln; Uddiyana Bandha: Sanftes Zusammenziehen des Unterbauches; Jalandhara Bandha: Kinnverschluss mit Kehl- und Zungenverschluss).

Die Kundalini wird als Schlange dargestellt.

Mehrmals Gesäß heben und Senken (10-20 Mal), anschließend in Maha Bandha verharren. Ausatmen. 1-3 Runden. Die Mudras 3-9 werden zusammenhängend auch als Mudra-Leiter bezeichnet: Du gehst mit diesen 7 Mudras die 7 Chakras von unten nach oben und aktivierst und öffnest sie dabei.

Weitere Erklärung für die Ausführung

Setze dich in einen kreuzbeinigen Sitz, wenn du kannst zum Lotus, Padmasana. Atme tief und vollständig ein, und halte die Luft an, gib das Kinn zur Brust, Kehlverschluss, zieh die Anusschließmuskeln zusammen, Mulabandha. Gib die Hände auf den Boden, und hebe jetzt das Gesäß kurz an, und lasse es wieder fallen. Das Gesäß wieder hochheben und fallenlassen. Hochheben und fallenlassen, hochheben und fallenlassen, hochheben, fallenlassen. Hebe dann wieder den Kopf und atme vollständig aus. Atme wieder tief und vollständig ein, noch einmal vollständig aus. Atme wieder tief und vollständig ein, und halte die Luft an, mach den Wurzelverschluss, ziehe die Anusschließmuskeln zusammen und Kinnverschluss. Gib das Kinn auf die Brust, gib die Hände wieder auf den Boden, und hebe das Gesäß hoch, und lasse es mehrfach hintereinander auf den Boden fallen. Dieses sanfte Heben und Senken aktiviert das Muladhara Chakra. Bleibe dann noch eine Weile ruhig sitzen, solange wie du die Luft bequem anhalten kannst. Wenn du die Luft nicht mehr anhalten kannst, hebe den Kopf und atme vollständig aus. Anschließend atme normal weiter. Stelle dir vor, dass du beim Einatmen Energie ins Muladhara Chakra hineinbringst und beim Ausatmen lässt du die Energie des Muladhara Chakras nach außen ausstrahlen. Einatmen ins Zentrum von Muladhara Chakra, ans unterste Ende der Wirbelsäule, ausatmen lass die Energie ausstrahlen und weit werden.

Erweckung der Kundalini mittels Shakti Chalini

Erweckung der Kundalini

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Hatha Yoga Pradipika Kapitel 3, Verse 114 – 120

Shakti Chalini gehört zu den intensiv beschriebenen Übungen in der Hatha Yoga Pradipika. Letztlich hat er vorher schon ab Vers 104 darüber geschrieben. Verse 104 bis 120 sind alles Verse über Shakti Chalini. Jetzt sagt er, wie man Shakti Chalini üben soll.

Wie man Shakti Chalini üben soll

Vers 114:

„In Vajrasana sitzend soll der Yogi beide Füße fest halten, am Platz nah am Knöchel und den Kanda dort drücken.“

Vers 115:

„Der Yogi, in Vajrasana sitzend, soll, nachdem er die Kundalini bewegt hat, fortwährend Bhastrika üben. Er soll die Kundalini schnell erwecken.“

Vers 116:

„Der Yogi soll die Sonne zusammenziehen, und die Kundalini bewegen. Wo ist dann die Furcht vor dem Tod selbst wenn er vor den Mund des Todes kommt?“

Vers 117:

„Durch dieses furchtlose Schütteln über zweimal 48 (ca. 96) Minuten lang, geht die Kundalini in der Sushumna ein wenig nach oben.“

Shakti Chalini in Vajrasana

Hier beschreibt er die Technik. Heute kennen wir Vajrasana als Fersensitz. Du könntest theoretisch in den Fersensitz gehen, die Hände auf die Fußgelenke geben. Dabei ist es am besten, du hast die Füße so weit auseinander, dass das Becken auf den Boden ist. Dabei übst du so fest du kannst Bhastrika. Danach übst du Nauli oder Agni Sara. Dann atmest du durch das rechte Nasenloch ein, hältst die Luft an. Dann gibst du das Becken immer wieder hoch und runter, immer wieder auf den Boden. Danach atmest du links aus.

Als Vajrasana wird nicht immer nur der Fersensitz bezeichnet. Vajrasana gibt es auch, wo du die Füße kreuzt und die Fersen direkt unter dem Kanda hast. Die Fersen kreuzen sich, dann sind die Fersen ganz nah beieinander und du bringst sie an den Kandapunkt. Du lässt den Beckenboden immer wieder darauf hinunter.

Shakti Chalini im Lotus

Oder du kannst einfach den Lotussitz nehmen. Das ist das, was Swami Vishnu Devananda empfohlen hat, wenn du den Lotussitz kannst. Es geht auch in jeder anderen sitzenden Stellung, sogar auf dem Stuhl: Hände auf den Boden und Becken heben und senken.

Bhastrikaatem und Uddiyana Bandha

Uddiyana Bandha

Dann sagt er noch „Sonne zusammenziehen“. „Sonne zusammenziehen“ kann man zum einen als Bhastrikaatem interpretieren, wo du mit dem Bauch atmest, natürlich auch mit der Brust. Man kann es auch interpretieren, dass du bevor du einatmest ausgeatmet hast und dabei Uddiyana Bandha übst (Bauch einziehen). Dann rechts einatmen und Kundalini aktivieren, indem du das Becken hebst und senkst. Oder du kannst Uddiyana Bandha auch mit leeren Lungen üben, dann Shakti Chalini üben, indem du das Becken hebst und senkst. Und dann rechts einatmen und Luft anhalten und dann nochmals Becken heben und senken.

Voraussetzung: Ein gereinigtes Energiesystem

Es gibt also so mehrere Variationen. Er empfiehlt das eineinhalb Stunden lang zu machen. Eine Runde nach der anderen. Dazu brauchst du gesunde Lungen und du musst ein gereinigtes Energiesystem haben. Es ist auch das Ende des 3. Kapitels.

  • Du solltest schon eine reine Ernährung haben,
  • täglich Asanas üben,
  • schon eine Phase gemacht haben, wo du wirklich viel Wechselatmung geübt hast,
  • wo du dann die Ashta-Kumbhakas, insbesondere Ujjayi, Surya Bheda und Bhastrika, geübt hast.
  • Und dann hatte er schon vorher über Uddiyana Bandha gesprochen, das du auch vorher geübt haben solltest.

Dann kommt Shakti Chalini.

Geistige und spirituelle Gesundheit

Vers 118:

„Dadurch verlässt die Kundalini sicher ihren Platz von diesem Mund der Sushumna. Daher kann dieses Prana alleine sich in der Sushumna bewegen."

Vers 119:

„Deshalb soll er fortwährend die gemütlich schlummernde Arundhati bewegen. Dadurch ist der Yogi durch das Bewegen wahrlich von Krankheiten befreit.“

So kann man die Arundhati, die Kundalini Energie aktivieren. Wenn Kundalini aktiviert ist, sind wir von allem befreit. Ob man dann immer physisch gesund ist, ist eine andere Frage. In jedem Fall werden wir geistig und spirituell gesund sein.

Der Yogi überwindet die Zeit

Vers 120:

„Durch dieses Schütteln der Kraft (Shakti Chalini, sañcālitā śaktiḥ) wird der Yogi zum Empfänger von übernatürlichen Kräften (Siddhi). Warum mehr darüber sprechen? Spielend überwindet er die alles zerstörende Zeit (Kala).“

Er will uns ermutigen: Mach das! Bevor du jetzt intensiv Shakti Chalini Mudra übst, übe alles andere.

Bei den Yoga Vidya Ashram lernst du im Rahmen des Kundalini Yogas, der 2-jährigen Yogalehrer Ausbildung oder den Hatha Yoga Pradipika Weiterbildungen wie du Shakti Chalini Mudra in deine normale Praxis integrieren kannst. Weitere Infos auf den Yoga Vidya Internetseiten

Video - Erweckung der Kundalini mit Shakti Chalini

Sukadev über Shakti Chalini

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Shakti Chalini

Shakti Chalini heißt "die durchgerüttelte Shakti" oder "die durchrüttelnde Shakti". Shakti Chalini ist daher dasgleiche wie Shakti Chalana. Shakti Chalini oder Shakti Chalana ist das Durchrütteln der Shakti, Name einer besonderen Mudra, einer der zehn Mudras der Hatha Yoga Pradipika, die insbesondere die innere Energie erweckt. Im weiteren Sinne ist Shakti Chalini letztlich jede spirituelle Praxis, die die Energie aktiviert. Jede Asana, jedes Pranayama, jedes Mantra, das du wiederholst und alle energieaktivierenden Meditationstechniken, alle machen Shakti Chalini.

Auf eine gewisse Weise sind alle Techniken, die wir bei Yoga Vidya üben, auch solche, die Shakti aktivieren. Du hast mehr Energie. Wenn du bei Yoga Vidya eine Yogastunde mitmachst, eine Meditation übst, ein Mantrasingen mitmachst, wirst du immer merken, dass deine Shakti, deine Energie, ansteigt. Zunächst ist das Prana, die Lebensenergie, aber auch diese tiefe innere Energie, die Shakti wird aktiviert. Im engeren Sinn ist Shakti Chalini eine Mudra, eine kombinierte Energieerweckungs- und Lenkungsübung, eine Übung, die insbesondere die Energie der Kundalini aktiviert. Keine Angst, das heißt nicht sofort, dass die Kundalini außer Kontrolle gerät, aber Shakti Chalini Mudra hilft dir, schnell neue Shakti, neue Energie, zu haben, mehr Kraft zu haben, für was auch immer du sie im Alltag brauchst.

Um Shakti Chalini Mudra zu lernen, gilt es, ein fortgeschrittenes Kundalini Yoga Seminar, eine Kundalini Intensivpraxis mitzumachen. Dazu brauchst du Vorbereitung. Mache zunächst ein Yoga und Meditation Einführungsseminar, dann Kundalini Yoga Vorbereitungsseminar, dann Kundalini Yoga Mittelstufenseminar. Wenn du diese absolviert hast und regelmäßig praktiziert hast, dann bist du bereit für Kundalini Yoga Intensivpraxis. Und dort lernst du auch Shakti Chalini Mudra, und so lernst du, deine Energie erheblich zu erhöhen. Auch wenn du bei Yoga Vidya die zweijährige Yogalehrerausbildung mitmachst, lernst du auch im zweiten Jahr Shakti Chalini Mudra.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

Kundalini Yoga

03.07.2020 - 05.07.2020 - Kundalini Yoga Einführung online
Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (Yoga Atemübungen), einfache Variationen von…
Nilakantha Christian Enz,
10.07.2020 - 12.07.2020 - Chakra Meditation online
Die Praxis der Chakra Meditation basiert auf den Lehren von Swami Satyananda Saraswati, einem Schüler von Swami Sivananda. Die Symbolik der Chakren für die Chakra Meditation ist die Lotusblüte u…
Swami Saradananda,

Energiearbeit

03.07.2020 - 05.07.2020 - Kundalini Yoga Einführung online
Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (Yoga Atemübungen), einfache Variationen von…
Nilakantha Christian Enz,
09.07.2020 - 12.07.2020 - Hellseher/in Ausbildung online
Die über unsere äußeren Sinne hinausgehende feinere Wahrnehmung zu schulen scheint wichtig in einer Zeit, wo das lange als „esoterisch“ abgetane Wissen wieder in den Alltag einfließen kann…
Myriel,