Dhyana

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Dhyana (Sanskrit: ध्यान dhyāna n.) Meditation, Kontemplation über die Attribute einer Gottheit u.ä., Aufmerksamkeit; Nachsinnen; innere Schau; Versenkung; Nachdenken, Betrachtung, Andacht. Dhyana im Sinne von Meditation ist eines der acht Angas (acht Glieder) im Raja Yoga System. Dhyana ist ein sächliches Sanskrit Substantiv und kann ins Deutsche übersetzt werden mit das Sinnen, Nachdenken, Betrachtung, Andacht.

Eine Frau sitzt meditierend und macht das Chinmudra.

Dhyana im Yoga Sutra von Patanjali

Dhyana bei Patanjali: Der Geist wird so konzentriert, das er absorbiert ist

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Kommentar zum Yoga Sutra von Patanjali Kapitel 3, Vers 2

Patanjali schreibt:

tatra pratyaya-ikatānatā dhyānam

Bilden die Bewusstseinsinhalte einen ununterbrochenen Strom, so ist das DhyanaMeditation.

Drei verschiedene Intensitäten der Konzentration

  • Wann bist du in Dharana?
  • Wann bist du in Dhyana?
  • Wann bist du in Samadhi?

Wenn du dir vornimmst, deinen Geist auf einen bestimmten Ort zu halten, Desha Bandha, dann ist das Konzentration. Wenn du dabei so absorbiert bist, dass du keine anderen Gedanken hast, so ist das Meditation. Und wenn du das vertiefst, dann ist es Samadhi.

Also wenn du dich auf etwas konzentrierst, Dharana, und dann dein Geist in einen anderen Bewusstseinszustand hineintritt, so dass du an nichts anderes denkst, und so ein ununterbrochener Strom von Bewusstseinsinhalten ist, dann ist das Dhyana.

Dhyana gleich Meditation ?

Dhyana wird ja meist mit „Meditation“ übersetzt. „Dhya“ aus Dhyana ist auch im Zen zum Beispiel „Zen“ geworden, Zen ist ja letztlich eine Umwandlung des Begriff Dhyana. Und tatsächlich wird in der Yoga Literatur oft als Dhyana einfach Meditation bezeichnet. Also der ganze Prozess der sitzenden Meditation wird auch gerne als Dhyana bezeichnet.

Bei Patanjali bedeutet Dhyana etwas ganz spezielles. Wir würden sagen eine Stufe der Meditation. Nämlich die Stufe wo dein Geist so konzentriert wird, dass er absorbiert ist.

Aber das der Geist absorbiert ist, ist nicht nur einfach eine Steigerung der Konzentration, es ist im Empfinden auch etwas ganz anderes. Angenommen, zum Beispiel, du wiederholst ein Mantra. Du setzt dich erst hin für die Meditation, du atmest ein paar Mal, du sprichst ein Gebet, dein Geist ist erhoben. Jetzt machst du dir bewusst: Ich will jetzt eintreten in das Bewusstsein des Mantras. Und dann wiederholst du das Mantra. Das ist Dharana.

Wenn sich das Mantra von selbst wiederholt, und du dich nicht bemühen musst, dann ist das Dhyana. Und dieser Dhyana Zustand ist so etwas wie ein Flow-Erlebnis. Vielleicht kennst du den Ausdruck Flow-Erlebnis aus der Psychologie. Und ich vermute sogar, dass dieser Psychologe Mihály Csíkszentmihályi das Yoga Sutra kannte, wie die meisten Psychologen, die sich tiefer mit Psychologie beschäftigt haben, dass er eventuell dieses Tana, was ja fließen heißt, aus dem Yoga Sutra genommen hat, um das dann als Flow-Erlebnis zu bezeichnen. Es ist ein Zustand des Fließens und der Freude, es ist ein Zustand der Intensität, es ist ein anderer Bewusstseinszustand. Es ist etwas ganz anderes ob du in Dharana bist oder in Dhyana. Dhyana: Voller Absorption, viel Freude, Intensität.

Soweit zu Dhyana. Beim nächsten Mal geht es über Samadhi.

Und kleine Aufgabe für das nächste Mal ist: Schaue, ob es dir öfters gelingt in Dhyana zu fallen. Die Intensität der Konzentration so zu stärken, dass dein Geist in einer anderen Bewusstseinsebene, die Absorption, hineingelangt. Probiere es. Es ist manchmal, im Moment der Konzentration die Frage sich einen letzten Impuls zu geben. Es ist wie ein Willens-Impuls, mit dem du in diesen Desha, diesen Ort der Konzentration noch tiefer hineingehst. Und dann wird es anstrengungslos, dann bist du absorbiert, dann bist du in der Meditation. Probiere es aus.

Video - Dhyana im Yoga Sutras von Patanjali

तत्र प्रत्ययैकतानता ध्यानम् || 3.2 ||

tatra pratyayaika-tānatā dhyānam || 3.2 ||

Diesbezüglich (d.h. im Zustand der Dharana) ist die (zeitliche) Ausdehnung einer einzigen Vorstellung (Pratyaya) Meditation (Dhyana).

Dhyana (Meditation)

Während der Meditation wohnt der Geist allein in Gott

- Auszug aus dem Buch "Der dreifache Yoga" von Swami Sivananda -

Was ist Dhyana?

Meditation ist ein ununterbrochenes Fließen von Erkenntnis des Gegenstandes, über den man meditiert. Meditation folgt auf Konzentration. Konzentration geht der Meditation voraus. Meditation ist die siebente Stufe der Yogaleiter. Konzentration, Meditation und Samadhi sind inneres Sadhana. Wenn man zu gleicher Zeit Konzentration, Meditation und Samadhi übt, nennt man das Samyama. Meditation befreit den Geist von allen Gedanken an sinnlich wahrnehmbare Gegenstände. Während der Meditation wohnt der Geist allein in Gott.

Die Wirkung der Meditation

Wer täglich eine halbe Stunde meditiert, wird den Lebenskampf in Frieden und geistiger Kraft bestehen können. Meditation tötet alle Schmerzen, Leiden und Sorgen. Meditation ist das machtvollste Stärkungsmittel für Geist und Nerven. Während der Meditation flutet göttliche Energie ungehindert dem Sadhaka zu und übt wohltätigen, beruhigenden Einfluss auf Geist, Nerven, Sinnesorgane und den ganzen Körper aus. Meditation ist die mystische Leiter, welche den Yogaschüler von der Erde in den Himmel trägt. Meditation ist der Schlüssel, mit dem man viele Geheimnisse des Lebens öffnen kann. Meditation erschließt die Türe zu intuitiver Erkenntnis und zu den Bereichen ewiger Seligkeit. Während der Meditation wird der Geist ruhig, heiter und stetig. Nur eine Idee beschäftigt den Geist. Tiefe Meditation kann man nicht in einem Tag oder einer Woche oder auch in einem Monat erreichen. Man wird lange Zeit hart darum ringen müssen. Hab' Geduld! Gib nicht nach! Sei wach und fleißig. Pflege brennende Leidenschaftslosigkeit, heißes Verlangen oder inbrünstige Sehnsucht nach Selbstverwirklichung. Allmählich wirst du dann zu tiefer Meditation und Samadhi gelangen. Alle Zweifel werden schrittweise durch Meditation geklärt. Eine geheimnisvolle innere Stimme wird dich leiten. Du wirst selbst den rechten Weg finden, wohin du den nächsten Schritt tun musst auf der mystischen Yogaleiter.

Wie meditiert man?

Meditiere regelmäßig am frühen Morgen zwischen vier und sechs Uhr. Da ist der Geist noch ruhig und erfrischt, auch die Luft ist ruhig. Du wirst gut meditieren können. Schaffe dir einen abgeschlossenen Raum zum Meditieren oder richte dir durch Vorhänge einen Winkel der Stube zum Meditieren her. Wenn dich das Meditieren sehr anstrengt, verkürze die Dauer deiner Sitzung einige Tage lang und wähle leichte Meditationsaufgaben. Übertreibe nicht! Lass während des ganzen Sadhana deinen gesunden Menschenverstand entscheiden. Halte dich an die goldene Mitte.

Saguna-Meditation

Im Anfang braucht der Geist einen greifbaren Gegenstand zum Meditieren. Meditiere deshalb zum Beginn über eine faßliche Gestalt, etwa über das Bild deines Ishta Devata, des Herrn Jesus oder Buddhas. Das ist Saguna Meditation oder Meditation über die Gestalt des Herrn und seiner Attribute. Denke an seine Eigenschaften, zum Beispiel Allmacht, Vollkommenheit, Reinheit, Freiheit, wenn du über seine Gestalt meditierst. Lass deinen Geist seine Gestalt vorn Kopf bis zum Fuß und vom Fuß bis zum Kopf umkreisen.

Meditation über Jesus

Stelle ein Jesusbild vor dich hin. Nimm deine bevorzugte Meditationsstellung ein. Konzentriere dich fromm auf das Bild mit offenen Augen bis sie ermüden. Lass deinen Geist um sein langes Haar, seinen schönen Bart, die runden Augen, das Kreuz auf seiner Brust und um andere Glieder seines Körpers kreisen, um die Aura um sein Haupt und so weiter. Denke an seine göttlichen Eigenschaften der Liebe, Großmut, Güte und Nachsicht. Denke an die verschiedenen Abschnitte seines wechselvollen Lebens und an die „Wunder", die er tat, an die verschiedenen außerordentlichen Kräfte, die er besaß. Dann schließe die Augen und versuche, dir das Bild vorzustellen. Wiederhole das ganze immer wieder.

Meditation über den Herrn Hari

Stelle ein Bild des Herrn Hari vor dich hin. Setze dich zum Meditieren davor, konzentriere dich fromm auf das Bild, lass deinen Geist um seine Füße und Beine, um das gelbe Seidengewand, die goldene, mit Diamanten besetzte Krone, den Koustabha-Edelstein und so weiter an seiner Brust kreisen, dann um sein Gesicht, die Ohrringe, die Krone auf seinem Haupte, die Scheibe auf der rechten oberen Hand, die Muschel auf der linken oberen Hand, das Szepter in der rechten unteren Hand, dann schließe die Augen und versuche, dir das Bild vorzustellen. Wiederhole das Ganze immer wieder. Buddhaverehrer können auf ähnliche Weise über seine Gestalt meditieren und zwar über seine besonderen Eigenheiten.

Meditation über OM

Stelle eine Nachbildung von Om vor dich hin, konzentriere dich fromm mit offenen Augen darauf. Verbinde die Vorstellung von Ewigkeit und Unendlichkeit, Unsterblichkeit und so weiter damit, wenn du OM denkst. Das Summen der Biene, die süßen Töne der Nachtigall, die sieben Töne der Tonleiter, alle Töne sind nur Emanationen von OM.

OM ist der Wesensgehalt der Veden. Stelle dir vor, dass Om der Bogen, dein Geist der Pfeil und Brahman oder Gott das Ziel ist. Ziele mit größter Sorgfalt nach der Scheibe, dann wirst du, wie der Pfeil eins wird mit der Scheibe, eins werden mit Gott. Du kannst auch während des Meditierens OM rezitieren. Kurz betontes OM verbrennt alle Sünden, lang betontes OM verleiht Moksha und besonders lang hinausgezogenes OM schenkt alle psychischen Kräfte (Siddhis). Wer überdies über diese eine Silbe OM meditiert und singt, meditiert und singt von allen heiligen Schriften der Welt.

Abstrakte Meditation

Meditiere über das Strahlen der Sonne oder über den Mondschein oder das Licht der Sterne. Meditiere über die Großartigkeit des Ozeans und seine Unendlichkeit. Dann vergleiche den Ozean mit den verschiedenen Namen und Gestalten der Welt. Identifiziere dich mit dem unendlichen Ozean. Werde ganz still und weit! Werde weit! Werde weit! Meditiere über den Himalaya. Stelle dir vor, dass der Ganges in den eisigen Gebieten von Gangoti entspringt, durch Rishikesh, Haridwar, Banaras fließt und dann nahe bei Gangasagar in die Bucht von Bengalen mündet. Himalaya, Ganges und das Meer: nur diese drei Vorstellungen sollen deinen Geist erfüllen. Zuerst lenke deinen Geist zu den eisigen Gebieten des Himalaya, dann führe ihn den Ganges entlang und zuletzt zum Meer. Lass deine Gedanken immer wieder diesen Weg gehen. Schaue unverwandt in die gestaltlose Luft. Konzentriere dich auf die Luft. Meditiere über das alles durchdringende Wesen der Luft. Das wird dich zur Verwirklichung des namenlosen und gestaltlosen Brahman, der einen lebendigen Wahrheit führen. Beobachte den' Fluss des Atems, du wirst den Laut Soham vernehmen, So während des Einatmens und ham während des Ausatmens. Soham bedeutet ich bin ER. Der Atem erinnert dich, dass du eins bist mit der höchsten Seele. Unbewusst wiederholst du 21 600 mal täglich Soham, jede Minute fünfzehn mal. Verbinde die Vorstellung Dasein, Erkenntnis, Seligkeit, vollkommene Reinheit, Frieden, Vollendung, Liebe und so weiter mit Soham. Verneine deinen Körper, während du das Mantra wiederholst und identifiziere dich mit Atma oder der höchsten Seele. Meditiere über Nirguna Brahman oder das Absolute. Denke, dass es eine lebendige, allumfassende Macht gibt, die hinter allen Namen und Gestalten waltet. Verbinde damit die Eigenschaften der Unendlichkeit, Ewigkeit, Unsterblichkeit, Dasein, Bewusstsein, vollkommene Seligkeit. In gebührender Reihenfolge werden diese Eigenschaften in reiner Nirguna Meditation verschmelzen.

Meditationserfahrungen

Das Gefühl, dass man während der Meditation erhoben wird, ist ein Zeichen, dass man über das Körperbewusstsein hinaus gelangte. Wer Konzentration und Meditation übt, wird verschiedene Kräfte und Siddhis erwerben. Diese Kräfte sollst du nicht zu irdischem Vorteil gebrauchen. Missbrauche diese Kräfte nicht. Du wirst sonst eine hoffnungslose Niederlage erleben. Siddhis sind Hemmnisse auf dem Yogapfad. Sie sind Versuchungen. Sie können dich daran hindern, in Samadhi einzutreten oder das Ziel zu erreichen. Meide sie rücksichtslos und marschiere geradeswegs auf dein Ziel zu. Es gibt in Wirklichkeit keine Wunder. Wenn du erst die Ursache kennst, wird das Wunder eine alltägliche Erscheinung. Während der Meditation wirst du Entrückung, Ekstase und Erschauern erleben. Erschrick nicht, wenn die Erleuchtung aufblitzt. Sie wird eine neue Erfahrung voll unendlicher Freude sein. Beunruhige dich nicht unnötig, wenn du über das Körper-bewußtsein hinausgelangst. Unterbrich deshalb nicht dein Sadhana. Der Herr wird sich deiner annehmen und dich leiten. Sei kühn. Schau nicht zurück.

Marschiere weiter, Held! Ein Blitz ist ein Aufleuchten der Wahrheit, Ritambhara Prajna. Aber es ist nicht die ganze Erfahrung und nicht die höchstmögliche. Erreiche das Bhuma oder das Unendliche. Es ist der Höhepunkt oder die Endstufe. Du hast deine höchste Bestimmung erreicht. Hier hört Meditation auf. Du wirst verschiedene Arten von Anahata-Tönen vernehmen, wie Muschel, Glocke, Flöte, Laute, Veena, Mridanga und Trommeltöne, Donner und so weiter. Du wirst im Raum zwischen deinen Augenbrauen grelle Lichter sehen. Sie gleichen Nadelspitzen oder der Sonne, dem Mond und Sternen. Du wirst Einheit schauen. Manchesmal wirst du farbige Lichter schauen, grün, blau, rot und so weiter. Das rührt daher, dass zu gleicher Zeit verschiedene Tattwas gegenwärtig sind. Prithvi oder Erdentattwa hat gelbes Licht, Wassertattwa hat weißes Licht, Feuertattwa rotes Licht, Luft rauchiges oder grünes Licht, Akasa blaues. Kümmere dich nicht um diese Lichter und marschiere weiter. Manchesmal wirst du Rishis sehen, Weise, Schutzgötter, Nitya Siddhas, Astralwesen, Landschaften, Berge, blauen Him¬mel, herrliche Gärten schauen.

Manchesmal wirst du in der Luft schweben. Dein Astralleib mag sich von deinem physischen Leib losgelöst haben und du wirst dich in der Astralwelt bewegen. Du kannst nun zu Brahma Loka gehen, in den Bereich Brahmas oder Hiranyagarbhas. Wer den ersten Grad der Meditation erreichte, wird einen leichten Körper haben, eine wohllautende Stimme, zarte Haut, klaren Geist und wenig Urin und Stuhlgang.

Meditationshindernisse

Die Haupthindernisse bei der Meditation sind Laya (Schlaf), Vikshepa (heftige Erschütterungen des Geistes), Aufstand schlummernder Begierden, Mangel an Brahmacharya, geistiger Hochmut, Trägheit und Krankheit. Verkehr mit weltlich gesinnten Menschen, Überarbeitung, Über¬essen, überhebliche Rajas-Natur — all das sind Hindernisse beim Meditieren. Schläfrigkeit überwindet man durch Pranayama, Asanas und leichte Diät. Vikshepa beseitigt man durch Pranayama, Japa, Upasana, Tratak und so weiter. Begierden vernichtet man durch Leidenschaftslosigkeit, Unterscheidungsvermögen, durch das Studium von Büchern, welche von Leidenschaftslosigkeit handeln, durch Forschung und so weiter. Meide den Verkehr mit weltlich gesinnten Menschen, die immer nur über Geld, Geschlechtsthemen und weltliche Dinge reden. Halte mäßige Diät ein. Gehorche den Gesetzen der Gesundheit und Hygiene. Rasaswada ist ein weiteres Hemmnis beim Meditieren. Der Schüler schmeckt die Seligkeit des unteren Savikalpa Samadhi und meint, er habe schon das Ziel erreicht. Erhebe dich über Rasaswada und strebe nach Nirvikalpa Samadhi.

Fragen

Was ist Dhyana?
Warum nennt man Dhyana ein wichtiges Anga in Raja Yoga?
Was ist Saguna-Meditation?
Wie meditiert man über den Herrn Jesus?
Wie meditiert man über OM?
Nenne einige Beispiele abstrakten Meditierens.
Nenne die wichtigsten Erfahrungen beim Meditieren.
Welche sind die Haupthindernisse beim Meditieren?


Die acht Stufen des Raja Yoga nach Patanjali (Ashtanga Yoga)



Shri Gita Dhyanam:

Verschiedene Schreibweisen für Dhyana

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Dhyana auf Devanagari wird geschrieben " ध्यान ", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen " dhyāna ", in der Harvard-Kyoto Umschrift " dhyAna ", in der Velthuis Transkription " dhyaana ", in der modernen Internet Itrans Transkription " dhyAna ".

Video zum Thema Dhyana

Dhyana ist ein Sanskritwort. Sanskrit ist die Sprache des Yoga . Hier ein Vortrag zum Thema Yoga, Meditation und Spiritualität

Swami Sivananda über Dhyana

Auszug aus dem Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ von Swami Sivananda, Buch III - KriyaYoga, 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. 157-160. Divine Life Society

"Dhyanam Nirvishayam Manah" - Meditation ist der Geisteszustand, in dem keine sinnlichen Gedanken oder Vishaya vorkommen. Das stetige Fließen von Wahrnehmung oder Denken ist Dhyana oder Meditation. Es gibt im Geist ein ständiges Strömen hin auf ein Objekt, wie das Fließen des Wassers in einem Fluss. Meditation ist die Wahrung des unaufhörlichen Fließens von Gottesbewusstsein. Sie ist der ständige Gedankenstrom hin auf einen Gegensatnd, auf Gott oder Atman. Meditation folgt der Konzentration. Meditation ist der geregelte Gedankenfluss im Hinblick auf den Gegenstand der Konzentration.

Meditation ist der einzige Weg, um Unsterblichkeit und ewigliche Glückseligkeit zu erlangen. Es gibt zwei Arten von Meditation: die Saguna (konkrete) Meditation und die Nirguna (abstrakte) Meditation. In der konkreten Meditation konzentriert sich der Schüler auf die Gestalt von Krishna, Rama, Shiva, Hari, Gayatri oder Devi. In der abstrakten Meditation konzentriert er seine gesamte Geistenergie auf die Vorstellung von Gott oder Atman und vermeidet Gedankenvergleiche und alle anderen Ideen. Nur diese eine Vorstellung erfüllt den gesamten Geist.

Die Saguna Meditation ist Meditation auf eine Murti oder Gestalt Gottes. Das ist die konkrete Form von Meditation für Menschen mit einem hingebungsvollen Temperament. Das ist Meditation mit Gunas oder Attributen, Eigenschaften Gottes. Wiederhole den heiligen Namen Gottes. Denk an seine Eigenschaften, seine Allwissenheit, seine Allmächtigkeit, seine Allgegenwart usw. Dein Geist wird von Reinheit erfüllt werden. Setze Gott auf den Thron in dem Lotos deines Herzens inmitten von loderndem Licht. Vergegenwärtige dir geistig seine Füße, Beine, seine Brust, seinen Kopf, seine Hände, seine Bekleidung mit den Verzierungen, und komme immer wieder auf sein Gesicht zurück. Wiederhole diesen Vorgang immer wieder.

Saguna Meditation ist Meditation auf Form oder Gestalt. Wähle irgendeine Murti aus, die dir am besten gefällt, so wie Shiva, Vishnu, Rama oder Krishna, ganz nach Vorliebe oder Geschmack. Ein Bogenschütze sucht sich auch zu Anfang größere Zielobjekte, darauf dann mittelgroße, und schließlich wird er dann erst auf feinere und subtile Gegenstände schießen. Wie dem auch sei, man sollte zu Beginn die Saguna Meditation nehmen und dann, wenn der Geist gut trainiert und diszipliniert ist, kann man zu Nirakara, der Nirguna Meditation, übergehen. Saguna Meditation beseitigt Vikshepa.

Meditiere zwischen dreißig Minuten und zwei Stunden lang auf das geistige Bildnis der Murti oder der Gestalt nur in der Trikuti (die Stelle zwischen den beiden Augenbrauen) oder in deinem Herzen. Erkenne und fühle, dass der Ishta in jedem Gegenstand im Universum gegenwärtig ist. Wiederhole geistig das Mantra des Ishta, wenn du meditierst. Fühle, dass von dem Ishta sattwige Eigenschaften zu dir hinfließen. Fühle, dass du diese sattwige Bhavana besitzt. Du wirst Darshana deines Ishta haben, wenn du in deinem Praktizieren aufrichtig bist.

Kali tanzt auf Shiva

Meditiere anfangs morgens eine halbe Stunde lang von vier bis vier Uhr dreißig und abends eine halbe Stunde von sechs bis sechs Uhr dreißig und steigere allmählich die Zeitspanne bis zu drei Stunden pro Sitzung. Die Morgenzeit ist am besten für die Meditation geeignet. Da ist der Geist nach einem guten Schlaf erfrischt, und ferner herrscht Sattva im Organismus sowie in der umgebenden Atmosphäre vor.

Nirguna Meditation ist Aham Graha Upasana. Dies ist Meditation auf Om. Das ist Meditation auf eine abstrakte Vorstellung. Setz dich in Padmasana. Wiederhole geistig Om. Behalte stets die Bedeutung von Om in deinem Geist. Fühle, dass du das Alldurchdringende bist. Du bist unendliches Licht. Fühle, dass du der Suddha Satchitananda Vyapaka Atman, Nitya Suddha Buddha Mukta, der ewiglich freie Brahman bist. Fühle, dass du Chaitanya bist. Fühle, dass du Akhanda, Paripurna, Ekarasa, Santa, das Unendliche, das Ewigliche, dass du unwandelbares Leben bist. Es ist nicht genug, das nur mit den Lippen zu wiederholen. Es muss mit Herz, mit Kopf und Seele geschehen. Deine ganze Seele sollte fühlen, dass du subtile, allesdurchdringende Intelligenz bist. Dieses Gefühl sollte ständig aufrechterhalten werden.

Negiere die Körperidee, wenn du Om geistig wiederholst. Wenn du Om singst, dann fühle: Unendlichkeit bin ich. Alles Licht bin ich. Alle Freude bin ich. Alle Herrlichkeit bin ich. Alle Kraft bin ich. Alles Wissen bin ich. Alle Glückseligkeit bin ich. Meditiere ständig über die oben genannten Vorstellungen. Ständiger Kraftaufwand gepaart mit Eifer und Enthusiasmus sind unumgänglich. Wiederhole unaufhörlich die obengenannten Ideen in deinem Geiste. Dann wirst du dich realisieren und Atma Darshana haben.

Meditiere fortwährend und mit Nachdruck: Ich bin dieser Brahman, ich bin absolute Intelligenz, absolute Glückseligkeit, absolutes Leben, für immer frei, unsterblich, ewiglich, mein Selbst ist strahlend, leuchtend und eigenständig, ohne Geburt, ohne Vergänglichkeit, ohne Tod, unwandelbar, zeitlos, raumlos, grenzenlos, einmalig.

Selbst in der Nirguna Meditation (formlos) gibt es zu Beginn des Sadhana eine abstrakte geistige Vorstellung. Sie wird sich aber mit der Zeit auflösen. Negiere Namen und Formen oder Gestalten, wenn du meditierst. Mache nicht den Fehler, den reinen, ewiglichen Atman mit deinem physischen Körper oder deinem Geist, dem Prana, dem Intellekt oder den Indriyas zu verwechseln. Das höchste Selbst unterscheidet sich vollkommen von diesen. Meditiere auf die oben genannten Vorstellungen und bringe Bhava auch während deiner Arbeit. Du kannst deinen Gedanken um das eine oder andere Thema kreisen lassen, wenn dein Geist umherschweifen will, aber wenn er zur Ruhe gekommen ist, fixiere ihn schließlich auf nur ein Thema. Der Geist wird jetzt so wie die ruhige Flamme einer Laterne in einem windgeschützten Winkel werden. Du wirst in deinem eigenen Svarupa, dem gedankenfreien Zustand reiner Glückseligkeit, verbleiben. Die Folge wird nun Samadhi oder überbewusster Zustand sein.

Sukadev über Dhyana

Dhyana heißt Meditation. Meditation hat wiederum verschiedene Bedeutungen. Es gibt Dhyana einfach allgemein als Meditation und es gibt Dhyana als die siebte Stufe der Ashtangas, also der acht Stufen oder Teile des Yoga bzw. des Raja Yoga. Dhyana kann man einfach als Meditation verwenden. Wenn du dich hinsetzt, die Augen schließt und dann deinen Geist auf etwas konzentrierst oder einfach achtsam bist auf die Gegenwart, dann ist das Dhyana, also eine Meditation.

So hat sich übrigens auch aus Dhyana Dhyan im Chinesischen und dann im Zen entwickelt, eben aus Dhyan wird Zen oder auch Zyan wurde es auch schon mal genannt. Also, Zen-Buddhismus ist der Buddhismus der Meditation. Das mag dich etwas erstaunen, denn im Westen wird ja Buddhismus immer als Meditation gleichgesetzt, aber in den buddhistischen Ländern, also zum Beispiel Thailand oder Birma oder Vietnam oder Sri Lanka, ist es nicht so, dass alle Leute meditieren. Es gibt verschiedenste Formen von Buddhismus. Auch in Japan sind nicht alle Buddhisten solche, die meditieren, und in China und in der Mongolei und auch in Tibet nicht. Aber eben, Zen-Buddhismus ist der japanische Buddhismus, der Dhyana besonders kultiviert, weil die Meditation eine besondere Rolle spielt.

Es stimmt zwar, dass Buddha gesagt hat, "Meditation gehört zur spirituellen Praxis eines Buddhisten dazu", aber nichtsdestotrotz wurde Dhyana nicht überall im Buddhismus auch tatsächlich praktiziert und bis heute werden die Buddhisten nicht täglich meditieren, sondern ab und zu mal in den Tempel gehen und hoffen, dass sie so auch Segen empfangen können. Dhyana ist aber auch ein konkreter Ausdruck, eben Dhyana als Meditation, als siebte Stufe vom Ashtanga Yoga von Patanjali. Der Ashtanga Yoga ist der Yoga der acht Teile. Vermutlich kennst du sie. Ich nenne sie trotzdem nochmal: Yama, das sind die ethischen Empfehlungen im Umgang mit anderen. Niyama, die persönliche Disziplin, man kann auch sagen, der Lebensstil. Dritte ist Asana, die Sitzhaltung für die Meditation, sowie auch die Körperstellungen im Hatha Yoga.

Dann folgt Pranayama, Herrschaft über das Prana mittels Atemübungen. Das fünftes dann Pratyahara, was zum einen heißt, die Sinne nach innen zu richten, zum anderen auch alle Techniken, die helfen, den Geist in einen meditativeren Zustand zu bringen. Manche sagen auch, Pratyahara ist die Tiefenentspannung. Dann folgt als sechstes Dharana, die Konzentration. Und als siebtes dann Dhyana, die Absorption. Und als achtes Samadhi, das Hineinfallen in den überbewussten Zustand.

So verstanden sind die letzten sechs der Ashtangas Schritte in der Meditation. In diesem Sinne ist Dhyana nur ein Schritt der fortgeschrittenen Meditation. Wenn du meditierst, setzt du dich erst hin, Asana. Dann atmest du ein paar Mal tief ein und aus, Pranayama. Dann wiederholst du eine Affirmation oder ein Gebet oder versetzt dich auf andere Weise in meditative Stimmung, Pratyahara. Dann wählst du dir das Meditationsobjekt aus und dann meditierst du auf eine bestimmte Weise, das wäre Dharana. Das kann die Mantra-Meditation sein, das kann die Achtsamkeits-Meditation sein, das können viele verschiedene Meditationen sein. Wenn du dich bemühst, dich zu konzentrieren, dann ist es Dharana. Dharana heißt ja Halten, Dharana heißt Festhalten. Du bemühst dich, die Konzentration zu halten. Du bemühst dich, das Konzentrationsobjekt in deinem Geist festzuhalten oder du bemühst dich darum, den Zustand der Achtsamkeit und des Nicht-Wollens und Nichts-Verändern aufrecht zu erhalten, indem du alles beobachtest. All das ist Dharana. Wird die Konzentration tief und du bist absorbiert im Konzentrationsgegenstand, die Meditation kommt automatisch und ohne Anstrengung, dann ist es Dhyana.

Patanjali sagt auch: "Wenn die ein- und aufkommenden Geistesinhalte identisch sind, dann ist es Dhyana." Also, wenn du den gleichen Gedanken über einen längeren Zeitraum hast oder bei dem Meditationsthema bleiben kannst, dann ist es Dhyana. Dhyana verschmilzt schließlich mit Samadhi. Wenn du mit dem Objekt der Meditation verschmilzt, ist es Samadhi. Dhyana hat noch eine weitere Bedeutung. Natürlich, die wichtigste Bedeutung ist Meditation bzw. auch ein gewisser Zustand der tiefen Meditation, also nach Dharana. Dhyana hat aber auch eine weitere Bedeutung im Alltag. Du kannst auch im Alltag dich um Konzentration bemühen, um Aufmerksamkeit, um Bewusstheit, um Achtsamkeit, das ist Dharana. Wenn du ganz mit deiner Tätigkeit verschmilzt und du einfach tust, was zu tun ist, ohne zu überlegen, ohne dass das Ich und das Ego dabei ist und ohne abgelenkt zu sein, wenn dabei Liebe und Freude und Enthusiasmus und Energie dabei ist, dann ist das Dhyana.

In diesem Sinn kannst du bei deiner Computerarbeit Dhyana haben, du kannst im Schreiben eines Artikels im Dhyana-Zustand sein, du kannst beim Tanzen im Dhyana-Zustand sein, du kannst auch mit deinem Partner beim Zusammensein im Dhyana sein, du kannst beim Spielen mit deinem Kind im Dhyana sein, also voll absorbiert, an nichts anderes denken, anstrengungslos, voll konzentriert. Dhyana, also Meditation. Dhyana, die siebte Stufe der Ashtangas von Patanjali. Dhyana ist auch eine gewisse Einstellung und ein gewisser Vorsatz. Du kannst sagen: "Ich möchte am Tag häufiger die Dinge von ganzem Herzen und voll konzentriert machen." Du kannst dir sagen: "Ein paar Mal am Tag will ich wirklich ganz konzentriert sein und mich voll dort absorbieren."

Es ist eine Frage der Übung, es ist eine Frage der Praxis. Es ist nicht nötig, dass du von morgens bis abends voll konzentriert bist, es ist – außer für einen Selbstverwirklichten – auch nicht möglich. Aber es ist sehr wohl möglich, dass du dir vornimmst: "Jetzt bei den Asanas bin ich konzentriert." Du übst Dharana. Und dann bist du tief konzentriert und fällst auch in den Yoga-Stellungen in den Dhyana-Zustand hinein. Du kannst dir, wenn du in die Meditation gehst, sagen: "Ich sage allen Sorgen erstmal Lebewohl, in einer halben Stunde könnt ihr wiederkommen." Und du bist dann ganz konzentriert. Du kannst dir vornehmen, wenn du heute tätig bist oder morgen, dass du das, was du tust, mit ganzer Konzentration, mit ganzem Herzen und mit Liebe tust. Dann kann es sein, dass du in Dhyana fällst.

Dhyana ist nicht erzwingbar, Dhyana ist deshalb auch nichts, was du in diesem Sinne direkt praktizierst. Aber du praktizierst Dharana, die Konzentration, und dann lässt du dich hineinfallen. Konzentration + Entspannung + Liebe + Freude = Dhyana. In diesem Sinne kannst du dich immer wieder bemühen um Dharana und dann darum bemühen, aus Dharana und Anstrengungslosigkeit und Entspannung und Vertrauen und Liebe und Freude, Dhyana entstehen zu lassen. Dhyana – Meditation. Dhyana – Absorption, anstrengungslose Konzentration, voller Freude und Liebe. Dhyana – Meditation.


Der spirituelle Name Dhyana

Dhyana, Sanskrit ध्याना dhyānā f, ist ein Spiritueller Name und bedeutet Feminisierung von Dhyana, Meditation. Dhyana bedeutet diejenige, die tiefen Zugang zur Meditation hat; die Bewusste, die Meditative. Dhyana kann Aspirantinnen gegeben werden mit Soham Mantra, Om Mantra.

Dhyana ist ein spiritueller Name für Aspirantinnen, die sehr zur Meditation hingezogen werden. Dhyana mit kurzem „a“ ist „Meditation“. Dhyana mit kurzem „a“ ist aber ein Neutrum, also eigentlich: das Dhyana, und Dhyana ist diejenige, die meditiert, die gerne meditiert, die in die tiefe Meditation kommen will. Also ist Dhyana die Feminisierung von Dhyana, von Meditation; Dhyana ist diejenige, die tiefen Zugang zur Meditation hat. Man könnte auch sagen: Dhyana ist die Bewusste, die Meditative, die auch im Alltag sich immer wieder daran erinnert, dass in der Meditation das Göttliche erfahrbar ist.


Zusammenfassung Deutsch Sanskrit - Sanskrit Deutsch

Deutsch das Sinnen, Nachdenken, Betrachtung, Andacht. Sanskrit Dhyana
Sanskrit Dhyana Deutsch das Sinnen, Nachdenken, Betrachtung, Andacht.

Siehe auch

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Quelle

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