Partnerschaft

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Partnerschaft : Was bedeutet das Wort Partnerschaft? Was will man mit diesem Wort sagen? Wozu ist Partnerschaft eine gute Bezeichnung? Was sind Synonyme und Antonyme von Partnerschaft? Umfangreicher Artikel mit Vortragsvideo und Tipps.

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Partnerschaft bedeutet etwas mit jemand anderem zusammen zu machen, sich mit jemand anderem zu verbinden. Partnerschaft kann auch konkret die Partnerliebe, also die Liebe zwischen Mann und Frau (bzw. Frau und Frau oder Mann und Mann) bedeuten. So kann man in Partnerschaft mit jemandem leben, heutzutage auch ohne mit der betreffenden Person verheiratet zu sein. Man kann eine gute Partnerschaft haben. Und manchmal kann die Partnerschaft auch etwas komplizierter werden. Aber auch in einer guten Partnerschaft gibt es mal Streit.

Partnerschaft hat aber auch weitere Bedeutungen: Z.B. kann man sich für konkrete kurzfristige Ziele oder auch für einen längeren Zeitraum mit anderen verbinden, was dann auch als Partnerschaft bezeichnet wird. Auch Städte, Schulen und Universitäten können Partnerschaften eingehen. Und es gibt Partnerschaften zwischen Firmen. Allgemein ist es gut, andere Menschen als Partner, nicht als Gegner zu begreifen.

Spirituelle Partnerschaft

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Wenn Partner zusammenkommen, dann kann es viele Gründe geben. Ich bin Yogalehrer, spiritueller Lehrer und da werde ich manchmal gefragt: "Wie ist denn eine spirituelle Partnerschaft?" Also, zwei Partner, die zusammen sind, wie können sie eine spirituelle Partnerschaft leben? Darüber gibt es viel zu sagen. Vom klassischen Yoga aus ist Partnerschaft etwas, was auf vier Ebenen harmonisieren sollte. Da ist zum einen Kama, die sinnliche Ebene. Eine spirituelle Partnerschaft hat auch dieses sinnliche Element, zärtliche Element, sexuelle Element, dass Menschen sich gegenseitig Freude bereiten und schauen, wie können sie sich gegenseitig Freude bereiten. Das ist die Ebene von Kama.

Zweiter Aspekt, auch von einer spirituellen Partnerschaft, ist Artha. Artha heißt in dem Kontext Wirtschaft, man wirtschaftet zusammen, eine Partnerschaft ist auch eine Wirtschaftsgemeinschaft, ich spreche natürlich jetzt besonders von der Partnerschaft, wo Partner zusammengezogen sind, zusammen wohnen in einer Wohnung und füreinander sorgen. In diesem Sinne, auch die spirituelle Partnerschaft beinhaltet, man sorgt füreinander und zusammen wirtschaftet man vielleicht besser als allein.

Dann gibt es Dharma und Dharma hat zwei Bedeutungen, auch in der spirituellen Partnerschaft sind beide Bedeutungen wichtig. Die eine Bedeutung ist, dass man seine Talente entfaltet und lebt und da gehört zur spirituellen Partnerschaft dazu, dass der eine Partner den anderen darin ermutigt, seine Fähigkeiten, seine Talente zu leben, den Mut hat, diese auch zu entwickeln.

Da kann der Partner für die Partnerin oder die Partnerin für den Partner oder der Partner für den Partner oder die Partnerin für die Partnerin Geburtshelfer sein, nämlich wirklich die Talente auch zu entfalten. Und in einer guten spirituellen Partnerschaft wird man mehr seine Talente entfalten als ohne. Zweite Bedeutung des Wortes "Dharma" ist auch, da zu sein für andere, sich zu engagieren für gemeinnützige Werke und dort etwas zu tun für die Gesellschaft. Hier ist die Aufgabe der spirituellen Partnerschaft, dass die Partner sich darin ermutigen.

Es gibt manchmal auch das Gegenteil, wo der eine Partner dem anderen vorwirft: "Für andere tust du etwas und für mich nichts." Spirituelle Partnerschaft heißt, dass man sich gegenseitig ermutigt, auch Gutes zu tun. Ähnlich auch, wie auf dem Gebiet von Artha können sich auch die Partner ermutigen, dass sie auch etwas tun für den Wirtschaftsunterhalt der Familie. Zu Artha gehört natürlich auch irgendwo Erfolg, beruflicher Erfolg, auch das gehört zu einer spirituellen Partnerschaft dazu, dass der Partner den anderen auch ermutigt, auch in der Hinsicht Erfolg zu haben, vielleicht aber auch Trost schenkt, wenn es vielleicht in der Karriere nicht bergauf geht und vielleicht dem anderen auch sagt, "es gibt auch eine andere Möglichkeit"

Und wenn man merkt, dass dem Partner das nicht liegt, zur spirituellen Partnerschaft würde auch gehören, dass man sagt: "Du, ich merke, in dem Job reibst du dich auf, für mich musst du das nicht tun. Wir können in eine kleinere Wohnung ziehen, wir können das Haus, das wir begonnen haben, abzubezahlen, verkaufen, wir können ein kleineres Auto nutzen, wir können auch ohne Auto, wir können auch mal nicht in Urlaub fahren. Mir ist wichtig, dass du dich nicht zu sehr aufreibst." Auch das kann spirituelle Partnerschaft heißen.

Und natürlich heißt spirituelle Partnerschaft, sich zu unterstützen in Moksha, im Wunsch nach Befreiung, im Streben nach der Gottverwirklichung, dass die Partner sich gegenseitig unterstützen in ihrer spirituellen Entwicklung, dass sie sich ermutigen, jeden Tag spirituelle Praktiken zu machen, dass sie miteinander über Gott sprechen, dass sie sich unterhalten über ihre spirituellen Erfahrungen und sich dort ermutigen. Und vielleicht auch sich gegenseitig darin unterstützen, den Urlaub nicht einfach irgendwo zu verbringen, sondern vielleicht in einem Ashram, in einem spirituellen Seminarhaus, in einem Kloster, eben an einem Kraftort, eben da, wo Spiritualität besonders gut ist. Wenn du mit einem Partner zusammen lebst und für euch die spirituellen Aspekte der Partnerschaft wichtig sind, hoffe ich, dass vielleicht das ein oder andere dabei war, dass du überlegen kannst, etwas stärker umzusetzen als bisher.

Partnerschaft und Spiritualität - ein Vortrag von Sukadev Bretz 2018

Liebevolle Beziehung

Om namah shivaya und herzlich willkommen zu einem Kurzvortrag über Partnerschaft von einem spirituellen Standpunkt aus. Ich möchte etwas sprechen über Partnerschaft, Beziehung von einem Standpunkt, der vier Purusharthas:

Das ist ein Vortrag im Rahmen der Reihe über Vicharana, die zweite Stufe auf dem spirituellen Weg. Er ist ein Teil des Vortrags über den spirituellen Weg und dies wiederum ist ein Teil der großen Vortragsreihe Yoga Vidya Schulung. Ich bin mir bewusst, man kann sehr viel über Spiritualität und Partnerschaft sagen. Es gibt auch auf den Yoga Vidya Internetseiten einen längeren Artikel über Yoga und Sexualität und dort kannst du noch mehr Anregungen bekommen. Heute also Spiritualität, Partnerschaft.

Wenn man eine Partnerschaft hat und auf dem spirituellen Weg ist, dann gibt es ein paar Gesichtspunkte die überlegenswert sind.

  • Es gibt die Möglichkeit, man hat einen Partner, der auf dem gleichen spirituellen Weg ist.
  • Es gibt die Möglichkeit, man hat einen Partner, eine Partnerin, die auf einem anderen spirituellen Weg ist.
  • Es gibt Partner, Partnerin, die vielleicht nicht bewusst auf einem spirituellen Weg ist, die das vielleicht sogar negieren würde, überhaupt auf einem spirituellen Weg zu sein.

Für all das möchte ich ein paar Tipps geben und insbesondere auch für Menschen, die vor dem Beginn des spirituellen Weges stehen, vielleicht auch ein paar Anmerkungen zu Änderungen in der sexuellen Libido, wie auch in den Wechseljahren und was das für Auswirkungen auf die Partnerschaft hat.

Purusharthas

In den vorigen Vorträgen hatte ich über die vier Purusharthas gesprochen: Man könnte sagen die vier Bedürfniskategorien des Menschen.

Partnerschaft und Kama

Wohlfühlen in der Partnerschaft

Partnerschaft ist etwas, was den Menschen in all seinen Aspekten berührt. Partnerschaft ist für viele Menschen, zusammen mit dem Beruf, das, was die meiste Energie und den meisten Raum im Leben einnimmt. Partnerschaft berührt auch alle vier Aspekte des Menschseins. Idealerweise ist man in einer Partnerschaft natürlich auch viel lieber auf einer physischen Ebene, auf einer sinnlichen Ebene, da gibt es die sexuellen Aspekte einer Partnerschaft: Zärtlichkeit und irgendwie das Gefühl, sich in der Gegenwart des anderen wohl zu fühlen. Das ist alles Kama. Im Yoga würde man sagen, deine Weise seine sinnlichen Bedürfnisse auszuleben, wäre eine Partnerschaft die auf Langfristigkeit ausgelegt ist und wo die sinnlichen und sexuellen Bedürfnisse Teil einer tieferen Liebe sind.

Partnerschaft und Artha

Zweiter Aspekt von Partnerschaft ist Artha. Artha heißt berufliche Absicherung, finanzielle Absicherung. Man könnte sagen eine Partnerschaft ist auch eine Wirtschaftsgemeinschaft. Wie diese Wirtschaftsgemeinschaft gut organisiert ist, ist auch ein Teil einer guten Partnerschaft. In einer Partnerschaft teilt man typischerweise die finanziellen Mittel. Man muss sich darüber, klar werden, wer wie viel Geld ausgeben kann, wie man das regelt, das gemeinsame Leben, wer für die Gemeinschaft Anschaffungen macht, wie man diese macht. Natürlich eine Partnerschaft als Wirtschaftsgemeinschaft heißt auch, dass es eine gewisse Arbeitsteilung gibt: vielleicht kocht der eine in der einen Woche, der andere in der anderen. Vielleicht hat man bestimmte Weise, wie man die Hausarbeit aufteilt, die Kindererziehung und auch den beruflichen Teil.

All das gilt es auch, geschickt zu regeln, wenn man Partnerschaft auch vom spirituellen Standpunkt aussieht. Man kann manchmal auch einfach sagen, in einer Partnerschaft zu leben, macht es oft auch leichter, zusammen überhaupt von einem wirtschaftlichen Standpunkt zu existieren, sodass man mehr Raum für anderes hat.

Gefühlvolle Partnerschaft mit Kind

Partnerschaft und Dharma

Dritter Aspekt ist Dharma. Eine ideale Partnerschaft von einem Yoga Standpunkt aus wäre eine Partnerschaft, wo die Partner sich gegenseitig darin ermutigen, ihre Talente zu nutzen, hier zu sich selbst zu kommen.

In einer idealen Partnerschaft fühlt man sich in seinen eigenen Fähigkeiten bestätigt und gestärkt. Man bekommt durch die Partnerschaft Inspiration, die eigenen Anliegen zu leben und diese auch zum Guten von anderen zu nutzen. In einer idealen Partnerschaft von diesem Standpunkt aus würden die Partner sich gegenseitig ermutigen, sich für eine Gemeinschaft zu engagieren. Auf eine gewisse Weise Dharma in der Partnerschaft heißt natürlich auch, dass man dem Partner dient, dem Partner hilft. Es heißt vielleicht auch, dass man sich um die Nachkommen kümmert. Falls in einer Familie Kinder entstehen, dann ist das auch ein Teil des Dharmas: Sich eben um die Kinder zu kümmern. Dharma hilft also hier auch über das Ego hinauszuwachsen und das ist auch etwas, weshalb eine Partnerschaft oft Menschen hilft auf dem spirituellen Weg voranzukommen, weil man eben sich gegenseitig umeinander kümmert, weil man lernt von seinem eigenen Ich etwas abzusehen, weil man es lernt, auch zusammen für etwas übergeordnetes da zu sein, sei es Kinder, sei es sich als Paar auch zu engagieren.

Partnerschaft und Moksha

Der vierte Aspekt von Partnerschaft ist Moksha: Befreiung, Erleuchtung. Idealerweise ermutigen sich die Partner gegenseitig darin, auf dem spirituellen Weg voran zu schreiten. Sie ermutigen sich in ihren spirituellen Praktiken. Sie praktizieren zusammen und durch die gemeinsame spirituelle Praxis entsteht ein Prana Feld, ein Energiefeld, ein Feld der Liebe, welches zum einen auch die Partnerschaft auf anderen Ebenen beflügelt, aber auch von einem anderen Standpunkt aus hilft in der Meditation tiefer zu kommen. Idealerweise hat man das Gefühl, wenn man mit dem Partner, der Partnerin zusammen meditiert, Asanas, Pranayama übt, sind die Erfahrungen tiefer und intensiver und mit dem Partner zusammen übt man mehr.

Idealerweise ermutigt man sich in einem sattvigeren Leben, also Ernährung, Kleidung, Haus, Ökologie und so weiter, dass man das alles sattviger gestaltet. Idealerweise ermutigt man sich gegenseitig auch öfters Satsang zu suchen und idealerweise ermutigt man sich auch gegenseitig, dass man Seva übt, also uneigennütziges dienen, was ja auch wieder in Dharma hinein geht.

So wäre es ideal in einer Partnerschaft: Liebe auf der sinnlichen Ebene, emotionales Wohlfühlen miteinander, also die emotionale Liebe, tiefe spirituelle Liebe und auch eine Liebe, weil man sich gegenseitig unterstützt, in wirtschaftlicher Unabhängigkeit, in beruflichem Erfolg, in sozialem Engagement, in der Entfaltung der Persönlichkeit und eben auch in der Spiritualität.

Das klingt jetzt ideal. Wenn du eine solche ideale Partnerschaft hast, dann klopfe dir schon mal auf die Schulter, sei dankbar, sei demütig. Mein Tipp wäre, wenn es kleine Unstimmigkeiten gibt, überbewerte diese nicht. Ein Grundgefühl von Dankbarkeit ist etwas wichtiges, auf dessen Grundlage Liebe wachsen kann. Dankbarkeit und Liebe helfen, dass man mit den kleineren Reibereien, die auch entstehen können, gut leben kann.

Partnerschaft, Spiritualität und Problematiken

Jetzt will ich auf ein paar Sonderfälle eingehen. Dies soll kein langer Vortrag sein, aber dennoch ein paar Besonderheiten.

Auf dem gleichen spirituellen Weg

gemeinsame spirituelle Praxis

Partnerschaft: zwei Liebende auf dem gleichen Weg. Idealerweise ist es so, wie ich es eben gesagt hatte, wenn Menschen auf dem gleichen Weg sind, dann entfaltet sich Liebe auf allen Ebenen. Aber manchmal gibt es auch bestimmte Fallstricke sich bewusst zu machen. Ich habe oft genug erlebt, dass wenn zwei Liebende auf dem gleichen Weg sind, anstatt sich gegenseitig zu ermutigen, geben sie sich gegenseitig Ausreden den spirituellen Weg nicht so zu gehen, wie sie vielleicht gehen würden, wenn sie allein wären.

Ich gebe ein paar Beispiele:

  • Wenn der eine morgen sagt: „du, ich glaube, ich will heute morgen mal nicht meditieren“, dann denkt der andere, wenn er nicht meditieren will, dann lass ich es auch mal sein.
  • Wenn der eine oder die eine sagt: „ja, das darf man nicht so eng sehen, ich werde heute bei der sattvigen Ernährung mal eine Ausnahme machen“, sagt der andere, wenn meine Partnerin, mein Partner das macht, dann nehme ich es auch nicht so eng.
  • Oder wenn der oder die eine sagt: „ja, wir sollten ein bisschen offener sein“, denkt der andere auch und prompt ist man etwas weniger konsequent.

Das ist also eine verbreitete Gefahr, man könnte etwas übertrieben sagen: Es kann ein gewisser Sog, weg von der Spiritualität entstehen. Es hilft, wenn man sich dessen bewusst ist.

Wenn eine Partnerschaft mal spirituell war, ist es auch wichtig, dass man weiß, ein Teil unseres Zusammenseins ist unsere gemeinsame spirituelle Praxis. Es hilft auch unserer Beziehung, wenn wir uns gegenseitig für die spirituelle Praxis inspirieren. Eventuell falls du das Glück hast in einer Partnerschaft zu leben, mit deinem Partner, Partnerin auf dem gleichen spirituellen Weg, dann thematisiert das auch mal und sag: „du, ich habe das Gefühl, ich bin eher derjenige, der dir vielleicht etwas die Ausreden gibt, weniger zu praktizieren und manchmal bist du es. Vielleicht sollten wir uns gegenseitig mehr ermutigen auf dem spirituellen Weg. Vielleicht sollten wir uns gegenseitig spirituelle Kraft geben. Vielleicht sollten wir uns gegenseitig Inspiration geben, im Sinne von:

  • Du, können wir heute Abend nochmal ein paar Minuten meditieren?
  • Du, können wir uns nochmal aus dem spirituellem Buch etwas vorlesen?
  • Du, könnten wir mal wieder gemeinsam an einen spirituellen Ort gehen, wo wir mit anderen zusammen praktizieren?

Also es gilt manchmal mit Viveka, Unterscheidungskraft sich gegenseitig zu ermutigen und den Entschluss zu fassen, dass man sich gegenseitig ermutigt. Das zu thematisieren kann eine große Hilfe sein.

Auf unterschiedlichen spirituellen Wegen

Partnerschaft zwischen Liebenden auf unterschiedlichen spirituellen Wegen. Eine zweite Möglichkeit ist, es gibt zwei Liebende, die auf unterschiedlichen spirituellen Wegen sind. Das kann sehr befruchtend sein, das kann sehr ermutigend sein. Es kann aber auch manchmal zu kleinen Konflikten führen. Es hängt nämlich davon ab, welche Art von spirituellen Weg die Liebenden gehen.

Fundamentalismus

Hier ein Beispiel: Angenommen ein Partner, eine Partnerin ist auf einem fundamentalistischen spirituellen Weg, das heißt er oder sie denkt, dass der spirituelle religiöse Weg, den er oder sie geht, der einzig wahre ist und dass alle anderen Wegen vielleicht sogar Teufelswege sind.

Toleranz praktizieren

Da gibt es ja durchaus einige Beispiele: Bei fundamentalistischen Aspekten von Christentum und Islam, die meinen, nur dieser eine Weg ist der richtige und alle anderen führen zur Hölle. Natürlich will man, dass der Mensch, den man liebt, nicht in die Hölle geht. Natürlich wenn der dann einen anderen Weg geht, zum Beispiel einen Yoga Weg, wird das für den Partner, der denkt alle anderen kommen in die Hölle, sehr schmerzhaft sein. Er will natürlich nicht, dass sein Partner, Partnerin in die Hölle geht. Das ist dann keine einfache Partnerschaft. Am klügsten wäre nicht zu viele Auseinandersetzungen auf dem Gebiet zu führen und den eigenen spirituellen Weg zu gehen.

Ich nehme an, du selbst wirst nicht der Fundamentalist sein. Vermutlich würdest du sonst mich nicht mehr anhören, du würdest nicht so weit kommen oder würdest spätestens jetzt abdrehen. Also ich gehe davon aus, du bist auf einem Weg, der nicht ganz so fundamentalistisch ist. Wenn du einen fundamentalistischen Partner hast, dann wäre es klug, das Thema eine Weile nicht anzusprechen, weder solltest du versuchen ihn oder sie von seinem Weg abzubringen – das bringt typischerweise in dieser Phase nichts – noch solltest du dich verteidigen, wenn der andere versucht dir klarzumachen, welchen falschen Weg du gehst. Du könntest einfach sagen „es tut mir gut; es tut mir gesundheitlich gut; mir geht es besser“ und Liebende wollen ja, dass es dem Partner besser geht. So kannst du das ein paar mal sagen und ansonsten immer das Thema wechseln.

Ihr habt hoffentlich genügend Themen, über die ihr sonst austauschen könnt: Vielleicht die Kinder, vielleicht den beruflichen Alltag, vielleicht andere Wünsche, die ihr habt, vielleicht gemeinsame Wohnungsgestaltung, Urlaubsgestaltung und so viel anderes mehr. Ihr habt hoffentlich Themen, über die ihr euch unterhalten könnt, die nicht das religiöse betreffen. Wenn du so eine Weile, einige Monate auf dem spirituellen Weg bist oder auch länger und eine Weile den spirituellen Weg nicht zu sehr thematisiert hast, merkt der andere, dass es dir gut geht, dass du irgendwo eine gute Schwingung hast, dass eure Partnerschaft sich gut anfühlt. Vielleicht fängt er dann dadurch an zu zweifeln, ob du tatsächlich des Teufels geworden bist, denn das Gefühl sagt etwas anderes. Indem du selbst vorlebst, dass es dir besser geht, dass du Gutes bewirkst, dass du liebevoll bist, dass du strahlst, wird der oder die andere vielleicht etwas von dem fundamentalistischen reduzieren. Vielleicht merkst du dann auch, dass der oder die andere auch langsam etwas offener wird. In diesem Sinne etwas Geduld ist wichtig und hilfreich für diese Art der Partnerschaft und für diese Art des spirituellen Wegs deines Partners, deiner Partnerin und manchmal eben auch einfach nicht zu viele Auseinandersetzungen führen.

Offenheit

Partnerschaft zwischen Liebenden auf spirituellen Wegen, die unterschiedlich sind, aber die beide eine Offenheit haben. Also angenommen du hast einen Partner, eine Partnerin, der oder die auf einem anderen Weg ist, aber nicht den Ausschließlichkeits-Anspruch hat: Vielleicht gehst du den ganzheitlichen Yoga Weg, vielleicht geht dein Partner, deine Partnerin einen buddhistischen Weg, oder ein daoistischen Weg, oder einen frei spirituellen Weg, oder einen christlichen Weg, der aber nicht fundamentalistisch ist, sondern tolerant und respektvoll, dann hat das durchaus auch Vorteile. Man kann sich gegenseitig inspirieren, man kann sich gegenseitig austauschen. Man erfährt etwas Neues, man fragt den anderen, „wie war jetzt dein Gebet, Gottesdienst, deine Meditation oder deine spirituelle Praxis? Wie war dein letzter Aufenthalt in deiner spirituellen Gemeinschaft?“. Man kann selbst davon erzählen und es kann sehr beflügelnd sein, dass man unterschiedliche Erfahrungen austauschen kann, sich gegenseitig bestärken kann. Man merkt unterschiedliche Wege haben auch ähnliche Aufgaben und Herausforderungen.

Feuerritual bei einer Hindu Hochzeit

Manchmal kann es auch etwas schwierig auf unterschiedlichen spirituellen Wegen sein, insbesondere wenn es:

  • unterschiedliche Essvorschriften gibt,
  • oder unterschiedliche Kleidungsvorschriften,
  • oder wenn es dort unterschiedliche Tagesabläufe gibt,
  • oder unterschiedliche Lautstärke
  • oder Gerüche in den Ritualen,

und dann wird man sich irgendwo arrangieren. Hier wäre also ein Tipp zum einen, respektvoll zu sein mit dem spirituellen Weg des anderen, nicht zu intensiv zu missionieren. Es willkommen heißen, dass man sich austauschen kann, den anderen in seiner, in ihrer spirituellen Praxis inspirieren. Vielleicht auch mal das eine oder andere mitmachen, was der andere, die andere macht und den anderen auch mal ermutigen etwas zu machen, was man selbst praktiziert. So wächst das gegenseitige Verständnis füreinander.

Kein spiritueller Weg

Partnerschaft mit einem Partner der auf keinem spirituellen Weg ist oder mindestens sagt, dass es nicht sei. Vom Yoga Standpunkt aus befindet sich jeder auf so einem Weg. Man kann gar nicht leben, ohne spirituell zu wachsen. Wir wachsen durch Erfahrungen, wir wachsen durch das, was wir tun, wir wachsen durch unsere Aufgaben. Aber es gibt Menschen, die mit dem Wort Spiritualität, mit dem Wort Gott, Religion und so weiter überhaupt nichts anfangen können. Vielleicht sogar mit allen dreien nichts. Wie lebt man eine Partnerschaft hier?

Auch hier gibt es wieder zwei verschiedene Aspekte.

  • Man könnte sagen, wenn ihr zu Anfang der Partnerschaft beide nicht auf einem spirituellen Weg wart und jetzt bist du auf einem spirituellen Weg, dann gibt es besondere Herausforderungen.
  • Wenn du auf einem spirituellen Weg warst, als ihr euch gefunden habt, und dein Partner, deine Partnerin nicht auf einem spirituellen Weg war, als ihr euch gefunden habt, dann gilt es, das zu respektieren.

Weder solltest du zu sehr probieren, den anderen von deinem Weg zu überzeugen, noch solltest es zulassen, dass der andere anfängt, immer mehr über deinen Weg sich lustig zu machen. Wenn ihr von Anfang an unterschiedlich gewesen seid, dann hat eure Liebe zum Teil deshalb eine tiefe Basis gehabt, weil ihr unterschiedlich wart.

Man sagt zum einen gleich und gleich gesellt sich gern und zum anderen Unterschiede ziehen sich an. Vielleicht seid ihr auf anderem Gebiet sehr ähnlich und vielleicht seid ihr in eurer Ausrichtung des Lebens bezüglich Spiritualität ganz anders. So gilt es, das zu respektieren. Du hast alles Recht der Welt zu sagen, „du, wir haben uns so kennengelernt und ich war schon so, ich gehe diesen Weg und du wusstest es. Ich liebe dich so, wie du bist, und ich vermute, du liebst mich so, wie ich bin“. Dann müsste es sich normalerweise auch weiter schrittweise gut entwickeln.

Was dabei auch wichtig ist, ist dass du selbst nicht probierst, den Partner zu überzeugen. Manchmal erlebe ich, dass spirituelle Menschen zwar nicht so spirituelle Menschen treffen, sich in ihn oder sie verlieben, aber irgendwo denken „das kriege ich schon hin“, womit sie meinen, der andere wird schon bald zur Vernunft kommen und sein Herz sprechen lassen und wird dann auch den Weg gehen. Das kann passieren und passiert durchaus gar nicht selten, aber es muss nicht passieren und es passiert umso weniger, je heftiger die Missionsversuche sind. Am klügsten wäre es, du sagst einfach, es tut mir gut, ab und zu mal sprichst du mal etwas. Wenn du merkst, der andere will nicht darüber sprechen, dann wechsel das Thema, betone die Dinge mehr, die ihr gemeinsam habt und was euch gegenseitig anzieht.

Neu auf dem spirituellen Weg

Eine besondere Herausforderung ist es, wenn ihr schon eine Weile zusammen seid, aber du selbst bist vor ein paar Wochen, Monaten auf den spirituellen Weg gekommen und dein Partner, deine Partnerin nicht. Du findest den spirituellen Weg wichtig, er tut dir gut, du spürst, es tut dir gut. Dann möchte ich dir hier auch ein paar Tipps, ein paar Ratschläge geben.

Erster Ratschlag wäre, betone auf dem spirituellen Weg, dass er dir gut tut, sprich weniger davon, dass du jetzt den Sinn des Lebens gefunden hast und dass du jetzt endlich das gefunden hast, nachdem du gesucht hast. Dein Partner hört dann „und ich war es nicht“. Sprich mehr davon, „es tut mir gut“. Liebende wollen immer, dass es dem anderen gut geht und wenn du sagst „es tut mir gut; die vegetarische Ernährung tut mir gut; die tägliche Meditation tut mir gut; meine Yogaübungen tun mir gut; der Besuch im Yoga Ashram tut mir gut“. Wenn der Partner das so weiß, dann freut er sich für dich mit. Betone also mehr, dass es dir gut tut, und betone vielleicht weniger manche andere Aspekte. Ein zweiter Aspekt wäre, zeige Toleranz für andere Meinungen.

Wenn du arrogant bist, vielleicht im Sinne von:

  • du bist noch nicht soweit, aber du wirst schon dazu kommen,

oder im Sinne von

  • du hast gar nicht verstanden, worum es im Leben geht,

dann wird dein Partner zwei Dinge hören: Erstens Yoga macht arrogant, zweitens Yoga macht intolerant und dann sagt drittens „ich will das nicht werden“ und viertens „also mache ich kein Yoga“. Daher vermeide Überheblichkeit, vermeide Intoleranz.

Leela Mata

Yogi Hari und Leela Mata

Ich kenne zum Beispiel einen heute großen Yoga Meister, Yogi Hari, dessen damalige Frau Leela Mata schon seit Kindheit, Jugend spirituell war. Die beiden haben sich verliebt, sie haben geheiratet. Leela Mata war auf dem spirituellen Weg, Yogi Hari war es nicht.

Irgendwann hatte allerdings Yogi Hari eine Erkrankung, in der es ihm es gar nicht gut ging. Dann hatte Leela Mata so ein Buch auf seinen Tisch gestellt und ein paar kleine Tipps zur Ernährung gegeben. Yogi Hari hatte das umgesetzt, weil die Ärzte ihm nicht helfen konnten. Es ging ihm besser und so hat er dann tiefere spirituelle Erfahrungen gemacht. Dann nachher ist er selbst zum Meister geworden.

Zusammen lernen und üben

Ein anderes Beispiel. Ein Mann hat mir mal erzählt, wie er auf den Yoga Weg gekommen ist. Seine Frau hatte bei Yoga Vidya eine Yogalehrer Ausbildung mitgemacht, eine zwei Jahresausbildung. Dann sollte sie anfangen zu unterrichten und dann hat sie ihrem Mann gesagt, „du, ich muss das Unterrichten üben; ich bräuchte ein Versuchskaninchen; willst du das nicht sein? Wenn du Versuchskaninchen dort bist, dann machen wir anschließend etwas, was du gerne machst“. Der Mann aus Liebe zu seiner Frau, um sie zu unterstützen war dann Versuchskaninchen der Yogastunde. Er hat darin so tolle Erfahrungen gemacht. Nach 3-4 Yogastunden durch seine Frau hat er Feuer gefangen. Seitdem übt er regelmäßig und hat jetzt vor kurzem die Yogalehrer Ausbildung bei Yoga Vidya auch begonnen.

Sei konsequent

So kann man Partner manchmal inspirieren, aber eben manchmal nicht. Ein paar weitere Tipps für Partner mit Partner, der sich nicht auf einem spirituellen Weg sieht, wäre konsequent zu sein, in dem was du sagst und was du dann tust. Wenn du dich immer von deinem Vorsätzen abbringen lässt, habt ihr Dauerstreit. Wenn du dich entscheidest, du willst jeden Morgen 20 Minuten meditieren, und deinen Partner, deine Partnerin kann dich regelmäßig davon abbringen, wirst du dich nicht gut fühlen. Dein Partner wird auch bestärkt werden, dich immer wieder davon abzuhalten. Wenn du dich entschlossen hast, du willst keine alkoholischen Getränke mehr trinken, und deinem Partner gelingt es immer wieder, dich zu einem Glas Rotwein zu überreden, ist das auch nicht gut. Du fühlst dich nicht gut damit, du ärgerst dich über deinen Partner und dein Partner wird immer wieder ermutigt, dich zu überreden.

Daher triff Entschlüsse. Besprich es mit deinem Partner und sei dann konsequent. Sage dann „es tut mir gut“. Typischerweise nach ein paar Wochen, spätestens nach ein paar Monaten wird dein Partner sich dran gewöhnen.

Auch ein Tipp ist, wenn dein Partner wieder etwas sagt, dann nicht zu begründen, nicht schimpfen. Wenn er sagt „hör doch endlich auf mit dieser Körner Esserei“, könntest du einfach nicht drauf antworten. Du musst dich nicht rechtfertigen, du musst dein Partner nicht überzeugen und du musst ihm auch nicht irgendwas von Leichenteilen erzählen, die ihr dort verzehrt. Sondern einfach nur ignorieren oder das Gespräch auf etwas anderes bringen. Also nicht rechtfertigen und konsequent sein, sind zwei Tipps, die ich dir hier geben will.

Gemeinsamkeiten

intensive Zeit füreinander

Der nächste Tipp wäre, betone die Gemeinsamkeiten. Sei dir bewusst, eure Liebe hat viele Aspekte. Macht Dinge gemeinsam, die euch beiden Freude machen, was auch immer das heißt. Gib ausreichend Zeit und Raum für die Partnerschaft. Gerade enthusiastische spirituelle Aspiranten, Aspirantinnen müssen aufpassen, dass sie nicht die Partnerschaft zu sehr vernachlässigen. Die Liebe ist auch da, bleibt auch da und spätestens dann, wenn der oder die Partnerin sich auch zurückzieht, merkt man, dass einem etwas doch sehr Wichtiges fehlt.

In diesem Sinne mache Raum für Partner, Partnerin. Sorgt dafür, dass ihr gemeinsam etwas tut, das euch wichtig ist, und dass ihr gemeinsam in der Partnerschaft wichtige Anliegen habt. Dazu würde auch gehören, ermutige deinen Partner, deine Partnerin bei dem, was ihm oder ihr wichtig ist. Wenn beruflicher Erfolg für ihn oder sie wichtig ist, dann kannst du auch dort Interesse haben. Wenn Wohnraumgestaltung wichtig ist, dann zeige, dass dir das auch hilft, dass er oder sie das macht. Wenn er oder sie sich irgendwo in einem gemeinnützigen Verein engagiert oder ein Hobby hat, zeige auch dort Interesse und Ermutigung. Wenn du das machst, wird normalerweise dein Partner, deine Partnerin dir das auch zurückgeben.

Das waren also nur Anregungen. Es gäbe noch sehr viel mehr dazu zu sagen. Wenn du zum Beispiel bei Yoga Vidya eine zweijährige Yogalehrer Ausbildung mitmachst, ist so etwas auch immer wieder Thema. Es ist auch gut, wenn spirituelle Menschen sich darüber öfters austauschen, welche Auswirkungen Spiritualität auf Partnerschaft hat und Partnerschaft auf die Spiritualität.

Sexualität

Ich möchte noch ein paar Sonderthemen ansprechen, die verschiedenste Arten von Partnerschaften betreffen können. Das eine ist die Sexualität auf dem spirituellen Weg.

Ich will das nicht vertiefen, denn dazu gibt es eigene Vorträge, aber ich will einen Sonderaspekt ansprechen.

Wenn man auf den spirituellen Weg geht, kann die sexuelle Libido, also die sexuellen Wünsche und der sexuelle Trieb entweder stärker werden oder schwächer werden. Es gibt Phasen, wo es in die eine, mal in die andere Richtung geht. Angenommen die sexuelle Begierde wird stärker und der Partner wollte vielleicht sowieso mehr, dann wird er sich sehr freuen. Angenommen die sexuelle Begierde wird stärker und der oder die Partnerin will nicht mehr haben, dann kann man das mal thematisieren und man wird eine Weise finden, die Liebe auf dieser Ebene auszudrücken, so dass beide Partner auch Freude empfinden können.

Ein etwas problematischerer Fall ist, wenn der oder die auf dem spirituellen Weg eine Phase erlebt, wo seine, ihre sexuelle Libido stark zurückgeht oder sogar ein paar Wochen, vielleicht sogar Monate weitestgehend verschwindet. Hier wäre ein wichtiger Tipp, dass du nicht sagst, „ich brauche das nicht mehr“ oder „ich bin jetzt darüber hinaus“, sondern dass du einfach sagst, „ich weiß nicht warum, aber momentan habe ich weniger sexuelle Wünsche, als bisher“. und daneben sagst, „es wird vermutlich sich wieder arrangieren und wird sich auch wieder ändern“. Ich kann dir sagen, das wird sich typischerweise auch wieder ändern.

Ein Fehler, den manche eben machen, sie sagen dem Partner, oft sind es Frauen, die dies dem männlichen Partner sagen, „ich brauche keine Sexualität mehr und ich will sie auch nicht mehr“ und der Mann macht vielleicht noch ein paar Versuche. Irgendwann merkt er tatsächlich, die Frau will nicht und dann klingt das sehr absolut. Nach ein paar Monaten, wenn vielleicht die Frau auch wieder sexuelle Wünsche hat, stellt sie dann fest, dass es jetzt eine Ablehnung von Seiten des Mannes gibt. Vielleicht hat er eine andere Weise gefunden, seine Sexualität auszuleben, weil es endgültig dargestellt wurde. Dann hat die Frau große Schwierigkeiten, denn eine Trennung ist nicht etwas, das einfach vor sich geht.

Klüger ist, das eben zu sagen, dass man jetzt vorübergehend vielleicht nicht diese Wünsche hat. Man kann trotzdem schauen, ob man dem Partner, der Partnerin auch auf diesem Gebiet irgendwo gerecht wird, auf irgendeine Weise. Dann wird man nach ein paar Wochen und Monaten auch diesen Aspekt der Partnerschaft wieder ausleben können.

Wechseljahre

Zurückgezogener Übergang in den Herbst des Lebens

Dieses letzte Phänomen, dass Frauen für eine gewisse Zeit die sexuellen Wünsche verlieren, ist manchmal auch nicht Yoga bedingt, denn es betrifft oft Frauen in den Wechseljahren, Frauen in den Vorwechseljahren, zwischen 45 bis 60-65. Vielleicht haben sie mit Yoga im Zuge der beginnenden Wechseljahre begonnen. In den Wechseljahren ändern sich die Hormone, sie stellen sich um und auch Frauen in den Wechseljahren, die kein Yoga üben, stellen große Schwankungen in ihrem sexuellen Begehren fest. Wenn es dann auf das Yoga bezogen wird und man dann sagt, man sei darüber hinaus, dann kann es zu Problemen in der Partnerschaft führen. Wenn die Frau dann aber sagt, „du, ich bin jetzt in den Wechseljahren und du weißt vielleicht auch, dass dort hormonelle Schwankungen sind“, dann versteht man das, irgendwie.

Für Männer sind Wechseljahre ziemlich ein Mysterium, wovor sie großen Respekt haben und sind doch bereit, gerade wenn die Partnerschaft schon etwas länger ist, einiges zu akzeptieren. Sie haben ja vielleicht Kontakt mit anderen Männern oder haben schon einiges darüber gelesen und wissen, da passiert etwas eigenartiges, das man nicht verstehen kann, aber das sich schrittweise auch wieder normalisieren wird und die Beziehung wird auf eine andere Ebene kommen. Wenn du also in dieser Situation nicht sagst, „ich bin jetzt auf einer anderen Ebene; ich brauche jetzt nichts mehr“, in der Art das ist jetzt dauerhaft vorbei; wenn du das vermeidest, dann mehr von Wechseljahren sprichst und hormonellen Schwankungen, wird dein Partner damit umgehen lernen. Ihr könnt in der Gemeinsamkeit weiter miteinander in Liebe wachsen.

Vegetarische Ernährung

Manchmal ist es auch etwas schwierig, wenn ein Partner Vegetarier wird und der andere isst nicht vegetarisch. Kein Partner kann von seiner Partnerin verlangen, dass sie ihm einen Steak backt. Das müsstest du nicht für ihn tun. Das ist meine persönliche Meinung, aber keine Partnerin kann vom Partner verlangen, dass er oder sie Vegetarier wird.

Wie ihr das jetzt genau löst, müsst ihr dann sehen. Aber du wirst nicht die Anzahl von Vegetariern dadurch erhöhen, indem du deinen Partner ständig beschimpfst. Es gilt zu schauen, wie kann man sich dort arrangieren. Ich kenne einige Partnerschaften, wo der Mann sagt, „okay, wenn du kochst, dann kochst du nur vegetarisch und ich esse das. Wenn ich koche, koche ich etwas für dich, das du essen kannst, aber ich koche auch mein Fleisch dazu oder ich verlange nicht, dass du Rotwein trinkst und zu Hause kann ich auch darauf verzichten, aber wenn wir ins Restaurant gehen, dann so und so. Ich kenne auch einige, die schon aus ökologischen Gründen sagen, Fleisch ist nicht nötig, deshalb verstehe ich, dass du es zu Hause nicht haben willst. Wenn wir ausgehen, dann ist es etwas anders, oder wenn ich allein bin, dann ist es etwas anderes.

Vegetarisch: lecker und gesund

Also das muss ausdiskutiert werden und man muss irgendwann ein Arrangement finden. Meine Erfahrung ist, dass manchmal Menschen die einen Partner, eine Partnerin haben, der nicht auf dem spirituellen Weg ist, besonders regelmäßig in ihren spirituellen Praktiken sind. Wenn sie es nämlich einmal so klar gemacht haben, dann machen sie es und sie wissen auch sie bekommen dadurch sogar ein bisschen Achtung vom Partner, von der Partnerin. Wenn man jetzt anfangen würde, weniger oft, weniger regelmäßig zu werden, dann sinkt man etwas in der Achtung des Partners, der Partnerin, man ist weniger konsequent und der Partner die Partnerin fängt wieder an, mehr zurückziehen zu wollen.

So weiß man, für die Harmonie unserer Partnerschaft muss ich einfach das auch tun, was wir besprochen haben. Dann ist die Partnerschaft eigentlich regelmäßig und der spirituelle Weg ist regelmäßig und hängt dann nicht so sehr von der Laune des Partners, der Partnerin ab, was man manchmal bei Partnern auf dem gleichen spirituellen Weg sehen kann. Feste Arrangements, die notwendig sind, wenn Partner nicht auf dem gleichen spirituellen Weg gehen, helfen einem in der eigenen Praxis regelmäßig zu sein.

Das waren jetzt so einige Anregungen und Aspekte. Ich gebe jetzt diesen Vortrag direkt vor einer Kamera. Normalerweise wenn ich den Vortrag im Rahmen einer zweijährigen Yogalehrer Ausbildung gebe, gibt es immer Fragen von Teilnehmern, Teilnehmerinnen und dann wird das auch etwas lebendiger. In diesem Sinne könntest du das jetzt auch machen.

Dieser Vortrag erscheint auf YouTube, auf iTunes, auf Yoga Vidya, vielleicht auch auf unserem Blog, auf Facebook, überall gibt es die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, eine Anregung, aus der eigenen Erfahrung zu sprechen. Es wäre schön, wenn du etwas schreibst.

Es wäre auch schön, wenn du diese Vorträge magst, wenn du auf dieses kleine Symbol klickst. Bei YouTube Daumen hoch oder bei Yoga Vidya, auf iTunes einen Kommentar schreiben oder eine Bewertung schreiben, auf Facebook das teilen und so weiter. Ich möchte das nochmal hier auch besonders sagen. Ich habe nämlich irgendwelche Statistiken gesehen, die Yoga Vidya Videos werden sehr häufig angeschaut, der Anteil von Likes und Kommentaren ist sehr viel geringer als auf anderen Kanälen, obgleich ich mündlich sehr viel positives Feedback bekomme. Es wäre doch schön, wenn du mindestens jetzt ein Klick machst oder wenn du einen kleinen Kommentar schreibst. Je mehr Klicks du auf Like oder „mag ich“ oder „gefällt mir“ oder „gut“ machst, umso höher rankt das dann auch bei YouTube, Facebook und anderen und dann werden auch mehr Menschen es sehen.

Mit diesem kleinen Appell möchte ich dich auch ermutigen nochmals nachzudenken, nicht nur über das, sondern auch über deine Partnerschaft, wie ihr vielleicht wieder anders sprechen könnt, um mehr Verständnis füreinander zu bekommen, ob du vielleicht nochmal innerlich dieses Gefühl der Dankbarkeit für eure Partnerschaft kultivieren kannst und vielleicht dir auch Momente nehmen kannst, Liebe zu deinem Partner deiner Partnerin zu spüren.

So jetzt mehr technisch: Es gibt noch andere ganze Video Reihen und MP3 Reihen über das Thema Liebe und damit auch Liebe in der Partnerschaft, wo es darum geht, wie man die Liebe selbst kultivieren kann. Diese kannst du auch auf unseren Yoga Vidya Internetseiten finden. Dort gibt es ein Suchfeld, wo du „Liebe“ oder auch „Sexualität“ oder „partnerschaftliche Liebe“ eingeben kannst, und du bekommst noch eine Menge Anregungen, die die Liebe selbst betreffen.

Video - Partnerschaft und Spiritualität

Dieser Videovortrag ist Teil der Vortragsreihe zu Vicharana, bewusstes spirituelles Streben. Die Vortragsreihe zu Vicharana wiederum ist Teil der Vortragsreihe zu "Spiritueller Weg“. Und dieser wiederum ist Teil der Vortragsreihe „Yoga Vidya Schulung – Der ganzheitliche Yogaweg“

Partnerschaft - Antonyme und Synonyme

Persönlichkeitsmerkmale und Tugenden versteht man am besten in ihrer Beziehung zueinander. Hier einige Hinweise, wie man Partnerschaft in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Partnerschaft - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Partnerschaft, also Synonyme zu Partnerschaft sind z.B. Gemeinschaft, Zusammenhalt, Verbundenheit, Brüderlichkeit, Verwandtschaft, Zusammenarbeit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Partnerschaft übertrieben kann ausarten z.B. in egoistische Partnerschaft, zweckgebundene Partnerschaft. Daher braucht Partnerschaft als Gegenpol die Kultivierung von Universalität, globale / allumfassende Partnerschaft

Gegenteil von Partnerschaft - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Partnerschaft, Antonyme zu Partnerschaft :

Partnerschaft Antonyme auf einen Blick

Antonyme Partnerschaft sind Universalität, globale / allumfassende Partnerschaft, Beziehungslosigkeit, ohne Miteinander, ohne Verbundenheit,.

Partnerschaft als Teil von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Bewusste Entwicklung von Partnerschaft

Partnerschaft ist eine Tugend, die man stärken kann. Vielleicht willst du ja Partnerschaft entwickeln als eine wichtige Eigenschaft in dir. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Partnerschaft mehr zu leben, in dir stärker werden zu lassen.
  • Du kannst dir vornehmen: "Während der nächsten Woche werde ich Partnerschaft ganz besonders kultivieren. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein partnerschaftlicherer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Partnerschaft ausdrückt. Bringe mit deinen Handlungen zum Ausdruck, dass du diese Eigenschaft besitzt und lebst. Tue einfach so, als ob du diese Eigenschaft stark in dir hast.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Partnerschaft."
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin partnerschaftlich."

Affirmationen zum Thema Partnerschaft

Hier einige Affirmationen für mehr Partnerschaft. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen. Nicht alle unten aufgeführten Affirmationen passen - nutze diejenigen, die für dich stimmig erscheinen.

Klassische Autosuggestion für Partnerschaft Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin partnerschaftlich.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin partnerschaftlich. Om Om Om.
  • Ich bin ein Partner, eine Partne OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Partnerschaft Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin partnerschaftlich " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Partnerschaft.
  • Ich werde partnerschaftlich.
  • Jeden Tag werde ich partnerschaftlicher.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Partnerschaft.

Dankesaffirmation für Partnerschaft :

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag partnerschaftlicher werde.

Wunderaffirmationen Partnerschaft Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr partnerschaftlich. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Partnerschaft entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr partnerschaftlich zu sein.
  • Ich bin jemand, der partnerschaftlich ist.

Gebet für Partnerschaft

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Partnerschaft:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Partnerschaft.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein partnerschaftlicher Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Partnerschaft mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Partnerschaft zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Partnerschaft zu entwickeln?
  • Wie könnte ich partnerschaftlich werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Partnerschaft.
  • Angenommen, ich will partnerschaftlich sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre partnerschaftlich, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Partnerschaft kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als partnerschaftlicher Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Partnerschaft

Eigenschaften im Alphabet nach Partnerschaft

Literatur

Weblinks

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Marcel Scherreiks,

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Im Yin Yoga werden die Stellungen absolut anstrengungslos bei entspannten Muskeln gehalten. Es ist daher eine besonders „weiche“, „sanfte“ (Yin) - gleichzeitig besonders tiefgreifende wirku…
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