Praktizieren

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Freie Übersetzung eines Kapitels aus dem Buch „Upasana“, einer Sammlung von Vorträgen von Swami Chidananda.

Es ist wichtig den Anweisungen des Gurus zu folgen.

Praktizieren

Swami Chidananda hat gesprochen: Strahlende unsterbliche Seele! Gestern Morgen haben wir darüber gesprochen, dass es wichtig ist, dass wir jeden Tag praktizieren. Es ist wichtig die Anweisungen des Gurus, des spirituellen Lehrers auszuführen. Es ist wichtig einen spirituellen Lebensstil zu praktizieren. Es ist wichtig den Anweisungen der großen Weisen und Heiligen der Vergangenheit als auch des eigenen Lehrers zu folgen. Es ist sehr wichtig die Sachen in die Praxis umzusetzen, die die Essenz des spirituellen Lebens sind. Aber es ist nicht nur wichtig zu praktizieren, bewusst zu praktizieren ist noch wichtiger. Tue das, was du tust mit vollem Bewusstsein, mit voller Hingabe, mit voller Aufmerksamkeit und Aufrichtigkeit. Swami Sivannanda, Gurudev hat immer diesen Punkt betont. Selbst wenn du nur wenig praktizierst, praktiziere bewusst mit ganzem Herzen, mit ganzem Geist, mit ganzem Wesen. Was auch immer du praktizierst, mache es regelmäßig ohne Unterbrechung jeden Tag.

Absorbiere die Schriften

Yoga nur ab und zu mal ausgeführt führt dich nirgends hin. Es kann sein, dass du ab und zu in die Stimmung kommst, intensiv zu praktizieren. Vielleicht sieben bis acht Stunden Yoga am Tag und danach hast du vielleicht gar keine Lust mehr und hörst auf. Gurudev hat gesagt, nein so nicht. Das ist nicht das Sadhana, was dich zur höchsten Vollkommenheit bringt. Mache das, was du machst regelmäßig, täglich und mache das, was du machst mit großer Achtsamkeit, mit großer Bewusstheit.

In der Manu Smriti steht: Absorbiere die Schriften jeden Tag. Ich habe euch beim letzten Mal etwas erzählt über den Unterschied zwischen Paath und Swadhyaya und das ist Rezitation der Schriften oder einfach Lesen der Schriften. Swadhyaya ist bewusstes Studium der Schriften. Studiere mit tiefer Bewusstheit den Inhalt der Schriften. Und nachdem du die Schriften studiert hast, setze sie im Alltag um. Lies also nicht einfach nur etwas, sondern lies es bewusst, studiere es und setze es in die Tat um. Nicht Gelehrtheit oder einfaches Wissen sind wichtig, sondern wichtig ist das in die Tat umzusetzen, was du hörst. Lies bewusst und setze es um. Was auch immer du an spirituellen Praktiken machst, mache sie täglich und bewusst.

Achtsamkeit und Bewusstheit

Krishna hat immer wieder in der Bhagavad Gita und anderen Schriften gesagt, was auch immer du machst, wenn du es mit Abhyasa, mit Übung regelmäßig ausführst, dann wirst du erfolgreich sein. Abhyasa, Praxis, Übung ist das, was der Schlüssel zum Erfolg ist, egal in was. Und natürlich besonders in der Spiritualität. Daher lasst uns unser spirituelles Leben, unser Sadhana auf diesem wichtigen Prinzip aufbauen: Dauerhaftigkeit, Beständigkeit und Bewusstheit. Gurudev Swami Sivananda hat immer wieder gesagt, dass beständige Regelmäßigkeit ohne Unterlass wichtig sind. Dass du das, was du machst, machst ohne Unterbrechung. Tue es mit Bewusstheit. So wirst du erfolgreich sein. Der Fluss hört nicht zwischendurch auf zu fließen. Er hört auf, wenn er im Ozean gelandet ist. Daher mache das Ziel des Erreichens der Gottverwirklichung zu deinem Wichtigsten. Praktiziere ununterbrochen, täglich.

Eine Möglichkeit der Praxis ist, täglich ein Mantra zu wiederholen. Dazu brauchst du noch nicht einmal eine spezielle Asana. Du brauchst keine besonderen Umstände, keinen besonderen Platz. Es ist nichts Besonderes wichtig. Zeit und Ort sind nicht von großer Bedeutung. Aber es ist wichtig, dass du jeden Tag das Mantra mit großer Bewusstheit wiederholst. Und dass du dich täglich an Gott erinnerst. Dass du mit großer Bewusstheit Gottes Gegenwart spürst. Das ist das, was wirklich notwendig ist. Praktiziere also und praktiziere mit Bewusstheit.

Sieh Gott in allem und sieh alles in Gott

Sieh Gott in allem und sieh alles in Gott.

Krishna sagte im 6. Kapitel, Vers 30 der Bhagavad Gita: „Wer auch immer mich überall sieht und mich in allem sieht, der wird zu mir kommen.“ Sieh Gott in allem und sieh alles in Gott. So wirst du Gott erfahren. Oder Bhagavad Gita 7. Kapitel 14. Vers: „Wer auch immer Zuflucht in mir allein nimmt, der wird diese Illusion überwinden.“

Mit diesen Worten gibt uns der große Lehrer große Sicherheit. Er sagt letztlich, dass du im höchsten Licht bist. Keine Dunkelheit wird dich befallen. Mögest du jetzt über diese Worte nachdenken. Fasse den Entschluss bestimmte Dinge zu praktizieren. Ob es bestimmte Dinge sind, wie Asana, Pranayama, Meditation, Kirtan und so weiter oder ob du dir die Gewohnheit entwickeln willst, täglich eine Schrift zu studieren, jeden Tag das Mantra zu wiederholen, dich an Gottes Gegenwart zu erinnern. Nimm dir etwas vor, mache es jeden Tag. Mache es bewusst, mit Aufmerksamkeit, mit Intensität und voller Konzentration. So wirst du auf dem spirituellen Weg voranschreiten.

Das sind die ermutigenden Worte von Swami Chidananda, die er in einem Vortrag uns allen gegeben hat. Dieser Vortrag ist niedergeschrieben in dem Buch „A Call to liberation“. Mein Name Sukadev von www.yoga-vidya.de.

Videovortrag zum Thema: Praktizieren

Praktizieren heißt etwas ausüben. Im Yoga sprechen wir davon, dass man Yoga praktizieren soll. Dabei gilt: Praktiziere bewusst, nicht mechanisch. Hier ein Video zum Thema "bewusst praktizieren":

Weitere Videos mit Übersetzungen von Vorträgen von Swami Chidananda

Hat dir das Video zum Thema "bewusst praktizieren" gefallen? Hier findest du weitere Videos mit Vorträgen von Sukadev mit freier Übersetzung von Vorträgen von Swami Chidananda:

Siehe auch

Weitere Artikel von Swami Chidananda im Yoga Vidya Wiki

Literatur von Swami Chidananda

  • Light Fountain (Quelle des Lichts)
  • Ponder these Truths (Nachsinnen über Wahrheit)
  • A Call to Liberation (Aufruf zur Befreiung)
  • Seek the Beyond (Suche das Jenseits)
  • Early Morning Talks (Vorträge am frühen Morgen)

Weblinks