Beruf

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Yogalehrer - eine erfüllende Berufung

Beruf ist die Tätigkeit, mit der ein Mensch seinen Lebensunterhalt verdient.


Beruf

kommt von Berufung, ist also mehr als einfach nur ein Job. Beruf ist idealerweise ein Ruf der Seele - und ein Ruf der Gesellschaft. In einem engeren Sinne ist Beruf das, was man gelernt hat - während Arbeit das ist, was man tatsächlich tut.

Was hat Beruf mit Berufung zu tun? Was hat Beruf mit Ruf zu tun? Und was ist der Unterschied zwischen Job und Beruf?

Der Ausdruck Beruf kommt tatsächlich von „rufen“. Jemand ruft einen. Idealerweise hast du einen Beruf zu dem du berufen bist. Das heißt irgendwo, der Ruf der Seele ist da, man sagt ja das ist deine Aufgabe, das solltest du tun.

Sei es, dass du das Gefühl hast, es kommt vom Inneren, sei es, dass du das Gefühl hast, von einer höheren Wirklichkeit kommt der Beruf zu dir. Du bist gerufen zu etwas. Wenn du das Glück hast, dass du tatsächlich einen Ruf hast, berufen bist zu irgendetwas, eine Berufung für etwas hast, dann schätze dich glücklich und folge diesem Beruf.

Es sollte im Berufsleben nicht hauptsächlich um Geld und Macht und um Ansehen gehen, sondern darum, dass du etwas Sinnvolles machst. Und es ist besser etwas Sinnvolles zu machen, wo du das Gefühl hast, dass du dazu berufen bist, als dass du etwas tust, was dir nur viel Geld gibt, aber langfristig deiner Seele schadet.

Kann jeder einen Beruf ausüben, zu dem er berufen ist? Vielleicht nicht unbedingt, denn manche Menschen haben nicht diesen starken Ruf der Seele und man muss ja mindestens für den Erwerbsunterhalt, manche Menschen werden nur einen Job machen, der ihnen Geld gibt und ihnen hilft mit anderen Menschen irgendwie in Kontakt zu sein. Letztlich dann den Lebensunterhalt zu bezahlen und mit anderen Zusammenhängen.

In früheren Zeiten war ein Beruf eher etwas Außergewöhnliches. Die meisten Menschen haben mehr das getan, was die Eltern getan haben. Also Bauer oder Tagelöhner und so weiter oder haben das Handwerk ihrer Eltern übernommen.

Ruf der Seele

Beruf hatte man nur gehabt, wenn man selbst diesen Ruf der Seele hatte. Zum Beispiel musste man berufen werden, um ins Kloster zu kommen. Es brauchte auch eine Berufung um Priester zu werden. Oder man hat sich berufen gefühlt, Arzt zu werden und eben den Beruf zu wechseln. Einen anderen Beruf zu ergreifen. Später ist daraus die allgemeine Berufsbezeichnung geworden. Dann hat jeder Mensch irgendeinen Beruf gehabt. Aber aus gutem Grunde unterscheidet man heute zwischen Beruf und Job.

Beruf und Job

Einen Job macht man, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Einen Beruf hat man zu dem man berufen ist. In diesem Sinne, manchem Menschen haben Jobs und manche haben einen Beruf. Und manche tun das, was ihrer Berufung entspricht. Aber nicht jeder muss in seinem Job seine Berufung finden. Manche Menschen machen einen Job,um Ihren Lebensunterhalt zu fristen und finden dann vielleicht ihre Berufung in einer gemeinnützigen Tätigkeit, in dem Engagement für etwas oder eben auch in der spirituellen Entwicklung, in der spirituellen Praxis.

Interessanterweise in Indien gibt es ja die vier Kasten und unabhängig davon, dass das Kastenwesen zum Kastenunwesen geworden ist, kann man dennoch einige Empfehlungen durchaus nachvollziehen. Zum Beispiel sagt man die sogenannten Brahmanen, die sollten entweder Priester sein, Lehrer sein, spirituelle Lehrer sein oder einen einfachen Job haben. Also natürlich Brahmanen, das sind also diejenigen, die nach Brahman streben, die Gottverwirklichung erreichen wollen. Natürlich gut, wenn sie lehren, wenn sie uneigennützig das Wissen weiter geben und wenn sie eben um anderen zu helfen das weitergeben. Auch Rituale ausführen und so weiter, Seelsorge ist alles etwas, was für den Brahmanen gut ist. Aber wenn er dadurch seinen Lebensunterhalt nicht fristen sollte, dann soll er eben etwas Einfaches tun. Einfache Landwirtschaft, einfache Handlangerarbeiten und so weiter. Damit bekommt er sein Geld und damit unterhält er seine Familie und hilft er anderen und ansonsten übt er seine spirituelle Praxis.

Genauso gibt es Menschen, die sich engagieren im Vereinsleben, die sich engagieren in der Kirche, die sich engagieren im Caritativen, die sich engagieren, um Kindern zu helfen in der Ganztagsschule und so weiter. Die vielleicht einen Halbtagsjob haben oder Dreivierteltagsjob, damit verdienen sie ihr Geld, aber ihre Berufung ist woanders. Manche überfrachten auch ihren Beruf, in dem sie alles vom Beruf erwarten. Aber es ist manchmal hilfreich sich bewusst zu machen, es gibt verschiedene Lebensaspekte und nicht alle Lebensaspekte können alle Bedürfnisse gleichzeitig befriedigen. Hast du einen Job, der ein Beruf ist und einer Berufung entspricht? Oder wo ist deine Berufung?

Video Beruf

Hier findest du einen Videovortrag über Beruf :

Autor/Sprecher: Sukadev Bretz, Seminarleiter zu Kundalini Yoga und Chakras.

Beruf Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Beruf :

Beruf und Spiritualität

Wie kann ich Spiritualität in den Berufsalltag bringen

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Diese Vortragsreihe über den spirituellen Weg ist Teil der Yoga Vidya Schulung, einer Vortragsreihe mit mehreren hundert Vorträgen zum Thema ganzheitliche Spiritualität, Leben spiritualisieren, und wie man mit dem Yogaweg Erleuchtung erlangt, ein glückliches Leben führt und viel bewirken kann.

Beruf als wichtiger Aspekt des Lebens

Beruf ist ein wichtiger Aspekt des Lebens. Viele Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Zeit und ihrer Energie, ihres Denkens, ihres Engagements mit Beruf. Für viele Menschen ist der Beruf de facto das Wichtigste. Auch wenn fast alle Menschen sagen würden, ihre Familie sei wichtiger, aber sie verbringen mehr Zeit und Engagement mit Beruf, und selbst der Urlaub wird eher als Regeneration gesehen, um etwas im Beruf zu tun.

Und wenn man von Freizeit spricht, dann stellt sich die Frage, warum es Freizeit heißt. Die Zeit ist frei von dem, worum es eigentlich geht, nämlich dem Beruf. Und freie Tage heißt, man ist von dem frei, wozu man eigentlich da ist, dem Beruf. Ich will nur damit verdeutlichen, in der Alltagssprache und im Selbstverständnis gerade des westlichen Menschen spielt Beruf eine ganz besondere Rolle.

In früheren Jahrhunderten gab es so etwas wie Beruf nicht, sondern man musste dafür sorgen, dass man isst und trinkt. Wenn man in der Wüste ist, muss natürlich das Wasser irgendwo herkommen, und man muss ein Zuhause haben, aber es gab jetzt keine Trennung zwischen Beruf und Freizeit. Man hat soviel gemacht wie nötig war, dass man das hatte, was man brauchte, und dann hat es aufgehört.

Dann gab es irgendwann die großartige Entdeckung des siebten Tages, dass man am siebten Tage ruht, und so wurde die Woche strukturiert. Sechs Tage sollst du arbeiten, am siebten Tage sollst du ruhen. Und dann wurde schließlich auch irgendwann das Konzept von Arbeitszeit und Freizeit eingeführt, und in den letzten Jahren gibt es wieder einen gegenläufigen Trend, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen. In gar nicht mal wenigen Firmen ist ein bisschen surfen im Internet für private Zwecke irgendwie geduldet, in anderen Firmen überhaupt nicht. Und oft wird fast erwartet, oder mindestens ist es üblich, dass Mitarbeiter mit ihrem Smartphone ihre Emails zu Hause checken und dass sie einiges auch in der Freizeit vorbereiten für den Beruf.

Die vier Purushartas

Ohne Ausrichtung auf Sinn im Leben wirst du nicht glücklich

Dies ist auch ein Vortrag im Rahmen der Vorträge „Die vier Purushartas“. So möchte ich darüber sprechen: Beruf und Purushartas.

Die vier Purushartas, wie du weißt, wenn es nicht der erste Vortrag ist, den du von mir hörst, die vier Purushartas sind die vier Bedürfniskategorien, die vier Motivationskategorien, die vier Ebenen des menschlichen Strebens.

Der Beruf und die vier Purusharthas

Kama

Beruf hat eine Bedeutung auf allen vier Ebenen. Auf der einen Seite hat der Beruf eine Funktion, selbst das Leben schön zu gestalten, manche Menschen lieben es, deshalb tätig zu sein, weil es so eine angenehme Arbeit ist, weil sie nette Kollegen haben, weil es irgendwo Spaß macht, weil es schön ist.

Artha

Manche Menschen genießen einfach das, was sie tun, ohne dem eine größere Bedeutung zu geben, und sie genießen es, mit ihren Kollegen und Kolleginnen zusammen zu sein. Eine zweite Funktion des Berufs ist Artha. Man verdient sein Geld, man bekommt Anerkennung für das, was man tut, man hat das Gefühl des Erfolgs, und so ist Artha hier richtig.

Dharma

Dann gibt es Dharma, und Dharma bezogen auf den Beruf würde zum einen heißen, man macht etwas Sinnvolles, man hat eine berufliche Aufgabe gewählt, wo man weiß, man tut dafür etwas Gutes für die Menschheit, für die Tiere, für die Natur, für einzelne Menschen und so weiter.

Der zweite Aspekt von Dharma ist, man hat das Gefühl, man entwickelt sich durch seine berufliche Tätigkeit. Man lernt sich besser kennen, man entfaltet seine Talente, man kann das leben, was in einem steckt. Und man kann auch sagen, der Beruf hilft einem, spirituell zu wachsen. In einem Sinne würde man sagen, wenn man einen Beruf hat, zum Beispiel in einer spirituellen Gemeinschaft, dann würde man sagen, Dienst in der spirituellen Gemeinschaft an sich, hilft der spirituellen Entwicklung.

Moksha

Man kann aber auch sagen, jede Art von Berufstätigkeit kann der spirituellen Entwicklung dienen, weil es Herausforderungen gibt. Es gibt Herausforderungen wie zum Beispiel - man hat einen ungeduldigen Chef und muss lernen damit umzugehen, es gibt manchmal sehr viel zu tun und man muss seine eigenen Bedürfnisse mal zurückstecken und uneigennützig tätig sein. Es gibt vielleicht Phasen, in denen man langweilige Aufgaben hat, dann gilt es, die eigene Disziplin unter Beweis zu stellen und vielleicht gilt auch, unter Beweis zu stellen, dass man auch langweilige Tätigkeiten spiritualisieren kann, zum Beispiel, indem man ein Mantra wiederholt, Achtsamkeit im Alltag übt.

Oder es gibt Phasen, wo man ungerecht behandelt wird. Dann kann man lernen, sich vielleicht mehr durchzusetzen, mutig zu sein oder geduldig zu sein, loszulassen, Kränkungen zu überwinden. Es gibt so vieles, was man im beruflichen Leben alles lernt, das man von einer spirituellen Warte aus sehen kann, und was einem helfen kann, spirituell zu wachsen.

Berufliche Tätigkeiten die alle vier Aspekte berühren

Man könnte jetzt verschiedene Arten unterscheiden. Zum einen könnte man sagen, es gibt berufliche Tätigkeiten, die alle vier Aspekte gut berühren.

  • Es ist ein Job, der einem Spaß macht, Freude macht, wo man mit netten Kollegen zusammen ist und irgendwo Spaß miteinander hat, Kama.
  • Dieser gibt einem auch gleichzeitig genügend finanzielle Mittel und das Gefühl des Erfolgs und man bekommt die Anerkennung, die man braucht, Artha.
  • Man tut dabei etwas Gutes, man hat das Gefühl, das was man macht ist sinnvoll und man hat außerdem das Gefühl, die eigenen Fähigkeiten werden entwickelt und man kann seine besonderen Fähigkeiten einbringen, Dharma.
  • Und man hat auch das Gefühl durch die Herausforderungen im Beruf wächst man spirituell und man kann sich selbst zum Instrument des Göttlichen machen und es blitzen im Beruf immer wieder Erfahrungen des Göttlichen auf. Dann würde man sagen, das ist eine berufliche Tätigkeit, wo alle vier Purushartas wichtig sind und auch berücksichtigt werden.

Beispiel: Tätigkeit einer Krankenschwester

Krankenschwester eine gute Berufswahl um spirituell zu wachsen

Es könnte zum Beispiel die Tätigkeit einer Krankenschwester sein. Wenn es ein angenehmes Betriebsklima gibt, Kama, und ihr das Spaß macht, Kama, die Tätigkeit gut bezahlt ist, Artha, es vielleicht einen Chef gibt, der öfter Anerkennung zeigt, vielleicht die Patienten, die ihre Dankbarkeit ausdrücken, Artha. Eine Krankenschwester hilft so vielen Menschen, tut also viel Gutes, Dharma. Sie kann vielleicht auch ihre besonderen Fähigkeiten dort besonders einbringen, vielleicht als Mitgefühl, vielleicht als kleine Tipps, vielleicht auch im Sinne von mehr Verantwortung übernehmen, sich selbst in der Persönlichkeit entwickeln, Dharma. Und dabei auch das Gefühl haben, dass in Gesundheit und Krankheit auch etwas Göttliches ist, und dass das Göttliche sich durch sich selbst manifestiert. Dass in der Begegnung mit Patienten und in der Begegnung mit Kollegen öfters das Göttliche aufleuchtet und in den Herausforderungen auch spirituelle Entwicklung ist. Das wäre evtl. ein spirituell idealer Beruf.

Beispiel: Sevaka bei Yoga Vidya

Ein besonders idealer spiritueller Beruf ist Sevaka bei Yoga Vidya zu sein, das heißt Mitglied der spirituellen Gemeinschaft zu sein, wo alles darauf ausgerichtet ist, spirituell zu wachsen. Ich erwähne es auch deshalb, wenn du das noch nicht weißt, es gibt einige Yoga Vidya Ashrams, einige Yoga Vidya Zentren und hier gibt es auch die Möglichkeit, Sevaka zu werden, also Mitglied der spirituellen Gemeinschaft. Auf unseren Internetseiten kannst du suchen nach: Gemeinschaft oder nach Sevaka, und dann findest du mehr darüber.

Als Sevaka hast du zum Einen, was du zum Leben brauchst, und wir bemühen uns, auf einfache Weise auch die Dinge zu berücksichtigen, die Menschen gerne so haben, Kama.

Und man braucht sich auch keine Sorgen zu machen, im Normalfall wird vieles von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt. Artha, es gibt eine finanzielle Absicherung und auch dort braucht man sich keine Sorgen zu machen wie die Miete gezahlt wird und so weiter. Das geschieht einfach, man hat seine finanzielle Absicherung, letztlich sind auch alle Sozialabgaben bezahlt und Alterssicherung wird eingezahlt. Natürlich ist es ein einfaches Leben. Einfach leben - erhaben denken. Aber eben ein Leben, das für die Meisten ohne finanzielle Sorgen ist. Anders als das Durchschnittsleben wäre.

Und man bekommt, gerade wenn man Yoga unterrichtet, immer wieder tolles Feedback und immer wieder kommen dankbare Menschen auf einen zu und erzählen einem, wie toll die Erfahrungen sind und wie gut man das gemacht hat. Eine gewisse Anerkennung bekommt man also auch. Wir bemühen uns bei Yoga Vidya Sevakas Raum zu geben, dass sie ihre eigenen Anliegen hineinbringen können. Wir bemühen uns, die Talente der Sevakas auf ihre Weise besonders zu fördern, und in der Gemeinschaft wird man immer wieder herausgefordert und kann seine eigenen Fähigkeiten entwickeln und kultivieren, Dharma.

Und wir denken, dass das Unterrichten von Yoga, das Weitergeben von Yoga, das Produzieren von Internetvideos und Audios etwas ist, das vielen Menschen hilft. Und so haben wir das Gefühl, wir tun etwas sehr sinnvolles. Und Moksha, das Leben eines spirituellen Aspiranten als Sevaka ist natürlich ausgerichtet auf Spiritualität. Wir wollen immer wieder auch unseren Alltag spiritualisieren, wir wollen das, was wir tun, Gott darbringen, wir wollen ihm gegenüber das Göttliche wahrnehmen, so auch in unserer Alltagstätigkeit Spiritualität erfahren. Als Sevaka unterscheidet man nicht zwischen spirituellem und weltlichem Leben, sondern man will einfach nur alle Aspekte des Spirituellen leben.

Beispiele für Sonderfälle

Oder Geld verdienen, um viel Gutes zu bewirken

Ein weiterer Sonderfall wäre ein Beruf, der nicht alles abdeckt. Es gibt manche Menschen, die sagen, das klingt alles gut, aber bei mir geht das nicht. Aber, falls du dazu gehörst, dann möchte ich dich jetzt nicht mit einem schlechten Gefühl lassen, und will dich auch nicht auffordern, deinen Beruf zu wechseln, sondern man kann auch sagen, wenn du einen Beruf hast, den du irgendwie magst, und der dir nicht zuviel abverlangt, dir aber genügend zum Leben lässt, das ist auch schon gut.

Selbst wenn die Firma nicht übermäßig engagiert ist, selbst wenn das, was du tust nicht übermäßig sinnvoll ist, du könntest trotzdem sagen, ab und zu bist du besonders nett zu deinen Kollegen, du gibst ihnen vielleicht den einen oder anderen Tipp, du hilfst auch mal den Kunden, so bringst du auch etwas Dharma hinein.

Und du könntest sagen, ansonsten bin ich ja zu Hause engagiert in meiner Familie und damit bewirke ich etwas Gutes, und ansonsten bin ich vielleicht auch in irgendeinem gemeinnützigen Verein und engagiere mich dort und gebe so der Welt etwas weiter, oder du sagst auch, in dieser anderen Tätigkeit entwickele ich mich auch weiter. Und indem du auch in einem scheinbaren weltlichen Beruf öfter ein Mantra wiederholst, öfter das Göttliche in deinem Gegenüber siehst, dir öfter sagst, ich bringe alles Gott dar, ist auch das spiritualisiert. Oder wenn du Herausforderungen hast, siehst du diese eben auch als spirituelle Herausforderungen.

Oder du könntest dir sagen, ich habe einen Beruf, der macht mir nicht übermäßig viel Spaß, aber ich bekomme wenigstens das Geld. Man könnte auch sagen, etwas zu tun, was einem wenig Freude bereitet, ist auch eine Form der Disziplin. Ist auch etwas, woran man wachsen kann. Wenn du dabei die finanziellen Mittel bekommst, die du brauchst, um ansonsten eine Wohnung zu haben, etwas zum Essen zu haben, eine Yogalehrerausbildung zu bezahlen, Yoga Seminare zu bezahlen, und darüber noch genügend Raum hast zu praktizieren, dann ist das auch ganz ok.

Manchmal muss man aufpassen, dass man seine berufliche Tätigkeit nicht überfrachtet und hofft, dass sie auf allen Ebenen so toll ist. Letztlich existieren Unternehmen in der sogenannten Marktwirtschaft im Kapitalismus darum, zunächst mal, vom Standpunkt der Besitzer, dass sie Geld verdienen. Dann im Sinne der Theorie der Marktwirtschaft indem alle Unternehmen probieren, Geld zu verdienen. Es wird irgendwie das abgedeckt, was die Menschen wollen, und wenn die richtige Gesetzgebung da ist, dass ökologische und soziale Standards eingehalten werden. Die Theorie ist, dass alles irgendwo dann doch funktioniert.

Du könntest für dich auch sagen, ich bin Teil des Ganzen, mein Beruf ist nicht auf allen Ebenen ideal, muss er auch nicht sein, aber ich habe Zeit für meine Praktiken, Zeit auch, Gutes zu bewirken in der Welt, und ich habe auch das Gefühl, ich wachse in meiner Persönlichkeit durch das, was ich tue. Und ich nehme Herausforderungen an und will in allem das Göttliche sehen.

Sattva, Rajas, Tamas und Beruf

Wer Yoga übt, wird eher kein Metzger sein wollen

Vielleicht noch ein letzter Aspekt des Berufs. Ich hatte es auch schon einmal in einem anderen Kontext angesprochen, nämlich Sattva, Rajas und Tamas. Es gilt, die Purushartas auf sattvige Weise zu befriedigen, und in diesem Sinne geht es auch um Kama, Artha, Dharma, Moksha. Auch im Beruf.

Vom Yoga her würde man sagen, im Beruf gilt es, ethisch zu sein. Und es gibt natürlich auch unethische Weisen, Beruf zu leben. Ein Aspekt des Mangels an Ethik im Beruf wäre natürlich betrügen, lügen und so weiter. Das solltest du als spiritueller Aspirant nicht machen. Wenn du, um in deinem Beruf zu existieren, andere anlügen oder betrügen musst, dann ist das nicht der richtige Beruf, dann solltest du dir etwas Neues suchen. Manche Verkäufer haben mir gesagt, um ihre Zahlen zu erzielen werden sie instruiert, die Kunden übers Ohr zu hauen. Das kannst du nicht machen. Ein spiritueller Aspirant sollte nicht an unethischen Handlungen teilhaben. Oder wenn du in einem Unternehmen bist, wo beruflicher Erfolg nur einher geht, indem du andere nieder machst, dann solltest du das auch nicht machen. Manifest unethische Sachen sollte ein spiritueller Aspirant nicht tun. Auch Sozialbetrug wäre nicht etwas, was ein spiritueller Aspirant machen darf. Wenn du mal arbeitslos geworden bist, ok, dafür sind die sozialen Absicherungen da, dafür wurde das Arbeitslosengeld bezahlt.

Aber wenn du dir jetzt einfach vornimmst, dich auf die faule Haut zu legen, irgendwo schaust, wie die Gesellschaft dich durchfüttern kann, damit du in Ruhe deine spirituellen Praktiken machen kannst ohne dich anzustrengen, ist nicht ok. Aber wenn du eine schwere Erkrankung hast, die zur Frühverrentung führt, ist das ok, wenn du das Geld dafür annimmst und letztlich brauchst.

Auch in einem Unternehmen tätig zu sein, das manifest unethische Dinge tut, das kann ein spiritueller Aspirant auch nicht machen. Ich glaube nicht, dass ein spiritueller Aspirant in einem Rüstungswerk sein darf. Du solltest nicht daran beteiligt sein, Mienen herzustellen, mit denen Menschen zum Beispiel in Bürgerkriegsregionen noch Jahre und Jahrzehnte nach Ende des Bürgerkriegs Beine und Arme verlieren. Du solltest auch nicht in einem Unternehmen sein, das Fleisch verkauft, mindestens nicht in der Fleischindustrie tätig sein. Ich glaube nicht, dass der Beruf eines Schlachtermeisters und eines Fleischereiverkäufers mit Yoga verträglich ist. Genauso gibt es andere Berufe, die mit Lug und Betrug in Verbindung stehen. Das solltest du nicht machen. Natürlich gibt es diesen großen Graubereich. Im Graubereich musst du abwägen. Nicht alles ist perfekt, eigentlich ist nichts perfekt, uneigentlich ist auch nur wenig vollständig unethisch. In einem Kaufhaus als Verkäuferin tätig zu sein, wo alles Mögliche verkauft wird, ist vermutlich zu rechtfertigen.

Oder Lagerist zu sein in einem Unternehmen, das sich grundsätzlich an ethische Standards hält, aber auch alles Mögliche verkauft, was vielleicht vom Yoga her nicht rein sattvig ist, aber dabei nicht unethische Prinzipien gelten, wird auch ok sein. Man muss eben schauen, wie konsequent man für sich ist, was Ökologie und Verletzen betrifft. Man kann sich sagen, ich muss ja irgendwie mein Geld verdienen, Kama, Artha sind erst mal wichtig, das Andere werde ich zurückstellen, solange es nicht manifest unethisch ist.

Hinweise

Das waren jetzt eine Menge Anregungen. Hier gilt wieder, normalerweise, wenn ich diese Vorträge nicht vor der Kamera halte, dann gibt es alle möglichen Fragen vom Publikum und dann gibt es natürlich Verschiedenes, auf das ich eingehe, hier mache ich das jetzt einfach so, vor der Kamera. Vielleicht hast du selbst Anregungen, Fragen, Ergänzungen, willst aus deiner eigenen Erfahrung sprechen, wie du deinen Beruf spiritualisiert hast, oder welche Schwierigkeiten du im Beruf hast, dann schreibe doch einfach etwas. Wenigstens schreibe hierunter ein paar Anmerkungen, wenn du es auf einem Portal liest auf dem es Bewertungen gibt, dann freue ich mich über ein „Daumen hoch“ oder eine 5-Sterne-Bewertung, schön sind auch Kommentare. All das macht es lebendiger und hilft auch, das Andere das sehen werden.

Soweit zu Beruf und Spiritualität, einige Anregungen, mein Tipp wäre, dass du dir vielleicht jetzt ein paar Momente nimmst und dir überlegst, was von dem, was ich gesagt habe, vielleicht für dich eine Anregung sein kann.

All diese Vorträge gibt es übrigens sowohl als Video, da siehst du mich und wie ich manchmal etwas an der Tafel zeige. Es gibt sie auch als Audio, als Podcast, dort kannst du das Ganze auch unterwegs anhören.

Beruf und Spiritualität Video

Hier ein Vortrag zum Thema Beruf und Spiritualität von und mit Sukadev Bretz aus der Reihe Yoga Vidya Schulung, Vorträge zum ganzheitlichen Yoga. Hier beschreibt Sukadev, wie du deine berufliche Tätigkeit und spirituelles Leben miteinander verbinden kannst - und welche Herausforderungen dabei auf dich zukommen.

Yoga Praxis im Berufsleben=

Fortgeschrittener Übungsplan "B" von Swami Sivananda für Menschen im Berufsleben:

  • Dauer Von-Bis
  • Japa und Meditation 1-30 3:30-5.00.
  • Sirshasana 0-30 5.00-5.3'0
  • Sarvangasana,' Matsyasana, Paschimottanasana etc. 0-30. ;5:30-6:00.
  • Bhastrika und andere Pranayamas 0-30 6:00'- 6::30.
  • Studium (Svadhyaya) 0-30 6:30-7:00
  • Asanas, Pranayama, Japa und Meditation 3-00 18:15-21:15
  • Mahlzeit 0-1'5 21:15- 21:30
  • Studium,0-30 21:30-22:00
  • Schlaf 5-00 ' 22:00-3:00

Literatur

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Siehe auch

Wenn du dich interessierst für Beruf, dann hast du vielleicht auch Interesse an Bergkristallkette, Beileid aussprechen, Befreiung, Berufsverbände, Beschaulich, Besser atmen.

Seminare

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