Psyche

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Wort "Psyche"stammt aus dem Altgriechischen, wird mit dem Wort Atem oder Hauch im Sinne von Lebenshauch übersetzt. Im Wort "Atem" wiederum steckt die indogermanische Wurzel des Sanskritbegriffes von Atman (Bewusstsein des Individuums) – das unvergängliche Selbst, die Seele, welche auch im Yoga Kontext eine große Rolle spielt.

Die Psyche wird im Yoga als Instrument der Seele angesehen

Die Psyche eines Menschen, im Inneren verborgen, umschreibt alle seelischen Vorgänge, bewusster wie auch unbewusster Art. Geist und Intellekt selektieren unterschiedlichste Reize, nehmen diese wahr und rufen Gedanken und Gefühle im Inneren hervor. Das wahre Selbst in Form von reinem Bewusstsein (entspricht Brahman, dem kosmischen Bewusstsein) und bleibt bei all den unterschiedlichen Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen unverändert.

Psyche in der Mythologie

Psyche, die Seele, ist das jüngste Kind der antiken Mythologie. Um ihrer Schönheit willen wird sie höher als Venus verehrt. Diese befiehlt Amor, sie mit Liebe zu dem hässlichsten Mann zu erfüllen. Amor selbst aber wird von Glut erfasst, befiehlt Zephyr, das Mädchen zu seinem in der Tiefe erbauten Palast zu tragen und besucht sie dort unerkannt, streng der Geliebten jede Nachforschung verbietend.

Die Schwestern Psyches erfüllen sie mit Misstrauen, sie belauscht den schönen schlafenden Gatten und verwundet ihn dabei mit einem heißen Öltropfen. Venus misshandelt die Verlassene und legt ihr schwere Arbeiten auf, zuletzt sendet sie sie zu Proserpina, um deren Schönheitsbüchse zu holen. Allen Gefahren trotzend, vollbringt Psyche den Auftrag und wird dann mit Amor wiedervereint und in den Himmel aufgenommen. — Apuleius' Märchen wurde in der Renaissance viel gelesen (Raffael, Farnesina in Rom, viele Cassonebilder; Fresken in der Engelsburg in Rom).

Antahkarana – Die Funktionen des menschlichen Geistes, der menschlichen Psyche

Der Raja Yoga, als Yoga des Geistes, will uns einladen, Herrscher zu werden über unsere Gedanken und Gefühle, man könnte auch sagen, geschickter mit unseren Gedanken und Gefühlen umzugehen und dann auch Gutes in der Welt zu bewirken.

Das Modell des Antahkarana mit den 4 Aspekten des inneren Instrumentes

Die Psyche als Instrument betrachten

Karana heißt Instrument; heißt, das, mit dem wir etwas tun. Dann gibt es:

  • Bahir Karana, das ist das äußere Instrument, unser Körper mit seinen verschiedenen Fähigkeiten,
  • und Antahkarana, das innere Instrument, die Psyche.

Dabei wird schon deutlich, dass wir im Yoga nicht davon ausgehen, dass wir der Körper sind, der Körper ist unser Instrument, wir sind auch nicht unsere Psyche, unsere Psyche ist auch unser Instrument und wir können lernen, mit Werkzeugen und Instrumenten gut umzugehen. So ähnlich, wie wenn du einen Werkzeugkasten hast, dann kannst du auch lernen damit umzugehen. Irgendwann als Kind habe ich einen Werkzeugkasten geschenkt bekommen, danach musste ich lernen, wie man die Säge, den Hammer, den Schraubenzieher usw. benutzt. Es war eine gewisse Anleitung notwendig, aber dann konnte ich anfangen zu basteln.

So ähnlich ist es auch mit unserem Körper, einiges lernen wir von selbst, bei anderem können wir lernen, wie wir den Körper noch besser nutzen können. So dient das ganze Hatha Yoga dazu, den Körper besser nutzen zu können, ihn noch gesünder zu halten. Ebenso ist es mit dem inneren Instrument, dem menschlichen Geist. Auch da können wir lernen, besser mit ihm umzugehen. Instrumente kann man auch verbessern, z.B. kannst du ein Messer schärfen oder du kannst auch den Akku in einem Schraubbohrer austauschen. So ähnlich kannst du an deinen eigenen geistigen Fähigkeiten arbeiten, und du kannst auch dazu beitragen, dass dein Körper besser funktioniert, dass er gesünder ist und du mehr damit machen kannst.

Du selbst bist aber nicht dieses Instrument, du bist Atman – das Selbst, die Seele, das Bewusstsein – und du hast dieses innere Instrument. Es besteht aus vier Teilen:

Samskaras: Eindrücke im Unterbewusstsein, Fähigkeiten, Gedächtnis, Neigungen, Persönlichkeit, Charakter usw.
Vasanas: Wünsche verbunden mit Samskaras
  • 2. Manas: Das Denkprinzip

Wenn in deinem Geist Emotionen, Gefühle, Gedanken sind, die mehr oder weniger von selbst entstehen, derer du dir auch bewusst sein kannst, ist das Manas.

Buddhi analysiert, beurteilt und entscheidet. Buddhi ist das, was den Menschen vom Tier unterscheidet, zumindest hat der Mensch die Buddhi stärker ausgebildet als die meisten Tierarten. "Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen", wie es Aristoteles gesagt hat; und die Vernunft heißt, dass wir sagen können, was richtig und was nicht richtig ist, wie man etwas machen will und wie nicht, was ethisch und was unethisch ist etc. Buddhi stellt Fragen und hinterfragt Dinge.

Es bedeutet, dass man sich mit etwas identifiziert. Du bist das unsterbliche Selbst, eins mit der Weltenseele und du identifizierst dich vielleicht mit dem Körper, vielleicht mit der Psyche, vielleicht mit bestimmten Fähigkeiten, vielleicht auch mit deiner Herkunft, deinem Geschlecht, deinem Beruf, deiner Religion, deinem Yoga Zentrum usw. Diese Identifikation nennt sich Ahamkara.

Du bist nicht nur in dir selbst, sondern du stehst auch in Kontakt mit deiner Umwelt:

Du nimmst Dinge wahr, das sind die sogenannten Jnana Indriyas, die fünf Wahrnehmungsorgane,
und tu tust auch etwas mit den Karma Indriyas, mit deinen fünf Handlungsorganen: Mit den Händen und Füßen kannst du etwas tun, bewegen, mit dem Mund sprichst du und nimmst Nahrung auf, dann gibt es noch Geschlechts- und Ausscheidungsorgane.

So erfährst du Dinge, so kommen Reize und Gedanken in dich hinein und du tust Dinge.

Die Gedankenwelt und ihre Auswirkungen

Laut Yoga nimmst du nicht nur über die physischen Sinne Dinge wahr, sondern auch über deine Gedanken direkt. Man könnte auch sagen, dass du auch aus der Gedankenwelt beeinflusst wirst. Es gibt z.B. Gedankenfelder, die eine besondere Kraft haben, wenn du z.B. in einen Ashram gehst, wirst du feststellen, dass du dort eine besondere spirituelle Kraft erfahren kannst und dir erhabene Gedanken kommen.

Angenommen du bist mit sehr aggressiven Menschen zusammen, dann merkst du, dass du auch irgendwie davon beeinflusst wirst. Wenn du in einen Raum kommst, wo lauter depressive Menschen sind, musst du aufpassen, dass du davon nicht stark beeinflusst wirst.

Umgekehrt haben deine Gedanken auch eine Auswirkung. Wenn du einen positiven Gedanken hast, einen Gedanken des Friedens, strahlt das auch in die Welt aus. Im Yoga wird ja angenommen, dass es eine starke Lichtkraft in der Gedankenwelt gibt, wenn viele Menschen friedvolle, lichtvolle, mitfühlende Gedanken haben, und wir hoffen, dass diese Gedanken sich dann eben auch in Ereignissen der physischen Welt, also einer friedvolleren Welt sammeln.

Leider scheint es jetzt, im Jahr 2017, so, dass Gedanken des Hasses mehr werden. Mir erscheint das so, als ob das noch sehr viel mehr sind, als noch vor zehn Jahren. Vor einigen Jahren haben wir bei Yoga Vidya überlegt, ob wir in dem "Allumfassenden Gebet" wo steht, "Befreie uns von Selbstsucht, Gier, Zorn und Hass", vielleicht nicht einfach "Hass" weglassen sollen, weil wir gedacht haben, dass kaum ein Mensch heutzutage noch Hass kennt. Leider muss ich sagen, dass es diese Diskussion über die Veränderung des Gebets nicht mehr gibt, denn in der Welt als Ganzes gibt es viel Hass. Die Hoffnung ist natürlich, dass diejenigen, die Yoga üben dieses Gefühl nicht oder nicht mehr kennen, aber wir als Menschheit, als Ganzes, haben leider mehr solche Gedanken.

Wenn viele Menschen Hassgedanken haben und Gedanken der Intoleranz, schafft das ein negatives Energiefeld und dieses kann leider manche Menschheitsverführer mit Energie versorgen und diese können dann Schlimmes tun. Oder diese negative Gedankenwolke kann sich dann in der physischen Welt manifestieren als Katastrophe, Krieg, Naturkatastrophe.

In diesem Bewusstsein wollen wir jetzt keine Angst kultivieren, denn Angst ist auch kein guter Gedanke, sondern Gedanken von Licht, Liebe, Frieden, Verständnis, Einfühlungsvermögen. Also auch unsere Gedanken sind wichtig, nicht nur, weil sie unseren physischen Körper positiv beeinflussen, oder uns eine andere Stimmung geben, so wie sie es tun, aber eben auch, weil wir damit etwas Positives bewirken. Ereignisse werden auch von einer höheren Warte aus geschickt. Man könnte sagen, von Atman oder vielleicht eher noch von der Karana Sharira, der Kausalwelt.

Es kommen Dinge in diese Welt, an denen wir wachsen können. Es kommen Dinge, die uns die Erfahrungen geben, die wichtig sind, damit wir lernen können. Was auch immer kommt, hat man vielleicht selbst beeinflusst, es sind Ereignisse, die von einer höheren Warte, erziehungsmäßig für uns gut sind oder sie sind von der Gedankenwelt, den Gedanken von uns und anderen beeinflusst worden.

Manas, Atman & Ishvara

Öffne Dich Atman, Gott, mit Hilfe von spirituellen Praktiken

Atman ist unser wahres Selbst, unser höheres Bewusstsein. Wir wollen uns natürlich öffnen für Atman, wir wollen durchlässig werden, also müssen wir unser Ego zur Seite stellen, wir müssen auch vorübergehend unserer Vernunft, unserem Buddhi eine Pause geben und dann erfahren wir Inspiration und Intuition. Das machen wir z.B. in der Meditation. Wir machen es in den spirituellen Praktiken von Asanas und Pranayama, in der Tiefenentspannung oder auch zwischendurch, vielleicht sogar, wenn wir ein Gebet sprechen, uns an eine höhere Wirklichkeit wenden, uns ganz offen und ruhig machen und schauen, ob wir eine Inspiration bekommen.

In Verbindung mit Ishvara, Gott, könnte man sagen, diese Inspirationen kommen nicht nur von Atman, vom Selbst, sondern letztlich von Ishvara, von Gott. Man könnte es auch so sehen, dass Ishvara, Guru und Atman letztlich alle Ausdruck der einen höchsten WirklichkeitBrahman – sind.

Die Rolle von Buddhi

Der Mensch ist besonders gekennzeichnet durch Buddhi, die Vernunft, den freien Willen. Der Mensch hat das Potenzial nicht einfach eine Reiz-Reaktions-Maschine zu sein, oder eine Gewohnheitsmaschine. Es gibt so viele Menschen, die, wenn man die richtigen Knöpfe drückt, vorhersehbar reagieren. Der Mensch hat aber die Fähigkeit, das eben nicht zu machen. Du musst nicht sofort reagieren, wenn dich jemand schief anschaut, du musst nicht sofort etwas kaufen, nur weil du den Wunsch hast, du musst nicht sofort wegrennen, nur weil du vor etwas Angst hast. Du musst auch nicht das weiter machen, was du bisher machst, du kannst überlegen warum du es machst und was du machen könntest um dich spirituell zu entwickeln, um Gutes zu bewirken. Buddhi ist also der Schlüsselbegriff.

Der zweite Schlüsselbegriff ist Atman, das höchste Selbst und auch die Inspiration. Manchmal gilt es sich loszumachen, zu öffnen und um Führung zu bitten, Inspiration zu bekommen. Dann brauchst du aber wieder die Buddhi, die das interpretiert und schaut, wie du damit umgehst. Die Buddhi kann Einfluss haben auf Manas, dein Denken und Fühlen.

  • Mit der Buddhi kannst du Einfluss nehmen auf dein Chitta, dein Unterbewusstsein. Du kannst deine Vasanas verändern, du kannst deine Samskaras verändern.
  • Mit der Buddhi kannst du auch dein Ahamkara, also dein Ich-Gefühl, deine Identifikation bewusst machen und dich dann davon lösen.
  • Mit der Buddhi kannst du entscheiden, was du tun willst und wie du das interpretierst, was kommt.
  • Mit der Buddhi kannst du auch sagen, dass du bewusst positive Gedanken haben willst. Du kannst auch sagen, dass du dich von den Gedanken, die aus der Gedankenwelt kommen, nicht beeinflussen lassen willst.

Ein Beispiel

Buddhi analysiert was es sein könnte, greift auf das Wissen von Chitta (Unterbewusstsein) zurück und entscheidet entweder, dass es nicht herauszufinden ist, dass zu wenige Informationen da sind oder vielleicht kommst du zu dem Schluss, dass etwas dieses oder jenes sein könnte, z.B. ein Teppichfusel mit einem Stück grünem Blatt.

Dann sagt Ahamkara, welches nun ins Spiel kommt: „Ich weiß, dass es ein Teppichfusel mit einem grünen Blatt ist“. Dann sage ich, dass der Teil vom Teppichfusel korrekt ist, aber dass es kein grünes Blatt von der Pflanze ist, sondern ein Stück von einem grünen Papier. Wenn du dies selbst vielleicht zuvor gewusst hast, zuvor gedacht hast, dann würdest du dich großartig fühlen, obgleich es keiner weiß und niemand dich dafür lobt.

Das Ego, Ahamkara, will nämlich Bestätigung finden. Angenommen, du hast etwas anderes gedacht, vielleicht weißt du es ist März und es könnte ein Stück von einer Tulpe oder Ähnliches sein, dann bist du vielleicht leicht enttäuscht. Natürlich nur leicht, denn es kommt ja hier auf nichts an. Das Ego identifiziert sich mit dem, was denkt und fühlt und noch mehr mit dem, was man sagt und tut. Ego will Bestätigung haben.

Vielleicht kommt, während du all dies liest, etwas in dein Chitta, so dass du an Blumen denkst, vielleicht weil dir durch den aktuellen Monat, die aktuelle Jahreszeit diese Idee aus dem Unterbewusstsein kommt. Diese Ideen gehen ins Manas, Buddhi kommt ins Spiel und sagt: „Ja, es wäre gut Blumen zu kaufen“, Ahamkara sagt: „Ich will Blumen haben“. Danach kommt noch Buddhi ins Spiel und sagt „Wie kriegt man sie am besten?“, du wirst überlegen, wo es den nächsten Blumenladen gibt, wie du dorthin gelangst usw. Buddhi ist dann also auch die praktische Vernunft und die praktische Weise, wie man etwas umsetzt. Aber dann könnte Buddhi auch sagen, dass Blumen eher in der Natur schön sind, und sich für einen Spaziergang entscheiden und da die Blumen genießen, ohne etwas kaufen zu müssen.

Anregungen

Das Modell des Geistes hat also viele verschiedene Aspekte. Es ist ratsam sich damit etwas zu beschäftigen: Nimm wahr, dass du etwas wahrnimmst, dass dabei unterbewusste Eindrücke kommen, dass du dich damit identifizierst und dass die Buddhi, dann entscheiden kann, was es ist und dass die Buddhi Einfluss nehmen kann auf das, was du dabei fühlst und dass du einen Moment hast, wo du überlegen kannst, ob du das tun willst oder nicht. Die Freiheit ist in Buddhi.

Eine weitere Empfehlung ist: Nutze deine Gedanken positiv. Nimm dir vor Gedanken des Friedens zu schicken, vielleicht sogar jeden Morgen, wenn du aufwachst, bevor du einschläfst, in jedem Fall vor und nach deiner Meditation und Yoga Praxis. Schick positive Gedanken in die Welt hinein. Umgekehrt kannst du überlegen, dass, wenn Gedanken in dich hineinkommen: ob das wirklich deine eigenen Gedanken sind, oder ob du Gedanken von anderen aufgreifst und ob du dich davon beeinflussen lassen willst.

Wenn dein Geist irgendwann sagt: „Das will ich haben!“, dann sage nicht „Ich will es haben“, sondern du kannst sagen: „Da ist ein Wunsch in meinem Geist“. Unterbrich die Identifikation von Ahamkara mit den Wünschen, die in Manas hineingekommen sind, indem du mit deiner Buddhi sagst: „Da ist ein Wunsch in meinem Geist“ und nicht „Ich will…“, denn nicht du willst, sondern es ist ein Wunsch aus dem Unterbewusstsein, vielleicht angeregt durch Erfahrung, manifestiert in Manas und Ahamkara identifiziert sich damit. Nicht du hast den Wunsch, sondern da ist ein Wunsch. Noch weniger wünschst du das, sondern da ist ein Wunsch da.

Du kannst auch bewusst entscheiden, welche Inhalte du in Manas haben willst, du kannst auch entscheiden, was du anschaust um dich diesen Jnana Indriya Eindrücken auszusetzen. Wenn du merkst, da sind Gedanken, in deinem Geist, die nicht so schön sind, dann ersetze sie durch andere. Wenn du feststellst, dass bestimmte Dinge, die du tust oder wahrnimmst, einen Einfluss auf deinen Geist haben, der nicht so schön ist, dann überlege was du stattdessen tun könntest, welchen Eindrücken du dich stattdessen aussetzen könntest.

Öffne dich auch öfters mal zu Atman zur Inspiration. Nimm das Spiel deines Geistes war, die Gedanken und Gefühle in Manas, das Unterbewusstsein, das dort hinein spielt, die Identifikationen, die Reiz-Reaktions-Ketten. Sei dir über den Einfluss der Gedankenwelten bewusst. Nutze die Einflussnahme auf die Gedankenwelt und nutze deine Buddhi um deinen Geist, Psyche, deine Gedanken und das, was du tust, zu gestalten. In der nächsten Lektion folgen noch ein paar mehr Tipps wie du deine Gedankenkraft einsetzen kannst um Gutes zu bewirken.   Hinweis auf drei Bücher, wo noch mehr darüber erfahren werden kann, wie der Geist funktioniert und wie du mit der Kraft deines Geistes arbeiten kannst:

Modell des Menschlichen Geistes, der menschlichen Psyche (Antahkarana)

Antahkarana: „Inneres Instrument“ Die vier Teile des Geistes

Der Geist (Psyche) wird als Instrument der Seele (Atman, Purusha) angesehen. Er besteht aus vier Teilen:

Psyche

Nach einem Artikel von Swami Sivananda im Buch Inspiration und Weisheit

Die Psyche besteht aus dem instinktiv emotionalen Denken Manas, aus dem Intellekt, der Unterscheidungskraft, Buddhi, aus dem Unterbewusstsein, Chitta und aus der Ich-Identifikation, Ahamkara.

Psyche und Gott

Die Psyche trennt dich von Gott. Das was dich und das Göttliche trennt ist die Identifikation mit der Psyche. Die Psyche ist nicht grobstofflich. Du kannst sie nicht greifen. Du kannst sie nicht sehen. Die Existenz der Psyche ist nicht sichtbar . Du kannst nicht die Psyche ermessen.

Aus was besteht die Psyche und wo befindet sie sich

Die Psyche besteht aus subtiler Materie von verschiedenen Dichtigkeitsgraden. Die Psyche ist letztlich der Geistkörper, Manomaya Kosha und Vijnanamaya Kosha.

Die Psyche ist im Astralkörper. Die Psyche hat also verschiedene Grade von Materie und sie verbindet sich mit dem Bewusstsein.

Die Ausstrahlung der Psyche

Die Psyche selbst ist Manomaya Kosha und Vignayamaya Kosha. Aber die Psyche strahlt aus über die Pranamaya Kosha, die Energiehülle. Die geistige Hülle ist subtiler als die vitale Hülle.

Wenn du positive Gedanken hast wird deine Psyche eine Aura von Licht und Freundlichkeit haben. Wenn du Gedanken des Hasses hast wird deine Psyche eine Aura von Hass haben. Wenn du ängstlich bist wird deine Aura sich zusammen ziehen. Wenn du mit Anderen Kontakt aufnehmen willst geht das direkt über die Psyche. Normalerweise kommunizierst du mit Anderen indem deine Psyche deine Gestik, deine Mimik verändert und deine Psyche vielleicht auch zu Worten und zum Klang der Worte führt.

Du kannst auch auf Entfernung mit deiner Psyche dich verbinden mit der Psyche von Anderen.

Reinige Deinen Geist

Reinige deinen Geist und so kannst du mit deiner Psyche viel Gutes bewirken. Jemand, der einen starken und gereinigten Geist hat, kann viel Frieden, Kraft und Stärke Anderen schicken.

Eine reine Psyche ist jenseits von Wunsch und Verlangen. Wenn du Wünsche hast, bringt das deine Psyche in Unruhe. Wenn du Verhaftung hast, wird deine Psyche schnell in Angst und Ärger sein. Wünsche sind zahllos, unstillbar und unüberwindlich, scheinbar unüberwindlich.

Überwinde Deine Wünsche

Erkenne Dein wahres Selbst

Vergnügen macht dich nicht dauerhaft freudevoll. Ich glaube nicht das Vergnügen dich glücklich macht. Vergnügen schürt nur den Wunsch nach mehr Vergnügen. Vergnügen macht den Wunsch stärker, kräftiger und intensiver.

Daher wenn du eine starke Psyche haben willst, überwinde die Wünsche, verhafte dich nicht an das Vergnügen und überwinde alle Verhaftungen.

Kultiviere eine reine Psyche durch das Überwinden von Wünschen. Deine Psyche liebt Bequemlichkeit. Erkenne das. Wunsch von Bequemlichkeit ist im Geist verwurzelt. Die beste Bequemlichkeit wäre zu erkennen, das du das unsterbliche Selbst bist und Gott dir alles schenkt. Die Psyche ist nie zufrieden. Sie will immer mehr. Erkenne das und sei dir bewusst, das nur Gott dauerhaft deine Psyche zufrieden stellen wird.

Alle Sehnsüchte der Psyche sind Sehnsüchte nach Gott

Verringere Wünsche und gib das auf, was deine Psyche am meisten denkt, das sie braucht. Das was deine Psyche braucht, richte es auf das Göttliche.

Wenn deine Psyche mehr Vergnügen sucht, dann sei dir bewusst, die höchste Freude ist in Gott. Wenn deine Psyche sagt, du musst dich um Sicherheit kümmern, dann wende dich an Gott. Nur Gott gibt dir Sicherheit.

Wenn deine Psyche meint, du musst mehr Reichtümer haben, dann sei dir bewusst, Gott hat alles und Gott wird dir alles schenken was du brauchst.

Befreie Deinen Geist

Entwöhne den Geist von dem was er konkret will. Wenn dein Geist ein weiches Bett will, dann lerne es auf dem Boden zu schlafen. Wenn deine Psyche meint, das du besondere Nahrung brauchst oder besondere Geschmäcker brauchst, lerne es einfacher zu essen.

Wenn deine Psyche meint, du brauchst Anerkennung, dann lerne es zufrieden zu sein ohne Anerkennung. Wenn deine Psyche schnell gekränkt ist, dann lerne es Frieden und Ruhe zu haben inmitten von Kränkungen.

Wenn du wahre Freiheit haben willst, dann befreie dich aus der Sklaverei deiner Psyche. Wenn du Denken und Fühlen überwunden hast, bist du wahrhaftig frei. Wer Wünsche und Leidenschaften überwunden und so die Psyche bezwungen hat, ist der zufriedenste und der glücklichste Mensch.

Nicht der, der Reich ist, nicht der der Macht hat ist ein glücklicher Mensch, sondern der, der seine Psyche überwunden hat.

Aber wenn du deinen Geist beherrschen willst, dann brauchst du viel Ausdauer und Geduld. Zähmen eines Löwen oder eines Tigers ist leichter als das Trainieren der eigenen Psyche. Trainiere deine Psyche. So kannst du alles haben.

Wie du deine Psyche beherrschst

Denke an Gott. Richte dein Denken und Wünschen auf Gott. So wirst du aus der Sklaverei der Psyche herauskommen. Indem du an Gott denkst, machst du deine Psyche positiv und du schwächst die Tendenz der Psyche zur Unruhe.

Der Psyche fällt es leicht, an äußere materielle Dinge zu denken. Das hat die Psyche schon so lange gemacht. Aber kultiviere Liebe zu Gott. Spüre die Liebe zu Gott. Spüre die Freude aus Gott. So wird die Psyche zu Gott sich hin richten.

Halte Innenschau. Schaue was deine Psyche beeinflusst und arbeite schrittweise daran, dich von solchen Dingen nicht beeinflussen zu lassen. Meditiere jeden Tag. Übe positives Denken. Lerne dich zu befreien aus Wünschen. Schrittweise kommst du zur Herrschaft über deine Psyche.

Bewusstsein und Psyche

Du bist nicht deine Psyche. Du bist nicht dein Denken. Du bist nicht deine Emotionen. Du bist das reine alldurchdringende Selbst, der Atman. Du bist reines Bewusstsein, das Selbst.

Die Psyche ist in Wahrheit dein Diener. Die Psyche nimmt ihr Licht und ihre Intelligenz vom selbst leuchtenden Atman, vom inneren Lenker.

Die Psyche selbst ist nicht intelligent. Sie hat kein Bewusstsein. Sie kann nichts tun. Die Psyche braucht das Licht von Brahman, vom Atman. So wie auch das Wasser, das von der Sonne beschienen wird, die Wärme von der Sonne hat.

Schüttle die Tyranei, die Sklaverei deiner Psyche ab. Höre auf dich beherrschen zu lassen von deinem Denken, Fühlen, deinen Emotionen, deinen Kränkungen, usw.

Erhebe dich kühn wie ein Löwe. Erkenne, du bist das höchste Selbst. Beherrsche deine Psyche. Erkenne dein wahres Selbst. Sei frei.

Video - Selbst, Gedanken, Psyche

Was ist das Selbst? Wer bist du wirklich? Was ist die Psyche, was sind Gedanken und wie beherrscht du sie? Wie überwindest du die Identifikation mit der Psyche? Was schreibt Patanjali im Yoga Sutra, Kommentar von Sukadev zum 4. Kapitel ab Vers 18.

Siehe auch

Seminare

Raja Yoga, positives Denken, Gedankenkraft

05.06.2020 - 07.06.2020 - Krieger des Lichts - vom Opfer zum Schöpfer
Thematik der Polaritäten. Helle und dunkle Anteile der Psyche aus der yogischen Sicht. Schattenfiguren. Funktionsweise und Strategien des Egos. Höheres Selbst. Gut und Böse. Umgang und meistern…
Maharani Fritsch de Navarrete,
05.06.2020 - 07.06.2020 - Liebe dich selbst
Liebe Dich selbst! Das ist keine Einladung zu einem großen Ego-Trip. Es ist eine Einladung, mit dir selbst in Frieden und Harmonie zu kommen. Es geht darum, dich wirklich anzunehmen, mit allen Sch…
Andreas Mohandas Eckert,

Meditation

05.06.2020 - 07.06.2020 - Yoga und Meditation Aufbauseminar
Vertiefung, Festigung und Erweiterung des im Einführungsseminar Gelernten: Mache Fortschritte in den Yogastunden, vertiefe deine Meditation, öffne dein Herz beim Mantra-Singen. Lerne wirkungsvoll…
Keshava Schütz,
06.06.2020 - 07.06.2020 - Gelassenheit entwickeln - Live Online mit Sukadev
Möchtest du mit mehr Gelassenheit durchs Leben gehen, gerade in der jetzigen Situation? Machtvolle Techniken aus dem Yoga, um im Alltag inmitten einer Welt voller Veränderungen und inmitten der H…
Sukadev Bretz,