Chakra

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Chakras und der menschliche Körper

Chakra (Sanskrit: चक्र cakra n.) Rad, Scheibe, Töpferscheibe; Wurfscheibe, Diskus; Wurfwaffe Viṣṇus; Ölmühle; Kreis, Kreislauf; Trupp, Schar, Menge (Samuha); Bezirk, Bereich, Herrschaftsgebiet. Chakras sind runde, bewegte Geflechte oder Zentren von Bewusstsein und subtiler Lebensenergie, die über "elektrische Leitungen" (Nadis) miteinander verbunden sind und Prana in alle Richtungen verteilen. Sie sind die Verbindungspunkte zwischen dem physischen Körper und den subtilen Energiekörpern. Man spricht meist von sieben Hauptchakras und einer Vielzahl von kleineren Nebenchakras. Die sieben Hauptchakras liegen entlang der feinstofflichen Wirbelsäule (Sushumna). Sie korrelieren mit dem parasympathischen, sympathischen und vegetativen Nervensystem. Jedes Chakra verkörpert ein Stadium des Bewusstseins. Im Kundalini Yoga ist das Ziel, die Kundalini Shakti vom untersten Chakra, Muladhara, zum obersten, Sahasrara, aufsteigen zu lassen und somit die Selbstverwirklichung zu erreichen. Im Ayurveda werden die Chakras in die Massage einbezogen.

Chakras, die Engeriezentren des Menschen

Die sieben Hauptchakren

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Chakras und ihre Entsprechungen bezüglich der Elemente, der Koshas und der Farben

Dies ist ein Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe „Kundalini Yoga, dem Yoga der Energie“ im Rahmen der Vortragsreihe der ganzheitlichen Yogaschulung, einer Begleitreihe, der zweijährigen Yogalehrerausbildung von Yoga Vidya.

Bedeutung Chakra

Chakra heißt Rad. Wie ein Rad, das sich dreht und auch Dinge weg wirbeln kann, wie ein Wagen, der Staub aufwirbelt. Ähnlich wie das Rad, strahlt Chakra Prana, also Lebensenergie aus. Die Chakren werden auch als Patmas bezeichnet, also als Lotusse. So wie ein Lotus sich öffnen, sich entfalten und wunderschön wirken kann, aber auch als Knospe verschlossen sein kann, so können Chakren verschlossen sein und haben viel Großartiges in sich. Wenn wir Yoga üben, dann öffnet sich der Lotus, öffnet sich das Chakra und viel Großartiges kann entstehen.

Es gibt sehr viele Chakren. Im letzten Vortrag habe ich über die Nadis gesprochen, die Prana, die Lebensenergie transportieren. Die Lebensenergie wird in den Energiepunkten der Nadis gespeichert. Die Energiepunkte der Nadis werden als Chakren bezeichnet. Chakren sind eigentlich ein Sammelname für sehr viele Energiepunkte. Jeder Punkt an dem sich das Prana sammelt, ist ein Chakra. Die Marmas im Ayurveda sind auch Chakren. Oder auch die Akupunkturpunkte sind alle Chakras. Wann immer sich zwei Nadis kreuzen, entsteht auch wieder ein Chakra. Dieses Chakra bestimmt dann, wie das Prana zwischen den Nadis verteilt wird und wie das Prana von einer Nadi zur anderen übergeht. Da es 72.000 Nadis gibt und in jeder Nadi verschiedene Chakren, gibt es also sehr viele Chakren. Die Chakren können Übergangszentren sein, von denen das Prana von einer Nadi zur anderen übergeht. Chakras können auch Stromquellen sein – Pranaquellen – über welche Prana aufgenommen wird. Und es gibt die Zungenchakras, wo die Energie über die Nahrung, über die Flüssigkeiten aufgenommen wird. Auch die Handchakras können sowohl Energie aufnehmen als auch Energie ausstrahlen. Dann gibt es die Chakras, die Energiespeicher sind, ähnlich wie Akkumulatoren. Chakras sind auch die Organe des Astralkörpers, man könnte sagen, alle Gefühlszentren sind Chakras, auch alle geistigen Fähigkeiten kommen über die Chakras zur Entfaltung. Dann gibt es verborgene Fähigkeiten, die sich noch entwickeln können, wenn die Chakras sich ganz öffnen. So gibt es eine Menge von Wirkungen von Chakren und sie sind auch die Verbindungen vom Astralkörper zum physischem Körper. Manche Chakren können auch physische Organe beherrschen oder beeinflussen. Andere Chakren sind verantwortlich für Emotionen und für geistige Fähigkeiten. Und wiederum andere Chakren sind einfach nur Akkumulatoren oder Verbindungen im Feinstoffkörper, in der Pranamayakosha.

Die Hauptchakren

Es gibt viele Nebenchakren und sieben Hauptchakren, diese heißen:

Muladhara Chakra
Swadhistana Chakra
Manipura Chakra
Anahata Chakra
Vishuddha Chakra
Ajna Chakra
Sahasrara Chakra

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese sieben Chakras die Bewusstseinschakren sind, die für sieben Aspekte des Menschseins stehen. Das Zentrum ist jeweils an einer bestimmten Stelle und sie strahlen aus. Man kann auch sagen, dass die sieben Chakras ein Zentrum haben und ein Kshetra. Die Ausstrahlung eines Chakras wird als Kshetra bezeichnet, was Feld, aber auch Ausstrahlung bedeutet.

Die sieben Hauptchakras, ihre Zentren und ihre Kshetras

Muladhara Chakra

Das Muladhara Chakra befindet sich am Beckenboden zwischen Geschlechtsorgan und Anus, beherrscht auch das Steißbein und ist der untere Teil des sogenannten Kanda. Kanda ist eine Wurzel, eine Knolle, von der aus die meisten der 72.000 Nadis ausgehen. Wenn du zum Beispiel sanft die Beckenbodenmuskeln zusammenziehst, dann spürst du den unteren Teil von Muladhara und Muladhara geht eben bis zum Steißbeinbereich.

Svadhisthana Chakra

Das zweite Chakra, das Svadhisthana Chakra ist das Chakra in der Kreuzbein-Gegend, das heißt das Zentrum vom Svadhisthana Chakra ist in der Kreuzbeingegend. Es beherrscht aber die ganze Becken-Gegend und strahlt insbesondere zu den Geschlechtsorganen und bis zur Schambeingegend aus. Das Kshetra vom Svadhisthana Chakra ist Linga beim Mann und Yoni bei der Frau, vorne in der Schambeingegend und bei den Geschlechtsorganen.

Manipura Chakra

Das dritte Chakra ist das Manipura Chakra, auch der sogenannte Edelstein Chakra, wo die verschiedenen Fähigkeiten des Menschen sind. Das Zentrum ist in der Lendenwirbelsäule und zwar in der mittleren Lendenwirbelsäule im Rückenmarkskanal. In der mittleren Lendenwirbelsäule, da wo der Rückenmarkskanal ist, dort ist das Zentrum des Manipura Chakras und dieses Chakra strahlt sowohl nach hinten als auch nach vorne aus. Der ganze Bauchraum von der Nabelgegend und sogar der Raum darunter bis zum Rippenbogen ist alles unter der Herrschaft der Manipura Chakras. Das Kshetra, die Ausstrahlung vom Manipura Chakra wird auch Ha wie Sonne oder auch Surya Chakra, also Sonnenchakra oder auch Nabhi Chakra - Nabhi heißt Nabel - genannt. Im Grunde kann man aber sagen, Manipura Chakra Zentrum strahlt aus und es gibt eine ganze Reihe von Unterchakren, die sich im Bauchbereich befinden und die alle durch Manipura Chakra beherrscht werden.

Anahata Chakra

Das vierte Chakra, Anahata Chakra hat seinen Sitz in der Mitte der Brustwirbelsäule im Rückenmarkskanal und strahlt nach vorne, zur Seite und auch nach hinten aus. In der Mitte der Brust ist das so genannte Hrid Chakra, wortwörtlich Herzchakra. Wenn du in dein Herz hinein spürst, spürst du ja nicht wirklich das physische Herz, das befindet sich links, sondern du spürst in der Mitte des Brustkorbs, das ist spirituelle Herz oder auch das emotionale Herz. Wenn du Liebe oder Freude spürst, dann spürst du es genau im Hrid Chakra. Das Hrid Chakra ist eine Kshetra, eine Ausstrahlung vom Anahata Chakra.

Vishuddha Chakra

Das fünfte Chakra ist das Vishuddha Chakra, das Halschakra, auch Kehlchakra genannt. Das Zentrum ist in der Mitte der Halswirbelsäule und dort im Rückenmarkskanal. Vishuddha Chakra strahlt nach vorne aus und hat als Austrahlung Kantha Chakra, das Kehlchakra. Das was man in der Kehlhöhle spürt, Kantha Kupa oder weiter oben das Kantha Chakra, das ist die Energieausstrahlung des Vishuddha Chakras.

Ajna Chakra

Das Ajna Chakra ist das sogenannte Befehls-Chakra. Ajna heißt Befehl und ist das Chakra welches alle anderen beherrscht. Dieses befindet sich etwa in der Mitte des Kopfes, man könnte sagen hinter dem Punkt zwischen den Augenbrauen und zwischen den Schläfen. Es strahlt nach vorne aus zum Trikuti, das auch als drittes Auge bezeichnet wird und sich zwischen den Augenbrauen bis Mitte der Stirn befindet. Das Trikuti ist manchmal dargestellt als senkrechtes Auge, so findet man es in den Darstellungen von Shiva. Ajna Chakra strahlt auch hinten aus, zum Hinterkopf, wo der sogenannte Bindu Chakra ist.

Sahasrara Chakra

Schließlich gibt es noch das Sahasrara Chakra in der Scheitel-Gegend und im Raum darüber.

Verbindung der Chakren

Es gibt diese sieben Chakras und die fünf mittleren haben Kshetras. Man kann diese sieben Chakras spüren und man kann sie auch im Kontext der fünf Chakras verbinden im sogenannten mikrokosmischen Kreislauf oder makrokosmischen Kreislauf. Mikrokosmischer Kreislauf heißt vom Scheitel über Stirn, Kehle, Herz, Bauch, Schambeingegend, Geschlechtsorgane zum Beckenbodenbereich und ausatmend dann über Kreuzbein, Lendenwirbelsäule, Brustwirbelsäule, Halswirbelsäule, Hinterkopf, Scheitel. Man kann es mit der Ausatmung verbinden: Einatmend vorne hinunter; Ausatmend hinten hoch. In der Ujjayi Meditation macht man es genau so, in dem mikrokosmischen Kreislauf oder man kann auch den makrokosmischen Kreislauf machen, man geht beim Einatmen vorne hinunter bis tief in die Erde, hält dann vielleicht die Luft an und spürt in die Erde hinein und beim Ausatmen geht man dann über die Wirbelsäule nach oben zum Himmel und spürt beim Anhalten weit in den Himmel hinein. Und einatmend vom Himmel vorne hinunter bis zur Erde, anhaltend spürt man die Erde und ausatmen von der Erde über die Sushumna und die Scheitelgegend nach oben.

Der Energiekanal, der von oben vorne hinunter geht, wird manchmal und gerne bei Yoga Vidya als Saraswati Nadi bezeichnet. Es gibt andere Nomenklaturen, wo Saraswati Nadi für etwas anderes steht. Sushumna ist eben der Energiekanal, der von hinten nach oben geht. Es gibt auch den sogenannten Sushumna-Aktivierungs-Atem, wo du von vorne über die Stirnmitte des Kopfes und dann die Sushumna hinunter zum Muladhara Chakra gehst und ausatmend über die Sushumna bis zur Mitte des Kopfes über die Stirn nach vorne. Manche bevorzugen diese Atmung zur Energetisierung, manche entschließen sich, sich auf das Sahasrara Chakra zu konzentrieren und andere lieben es, denn mikrokosmischen oder dem makrokosmischen Kreislauf zu erzeugen um nachher im Herzen, oder Stirn oder Mitte des Kopfes ganz in die Stille zu gehen.

Die Chakren und ihre Farben

Chakren werden auch als Lotus bezeichnet und können offen oder geschlossen sein

Im klassischen Yoga entsprechen die Chakrafarben den Elementen.

  • So ist Muladhara Chakra Erdelement und daher im Zentrum Ockergelb bzw. als Yantra, also als Symbol ein ockergelbes Quadrat.
  • Svadhisthana hat als Yantra die liegende Mondsichel und zwar eine silberne Mondsichel, sowie Wasser, das bei Mondschein silbrig glänzt.
  • Die Farbe des dritten Chakras ist die Farbe des Feuers, Symbol des Manipura Chakras ist das nach unten zeigende Dreieck, wie eine umgekehrte Feuerflamme und so ist die innere Farbe orange.
  • Anahata Chakra hat als Symbol den sechszackigen blauen Stern, so blau wie der Himmel oder blau auch als Symbol für die Weite. Der sechszackige Stern besteht aus einem Dreieck nach oben und einem nach unten, also drei Zacken, die nach unten zeigen und drei nach oben, in blau, Symbol des Luftelementes.
  • Vishuddha Chakra ist die Farbe von Äther und Raum, dem Weltraum bei Nacht und so ein Lila, Violett bis ins Schwarze hinein.
  • Ajna Chakra ist das Chakra des reinen Geistes. Der reine Geist hat als Farbe strahlend weiß und so ist das strahlen weiße, was Farben in sich enthält und doch jenseits aller Farben ist, das Ajna Chakras.
  • Sahasrara Chakra ist jenseits aller Farben und enthält alle Farben in sich.

Neben den eigenen Farben haben die Chakren aber auch Ausstrahlungen und so gibt es die Farben der Blütenblätter. Jedes Chakra wird auch mit verschiedenen Blütenblättern dargestellt.

  • Muladhara Chakra, Zentrum Ockergelb, hat rote Blütenblätter.
  • Svadhisthana Chakra, Zentrum Silber hat auch rote Blütenblätter, aber in einer anderen Farbe.
  • Manipura Chakra ist im Zentrum orange, die Farben der Blütenblätter werden in den Schriften als blau dargestellt.
  • Anahata Chakra ist im Inneren blau, aber die Farbe der Blütenblätter ist wieder ein rot, wie ein etwas anderes rot.
  • Die Farbe des Vishuddha Chakras ist Violett und die Farbe der Blütenblätter ist Lila bis Blau.
  • Ajna Chakra ist im Inneren weiß und auch die Blütenblätter haben weiße Farbe.

Vielleicht erstaunen dich diese Farbzusammenstellungen, den im Westen ist inzwischen eine Farbkorrelation populär geworden, die ein Theosoph namens Leadbeater etwa Anfang des 20. Jahrhundert entwickelt hat und er ist von dem Regenbogen ausgegangen. Er hat Muladhara mit rot in Verbindung gebracht mit rot, Manipura mit gelb, Anahata mit grün, Vishuddha mit blau, Ajna mit indigo und Sahasrara mit lila. Es ist eine gewisse Korrelation, die Farbe die besonders langsam schwingt ist rot und die Farbe, die die schnellste Frequenz hat ist lila und so hat er die sieben Farben des Regenbogens in Verbindung mit den sieben Chakren gebracht. Irgendwie hat sich das in die Esoterik und die New Age Symbolik hineingebracht, weshalb auch viele im Yoga davon ausgehen. Es gibt auch Menschen, die sagen, man kann diese Systeme miteinander in Verbindung bringen. Dann sind die Elemente Farben die inneren Farben der Chakren und die Aura-Farben sind dann die Regenbogenfarben.

Chakras und ihre Elemente, Tiere und Fähigkeiten

Aktivierung des Herzchakras entwickelt Mitgefühl, Liebe und Freude

Chakras werden auf verschiedene Weisen dargestellt, es gibt die Yantras im Inneren, die Blütenblätter, es gibt Aura-Farben. Dann entspricht jedem Chakra auch ein Tier und auch ein Gott oder Göttin. Tier, Gott oder Göttin und auch Yantra, also das Symbol des Chakras entsprechen dann zum einen dem Element und zum anderen den besonderen Fähigkeiten.

  • Muladhara entspricht dem Erdelement, daher ockergelbes Quadrat, Symbol ist der Elefant, der für Festigkeit, Erdung und Ruhe steht.
  • Zweites Chakra, das Wasserelement ist die liegende Mondsichel. Symbol ist die Quelle, silbrig und Chakra-Tier ist eine Form des Krokodilfisches, Makara, Symbol für Fruchtbarkeit, für Fließen, für Kreativität, auch für Reinigung und für Heilung.
  • Das dritte Chakra, Manipura Chakra, Feuerelement, hat als Tier den Widder, der für Durchsetzungsvermögen, Energie, Ausstrahlung, Charisma, Mut, Willenskraft, Begeisterung und auch für Bereitschaft für die gute Sache zu kämpfen, steht.
  • Das vierte Chakra, Anahata Chakra, sechszackiger blauer Stern, Symbol für Herzensenergie, für Freude, für Mitgefühl, Chakra Tier ist die Antilope, Symbol für Leichtigkeit, Flexibilität, Offenheit, Anpassungsfähigkeit und der Wunsch, sich mit anderen Verbinden zu wollen.
  • Das fünfte Chakra, Vishuddha Chakra, hat als Symbol ein lila Dreieck mit einem weißen Kreis in der Mitte, hat als Chakra Tier einen Elefant, wenn auch einen anderen Elefanten, als Symbol für die Weite und die Verbundenheit und Kommunikation.
  • Sechstes Chakra, Ajnachakra ist jenseits aller Tiere und hat als Symbol den weißen Kreis, in dessen Mitte ein weißes Dreieck ist, in dessen Mitte das Symbol für Om ist. Das Symbol kann in goldener Schrift sein, aber auch in blauer oder roter Schrift sein, mit zwei Blütenblättern nach links und nach rechts. So ist Ajna Chakra das Symbol für Erkenntnis, Intellektuelles Wissen, das ist die eine Seite des Chakras. Aber auch Intuition und spirituelles Wissen, das ist die andere Seite des Ajna Chakras.
  • Das siebte Chakra ist das Sahasrara Chakra, tausendblättriger Lotus, jenseits aller Farben. Es steht für die Öffnung göttlicher Gnade, das wir uns öffnen wollen, das Gnade durch uns hindurch strömt. Es ist aber auch die reine Erleuchtung und das unendliche Bewusstsein. Die Erkenntnis, Aham Brahmasmi Shivoham.

So entsprechen die sieben Chakren, sieben Elemente bzw. fünf Elementen plus reiner Geist, plus reines Bewusstsein. Sie entsprechen sieben Feldern des Menschsein, sieben verschiedenen Fähigkeiten.

Die sieben Chakren stehen auch für die verschieden Koshas:

So gibt es viele Entsprechungen.

Chakren öffnen

Mit Yoga die Chakren stärken und Ausstrahlung bekommen

Im Yoga wollen wir schrittweise die Chakren von unten nach oben öffnen. Es ist jedoch nicht so, dass die Chakren sich eins nach dem anderen öffnen. Schon jetzt und in diesem Moment nutzt du alle sieben Chakren, aber nur teilweise.

In dem du Yoga übst, wirst du die verschiedenen Chakren immer mehr stärken, du wirst eine stärkere Erdung und Festigung empfangen, du wirst größere Heilenergie haben, du wirst dich mehr durchsetzen, mehr Feuer haben, du wirst Mitgefühl spüren, mehr Liebe und Freude. Du wirst dich besser ausdrücken können, besser kommunizieren können und mehr Verbindung spüren. Du wirst Dinge klarer verstehen und mehr Zugang zu Intuition haben können, du wirst dich zum Instrument Gottes machen können, um schließlich die absolute Einheit zu erfahren.

Alle Yoga Praktiken wirken auf alle Chakren. Es gibt bestimmte Asanas die auf bestimmte Chakren wirken. Wenn du die Yoga Vidya Grundreihe übst, übst du auch alle sieben Chakren. Beim Pranayama wird es manchmal bewusst thematisiert, dass die Chakren geöffnet werden. Es gibt Bijamantras um die Chakren zu öffnen. Alle Chakren wirken auch auf die Nadis und alle Mantren wirken auf die Nadis und auch auf die Chakren. In verschiedenen Meditationstechniken kannst du auch die verschiedenen Chakren öffnen. Auf den Yoga-Vidya Seiten findest du auch Meditationstechniken für die einzelnen Chakras, so gibt es Muladhara oder Svadhisthana Meditation usw..

Wenn du bewusst im Alltag mit dem Chakra arbeiten willst, dann nutze auch die Fähigkeiten des betreffenden Chakras: Erde dich bewusst, sende Heilenergie aus, strahle Feuerenergie aus und setze dich auch mal durch. Entwickle Mitgefühl, Liebe und freue dich. Fühle Verbindung, öffne dich für die Intuition, bitte um göttlichen Segen. So aktivierst du die sieben Chakren auch und gerade im Alltag.

Ich möchte noch auf das Buch „Die Kundalini Energie erwecken“ hinweisen. Dort findest du ein langes Kapitel „Die sieben Hauptchakren und ihre Funktionen“, dort gibt es umfangreiche Tabellen, welches Chakra wem entspricht und du findest auch noch mehr über die Feinstoffphysiologie, Prana, Nadis, Chakras, Sonne, Mond, Aura usw..

Beim nächsten Mal will ich über Pranayama, die verschiedenen Atemtechniken sprechen, wie wir sie im Hatha Yoga bei Yoga Vidya lehren und welche Wirkungen sie auf Prana, Nadis und Chakra haben.

Video - Chakras - die Energiezentren des Menschen

Sukadev über Chakra

Chakras Buddha.jpg

Chakra heißt Rad, Energiezentrum. Ein Rad ist rund und dreht sich. Chakras sind auch die Räder an einem Wagen. Chakras sind heutzutage im Westen besonders als die sieben Chakras entlang der Wirbelsäule bekannt. Der Mensch hat viele Chakras, nicht nur sieben Chakras, sondern jedes Energiezentrum ist letztlich auch ein Chakra. Es gibt Muladhara Chakra, das Wurzelzentrum, Svadhisthana Chakra, oft als Sexual-Chakra oder als Sakral-Chakra bezeichnet, Manipura Chakra, das Nabel-Chakra, Bauch-Chakra, Anahata Chakra, das Herz-Chakra, Vishuddhi Chakra, das Kehl-Chakra, Ajna Chakra, das Stirn-Chakra und Sahasrara Chakra, das Scheitel-Chakra.

Die Chakras sind rund und so werden sie auch dargestellt. Sie sind Energiewirbel, die sich drehen. Daher werden sie auch als Räder bezeichnet. Die Chakras haben verschiedene Anzahlen von Blütenblättern, was vielleicht ein bisschen eigenartig ist, weshalb die Chakras auch als Padmas bezeichnet werden, als Lotus. Als Chakras drehen sie sich und symbolisieren Energie. Chakra hat noch viele weitere Bedeutungen. Du findest auf den Yoga Vidya Seiten auch viel über die Chakras. Chakra ist aber auch Rad im Allgemeinen. Es wird in den indischen Schriften über Samsara Chakra gesprochen, den Kreislauf von Geburt und Tod, das Rad der Wiedergeburt. Das Symbol für die buddhistische Religion ist dieses Chakra, dieses Rad. Und auch in der indischen Flagge findet man das Rad als Symbol.

Rad heißt, es ist mal oben und dann wieder unten, es dreht sich. So wirst du irgendwann geboren, du wächst, dann irgendwann hast du den Höhepunkt deines Lebens, dann geht es wieder nach unten, und dann Tod, und dann Leben nach dem Tod, dann wieder Geburt usw. Samsara Chakra, der Kreislauf von Geburt und Tod. In Wahrheit ist es kein Kreislauf, sondern eine Spirale, hoffentlich wächst du, lernst du von Inkarnation zu Inkarnation. Und ein Ziel aller spirituellen Praxis, mindestens in klassischer Yogaspiritualität und auch im Buddhismus, ist es, dem Kreislauf von Geburt und Tod zu entgehen. Du kannst natürlich fragen: "Warum will man dem Kreislauf von Geburt und Tod entgehen, es ist doch ganz schön?" Aber wenn du darüber nachdenkst, so schön ist der Kreislauf von Geburt und Tod nicht. Und selbst wenn du jetzt gerade ein schönes Leben hast, es gibt auch andere Manifestationen von Leben, die auch kommen könnten. So nutze deine Zeit, um spirituell voranzuschreiten.

Wachse, lasse dein Leben nicht einfach nur ein Rad sein, wo du irgendwann geboren bist, älter wirst, irgendwann stirbst und dazwischen wenig gelernt hast, sondern lebe bewusst. Nutze Samsara Chakra, um spirituell zu wachsen. Nimm dieses Leben als ein Symbol oder als eine Gelegenheit, Gott zu erfahren. Dann ist Samsara Chakra kein Chakra, sondern es ist eine Weiterentwicklung. Chakra findet man auch in anderen Kulturen als ein Symbol für die Höhen und Tiefen des Lebens. Es gibt ja auch im Deutschen dieses Lied: "Aber der Wagen, der rollt. Ich wäre ja so gerne noch geblieben, aber der Wagen, der rollt." Die Szenen wechseln sich, alles kommt und geht, das Chakra, das Rad rollt und die Räder drehen sich. Und weil die Räder sich drehen, geht der Wagen weiter. Auf diese Weise geht dein Leben weiter. Hafte nicht an etwas. Lasse das Chakra sich drehen, lasse die Chakras des Lebens sich drehen. Gott bleibt gleich, aber alles andere verändert sich. Chakra – Rad. Chakra – Energiezentrum.

Chakra - Rad und Lotos

Die sieben Hauptchakras

- Ein Artikel aus dem Yoga Vidya Journal Nr. 37 Herbst 2018 von Sukadev Bretz -

Chakra heißt Rad und steht im Kundalini Yoga für die feinstofflichen Energiezentren. Ein Rad ist rund und dreht sich und das drückt sehr gut aus, was Chakras sind: Energiewirbel, „Räder“, die schneller oder langsamer drehen und so das Energie- und Befindlichkeitsniveau bestimmen können.

Die 7 Hauptchakras

Wir unterscheiden im Yoga sieben Hauptchakras (von oben nach unten):

  • Sahasrara - Scheitel
  • Ajna – Stirn/Mitte des Kopfes; „Drittes Auge“
  • Vishuddha – Halswirbelsäule bis Kehle; Kehlchakra
  • Anahata – Brustwirbelsäule bis Herz; Herzchakra
  • Manipura – Lendenwirbelsäule bis Bauchbereich; Nabelchakra
  • Svadhishthana – Kreuzbein bis Schambeingegend; Sakral-/Sexualchakra
  • Muladhara – Wurzelchakra, Steißbeinbereich

Möglichkeiten, mit Chakras zu arbeiten

Jedes Chakra hat seine vorherrschende Charakteristik:

  • Jedes Chakra wird durch ein Tier repräsentiert, was bedeutet, dass das Chakra die entsprechende Eigenschaft und Qualitäten hat.
  • Muladhara bis Vishuddha sind die Zentren der fünf Elemente: Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther. Auch diese repräsentieren die entsprechenden Eigenschaften bzw. Lebens-, Bedürfnis- und Bewusstseinsebenen in uns.
  • Die sieben Hauptchakras entsprechen den sieben Lokas (Bewusstseinsebenen, Welten)
  • und den verschiedenen Körpern (Shariras) und Hüllen (Koshas) des menschlichen Systems.
  • Jedem Chakra sind bestimmte Farben, Klangsilben (Bija-Mantras) und geometrische Symbole (Yantras) zugeordnet
  • Von jedem Chakra gehen mehrere „Blütenblätter“ aus. Sie symbolisieren die Anzahl der wichtigsten Energiekanäle, die von diesem Chakra ausgehen. Daher werden die Chakras oft auch als „Lotos“ (padma) gesehen und dargestellt.

Sie können durch verschiedene Konzentration- und Bewusstseinslenkungen angeregt werden, zum Beispiel durch reine Achtsamkeit, oder auch kombiniert mit Visualierung auf Farbe, Yantra, Blütenblätter und/oder kombiniert mit Mantras.

Disbalancen ausgleichen

Ein Chakra hat viele Dimensionen und ist mit allen Chakras gleichzeitig verbunden. Wenn du eine Disbalance in einem Chakra hast, entspricht es der westlichen Sicht, für dieses gezielt etwas machen zu wollen. Da aber alle Chakras miteinander verknüpft sind und zusammenwirken, lässt sich dies nicht so isoliert betrachten. Daher wählt man besser einen ganzheitlichen Ansatz, der auf alle Chakras gleichzeitig wirkt. Neben Pranayama (Atemübungen) und Meditation wirken natürlich auch die [1] (Körperübungen) auf energetischer Ebene auf die Chakras. Bei Disbalancen würdest du trotzdem alle Yogastellungen gleichermaßen üben, mit Gelassenheit und Konstanz. Man kann aber bestimmte Asanas, die auf bestimmte Chakras besonders wirken, innerhalb dieser Gesamtpraxis gezielter einsetzen, indem man sie etwas länger hält, mit entsprechender Konzentrationslenkung, Visualisierung und Mantra.

Gerade weil Kundalini Yoga (Yoga der Energie) uns so viele unterschiedliche Techniken gibt, an unseren Energien zu arbeiten, sie zu aktivieren, zu harmonisieren und darüber unser Bewusstsein zu erweitern und zu wachsen, gilt Kundalini Yoga als ein besonders praktischer und wirkungsvoller Weg.

Die Symbolik des Rads

„Rad“ bedeutet: Es dreht sich. Ein Teil ist manchmal oben, manchmal unten. So steht das Rad auch für den ständigen Wandel auf der relativen Ebene: Mal geht es uns sehr gut, mal weniger gut.

Mal sind wir in Hochstimmung, mal eher depressiv.

Das Rad gibt uns den Trost: Es dreht sich weiter und irgendwann ist auch die andere Seite wieder oben. Und natürlich hängt unsere Stimmung, unsere Wirkfähigkeit im Alltag, mit unserem Energieniveau, also vom Standpunkt des Kundalini Yoga mit dem Zustand unserer Chakras, zusammen.

Dharma Chakra - Symbol für die Lehre Buddhas

Das „Dharmachakra“ (das „Rad des Gesetzes“) ist im Buddhismus das Symbol der Lehre von Buddha. Seine acht Speichen stehen für den Achtfachen Pfad, die acht Tugenden, nach denen Buddhisten leben sollen.

Auch in der indischen Nationalflagge findet sich ein Rad – blau mit 24 Speichen. Dieses Chakrarad symbolisiert „die Unvermeidlichkeit des Daseins“ und somit das Samsara Chakra, den Kreislauf von Geburt und Tod. Sein Blau symbolisiert die Meere und den Himmel, die 24 Radspeichen verkörpern die 24 Stunden des Tages.

Samsara Chakra – der Kreislauf des Lebens, von Geburt und Tod

In den indischen Schriften wird von Samsara Chakra gesprochen, dem Kreislauf von Geburt und Tod, dem Rad der Wiedergeburt.

So wie sich ein Rad dreht, dreht sich dein Leben:

Du wirst geboren, wächst, befindest dich auf dem Höhepunkt deines Lebens, dann geht es wieder nach unten, und dann Alter, Krankheit, Tod, Leben nach dem Tod.

Danach geht das Rad wieder von neuem los mit Geburt - Wachstum - Höhepunkt - Verfall usw.

Aus Sicht der Yoga Philosophie ist es aber nicht einfach nur ein sich ewig wiederholender Kreislauf, sondern eine Spirale – und hoffentlich eine aufwärtsgerichtete Spirale: Du wächst im Laufe des Lebens bzw. mehrerer Leben, lernst von Inkarnation zu Inkarnation. Oder, wenn du dich mit dem Reinkarnationsgedanken nicht anfreunden möchtest: Du wächst in diesem Leben an Fähigkeiten, Erkenntnis, Einsicht. Das höchste, eigentliche Ziel aller spirituellen Praxis - mindestens in klassischer Yoga-Spiritualität und im Buddhismus -, ist es, diesen Kreislauf von Geburt und Tod zu durchbrechen – „Erleuchtung“, „Freiheit“, „Moksha“, „Nirwana“. Oft denken Menschen: „Aber warum denn? Das Leben ist doch schön!“. – Ja, das Leben schenkt uns viele schöne Momente und Erfahrungen. Aber wenn du tiefer darüber nachdenkst, kommst du vielleicht zum Schluss: Ja, aber sooo schön ist es dauerhaft wohl doch nicht, wenn du Bilanz ziehst. Und selbst wenn du jetzt gerade ein schönes Leben hast – wie sich das Rad ständig dreht, so gibt es auch auf dieser physischen und psychischen Ebene immer wieder auch Leiden, Enttäuschungen, Probleme, Sorgen, Krankheit, Tod. Und du weißt nicht, ob du immer in diesem Leben und in einem nächsten Leben in positiven gesicherten Umständen sein wirst. Daher nutze deine Zeit, um spirituell voranzuschreiten.

Wachse und lebe bewusst

Lasse dein Leben nicht einfach nur ein Rad sein, das abläuft sondern lebe bewusst. Nutze Samsara Chakra, um spirituell zu wachsen. Nimm dieses Leben als eine Gelegenheit, eine höhere Wirklichkeit, „Gott“, zu erfahren. Dann ist Samsara Chakra kein Rad sondern eine Spirale der Weiterentwicklung.

Das Rad ist auch ein Symbol für die Höhen und Tiefen des Lebens, für den ewigen Wandel, den du in der ganzen Natur, im ganzen Universum beobachten kannst. Daher lasse dein Lebenschakra sich drehen, lasse die Chakras des Lebens sich drehen. Hafte an nichts, beobachte, reflektiere, lerne aus allem, wachse an allem.

Sei dir immer bewusst: Die höchste Wirklichkeit, Gott, bleibt gleich inmitten aller Veränderung. Und das ist dein wahrer Kern, deine Essenz, der Ruhepol wie die Nabe des Rades.

Chakra चक्र cakra Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Chakra, चक्र, cakra ausgesprochen wird:


https://wiki.yoga-vidya.de/index.php?title=Chakrapani&action=edit

Die sieben Haupt-Chakras

Chakras und Kshetras

Wir unterscheiden im Yoga sieben Haupt-Chakras (von oben nach unten):

Jedes Chakra hat seine vorherrschende Charakteristik. In jedem herrscht ein bestimmter Gott und eine bestimmte Göttin. Jedes Chakra wird durch ein Tier repräsentiert, was bedeutet, dass das Chakra dessen Eigenschaft hat. Muladhara bis Vishuddhi sind die Zentren der fünf Elemente: Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther. Die sieben Hauptchakren entsprechen den sieben Lokas (Ebenen, Welten), sowie den verschiedenen Körpern (Shariras) und Hüllen (Koshas). Sie können durch Meditation über eine bestimmte Farbe, durch Wiederholung eines bestimmten Bija Mantras und durch die Visualisierung eines bestimmten Symbols angeregt werden.

Jedes Chakra hat eine bestimmte Anzahl von Blütenblättern. Sie repräsentieren die Nadis und die verschiedenen Kräfte, die alle von dem Chakra ausgehen. Die Blütenblätter wiederum werden durch bestimmte Bija Mantras und Farben angesprochen. Daneben erfüllt jedes Chakra bestimmte Aufgaben im physischen Körper.

Ein Chakra hat viele Dimensionen und ist mit allen Chakras gleichzeitig verbunden. Wenn du eine Disbalance in einem Chakra hast, entspricht es der westlichen Sicht, für dieses gezielt etwas machen zu wollen. Da aber alle Chakras miteinander verknüpft sind und zusammenwirken, lässt sich dies nicht so isoliert betrachten. Daher sollte man auf alle Chakras gleichzeitig einwirken, alle Asanas gleichermaßen üben, mit Gelassenheit und Konstanz. Wenn man möchte, kann man aber die Asanas für bestimmte Chakras länger halten und gezielter einsetzen.

Chakras und ihre Entsprechungen

Name Muladhara Svadhisthana Manipura Anahata Vishuddhi Ajna Sahasrara
Bild
Sitz Unteres Ende der Wirbelsäule Kreuzbein Lendenwirbelsäule Brustwirbelsäule Halswirbelsäule Mitte des Kopfes Scheitel
Kshetra (korrellierendes Chakra) Linga, bzw. Yoni (in den Geschlechtsorganen) Nabhi Chakra (hinter dem Nabel) Hrid Chakra (Herz) Kantha Chakra (Kehle) Trikuti (zwischen den Augenbrauen und Bindu (Hinterkopf)
Chakra Farbe Gelb Weiß Orange-Rot Blau Violett Weiß
Aura Farbe Rot Orange Gelb Grün Blau Indigo Lila
Bija Lam Vam Ram Yam Ham Om
Yantra (Symbol) Quadrat Mondsichel Dreieck Sechszackiger Stern Kreis im Dreieck Dreieck im Kreis
Chakra Tier Elefant Krokodil-Fisch Widder Antilope Elefant
Tattwa (Element) Prithivi (Erde) Apas (Wasser) Tejas/Agni (Feuer) Vayu (Luft) Akasha (Äther) Avyakta (Geist)
Sinneswahrnehmung Geruch Geschmack Sehen Tastsinn Hören Denken
Charaktereigenschaft Beständigkeit, Ruhe, Ausdauer, Gleichgewicht, gesunder Menschenverstand, Realitätssinn, Sparsamkeit, Prinzipientreue Hingabe, Loslassen, Liebe, Demut, Mitgefühl, Mitleid, Intuition, Fließen, Gottesliebe, Vertrauen Durchsetzungsvermögen, inneres Feuer, Temperament, Leidenschaft, Begeisterung, Wahrhaftigkeit, Kreativität Offenheit, Anpassungsfähigkeit, Toleranz, Kommunikation, Weite, vielseitiges Interesse, Verstehen, Aufnahmefähigkeit Kommunikation, Ausdrucksvermögen Intellekt, Intuition, alle geistigen Kräfte Empfangen der göttlichen Gnade („Heiliger Geist“)
Gott Brahma Vishnu Rudra Krishna Sadashiva Shiva
Göttin Dakini Rakini Lakini Kakini Shakini Hakini
Loka (Ebene) Bhuloka Bhuvarloka Swargaloka Maharloka Janarloka Tapoloka Brahmaloka
Sharira (Körper) Sthula Sharira (Physisch) Sukshma Sharira (Astral) Sukshma Sharira (Astral) Sukshma Sharira (Astral) Karana Sharira (Kausal) Karana Sharira (Kausal)
Kosha (Hülle) Annamaya Kosha (Nahrungshülle) Pranamaya Kosha (Energiehülle) Manomaya Kosha (Geistig-emotionale Hülle) Vijnanamaya Kosha (Geistigintellektuelle Hülle) Anandamaya Kosha (Wonnehülle)
Granthi (Knoten) Brahma Granthi Vishnu Granthi Rudra Granthi
Surya Namaskar (Sonnengruß Stellung) 5,8 3,10 6 1,7 2,11 4,9 12
Asana (Körperstellung) Vajrasana - Fersensitz, Paschimotthanasana - Vorwärtsbeuge, Garbhasana - Stellung des Kindes, Vira Bhadrasana - Heldenstellungen / Krieger, Vrikshasana - Baum, Natarajasana - Tänzer, Matsyendrasana - Drehsitz im Lotus Sethu Bandhasana- Schulterbrücke, Padmasana - Lotussitz und Lotusvariationen der verschiedenen Asanas, Yoga Mudra, Yoga Nidrasana - Schlafhaltung der Yogis, Kurmasana - Schildkröte, Trikonasana - Dreieck, Paschimotthanasana - Vorwärtsbeuge, Matsyendrasana - Drehsitz im Lotus Makarasana - Krokodilsübungen, Ardha Matsyendrasana - Drehsitz und -Variationen, Parivritta Trikonasana - Gedrehtes Dreieck, Parivritta Vira Bhadrasana - Gedrehte Heldenvariationen, Parivritta Paschimotthanasana - Gedrehte (gegrätschte) Vorwärtsbeuge, Navasana - Bauchmuskelübung / Boot Matsyasana - Fisch, Bhujangasana - Kobra, Dhanurasana - Bogen, Kapotasana - Taube, Ushtrasana - Kamel, Halasana - Pflug Sarvangasana - Schulterstand, Halasana - Pflug, Shalabhasana - Heuschrecke, Dhanurasana - Bogen, Ushtrasana - Kamel Shirsasana - Kopfstand, Garbhasana - Stellung des Kindes, Ardha Matsyendrasana - Drehsitz , Dhanurasana - Bogen, Kakasana - Krähe, Padahastasana - stehende Vorwärtsbeuge, Vrikshasana - Baum Tadasana - Stehender Berg, Shirshasana - Kopfstand



Nadis und Chakras: Bedeutung der Sanskrit Begriffe und Sprechübung - Videovortrag

Sukadev erläutert in diesem Videovortrag was die Sanskrit Begriffe der einzelnen Nadis und Chakras bedeuten. Darüber hinaus übt er mit den Sanskrit-Sprechübungen gemeinsam mit dir die Sanskrit Begriffe ein paar Mal auszusprechen.

Dabei spricht Sukadev in dieser Folge über folgende Begriffe aus dem Kundalini Yoga:

  • Kuṇḍalinī-Yoga (der)
  • kuṇḍalinī (die)
  • nāḍī (die)
  • iḍā (die)
  • piṅgalā (die)
  • suṣumnā/suṣumṇā (die),
  • cakra (das)
  • sahasrāra-cakra
  • ājñā-cakra
  • viśuddha/viśuddhi-cakra
  • anāhata-cakra
  • maṇipūra-cakra
  • svādhiṣṭhāna-cakra
  • mūlādhāra-cakra

Dieser Vortrag gehört zu der Themenreihe "Mantra, Bhakti Yoga und Sanskrit" und gehört zum Teil der Sanskritvorträge innerhalb der Vortragsreihe „Yoga Vidya Schulung – Der ganzheitliche Yogaweg“ und ist ein Begleitvortrag der 2-jährigen Yogalehrerausbildung.


Swami Sivananda über Chakras

Chakras - die Farben hier stimmen nicht mit der obigen Liste überein.Trotzdem schönes Bild :-)

Chakras sind die Hauptzentren strahlender Energie innerhalb deines feinstofflichen Körpers. Zusammen repräsentieren die sieben Chakras die Energiepunkte oder Knotenpunkte zwischen körperlichen Themen und deinem Bewusstsein. Jedes deiner Chakras ist eine Antenne, die ununterbrochen Energie empfängt und überträgt. Wie uneingeschränkt deine Chakras funktionieren, wird davon bestimmt, in welchem Umfang du in deinem Körper "wohnst", wie erfolgreich du in deinen Beziehungen bist und wie viel inneren Frieden du genießen kannst.

Jedes Chakra ist ein multidimensionaler Ball strahlender Energie, ein spiralförmiger Strom, der einen wesentlichen Teil der "energetischen Matrix" enthält. Diese unterstützt deinen physischen Körper, deinen Geist und deine Emotionen. Chakras sind Leitern, die die Lebensenergie (Prana) in eine greifbare Form leiten und umwandeln. Für dein physisches, mentales und emotionales Wohlbefinden ist ein richtiger und uneingeschränkter Energiefluss notwendig. Wenn deine Chakras nicht richtig funktionieren, werden deine entsprechenden Körperorgane und Körpersysteme entgleisen und in ihren Funktionen beeinträchtigt.

Jedes der sieben Hauptchakren steht für eine bestimmte Energiefrequenz. Wenn sie vollständig funktionieren und miteinander verbunden sind, versorgen sie dich mit einer unglaublichen Menge an "schöpferischer Kontrolle" über deinen Körper.

Der Energiefluss durch deine Chakras wird größtenteils von deinem geistigen Bewusstsein bestimmt. Wenn du Ängste oder falsche Vorstellungen in deinem Bewusstsein trägst, kann dies den Energiefluss beschleunigen oder sogar umkehren. Indem du gezielt an deinen Chakras arbeitest, kannst du einen vollständigen und gesunden Energiefluss wiedereinführen.

Der Nutzen der Arbeit mit den Chakras

Energetische Zusammenhänge im menschlichen Körper

Du hast wahrscheinlich schon bemerkt, wie dich traumatische Erfahrungen und Herausforderungen des Lebens in gegensätzliche Richtungen lenken. Stell dir eine alltägliche Situation vor, zum Beispiel, dass du dich über deinen Vorgesetzten oder Chef ärgerst. Du könntest etwas sagen wollen, bist aber ängstlich, überhaupt etwas zu sagen. Solche Situationen können verursachen, dass deine Energie blockiert wird und irgendwann nicht mehr weiter fließt.

Die Arbeit mit deinen Chakras kann dich dabei unterstützen, die verschiedenen Aspekte deines Seins auf "innovativen" Wegen zu befreien. Sie kann es erleichtern, neue Einsichten in dein Selbst zu erlangen, gesündere Verhaltensweisen zu entwickeln und einen Lebensstil zu erlangen, der dich mehr erfüllt.

Deine Chakras sind energetische Zentren, die du nutzen kannst, um die Werte deines täglichen Lebens zu steigern, um dich mehr mit anderen Menschen zu verbinden und um inneren Frieden zu erfahren. Jeder von uns ist wie eine Tür, die zu größerem energetischen, psychischen und spirituellen Wissen genutzt werden kann. Sie kann aber auch verschlossen bleiben, so dass du innerhalb deiner gegenwärtigen Einschränkungen bleibst.

Wenn deine Energie ungehindert durch jedes Chakra und zwischen den Chakras fließt, wirst du besser auf dich selbst achten. Du besitzt Selbstvertrauen und bist fähig, deine Gedanken, Hoffnungen und Träume auf eine gesunde Art zu kommunizieren. Deine Intuition wird gesteigert und du hast eine klarere Einsicht in die Ziele, die du in dieser Welt hast.

Chakra-Arbeit umfasst einige einfache und doch machtvolle Techniken, die dich dabei unterstützen können, innere Ausgeglichenheit zu entwickeln und dein Leben im Gleichgewicht zu halten. Sie sind sehr hilfreich, wenn du sie mit regelmäßiger Selbstanalyse und mit täglichen positiven Aktivitäten unterstützt.

Die indische Chakrenlehre aus entwicklungspsychologischer Sicht

Artikel von Regina Weise, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 16

Der Kinderyoga Kongress hatte das Ziel, Kinder an die positiven Wirkungen des Yoga heranzuführen und die kindliche Entwicklung hin zu einem yogischen Lebensgefühl zu entwerfen. An diesem Ziel orientiert war es mein Anliegen, durch den Workshop „Chakrenlehre und Entwicklungspsychologie“ den Beitrag deutlich zu machen, den die indische Chakren-Lehre für die Heranbildung eines aufrechten und moralisch integeren Menschen leisten kann. Es lassen sich Parallelen finden zwischen den Phasen, die ein gesundes Kind im Verlauf seiner Entwicklung durchläuft, und den Stufen, die für einen spirituell Strebenden wichtig sind. In einer geführten Meditation sollte dies für die Teilnehmer des Workshops erlebbar werden. Im nächsten Teil wurden Übungen vorgestellt, die spezielle Chakras ansprechen. Die Teilnehmer wurden angeregt, die je eigene Energie der verschiedenen Chakras zu spüren und zu versuchen, sie in eine psychologische Sprache zu übersetzen. Ein Austausch und Gespräch beendete den Workshop.

Als Psychotherapeutin bin ich an eine spezielle Brille gewöhnt, mit der ich auf den Menschen und seine Entwicklungsmöglichkeiten schaue. Was ich im folgenden darstellen werde, ist nicht die einzige Möglichkeit, die indische Chakrenlehre zu verstehen und für den persönlichen Lebensweg fruchtbar zu machen. Wie das Licht durch ein Prisma fallend sich in verschiedene Farben aufgliedert, so kann das göttliche Licht durch unterschiedliche Augen einfallend sich in vielfältigen Sichtweisen und Gottesbildern darstellen. Je länger ich mich mit der Chakrenlehre beschäftige, desto beeindruckter bin ich von der Weisheit der alten Inder. Nachdem wir uns im Prozess der Menschwerdung immer mehr vom Feinstofflichen zum Grobstofflichen verdichtet haben, ist nun für unsere Weiterentwicklung und spirituelle Vervollkommnung der Weg vom Materiell-Verfestigten zum Geistig-Durchlässigwerden wichtig. Auch viele westliche Wissenschaftler fordern, eine Wende zu vollziehen von der durch die Industrialisierung geprägten Einstellung, die Erde untertan zu machen, hin zu einem Nachdenken über Ethik und Respekt vor unserer Erde als lebendigem Organismus.

Das Öffnen bzw. Energetisieren der sieben Chakras lässt sich mit dem Öffnen von Schleusen vergleichen, durch die göttliche Energie - siebenfältig differenziert - in uns Einzug halten will. Schleusen haben die Aufgabe, den Zufluss zu regulieren. So wie undichte Schleusentore zu einer Überschwemmung führen können, kann ein Zuviel an göttlicher Energie in einem Chakra, das zumeist auch eine Unausgewogenheit im Verhältnis der sieben Chakras zueinander mit sich bringt, verheerende Folgen für das sensible Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist haben. Als SEN-Therapeutin, die besondere Hilfestellungen für Menschen in spirituellen Krisen anbietet, habe ich Menschen begleitet, die durch einseitiges und unangemessenes Meditieren in innere Nöte und Verzweiflungskämpfe geraten sind. In den Schriften wird daher stets empfohlen, mit der Kräftigung der unteren, mehr dem Irdischen zugewandten Chakras zu beginnen. Konkret heißt das, dass wir mit der Energetisierung des Wurzelchakras beginnen und über die mittleren (2., 3., 4., 5., 6.) Chakras zum spirituellsten der 7 Chakras, dem Kronen-Chakra aufsteigen.

Das Wurzelchakra, dem Element Erde zugeordnet, verleiht Sicherheit und die Fähigkeit, sich hier auf der Erde zu orientieren. Es öffnet sich nach unten. Mit dem Spüren der Festigkeit unter meinen Füßen und der guten Verbindung meiner Sitzbeinhöcker und Pobacken mit der Sitzunterlage habe ich eine gute Grundlage für die weitere spirituelle Entwicklung. In meiner psychotherapeutischen Praxis sind mir Menschen begegnet, die durch ein Zuviel an Meditation die oberen Chakras deutlich entwickelt hatten, aber im täglichen Leben unsicher, ängstlich und entscheidungsschwach waren und sich ständig bedroht fühlten. Ihnen konnte nur geholfen werden, indem sie lernten, sich auf die Erde als festen, sicheren Untergrund zu konzentrieren. Viele äußere Umstände in unserer schnelllebigen, auf Flexibilität bedachten Zeit sind tatsächlich auch ein Angriff auf unser Wurzelchakra: Scheidung, Umzug, drohende oder tatsächliche Arbeitslosigkeit, Krieg, Flucht, negative Zeitungs- und Fernsehberichte usw. Sie erfordern als Gegenpol eine bewusste Hinwendung zu dem Verlässlichen, Sicheren und Konstanten in unserem Leben.

Die Entwicklungspsychologie spricht davon, dass die erste Phase im Leben eines Säuglings der Ausbildung von Urvertrauen (Erikson) im Gegensatz zu Urmisstrauen, entspricht. In den ersten Monaten geht es darum, die grundlegenden vitalen Bedürfnisse wie Schlaf und Nahrungsaufnahme zu regulieren. Die Mutter oder erste Bezugsperson ist damit beschäftigt, die Homöostase des Neugeborenen zu kontrollieren. Wenig später sind dann auch noch die sozialen Bedürfnisse nach Kontakt und Stimulation wichtig. Dies sind die westlichen Formulierungen für das, was die indische Lehre im Wurzelchakra lokalisiert. Da die grundlegenden vitalen Bedürfnisse befriedigt sind, fühlt sich der Mensch auf körperlich wohl. Dies ist die Voraussetzung für jegliche weitere Entwicklung. Für einen Erwachsenen bedeutet dies, dass die Meditationstiefe darunter leiden wird, wenn der Meditierende z.B. Harndrang hat, die letzten Nächte wenig bzw. unregelmäßig geschlafen hat o.ä., also die dem Wohlbefinden zugrunde liegende Physiologie in Unordnung ist.

Ein Säugling, dessen Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit, Nahrung usw. in den frühen Jahren nicht beachtet wurde, fühlt sich weder in der Umwelt noch in sich wohl und wird anderen Menschen eher mit Misstrauen begegnen, er erlebt sich in einer feindlichen Welt. Sein Weg zu einem moralisch integren Menschen, dem die Yamas und Niyamas aus dem achtgliedrigen Pfad nach Patanjali ein inneres Korrektiv bilden, wird durch Hindernisse erschwert sein. In der oben erwähnten Meditationsübung ging es also als Erstes darum, diese Sicherheit und Erdverbundenheit im Dammbereich - im Muladhara Chakra - zu spüren. Atem- und Bewegungsübungen, die die Schwerkraft im Beckenbereich zentrieren helfen, machen deutlich, dass hier die Kraft sitzt, von der aus jegliche Aufrichtung ihren Ausgang nimmt. Aus dieser inneren Sicherheit heraus bin ich in der Lage, auch Kontakt mit einem anderen Menschen aufzunehmen.

Das zweite Chakra ist das Sexualitäts- oder Polaritätschakra, Sanskritname: Swadhisthana. Es wird dem Element Wasser zugeordnet, das gleitende und fließende Bewegungen liebt, keine feste Form hat und durch ein Auf und Ab (Ebbe und Flut) bzw. Hin und Her (Flussmäander) charakterisiert ist. Dieser spielerische Charakter äußert sich beim gesunden Säugling z.B. durch Lächeln und Blickkontakt, beim Erwachsenen durch genussvolle Bewegungen, Flirt und spielerischen Austausch mit einem anderen Menschen. Eine unsichere Person wird nicht flirten. Geschmeidige, lustvolle Dreh- und Räkelbewegungen regen dieses Chakra an.

Wenn dem Säugling dieser „Tanz“ mit der Mutter oder ersten Bezugsperson geglückt ist, gilt es als Nächstes, sich in einer Gruppe zu behaupten, das können die Geschwister oder eine Kindergartengruppe sein. Hierbei hilft das Sonnengeflecht- oder Manipura-Chakra (3. Chakra), das dem Element Feuer zugeordnet ist. Es bildet sich im Wechsel mit solchen Erfahrungen. Feuer-Atmung, das Löwe-Asana und viele Bauchübungen regen dieses Chakra an. Einem Kind, das in der Symbiose mit der Mutter keine sich gegenseitig bedingenden lustvollen Erlebnisse hatte und dabei auch seinen Einfluss auf die Mutter spüren konnte, wird es schwer fallen, sich im größeren Kreis zu behaupten und seinen Willen durchzusetzen. Ebenso wird es einem Erwachsenen gehen, der über längere Zeit die „Erfahrung eines freundlichen anderen“ vermissen musste.

Habe ich jedoch das innere Wissen, dass mir die Fähigkeit zu einem Kampf auf Augenhöhe zur Verfügung steht (und diese Voraussetzung habe ich mit der Entwicklung des 3. Chakras geschaffen), so kann ich um eines höheren Zieles willen auch darauf verzichten: Eine Fähigkeit des Herz-Chakras, auch Anahata-Chakra genannt. Es bringt mich mit anderen Menschen in eine liebevolle Verbindung. Es wird dem Element Luft zugeordnet. So wie die Luft mit den unterschiedlichsten Gasen und Düften eine Verbindung eingehen kann, gibt mir das Herz-Chakra die Möglichkeit, mich in andere einzufühlen und offen zu sein für andere Wünsche und Ideen. Dieses in der Mitte der sieben Chakras liegende 4. Chakra stellt die Verbindung zwischen den drei unteren und den drei oberen Chakras dar. Es verfügt über die Fähigkeit, zarte Schwingungen im zwischenmenschlichen Bereich wahrzunehmen. Brustkorböffnende sowie verbeugende Übungen können dieses Chakra anregen.

Im nächst höheren Chakra, dem Kehlkopf- oder Vishuddhi-Chakra, das aus dem Sanskrit übersetzt „Rad der atmenden Wahrheit“ heißt, drückt sich aus, was in den unteren Chakras lebt. An einer Stimme kann ich oftmals erkennen, ob der Sprecher erregt, schüchtern, streng usw. ist, ob er es ehrlich meint und ähnliches. Sie kann das Gesprochene unterstreichen oder gleichzeitig eine andere Botschaft mitvermitteln. Sie kann unsere Gefühlslage, unsere Sympathie zu einem anderen, unsere Erwartung und vieles mehr offenbaren. Es geht hier um den authentischen Selbstausdruck: Da ich guten Herzens bin, habe ich nichts zu verbergen. Ein Tönen, das die Stimme aus den unteren Regionen des Bauchraumes heraus erklingen lässt, kann helfen, diese Ehrlichkeit und Authentizität zu fördern.

Sind die unteren Chakras gut ausgebildet, so bildet sich bei weiterer spiritueller Entwicklung mit dem 6. Chakra, dem dritten Auge oder Ajna-Chakra die Fähigkeit zu höherer Einsicht und Intuition, die aus dem Kontakt mit meinem inneren Führer entsteht. Je geistiger die Chakras werden, um so weniger habe ich durch Übungen die Möglichkeit, sie bewusst zu fördern, es wird eher zu einem Akt der Gnade, für den ich Voraussetzungen schaffen und mich öffnen kann.

Da unser Fokus jedoch auf der kindlichen Entwicklung liegt, sollen die beiden höchsten Chakras, das Ajna- und das Sahasrara-Chakra (7.Chakra oder Kronen-Chakra) nur der Vollständigkeit wegen erwähnt werden.

Die Chakralehre als psychologisch interpretiertes Stufenmodell, wie sie hier dargestellt wurde, wurde auf dem von mir gehaltenen Workshop mit dem Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung des Psychoanalytikers Erik Erikson in Beziehung gebracht. Wie oben bereits erwähnt, deckt sich die 1. Stufe recht gut mit dem, was die indische Lehre mit dem Wurzel-Chakra meint. Auch er betont, dass die weitere Entwicklung von einem Gelingen dieser ersten Phase abhängt. Die weiteren Stufen lassen sich nicht mehr so eindeutig zuordnen. Die 2. Stufe (Autonomie versus Scham und Zweifel) meint zwar auch dieses vom Kind gesteuerte, spielerische Pendeln zwischen Nähe und Distanz in der Eltern-Kind-Interaktion- vergleichbar dem, was oben dem 2. Chakra zugeordnet wurde. Auch er sieht darin eine Voraussetzung für die Durchsetzungsfähigkeit. Sie umfasst jedoch mehr.

Die von ihm beschriebene 3. Stufe (Initiative versus Schuldgefühl) ließe sich in gewisser Hinsicht vergleichen, mit dem, was über das Manipura-Chakra oben beschrieben wurde, auch hier geht es um die richtige Mitte zwischen Sich-Durchsetzen und Verzicht um der Anderen willen, die für die Gewissensbildung wichtig ist. Die von ihm beschriebene 8. Stufe (Integrität versus Verzweiflung), die eine gewisse Abgeklärtheit und Weisheit beinhaltet, weist schließlich eine gewisse Ähnlichkeit mit dem auf, was durch das 5. und 6. Chakra in uns als Fähigkeit ruht. Jedoch würde man beiden Systemen Gewalt antun, wenn die Parallelen zu sehr forciert werden. Mir war es besonders bedeutsam, dass sowohl die Inder wie ein westlicher Psychotherapeut die Grundlage für jede weitere Entwicklung in einem sicheren Grundgefühl sehen.

Mein Anliegen war es, durch den angebotenen Workshop zum einen die teilnehmenden potentiellen Kinderyoga-Lehrer in innere Fühlungnahme zu den eigenen siebenfältig aufgefächerten göttlichen Potentialen - oder auch Ressourcen - zu bringen. Jede Erziehungsperson wirkt zu allererst und vor allem durch das Vorbild, durch die Authentizität der eigenen Persönlichkeit. Informationen holen sich die Kinder heute aus dem PC. Zum anderen halte ich es für wichtig, im Bewusstsein zu haben, dass kindliche Störungen zumeist in einer mangelnden Ausbildung der unteren Chakras begründet sind. Die entscheidenden Fragen sind hier: Wie kann ich einem Kind helfen, mehr Sicherheit zu gewinnen? Wie kann ich ihm helfen, in einem Spiel zu zweit sich lustvoll verlieren zu können? Wie kann ich ihm zu der Fähigkeit verhelfen, in der Auseinandersetzung mit anderen sowohl sich behaupten wie auch zurückstecken zu können. Es ist geplant, in einem weiteren Seminar gemeinsam mit den Teilnehmern noch konkrete Spiele und Übungen zu sammeln und zu entwickeln, die Kindern helfen, gesund und selbstbewusst in die Zukunft zu wachsen.

Chakra-Meditation mit Bija Mantras nach Narayani Rabinovich

Meditationstext von Swami Nirgunananda

Anmerkung: Wenn diese Meditation von jemandem angeleitet wird, spricht derjenige, der die Meditation anleitet, das Bija Mantra des jeweiligen Chakras vor, dann spricht die Gruppe nach; etwa 4 x im Wechsel pro Bija Mantra und Chakra.)

Achte in dieser Meditation darauf, dass du die Wirbelsäule möglichst aufrecht hältst, Scheitel wächst zum Himmel, und dass du eine stabile Basis hast, so dass die Energien frei fließen können. Mit dieser Meditation kannst du die wichtigen Energiezentren und damit die Ebenen des Lebens, der Entfaltung, für welche sie stehen, durch Konzentration und Klang zum Schwingen bringen, sie aktivieren und harmonisieren. Du wiederholst dabei das zugehörige Bija Mantra. Ein Bija Mantra, ein "Samen-Mantra" ist eine Klangsilbe mit hoher energetischer Wirksamkeit ohne übersetzbare Bedeutung, welche die besondere Energie und Qualität des jeweiligen Chakras und der damit zusammenhängenden Erfahrungs- und Lebensbereiche anregt und harmonisiert.

Konzentriere dich als erstes auf das Muladhara Chakra am unteren Ende der Wirbelsäule und sprich oder singe 3 - 4 Mal halblaut, mit Gefühl und Konzentration, mit einem weichen Klang "Lam", das Bija Mantra des Muladhara Chakras. Spüre, wie der Klang im Chakra vibriert, das Chakra zum Schwingen bringt.

Konzentriere dich auf das Svadhisthana Chakra in der Kreuzbein-Gegend und sprich oder singe 3 - 4 Mal mit Gefühl und Konzentration, mit einem weichen Klang "Vam", das Bija Mantra des Svadhisthana Chakras. Spüre, wie der Klang im Chakra vibriert, das Chakra zum Schwingen bringt.

Konzentriere dich auf das Manipura Chakra in der Mitte der Lendenwirbelsäule und sprich oder singe 3 - 4 Mal halblaut mit Gefühl und Konzentration, mit einem weichen Klang "Ram", das Bija Mantra des Manipura Chakras. Spüre, wie der Klang im Chakra vibriert, das Chakra zum Schwingen bringt.

Konzentriere dich auf das Anahata Chakra in der Mitte der Brustwirbelsäule und sprich oder singe 3 - 4 Mal halblaut mit Gefühl und Konzentration, mit einem weichen Klang "Yam", das Bija Mantra des Anahata Chakras. Spüre, wie der Klang im Chakra vibriert, das Chakra zum Schwingen bringt.

Konzentriere dich auf das Vishuddhi Chakra in der Mitte der Halswirbelsäule und sprich oder singe 3 - 4 Mal halblaut mit Gefühl und Konzentration, mit einem weichen Klang "Ham", das Bija Mantra des Vishuddhi Chakras. Spüre, wie der Klang im Chakra vibriert, das Chakra zum Schwingen bringt.

Konzentriere dich auf das Ajna Chakra in der Mitte des Kopfes und sprich oder singe 3 - 4 Mal halblaut mit Gefühl und Konzentration, mit einem weichen Klang "Om", das Bija Mantra des Ajna Chakras. Spüre, wie der Klang im Chakra vibriert, das Chakra zum Schwingen bringt.

Konzentriere dich auf das Sahasrara Chakra in der Scheitelgegend – entweder in Stille oder sprich oder singe 3 - 4 Mal halblaut mit Gefühl und Konzentration, mit einem weichen Klang "Hrim", das Bija Mantra von Shiva, als Symbol für das unendliche, allumfassende Bewusstsein. Spüre, wie der Klang im Chakra vibriert, das Chakra zum Schwingen bringt.

Dann gehe in der Stille nochmals mit deiner Konzentration für einige Minuten in jedes Energiezentrum und wiederhole dort das Bija Mantra geistig:

  • Konzentration auf das Muladhara Chakra, dabei das Bija Mantra Lam geistig wiederholen.
  • Konzentration auf das Svadhishthana Chakra, dabei das Bija Mantra Vam geistig wiederholen.
  • Konzentration auf das Manipura Chakra, dabei das Bija Mantra Ram geistig wiederholen.
  • Konzentration auf das Anahata Chakra, dabei das Bija Mantra Yam geistig wiederholen.
  • Konzentration auf das Vishuddhi Chakra, dabei das Bija Mantra Ham geistig wiederholen.
  • Konzentration auf das Ajna Chakra, dabei das Bija Mantra Om geistig wiederholen.
  • Konzentration auf das Sahasrara Chakra, dabei das Bija Mantra Hrim geistig wiederholen.

Wenn du mit der Reihe der Chakras von unten nach oben durch bist, kannst du erneut die Reihe der Chakras von unten nach oben hindurch gehen, oder auch von oben nach unten und dann wieder von unten nach oben. Oder du kannst dich zum Schluss auf ein Chakra konzentrieren, zum Beispiel auf das Ajna Chakra und dabei geistig Om oder dein eigenes persönliches Mantra singen.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

Chakras

29.09.2019 - 04.10.2019 - Asana Intensiv mit Mudras und Chakras
Training für Hirn, Muskeln, Bindegewebe/Gelenke, Energiehaushalt und -balance: Körperyoga mit Chakra Konzentrationen, Mudras, Visualisierungen, Klang und Affirmationen für Tiefenerfahrungen. Au…
Arjuna Wingen,
11.10.2019 - 13.10.2019 - Chakra-Yoga - Schwerpunkt Anahata und Vishuddha
Lerne alles über das vierte und fünfte Chakra: Anahata- und Vishuddha-Chakra und ihr gemeinsames Element. Sie stehen in Verbindung mit: Herzlichkeit, Liebe, Freiheit, Atmung und Atemwege, Raum, P…
Vani Devi Beldzik,

Energiearbeit

23.08.2019 - 25.08.2019 - Mudras - altes Wissen für die heutige Zeit
Lerne, deine Hände einzusetzen zur Lenkung von feinstofflichen Energien für Meditation und Selbstheilung. Swami Saradananda führt dich an diesem praktisch und theoretisch einzigartigen Seminar i…
Swami Saradananda,
23.08.2019 - 25.08.2019 - Erwecke deine Energie und erfülle dein volles Potential
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Kundalini Yoga

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