Lotussitz

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Lotussitz auch Lotossitz oder Padmasana (Sanskrit: पद्मासन padmāsana (Padma-Asana) n.; oder कमलासन kamalāsana (Kamala-Asana) n.) Der Lotus – die Pflanze, die die Erleuchtung versinnbildlicht.
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Wohl eine der bekanntesten Yoga Asanas. Er gilt als optimale Sitzhaltung für die Meditation. Diese Asana ist fest und stabil und ermöglicht langes und ruhiges Sitzen bei richtiger Ausführung. Der volle Lotussitz ist sehr fortgeschritten, aber es gibt viele Variationen und Abwandlungen, in denen du durch Achtsamkeit und Konzentration sicher schnell Fortschritte machen wirst. Heilige Personen des Hinduismus oder Buddhismus werden häufig im Lotussitz dargestellt.

Sukadev über Lotussitz

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Lotussitz

Sukadev im Lotussitz

"Padma" heißt Lotus, "Asana" heißt Sitz. Padmasana ist der Lotussitz. Asana im weiteren Sinne ist auch die Stellung, so nennt man es auch die Lotus-Stellung. Padmasana heißt übrigens auch in der indischen Mythologie, eine Lotusblüte, auf der die Göttinnen sitzen, das sind auch Padmasana, der Lotus selbst als Sitz. Aber normalerweise wird als Padmasana der Lotussitz bezeichnet. Du gibst einen Fuß auf einen Oberschenkel, den anderen Fuß auf den anderen Oberschenkel, das ist Padmasana. Und du findest auch auf unseren Internetseiten Video-Anleitungen, wie du Lotusflexibilität erreichen kannst und natürlich auch, welche Sitzhaltungen du üben kannst, wenn der Lotus nicht geht.

Padmasana, der Lotus, ist in vielerlei Hinsicht eine besonders gute Stellung für Pranayama und Meditation. Zum einen ist es für den Rücken angenehm. Das mag dich erstmal verwundern, denn zunächst mal denkst du mehr an Knie und Hüften, aber in jedem Fall, für den Rücken ist Padmasana angenehm. Padmasana ist auch eine Asana, bei der du nicht wirklich ein Kissen brauchst, du bist ganz natürlich aufgerichtet, es ist eine stabile Sitzhaltung, ein stabiler Sitz.

Dann ist Padmasana auch ein vollkommenes Dreieck, die Energie wird im Dreieck geschickt und die Energie kommt so zur Sushumna, zur feinstofflichen Wirbelsäule. Ein zweites Dreieck zeigt nach oben und hilft dir, dass die Energie nach oben steigt. Die Mitte ist dein Herz und so kannst du in Padmasana dein Herz-Chakra spüren, Liebe spüren, Freude spüren. Die Fersen berühren zwei Nadis, die entsprechend Ida und Pingala an der Vorderseite verlaufen, links und rechts am Bauch. Diese Nadis werden aktiviert, und so strömt die Energie nach oben.

Die Fußsohlen zeigen nach oben und Füße nehmen Energie auf, auch das hilft, dass die Energie hochsteigt. Du siehst, Padmasana hat viele gute Wirkungen. Allerdings, wer nicht von Jugend an Padmasana geübt hat, dem wird es nicht unbedingt leichtfallen, Padmasana zu lernen. Sehr viele Menschen können es lernen, indem sie Vorübungen machen.

Du kannst auch auf unsere Internetseite gehen und schauen nach „Lotus-Vorübungen“ oder „Lotussitz-Vorübungen“ und dann findest du verschiedene Weisen, wie du das üben kannst. Es gibt Internetseiten und es gibt Videos, Videoanleitungen, denn man sollte nicht übertreiben und vor allen Dingen keine Gewalt anwenden. Knie sind etwas Wertvolles, sie sollten mit Ehrerbietung behandelt werden.

Padmasana

Gebundener Lotussitz, Baddha Padmasana

Die Lotusstellung oder Padmasana ist eine kreuzbeinige Sitzposition, die ihren Ursprung in den meditativen Praktiken des alten Indien hat und in welcher die Füße auf den jeweils anderen Oberschenkel abgelegt werden. Unter den 84 Asanas im Hatha Yoga ist diese Asana eine der wichtigsten, die Shiva unterrichtet haben soll.

Die Lotusstellung ähnelt einer Lotusblüte. Bekannte Darstellungen der Lotusstellung zeigen Shiva, den meditierenden asketischen Gott im Hinduismus, oder Siddhartha Gautama, den Begründer des Buddhismus. Eine Abbildung der Lotusstellung wurde auch auf einem alten Siegel in Harappa gefunden. Padmasana kann als eine grundlegende Haltungsübung sowohl für die Meditation als auch zum Erhalt der normalen Elastizität der Muskeln angesehen werden, die mit dem Becken und den unteren Extremitäten verbunden sind.

Die Bedeutung von Padmasana

'Padma' bedeutet Lotus in Sanskrit. In dieser Asana sieht die Beinposition aus wie ein blühender Lotus. Dieser Asana kommt in der Yogapraxis eine herausragende Bedeutung zu, weil sie sich am besten für Pranayama, Meditation und Konzentration eignet.

Yogatexte und Padmasana

Padmasana ist eine der ältesten bekannten Asanas der Geschichte und wurde in der Yoga Yajnavalkya (200 Jahre vor Christus) erwähnt, dem ältesten erhaltenen Text mit Beschreibungen von Yoga Asanas. Fast alle Puranas, Itihasas and späteren indischen Texte erwähnen sie flüchtig. Sie ist ebenso bekannt in der buddhistischen Tradition (worauf die ikonische Padmasana-Haltung einiger Buddha Statuen hinweist).

Überlieferung

Schon alte indische Schriften nennen den Lotussitz. Die Gherandasamhita 2,8 (15.Jh.) beschreibt ihn so:

Setze den rechten Fuss auf den linken Schenkel und gleichermassen den linken auf den rechten; kreuze die Arme hinter dem Rücken und halte mit den Fingern die grossen Zehen der gekreuzten Füsse. Setze das Kinn auf die Brust und starre mit dem Blick auf die Nasenspitze. Diese Asana wird Padmasana genannt. Sie zerstört Krankheiten."

Asanas im Yoga werden vor allem aus einem Grund praktiziert: der Körper soll für die Meditation vorbereitet werden. Patanjali sagt in seinen Sutras: „sthirasukham asanam“ [|| 2.46 ||]. Das bedeutet, die Asana soll fest und bequem sein. Bezogen war das damals auf die Sitzhaltung in Form von Padmasana, die einzige Asana die zu dieser Zeit bildlich dargestellt wurde. Heute gilt das für jede Asana, insbesondere für die Sitzhaltungen, die die stabilsten unter allen Asanas darstellen. Dabei ist es zunächst irrelevant, ob der Lotussitz (Padmasana), der Fersensitz (Vajrasana) oder eine anderen Sitzposition eingenommen wird.

Ausführung

Lotus im Handstand

Der Lotussitz ist deshalb besonders zur Meditation geeignet, weil er automatisch eine stabile Haltung ergibt und der Rücken dabei problemlos gerade gehalten werden kann. Allerdings muss diese Asana lange und sorgfältig eingeübt werden, um auch lange Zeit in ihr gelassen meditieren zu können. Nach alten Schriften erlangen nur Weise die Fähigkeit, im Lotussitz zu verweilen. Im klassischen Hatha Yoga wird aber das Siddhasana oft als höher eingeschätzt als das Padmasana.

Das Einüben dieser Sitzhaltung ist mühsam und verursacht am Anfang oft Schmerzen in den Knien und im Rücken. Deshalb darf nie forciert werden, weil es sonst zu bleibenden Schäden kommen kann. Eine vereinfachte Form ist der Halblotus, bei dem nur ein Fuß über den gegenüberliegenden Schenkel gelegt wird. Nicht selten wird der Schneidersitz mit dem Lotussitz verwechselt, doch bildet dieser keine stabile Grundlage für eine lange Meditation.

Fortgeschrittene Yogis sind in der Lage mehrere Asanas, wie der Kopfstand, den Fisch oder andere Asanas aus dem Lotussitz heraus zu vollziehen.

Sitzhaltung

Artikel aus dem "Yoga Vidya Journal Nr. 28", Frühling 2014:

  • Der Kopf ist im Lot mit der Wirbelsäule. Kinn und Hals bilden einen rechten Winkel, so dass der Nacken lang wird. Kiefer- und Gesichtsmuskulatur sind völlig entspannt. Die Zunge liegt locker im Mund.
  • Die Hände liegen auf den Oberschenkeln. Vorzugsweise mit den Handflächen nach oben, da sich dadurch automatisch der Brustkorb besser öffnet. Die Finger sind locker oder können in ein Mudra (hier: Variante vom Chin Mudra) gebracht werden.
  • Die Wirbelsäule ist in ihrer natürlichen doppel-S-förmigen Aufrichtung, so dass die Wirbelkörper nahezu ohne jede Muskelkraft „aufeinandergestapelt“ sind. Dabei bilden Steiß, Brustwirbelsäule und Hinterkopf eine gerade (gedachte) Linie. Für diese Aufrichtung empfiehlt es sich, mit dem Gesäß zu etwa einem Drittel auf einer Unterlage wie einem Kissen zu sitzen. Der untere Rücken ist dabei maximal im natürlichen Hohlkreuz. Kinn und Kehle bilden einen rechten Winkel.
  • Stabile Basis jeder Sitzposition bilden das Gesäß und die Beine, meist in einer dreipünktigen Auflagefläche. Um diese stabile Basis zu gewährleisten, müssen die Knie auf dem Boden (wie hier im Lotussitz) bzw. die Oberschenkel auf den Füßen (so etwa im Schneidersitz - Sukhasana) so abgelegt werden, dass sie völlig entspannen können. Bei geringer Flexibilität kannst du Decken oder Kissen unter die Oberschenkel / Knie bringen. Mit dem Gesäß sitzt du tendenziell auf den Sitzbeinhökkern. Dazu ziehst du das Gesäß nach hinten und außen mit den Händen auseinander und trennst so die Gesäßhälften.
  • Die Schultern sind völlig entspannt und leicht nach hinten unten orientiert.
  • Der Brustkorb ist gut aufgerichtet, aber ohne dabei ins Hohlkreuz zu gehen oder in einen Hohlrücken zu fallen.

Tipp

Um ein Körpergefühl für die richtige Aufrichtung zu bekommen, kannst du kreuzbeinige Sitzpositionen an der Wand üben. Lege dazu deine Sitzunterlage dicht an eine Wand, so dass Steißbein, Schultern und Hinterkopf die Wand berühren. Nun kannst du die Lendenwirbelsäule durch gezieltes Aufrichten des Schambeins Richtung Brust ebenfalls Richtung Wand bringen. Gleichzeitig wächst der Hinterkopf an der Wand nach oben, so dass ein leichtes Doppelkinn entsteht. Die Schulterblätter drücken nach unten und hinten in die Wand. So erreichst du eine gute Aufrichtung der Wirbelsäule und dehnst die gesamten Rückenstrecker.

Sitzvarianten

Welche Sitzvariante konkret eingenommen wird ist für eine gute Meditation nicht entscheidend. Zwar haben einige Sitzvarianten bestimmte Vorzüge. So etwa bei der vollkommenen Haltung (Siddhasana), bei der durch die untere Ferse am Damm das Muladhara-Chakra stimuliert wird. Der Lotussitz (Padmasana) gilt als stabilste Sitzvariation und eignet sich somit besonders für lange Meditationssitzungen. Im Fersensitz (Vajrasana) öffnet sich automatisch der Magenpförtner, so dass er die bevorzugte Sitzhaltung zum Essen ist. Der Schneidersitz (Sukhasana) ist besonders für Anfänger mit noch nicht so guter Flexibilität geeignet. Entscheidend für eine meditative Sitzhaltung ist aber, dass sie über lange Zeit bequem eingenommen werden kann.

Video: Lotus Vorübungen mit Lisa

Swami Sivananda über den Lotussitz

Entspannen im Lotussitz

Padma bedeutet Lotus. Wenn die Asana gezeigt wird, gleicht ihr äußerer Schein in gewisser Weise einem Lotus. Daher rührt der Name Padmasana. Ebenso ist die Asana unter dem Namen Kamalasana bekannt. (kamala bedeutet im Sanskrit ebenso Lotus) Innerhalb der vier Haltungen die für Japa (Mantrarezitation) Dhyana (Meditation) festgelegt sind, ist sie die Vorherrschende.

Für die Innenschau (Kontemplation) ist sie die am besten geeignete. Rishis wie Geranda, Sandilya und andere mehr sind in höchstem Maße gut auf diese grundlegende Asana zu sprechen. Menschen, die im Zustand des Hauseigentümers (householder/grihasta leben, können diese Asana gut einnehmen. Sogar Frauen können in dieser Haltung sitzen. Padmasana eignet sich für hagere Personen, gleichsam wie für junge.

Methode

Sitze mit nach vorne ausgestreckten Beinen auf dem Boden. Dann platziere den rechten Fuß auf dem linken Oberschenkel und den linken Fuß auf dem rechten. Gib die Hände auf die Knie.

Du kannst einen Fingerverschluss machen (Mudra), dann halte die so geschlossenen Hände über dem linken Knöchel. Das ist für einige Personen sehr angenehm. Oder du kannst auch Deine linke Hand über dem linken Knie ablegen und die rechte über dem rechten Knie. Hierbei zeigen die Handflächen nach oben und der Zeigefinger berührt die Mitte des Daumens. (Chinmudra)

Video: Fortgeschrittene Sitzhaltungen für die Meditation

Variationen

  • Ardha-Padmasana: (Ardha bedeutet im Sanskrit "halb"): Wenn Du zu Beginn nicht beide Füße auf den Oberschenkeln ablegen kannst, behalte einfach den einen für einige Zeit lang auf einem Oberschenkel und für eine Zeit lang den anderen Fuß auf dem anderen Oberschenkel. Nach einigen Tagen Übung wird es Dir möglich sein beide Füße auf den Oberschenkeln abzulegen. Das ist der halbe Lotus oder Ardha-Padmasana.
  • Virasana: Sitze bequem. Bringe den rechten Fuß auf den linken Oberschenkel und den linken Fuß unterhalb des rechten Oberschenkels. Lord Gauranga (der goldfarbene Avatar) nutzte für gewöhnlich diesen Sitz für seine Meditation. Das ist eine komfortable Stellung. Virasana bedeutet Heldenstellung.
  • Parvatasana (Berghaltung): Nimm gewöhnliches Padmasana ein. Strecke kniend Deine Hände nach oben. Das ist Parvatasna. Gibt eine dicke Decke auf den Boden und mache dann die Asana, damit Du Dir keine Verletzung zuziehen kannst. Halte Dich zu Beginn für einige Tage, bis Du die Balance halten kannst, an einem Hocker oder an einer Bank fest. Danach kannst Du die Arme nach oben ausstrecken. Sitze im Heldensitz (Virasana) , strecke die Arme nach oben und sei fest, stabil und ruhig in Deiner Haltung.

Die folgenden Asanas werden auch manchmal Parvatasana genannt:

  • Samasana: (gleiche Stellung) Gib die linke Ferse auf den Anfang des rechen Oberschenkels und die rechte Ferse auf den Anfang des linken Oberschenkels. Sitze bequem. Binde entweder links oder rechts. Diese Haltung wird Samasana genannt.
  • Karmukasana: Sitz in herkömmlichem Padmasana. Fasse den rechten großen Zeh mit der rechten Hand und den linken mit der linken. Auf diese Weise mache ein Kreuz mit Deiner Hand und dem Ellbogen.
  • Utthita Padmasana: Sitze in Padmasana. Die Handflächen sind auf den Seiten auf dem Boden. Langsam richte den Körper auf. Es sollte kein Ruck entstehen. Der Körper sollte nicht zittern. Halte den Atem so lange Du in dieser aufrechten Position verweilst. Wenn Du nach unten kommst, kannst Du ausatmen. Personen die Kukkutasana nicht ausführen können, können dies praktizieren. Die Hände werden bei dieser Asana an den Seiten gelassen, während sie in Kukkutasana zwischen dem Oberschenkel und Wadenmuskel gehalten werden.
  • Baddha Padmasana: Diese Haltung wird von manchen Personen Padmasana genannt.
  • Urdhva Padmasana (urdhva bedeutet im Sanskrit "nach oben gerichtet")
  • Lolasana
  • Kukkutasana
  • Tolangulsana

Dieser Abschnitt stammt aus dem Buch "Yoga Asanas" von Swami Sivananda Divine Life Society, Sivananda Ashram

Video: Lotussitz (für Fortgeschrittene!!!)

Siehe auch

Weblinks

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