Shirshasana

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Shirshasana, auch Sirshasana, Sirsasana (Sanskrit: शीर्षासन śīrṣāsana n. Shirsha-Asana) oder Kopfstand, ist eine Asana aus dem Hatha Yoga die zu den 84 Hauptasanas zählt. Shirshasana ist die 1. Asana der Grundstellungen der Yoga Vidya Reihe. Shirshasana ist das Sanskritwort für den Kopfstand. Shirshasana besteht aus zwei Wörtern, nämlich "Shirsha" und "Asana". Shirsha heißt Kopf, auch Kopfspitze. Asana heißt Stand, Stellung. Shirshasana ist also der Kopfstand.

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Inhaltsverzeichnis

Wirkungen von Shirshasana

Körperliche Wirkung von Shirshasana

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Die Halsschlagader erhält wesentlich mehr Blut. Das Gehirn, die Wirbelsäule und der Sympathikus werden mit Blut versorgt. Krankheiten der Nerven, Augen, Ohren, Nase und Hals verschwinden. Diese Asana ist gut gegen Krampfadern, Nierenkoliken und hartnäckige Verstopfung. Diese Asana ist auch gut gegen Magensenkung und nervöses Asthma. Die Lunge wird gereinigt, da alle schlechte Luft die Lungen verläßt. Shirshasana verbessert auch die Durchblutung der Kopfhaut (Verringerung des Haarausfalls und Verlangsamung des Grau-Werdens der Haare bzw. des Haarausfalls) und des Gesichtes (Verringerung der Faltenbildung). Shirshasana gilt als "Verjünger”. Gleichgewichtssinn, muskuläre Koordination, Selbstvertrauen, Konzentration und Mut werden gefördert.

Kontraindikationen

Wer unter starkem Bluthochdruck, Schädigung der Halswirbelsäule oder schweren Augenschädigungen leidet, sollte einen Arzt befragen, bevor er diese Asana ausführt.

Gestärkte Muskeln in Shirshasana

Delta-Muskeln (Schultermuskeln).

Geistige Wirkung von Shirshasana

Viele Gehirnfunktionen, wie Gedächtnis, Konzentrationsvermögen, kreatives Denken, geistige Klarheit werden erhöht. Shirshasana entwickelt Mut, Konzentration, Willenskraft, Gleichgewicht und Koordination.

Energetische Wirkung von Shirshasana

Shirshasana hilft zur Sublimierung von Apana und damit der sexuellen Energie. Er aktiviert die Sonnen- und Mondenergien im Sonnengeflecht und in der Stirn.

Besonders angesprochene Chakras in Shirshasana

Swami Sivananda über Shirshasana

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Shirshasana ist auch unter anderen Namen wie Kapalyasana (sanskrit: in Beziehung mit dem Schädel bzw. Cranium stehend) oder Vrikshasana (wie ein Baum), Viparitakarani (sanskrit: das umgekehrte Tun) und als Topsy- turvy (auf den Kopf gestellt) bekannt. Diese Asana ist die Königsstellung unter den Asanas.

Methode

Breite eine vierfach gefaltete Decke aus. Sitze auf beiden Knien. Mache einen Fingerverschluss indem du die Finger ineinander verhakst. Setze sie bis zu den Ellenbogen auf den Boden auf. Jetzt behalte den Scheitel Deines Kopfes auf dem Fingerverschluss bzw. zwischen Deinen Händen. Langsam hebe Deine Beine bis in die Vertikale hoch. Am Anfang verweile so für ca. 20 Sekunden. Nach und nach verlängere die Zeitspanne wöchentlich um 15 Sekunden bis Du 20 Minuten oder eine halbe Stunde in der Asana verweilst. Senke danach die Beine langsam wieder ab. Kräftige Menschen können innerhalb eines Übungszeitraums von 2 oder 3 Monaten in der Asana für eine halbe Stunde verweilen. Nimm Dir Zeit. Sei nicht zu sehr bemüht. Sei ruhig. Vor Dir liegt die Ewigkeit. Sei in dieser Angelegenheit nicht nachlässig. Übe diese Asana mit leerem Magen. Wenn Du Zeit hast übe zweimal täglich, morgens und abends. Komme ganz langsam in diese Asana hinein und vermeide ruckartige Bewegungen. Während Du auf dem Kopf stehst, atme langsam durch die Nase ein und aus und niemals durch den Mund.

Du kannst die Hände auf dem Boden, jeweils an die Seite des Kopfes geben. Im Falle, dass Du ein wenig zu Fettleibigkeit neigst, wirst Du dies zum Üben leichter finden. Wenn Du das Ausbalancieren in dieser Asana erlernst, kannst Du in die Praxis mit den verschränkten Fingern übergehen. Für diejenigen, die das Gleichgewicht beim Barrenturnen oder auf dem Boden halten können ist diese Asana kein Kunststück. Frag einen Freund, damit er Dir helfen kann, die Beine, während Du übst, ruhig zu halten oder nutze die Wand als Hilfsmittel, wenn Du anfängst den Kopfstand zu lernen.

Zu Anfang mögen einige während des Übens unerwartete Sinnesempfindungen erleben, aber diese wird bald verschwinden. Die Asana bringt Freude und Fröhlichkeit. Nachdem Du aus der Übung gehst, ruhe für 5 Minuten und trinke einen Becher Milch (bzw. Reismilch). Diejenigen, die diese Asana relativ lange halten, in etwa für 20 Minuten oder eine halbe Stunde, sollten, nachdem sie aus der Haltung gekommen sind eine leichte Erfrischung, Milch oder etwa anderes, zu sich nehmen. Das ist sehr wichtig. Das ist absolute Notwendigkeit. Halte die Asana im Sommer nicht so lange. Im Winter kannst Du so lange, wie Du wünschst, üben. Es gibt Menschen, die bleiben in dieser Asana ohne Pause für zwei oder drei Stunden. In Varanasi gab es einen Yogi, der in dieser Haltung, den Zustand des Samadhi verwirklichte. Sri Jaspat Rai, P.V.Acharyaji Maharaj und andere mehr, blieben in dieser Asana regelmäßig jeden Tag für eine Stunde ohne Unerbrechung.

Nutzen

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Um Brahmacharya (Reinheit in Gedanke, Wort und Tat bzw. Einhalten des Zölibates, um so Brahman zu erfahren) aufrechtzuerhalten, ist die Asana sehr hilfreich und nützlich. Es macht dich zu einem Urdhvaretas (sanskrit: einer der den Samen innen behält, der nach dem Prinzip der Keuschheit lebt). Die sexuelle Energie wird in die spirituelle Ojas- shakti (höchste spirituelle Lebenskräfte) umgewandelt. Dies nennt man auch sexuelle Läuterung/ sexuelle Vergeistigung. Du wirst keine feuchten Träume, keine Spermatorrhoe (unkontrollierter Ausfluss von Samenflüssigkeit ohne sexuelle Erregung im Vorfeld) haben.

In einem Urdhvareto- Yogi fließt die sexuelle Energie aufwärts ins Gehirn um dort als spirituelle Kraft aufbewahrt zu werden, die dann für kontemplative Zwecke (Dhyana: Meditation) eingesetzt wird. Wenn Du diese Asana praktizierst, stell Dir vor, dass die sexuelle Energie in Ojas (Lebenskraft) umgewandelt wird und entlang Deiner Wirbelsäule nach oben aufsteigt um in deinem Gehirn gespeichert zu werden.

Shirshasana belebt, energetisiert und regt an.

Shirshasana ist wirklich ein Segen und ein Nektar. Mit Wörtern läßt sich der wirkliche Nutzen und die Wirkung Shirshasanas nicht ausdrücken. Alleine in dieser Asana kann das Gehirn sehr viel Blut und Prana aufladen. Dies wirkt entgegen der Schwerkraft und saugt einen Überschuss von Blut vom Herzen weg. Das Gedächtnis verbessert sich bewundernswert. Anwälte, Okkultisten und Denker werden diese Asana zu schätzen wissen.

Die Asana führt aus sich selbst heraus zu natürlichem Pranayama und Samadhi. Keine andere Anstrengung ist notwendig. Wenn Du Deinen Atem beobachtest, wirst Du bemerken, dass dieser feiner und feiner wird. Am Anfang der Praxis wird es kleine Schwierigkeiten beim Atmen geben. Mit dem Fortschritt in der Praxis wird dies vollständig verschwinden. Du wirst wirklichen Gefallen, freudige Erregung des Geistes in dieser Asana finden.

Großer Nutzen kann weiterhin davon abgeleitet werden, wenn eine Meditation auf Shirshasana folgt. Anahataklänge (Anahata ist das 4. Chakra; sanskrit: unverwundet; der Klang himmlischer Gefilde) wirst du deutlich hören können. Junge widerstandsfähige Personen sollten diese Asana ausführen. Der Vorteil, der aus dieser Asana rührt ist unkalkulierbar. Diejenigen die Shirshasana praktizieren, sollten keinen regelmäßigen Beischlaf mit einem Sexualpartner ausüben. Weiterhin ist Shirshasana ein Allheilmittel, ein Wundermittel, ein überlegenes Spezifikum bei allen Krankheiten.

Die Asana erleuchtet den psychischen Körper und erweckt die Kundalinikraft, beseitigt alle Arten von Magen-Darmkrankheiten und verstärkt geistige Kraft. Shirshasana hat die Wirkung eines kraftvollen Blutreinigers und die eines Nerventonikums. Alle Krankheiten der Augen, der Nase, des Kopfes, der Kehle, des Magens und Bauches, des Urogenitalsystems, der Leber, der Milz, der Lungen, Nierenkoliken, Taubheit, Samenfluss, Diabetes, Hämorrhoiden, asthmatische Erkrankungen, Syphilis usw. können so geheilt werden.

Die Asana entfacht das Verdauungsfeuer Jatharagni (Sanskrit: Jathara - Magen; Agni - Feuer. Falten und graue Haare werden verschwinden. "Derjenige, der die Asana über drei Stunden hinweg am Tag praktiziert besiegt die Zeit", steht in der Yoga Tattva Upanishad geschrieben. Sogar Damen können diese Asana ausführen. Zahlreiche Krankheiten der Gebärmutter und der Ovarien können so geheilt werden. Sterilität verschwindet.

Asanas (Körperhaltungen), Pranayama (Atemübungen) und und Japa (Mantrarezitation) sollten Hand in Hand gehen. Wiederhole während Du diese Asana übst das Mantra deines Ishta Devata (sanskrit: der von Dir erwählte (höchste persönliche) Gott) oder das Mantra, das Du von Deinem Lehrer bekommen hast.

Erinnere dich immer an die wertvollen Worte Lord Krishnas: "Tasmat Yogi Bhava"- "Deshalb werde Du ein Yogi" ( Gita, Chapter, VI- 46) Sri Prakash Jung, der Privatsekretär des letzen Maharajas von Tehri (der Bergstaat in Uttarakhand) im Himalaya hatte geschwollene Beine und eine Herzerkrankung. Dem Herzmuskel war die Kontraktion und die Ausdehnung in seiner Pumpfunktion nicht mehr richtig möglich. So wurde es von den Ärzten diagnostiziert. Über einige Tage hinweg übter er regelmäßg Shirshasana. Die ganze Schwellung verschwand. Die Herzfunktion war wieder hergestellt. Er hatte überhaupt keine Schmerzen mehr. Er praktizierte die Asana täglich eine halbe Stunde lang. Der Pandit (Gelehrte) Surya Narayan, ein Anwalt in Lakhimpure Kheri machte auch diese Asana. Sein Gedächtnis verbesserte sich zusehends. Die chronischen Schmerzen in Rücken und Schultern (chronisches Rheuma) verschwanden komplett.

Nützliche Tipps für Shirshasana

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Falls du große Schwierigkeiten beim Hineinkommen in den Kopfstand hast, kann dies mehrere Ursachen haben:

  • Oft fehlt es Beginnern an entsprechender Bauchmuskulatur. Diese benötigst du um deine Beine Kontrolliert vom Boden abheben zu können. Ein Hineinspringen ist weniger zu empfehlen. zum einen könntest du dich dabei nach hinten plumpsen. Andererseits lernst du durch ein Hineinspringen nicht kontrolliert die Beine zu heben und trainierst auch nicht deine Bauchmuskulatur. Mache viele Bauchübungen, auch für die seitliche Bauchmuskulatur. Übe lieber regelmäßig als ganu viel und dafür nur zweimal die Woche.
  • Eventuell fehlt es einem Anfänger an Kraft und Flexibilität in den Schultern. Besonders die Schultern leisten die meiste Arbeit im Kopfstand, welcher besser Unterarmstand genannt werden könnte. Übe dafür Delfin und den Hasen. Beides wird dir unheimlich helfen für den Kopfstand.
  • Nicht umsonst gilt der Kopfstand als König der Asanas. Die Wirkungen wie von Swami Sivananda weiter oben beschrieben sind fantastisch. Dennoch gebe acht auf deinen Nacken. Steigere dich allmählich. Könige fallen ganz selten vom Himmel. Eher müssen auch diese seit Kindheit geschult und auf ihre Aufgabe vorbereitet werden. Gehe geschickt dabei vor. Viel Freude und Erfolg.

Ansagen eines Yogalehrers für Shirshasana

Ausgangsposition: Du kommst aus der Stellung des Kindes und bereitest dich auf Shirshasana vor:

  • Messe den Abstand deiner Ellbogen korrekt ab. Eher näher zusammen als weiter auseinander.
  • Falte deine Hände vorne so zusammen, dass einer der kleinen Finger Innen liegt. Platziere die Hände offen auf dem Boden.
  • Die Flache Stelle deiner Schädeldecke lege auf den Boden in das Körbchen deiner Hände und umfasse den Hinterkopf mit deinen Händen.
  • Die Beine strecken und mit den Füßen Richtung Ellenbogen wandern.
  • Irgendwann heben die Füße fast von alleine ab.
  • Die Beine anwinkeln und so die Hüfte gerade aufrichten, die Beine nach oben geben, dann erst die Beine vollständig ausstrecken.
  • Im Kopfstand angekommen, gib acht, das deine Unterame das Gewicht tragen. Die Schultern bleiben weg von den Ohren. Der Kopf trägt kaum Gewicht.
  • Entspanne alles was du nicht für diese Asana benötigst. Werde ganz ruhig und lenke deine Konzentration zum Ajna Chakra oder Sahasrara.
  • Halte solange wie gut möglich für dich. Überprüfe stets, ob du dein Gewicht auf den Unterarmen trägst, nicht auf dem Kopf.

Beim rauskommen aus der Stellung, genauso kontrolliert wie beim hineinkommen.

Variationen

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  • I. Vrikshasana
  • II. Viparitakarani Mudra
  • III. Kapalyasana: Shirshasana wie oben beschrieben wird auch häufig mit diesen 3 Namen bezeichnet.
  • IV. Ardha Vrikshasana: Wenn du in Shirshasana bist, beuge die Beine in den Kniegelenken und lasse sie in Verlängerung der Oberschenkel.
  • V. Mukta Hasta Vrikshasana: Lasse anstelle des Fingerverschlusses die Hände neben dem Kopf auf dem Boden.
  • VI. Hasta Vrikshasana: In dieser Asana wirst Du alleine auf Deinen zwei Händen stehen müssen. Schwinge zuerst Deine Beine an die Wand, stehe ausschließlich auf den Händen. Ganz langsam versuche die Beine weg von der Wand zu bewegen. In einigen Tagen wirst Du es lernen, das Gleichgewicht zu halten.
  • VII. Ekapada Vrikshasana: (sanskrit: ekapada- ein Bein) Wenn du in Shirshasana bist, beuge langsam ein Bein am Knie und halte die Ferse über dem anderen Oberschenkel. Dieser Abschnitt stammt aus dem Buch "Yoga Asanas" von Swami Sivananda Divine Life Society, Sivananda Ashram

Sukadev über Shirshasana

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Shirshasana

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Shirshasana heißt Kopfstand. "Shirsha" heißt Kopf, "Asana" heißt Stellung. Shirshasana ist die Stellung auf dem Kopf, also der Kopfstand. Das ist jetzt kein Asana-Vortrag, kein Hatha Yoga Vortrag, und so werde ich jetzt nicht den Kopfstand vormachen, dir auch nicht allzu viel darüber erzählen. Es reicht aus, dass du weißt, dass Shirshasana Kopfstand heißt und dass Kopfstand eine der zwölf Grundstellungen ist in der Yoga Vidya Grundreihe, auch eine der Grundstellungen in der Rishikesh Reihe und in der Sivananda Basic Class. Shirshasana, also der Kopfstand ist sehr gut, um mehr Prana zu bekommen und um die Chakras im Kopf zu aktivieren.

Shirshasana, der Kopfstand, ist sehr gut für Mut, Willenskraft, Gleichgewicht und Konzentration. Shirshasana ist sehr gut für das Kreislaufsystem und die Stärkung der Arme, denn der Kopfstand heißt zwar Kopfstand, aber eigentlich ist das Hauptgewicht des Kopfstandes auf den Unterarmen. Wenn du jetzt mehr wissen willst über Shirshasana und auch sehen willst, wie man in den Kopfstand hineinkommt, wie du auch hineinkommst, wenn es dir bisher schwerfällt oder wie du Hilfestellungen für den Kopfstand geben kannst oder mehr über die Wirkungen erfahren willst und Konzentrationstechniken zum Kopfstand haben willst, dann gehe auf unsere Internetseiten, auf www.yoga-vidya.de. Dort findest du ein Suchfeld oben auf der Seite und dort gib ein, "Shirshasana" oder auch "Kopfstand" und dann findest du viele Informationen über Shirshasana, über den Kopfstand.

Das Video zum Vortrag von Sukadev, über Shishasana, den Kopfstand

Videos zum Thema Shirshasana

Kopfstand Vorübungen und Anleitung

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Warum Shirshasana?

Kopfstand mit Korrektur - Magischer Punkt

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Shirshasana: Wirkung und Nutzen des Kopfstandes

Welche Wirkungen hat der Kopfstand: Körperlich, energetisch, geistig, psychisch und spirituell?

Der Kopfstand, Shirshasana, gehört zu den wichtigsten Asanas überhaupt. Der Kopfstand ist die erste der zwölf Grundstellungen der Yoga Vidya Reihe und auch in der Sivananda Yoga Reihe.

Shirshasana, der Kopfstand, hat zunächst einmal Wirkung auf die Armmuskulatur, denn wenn du den Kopfstand halten willst, brauchst du starke Arme, insbesondere der Deltamuskel wird gestärkt. Du drückst aber auch die Ellbogen nach unten und du brauchst auch Bauch- und Rückenmuskeln, um gerade in der Stellung zu sein.

Kopfstand eine der wichtigsten Koordinationsübungen

Der Kopfstand stärkt aber auch die Fähigkeit die Beine entspannt zu halten und auch gleichmäßig zu atmen, auch wenn viele Muskeln arbeiten müssen. Der Kopfstand stärkt auch den Gleichgewichtssinn und die Fähigkeit deine Muskeln gut zu koordinieren. Der Kopfstand gehört damit zu den wichtigsten Koordinationsübungen überhaupt. Im Kopfstand sollte ¾ des Gewichts auf den Ellbogen sein und das ist durchaus etwas, was die Arme und Schultermuskeln in großem Maße fordert. ¼ des Gewichts ist auf dem Kopf. Das ist etwas mehr, als normal, aber es ist nicht so viel, dass die Halswirbelsäule überlastet wird. Dieser sanfte Druck auf Kopf, Hals- und Brustwirbelsäule ist im Gegenteil sehr gut. Dieser sanfte Druck, der eine oder zwei Minuten auf der Halswirbelsäule ist, ist zum einen gut für die Bandscheiben. Der Mensch ist ja ein Organismus, der sich auf die Herausforderung der Umwelt einstellt. Wenn du einen sanften Druck zum Beispiel auf die Bandscheibe hast, dann wird das nachher dazu führen, dass der Körper mehr Aufmerksamkeit in die Regeneration der Bandscheiben bringt. Ich kenne Menschen, die leichte Probleme in der Halswirbelsäule hatten und durch Kopfstand davon frei wurden.

Kontraindikationen für den Kopfstand

Natürlich gibt es Kontraindikationen für den Kopfstand, worauf in den Übungsanleitungen immer wieder hingewiesen wird. Angenommen du hast tatsächlich einen Bandscheibenvorfall oder Arthrose oder schwerere Probleme im Nacken, dann ist es gut, den Kopfstand erstmal wegzulassen. Du kannst ihn zum Beispiel durch den Hund ersetzen. Aber allgemein, bei grundsätzlich gesunder Halswirbelsäule, ist der Kopfstand eine gute Übung, um die Bandscheiben und die Zwischenwirbelgelenke in der Halswirbelsäule gesund zu halten; und auch um einen Trainingsreiz auszuüben, dass die Knochenmasse in Hals- und Brustwirbelsäule erhalten bleibt. Es ist ja bei manchen Menschen das Problem, dass sie in ihren 60er, 70er, 80er Jahren Osteoporose bekommen. Diese Osteoporose kann auch die Hals- und Brustwirbelsäule betreffen und dann zum Zerbröseln von Wirbeln führen. Wenn du rechtzeitig regelmäßig Kopfstand machst, wird Knochenmasse aufgebaut, vermehrt Calcium eingelagert und die Wahrscheinlichkeit unter Osteoporose im Alter zu leiden, verringert sich.

Der Kopfstand hilft auch die Entspannungsfähigkeit des Körpers bestimmter Teile gut zu nutzen, andere zu entspannen ist auch wiederum etwas Wichtiges für die Koordination.

Kopfstand regeneriert und verjüngt

Der Kopfstand hat große Wirkung auf das Kreislaufsystem. Das venöse Blut kommt vermehrt zurück. Das venöse Blut ist typischerweise in Beinen und Bauchorganen. Diese sind nun oberhalb des Herzens und die Schwerkraft bringt dieses Blut vermehrt zurück zum Herzen. Der Herzmuskel wird mehr ausgedehnt und zieht sich anschließend mehr zusammen. Das nennt sich übrigens auch Starlingsches Herzgesetz: Wenn mehr Blut zum Herzen fließt, muss der Herzmuskel sich mehr ausdehnen und sich kräftiger zusammenziehen. Da immer mehr Blut zurückkommt, wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes insgesamt steigen und das wirkt regenerierend für den ganzen Körper. Diese Erhöhung der Fließgeschwindigkeit des Blutes führt dazu, dass mehr Nährstoffe in den ganzen Körper kommen und dass Stoffwechselabbauprodukte besser abgebaut werden können. Auch Giftstoffe oder Schlacken können besser abgebaut werden. Außerdem bist du als geübter Yogi / geübte Yogini typischerweise im Kopfstand in einer Entspannungsreaktion. Zwar brauchst du einige Muskeln, aber im Wesentlichen hast du die Augen geschlossen, du bist meditativ und so ist der Körper im Regenerationsmodus. Der Körper ist in Entspannung, im Regenerationsmodus, die Fließgeschwindigkeit des Blutes ist erhöht, also können jetzt alle Reparaturprozesse besser von statten gehen. Der Kopfstand ist also eine gute Regenerationsübung und auch eine Verjüngungsübung.

Körperliche Wirkungen

Kopfstand wichtig für die Gesundheit des Herz- Kreislaufsystems

Der Kopfstand verbessert auch die selektive Durchblutung, dass heißt, dass der Körper vermeiden möchte, dass zu viel Blut in den Kopf und das Gehirn kommt. Wenn du Menschen siehst, die regelmäßig Kopfstand machen, ändert sich deren Hautfarbe im Kopf nicht. Nur bei Anfängern wird der Kopf ein bisschen rot, was aber mehr die Aufregung und Anstrengung ist. Menschen, die regelmäßig Kopfstand machen, verändern die Hautfarbe weder im Kopf noch in den Füßen. Das bedeutet die Durchblutung ist insgesamt gleichmäßig in der Haut. So lernt der Körper im Kopfstand, wie auch durch viele andere Yogaübungen, die Arterien etwas zu verschließen, damit nicht zu viel Blut zum Kopf kommt, dass aber die Arterien in den Beinen stärker geöffnet werden, damit genügend Blut in die Zehen kommt. Dieses Training der selektiven Blutversorgung ist auch etwas sehr Wichtiges für die Gesundheit des Herzkreislaufsystems, insbesondere für die Arterienwände und als Vorbeugung gegen Arteriosklerose.

Kopfstand gut für die inneren Organe

Der Kopfstand ist aber auch gut für die inneren Organe, zum Beispiel die Bauchorgane. Dadurch, dass du umgedreht bist, bekommen die Bauchorgane für eine längere Zeit die Schwerkraft andersherum zu erfahren. Natürlich wird auch das venöse Blut vermehrt zum Herzen gebracht, was die Frischdurchblutung mit frischem Blut der Bauchorgane fördert. Dadurch, dass die Schwerkraft andersherum ist, ist es gut für den Darm, Dickdarm, Dünndarm, die Leber, den Magen und die vielen anderen Organe. Auch für die Lungen ist es gut. Auch, die Lungenwege können sich regenerieren und etwaige Ablagerungen in den Bronchien und Bronchiolen können sich lösen. So werden auch die Lungen gereinigt und schlechte Luft kommt heraus. So ist der Kopfstand auch gut für die inneren Organe, gut gegen Asthma oder auch gegen Magensenkung.

Manche berichten auch, die den Kopfstand im Alter von 50 oder 60 begonnen haben, dass sie weniger Falten haben. Es ist also regenerierend und insgesamt verjüngend.

Energetische Wirkung des Kopfstandes

Der Kopfstand gilt als der König der Asanas. Der Kopfstand ist eine Umkehrstellung, gehört zur Gruppe der Viparitakarani Mudras. Man kann den Schulterstand, gestützten Schulterstand und Kopfstand länger halten, sodass es dann zur Viparitakarani Mudra wird. Im Kopfstand ist der Bauch oben und die Stirn unten. Der Bauch ist die Sonne, die Stirn ist der Mond. Indem man die Stellung wechselt, werden die Sonnenenergie im Bauch und die Mondenergie in der Stirn aktiviert. So wird insgesamt Sonnen- und Mondenergie stärker. Die Sonnenenergie ist die nach Außen gehende Energie, die etwas bewirkende Energie. Es ist die Energie von Durchsetzung, Willenskraft, Leuchten und Strahlen. Die Mondenergie ist die regenerierende, die heilende, die entspannende und auch die lernende und die aufnehmende Energie. Beide werden im Kopfstand regeneriert, was auch wieder verjüngend ist.

Der Kopfstand öffnet auch die Sushumna und aktiviert das Ajna Chakra. So ist der Kopfstand eine gute Übung, um sein Drittes Auge zu öffnen.

Geistige Wirkung des Kopfstandes

Der Kopfstand öffnet das dritte Auge und stärkt Intuition und Kreativität

Der Kopfstand hat auch große Wirkung auf die Psyche, es stärkt viele geistige Fähigkeiten. Swami Sivananda hat in einigen seiner Bücher sehr viel vom Kopfstand geschwärmt.

Der Kopfstand ist natürlich gut für

Alles, was Koordination und Gleichgewicht ist, stärkt natürlich auch das Gehirn, der Körper wird besser vernetzt, dass heißt der Körper wird besser im Hirn abgebildet und das Hirn hat bessere Fähigkeiten den Körper zu steuern. Dadurch, dass die Hirnzellen besser vernetzt werden, steigt letztlich auch die Hirnmasse und eben auch die geistige Konzentration / Wachheit.

Wer Kopfstand regelmäßig übt, wird auch im Alter weniger unter Demenz oder nachlassend geistiger Fähigkeiten leiden. Damit ist der Kopfstand sehr gut konzentriert und wach zu sein. Der Kopfstand verbessert auch das Gedächtnis und viele andere geistige Fähigkeiten. Da das Dritte Auge, Ajna Chakra, auch mit Intuition zusammenhängt, verbessert der Kopfstand auch Intuition und Kreativität.

Der Kopfstand hilft auch, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Indem du dich auf den Kopf stellst, siehst du die Welt andersherum. Einen ganz anderen Standpunkt einzunehmen hilft auch für geistige Offenheit und hilft auch aus alten Denkgewohnheiten herauszukommen. Nimm diese Fähigkeit, sich körperlich auf den Kopf zu stellen als Analogie für den Alltag. Schau die Dinge öfter mal andersherum an; dann wirst du vieles besser verstehen, weniger verhaftet sein und vielleicht auch mehr schmunzeln können und mehr Einfühlungsvermögen haben.

Willst du etwas ergänzen? Kennst du weitere Wirkungen des Kopfstandes? Schreib es doch in die Kommentare.

Video - Nutzen und Wirkung von Shirshasana

Hier ein ausführlicheres Video mit Nutzen und Wirkung von Shirshasana. Denn Shirshasana gilt als König der Asanas:

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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