Matsyendrasana

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Matsyendrasana (Sanskrit: मत्स्येन्द्रासन matsyendrāsana n.) Drehsitzstellung im Hatha Yoga, benannt nach dem Hathayogin Matsyendra. Es gibt zwei Hauptvariationen:

Matsendrasana, der Drehsitz

Sukadev über Matsyendrasana

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Matsyendrasana

Matsyendra, der große Meister und mythologische Begründer des Hatha Yoga Systems. Matsya – Fisch, IndraKönig der Götter, Matsyendra – Name dieses großen Meisters, Asana – die Stellung. Matsyendrasana wird gemeinhin als Drehsitz übersetzt. Da gibt es Ardha Matsyendrasana, der halbe Drehsitz, und Purna Matsyendrasana. Du findest auf den Yoga Vidya Seiten, unter www.yoga-vidya.de, eine Menge Informationen über Matsyendrasana, über die Fischstellung, du findest auch viele Anleitungen und Informationen über die Wirkung.

Matsyendrasana, also die Haltung und die Stellung von Matsyendra. Man kann sagen, das ist auch eine Stellung für den Alltag, denn Asana heißt nicht nur Stellung, es heißt auch eine Haltung, es kann auch eine innere Haltung sein. Wie war die Haltung von Matsyendra? Matsyendra war zum einen geduldig, er wartete sehr lange, bis er die Anweisungen von Shiva bekommen hatte. Zum zweiten, hatte er ein gutes Gedächtnis. So kannst du sagen, wenn du die Haltung von Matsyendra im Alltag übernehmen willst, dann habe einen langen Atem, suche nach den Unterweisungen und versuche, sie zu verstehen. Wenn dir jemand Unterweisung gibt, dann unterbrich ihn nicht, und sage ihm nicht, was du denkst, was er eigentlich sagen sollte.

Das ginge vielleicht, das wäre vielleicht die Arjuna Asana. Arjuna hat öfters mal nachgehakt, auch kritisch nachgehakt, aber Matsyendra, das ist die Haltung des Annehmens und des Hörens und des Bemühens, es zu verstehen. Matsyendrasana ist auch die innere Haltung des Vertrauens. Matsyendrasana heißt, sich Gott ganz anzuvertrauen und zu wissen, hinter allem ist dieses Göttliche. Und Matsyendrasana ist auch die Haltung, sich einem Lehrer, einem Guru anzuvertrauen.

Wenn du in eine Yogastunde gehst, musst du natürlich zum einen auf deinen Körper hören, zum anderen kannst du dich durch den Meister dort lenken lassen oder durch den Yogalehrer, die Yogalehrerin. Das sind die beiden Aspekte, die immer wieder in einer Yogastunde und auch im spirituellen Leben eine Rolle spielen. Du musst auf dich selbst hören, aber es gilt auch, die Anweisungen zu hören. Es gilt, die Anweisungen umzusetzen und gleichzeitig auf sich selbst zu hören. Matsyendrasana – die Asana des Matsyendra, die Haltung des großen Meisters. Matsyendra, aber auch einfach der Drehsitz.

Swami Sivananda über Matsyendrasana

Auszug aus dem Buch "Yoga Asanas" von Swami Sivananda, Divine Life Society

Wer Ardha Matsyendrasana, also den halben Drehsitz eine gewisse Zeit geübt hat, ist bereit für die ganze Position. Diese ist etwas schwieriger als die halbe Position. Der verstorbene Sri Madhavadasji Maharaj aus Malsar (Gujarat), ein berühmter Hatha Yogi, lehrte seine Schüler diese Position immer gleich von Anfang an. Der Name dieser Asana ist von Rishi Matsyendra abgeleitet.

Ausführung

Sitze aufrecht mit ausgestreckten Beinen. Ziehe den linken Fuß mit beiden Händen auf den Oberschenkel und fixiere die Ferse des linken Fußes am Nabel. Das rechte Bein sollte dabei seitlich des linken Knies den Boden berühren. Lege die linke Hand an die Außenseite des rechten Knies und drücke das Knie zur linken Seite. Fasse den Zeh mit den Fingern (Daumen, Zeige- und Mittelfinger) der linken Hand. Der rechte Fuß sollte dabei gerade bleiben. Drehe die rechte Hand auf den Rücken und fasse die linke Ferse. Gesicht und Körper werden nach hinten rechts gedreht. Drehe die Wirbelsäule. Richte den Blick auf die Nasenspitze. Atme dabei langsam. Halte die Stellung etwa 20 Sekunden lang. Mit zunehmender Übung kannst du die Stellung auch 2 oder 3 Minuten lang halten. Wiederhole die Übung mehrere Male. Die Ausführung ist nicht einfach. Wenn man dabei jedoch sehr aufmerksam und konzentriert bleibt, ist es ebenso einleuchtend wie einfach. Oder schaue einfach zu, wenn ein Freund diese Asana übt.

Die Übung sollte abwechselnd auf beiden Seiten ausgeführt werden. Erst dann kann der maximale Nutzen dieser Übung erreicht werden. Übe zunächst die halbe Position zwei oder drei Wochen lang und versuche es dann so. Die Muskeln und Gelenke werden dann dehnbarer und flexibler. Falls du Probleme hast, das Gleichgewicht zu halten, kannst du auch die Handfläche auf dem Boden aufsetzen anstatt die Hand nach hinten zu geben. Dadurch hast du einen besseren Halt und die Übung wird erleichtert. Dann kannst du die Hand langsam wegnehmen und sie auf den Rücken legen.

Nutzen

Die Vorteile, die sich aus der halben Position ergeben, kommen bei der ganzen Position zu einem sehr viel größeren Ausmaß zum Tragen. Es wird mehr Gelenkschmiere produziert und die Gelenke werden viel geschmeidiger. Alle Verklebungen in den Gelenken, die durch Rheuma verursacht werden, lösen sich auf. Die Übung verhilft zu einer wunderbaren Gesundheit. Sie steigert Prana Shakti (Kraft und Vitalität)und heilt in der Folge unzählige Krankheiten. Durch den Druck der Ferse auf den Nabel wird Blut zum Rücken gedrückt, was wiederum alle Nerven im Rücken gut versorgt, vor allem die Prana Nadis dort. Es erweckt die Kundalini-Energie und verhilft zu einem friedvollen Geist .Gesegnet sei Yogi Matsyendra, der diese Übung bei den Hatha Yoga Schülern einführte. Om Namah Parama Rishibyah – wir verneigen uns in Demut vor den Rishis!

Matsyendrasana und seine feinstoffliche Wirkung

Der Drehsitz

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Matsyendrasana in der Hatha Yoga Pradipika, feinstoffliche Wirkungen und Konzentrationshilfen.

Kommentar zum 1. Kapitel der Hatha Yoga Pradipika ab Vers 27 und 28.

Svatmarama schreibt:

„Bringe den rechten Fuß an den Ursprung des linken Oberschenkels und den linken Fuß außerhalb des rechten Knies. Halte den rechten Fuß mit der linken Hand und den linken Fuß mit der rechten Hand und dann drehe deinen Kopf vollständig zur linken."

Das ist Matsyendrasana oder auf Deutsch, der Drehsitz. Matsyendrasana hebt den Appetit, indem sie das Magenfeuer entfacht und zerstört schreckliche Beschwerden im Körper. Wenn sie durchgeführt wird, lässt sie Kundalini steigen und macht den Mond fest.

Und die Wirkung von Ardha Matsyendrasana möchte ich gerne an Hand der Worte der Hatha Yoga Pradipika beschreiben. Er sagt dort, Matsyendrapita, das heißt die Körperhaltung von Matsyendra, eben einfacher ausgedrückt, Matsyendrasana. Was macht diese? Sie führt zum Pradiktim, zum Aufflammen des Jatara, des Verdauungsfeuers. Also, sie aktiviert das Verdauungsfeuer und damit Agni.

Im Ayurveda spielt Agni eine so große Rolle. Agni ist wichtig, denn wenn Agni entflammt ist, dann nimmst du die Nährstoffe richtig auf. Also eine wichtige Wirkung des Drehsitzes ist, die Erhöhung von Agni, dem Verdauungsfeuer. Und dann hilft es auch, als Astra, als Waffe. Matsyendrasana ist eine Waffe. Und zwar für was? Für Kandana, zum Beseitigen. Und zwar von was? Von Mandala. Einer ganzen Menge von Rutsch, von Krankheiten. Also, wenn man diese Übung ausführt, Abasata, dann ist sie eine wertvolle Waffe, gegen eine ganze Menge von Krankheiten.“ Und dann sagt er noch: “Und wenn man sie ausführt, dann führt sie zu Kundalini Praboda. Also, Praboda ist das Erwachen der Kundalini. Und sie führt zu Steratwa, zur Beständigkeit und Festigkeit von Chandra, des Mondes“.

So können wir also vier Hauptwirkungen sehen von dem Drehsitz. Das erste aktiviert Agni, das Verdauungsfeuer und insgesamt Feuer in dir, was auch für Mut und Willenskraft steht. Dann hilft es, verschiedene Beschwerden und Erkrankungen zu heilen. Drehsitz hat große Heilkräfte. Dann hilft der Drehsitz, die Kundalini zu aktivieren. Asanas haben große Wirkungen und Kundalini, wie du sicher weißt, ist die schlafende Energie im Körper.

Und sie macht den Mond fest und das wird auf zweierlei Weise interpretiert. Mond steht unter anderem auch für den menschlichen Geist. Wenn du den Drehsitz übst, dann wirst du einen klaren und ruhigen und festen Geist haben. Chandra steht manchmal auch für das Mondchakra, welcher auch die regenerierende und harmonisierende Energie des Körpers ist. So hilft eben der Drehsitz auch dafür, dass du in eine tiefe Harmonie kommst. Also eine Menge für den Drehsitz. Und ich kann dir nur raten, übe den Drehsitz jeden Tag und halte ihn auch ab und zu mal eine ganze Weile. Wer den Drehsitz mal eine Viertelstunde, besser eine halbe Stunde pro Seite gehalten hat, der versteht, was für eine machtvolle Asana der Drehsitz ist.

Mein Meister, Swami Vishnu Devananda hatte mal gesagt, jeder ernsthafte Hatha Yoga Übende sollte mindestens die wichtigsten Asanas mindestens einmal in seinem Leben 20 Minuten gehalten haben. Dazu gehört Kopfstand, Schulterstand, Vorwärtsbeuge und Drehsitz, Drehsitz auf jeder Seite. Nicht jedem ist das möglich. Vermutlich, wenn du erst mit 50 oder 60 zum Yoga gekommen bist und nicht schon vorher eine gute Fitness hattest, wird dir vielleicht diese Art der Hatha Yoga Praxis nicht mehr möglich sein. Vielleicht, aber ich kenne auch Menschen, die mit über 50 begonnen haben und dann auch so lange halten konnten.

Aber mindestens kannst du auch den Konzentrationshilfen von Svatmarama folgen. Man könne nämlich auch diesen Vers deuten als Konzentrationshilfe.

  • Zu allererst würde man sagen, konzentriere dich auf den Bauch. Konzentriere dich auf Agni. Das Feuer im Bauch. Stelle dir Feuer vor, während du im Drehsitz bist oder stelle dir die Sonne vor.
  • Als zweites entspanne und halte die Stellung ruhig und versuche loszulassen.
  • Als drittes konzentriere dich auf die feinstoffliche Wirbelsäule. Zum Beispiel: Einatmen in den unteren Rücken, ausatmen die Wirbelsäule entlang nach oben. Und als letztes: Halte die Konzentration im dritten Auge in der Stirn. Halte dort deine standhafte Konzentration und bleibe dort.

Das sind einige Tipps, die Svatmarama gibt zum Matsyendrasana, zum Drehsitz. Beim nächsten Mal geht es dann zur Paschimottanasana, also zur Vorwärtsbeuge.

Und du kannst bei Yoga Vidya lernen, Asanas genauso auszuführen, dass du mit Konzentrationshilfen sehr viel mit Prananadischakras übst. Gerade, wenn du zum Beispiel an einem Chakra-Seminar teilnimmst oder Kundalini Intensiv Woche, dann lernst du, die Asanas so zu üben, dass du durch subtile Konzentration sehr starke Wirkungen hast auf Prana, Nadis ,Chakras und die Ruhe des Geistes.

Video - Feinstoffliche Wirkungen von Matsyendrasana laut Hatha Yoga Pradipika

Hier ein Videovortrag mit Erläuterung der feinstofflichen Wirkungen von Matsyendrasana anhand der Hatha Yoga Pradipika, 1. Kapitel, Verse 27-28:

Lerne, wie der Yoga Fisch wirkt auf Dosha, Jatharagni, Prana, Sushumna und Mondenergie.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

Asana Intensivseminare

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Jnana Yoga, Philosophie Jnana Yoga, Philosophie

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