Drittes Auge

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Das Dritte Auge, auch bekannt unter dem Ausdruck "Inneres Auge", ist eine mystisch-esoterische Begrifflichkeit. Damit ist ein vermeintlich unsichtbares Auge gemeint, das eine Wahrnehmung haben soll, die über das normale Sehen hinausgeht. In gewissen Dharma-bezogenen spirituellen Traditionen, wie z.B. dem Hinduismus, wird das Dritte Auge auch Stirnchakra oder Ajna Chakra genannt. In der Theosophie wird es mit der Zirbeldrüse gleichgesetzt. Das Dritte Auge steht auch für die Pforte, durch welche man in innere Welten und in Räume höheren Bewusstseins eintreten kann.

Shiva mit Drittem Auge

In der New Age Terminologie symbolisiert das Dritte Auge oft den Zustand der Erleuchtung. Dort sollen auch Geistesbilder und Visionen hervorgerufen werden, die für jeden zutiefst spirituelle oder psychologische Bedeutung haben können. Mit dem Dritten Auge werden oft religiöse Visionen und Hellsichtigkeit assoziiert. Man bringt das Dritte Auge auch mit der Fähigkeiten in Verbindung, Chakras und Auras wahrzunehmen, Vorahnungen zu haben oder auch außerkörperliche Erfahrungen (Astralwanderung, Seelenreise) zu unternehmen. Menschen mit einem geöffneten Dritten Auge werden manchmal auch als Seher bezeichnet.

Im Hinduismus heißt es, dass sich das Dritte Auge in der Mitte der Stirn befindet, ein wenig oberhalb der Augenbrauen. Es handele sich um ein Kshetra, also um ein Ausstrahlungsfeld des Ajna oder Stirnchakras, welches in der Mitte des Kopfes sitzt. In anderen Glaubensrichtungen, wie in der Theosophie, dagegen glaubt man, dass mit dem Dritten Auge die Zirbeldrüse gemeint ist. Der Glaube basiert auf der Theorie, die Menschen hätten in grauer Vorzeit tatsächlich ein drittes Auge am Hinterkopf gehabt, das sie sowohl physisch als auch spirituell einsetzen konnten. Im Laufe der Zeit ist es wohl evolutionsbedingt verkümmert, nach innen gesunken und hat sich zu dem entwickelt, was wir heute "Zirbeldrüse" nennen.

Dr. Rick Strassman hat in seiner Theorie ausgeführt, dass die Zirbeldrüse, welche höchst lichtempfindlich ist, zuständig ist für die Produktion und Ausscheidung einer Substanz, welche bekannt ist unter der Bezeichnung DMT (Dimethyltryptamin). Seiner Ansicht nach würden große Mengen dieses Entheogens wahrscheinlich während des Geburtsprozesses und des Sterbevorgangs ausgeschüttet.

In den Religionen

Im Taoismus und vielen anderen traditionellen chinesischen Glaubensrichtungen wie dem Chan (eine Schwester der Zen-Schule) wird das Dritte Auge wie in einem Training geschult, indem bei geschlossenen Lidern der Aufmerksamkeits-Fokus auf den Punkt zwischen den Augenbrauen gelenkt wird. Oft wird der Körper dabei in verschiedene Qigong-Stellungen gebracht. Ziel dieser Übung ist für jeden Schüler, sich mit der "Schwingung" des Kosmos in Resonanz zu bringen und so eine solide, gesunde Basis zu bekommen, von der noch höhere Ebenen der Meditation erreichbar werden.

Im Taoismus wird gelehrt, dass das Dritte Auge, auch das "Geistige Auge" genannt, in der Mitte zwischen den zwei physischen Augen sitzt und sich bis zur Mitte der Stirn ausdehnt, wenn es einmal geöffnet ist. Ferner wird angeführt, dass das Dritte Auge eines der Hauptenergiezentren des menschlichen Körpers ist. Es liegt genau dort, wo sich das sechste Chakra befindet und ist Teil des Hauptmeridians, der Energie-Linie, welche die rechte und linke Körperhälfte voneinander trennt.

Den christlichen Lehren des zeitgenössischen Pater Richard Rohr nach soll die Idee des Dritten Auges eine Metapher für das nicht-dualistische Denken sein, welches die christlichen Esoteriker und Mystiker befähigt, Erkenntnisse zu erlangen. Rohrs Auffassung nach werden von den Esoterikern beide Augen verwendet; das erste Auge, welches Sicht durch sensorischen Input ermöglicht, und das zweite Auge, welches zu Rationalität, Meditation und Reflektion dient.

"Doch sie wissen genau, dass Wissen nicht immer mit tiefer Erkenntnis einhergeht oder bloße Informationsdaten, mögen sie auch noch so genau sein, nicht gleich einen Bewusstseinswandel an sich bedeuten, und dass das eine mit dem anderen nicht zu verwechseln ist. Das "mystische Schauen" gründet in dieser Art des Denkens, baut sich auf diese ersten zwei Augen auf und geht sogar noch weiter." Rohr bezeichnet diese Ebene der Erkenntnis als Christus-Denken.

Den Lehren des Neo-Gnostikers Samuel Aun Weor nach wird das Dritte Auge mehrere Male symbolisch als auch funktional in der "Offenbarung des Johannes" 3:7-13 erwähnt (Bibel, Neues Testament). Seiner Ansicht nach beschreibt der Apostel in diesem prophetischen Buch eigentlich die Erweckung der Kundalini-Schlange in der Wirbelsäule, und ihren Aufstieg mit dreieinhalb Drehungen durch die sieben Chakras.

Anhänger der Theosophin Helena Petrovna Blavatsky behaupten, das Dritte Auge sei tatsächlich die zum Teil ruhende Zirbeldrüse, welche sich zwischen den beiden Hirnhälften befindet.

Verschiedene Arten von niederen Wirbeltieren, wie etwa einige Reptilien und Amphibien, haben tatsächlich ein Scheitelauge, auch Parietalauge genannt. Es ist ein nach oben gerichtetes, zentrales drittes Auge auf dem Scheitelbein des Schädels, das bei ursprünglichen Wirbeltieren als Lichtsinnesorgan zur Wahrnehmung von Helligkeitsunterschieden dient, was wesentlich für die Regulierung des Biorhythmus und für die Orientierung ist.

C. W. Leadbeater stellte die Behauptung auf, dass das Dritte Auge mittels einer "ätherischen Röhre" mikroskopische oder teleskopische Sichtungen entwickeln könne. Stephen Phillips meinte, dass man durch eine mikroskopische Vision des Dritten Auges in der Lage wäre, sogar Objekte in der Größenordnung von Quarks zu beobachten.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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