Kanda

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Nadis-Chakras.jpg

1. Kanda (Sanskrit: कन्द kanda m. u. n.) Wurzelknolle, im Hatha Yoga und Kundalini Yoga ein Energiefeld zwischen Beckenboden und Mitte des Bauches; Kanda kann des weiteren bedeuten: Zwiebel (Palandu); Knoblauch (Lashuna); die Knolle der Elefantenkartoffel (Shurana); Knoten, Knolle; Anschwellungen der Gebärmutter und der Vagina (Yoni); ein bestimmtes Metrum; ein bestimmter Takt; die Stelle im Körper, an der die meisten Nadis (Energiekanäle) zusammenlaufen, ungefähr am Perineum zwischen Geschlechtsorganen und Anus, nach anderen Angaben 12 Finger (Vitasti) oberhalb (des Muladhara Chakra (Hatha Yoga Pradipika 3.113-114). Der Kanda spielt im Hatha Yoga und im Kundalini Yoga eine wichtige Rolle.


2. Kanda (Sanskrit: कन्द kanda und कंद kaṃda m.) wörtl.: "Wasser-Spender" (Ka-Da); Wolke.


3. Kanda (Sanskrit: काण्ड kāṇḍa m. u. n.) Abschnitt, Stück; Halm, Stengel, Gerte; Pfeil; Rohr eines Knochens; Saccharum spontaneum (Kasha); Kapitel, Buch (das Epos Ramayana besteht aus sieben Kandas).

Kanda कंस kanda Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Kanda, कंस, kanda ausgesprochen wird:

Sukadev über Kanda (Bedeutung 1 oben)

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Kanda, Wurzelknolle

Kanda (mir kurzem a) heißt Knolle, Kanda heißt Wurzel, Kanda heißt auch Wurzelknolle. Kanda ist zum einen ein botanischer Begriff, man könnte ihn auch nehmen z.B. für die Zwiebel, aber eben insbesondere für Wurzelknolle oder auch jede Wurzel, da jede Wurzel eine Art Kanda ist. Im engeren Sinne, Kanda – die Wurzelknolle.

Kanda ist aber auch der Name für ein Chakra, man könnte auch sagen, eine Stelle, wo die ganzen Nadis beginnen oder die meisten der Nadis. Das ist im Bereich unterhalb des Muladhara Chakras, zwischen Steißbein und Geschlechtsorganen, dieser Bereich wird als Kanda bezeichnet. Kanda wird auch beschrieben als eine Art Ei, das am Beckenboden beginnt und dann nach oben bis zum Bereich oberhalb des Nabels geht, also eiförmig ist. Es gilt als bis zu fünfundzwanzig Zentimeter groß, manche Schriften sagen sogar, noch länger, zwölf Finger breit. Das hängt jetzt davon ab, wie breit ein Finger ist, manchmal wird auch gesagt, zwölfmal die Länge eines Fingerglieds. Also etwa fünfundzwanzig bis dreißig Zentimeter ragt es nach oben. Das ist Kanda, die Wurzelknolle. Der unterste Teil des Kandas ist direkt vor oder unterhalb des Muladhara Chakras und das Ziel ist z.B. mit Mula Bandha die Energie von Kanda in das Muladhara Chakra hineinzubringen und so auch Ida und Pingala, die beiden wichtigen Nadis links und rechts der Wirbelsäule, in der Sushumna im Muladhara Chakra zu vereinigen.

Kanda hat auch viele energetische Bedeutungen. Z.B. wirst du mit Mula Bandha Kanda aktivieren. In Siddhasana wird Kanda auch aktiviert. Die eine Ferse drückt von unterhalb des Kandas und die andere Ferse drückt vorne gegen die Schambeingegend, was auch hilft, dass durch den Druck auf diesen Bereich eine Auswirkung auf Kanda erzielt wird.

Auch was die Japaner als Hara bezeichnen, gehört zum Kanda, das ist so die Mitte des Kandas, denn der Hara ist ja unterhalb des Nabels, etwa in der Mitte des Bauches, das gehört auch zum Kanda. Also, Kanda – die Wurzelknolle. Kanda – die Wurzelknolle, an der die meisten der 72.000 Nadis beginnen. Kanda – eine wichtige Energieregion des Körpers auf die gerade die verschiedenen Hatha Yoga Techniken, Asanas, Pranayama, Mudras, Bandhas, wirken. Kanda – Knolle, Knoten, Wurzel, Wurzel-Energieregion.

Sukadev über Kanda (Bedeutung 2 oben)

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Kanda, Abschnitt, Kapitel

Kanda (mit langem a, nicht zu verwechseln mit Kanda mit kurzem a) heißt Teil, Abschnitt, Kapitel. Kanda (mit kurzem a) heißt ja Wurzel, Knolle, Knoten. Kanda (mit langem a) heißt Teil, Abschnitt oder Kapitel. In manchen der großen indischen Schriften spricht man von Kanda. Z.B. im Mahabharata spricht man von Kandas. Und auch in anderen Schriften spricht man von Kanda.

In den Veden sagt man, es gibt zwei Kandas: Es gibt Jnana Kanda und es gibt Karma Kanda. Karma Kanda, da geht es um Karmas, hier verstanden als Rituale, aber auch um Handlungen. Und die Upanishaden, der letzte Teil der Veden, gilt dann als Jnana Kanda, der Teil, bei dem es um das Wissen geht. Also, Kanda – Teil, Abschnitt. In mancher der indischen Schriften ist Kanda die Bezeichnung für ein Kapitel. Und in den Veden gibt es eben zwei Hauptabschnitte, da ist Kanda nicht Kapitel, sondern Abschnitt. Es gibt den größeren Teil, den Karma Kanda, wo es um das Karma geht, um Rituale, Handlungen und wie man Verdienste erwirbt und welche Wirkung welche Handlung hat, also wie Handlungen wirken, wie das Gesetz des Karmas ist usw. Und der zweite Teil, der Hauptteil, der letzte Teil, ist dann Jnana Kanda, die Upanishaden, wo es darum geht, höchste Erkenntnis zu erlangen. Kanda – Teil, Abschnitt, Kapitel.

Kanda in der Hatha Pradipika

Kanda als Energiefeld, Energieknolle, Basis der verschiedenen Nadis, spielt in der Hatha Yoga Pradipika von Svatmarama eine wichtige Rolle.

Hier ein Vortrag zum Thema Kanda laut Hatha Pradipika Kapitel 3, Vers 113 von und mit Sukadev Bretz aus der Reihe Yoga Vidya Schulung, Vorträge zum ganzheitlichen Yoga.

Shakti Chalani Mudra und Kanda - HYP III Vers 114

Die Kundalini schläft oberhalb des Kanda - HYP III 107


Siehe auch

Literatur

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