Kshetra

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Kshetra (Sanskrit: क्षेत्र kṣetra n.) Grundstück, Grundbesitz, Grund und Boden; Feld, fruchtbares Land; Ort, Gegend, Platz; Gebiet, Sitz, Ort der Wirksamkeit, Ort der Entstehung, Arbeitsfeld, Fundort; heiliger Platz, Wallfahrtsort (Tirtha); begrenzte Fläche oder Strecke, eingeschlossene geometrische Figur, Diagramm; Planetenbahn; 1/12 der Ekliptik, Tierkreiszeichen (Rashi); (Chiromantie): die Räume in der hohlen Hand; der fruchtbare Mutterleib; Ehefrau; der Sitz und Wirkungsort der Seele (Atman), der Körper (Sharira). Kshetra ist ein Sanskrit Substantiv, Geschlecht Neutrum, und kann ins Deutsche übersetzt werden mit Grundstück, Feld, Ort, Gegend, Aufenthalt, Fundstelle; Mutterleib, Ehefrau.

Handschrift mit einer Darstellung von Kurukshetra

Sukadev über Kshetra

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Kshetra

Kshetra heißt Feld. Kshetra heißt sowohl Feld, ein freies Feld, Kshetra ist aber auch das Feld des gesamten Universums, Kshetra ist auch das Schlachtfeld. Z.B. in der Mahabharata gibt es Kurukshetra, das Schlachtfeld der Kurus. Oder eben auch das Feld, wo die Kurus sich versammelt haben. In der Bhagavad Gita wird von Kshetra und Kshetrajna gesprochen . Kshetra ist das Feld, Kshetrajna ist der Kenner des Feldes.

Kshetra wird von Krishna definiert als das Feld, auf dem du all deine Erfahrungen machst. Du machst deine Erfahrungen in dieser physischen Welt. Du machst deine Erfahrungen in der Astralwelt. Du machst deine Erfahrungen in der Kausalwelt. Es gibt das äußere Kshetra, es gibt aber auch das innere Kshetra. In deinem inneren Kshetra, dort gibt es auch das Prana, da gibt es die Emotionen, die Gedanken usw. Das ist alles Kshetra, das Feld.

Feld heißt, du machst Erfahrungen. Feld heißt, hier bestellst du dein Feld. Hier hast du wie ein Bauer einiges zu tun, du hast einiges zu säen, du hast einiges zu ernten, du hast Unkraut heraus zu jäten, du hast es zu gestalten, all das. Es gibt das innere Feld, auf das du Einfluss hast. Es gibt das äußere Feld, auf das du Einfluss hast. Das Feld des Lebens. Du kannst jetzt weiter überlegen: „Gestalte ich mein Feld gut? Wie könnte ich mein inneres Feld besser gestalten? Was könnte ich tun an meinen Emotionen, meinem Geist, meiner Persönlichkeit usw.? Und wie könnte ich mein äußeres Feld gestalten?“

Kshetram, Jnanam, Jneyam, Prakriti, Purusha

Ausschnitt aus dem Buch "Der Gesang des Heiligen. Eine philosophische Episode des Mahabharatam". Eine Übersetzung der Bhagavadgita von Paul Deussen. Leipzig. F.a. Brockhaus. 1911. S. 90-95.

Krishna und Arjuna mit dem Streitwagen

Arjuna sprach:

(1322.)* Die Prakriti und den Purusha, den Ort und den Ortskenner, das Wissen und das Zuwissende, dieses wünsche ich zu verstehen, o Vollhaariger.

Der Heilige sprach:

1. (1323.) Dieser Körper, o Kuntisohn, wird als der Ort (Kshetram) bezeichnet; den, der sich desselben bewusst ist, nennen die Kundigen den Ortskenner (Kshetrajna).
2. (1324.) Der Ortskenner, das sollst du wissen, in allen Orten bin ich, o Bharata; die Erkenntnis des Orts und des Ortskenners, das erst ist wahre Erkenntnis, so sage ich.
3. (1325.) Was dieser Ort ist, von welcher Art, welchen Umwandlungen unterworfen und woher er stammt, und hinwiederum, wer er (der Ortskenner) ist und von welcher Macht, das vernimm in der Kürze von mir,
4. (1326.) wie es vielfach von den Vedadichtern in mancherlei Liedern im einzelnen besungen worden ist, und durch die von Gründen begleiteten, klar dargelegten Worte der Lehrsprüche über das Brahman (Brahmasutra).
5. (1327.) Die großen Elemente, der Ahamkara (der Ichmacher), die Buddhi, das Avyaktam [das Unentfaltete, die Prakriti], die [mit Einschlusss von Manas] elf Indriyas und die fünf Objekte der Indriyas;
6. (1328.) ferner Begierde, Hass, Lust, Schmerz, das [körperliche] Aggregat, Bewusstsein und Festigkeit, damit ist in summarischer Weise der Ort (Kshetram) mit seinen Umwandlungen bezeichnet.
7. (1329.) Demut, Ehrlichkeit, Schonung, Nachsicht, Geradsinnigkeit, Verehrung des Lehrers, Reinheit, Standhaftigkeit, Selbstbeherrschung,
8. (1330.) Entsagung den Sinnendingen, Freiheit vom Ichbewusstsein, Einsicht in das Leiden und die Mängel Von Geburt, Tod, Alter und Krankheit,
9. (1331.) Nicht-Anhänglichkeit [an die Welt], Nicht-Gebundensein an Kind, Weib, Haus und dergleichen, beständige Gleichmütigkeit der Gedanken bei erwünschten und unerwünschten Wechselfällen,
10. (1332.) unerschütterliche Verehrung für mich ohne Hingebung an einen andern, Aufsuchen einsamer Orte, Unlust zu menschlicher Gesellschaft,
11. (1333.) Standhaftigkeit in der Erkenntnis des höchsten Selbstes und Auffassen der Wahrheitserkenntnis als Zweck, dieses wird bezeichnet als das Wissen; als Nichtwissen das, was davon verschieden ist.
12. (1334.) Nun will ich dir erklären, was das Zuwissende ist, welches erkennend man die Unsterblichkeit erlangt. Es ist das anfanglose höchste Brahman; dieses wird bezeichnet als das weder Seiende noch Nicht-Seiende.
13. (1335.) Nach allwärts ist es Hand, Füße, nach allwärts Augen, Haupt und Mund, nach allen Seiten hin hörend, die Welt umfassend steht es da (Cvet. Up. 3,16).
14. (1336.) Durch aller Sinne Kraft scheinend und doch von allen Sinnen frei [bis hierher Cvet. Up. 3,17], ohne [Welt-]Anhänglichkeit und doch Träger des Weltalls, ohne Gunas und doch Genießer der Gunas.
15. (1337.) Außerbalb der Wesen ist es und innerhalb, ist das Bewegliche und das Unbewegliche; wegen seiner Feinheit ist es unerkennbar, es ist das Ferne und ist das Nahe.
16. (1338.) Ungeteilt wohnt es in den Wesen und doch als wäre es geteilt, es ist zu wissen als die Wesen erhaltend, vernichtend und hervorbringend.
17. (1339.) Es ist auch das Licht der Lichter (Brih, Up. 4,4,16), es wird das Finsternisjenseitige (vgl. Vaj. Samh. 31,18) genannt. Es ist das Wissen, das Zuwissende, durch Wissen zu Erlangende, es weilt im Herzen eines jeden.
18. (1340.) Damit sind in der Kürze erklärt der Ort, das Wissen und das Zuwissende. Wer mich verehrt und dies erkennt, der geht in meine Wesenheit ein.
19. (1341.) Du sollst wissen, dass die Prakriti und ebenso der Purusha beide anfanglos sind; von den Umwandlungen und den Gunas, wisse, dass sie aus der Prakriti entspringen.
20 (fehlt in C.) Als Ursache von Wirkung, Werkzeug (lies: Karana) und Tätersein gilt die Prakriti, als Ursache des Genießerseins von Lust und Schmerz gilt der Purusha.
21. (1342.) Der Purusha, in der Prakriti weilend, genießt nämlich die aus der Prakriti entsprungenen Gunas; sein Behaftetsein mit den Gunas ist die Ursache für sein Geborenwerden in einem guten oder schlechten Mutterschoß.
22. (1343.) Zuschauer, Bewilliger, Erhalter, Genießer, großer Herr und höchster Atman, mit diesen Worten wird in diesem Leibe der Purusha, welcher der Höchste [das höchste Prinzip] ist, genannt.
23. (1344.) Wer in dieser Weise den Purusha wie auch die Prakriti mitsamt ihren Gunas versteht, der wird, in welcher Lage er sich auch immer befinden mag, nicht wieder geboren.
24. (1345.) Manche schauen mittels der Meditation [des Yoga] das Selbst durch sich selbst in sich selbst, andere erkennen es durch Hingebung an die Reflexion (Sankhyam), noch andere durch Hingebung an das [uninteressierte] Werk.
25. (1346.) Noch andere, welche nicht in dieser Weise zur Erkenntnis durchdringen, hören [über den Atman] von anderen und verehren ihn, und auch diese überschreiten den Tod, wenn sie sich an das gehörte Vedawort als Höchstes halten.
26. (1347.) Wo nur immer ein Wesen entsteht, ein unbewegliches oder bewegliches, da geschieht dies durch Verbindung des Ortskenners mit dem Ort, das wisse, 0 Bharatastier.
27. (1348.) Wer aber in allen Wesen den höchsten Gott wohnen sieht, der nicht vergeht, wenn sie vergehen, wer den sieht, der ist wahrhaft sehend.
28. (1349.) Denn indem er allerwärts denselben Gott wohnen sieht, wird er nicht sich selbst durch sich selbst verletzen wollen, und so geht er den höchsten Weg.
29. (1350.) Wer einsieht, dass die Werke allerwärts nur durch die Prakriti vollbracht werden, und dass der Atman Nicht-Täter ist, der ist wahrhaft sehend.
30. (1351.) Wenn einer erkennt, dass die Besonderheit der Wesen in jenem Einen ihren Standort hat und von ihm her sich ausbreitet, der geht in das Brahman ein.
31. (1352.) Vermöge seiner Anfanglosigkeit und Gunalosigkeit wird jener unvergängliche höchste Atman, obgleich er im Leibe weilt, o Kuntisohn , doch nicht zu einem Täter und wird nicht befleckt.
32. (1353.) Wie der alldurchdringende Äther wegen seiner Feinheit nicht befleckt wird, so wird auch der den ganzen Körper durchdringende Atman doch nicht durch ihn befleckt.
33. (1354.) So wie die eine Sonne diese ganze Welt erleuchtet, so erleuchtet, o Bharata, der Ortsbewohner den ganzen Ort (Leib).
34. (1355.) Wer mit dem Auge der Erkenntnis in dieser Weise die Verschiedenheit des Ortes und des Ortskenners, sowie die Losgelöstheit der Wesen von der Prakriti erkannt hat, der geht zum Höchsten ein.

So lautet in der Bhagavadgita die Hingebung an die Unterscheidung von Ort und Ortskenner (Kshetra - Kshetrajna - Vibhaga - Yoga).

Verschiedene Schreibweisen für Kshetra

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Kshetra auf Devanagari wird geschrieben " क्षेत्र ", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen " kṣetra ", in der Harvard-Kyoto Umschrift " kSetra ", in der Velthuis Transkription " k.setra ", in der modernen Internet Itrans Transkription " kShetra ".

Video zum Thema Kshetra

Kshetra ist ein Sanskritwort. Sanskrit ist die Sprache des Yoga. Hier ein Vortrag zum Thema Yoga, Meditation und Spiritualität

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Zusammenfassung Deutsch Sanskrit - Sanskrit Deutsch

Deutsch Grundstück, Feld, Ort, Gegend, Aufenthalt, Fundstelle; Mutterleib, Ehefrau. Sanskrit Kshetra
Sanskrit Kshetra Deutsch Grundstück, Feld, Ort, Gegend, Aufenthalt, Fundstelle; Mutterleib, Ehefrau.

Siehe auch

Swami Vishnu-devananda, einer der großen Yoga Meister des 20. Jahrhunderts

Literatur

  • Paul Deussen: "Der Gesang des Heiligen. Eine philosophische Episode des Mahabharatam". Übersetzung der Bhagavadgita. Leipzig. F.a. Brockhaus. 1911.

Quelle

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