Purushartha

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Purushartha (Sanskrit: पुरुषार्थ puruṣārtha m.) wörtl.: "Ziel (Artha) des Menschen (Purusha)"; eigene Anstrengung; Lebensziel; die vier Bestrebungen bzw. Ziele (Artha) des Menschen (Purusha): Kama, Artha, Dharma, Moksha. Purushartha ist ein Sanskritwort zusammengesetzt aus zwei Wörtern: "Purusha" heißt hier Mensch. "Artha" heißt hier Ziel, Wunsch. Purusharthas sind die Bestrebungen, die Wünsche, die Ziele des Menschen. Typischerweise sprechen die Schriften von den vier Purusharthas, den vier menschlichen Bedürfniskategorien, nämlich Kama (Sinnesbefriedigung), Artha (Wohlstand), Dharma (Pflichterfüllung), Moksha (Befreiung).

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Sukadev über Purushartha

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Purushartha

Purushartha gehört zu den Sanskrit-Begriffen, die in unterschiedlichen Kontexten unterschiedliches bedeuten. Zum einen heißt Purushartha Anstrengung und Bemühung. Swami Sivananda schreibt dort öfters in seinen Werken, z.B. im Buch „Sadhana“ oder im Buch „Gedankenkraft“ oder auch „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“: Beschwere dich nicht über dein Karma. Beschwere dich nicht über deine Situation. Beschwere dich nicht über die Vergangenheit. Du bist nicht Opfer deiner Umstände, sondern mache Purushartha, bemühe dich, strenge dich an.

Mache Purushartha, mit Purushartha kannst du schlechte Umstände umwandeln. Mit Purushartha kannst du einen schwierigen Lebensbeginn umwandeln. Mit Purushartha kannst du aus den schwierigsten Lebensumständen die bestmöglichen Chancen machen. Schicksal ist Chance und mit Purushartha kannst du so viel erreichen. Swami Sivananda zitiert auch einige Geschichten aus der indischen Mythologie. Da gibt es den Markandeya, sein Karma hatte bestimmt, dass er mit sechzehn Jahren sterben sollte. So machte Markandeya Purushartha, intensive Bemühung, und mit Purushartha gelang es ihm, dauerhaft sechzehn zu bleiben, und so konnte er sehr alt werden. Oder es gab Shankaracharya, der sollte mit acht Jahren sterben. Er machte Purushartha und mit Purushartha gelang es ihm, dort nochmal acht Jahre und nochmal acht Jahre und nochmal acht Jahre länger zu leben als ursprünglich sein Karma vorgesehen hatte.

Oder es gab einen Rishi, namens Vishwamitra, er war ein König, und er wollte Brahma Rishi werden, was eigentlich nicht geht, weil, ein Brahma Rishi ein Brahmana ist, der zum Rishi wird. Wenn ein König Rishi wird, wird er zum "Raja Rishi". Aber Vishwamitra wollte zum Brahma Rishi werden. Auch auf dem spirituellen Weg gibt es manche Menschen, denen es leichter fällt, in die Meditation zu fallen, und es gibt manche, denen fällt es schwerer. Mit Purushartha, mit richtiger Bemühung, mit der Bemühung des Menschen, geht sehr viel. Letztlich ist spiritueller Fortschritt ein Zusammenspiel aus früherer Entwicklung, eigener Bemühung (Purushartha) und dann auch göttlichem Segen und Gnade.

Was früher war, darüber hast du keine Kontrolle mehr. Göttliche Gnade ist – wie der Name sagt - Gnade. Da hast du auch keine Kontrolle. Aber deine eigene Bemühung, die hast du unter Kontrolle. Deshalb mache Purushartha – bemühe dich. Und du du hast so fot die Gelegenheit, Purushartha zu üben. Du kannst so schnell die Hände über den Kopf zusammenwerfen, mit Purushartha kommst du weiter. Purushartha steht natürlich auch in Verbindung mit Geduld. Es gibt mehrere Untersuchungen, die zeigen, dass es weniger die Intelligenz ist, die einen Menschen erfolgreich macht, sondern es ist letztlich die eigene Bemühung, verknüpft mit Geduld. Das gilt im Weltlichen, das gilt im Geschäftsleben, das gilt im Wirtschaftsleben, das gilt auch in der Kunst.

Selbst für einen Künstler reicht es nicht aus, nur Talent zu haben, es reicht nicht aus, Inspiration zu haben. Auf Englisch sagt man: „An artist, one percent inspiration, 99 percent of perspiration. Ein Prozent Inspiration, 99 Prozent Schweiß.” Auf dem spirituellen Weg gibt es öfter Menschen, die denken, es muss alles von selbst gehen. Und die denken das, und so können sie den Rest ihres Lebens denken. Oder es gibt Menschen, die denken: „Ich habe halt eine schwierige Kindheit gehabt.“ Und sie haben auch eine schwierige Kindheit gehabt, sonst würden sie das nicht sagen. Und man kann ihnen Mitgefühl geben und sagen: „Okay, ja, es ist schwierig.“ Man kann für sie beten, ihnen helfen, und das ist dann die Aufgabe.

Aber wenn du selbst jemand bist, dann mache Purushartha, bemühe dich. Purushartha gibt es als zweites auch als Sammelbegriff für die so genannten vier Purusharthas, das heißt hier, die vier Ziele des Menschen: Artha heißt sowohl Anstrengung und Bemühung, heißt auch Ziel. Artha heißt außerdem noch Wohlstand und Reichtum. Die vier Purusharthas, dort ist Artha verstanden im Sinn von vier Zielen, vier Bedürfniskategorien, kann man noch sagen. Und die vier Purusharthas sind dann: Kama. Kama heißt Sinnesbefriedung, Vergnügen, auch Emotionsbefriedigung. Dann folgt Artha – Wunsch nach finanzieller Absicherung und Geld, Wohlstand. Im weiteren Sinn auch Wunsch nach Ansehen und beruflichem Erfolg. Dann gibt es als drittes Dharma. Dharma hat zwei verschiedene Ausprägungen. Dharma heißt zum einen, sich einsetzen für andere, für Gerechtigkeit und für das Gute der Welt. Und Dharma heißt auch, seine Talente und Fähigkeiten zu entfalten und zu leben. Und als viertes folgt dann Moksha, der Wunsch nach Befreiung, Wunsch nach spiritueller Entwicklung, Wunsch nach Gotteserfahrung, Selbstverwirklichung, wahrem Frieden, wahrer Liebe.

Die vier Purusharthas, sind also die vier Bedürfniskategorien des Menschen. Es gilt, alle vier Bedürfniskategorien abzuwägen, und alle dann auf sattvige Weise zu befriedigen und an nichts zu hängen, außer letztlich an dem Wunsch nach Befreiung. Also, Purushartha – zum einen, Bemühung des Menschen, zum zweiten aber auch die Bemühung um Purusha, zum Höchsten zu kommen, und insbesondere die vier Ziele des Menschen, die vier Purusharthas, die vier Bedürfniskategorien: Kama, Artha, Dharma, Moksha.

Purushartha versus Prarabdha

Artikel von Swami Sivananda aus dem Buch "Practice of Karma Yoga"

Ein Philosoph sagt: „Es ist sehr schwierig zu sagen, wie Purushartha Dinge bewirken kann und wie es funktioniert.“ Ein anderer Philosoph sagt: „Alles ist im großen Plan oder dem großen Schema vorbestimmt. Gott weiß alle Einzelheiten der menschlichen Entwicklung angefangen von der Stufe der Mineralien bis zum Jivanmukta oder der befreiten Seele. In Wirklichkeit ist alles Prarabdha. Wir müssen Purushartha nur lehren, um dem Menschen einen Anstoß zu geben, sich ernsthaft anzustrengen. Sonst wird er träge und schwerfällig.“

Ein Befürworter der Purushartha-Lehre sagt: „Bin ich ein Strohhalm, der hin und her gewirbelt wird?“ Ich kann mein Prarabdha ändern. Ich löse es durch meine vedantische Praxis auf. Ich habe einen eigenen freien Willen. Ich mache ihn rein und unwiderstehlich. Ich arbeite an meiner Erlösung. Ich werde selbst frei. "Niemand kann auch nur für eine Sekunde lang ruhig bleiben. Niemand kann ein Fatalist werden. Es gibt einen inneren Antrieb oder Stimulus zu arbeiten. Deshalb steht in der Bhagavad Gita: "Auch kann niemand nur für einen Augenblick tatenlos bleiben; denn hilflos wird jeder von den Eigenschaften der Natur zur Handlung getrieben." Die Prarabdha-Lehre lässt niemanden zum Fatalisten werden. Für einen Bhakta gibt es nur Prarabdha; denn er ist ein Mensch der Selbsthingabe. Er muss die Macht Gottes verherrlichen. Für einen Vedantin ist alles nur Purushartha; weil er ein Mensch ist, der sich auf sich selbst verlässt. Er muss die Macht seines eigenen starken Willens (Atma Bala) verherrlichen. Beides ist vom jeweiligen Gesichtspunkt aus richtig.

Prarabdha ist nur Purushartha der früheren Geburten. Gott und Purushartha sind Synonyme. Sie sind zwei Namen für ein und dieselbe Sache. Versuch oder Glück, Purushartha oder Prarabdha, freier Wille oder Notwendigkeit – all diese sind synonym. Wenn ein Mensch Erfolg hat in seinen Bemühungen, nennt er es Purushartha. Er sagt: „Ich habe mich wirklich sehr angestrengt. Ich habe Erfolg gehabt.“ Scheitert der selbe Mensch, sagt er: „Was kann ich tun, mein Freund? Es ist alles Prarabdha. Ohne Es kann nichts gelingen. Ohne Gott bewegt sich kein Atom und kein Blatt kann in die Luft wirbeln.“ In der Mahabharata steht, dass Anstrengung und Prarabdha zusammen Früchte bringen. Bist du leidend, musst du Purushartha tun. Du musst Medizin schlucken. Den Rest solltest du Prarabdha überlassen.

In der ganzen Yoga Vasishtha empfiehlt Sri Vasishthaji dem Sri Rama nur Purushartha. Markandeya überwand den Tod durch Purushartha. Der Mensch ist zweifellos Herr seines Schicksals. Was ist schließlich Schicksal? Es ist unser Eigenwerk. Wir haben bestimmte Dinge geschaffen. Wir können sie zerstören oder auch auflösen. Wir denken jetzt in eine Richtung: Ich bin Herr so und so. Ich bin ein Brahmin. Ich bin ein Doktor. Ich bin stark. Ich leite einen Haushalt.“ Dies ist Prarabdha. Wir können diese Denkungsart ändern. Denke: „Ich bin Brahman. Ich bin allmächtig. Ich bin Zeuge oder Sakshi. Ich bin Gott. Ich bin weder der Körper noch der Geist. Ich bin die allesdurchdringende Wahrheit oder reines Bewusstsein.“ Dies ist Purushartha.

Die vier Purusharthas – die Bestrebungen des Menschen

Artikel von Sukadev Bretz aus dem Yoga Vidya Journal Frühjahr 2010

Zu Selbstannahme und des glücklichen Lebens eines spirituellen Aspiranten nicht nur in der Zukunft sondern schon heute gehört auch das sattwige Leben der verschiedenen Bedürfnisse. Das ist wie eine Art Reihenfolge. In der ersten Inkarnation überwiegt Kama, in der nächsten Artha, in der nächsten Dharma und schließlich Moksha. Einerseits stimmt das. Auf der anderen Ebene darf man es nicht so starr sehen. Im gleichen Menschen kann man die eine und die andere Kategorie sehen und mal kann die eine Kategorie bei einem Menschen wichtiger sein und mal die andere. Auch als spiritueller Aspirant, wo Moksha eine große Rolle spielt, hat man Bedürfnisse auf allen Ebenen. Bei einigen Aspiranten ist Moksha zwar da, aber gleichzeitig auch eine der anderen Ebenen stark ausgeprägt. Einige haben außer Moksha mehr Bedürfnisse auf der Kama- Ebene. Sie sind nicht daran interessiert reich zu werden und die Welt zu verbessern, sie wollen ein einfaches, angenehmes, gemütliches Leben haben, aber auch zur Selbstverwirklichung kommen. Und andere wollen die Selbstverwirklichung, haben aber durchaus einen starken Ehrgeiz. Die Artha-Ebene ist also stark. Und bei vielen ist außer Moksha die Dharma- Ebene besonders stark. Es ist auch wichtig zu schauen, auf welcher Ebene die Bedürfnisse besonders stark sind. Und wenn sie irgendwo nicht besonders stark sind, braucht man auf dieser Ebene nicht besonders viel zu tun.

Artha

Ich will hier als Beispiel auf Artha (Wunsch nach Reichtum, Wohlstand, finanzieller Absicherung oder auch Ruhm und Macht) eingehen. Solche Wünsche zu haben, gehört zu den vier Purusharthas - den natürlichen Bestrebungen des Menschen. Eigentlich die Bestrebungen, die es wert sind, verfolgt zu werden. Angenommen, auf der Artha-Ebene ist ein starker Ehrgeiz da. Es spricht nichts dagegen, diesem nachzugeben. Wenn man nämlich diesem Ehrgeiz im Beruflichen keinen Ausdruck gibt, manifestiert er sich oft im Spirituellen. Dann will man vor anderen prahlen, wieviel Pranayama man macht, wie großartig man die Bhagavad Gita auswendig gelernt hat und wieviel Tage man gefastet hat. Wenn man also ein gewisses Bedürfnis nach Anerkennung hat, sollte das am besten im Beruflichen befriedigt werden und nicht in den spirituellen Praktiken. Jetzt gilt es auch, diese Bedürfnisse auf sattwige Weise zu befriedigen. Im Beruf heißt das auf ethische Weise. Tamasige Befriedigung von beruflichem Ehrgeiz würde heißen, über Leichen zu gehen und nach mir die Sintflut, Hauptsache ich komme hoch. Rajasig beinhaltet eine gewisse Rücksichtslosigkeit, bei der es nur um einen selbst geht. Es ist aber nicht zerstörerisch wie das Tamasige. Tamasig ist auch noch etwas anderes: Man bemüht sich auf alle möglichen Weisen, aber man ist gänzlich ungeschickt. Yoga heißt Geschick im Handeln, und so gilt es auch, im Beruflichen geschickt vorzugehen. Wenn man beruflichen Ehrgeiz hat, ist ein gewisses Rajas natürlich immer dabei. Und wenn man viel Rajas hat, ist es durchaus am besten, dies im Beruf auszuleben. Es wäre wünschenswert, wenn spirituelle Aspiranten mehr beruflichen Ehrgeiz hätten, wenn mehr spirituelle Menschen Vorstandsvorsitzende von internationalen Konzernen, Ministerpräsidenten, Bundeskanzler, Präsidenten, etc. wären. Allerdings braucht es dazu viel Ehrgeiz und man muss einiges an Schlägen aushalten können. Um Politiker zu sein, ist vermutlich ein dickes Fell eine der wichtigsten Eigenschaften - die Bereitschaft, getreten, geschlagen, geprügelt, ungerecht angeklagt zu werden, trotzdem freundlich zu lächeln, Kritik ernst zu nehmen, aber weder aggressiv zu reagieren noch deprimiert zu werden. Manche halten das nur aus, weil sie auf diese Weise ihre Machtbedürfnisse befriedigen. Sie nehmen viel dafür in Kauf. Und das ist oft das Problem bei spirituellen Aspiranten: Warum sollte ich mir das antun?

Das Sattwa-Prinzip im Berufsleben

Im Beruflichen gilt bei all dem das Sattwa-Prinzip. Dazu gehört insbesondere die Ethik. Wenn man z.B. einen Beruf hat, bei dem man viel betrügen muss, sollte man den Beruf wechseln. Wenn man einen Beruf hat, der bedingt, dass man andere bewusst schädigt oder auch größere Schädigungen in einem Übermaß an Umwelt oder anderen Lebewesen in Kauf nehmen muss, sollte man auch den Beruf wechseln. Ich erzähle dazu gern folgendes Beispiel: In einer der 2-Jahres-Ausbildungen, die ich ganz am Anfang von Yoga Vidya gegeben habe, gab es einen Teilnehmer, der Metzgermeister war. Dieser hat bald gemerkt, dass er nicht weiter töten und auch nicht weiter töten lassen kann. Das war für ihn beruflich richtig schwierig. Er hatte nur einen Hauptschulabschluss und war ansonsten Metzgermeister. Als solcher hatte er einen guten Beruf, ein gutes Ansehen und er hat auch gut verdient. Aber was kann ein Metzgermeister sonst machen? Er wurde dann arbeitslos und hat eine Umschulung bekommen. Damals vor 15, 16 Jahren wurde man grundsätzlich als Internet-Designer oder Netzwerk-Administrator umgeschult. Er ist eine ganze Weile arbeitslos geblieben. Aber die Geschichte hat ein Happy End, denn er hat wieder einen guten Job gefunden, tatsächlich als Netzwerk-Administrator, hat sich wieder selbständig gemacht und auch wieder gut verdient. Aber erst einmal musste er bereit sein, Einbußen hinzunehmen. Es gibt Berufe, die man als spiritueller Aspirant meines Erachtens nicht ausführen kann und es gibt andere Berufe, die kann man als spiritueller Aspirant anders ausführen. Ich kannte z.B. einen Rechtsanwalt, der auch sehr spirituell war. Er hat gesagt, dass er keinen Fall annimmt, wo er nicht von der Unschuld seines Klienten überzeugt ist. Er macht das schon seit vielen Jahren und gewinnt deshalb relativ gut vor Gericht. Das hat sich nämlich herumgesprochen. Die Richter wissen, dass dieser Anwalt hohe ethische Ideale hat. Man weiß zwar nicht, ob sein Klient ihn betrügt - aber die Richter sind sehr viel mehr geneigt, ihm zu glauben als einem anderen, wo man annimmt, dieser versucht einfach nur Rechtsverdreher zu sein. Er wurde sehr gut nachgefragt und hat auch gut verdient. Er sagt aber, dass er manchmal einen Fall ablehnen muss. Oder wenn man Verkäufer ist, wird man vielleicht nur das verkaufen, von dem man mindestens zu Dreiviertel überzeugt ist. Und auch das spricht sich herum. Eine Weile wird man Einbußen haben. Langfristig jedoch gilt: Ehrlich währt am längsten. Gerade im Beruflichen ist das wichtig. Aber den perfekten Beruf gibt es letztlich auch nicht. Eine Krankenschwester tut viel Gutes. Andererseits hat die Schulmedizin ihre problematischen Seiten. Deshalb wird man nicht gleich den Beruf wechseln. Meiner Ansicht nach kann man im Beruf als Krankenschwester sicher sehr viel Gutes tun, auch wenn die heutigen Arbeitsbedingungen nicht so sind, wie man sie gerne hätte. Ich habe große Hochachtung vor Pflegern, Krankenschwestern und Ärzten.

Noch einige Ratschläge für die berufliche Ebene

Wenn ihr in einem gewinnzielorientierten Unternehmen seid, müsst ihr deren Spiele mitspielen. Eines nennt sich: Tue Gutes und sprich darüber. In meiner Erfahrung wird das unter spirituellen Aspiranten oft vergessen. Sie machen Überstunden, helfen Kollegen, setzen sich für die Firma ein, aber aus Bescheidenheit denken sie, dass sie das keinen wissen lassen. Nachher beschweren sie sich, dass es in ihrer Firma so ungerecht zugeht. Wenn man nicht aufsteigen will, ist es ok, aber ich meine, es ist auch gut, aufzusteigen. Einmal hat mich eine Lehrerin, welcher der Direktorenposten in der Schule angeboten wurde, gefragt, ob sie das machen solle? Ich habe ihr ein paar Fragen gestellt und eigentlich gab es nur zwei Gründe, warum sie es nicht machen wollte: der eine war, dass sie dachte, sie könnte dann vielleicht nicht mehr so viel praktizieren und der zweite, dass es vielleicht ihr Ego zu groß machen würde und das ihrem spirituellen Fortschritt nicht zuträglich wäre. Ansonsten hat sie es sich durchaus zugetraut und auch gedacht, sie könnte viel Gutes bewirken, denn das hatte sie früher als Ziel. Es ist ganz klar, was ich ihr geraten habe. Als Schulleiterin kannst du Kinderyoga einführen, du kannst viel Gutes bewirken und viel mehr für die Kinder tun als jetzt. Sie ist heute noch Schulleiterin und es gibt in dieser Schule tatsächlich Kinderyoga. An einer öffentlichen Schule muss sie das natürlich weltanschauungsneutral unterrichten, aber sie macht das sehr gut und bewirkt auf diese Weise Vieles. Wir sollten also keine falsche Bescheidenheit üben, denn wir wollen in der Welt Gutes bewirken. Dazu gilt es, geschickt zu handeln und manchmal die eigene Demut zu überwinden. Man kann auch sagen, ich tue es als Instrument in den Händen Gottes. Wenn ich gelobt werde, ist es Gott, der durch mich hindurch wirkt. Zum Wohl des Ganzen kann man auch bekannt machen, was getan wurde. Und wir können darüber lächeln, dass wir jetzt so tun, als ob es uns darum ginge, aber eigentlich machen wir es als Dienst.

Siehe auch

Weblinks

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