Big Five

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Big Five Big Five ist ein Modell aus der Persönlichkeitspsychologie. Big Five wird auch bezeichnet als das 5-Faktorenmodell der menschlichen Persönlichkeit. Big Five beschreibt den Menschen in seinem Charakter in 5 verschiedenen Kategorien von denen es heißt, dass sie voneinander unabhängig sind. Da gibt es zunächst Verträglichkeit, zweitens Extraversion, drittens emotionale Stabilität, das Gegenteil wäre Neurotizismus, viertens ist Offenheit für Neues und fünftens ist Gewissenhaftigkeit. Diese fünf Faktoren sind die „Big Five“.

Big Five - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Verträglichkeit

Zunächst einmal etwas ganz kurz über die einzelnen Faktoren: Das eine wäre zum Beispiel die Verträglichkeit. Es gibt Menschen die haben hohe Verträglichkeit, die können gut mit anderen Menschen umgehen und sie sind in einer Gruppe immer diejenigen, die mit allen gut zurechtkommen. Und es gibt solche, die können mit jedem in Streit geraten und sich über alle beschweren und kommen mit kaum jemandem zurecht. Und je nach dem ob du mehr in die eine oder die andere Richtung tendierst, hast du für diesen Faktor „Verträglichkeit“ entweder hohe oder niedrige Werte.

Neurotizismus

Zweitens Neurotizismus oder auch genannt emotionale Stabilität, der zweite Faktor der „Big Five“. Manche Menschen haben eine hohe emotionale Stabilität auch unter Stress, auch unter Angriffen, auch unter Schwierigkeiten bleiben sie stabil. Und andere werden relativ schnell ängstlich, sie werden wütend oder depressiv und ziehen sich zurück. Also auch hier, vielleicht bist du emotional stabil oder du bist eher instabil, das würde man eben dann neurotisch nennen.

Offenheit für Neues

Die nächste Dimension ist die Offenheit für Neues. Manche Menschen sind offener für Neues und sie freuen sich immer wieder, wenn sie neue Ideen bekommen oder wenn es die Gelegenheit gibt, etwas Neues zu tun. Andere haben weniger Offenheit für Neues. Sie mögen es mehr wenn es so bleibt, wie sie es kennen, wenn sie ihre festen Strukturen haben und wenn sich nicht so viel ändert.

Gewissenhaftigkeit

Und als Fünftes gibt es die Gewissenhaftigkeit. Manche Menschen haben auf dieser Dimension der Five bei diesem Faktor des Fünf-Faktorenmodells eine hohe Gewissenhaftigkeit. Sie erleben ja alles sehr genau, sie sind sehr pünktlich, der Schreibtisch ist „pico-bello“ und so weiter und andere sind weniger gewissenhaft. Sie kommen ein paar Minuten zu spät. Wenn sie etwas versprechen, heißt das noch lange nicht, dass sie das ausführen und so weiter.

Introvertiertheit/Extravertiertheit

Dritter der „Big Five“ ist die Introversion und die Extraversion. Es gibt Menschen, die sind besonders gerne mit anderen [zusammen], sie sind extravertiert. Der ideale freie Tag für sie sieht so aus, dass sie etwas mit Menschen zusammen machen, neue Leute kennenlernen, etwas erleben. Der Introvertierte ist lieber für sich allein, am [frei]en Tag will er sich allein regenerieren, vielleicht noch mit Partner oder Partnerin zusammen.

Änhlichkeiten der Ayurvedischen Doshas und Big Five

Das sind also die „Big Five“, das Fünf-Faktorenmodell. Die Theorie der „Big Five“ im Vergleich zu anderen Persönlichkeitsmodellen: Es gibt in verschiedenen Kulturen und Zeiten immer Klassifikationen, Typisierungen von Menschen. Im Ayurveda zum Beispiel kennen wir das Drei-Dosha-Modell: Vata, Pitta und Kapha. Man könnte sagen, diese sind eigentlich verschiedene Faktoren. Vata ist typischerweise offen für Neues und extravertiert und nicht so gewissenhaft. Der Pitta-Typ ist emotional stabil – den Pitta-Typ kann man im System „Big Five“ eigentlich nicht richtig abbilden. Und dann gibt es noch den Kapha. Gut, den könnte man als gewissenhaft und verträglich und wenig offen für Neues beschreiben. Der Vorteil der 3 Doshas im Ayurveda ist, dass es einfacher ist. Du kannst den Menschen in diesen 3 Formen beschreiben. Oder auch die 4 Persönlichkeitsarten im Disg-Modell: D – dominant, durchsetzungsvermögend, durchsetzungsfähig, Pitta-Typ im Ayurveda, I – der Initiative, der Extravertierte, der vieles leicht sieht, offen ist für vieles, mit vielen spricht und dann der „S“, der Gesellige, der Soziale, dem das gute Zurechtkommen mit anderen so wichtig ist und „G“ der Gewissenhafte. Es sind also 4 Faktoren. Dies entspricht übrigens auch dem 4 Temperamenten-Modell, das es auch schon im Mittelalter gab. Der Choleriker, Melancholiker, Sanguiniker und Phlegmatiker, das entspricht so ein bisschen diesen 4 „Disg“ - nicht identisch, aber hat Ähnlichkeiten.

Hilfe, um dich selbst besser zu verstehen

Da 5-Faktoren-Modell der „Big Five“ ist etwas komplexer und man kann letztendlich die Persönlichkeitsstruktur des Menschen vielleicht etwas genauer abbilden über 5 Dimensionen als sie nur in Cluster von drei oder vier hineinzupacken. Insofern hat das Modell der „Big Five“ einen Vorteil. Es hat einen Vorteil, wenn du das selbst weißt in welcher Richtung du bist. Und wenn du weißt, du bist ein eher unverträglicher Mensch, dann kannst du zum einen daran arbeiten aber du kannst auch aufhören, dich zu sehr über andere aufzuregen, du weißt, es liegt an mir. Wenn du weißt, du bist extravertiert, dann weißt du, du musst öfter mit Menschen kommunizieren. Wenn du weißt, dein Partner ist introvertiert, dann weißt du, du musst ihm manchmal etwas Zeit geben für sich. Wenn du weißt, dass du zu Neurotizismus neigst, und leicht ängstlich und so weiter wirst, dann wirst du vielleicht vorbeugend mehr Meditation, Yoga und Tiefenentspannung üben. Und wenn du weißt, du hast wenig Offenheit für Neues, dann wirst du vielleicht einen Beruf ergreifen, wo Beständigkeit angesagt ist und du weißt, dass du selbst manchmal die Bremse bist und das das nicht immer angemessen ist, dass du dich zu Wort meldest. Es hilft, wenn du weißt, wie andere in diesem „Big Five“ sind. Dann kannst du nämlich gut mit ihnen arbeiten.

In diesem Sinne: Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Erkenne dich selbst auch im Relativen. So hat das Orakel von Delphi gesagt, beziehungsweise so stand es an dem Tempel des Orakels von Delphi: Sich selbst zu erkennen hilft mit anderen besser zurecht zu kommen und andere zu erkennen, wo sie stehen im Modell der „Big Five“. Dies kann dir auch helfen, mit anderen besser zurechtzukommen. Mehr über „Big Five“ findest du auch auf unserer Internetseite: Yoga Vidya.

Video Big Five

Hier findest du einen Videovortrag zum Thema Big Five :

Autor/Sprecher/Kamera: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya.

Big Five Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Big Five :


Siehe auch