Teufel

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Der Teufel ist im älteren Judentum, im Christentum und im Islam Herr des Bösen, ein Herr über ein Reich böser Geister. Der Teufel gilt als Widersacher Gottes. Andere Bezeichnungen des Wortes Teufel sind Satan, Luzifer, Diabolos, Diabolus, auch Mephistopheles und Ahriman. Das Wort Teufel wird heutzutage in vielerlei Kontext verwendet:

Auch im Hinduismus findet man das Konzept der Dämonen, einer Art Teufel - aber diese sind nur vorübergehend fehlgeleitet
  • Teufel als der Widersacher Gottes: Hier spricht man auch vom Pakt mit dem Teufel, dass man den Teufel austreiben müsse etc.
  • Teufel als eine böse dämonische Sagengestalt, Mythengestalt, den es auch mehrfach gibt. So gibt es Sagen, dass Teufel um einen brodelnden Kessel herumsprangen oder die Aussage, dass ein Wald von Geistern und Teufeln bevölkert sei
  • Man kann auch einen anderen als Teufel beschreiben und meint damit, dass er irgendwie bösartig sei: Dieser Hund ist ein richtiger Teufel! Dieser Typ ist ein richtiger Teufel, immer fängt er einen Streit an
  • Teufel kann auch ein Kompliment sein für jemand, den man für wild und kühn hält: Der Peter ist gefahren wie der Teufel.
  • Teufel wird auch verwendet für jemanden der arm und bedauernswert ist: Du armer Teufel!

Begriffsherkunft Teufel vom griechischen Diabolis

In der Etymologie geht man davon aus, dass das Wort Teufel vom althochdeutschen tiufal stammt, das vom kirchenlateinischen Diabolus abstammt. Diabolus ist die lateinische Form von diábolos (διάβολος), eigentlich "Verleumder", zu griechisch diabállein (διαβάλλειν) "entzweien, verklagen, verleumden, verschmähen", eigentlich "auseinanderwerfen". Das griechische Verb bállein (βάλλειν) bedeutet "werfen, treffen". Von der Wortbedeutung Diabolus herrührend ist der Teufel hier also nicht das absolut Böse. Sondern Diabolus, der Teufel, ist derjenige, der andere auseinanderbringt. Wer Zwietracht bringt, der ist der Teufel, der Widersacher. Damit wäre der Diabolos, der Teufel, nicht das absolut Böse, der Böse schlechthin, sondern die Zwietracht personifiziert.

Begriffsherkunft Teufel vom Keltischen

Es gibt auch die Tradition, dass der Begriff Teufel bzw. Devil aus dem Keltischen entstanden ist, evtl. Diavulus, eventuell diubul. Manche sagen, dass dieser Diubul eigentlich ein keltischer Gott war, der von den Christen dann zum Teufel erklärt wurde.

Die Problematik des Teufel-Konzepts

Der Teufel ist im Christentum der Inbegriff des Bösen. Einige Religionen, insbesondere der Parsismus bzw. Zoroastrismus, haben die Welt begriffen als einen Dualismus zwischen Gut und Böse. Gott ist das Gute, der Teufel ist das Böse. In anderen Religionen mögen andere Worte verwendet werden - aber oft läuft es darauf hinaus.

Der Teufel will andere auf seine Seite ziehen. Wer die Seele an den Teufel verloren hat, der wird in ewiger Verdammnis in den Höllen des Teufels bleiben.

Natürlich gilt es, für das Gute zu kämpfen und den Teufel zu bekämpfen.

Dabei haben Menschen immer geglaubt, dass die anderen, die andere Seite die Seite des Teufels sei. Noch nie haben größere Gruppen von Menschen von sich behauptet, sie würden für das Böse kämpfen.

Die Christen haben gegen die Moslems gekämpft, wobei die Christen die Moslems für des Teufels hielten, und die Moslems die Christen. Martin Luther hat den Papst als Antichristen, also als Teufel diffamiert - und die Katholiken natürlich über die Secta Lutherana, die lutherische Sekte, die natürlich des Teufels war.

Im Namen des Guten sind die schlimmsten Verbrechen begangen worden. Kaum jemand begeht Verbrechen einfach nur um etwas Schlechtes zu tun. Man begeht Verbrechen um des eigenen Vorteils willen, um des Guten willen, oder auch aus einer Geisteskrankheit heraus.

Letztlich meinen es alle Menschen gut. Man kann nirgendwo ein absolut Böses, ein Teufliches entdecken. Letztlich ist es Verdienst der Psychoanalyse, der Psychologie, der Evolutionsbiologie und Evolutionspsychologie, auch der Paläopsychologie, herausgefunden zu haben, dass jedes menschliche Verhalten als in irgendeinem Kontext sinnvoll und von der Intention, von der Absicht, her ursprünglich gut angesehen kann.

Die Überwindung des Teufels-Konzepts

Damit die Welt ein friedvoller Ort werden kann, ist die Überwindung des Teufels-Konzepts essentiell. Man mag Handlungen als ethisch korrekt und ethisch falsch einschätzen. Man mag Gewalttäter ins Gefängnis stecken müssen. Man mag gegen Terroristen Polizeigewalt einsetzen müssen. Aber abgrundtief böse, vom Teufel besessen, ist letztlich niemand.



Buntes Potpourri zum Thema Teufel

Eine früher recht aktive Wikischreiberin hinterließ unteres kunterbuntes Allerlei zum Thema Teufel. Vielleicht ist da ja etwas dabei, das Gedanken anregen könnte:

Der Teufel ist eventuell ein Dämon? Archetyp? Kommt auch bei Carl Gustav Jung vor...

Swami Sivananda: "Zähmt eure Zunge - sie ist ein aufsässiger Teufel. Opferhandlungen, Gaben, Enthaltsamkeit, das Studium der heiligen Schriften, Wahrheitsliebe - all dies wird euch helfen, tugendhaftes Verhalten zu lernen. Praktiziert Enthaltsamkeit der Sprache. Was immer ihr sprecht, muss wahr und wohltuend sein. Äußert nichts, was irgend jemanden ärgern könnte. Ein gedankenloser Mensch, der sein Sprachorgan nicht unter Kontrolle hat und einfach drauflosredet, verheddert sich in die Torheit seiner eigenen Worte. Seid deshalb vorsichtig, wenn ihr sprecht. Sprecht wenig. Denkt zweimal, denkt zehnmal, bevor ihr redet. Wägt eure Worte sorgsam ab, bevor sie aus eurem Mund kommen. Sprecht nur Worte, die anderen Gutes tun können, Trost.... Seid immer höflich und liebenswürdig. Sprecht niemals in einer harschen Weise, verletzt niemals die Gefühle anderer." [1]


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