Yogaunterricht

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Kobra - fortgeschritten

Yogaunterricht bedeutet Schulung, um Yoga zu lernen oder zu lehren. Yoga ist eine altindische, philosophische Lehre, in deren Zentrum die Vereinigung von Körper, Geist und Seele steht. Ziel des Yoga ist die Selbstverwirklichung. In Anlehnung an diese Lehre entwickelte sich in verschiedenen spirituellen Systemen ein praktischer Übungsweg.

Es gibt viele Traditionen, die Yoga in unterschiedlichen Ausprägungen lehren. Sie alle streben das Ziel an, Menschen wieder an ihre göttlich universelle Kraft anzubinden. Viele Yogaübende kommen heute aufgrund der positiven gesundheitlichen Wirkungen zum Yoga, die mit der Praxis von Asanas, Pranayama und Meditation einhergehen.

Yoga im Yoga Sutra von Patanjali

Im Yoga Sutra von Patanjali gibt es acht Glieder des Yoga als Richtschnur für deinen Weg zu Gott: Yamas - Ethisches Verhalten im Umgang mit anderen, Niyamas - persönliche Lebensführung, Asana - Körperübungen, Pranayama - Atemübungen, Pratyahara - Zurückziehen der Sinne, Dharana - Konzentration, Dhyana - Meditation, Samadhi - überbewusster Zustand.

Die Glieder werden geübt, um das Fahrzeug der Seele, den Körper, bereit zu machen, das göttliche Licht empfangen zu können.

So gilt es zunächst ein Fundament zu schaffen und zu schauen, wie geh ich mit anderen Wesen um, Yamas. Weiter darf beobachtet werden, wie geh ich mit mir selbst um, Niyamas. Es dürfen Asanas praktiziert werden, um den Körper geschmeidig zu machen, damit die Asana, gemeint ist hier die Meditationshaltung - fest und angenehm - bewegungslos gehalten werden kann. Du übst Pranayama für mehr Lebensenergie und richtige Atmung, denn ein Atem im Gleichgewicht ergibt einen ruhigen Geist. Das ermöglicht dir das Zurückziehen der Sinne, Pratyahara. Wenn die Sinnesobjekte nicht mehr die Anziehung haben, fällt Konzentration, Dharana leicht und über die stetige Konzentration fällst du anstrengungslos in Meditation, Dhyana. Wenn du das lange genug geübt hast, kommt Samadhi, der überbewusste Zustand.

Ort für den Yogaunterricht

Im Yogaunterricht, also in einer Yogastunde kannst du alle Aspekte des Yoga üben. Idealerweise befindest du dich dabei in einem Raum, der sauber und gut gelüftet ist. Du kannst spirituelles Inventar hinzuziehen, wie einen kleinen Altar mit einer Kerze, Räucherstäbchen, Murtis und spirituelle Bilder. Die Matten liegen ordentlich in Reihen. So wird eine gute Energie erzeugt, in der sich die Teilnehmer auf sich selbst besinnen können. Bei geeignetem Wetter draußen Yoga zu üben ist immer eine gute Alternative.

Yoga Vidya Yoga Stil

Die Vorwärtsbeuge

Die Yoga Vidya Grundreihe ist so aufgebaut, das auf allen Ebenen, körperlich, energetisch, geistig-emotional und spirituell, die maximalen Wirkungen erreicht werden können.

Klassischerweise beginnt der Yogaunterricht mit einer kurzen Entspannung, damit die Übenden alle störenden Gedanken ablegen können und ganz bei sich selbst ankommen. Die Wiederholung eines Mantras stimmt alle Beteiligten auf die Bewusstwerdung des Göttlichen ein und erzeugt eine gute Schwingung. Atemübungen werden praktiziert. Kapalabhati, für die Aktivierung von Energie und die Wechselatmung für die Harmonisierung der Energie. Hierbei gilt es den Fokus nach innen zu richten und sich auf den Atem zu konzentrieren.

Es folgt der Sonnengruß, eine fließende Abfolge von Körperstellungen, um das Herz-Kreislauf-System zu aktivieren. Im Anschluss wird im Yogaunterricht eine Bauchmuskelübung praktiziert. Um manche Asanas ausführen zu können braucht es gute Bauchmuskeln. Gute Bauchmuskeln dienen auch dazu den unteren Rücken zu schützen.

Nun folgen im Yogaunterricht die Asanas, zwölf Körperstellungen mit unterschiedlichen Wirkungen.

Für den Yogaübenden ist beim praktizieren der Asanas besonders darauf zu achten, das Yoga kein Wettbewerb ist und jeder Teilnehmer die Stellungen in seinen Möglichkeiten, d.h. besondere Probleme sind zu berücksichtigen, so gut macht wie er kann. Jeder Teilnehmer ist aufgefordert Spürgenauigkeit zu entwickeln:

  • Was braucht mein Körper gerade,
  • wie fühlt er sich an,
  • was tut ihm gut und
  • was gilt es besser zu vermeiden.

Um sich Entspannung immer wieder bewusst zu machen werden in der Yogastunde zwischen den Asanas Zwischenentspannungen angeleitet.

Fortgeschrittene entspannen in der Asana und zusätzlich können bei geübten Teilnehmern Variationen der Stellungen, Konzentrationspunkte, Visualisierungen oder Affirmationen in die Übung einbezogen werden.

Entspannung in der Totenstellung

An das Ende jeder Yogastunde gehört bei Yoga Vidya eine 10 -15 minütige Tiefenentspannung. Ein in der Übung gut angespannter Muskel kann besonders gut entspannen, so ist eine Yogastunde besonders wirkungsvoll zur Auflösung von Anspannung. Tiefenentspannung sollte nach jeder Yogapraxis durchgeführt werden, denn Tiefenentspannung verteilt die aktivierten Energien im Körper und löst den Entspannungsimpuls aus. Aber auch geistig profitiert der Teilnehmer von der Tiefenentspannung. Sie baut auch mentale Spannungen ab und führt zu Ruhe und Ausgeglichenheit. Tiefenentspannung kann auch zu einem Gefühl der Freude führen und zur Transzendierung des Körperbewusstseins.

Nach der Tiefenentspannung, ist es empfehlenswert eine kurze Meditation zu praktizieren, um sich die gemachten Erfahrungen nochmal bewusst zu machen und in die Tiefe zu gehen. Mit einem Mantra und Om Shanti kann der Yogaunterricht beendet werden, um sich kraftvoll und voller Energie seinen Aufgaben zu widmen.

Video - Yoga für Anfänger - 20 Minuten

Für Yoga - Anfänger ohne Vorkenntnisse. Geeignet auch für alle, die sanft üben wollen

Die sieben Unterrichtsprinzipen im Yoga Vidya Yoga Stil

  • 1. Aufbau auf der Yoga Vidya Grundreihe um maximale Wirkung auf allen Ebenen - körperlich, energetisch, geistig-emotional, spirituell - zu erzielen
  • 2. Anpassung an Zielsetzung und Zielgruppe - Beispiele für Zielgruppen können Anfänger, Mittelstufe Fortgeschrittene, oder auch Senioren, Schwangere und Kinder sein. Unterschiedliche Zielsetzungen sind, die Yoga Fitness Reihe, Yoga für den Rücken und Hormonyoga.
  • 3. Die Asanas werden gehalten - mindestens 10 Atemzüge
  • 4. Betonung von Entspannung, Atmung, Konzentration, ständige Wiederholung im Unterricht
  • 5. Respekt vor der inneren Intelligenz der praktizierenden Schüler - Spürgenauigkeit, Entwicklung von Körperbewusstsein der Schüler durch entsprechende Ansagen
  • 6. Der Yogalehrer unterrichtet mit Stimme, Händen und Füßen, Prana und Liebe
  • 7. Der Lehrer betrachtet sich selbst als Schüler, liebt die Schüler und die göttliche Kraft und fühlt sich als Instrument eines höheren Willens. Er praktiziert selbst, was er lehrt.

Für den Umgang mit Menschen mit besonderen Beschwerden gibt es weitere Grundsätze, die zu beachten sind.

Video - Mittelstufenstunde mit vielen Erklärungen

Yoga Vidya - Konzepte für besondere Ausrichtungen

Sukadev hat durch seine langjährige Erfahrung und die tiefen Einsichten, die während seiner spirituellen Praxis gewinnen konnte, neben den normalen Unterrichtsreihen auch neue Konzepte für eine besondere Ausrichtung in seinem Yoga Stil entwickelt. Dazu gehören:

  • Yoga Vidya Grundreihe für Flexibilität und körperliche Entwicklung - mit vielen Variationen und gelegentlichem Einsatz von Hilfsmitteln.
  • Yoga Vidya Grundreihe für Energie-Erweckung und -Harmonisierung - langes Halten der Stellungen mit Konzentration auf die Chakren.
  • Yoga Vidya Grundreihe für die Entwicklung von Geist und Psyche - langes Halten der Stellungen mit Affirmationen, Selbstbefragung und Visualisierung.

Video - Hanuman Yoga Fitness-Yoga

Eine fordernde Yogastunde für körperliche Fitness. Am Anfang ist diese Yogastunde sehr anstrengend. Gegen Ende wird die Yoga-Stunde meditativer. Höre also nicht nach der Mitte auf - sonst verpasst du die schönsten Teile.

Vedanta im Yoga Unterricht

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Tipps für Yogalehrende

Om Namah Shivaya - Ein Vortrag darüber, wie du Vedanta in den Yogaunterricht integrieren kannst.

Yogaunterricht und Vedanta

Diese Vedanta Prinzipien kannst du in den Yoga Unterricht integrieren sogar ohne Vedanta Fachterminologie zu verwenden. Es gibt die zwei Möglichkeiten:

  • Du könntest entweder, vielleicht zu Anfang der Yogastunde, kurz ein paar Vedanta Begriffe einführen und danach diese erfahrbar machen im Yogaunterricht, oder
  • du könntest die vedantischen Prinzipien einfach in den Asanas, Pranayama und Tiefenentspannung erfahrbar machen.

Was gibt es da zum Beispiel für Möglichkeiten:

  • Eine Möglichkeit ist ja grundsätzlich das Konzept der Achtsamkeit auf buddhistisch Vipassana, im Sanskrit Sakshi Bhav, das heißt Beobachten. Der Übende, die Übende kann von Anfang bis Ende oder auch nur für bestimmte Teile der Yogastunde einfach beobachten. Am Leichtesten geht das zum Beispiel, wenn jemand in einer Asana ist, zum Beispiel der Vorwärtsbeuge. Man wird natürlich zu Anfang beim Einnehmen der Stellung, darauf achten das die Stellung so ist, dass der/die Teilnehmende sich nicht verletzt, dann das der Atem tief ist, dann die Stellung bewegungslos machen.
Wer bin ich?
  • Dann kannst du den Übenden, die Übende dazu veranlassen, den Körper zu spüren, Wahrnehmungen zu spüren und dabei nicht zu reagieren, nicht zu urteilen, analysieren, einfach nur spüren.
  • Vielleicht aber auch den Atem spüren, Prana, die Energien spüren. Dann auch spüren, welche Gedanken aufkommen oder welche Emotionen, Gefühle.
  • Und dann die Frage stellen „Wer bin ich?“. Ich bin nicht das Beobachtbare, ich bin der der beobachtet.
1. Wenn also eine Yogaschülerin spürt da ist Dehnung im Körper, dadurch kann sie sich bewusst machen, ich bin nicht der Körper, ich kann den Körper beobachten. Wenn sie spürt da kommt Prana, da gibt es ein schönes Pulsieren in den Händen oder die Wirbelsäule wird heiß oder das dritte Auge pulsiert, dann kann sie auch wieder sich bewusst machen „Ich bin nicht das Pulsieren“, „Ich bin nicht das Prana“, „Ich bin nicht die Hitze in der Wirbelsäule“, „Ich bin die Beobachterin/ der Beobachter.“
2. Und wenn Gedanken da sind, Wortgedanken, Bildgedanken oder auch Gefühle bewusst werden „All das bin ich nicht.“.
3. Und so bist du beim Vedantakonzept nachdem Sakshi Bhav - Neti, Neti „Nicht dies. Nicht dies.“, Fragestellung „Wer bin ich?“ Vichara und dann schließlich Bewusstsein Satchidananda Swarupoham, meine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit.

Bewusstheit von Ananda

Oder eben einfach sagen Sakshi Aham, „Ich bin der Beobachter. Immer gleich, nicht veränderlich.“. Auf diese Weise kannst du also die Achtsamkeit, Frage „Wer bin ich?“, Nichtidentifikation, Bewusstsein wer man ist, alles miteinander verbinden. Und manchmal können sich Teilnehmer/ Teilnehmerin eben auch bewusst machen, Glück ist nicht von Äußeren abhängig. Auch wenn die Rückseite der Beine irgendwo zieht und Schmerzen verursacht, ist es möglich das zu beobachten und sich dann zu spüren, als Ananda, als Freude. Und egal, welche Gedanken da sind, man kann sich davon lösen und sich erfahren als Freude. Und egal wie weit man kommt oder nicht kommt, dieses innere Gefühl des Glückes ist nicht davon abhängig. Das wäre Bewusstheit von Ananda.

Und dann gibt es auch Asanas die besonders geeignet sind, oder auch Pranayama, um das Bewusstsein zu erweitern. Sich bewusst machen „Ich bin Sat, unendliches Sein.“

Spüre Ausdehnung in Anjaneyasana
  • Zum Beispiel bei Kapalabhati geht diese Ausdehnung fast von selbst, spätestens bei der dritten Runde, die Ausdehnung vom Kopf her und dann überall hin.
  • Oder auch im Drehsitz kann die Weite nach vorne, nach oben sein.
  • Oder auch bei den Rückbeugen, wie Anjaneyasana diese Ausdehnung in die Unendlichkeit.
  • Oder es gibt die Ausdehnungsentspannung zum Beispiel, die zu einer erfahrbaren Verbindung mit Allem führt.

So kannst du deine Teilnehmenden dazu inspirieren und letztlich auch ihnen zu ermöglichen, dass sie tatsächlich spüren Bewusstsein zu sein und nicht das was bewusst gemacht werden kann. Zu spüren, dass sie Freude sind die nicht abhängig ist von irgendetwas. Oder das sie reines Sein sind, nicht begrenzt, weder körperlich, noch durch Raum, noch durch Zeit. Und da ist Vedanta erfahrbar.

Ich möchte dich also durchaus ermutigen zum einen selbst während du Yoga übst Vedanta Prinzipien wirklich umzusetzen. Aus deinem Hatha Yoga üben eine wirkliche Vedanta Übung zu machen, so dass du diese auch in den Alltag bringen kannst. Und diese Vedanta Prinzipien auch in das Unterrichten zu integrieren. Deine Teilnehmenden werden dir dankbar sein. Sie werden zu tiefen Erfahrungen kommen und sie werden merken, dass doch von der Tiefe der Seele aus, sie sehr viel mehr wollen als was sie ursprünglich vom Yoga wollten, nämlich Entspannung, mehr Energie, Wohlbefinden und sich irgendwie besser fühlen. Hatha Yoga kann so tief führen.

Übrigens es gibt auch vollständige Jnana Yoga Stunden auf unserem Internetkanal zum Beispiel auf mein.yoga-vidya.de kannst du suchen nach in dem Suchfeld „Jnana Yogastunde“ oder „Vedanta Yogastunde“ und so findest du einige Beispiele. Oder mach mal eine Vedanta Yogalehrer Weiterbildung mit und dort wirst du in den Ashrams nicht nur die Schriften und die Konzepte lernen, sondern du wirst auch lernen, wie man Jnana Yoga, Vedanta in den Yoga Unterricht integriert.

Video - Vedanta im Yogaunterricht

Siehe auch

Literatur

Seminare

Yogalehrer Ausbildung

03.05.2019 - 10.05.2019 - Yogalehrer Ausbildung Intensivkurs Woche 2
Lasse dich in diesem Seminar zum Yogalehrer ausbilden. Woche 2 der 4-wöchigen Yogalehrer Ausbildung. Teilnahmevoraussetzung: 1. Woche der Yogalehrer Ausbildung bereits absolviert. – Falls du die…
Rama Schwab,Karuna M. Wapke,Gabi Jagadishvari Dörrer,Savitri Retat,
05.05.2019 - 12.05.2019 - Rücken-Yoga Lehrer/in Ausbildung Teil 1
Nur beide Teile zusammen möglich. (Teil 2: 09.-16.06.2019) In dieser kompakten zweiwöchigen Ausbildung im Rückenyoga kannst du die Qualifikation zum/zur Rücken Yogalehrer/in erwerben. Vorausset…
Wolfgang Keßler,