Yoga Vidya Stil

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Der Yoga Vidya Stil ist einer der populärsten, vielleicht der populärste der Yoga Stile im deutschsprachigen Raum. Er wurde von Sukadev Volker Bretz gegründet, ist in den 1990er Jahren entstanden und entwickelt sich beständig weiter.

Yoga in Gemeinschaft praltizieren

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Yoga Stil?

Ein Yoga Stil ist eine Art, wie man Hatha Yoga übt. Es gibt heutzutage eine Vielzahl von Yoga Stilen.

Der Yoga Stil von Yoga Vidya

Der Yoga Vidya Yoga Stil fußt weitgehend auf der von Swami Sivananda und Swami Vishnu Devananda praktizierten Rishikeshreihe; Sukadev hat jedoch einige Änderungen und Ergänzungen vorgenommen, wie zum Beispiel die, nach dem Sonnengruß (Surya Namaskar) noch eine Bauchmuskelübung einzufügen.

Die Reihenfolge, die nach dem Yoga Vidya Yoga Stil unterrichtet wird, nennt sich Yoga Vidya Grundreihe. Die Abfolge Anfangsentspannung, Pranayama, Sonnengruß, Bauchmuskelübung, Asanas, Tiefenentspannung, eventuell kurze Meditation, Mantra & Om (plus Gruß an die Meister) ist auch bei diesem Yogastil geblieben.

Sukadev legt Wert darauf, einen authentischen indischen Yoga Stil zu unterrichten, bei dem die Schüler neben den Asanas auch Pranayama und Meditation praktizieren und mit den indischen Philosophiesystemen und Yogawegen und dem ethischen Hintergrund vertraut gemacht werden. In den Ashrams und Stadtzentren werden darüber hinaus auch Kirtans und Bhajans im Rahmen des Satsangs gesungen und Rituale wie Arati, Homa und Puja abgehalten. Die Sadhana-Praxis ist jedoch auch hier nicht konfessionsgebunden, sondern steht den Angehörigen aller Religionen offen, ganz im Sinne der Toleranz, die Swami Sivananda lehrte.

Für den Unterricht entwickelte Sukadev für seinen Yoga Stil sieben Grundregeln, die von den Yogalehrern in jeder Stunde beherzigt werden sollen:

Die 7 Unterrichtsprinzipen für den Yoga Vidya Yoga Stil

Sukadev unterrichtet mit Leidenschaft... und bewahrt trotzdem Gleichmut
  • 1. Aufbau auf der Yoga Vidya Grundreihe um maximale Wirkung auf allen Ebenen (körperlich, energetisch, geistig-emotional, spirituell) zu erzielen
  • 2. Anpassung an Zielsetzung und Zielgruppe
  • 3. Die Asanas werden gehalten (mindestens 10 Atemzüge)
  • 4. Betonung von Entspannung, Atmung, Konzentration, ständige Wiederholung im Unterricht
  • 5. Respekt vor der inneren Intelligenz der praktizierenden Schüler (Spürgenauigkeit, Entwicklung von Körperbewusstsein der Schüler durch entsprechende Ansagen)
  • 6. Der Yogalehrer unterrichtet mit Stimme, Händen und Füßen, Prana und Liebe
  • 7. Der Lehrer betrachtet sich selbst als Schüler, liebt die Schüler und die göttliche Kraft und fühlt sich als Instrument eines höheren Willens. Er praktiziert selbst, was er lehrt.

Für den Umgang mit Menschen mit besonderen Beschwerden gibt es weitere Grundsätze, die zu beachten sind.

Unterrichtskonzepte

Durch seine langjährige Erfahrung und die tiefen Einsichten, die Sukadev während seiner spirituellen Praxis gewinnen konnte, konnte er neben den normalen Unterrichtsreihen auch neue Konzepte für eine besondere Ausrichtung in seinem Yoga Stil entwickeln. Dazu gehören:

  • Yoga Vidya Grundreihe für Energie-Erweckung und -Harmonisierung (langes Halten mit Konzentration auf die Chakren);
  • Yoga Vidya Grundreihe für die Entwicklung von Geist und Psyche (auch hier langes Halten mit Affirmationen, Selbst-Befragung, Visualisierung);
  • Yoga Vidya Grundreihe für Flexibilität und körperliche Entwicklung (mit vielen Variationen und gelegentlichem Einsatz von Hilfsmitteln).

Um auf die Bedeutung von Pranayama bei der Entwicklung des Schülers hinzuweisen, werden angeboten:

Sukadev konzipierte außerdem

Yoga Vidya Stil besondere Ausrichtungen

Folgende Yogareihen und Yogaarten im Yoga Vidya Stil werden hier im Wiki genauer beschrieben:

Yoga Vidya Stil in Meditation, Tiefenentspannung und mehr

Siehe auch

Yogastunden im Yoga Vidya Stil

Essenz des Yoga Vidya Stils

Klassische Yogastunde mit Sukadev

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Im Hatha Yoga unterscheidet man verschiedene Stile. Unterschiedliche Yogalehrer unterrichten Unterschiedliches. Yogaarten, die von vielen Menschen in ähnlicher Form unterrichtet werden, werden als Stile bezeichnet, oft begründet von einem bestimmten Menschen. So gibt es zum Beispiel den Ayengar Yoga Stil, den Bikram Yoga Stil, Ashtanga Vinyasa Yoga Stil usw. Und so gibt es auch den Yoga Vidya Stil.

Der Yoga Vidya Stil

Die 7 Prinzipien des Yoga Vidya Stils

  • 1. Aufbau auf der Yoga Vidya Grundreihe - Es gibt eine bestimmte Reihe, die Yoga Vidya Reihe, die optimal ist für körperliche und energetische, geistige und spirituelle Wirkungen.
  • 2. Haltung der Asanas - Zum Yoga Vidya Stil gehört, dass Asanas gehalten werden.
  • 3. Atmung, Entspannung, Konzentration - Besonderer Wert wird auf Atmung und Entspannung gelegt und bewusste Konzentration.
  • 4. Selbstverantwortung - Respekt vor innerer Intelligenz der Teilnehmer - Es gehört auch die Selbstverantwortung des Teilnehmers dazu. Der Übende selbst entscheidet, was für ihn besonders wichtig ist.
  • 5. Yogalehrer unterrichtet mit Stimme, Händen und Füßen, Prana und Liebe.
  • 6. Einstellung des Lehrers - Besonders wichtig ist auch die Einstellung des Lehrers. Der Lehrer, die Lehrerin fühlt sich als Instrument, praktiziert selbst und macht den Yogaunterricht als Sadhana - spirituelle Praxis.
  • 7. Starke Anpassung an Zielsetzung und Zielgruppe - Der Yoga Vidya Stil ist aufbauend auf einer Grundreihe. Aber diese Grundreihe wird auch stark angepasst an die Bedürfnisse des Teilnehmers und an die konkrete Zielsetzung.

Anpassungsfähig

Yogastellung Pflug therapeutisch unterstützt

Diese sieben Prinzipien ermöglichen, dass der Yoga Vidya Stil sehr anpassungsfähig ist. Es gibt:

und es gibt auf der Basis von Yoga Vidya

Auf der Basis dieses Grundsystems von Yoga Vidya können die Übungen sanfter und intensiver sein, sie können in eine bestimmte Richtung gehen, sie können auch verbunden werden mit Mantras (Mantra Yoga) oder verschiedenen Klängen (Klang Yoga). Yoga Vidya kann auch mit Hingabe an Gott verbunden werden, dann ist es Asanas als Ganzkörperverehrung Gottes. Es gibt vedantischen Hatha Yoga, bei dem die Yogaübungen verbunden werden mit Bewusstseinsübungen, um Erkenntnis zu erlangen: Wer bin ich.

Weit und frei

Yoga Vidya ist fast immer damit verbunden, dass es keinen Wettbewerb gibt, dass du loslässt und auf dich selbst hörst. So ist der Yoga Vidya Stil ein sehr weiter Stil und es ist daher schwierig, kurz und knapp zu sagen, was der Yoga Vidya Stil genau ist. Es ist fast leichter, ihn abzugrenzen von anderen Yoga Stilen.

Abgrenzung zu anderen Yoga Stilen

Yoga Vidya Stil versus Sivananda Yoga Stil

Unter dem Sivananda Yoga Stil versteht man das, was heute in den Sivananda Yoga Zentren in der Tradition von Swami Vishnu-devananda unterrichtet wird. Der Yoga Vidya Stil ist im Vergleich dazu weiter und auch freier. Im Sivananda Yoga Stil wird die Grundreihe stärker beachtet und es gibt weniger Anreicherungen durch Mantras, Affirmationen, Kundalini Yogatechniken, Klangtechniken, psychotherapeutische Techniken usw. Der Yoga Vidya Stil lässt der Kreativität des Yogalehrenden mehr Raum und geht davon aus, dass der Stil sich immer weiter entwickelt und immer wieder von Anderen angereichert werden kann.

Yoga Vidya Stil versus Iyengar Yoga Stil

Iyengar Yoga beruht oft auf Hilfsmitteln. Auch Yoga Vidya verwendet zum Teil Hilfsmittel, aber Iyengar meint, dass jede Asana genau so und nicht anders auszusehen hat, und der Yogalehrer ist derjenige, der dem Teilnehmer sagt, wie er genau zu üben hat.

Vorwärtsbeuge individuell

Bei Yoga Vidya gehen wir davon aus, dass der Teilnehmende es selbst herausfinden muss, und dass es nicht die allein selig machende Weise gibt, wie man eine Asana zu halten hat.

In der Vorwärtsbeuge zum Beispiel ist es für manche besser, den Rücken gerade zu halten wie im Iyengar Yoga üblich, für andere ist es besser, den Rücken mehr zu beugen wie im Yin Yoga üblich. Im Schulterstand ist es für viele gut, den Rücken ganz gerade zu halten wie im Iyengar Yoga üblich, aber eben auch nicht für alle. Für manche ist es besser, Brust- und Lendenwirbelsäule etwas gebeugt zu lassen usw.

Yoga Vidya Stil versus Ashtanga Vinyasa Yoga Stil

Ashtanga Vinyasa ist oft ein Sprung-Yoga beim Übergang einer Stellung zur anderen. Dies kann man auch beim Yoga Vidya Stil integrieren, aber bei Yoga Vidya gibt es notwendigerweise auch Tiefenentspannung, Atemübungen und längeres Halten der Stellungen.

Integrierender Yoga Stil

Yoga Vidya integriert also verschiedene Elemente. Der Yoga Vidya Stil hat zum einen etwas Charakteristisches, was ihn unterscheidet von anderen Stilen, er hat aber auch Gemeinsames, er ist ein integrierender Yogastil, der viele verschiedene Elemente aufnimmt und der beständig in Weiterentwicklung begriffen ist.

Manchmal muss ich mich heute selbst darum bemühen, dass die neuen Entwicklungen im Yoga Vidya Stil auch ihren Raum finden, denn auch bei Yoga Vidya gibt es die Traditionalisten, die sagen `so ist der Yoga Vidya Stil eigentlich und das andere sind Abirrungen´. Da ich aber der Begründer des Yoga Vidya Stils bin, kann ich manchmal meine schützende Hand über diejenigen halten, die Inspirationen haben, um neue Elemente in den Yoga Vidya Stil zu integrieren.

Weiterführende Informationen

Auf den Yoga Vidya Internetseiten findest du viele Yogastunden im Yoga Vidya Stil. Du findest viel von dem, was ich selbst entwickelt habe in diesem Stil, zum Beispiel:

Es gibt dort auch Weiterentwicklungen, die von anderen weiter entwickelt wurden, wie Hormon Yoga, Yin Yoga, Air Yoga, Mantra Yoga, Klang Yoga usw.

Übe, praktiziere und lass dich inspirieren. Vielleicht findest du so eine neue Weise, wie du üben kannst oder du bleibst beim ganz Klassischen, dem Teil vom Yoga Vidya Stil, der noch identisch ist mit dem Sivananda Yoga Stil.

Der Yoga Vidya Stil entsteht

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Yoga Gruppe Ashram Mitglieder Sevakas.jpg

Die Entwicklung des Yoga Vidya Stils als spezielle Form des Hatha Yoga

Ich hatte Hatha Yoga nicht nur in den Zentren von Swami Vishnudevananda gelernt. Sondern ich hatte mit einem Buch von Richard Hittleman „Yoga in 28 Tagen“ begonnen. Und auch später habe ich große Inspiration aus Yoga-Büchern gezogen, z.B. von Swami Kriyananda, Andre van Lysebeth, Boris Sacharow.

Swami Kriyananda hatte gesprochen über die spirituellen und geistigen Wirkungen des Yoga, später auch Swami Sivananda Radha, deren Bücher habe ich verschlungen. Andre van Lysebeth hat eine bestimmte Weise, Asanas auch physiologisch und vom gesunden Menschenverstand aus zu sehen. Boris Sacharow interpretierte Asanas als wirkmächtig für die Chakras, die Nadis und zur Erweckung der Kundalini.

Ich habe es geliebt, mit anderen zusammen Asanas und Pranayama zu praktizieren. So habe ich viele Jahre in den Sivananda Yoga Zentren gelebt und habe ich andere dazu animiert, mit mir zusammen zu üben. Weil andere aus anderen Hatha Yoga Richtungen kamen, habe ich so auch von ihnen einiges gelernt. Später bin ich auch einige Male in Iyengar-Stunden, Ashtanga Yoga Stunden, Viniyoga, Integral Yoga und andere Stilrichtungen gegangen.

Unsere Grundreihe

All das ist in Yoga Vidya integriert worden. So habe ich gelernt, dass man die Asanas und Pranayama der sogenannten Rishikesh Reihe, auch Sivananda Yoga Basic Class genannt, mit verschiedenen Elementen und Inspirationen anderer Hatha Yoga Systeme anreichern kann. Deshalb gibt es die Yoga Vidya Grundreihe, sie besteht aus Anfangsentspannung, Mantra, Kapalabhati plus Wechselatmung als Atemübungen, einer Aufwärmübung insbesondere der Sonnengruß, zwölf Grundstellungen, Tiefenentspannung, Mantra, Meditation.

Nun kann diese Grundreihe angereichert werden durch die Elemente anderer Stile und auch anderer Techniken. Man kann Yoga Vidya Grundreihe anpassen an die Wünsche der Teilnehmer und an die Bedürfnisse einer konkreten Zielsetzung. Egal, ob Iyengar Yoga, Ashtanga Yoga, Viniyoga, Yin Yoga, Hormonyoga, alles kann in den Yoga Vidya Stil integriert werden, auch sportmedizinische Trainingslehre und vieles mehr.

Besonderheiten des Yoga Vidya Stils

Zwei der Besonderheiten der Yoga Vidya Art sind also der feste Kern, die Yoga Vidya Grundreihe und zweitens eine Flexibilität und Offenheit und Erweiterbarkeit. Weitere Charakteristika des Yoga Vidya Hatha Yoga Stils sind die Betonung von Atmung, Entspannung, Konzentration, Bewusstheit, so wie die gleichzeitige Ausrichtung auf körperliche, energetische, geistige und spirituelle Wirkungen. Insgesamt ist der Yoga Vidya Stil eine eher meditative Art des Yoga.

Suche es dir aus

Wenn du Teil der Yoga Vidya Lebensgemeinschaft bist oder ein paar Tage, Wochen oder Monate im Ashram lebst, lernst du Hatha Yoga mit einem weiten Spektrum kennen. Du kannst selbst auswählen, wie du die Hatha-Yoga-Übungen praktizieren willst.

In Bad Meinberg z.B., den größten der Yoga Vidya Ashrams, gibt es an jedem Tag durchschnittlich fünfundzwanzig bis dreißig verschiedene Hatha Yoga Stunden! Als Lebensgemeinschaftsmitglied kannst du in aller Regel Yogastunden aussuchen, an denen du teilnehmen willst.

Die meisten Mitglieder der Yoga Vidya Lebensgemeinschaften üben eine der Variationen des Yoga Vidya Stils, manche haben ihre bevorzugte Weise, andere variieren gerne, viele wollen Verschiedenes ausprobieren und gehen deshalb in verschiedenste Yogastunden.

Und außerdem steht es jedem frei, seine eigene Variation zu finden, vielleicht eine eigene Unterart des Yoga Vidya Stils oder auch andere Arten zu praktizieren. Das ist eines der Prinzipien von Yoga Vidya, ein guter Kern, der erweiterbar ist und integrierend.

Hanuman Yoga Fitnessreihe

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Hanuman Fitness-Yogareihe auch Hanuman Yoga oder Hanuman Fitness-Yoga genannt

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Auch wenn heute die Hanuman Yoga Fitnessreihe keine so große Rolle mehr spielt, ist sie ein gutes Beispiel, was der Yoga Vidya Stil ist und was die Grundprinzipien sind, die bei Yoga Vidya gelten. Als ich Anfang 1992 ein paar Monate reiste, nahm ich auch an einer Reihe von Yogastunden in verschiedensten Traditionen teil.

Dazu gehörten Iyengar Yoga, Jivanmukti Yoga, Integral Yoga, Ashtanga Vinyasa Yoga. Und als ich im Yoga Center am Zoo war, habe ich regelmäßig Gastlehrer eingeladen. Damals, Anfang der 90er Jahre, war gerade in Amerika und England Ashtanga Vinyasa Yoga in Mode. So unterrichteten viele Gastlehrer diesen Hatha Yoga Stil, meist in Kombination mit Iyengar Yoga und dem Sivananda Yoga Stil.

Die ich eingeladen hatte, waren meistens Yogalehrende aus den Zentren von Swami Vishnudevananda, die so wie ich diese Zentren verlassen hatten. Und da ich diese Gastlehrer meistens selbst übersetzte, nahm ich selbst an den Vorträgen und Yogastunden teil und wurde so vertraut mit diesen anderen Hatha Yoga Varianten. So begann ich mich auch zu interessieren für die sportlichen Aspekte des Yoga.

Gleichzeitig wurde ich 1992 Mitglied in einem Fitnessstudio, der Frankfurter Fitnesscompany, damals eines der führenden Fitnesscenter in Frankfurt. Damals waren Fitnesscenter modern und ich wollte herausfinden, was Menschen daran so interessiert und ob man im Yoga etwas Ähnliches anbieten kann.

Einige Jahre trainierte ich dort, ging ein-, zwei, am Anfang auch dreimal die Woche ins Fitnessstudio, beschäftigte mich mit dem Fitnesstraining, las Bücher und Zeitschriften über die sportmedizinische Trainingslehre. Und so entwickelte sich aus all diesen Elementen die Hanuman Yoga Fitnessreihe.

Die Hanuman Yoga Fitnessreihe

Diese besteht aus zwanzig Minuten dynamischen Sonnengebeten, bei Fortgeschrittenen auch mit Sprungvariationen aus dem Ashtanga Yoga, zehn Minuten anstrengende Asanas, um Muskelkraft zu entwickeln, dreißig Minuten sanfte Asanas, die länger gehalten werden, Tiefenentspannung, Pranayama und Meditation. Hier also Pranayama am Ende und auch die Meditation. So ist in neunzig Minuten alles enthalten, was Körper und Psyche brauchen.

Es beginnt mit Konditionstraining, dynamischen Sonnengrüße, die ich auch mit Pulsmessung verbunden habe, dass Menschen in ihrem idealen Konditionstrainings-Herz-Kreislauf-Puls üben, zweiter Teil ist das Krafttraining, die anstrengenden Asanas, meistens aus dem Sonnengebet und Navasana, um alle großen Muskelgruppen zu stärken. Gefolgt von Konditionstraining und Koordinationstraining mit den klassischen Asanas, die länger gehalten werden und sanft entspannen. Zum Schluss steht Tiefenentspannung zur Regeneration an, Pranayama, um sich aufzuladen mit neuer Energie und eine Meditation für spirituelle Erfahrungen und innere Ruhe.

Ein vollkommenes Training des ganzen Menschen

Das Hanuman Yoga Fitnesstraining berücksichtigt alle Prinzipien des sportlichen Trainings, mindestens war das der Stand in den 90er Jahren. Man muss mindestens zwölf Minuten lang gleichförmige Bewegungen einsetzen, die mindestens vierzig Prozent der Skelettmuskulatur involvieren, und den Puls in eine Zielzone setzen. Das ist ein gutes Konditionstraining.

Für Muskelkrafttraining gilt es, die wichtigsten Muskelgruppen mit einer relativ intensiven Belastung einmal zu trainieren und danach flexibel zu werden, also gleichmäßiges Halten der Asanas, mindestens eine halbe bis eine Minute in einer Asana, dabei passive Dehnung. Und das Koordinationstraining gehört zu allem dazu plus ein paar Gleichgewichtsübungen. Das sind also alle Prinzipien des sportlichen Trainings. Es sind auch alle Elemente des Yoga Vidya Stils dabei und führt zu einer spirituellen Erfahrung.

Am Anfang schwitzen und stöhnen die Teilnehmer, zum Schluss leuchten ihre Augen und sie haben ein intensives Gefühl von Freude und Verbundenheit. So ist im Hanuman Fitness Yoga alles enthalten, was man für Körper, Geist und Seele braucht. Ich selbst habe viele Jahre lang zweimal die Woche Hanuman Fitness Yoga praktiziert, übe es immer noch ab und zu und habe es gerne unterrichtet. Ich habe auch eine Ausbildung für diese Reihe konzipiert.

Yoga Vidya Bodywork

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Die Entwicklung der Yoga Vidya Bodywork Partner-Asanas

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Zu Yoga Vidya gehört, dass wir einen festen Kern haben und um diesen kann man viel variieren. Und so können auch Mitarbeiter, Yogalehrer und Seminarleiter auf der Basis der Yoga Vidya Grundreihe eigenständige Yogareihen entwickeln. Das ist das Schöne bei Yoga Vidya, es setzt Kreativität frei und Sevakas haben viele Möglichkeiten, eigene Dinge zu erarbeiten, sie zu teilen, ohne dabei beliebig zu werden und ohne Menschen zu verwirren.

Schon im Yoga-Center am Zoo in Frankfurt waren die Yoga Vidya Bodywork-Partner-Asana-Seminare und Workshops recht beliebt. Sie gehörten sogar zu den regelmäßigen Wochenendseminaren, die gut besucht wurden. Die Leute haben in diesen Wochenendseminaren tiefe spirituelle Erfahrungen gehabt. Oft gab es welche, die zum ersten Mal zu Yoga Vidya in dieses Wochenende gekommen sind und anschließend die Yogalehrerausbildung mitgemacht haben.

Kein eigenes Zimmer

Woher stammt Yoga Vidya Bodywork und was ist das überhaupt? In den Sivananda Yoga-Zentren habe ich es geliebt, mit anderen zusammen Asanas zu üben, nicht allein in meinem Zimmer, sondern zusammen mit anderen. Ein Grund war vielleicht schlicht und ergreifend, ich hatte gar keinen eigenen Raum.

Zehn Jahre meines Lebens, von 1981 bis fast 1991, schlief ich entweder auf einer Isomatte im Yoga-Raum oder zusammen mit anderen in einem kleinen Zimmer in Stockbetten, gar nicht selten auf einem Brett oberhalb des Schreibtisches in einem Büro. Ein großes Brett war wie ein Zwischengeschoss dort eingebaut. Und wenn ich abends fertig war mit Büro und Unterrichten, bin ich die Leiter hoch und habe mich oben verkrochen.

Pranayama und Meditation kann man auch in einem Stockbett üben. Ich habe darauf geachtet, wenn ich in einem Etagenbett untergebracht war, dass ich auch kreuzbeinig sitzen konnte um zu meditieren und Pranayama zu üben.

Aber für Asanas musste ich in einen Yoga-Raum gehen. Dabei haben sich die Mitarbeiter, die alle kein eigenes Zimmer hatten, gegenseitig geholfen. Und so haben wir gute Fortschritte erzielt und sind relativ zügig weitergekommen.

Von dem Partner profitieren

Es gab eine Yogini namens Saraswati, die besonders viel wusste, wie man anderen in die Stellung und sich so gegenseitig in fortgeschrittenere Asanas hilft. Sie hatte bei einer Iyengar Yogalehrerin gelernt, zusätzliche Seminare bei anderen Lehrern besucht. Sie kannte sich gut aus, wie fortgeschrittene Asanas gehen und wie man anderen hineinhilft.

1983/84 habe ich fast täglich mit ihr geübt und lernte so auch alle Asanas, die in Swami Vishnudevanandas „Großes illustrierte Yogabuch“ abgebildet sind. Ich wurde richtig fortgeschritten in den Asanas. Und auch die nächsten zehn Jahre habe ich oft zusammen mit anderen geübt und habe so viele weitere Techniken gelernt, wie man sich gegenseitig in fortgeschrittene Asanas helfen kann. Unterrichten durfte man das in den Sivananda Yogazentren nicht. Da waren Partner-Asanas eher etwas verpönt.

1992, als ich die Sivananda Yogazentren verlassen hatte, traf ich Saraswati wieder und lud sie als Gastlehrerin ins Yoga-Center am Zoo ein. Sie nannte ihr Seminar „Yoga Bodywork“. Es waren aber nur fünf Anmeldungen, das war Saraswati zu wenig und sie sagte ab. Daher gab ich das Seminar selbst und merkte, wie tiefe Erfahrungen Menschen hatten, wenn sie passiv in einer Asana waren.

Ich beschäftigte mich auch mehr mit dem von Tripalo Yoga Institute entwickelten Techniken des Phoenix Racing Yoga und mit Thai Yoga und verband all diese Methodik zum Yoga Vidya Bodywork Partner-Asanas-Konzept. Bei diesen sind die Partner-Asanas und die Konzepte der Thai Yoga und Phoenix Racing Yoga Körperarbeit, also Bodywork, kombiniert mit den Prinzipien der Yoga Vidya Grundreihe.

Wie sieht unser Bodywork aus?

So besteht die Yoga Vidya Bodywork Partner-Asana-Reihe aus Anfangsentspannung, Om, Pranayama, Sonnengruß, Asanas in der klassischen Abfolge, aber mit gegenseitigem Hinein-helfen. Und der, dem geholfen wird, hat eine meditative Entspannung in der passiv gehaltenen Asana. Zum Schluss eine bis drei Asanas ohne Hilfestellung, Tiefenentspannung und Meditation.

Die Yoga Vidya Bodywork-Grundreihe oder Bodywork-Reihe hilft Menschen zu tiefer Entspannung, zu Flexibilität, Regeneration, schnellen Fortschritten in den Asanas, so wie nachhaltiger spiritueller Erfahrung. Typischerweise dauert eine Yoga Vidya Bodywork Session mindestens zwei bis drei Stunden, wirkt noch viele Tage nach. Später habe ich eine Yogalehrer-Weiterbildung entwickelt, in der Yogalehrer lernen können, die Yoga Vidya Bodywork-Partner-Asana-Reihe zu unterrichten.

Hier siehst du wiederum, eine Reihe ist entstanden aus dem Yoga Vidya Prinzip und dem Yoga Vidya Stil, wir haben eine Grundreihe und da kann man verschiedene andere Erkenntnisse damit verbinden. In diesem Fall das gegenseitige Helfen in die Asanas und gewisse Prinzipien einer Körperarbeit, die darauf beruht, dass jemand dem anderen hilft, sich zu dehnen.

All das ist mit einer spirituellen Ausrichtung verbunden. Wenn du Teil der Yoga Vidya Gemeinschaft wirst, kannst du dich in dieser Richtung entwickeln. Erst gilt es, zu verstehen, was ist der Kern, diesen zu beachten. Darum herum kannst du deiner Kreativität, deiner Inspiration und der Tiefe deines Wesens vertrauen und dich entwickeln.

Auch wenn Hanuman Fitness Yoga nicht so populär geworden ist, wie ich am Anfang dachte, ist es ein Geheimtipp für spirituelle Yoga-Fitness-Freunde. Gerade im Internet wird sie oft angeklickt und war eine Weile unser Top-Video im Netzwerk. Wahrscheinlich ist das so, weil es gar nicht wenige Menschen gibt, die jünger sind und eher anstrengend üben wollen, aber bei Yoga Vidya ist es momentan nicht mehr so populär.

Die Hanuman Fitnessreihe ist auch ein Beispiel für den Yoga Vidya Stil. Wir haben die Yoga Vidya Reihe und es können Elemente anderer Traditionen eingebaut werden. So sind in der Yoga Vidya Fitnessreihe insbesondere Prinzipien des sportmedizinischen Fitnesstrainings eingeflossen und etwas Ashtanga Vinyasa Yoga.

Chakra-Konzentration-Yoga-Reihe

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

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Eine der beliebtesten Variationen des Yoga Vidya Hatha Yoga Stils ist die Yoga-Reihe, Halten der Stellungen mit Chakra-Konzentration. Diese Abfolge besteht aus Anfangsentspannung, Om, längerem, konzentriert ausgeführtem Pranayama, Sonnengruß, die verkürzte Yoga Vidya Asana-Reihe, Tiefenentspannung und Meditation.

Charakteristisch ist besonders das lange Halten der Stellungen. Dabei werden die Haupt-Asanas, Kopfstand, Schulterstand, Vorwärtsbeuge und Drehsitz jeweils mindestens fünf Minuten, bei fortgeschritteneren Gruppen auch zehn bis dreißig Minuten lang gehalten.

Wichtig sind besonders das Anleiten der Konzentrationshilfen und das Verbinden mit speziellen Atemtechniken. Das kann vom Spüren der Chakras, über Farb- und Licht-Visualisierung, bis zu Chakra-Yantra-Visualisierung und Pranayama in den Asanas gehen. Von tiefer Bauchatmung, über die Integration von kleineren Mudras, wie Mula Bandha, Kecchari Mudra und Uddiyana Bandha, bis zu besonderem Pranayama, wie Kapalabhati, Ujjayi und Kumbhaka, also Luftanhalten in den Asanas, und speziellen Mantras, auch Bija Mantras, ist vieles möglich. Dabei haben manche Teilnehmer tiefe Erfahrungen, sie laden sich mit Energie auf, fühlen das Pulsieren des Prana, der Lebensenergie, noch lange danach.

Wozu ist das gut?

Woher stammt diese spezielle Reihe mit langem Halten der Stellungen mit Chakra-Konzentration? Tatsächlich hat Swami Vishnudevananda das so normalerweise nicht unterrichtet. Er gab auch manchmal eine Stunde dieser Art. Ich habe die Grundlage von meinen Lehrern in den Sivananda Yogazentren bekommen, zusätzlich hatte ich verschiedene Hatha Yoga Bücher gelesen, wie „Das große Geheimnis“ von Boris Sacharow oder auch einen Kommentar zur Hatha Yoga Pradipika von Hans-Ulrich Rieker.

Es gab eine Yogastunde mit Swami Vishnudevananda, in der alle wichtigen Asanas mindestens zehn Minuten eingenommen wurden und diese Yogastunde hat mich in tiefe meditative Zustände geführt. Er hat außerdem empfohlen, dass man die Asanas lange halten solle. So habe ich seit 1983 diese Reihe, Halten der Stellungen mit Chakra-Konzentration und Energietechniken, gelehrt.

Ich habe sie später schrittweise weiter ausgebaut, experimentiert, auch selbst so geübt und habe sogar Pranayama- und Mantra-Elemente integriert. Meine Dreistunden-Workshops, Yoga für Fortgeschrittene mit langem Halten der Stellungen, mit Chakra-Konzentration, waren im Yoga Vidya Center Frankfurt beliebt, auch als eineinhalb oder zweistündige offene Stunden.

Wieder das Grundprinzip

Bis heute ist das lange Halten der Stellungen mit Chakra-Konzentration, speziellem Pranayama in den Asanas ein Teil der Yoga Vidya Kundalini Yoga Seminare und auch ein Markenzeichen von Yoga Vidya insgesamt. Auch als offene Yogastunden gibt es diese in unseren Ashrams.

Hier siehst du wieder ein Grundprinzip von Yoga Vidya. Wir haben einen gewissen Kern, die Grundreihe, dort werden verschiedene Elemente integriert aus anderen Traditionen, wie z.B. Boris Sacharow, Hans-Ulrich Rieker. Ferner Anregungen anderer, z.B. die eine Yogastunde von Swami Vishnudevananda oder was aus der Intuition kommt, das floss mit ein.

Auch aus der Satyananda-Tradition habe ich einige Inspirationen bekommen und von einem Swami Brahmananda, der ein langjähriger Schüler von Swami Vishnudevananda war. Der hatte vorher bei anderen Meistern gelernt. Das zusammen kann für einen Zweck ausgerichtet werden, in dem Fall Chakra-Aktivierung und machtvolle Energieerfahrung.

Hatha-Yoga-Reihe-Affirmationen

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

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Die Yoga-Reihe, langes Halten der Stellungen mit Affirmationen und Konzentration auf geistige Wirkungen

Eine der besonderen Yoga-Reihen, die ich bereits in den 1980er Jahren entwickelt habe und die charakteristisch ist für das Repertoire des Yoga Vidya Stils, ist die Yoga-Reihe, ausdauerndes Halten der Körperhaltungen mit Affirmationen und Konzentration auf die geistigen Wirkungen. In dieser Yoga-Reihe werden die Stellungen länger gehalten und mit Affirmationen sowie Meditation über die symbolische Bedeutung der Asanas verbunden. Grundlage ist die Yoga Vidya Reihe, die auf der Sivananda-Reihe aufbaut und damit der Rishikesh-Reihe.

Ich bekam die Inspiration für diese Reihe und für diese Art, Asanas auszuführen, aus verschiedenen Quellen. Zum einen wurde in den Yogastunden, die ich Anfang der 1980er Jahre besuchte, ab und zu eine Affirmation eingebaut. Ich war fasziniert von Swami Sivanandas Buch „Thought Power“ und hatte auch viele andere Literatur über positives Denken, Suggestionen, Autosuggestionen, Selbst-Hypnose gelesen.

Die Texte von Swami Kriyananda und von Sivananda Radha gaben mir weitere Anregungen, wie man Affirmationen und die Symbolsprache des Hatha Yoga in die Yogastunde integrieren kann. Ferner gab es einen Vortrag eines Swami Mahadevananda im Jahre 1983, der auch ein Schüler von Swami Sivananda war. Dieses Referat inspirierte mich, dass ich das auch in meinen Unterricht einbauen kann und nicht nur für mich selbst übe und meine Asanas mit Affirmationen verbinde.

Was geschieht bei Asanas mit Affirmationen?

Die Teilnehmer wurden von diesen Yogastunden tief berührt. Die Abwechslung, Affirmationen, in die Stille gehen, spüren, was von selbst geschieht, mit einem Zuspruch einen Impuls setzen und das Ganze mit den entsprechenden Körperübungen zu fusionieren, ist etwas Machtvolles. Und ich finde es seitdem am einfachsten, Menschen in ihrer geistigen Entwicklung über Yogastunden voranzubringen und die Yogastunden zu verbinden z.B. mit Zuspruch und Konzentrationshilfen. Andere Möglichkeiten gibt es über Chakra-Konzentration, philosophische Betrachtungen in einer Yogastunde oder das Ganze mit Hingabe an Gott zu kombinieren.

Aus dieser Yoga-Reihe habe ich die Inspiration bekommen, weitere Yogastunden zu entfalten, Hatha Yoga als Ganzkörperverehrung Gottes oder Jnana Yoga Yogastunden, philosophische Yogastunden. Shivakami hat auch Selbstreflektion mit Hatha Yoga entwickelt, also die Yogastunde für die geistige und spirituelle Entwicklung. Das ist etwas Charakteristisches für Yoga Vidya: In die Hatha Yogastunden auch Impulse setzen, durch Affirmationen und kleine Vorträge, die man in einer Yogastunde einbaut. Dabei gibt es genügend Zeit, die Essenz der Ansprache in meditativem Spüren und Erleben zu verinnerlichen.

Rückenyoga bei Yoga Vidya

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

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Viele Menschen haben Rückenprobleme, da ist es wichtig, dass die Yoga-Übungen angepasst werden an die speziellen Bedürfnisse ihres Rückens. Yoga Vidya hat heute eine große Bandbreite von Übungen und Yoga-Reihen, die gezielt bei Beschwerden weiterhelfen. Interessanterweise werden in der ursprünglichen Hatha Yoga Schrift, nämlich in der Hatha Yoga Pradipika, Rückenprobleme fast gar nicht erwähnt.

Svatmarama, der Autor, spricht über die verschiedensten Krankheiten, die von Yoga geheilt werden. Da liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Magen-Darmprobleme, Asthma, andere Probleme des Atemsystems, das scheint die Menschen damals besonders stark betroffen zu haben. Rückenbeschwerden werden dabei nicht erwähnt. Vermutlich kannten die Leute damals entweder keine Rückenprobleme, da sie nicht auf Stühlen saßen und sich viel bewegten. Vielleicht war es für Menschen, die recht jung Yoga übten, selbstverständlich, keine oder kaum Schmerzen zu haben. Heute ist das anders, Rückenbeschwerden einschließlich Nackenbeschwerden, gehören zu den verbreitetsten Krankheiten und Erkrankungen, von denen sich Yoga-Übende Linderung erhoffen. Gerade Yoga Vidya hat viel Hilfreiches zu bieten.

Woher kommt die Rückenyoga-Reihe und dieses Rückenyoga-Wissen von Yoga Vidya?

Ursprünglich lernte ich Hatha Yoga von einem Buch von Richard Hittleman „Yoga in 28 Tagen“. Mit den Yoga-Übungen, die ich diesem Band entnahm, verschwanden innerhalb von ein paar Tagen meine Rückenschmerzen, die mich seit meinem elften Lebensjahr geplagt hatten und gegen die keine Krankengymnastik oder Orthopädie geholfen hatte. Ich stamme aus einer Familie, wo viele Probleme hatten: Vater, Mutter, beide Großmütter, beide Großväter, Tanten, Onkel, Brüder usw.; eine Verwandtschaft, wo Rückenprobleme chronisch und verbreitet waren.

Als ich mit Yoga begonnen hatte, verschwanden die Beschwerden schlagartig und dauerhaft. So gewann ich die Überzeugung, dass die Yoga-Übungen insgesamt recht wirksam gegen Rückenschmerzen sind. Ich besuchte viele Hatha Yoga Stunden im Sivananda Yoga Vedanta Zentrum in München, für einige Jahre war ich fast täglich dort und nahm an Yogastunden teil. Das war ein Zeitpunkt, wo Sivananda Yoga offen war für verschiedene andere Einflüsse. Es unterrichteten Yogalehrer, die Heilpraktiker waren, solche, die mit Shiatsu und Tai-Chi, mit Chiropraktik und Alexander-Technik Erfahrung hatten und so lernte ich verschiedene Ansätze kennen.

Durgananda, die Leiterin des Münchner Sivananda Yoga Vedanta Zentrums, hatte seit ihrer Jugend verschiedene Rückenprobleme gehabt und sie mit Yoga überwunden. Sie hatte Erfahrung mit Chiropraktik und mit der Alexander-Technik und brachte dieses Wissen in den Hatha Yoga Unterricht ein, was mich prägte. Ich war neugierig und ich unterhielt mich mit Menschen, erbat Feedback von meinen Kursteilnehmern und sprach viel mit anderen Yogalehrern. So fand ich vieles heraus, was bei Rückenschmerzen hilfreich ist.

Im eigenen Center

1992 eröffnete ich mit Eva Maria Kürzinger das erste Yoga Vidya Center in Frankfurt, sie war etwa zwanzig Jahre älter als ich und hatte gerne Yoga für ältere Menschen unterrichtet. Sie hatte insbesondere Erfahrungen mit sanfteren Formen des Hatha Yoga. Eva Maria konnte auch fordernde Yogastunden geben, sie war selbst eine, die intensive Körperarbeit liebte, gerade mit Hatha Yoga. Aber sie konnte auch sanfte Yogastunden unterrichten und das floss in meinen Yoga-Unterricht ein. Seit 1992 habe ich mich umso intensiver mit schulmedizinischen Erkenntnissen beschäftigt, gerade mit Rückenbeschwerden, mit der Entwicklung von empirischen Ergebnissen, mit Fitnesstraining für den Rücken und mehr. So erfuhr ich z.B., dass Bandscheibenvorfälle nicht so tragisch sind bei Rückenschmerzen.

Bis heute zeigen empirische Studien, dass Bandscheibenbeschwerden für Rückenprobleme weitestgehend irrelevant sind und nur in einigen Fällen wirken. Ich erfuhr, dass Haltungsabweichungen mit Rückenschmerzen weniger Bedeutung haben. So wurde das, was ich mir in den Sivananda Yoga-Centren angeeignet hatte, nämlich Betonung von Skoliose, Lordose, Kyphose usw., nicht so relevant.

Ich gab selbst viele Rücken-Yogakurse und dort entwickelte ich eine große Anpassung von Yoga Vidya an die besonderen Bedürfnisse der Teilnehmer. So entstand die für Yoga Vidya typische Rückenyoga-Reihe, die einen fünfwöchigen Yoga Vidya Rückenkurs beinhaltete, Rückenyoga für Anfänger, für Fortgeschrittene und eine starke Diversifizierung.

Um was geht es Rückenyoga?

Im Rückenyogakurs für Anfänger ist anfangs wichtig die Betonung auf Krokodilsübungen und sanften Dehnungen sowie eine Entspannungslage mit Kissen unter den Kniekehlen und Kopf. Als Zweites folgt die Stärkung der Halsmuskulatur durch isometrische Halsmuskelstärkungsübungen. Und diese Förderung der Halsmuskeln halte ich für ganz essenziell, um Nackenprobleme zu lindern.

Dazu gehören noch sanfte Nackendehnungsübungen. Die starke Abwandlung des Sonnengrußes, bei der insbesondere auf Vorwärtsbeugen weitestgehend verzichtet wird und die Rückbeugen erheblich gemildert werden. Anfangs grundsätzlich Verzicht auf klassischen Kopfstand, Schulterstand und Pflug und später Ersetzung durch Hund und mit Kissen gestütztem Schulterstand. Sechstens die Abschwächung der Rückbeugen und Vorwärtsbeugen insgesamt bei den Yoga-Übungen und stärkere Betonung der Stärkungsübungen für Rücken, Bauch und Nacken. Achtens folgen die tiefe Entspannung und neuntens die Einbeziehung der psychischen und spirituellen Komponenten.

Yoga Vidya Rückenyoga, wie ich ihn lehre, ist ein Yoga, der hilft, durch Bewusstheit Muskeln zu entspannen, durch innere Erfahrungen Selbstbewusstsein, Vertrauen zu entwickeln und langfristig durch Stärkung der Rücken- und Nackenmuskeln beschwerdefrei zu werden. Und dabei unterscheide ich noch verschiedene Formen. Es gibt Menschen, die Rückenprobleme haben im untersten Rücken, also Iliosakralbereich, solche, die sie im Lendenbereich haben, im oberen Rücken und im Nacken. Je nachdem, wo die Kreuzschmerzen angesiedelt sind, muss das Rückenyoga anders sein. So gibt es Menschen, die sensibel sind für Probleme bei den Rückbeugen, manche bei Vorwärtsbeugen usw. Es muss speziell sein und am besten sollte der Lehrende selbst erfahren haben, ob etwas wirkt.

Yoga Vidya Rückenyoga Unterrichtsspektrum ist dabei heute sehr weit. Da es ein offenes System ist, bringt jeder Yogalehrer eigene Ideen und Erfahrungen beim Rückenyoga mit. Z.B. hat Wolfgang Kessler als Leiter der Rückenyogalehrerausbildungen eine eigene Form des Rückenyoga entwickelt. Manches, was er lehrt, ist etwas verändert, aber widerspricht nicht meinem Kurs, sondern er setzt die Schwerpunkte anders und gibt andere Anregungen.

Und das ist gut, dass es verschiedene Weisen gibt, das Unterrichtsspektrum von Yoga Vidya auszudehnen, so kann man später überprüfen, was wirkt tatsächlich. Grundsätzlich werden beim Yoga Vidya Rückenyoga klassische Yoga-Übungen mit modernen empirischen Erkenntnissen verbunden. Auch das Feedback am Ende von Teilnehmern ist wichtig. Und da die Erkenntnisse aus Orthopädie, Physiotherapie, Fitnesstraining bezüglich der Heilung von Rückenproblemen sich ändern, ändern sich die Yoga Vidya Lehren bezüglich Rückenyoga.

Das Charakteristische des Yoga Vidya Stils ist die Verantwortung beim Teilnehmer. Der Yoga-Übende selbst wird dazu angeleitet, sich selbst zu spüren, insbesondere wie eine bestimmte Übung für ihn wirkt. Indem man dem Übenden sagt, wie eine Asana helfen, sich anfühlen soll, was es braucht, um Rückenprobleme zu beheben, kann der Übende selbst die Variation seiner Asana herausfinden, die ihm oder ihr besonders guttut.

Jetzt hast du eine Menge Hintergrundwissen zu verstehen, wie Yoga Vidya funktioniert. Es ist kein doktrinäres System, es ist kein festgelegter Mechanismus, es ist eine Organisation mit großer Flexibilität und Variationsbreite. Ein offenes System, das deshalb langfristig hilfreich sein wird.

Tiefenentspannung bei Yoga Vidya

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

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Yoga Vidya hat eine große Bandbreite an Tiefenentspannungstechniken, die ich 1992 bis 1995 systematisiert habe. Schon als Dreizehnjähriger habe ich im Religionsunterricht am Gymnasium autogenes Training gelernt und habe es seitdem praktiziert. Ich habe erkannt, dass autogenes Training auch als Tiefenentspannung am Ende einer Yogastunde gut funktionierte.

Aus den Sivananda Yoga Vedanta Zentren habe ich die dort übliche Yoga-Entspannung gelernt, die wir auch kombinierte Yoga-Entspannung oder auch klassische Yoga-Entspannung nennen. Diese hatte Swami Vishnudevananda gelehrt, sie besteht aus den Elementen AnspannungLoslassen der Muskeln von unten nach oben, Entspannungsautosuggestionen, [Visualisierung] und Stille.

Auf dieser Grundstruktur habe ich vieles andere mit eingebaut. In einem Buch fand ich die Anregung für die Ausdehnungsmeditationen, die Menschen tiefe Erfahrungen schenken konnten. Aus Yoga Nidra, das ich in Seminaren und aus Kassetten kennenlernte, entwickelte ich zwei eigene Tiefenentspannungstechniken, die ich als Entspannung über das Fühlen und einen speziellen Bodyscan, der auch Inspiration von Jon Kabat-Zinn bekam.

Wissen über die Marmas in Verbindung mit einer Entspannungstechnik namens Vivation führte zur Entwicklung der Laya Yoga Tiefenentspannung. Von Shanmuga Eckhart, Shanmug, bekam ich die Inspiration für längere Fantasiereisen als Tiefenentspannung. Auch meine Exfrau Shivakami hat dort einiges mit eingebracht, ebenso Eva Maria, diejenige, mit der ich 1992 das Zentrum am Zoo aufgemacht hatte. Somit wurde das Repertoire an Entspannungstechniken bei Yoga Vidya erweitert.

Verschiedene Einflüsse

Heute kommen insbesondere auch noch die Mantra-Tiefenentspannung und die Klang-Yoga-Tiefenentspannung dazu. Das heißt, während der Tiefenentspannung singt der Yogalehrer Mantras oder spielt entspannende Klänge, z.B. Tambura, Klangschalen, Monochord oder Sansula. 1992 bis 1995 habe ich in Frankfurt viele Tiefenentspannungskurse gegeben, die fünf Wochen dauerten. Feedbackrunden gehörten zu diesen Kursen dazu. So lernte ich, wie welche Entspannungstechnik für wen hilft und konnte die Entspannung schrittweise verfeinern. Ich startete auch Umfragen, wie das wirkt, wenn ich die Tiefenentspannung etwas abgeändert habe. Dies führte zu den wichtigsten Yoga Vidya Tiefenentspannungstechniken.

Später wurde bei uns insbesondere auch Yoga Nidra beliebt, zum einen, weil Swami Prakashananda ein solches Seminar bei Yoga Vidya gegeben hat. Zum anderen, weil einige der Yoga Vidyaner in der Satyananda-Yoga-Tradition gelebt haben oder Kurse dort besucht oder Yoga Nidra Kassetten und CDs angehört haben. Seit ein paar Jahren ist auch Dr. Nalini Sahay, eine der engeren Schülerinnen von Swami Satyananda, regelmäßig bei Yoga Vidya und unterrichtet Yoga Nidra Aus- und Weiterbildungen.

Wieder nach dem Yoga Vidya Prinzipien

Ab dem Jahr 2004 entwickelte ich die Entspannungskursleiterausbildung, die auch zur von den Krankenkassen anerkannten Entspannungstrainer- und Entspannungstherapieausbildung aufgestockt werden kann. Auch hier gilt das Yoga Vidya Prinzip, ein Grundgerüst ist das Zentrum, darum herum kann variiert werden und jeder hat eine gewisse Freiheit. Es sei denn, er lehrt auf Ausbildungen, da müssen die Grundtechniken unterrichtet werden. Aber was ist das Grundgerüst?

Das Grundgerüst

Bei Yoga Vidya gehört zu jeder Tiefenentspannung das Hinlegen, das Anspannen und Loslassen der Körperteile, die eigentliche Technik, zum Schluss zwei bis drei Minuten Stille, in denen der Unterrichtende nichts mehr sagt. Allerdings gilt auch dieses Grundgerüst nicht immer, denn die Entspannung kann auch im Sitzen ausgeführt werden.

Ich selbst schätze diese Technik und empfehle sie gerade beschäftigten Menschen in der Mittagspause und/oder am Nachmittag, mindestens fünf bis fünfzehn Minuten lang. Man kann auch, wenn man für sich selbst übt, die Entspannung abkoppeln von der Praxis der Asanas und Pranayama, z.B. Meditation, Asanas, Pranayama morgens, die Tiefenentspannung mittags oder nach der Arbeit. Man braucht nachts weniger Schlaf und ist trotzdem den ganzen Tag voll wach.

Nimm an einer Ausbildung teil

Wenn etwas als gut und wirksam befunden wird und das durch Teilnehmerbefragungen und Feedbacks als gesichert angenommen werden kann, wird eine Ausbildung konzipiert, um andere darin auszubilden, das kompetent weiterzugeben. „Share what you have with others“, das war eines der Grundprinzipien von Swami Sivananda, das mich bis heute beflügelt und inspiriert.

So überlege ich, was könnte man noch unternehmen und wie kann man Teilnehmer besser berühren? Ich öffne mich für neue Inspirationen, bitte Swami Sivananda und Swami Vishnudevananda um Führung. Auf eine gewisse Weise kommt alles von den Meistern. Aber rein sachlich gesehen ist eine ganze Menge entstanden aus verschiedenen Quellen und auch aus meiner eigenen Erfahrung, Kreativität und Inspiration.

Meditationstechniken bei Yoga Vidya

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Yoga Vidya Meditationstechniken Teil 1, die Grundtechniken.

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Bei Yoga Vidya kennen wir viele verschiedene Meditationstechniken und du kannst verschiedene ausprobieren, unter vielen Techniken wählen. Die meisten, die bei uns meditieren üben zwar langfristig mit der kombinierten Mantrameditation, die ich bei Vishnudevananda lernte und die auch Swami Sivananda beschreibt in seinen Büchern über Meditation und Japa. Aber die anderen Techniken bei Yoga Vidya helfen Menschen, neue Erfahrungen zu haben und tiefe Einsichten zu gewinnen. Ich selbst praktizierte über ein Jahr anhand von Büchern, bevor ich jemals ein Yogazentrum betrat und übte auch Meditationen in verschiedenen Zentren und verschiedenen Seminaren.

Es begann mit Swami Vishnu

Mein Lehrer Swami Vishnudevananda vermittelte normalerweise nur zwei Meditationstechniken. Die Haupttechnik, die er verwendete, war die Mantra-Meditation, die wir bei Yoga Vidya heute als die kombinierte Mantra-Meditation bezeichnen. Als zweites gebrauchte er Tratak und selten auch noch eine andere Technik. Die kombinierte Mantra-Meditation findet man schon in Swami Sivanandas Buch „Konzentration und Meditation“ beschrieben, Vishnudevananda standardisierte sie und lehrte sie so, dass sie für eine Mehrheit von Aspiranten die Lieblingsmeditation geworden ist.

Der Ablauf

Ich zog aus der von Swami Vishnudevananda angeleiteten Mantra-Meditation die Grundschritte der Meditation, wie sie bei Yoga Vidya in den unterschiedlichsten Variationen gelehrt wird. Erster Schritt ist Om und Mantra. Zweite Phase ist das Ansagen der Sitzhaltung, Asana. Dritte Stufe ist die Atmung, Pranayama, die normalerweise aus zehn tiefen Atemzügen besteht. Viertens Pratyahara, meist in Form von Affirmation, Gebet, Visualisierung oder Gedanken des Wohlwollens. Der fünfte Schritt ist die eigentliche Meditationstechnik, gefolgt von dem sechsten Abschnitt, der Stille. Und als siebtens, um die Teilnehmer aus der Meditation zu führen, reicht es normalerweise aus, dreimal Om und ein Mantra zu rezitieren. Dieses Grundgerüst aus diesen sieben Schritten habe ich für alle anderen Meditationstechniken genutzt.

In vielen Meditationskursen und Feedbackrunden aus Zweijahresyogalehrerausbildungen habe ich verschiedene Informationen bekommen, wie die verschiedenen Techniken auf die Teilnehmer wirken. Und so kam es zu den bis heute wichtigsten Meditationsarten, die ich als die Grundtechniken der Yoga Vidya Meditation nenne. Diese kann man lernen in einem mehrwöchigen Meditationskurs, in der Yogalehrerausbildung, in den Stadtzentren, in den Ashrams. Du kanst sie dir in den Yoga Vidya Ferienwochen und in den Yoga- und Meditationseinführungsseminaren aneignen.

Zur Entwicklung dieser Techniken

Etwas zu der Geschichte, wie diese Meditationen entstanden sind. Zunächst die kombinierte Mantra-Meditation ist diejenige, wie sie Swami Vishnudevananda selbst angeleitet hat. Tratak war auch eine Technik, die auch Swami Vishnudevananda unterrichtete, also die Lichtmeditation, bei der die Teilnehmer abwechselnd in die Flamme einer Kerze schauen und die Augen geschlossen halten. Diese habe ich noch weiter ausgebaut und es gibt dort verschiedene Variationen der Tratak-Meditation.

Die Inspiration zur Ausdehnungsmeditation bekam ich aus einem bestimmten Yoga-Buch sowie einer Meditationsanleitung, die ich bei Swami Krishnananda in Rishikesh gesehen hatte. Diese habe ich ausgebaut und standardisiert zur Ausdehnungsmeditation. Die nächste der Standardtechniken ist die Eigenschaftsmeditation, diese habe ich mir im Wesentlichen zusammengesetzt aus Techniken, wie sie in Swami Sivanandas Buch „Konzentration und Meditation“ stehen, wie auch dem, was ich bei Durgananda in München gelernt hatte in Meditationskursen und anderswo.

Die Energiemeditation entwickelte ich aus einer Anleitung, die Swami Vishnudevananda einmal im Ashram Kanada gab und baute sie weiter aus, standardisierte sie so, dass sie leicht lehrbar ist. Einfache Mantra-Meditation, die nächste der wichtigen Techniken, ist eine Verbindung von Mantra- und Achtsamkeitsmeditation. Ich bekam dafür auch eine gewisse Inspiration durch die transzendentale Meditation und von meiner ehemaligen Frau Shivakami, die in den Achtsamkeitstechniken und dem annehmenden Beobachten versiert war und mir den Wert dieser Techniken nahegelegt hat.

So entwickelte ich die Grundmeditationstechniken zum Teil noch vor der Gründung von Yoga Vidya, aber 1992/93 waren diese Meditationstechniken etabliert. Ich bekam die Anregung, diese Techniken systematisch in einer effektiven Reihenfolge in einem mehrwöchigen Meditationskurs zu vermitteln und auch in der Yogalehrerausbildung anzuleiten. 1995 nahm ich die Meditationsanleitungen zu diesen Grundmeditationstechniken für eine Kassette auf, aus der später eine CD wurde und die später auch in Videos, Audios und vielem anderen zu finden sind. Und ab dem Jahr 2000 habe ich auch [Meditationslehrer Ausbildung|Meditationskursleiterausbildungen] gegeben, in denen ich andere darin ausbildete, diese Meditationstechniken zu unterrichten.

Offenheit für Neues

Yoga Vidya selbst hat eine große Offenheit für andere Meditationstraditionen. Ich selbst habe auch Meditationstechniken weiterentwickelt, zu den abstrakten Meditationen, den verschiedenen Mantra-Meditationen, Fantasiereise-Meditationen und Kundalini Yoga Meditationen. Und andere im Ashram, wie Swami Nirgunananda, entwickelten die Heil- und Segensmeditation. Öfters haben wir Seminarleiter, welche buddhistische Meditationen, wie etwa Achtsamkeitsmeditation, Vipassana und Zen-Meditation weitergeben. Momentan gibt es eine Reihe von Lehrern, die verschiedenste Arten von Chakra-Meditationen anbieten.

Abstrakte Meditationstechniken

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Yoga Vidya Meditationstechniken Teil 2, abstrakte Meditationen.

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Im Rahmen der Yogalehrerausbildung bei Yoga Vidya gibt es einen Teil über Vedanta. Damit dieser keine reine Theorie bleibt, gibt es dabei einen Meditation-intensiv-Schweigetag. An diesem Tag üben die Teilnehmer unsere abstrakten Meditationstechniken. Später habe ich bei Yoga Vidya Schweigewochenenden und Schweigewochen entwickelt, bei denen die ungegenständlichen Meditationstechniken weiter ausgebaut wurden.

Die Quellen

Die Idee für Meditation-intensiv-Schweigetage bekam ich durch den Besuch eines Vipassana-Meditations-Retreats in Bodhgaya, in einem Meditationszentrum eines burmesischen Mönches. Dort nahm ich 1992 an einem Vipassana-Retreat teil, es hat etwa zehn Tage gedauert. Dar war ein kompetenter Meditationslehrer, der mir zeigte, dass man Vipassana verbinden kann mit Asanas, Pranayama sowie mit Mantras.

Als ich dort hinkam, fragte er mich als erstes, ob ich andere Praktiken übe, da habe ich Ja gesagt. Er hat wissen wollen, ob ich eine Initiation hätte, was ich erneut bejaht habe. Weiter hat er gefragt, ob die Einweihung mit einer Zusicherung verbunden gewesen sei, da habe ich gesagt: „Ich habe eine Mantra-Weihe bekommen, dabei war das Versprechen, dass ich mindestens zwanzig Minuten lang den Mantra wiederhole.“

Ferner sagte er, ich müsse unbedingt den Mantra wiederholen und er lehrte mich letztlich das, was wir heute bei Yoga Vidya als die einfache Mantra-Meditation bezeichnen. Genauso forderte er mich auf, weiter meine Asanas und Pranayama zu üben, aber mit der Vipassana-Technik des beurteilungsfreien Beobachtens. So bekam ich also eine ganze Reihe mit von diesem neun- oder zehntägigen Meditations-Retreat, ich lernte die Vipassana-Technik, den Wert des Schweigens und von intensiver Meditation kennen.

Ich habe intensive Praktiken geliebt, habe viel Pranayama vorher geübt, Meditation einige Stunden, aber einen Schweigetag hatte ich vorher noch nicht geübt, das war bei Swami Vishnudevananda einfach unüblich. So bekam ich also die Idee, im Yoga-Kontext Meditation-intensiv-Schweigeseminare zu unterrichten.

Ich übernahm von dem buddhistischen Mönch die Vipassana-Technik des beurteilungsfreien Beobachtens durch Benennen und Etikettieren und nannte es in dem Sanskrit-Ausdruck Sakshi Bhav, wie es Swami Sivananda in seinen Büchern beschreibt und Swami Vishnu in seinem Buch „Meditation und Mantras“. Aus Swami Sivanandas Buch „Konzentration und Meditation“ wie aus Vishnudevanandas Buch „Meditation und Mantras“ übernahm ich die Vakya, die Neti Neti, die Abheda Bodha Vakya und die Vichara Meditation. Allerdings hat Swami Vishnu diese selbst nie oder kaum angeleitet, so war ich auf Bücher angewiesen und auf ungegenständliche Meditationen, die ich bei einem Swami Krishnananda im Sivananda Ashram Rishikesh 1992 gelernt habe.

Ich probierte diese Techniken aus, meditierte mit ihnen und bat um Hilfe und Inspiration, öffnete mich. So wurden diese Meditationstechniken zu den Yoga Vidya abstrakten Meditationen. Die Laya Yoga Tiefenentspannung integrierte ich in die Laya Chintana Meditation. Und von Swami Krishnananda und Shri Karthikeyan bekam ich die Anregungen zur Samprajnata – Asamprajnata – Meditation.

Es entstanden die abstrakten Meditationstechniken

Ich kombinierte somit Meditationstechniken aus verschiedenen Quellen und entwickelte daraus unser Konzept, das insbesondere in Schweigeseminaren Meditationsteilnehmer zu tiefen Erfahrungen und Einsichten bringt. Ich meine, unanschauliche Meditationen lassen den Vedanta, die Philosophie des Absoluten, der Einheit, begreifbar werden, verhelfen zum Lösen der Identifikation mit dem Körper, mit den Gedanken und Emotionen.

Diese Nirguna Meditationen, abstrakte Meditationen, helfen, Atman, die Seele, Brahman zu erfahren. Die Meditationstechniken können zur Erfahrung der Unendlichkeit, der Ewigkeit, der Verbundenheit und Einheit führen, und zwar ziemlich schnell.

Letztlich sind unsere abstrakten Techniken Variationen der sogenannten Vidyas aus den Upanishaden, also heilige Meditationsanleitungen aus den Upanishaden, es sind Abwandlungen von Nididyasana aus dem Vedanta, Nirguna Meditationen, wie sie Swami Sivananda in seinem Buch „Konzentration und Meditation“ beschreibt. Die wenigsten Leute meditieren dauerhaft mit diesen Techniken, für die meisten ist auf Dauer die Mantra-Meditation am wirkungsvollsten.

Am ehesten eignet sich noch die Achtsamkeitsmeditation, also die Sakshi Bhav Meditation, als langfristige Übung. Aber für ein paar Wochen, einen Schweigetag oder eine Schweigewoche sind die abstrakten Techniken machtvolle Werkzeuge zur tiefen Erkenntnis und Erfahrung. Bei Yoga Vidya gibt es auch Meditationskursleiterausbildungen, in denen du lernen kannst, diese Meditationstechniken zu unterrichten.

Kundalini Yoga Meditationstechniken

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

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Die Yoga Vidya Meditationstechniken Teil 3, die Kundalini Yoga Meditationen, Chakra Meditationen, Energiemeditationen.

Die Energiemeditation in einfacher Variante gehört zu den Grundtechniken, zu der Basis der Yoga Vidya Meditationen. Für die so populären Kundalini Yoga Seminare entwickelte ich weitere Meditationstechniken, die insbesondere auf Prana, Nadis, Chakras und Kundalini wirken. Die Kundalini Yoga Meditationen sind zum einen geeignet, um die Kundalini Yoga Erfahrung intensiver zu gestalten. Sie sind hilfreich für alle, denen Meditation etwas schwerer fällt und dafür besser beim Pranayama konzentriert sind.

Die wichtigsten dieser Meditationen sind erstens die Ujjayi Meditation, kleines Kriya Yoga genannt, zweitens Kevala Kumbhaka Meditation, drittens die Plavini Meditation, viertens Sukha Pranayama Meditation, fünftens Nadi Harmonisierung mit Mantra, sechstens Chakra Harmonisierung mit Mantra, Visualisierung und Affirmation. Siebtens Kecchari Mudra Meditation, achtens Meditation zur Anregung einzelner Chakras, z.B. die Chakra-Pendel-Meditation. Das sind eine Menge Namen und falls du sie noch nicht mitgemacht hast, empfehle ich dir, an einer Kundalini Yoga Intensivwoche teilzunehmen, dort lernst du einige davon kennen. Oder besuche eine Mantra Meditation Intensivwoche.

Woher stammen diese?

Hier will ich ein paar Quellen dieser Techniken nennen, was dir weiterhilft, zu sehen, wie das ganze Lehrsystem von Yoga Vidya entstanden ist. Zunächst die Ujjayi Meditation, kleines Kriya Yoga, welches eine Verbindung ist von Zungenhaltung und Kehllaut, einer bestimmten Atemtechnik und Bewusstseinslenkung zwischen den Chakras, diese habe ich adaptiert aus den Tantra Meditationen der Satyananda Yoga Tradition.

Zweitens die Kevala Kumbhaka Meditation, bei der der Übende den Atem reduziert, war eine der Meditationstechniken, die Swami Vishnudevananda, also mein Lehrer, unterrichtet hat. Er hat es oft integriert in die kombinierte Mantra Meditation.

Drittens die Plavini Meditation, bei der die Lungen gut gefüllt sind, in die gefüllten Lungen nur wenig Luft ein- und ausgeatmet wird, die habe ich aus der Hatha Yoga Pradipika, aus meiner Intuition und letztlich aus der Abwandlung der Kevala Kumbhaka Meditation.

Viertens die Sukha Pranayama Meditation, also mit Verlangsamung des Atems und mit Luftanhalten, wird von Swami Sivananda in seinem Buch „Die Wissenschaft des Pranayama“ beschrieben.

Fünftens die Nadi Harmonisierungsmeditation mit Mantra ist eine Adaptation der Nadi Shodhana Meditation der Satyananda Yoga-Richtung.

Sechstens, die Chakra Harmonisierungsmeditation habe ich selbst entwickelt, wobei ich von angeleiteten Meditationen von Narayani und Leela Mata und verschiedenen Büchern Inspiration bezog.

Siebtens, die Kecchari Mudra Meditation ist von der Satyananda Tradition inspiriert und ich habe sie in Verbindung gebracht mit dem, was ich aus Büchern von Boris Sacharow gelernt habe.

Inzwischen existieren bei uns noch eine Fülle von weiteren Kundalini Yoga Meditationen. Insbesondere, da Nalini Sahay aus der Satyananda Tradition Kundalini und Tantra Meditationen lehrt, Swami Saradananda Chakra-Lehrerausbildungen gibt und andere Lehrer anderer Traditionen Chakra Meditationen anleiten, gibt es bei uns ein großes Repertoire an Chakra- und Kundalini Meditationen. All diese Techniken kannst du selber lernen.

Mantra Meditationen Yoga Vidya

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Mantra Meditationen, Yoga Vidya Meditationstechniken Teil 4.

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In den Yoga Vidya Meditationsgrundtechniken sind die einfache Mantra Meditation und die kombinierte Mantra Meditation enthalten. Grundsätzlich kann jede Meditation mit einem Mantra vertieft werden. Für die meisten Menschen ist diese langfristig am effektivsten und wirkungsvollsten. In Indien wird diese Japa Meditation genannt, bei Yoga Vidya hat sich die Bezeichnung „Mantra Meditation“ durchgesetzt. Viele Menschen profitieren davon, verschiedenste Meditationen auszuprobieren, nicht nur die einfache Mantra Meditation und die kombinierte Mantra Meditation, sondern auch andere. Gerade in den Mantra-Meditation-Intensivwochen und manchmal im Morgen- oder Abend-Satsang gebe ich verschiedene Mantra Meditationen weiter.

Welche Versionen gibt es?

Es sind erstens die Sechs-Schritte-Mantra-Meditation, zweitens Mantra-Beschleunigung und Verlangsamung, drittens die Murti-Tratak-Meditation, viertens die Götter-Phantasiereise und Guru-Phantasiereise, und letztlich noch die Japa-Mala-Meditation mit einer Mantra-Kette bzw. Rosenkranz. Aus der Sechs-Schritte-Meditation kann man eigenständige Meditationen entwickeln bzw. jeder dieser sechs Schritte kann eine eigene Mediation sein. So gibt es also eine Rishi-Mantra-Meditation, eine Matra-Mantra-Meditation, eine Mantra-Bija-Meditation, eine Ishtadevata-Mantra-Meditation, Mantra-Shakti-Meditation, Mantra-Kilaka-Meditation.

Des Weiteren werden viele der Kundalini-Yoga-Meditationen gerade im Zusammenspiel mit einem Mantra besonders machtvoll. Alle angesprochenen Kundalini Meditationen sind typischerweise Mantra Meditationen. So gibt es also noch Ujjayi-Mantra-Meditation, Kevala-Kumbhaka-Mantra-Meditation, Plavini-Mantra-Meditation, Sukha-Pranayama-Mantra-Meditation, Nadi Harmonisierung mit Mantra, Chakra Harmonisierung mit Mantra, Visualisierung mit Mantra, Kecchari-Mantra-Meditation sowie die Chakra-Pendel-Meditation zur Aktivierung einzelner Chakras.

Woher stammen diese Mantra-Meditationstechniken?

In Indien ist ganz besonders klassisch die Japa Mala Meditation, bei der man eine Japa Mala zur Unterstützung heranzieht. In indischen Ashrams sieht man häufig, dass Aspiranten eine Japa Mala zu Hilfe nehmen. Bei Yoga Vidya geschieht das etwas seltener.

Die Sechs-Schritte-Meditation beruht auf den sechs Aspekten eines Mantras, wie sie in den Mantra Shastras und damit im Buch „Japa Yoga“ von Swami Sivananda erläutert wird. Auch die Mantra Beschleunigung und Verlangsamung ist eine klassische Technik, die der Meister beschreibt. Die besteht daraus, die Mantra-Wiederholung zu beschleunigen, zu verlangsamen und so den Geist konzentriert zu halten. Drittens die Murti-Tratak-Meditation und viertens die Götter-Guru-Phantasiereise mit Mantra sind die Meditationen, die Sivananda in seinen Werken anregt.

Deshalb kann man sagen, dass die Mantra Meditationen von Yoga Vidya stark auf den Werken von Swami Sivananda beruhen. Ich habe diese Technik so systematisiert, damit westliche Aspiranten dazu einen besonderen Bezug haben können.

Ich leite diese Meditationen zum Teil, wie oben gesagt, in den normalen Satsangs an und insbesondere in der Mantra-Meditation-Intensivwoche werden diese weitergegeben. In der Meditationslehrerausbildung lernen die Teilnehmer, diese Techniken selbst erklären. Es bleibt aber dabei, die wichtigste Mantra Meditation, für Fortgeschrittene, ist die kombinierte Mantra Meditationen, wie sie Swami Vishnudevananda gelehrt hat und wie ich sie letztlich seit 1982 in zahlreichen Meditationskursen angeleitet habe.

Seit 1985 gebe ich Mantra-Einweihungen und seit 2005 bilde ich andere darin aus, selbst in Mantras einzuweihen. Die Meditation wird besonders tief, wenn man eine Weihe hat, eine Mantra Diksha. Nicht alle Mitarbeiter bei Yoga Vidya nehmen eine Mantra-Weihe, aber die meisten lassen sich einweihen, weil über die Mantra-Weihe eine wunderbare spirituelle Verbindung entsteht.

Weitere Meditationstechniken

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Yoga Vidya ist ein offenes System. Die Schritte in die Meditation sind, wenn Meditationen gelehrt werden, gleich.

Es beginnt mit OM und Mantra, zweitens Einnahme der Meditationshaltung, Asana, drittens ca. zehn tiefe Atemzüge, Pranayama, viertens Versetzen in einen meditativen Gemütszustand, Pratyahara, durch Affirmation, Gebet, Visualisierung oder Gedanken des Wohlwollens, fünftens die eigentliche Meditationstechnik, sechstens folgt die Stille, siebtens Abschluss durch OM und Mantra.

Jeder bei Yoga Vidya kann grundsätzlich auf seine eigene Weise meditieren. Gerade in den Ashrams gibt es morgens und abends meist separate Stille, also nicht geführte Meditation und angeleitete Meditation. Zusätzlich zu den von mir gelehrten Techniken, die umfangreich sind und die ich weiter ausbaue, gibt es andere Seminarleiter, Gastlehrer, die Meditationsseminare und Meditationen im großen Yoga Vidya Satsang anleiten.

Momentan erfreuen sich insbesondere die buddhistische Vipassana Meditation, davon abgeleitete Meditationsarten, wie die Atem-Beobachtungsmeditation und die Body-Scan-Meditation, die Chakra-Meditationen von verschiedenen Lehrern, sowie Tantra-Meditationen in der Tradition von Swami Satyananda einer gewissen Beliebtheit bei manchen Yoga Vidyanern. Swami Bodhichitananda bringt seine aus dem Kriya Yoga von Paramahamsa Yogananda mit ein.

Angenommen, du lebst bei Yoga Vidya, kannst du so sitzen, wie du willst. Du gehst jeden Tag in den Satsang, da gibt es eine stille Meditation und dort kannst du so meditieren, wie du willst. Wenn du noch keine Meditationserfahrung hast, einfach eine andere Techniken ausprobieren willst oder mit deiner bisherigen unzufrieden bist, findest du bei Yoga Vidya viele Gelegenheiten, andere Techniken zu erproben oder deine bisherige anzureichern.

Das ist wiederum das Schöne bei Yoga Vidya, man kann Techniken miteinander vermischen, anreichern, ausbauen und wieder auf den Punkt bringen. Langfristig ist es gut, eine Hauptmeditationstechnik zu haben, mit der du meditierst bis du Samadhi, die Ewigkeit erreichst. Aber bis dorthin kannst du variieren, ab und zu etwas anderes ausprobieren, um so in die Tiefe zu gelangen.

Wenn eine Mantra-Weihe bekommen hast, solltest du unbedingt jeden Tag zwanzig Minuten dein Mantra wiederholen. Falls du mit einer anderen Meditationstechnik üben willst, kannst du notfalls den Mantra während Asanas und Pranayama, beim Spazierengehen oder beim schweigenden Essen denken. Es ist aber wichtig, dass die Einweihungsenergie der Mantra-Weihe stärker werden kann und nicht unterbrochen wird, indem du an einem Tag kein Mantra wiederholst. Selbst wenn du ein Vipassana-Retreat mitmachst, vergesse trotzdem dein Mantra nicht.

Yoga Vidya Pranayama

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

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Pranayama bei Yoga Vidya Teil 1, die Grundlagen.

Ein besonderer Schwerpunkt bei Yoga Vidya ist Pranayama, die Atemübungen. Vermutlich hat keine andere Yoga-Richtung, kein anderer Yoga-Stil in Europa ein so differenziertes Pranayama-Lehrsystem wie Yoga Vidya.

Welches sind diese Pranayama-Techniken und woher stammen sie?

Die meisten und wichtigsten Grundtechniken, wie Bauchatmung, vollständige Yoga-Atmung, Kapalabhati und Wechselatmung sind in Indien weit verbreitet und werden in vielen Hatha Yoga Zentren überall gelehrt. Ich habe sie insbesondere in den Sivananda Yoga Vedanta Zentren bei Swami Vishnudevananda gelernt. Ich war seit 1981 ganz besonders fasziniert von Pranayama und seinen Wirkungen und habe jedes Buch gelesen, das ich über Pranayama finden konnte.

Die Münchner Staatsbibliothek hatte damals praktisch alle Yoga-Bücher und indologischen Bände, die jemals bei uns publiziert wurden und viele indische Pranayama-Bücher und verschiedene Ausgaben der klassischen Yoga-Texte. So las ich viele Titel über Pranayama, Ausgaben der Hatha Yoga Pradipika, Gheranda Samhita, Goraksha Shataka, Shiva Samhita auf Deutsch oder Englisch.

Besonders haben mich folgende Bücher fasziniert: einen Band von Swami Kuvalayananda über Pranayama, ein Buch von Boris Sacharow, „Das große Geheimnis“, ein Kommentar über die Gheranda Samhita, das Buch von André van Lysebeth, „Die große Kraft des Atems“. Später fand ich den Titel von B. K. S. Iyengar „Licht auf Pranayama“, Lektüre von Dhirendra Brahmachari und andere. Über das, was ich in diesen Texten las, tauschte ich mich mit diversen Swamis und anderen Schülern bei Swami Vishnudevananda aus. Ich probierte einiges aus, integrierte das, was ich las, in das, was in den Sivananda Yoga Vedanta Zentren gelehrt wurde.

Ab Frühjahr 1981 übte ich mindestens einmal, meist zweimal am Tag eine Stunde Pranayama und hatte dabei tiefe Erfahrungen und Erlebnisse. 1981 absolvierte ich die TTC, also die Yogalehrerausbildung, in der Sivananda Ashram Ranch bei New York. Dort lernte man, die Bandhas genau zu üben, ebenso wie Bhastrika, Ujjayi und Surya Bheda. Brahmari, Shitali und Sitkari wurden kurz angeleitet, aber nicht als regelmäßig zu übende Pranayamas vermittelt.

Von Plavini und Murcha wurde gesagt, dass man das nicht trainieren braucht. Auf meiner Yogalehrerausbildung lernte ich das Prinzip, das für mich bis heute gilt, dass man täglich mindestens drei Runden Kapalabhati üben sollte, zwanzig Minuten Wechselatmung mit den drei Bandhas und mit der Samanu-Konzentration und danach Bhastrika, bei mehr Zeit auch Ujjayi und Surya Bheda.

Was ich von Swami Vishnu lernte

1982 nahm ich bei der sogenannten ATTC, also der fortgeschrittenen Yogalehrerausbildung teil, oder wir würden bei Yoga Vidya sagen Yogalehrerweiterbildung. Da ein bzw. sogar zwei Lehrer ausgefallen waren, gab Swami Vishnudevananda praktisch alles. So lernte ich Pranayama viel gründlicher. Swami Vishnudevananda leitete einige Pranayama-Übungen selbst an, lehrte insbesondere intensives Kapalabhati, die Samanu-Konzentration bei der Wechselatmung, er erklärte die Bandhas in ihrer Wirkung und er unterrichtete besonders ausgeprägte Formen von Bhastrika, so wie Ujjayi und Surya Bheda.

Während dieser vier Wochen hatte ich Gelegenheit, Swami Vishnudevananda über das, was ich aus anderen Pranayama und Hatha Yoga Büchern und Texten gelesen hatte, zu fragen. Er nahm dazu Stellung und gab mir eine Menge Tipps. Oft sagte er zwar: „Don’t worry about details, concentration is most important.“ Das heißt: „Mache dir nicht so viele Gedanken über die Details, Konzentration ist das wichtigste.“ Manchmal sagte er: „Increase your Bhakti, that’s the most important. Erhöhe deine Hingabe, das ist am wichtigsten.“ Trotzdem gab Swami Vishnu etwas von seinem Wissen preis.

Auch in den folgenden Jahren ersuchte ich Swami Vishnu, wie man fortgeschrittenes Pranayama unterrichten kann. Ich fragte ihn, ob und wie man in einer Yoga-Schule in einer Stadt in einem mehrwöchigen Kurs Teilnehmern fortgeschrittenes Pranayama beibringen kann. Swami Vishnudevananda bejahte.

Er bestand darauf, dass man fortgeschrittenes Jalandhara Bandha, Bija Mantras bei Samanu und Bhastrika und die fortgeschrittenen Formen von Ujjayi und Surya Bheda lehren sollte, aber nur an die, die bereit waren, auf Fleisch, Fisch, Eier, Rauchen, Alkohol, Drogen zu verzichten. Dazu täglich mindestens zwanzig Minuten zu meditieren, dreißig Minuten Asanas zu üben und dreißig Minuten Pranayama zu üben, insbesondere drei Runden Kapalabhati und zwanzig Minuten Wechselatmung mit Bandhas und Samanu.

Swami Vishnu bestand darauf, dass fortgeschrittene Pranayamas, wie Bhastrika, Ujjayi, Surya Bheda und Mudras, erst nach drei Runden Kapalabhati und zwanzig Minuten Wechselatmung geübt und angeleitet werden durften. So entstand das, was später zum Yoga Vidya Konzept wurde, des Unterrichtens von fortgeschrittenem Pranayama mit Sitzungen und Pranayama-Vorträgen. Das war alles, was ich von Swami Vishnu gelernt hatte, sowohl in Referaten wie angeleitetem Pranayama.

Ab 1983 unterrichten

So unterrichtete ich ab 1983 viele Pranayama-Kurse in den Sivananda Yoga Vedanta Zentren, die viele Teilnehmer anzogen und in tiefe Erfahrungen führten. Meistens war die Teilnahme an einem fortgeschrittenen Pranayama-Kurs mit mir die Grundlage dafür, dass jemand ein engerer Schüler wurde in den Zentren, in denen ich war. Auch bei Yoga Vidya, 1992 bis 1996, unterrichtete ich mehrere fortgeschrittene Pranayama-Kurse im Frankfurter Yogacenter am Zoo, aus denen Teilnehmer der Yogalehrerausbildungen und Karma Yogis im Center hervorgingen.

Wie erwähnt, habe ich über viele Jahre ein bis drei Stunden Atemtechniken am Tag geübt und hatte dreimal in meinem Leben Phasen, wo ich über Wochen und Monate drei- bis viermal am Tag jeweils zwei bis drei Stunden Pranayama übte. 1988 wurde ich von Vishnudevananda angeleitet, welche Pranayamas ich genau üben sollte und welche Mudras. Swami Vishnu erklärte zwar nicht, wie die Mudras funktionierten, aber er lehrte mich, welche ich üben sollte. Wie das zu üben war, da musste ich mich selber erkundigen bei anderen Quellen.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass bei uns heutzutage Kundalini Yoga und fortgeschrittenes Pranayama im Individualgastprogramm eine wichtige Rolle spielt. Es gibt jeden Morgen eine Stunde fortgeschrittene Atemtechniken, mindestens in Bad Meinberg. Und in der Yogalehrerausbildung, sowohl den zweijährigen wie Vier-Wochen-Intensivausbildungen, spielt das Unterrichten von fortgeschrittenem Pranayama und die Praxis von fortgeschrittenem Pranayama eine wichtige Rolle.

Yoga Vidya sanfter Pranayama

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Pranayama bei Yoga Vidya Teil 2, sanftere Variationen

Seit 1980 war ich fasziniert von Pranayama, ich praktizierte Pranayama intensiv. Bis heute übe ich jeden Tag offenkundig Pranayama. Ich liebe es, gerade fortgeschrittenes Pranayama zu unterrichten. Aber ich erkannte, dass nicht jeder dieses fortgeschrittene Pranayama üben kann oder will, denn damit ist verbunden, dass man Vegetarier werden, auf Alkohol, Tabak, Drogen verzichten muss sowie jeden Tag mindestens neunzig Minuten praktizieren soll. Das ist die Voraussetzung, um fortgeschrittenes Pranayama zu praktizieren. Wer sich darauf einlässt, der kann tiefe, intensive spirituelle Erfahrungen haben. Aber nicht jeder will das, nicht jeder hat die Zeit oder die Motivation dafür.

Ein Rückblick

1985 verbrachte ich zwei Wochen auf der Sivananda Yoga-Farm in Grass Valley, dort traf ich einen Swami Brahmananda, der seit den 1960er Jahren Schüler von Swami Vishnudevananda gewesen war. Dieser hatte vorher von anderen Yogalehrern gelernt und Hatha Yoga Bücher gelesen. Insbesondere die Bücher von Yogi Ramacharaka hatte er intensiv studiert sowie danach praktiziert.

Swami Brahmananda kannte sich aus beim Pranayama, wusste Details, die in den Sivananda Yoga-Zentren nicht gelehrt wurden. Er erklärte einiges über Pranayama, darunter einige stehende Pranayamas, wie Gorilla, die stehenden Aufladeübungen, spezielle Anwendungen von Agni Sara sowie Uddiyana Bandha in den Asanas. Er lehrte mich besondere Atemtechniken im Alltag.

Von diversen anderen Schülern von Swami Vishnudevananda, aus Büchern und von Besuchern der Ashrams lernte ich, wie man Brahmari, Shitali oder Sitkari in den normalen Yogaunterricht integrieren konnte. Später, noch in den Sivananda Yogazentren entwickelte ich das Konzept eines Atemkurses für Anfänger, für diejenigen die keine Asanas üben konnten oder wollten.

Ich war fasziniert, wie diese Atemtechniken wirken können, wie viel Hilfe Menschen von Atemübungen bekommen konnten. Und ich merkte, wie viele unter Asthma litten und unter anderen Problemen der Lungen, wie Atemkurse Leuten helfen, diese zügig zu überwinden. Auch diverse psychische Beschwerden können durch Atemübungen rasch behoben werden. Ab 2004 lehre ich dieses Konzept der Atemkurse in den Atemkursleiterausbildungen bei Yoga Vidya, bildete andere darin aus, diese Ausbildungen zu geben. In meinem Unterricht, in vielen Einzelberatungen ließ ich mein Wissen über die unterschiedlichsten Pranayama-Variationen einfließen.

Ab Mitte der 1990er Jahre beschäftigte ich mich nochmals tiefer mit den Grundlagentexten des Hatha Yoga, also Hatha Yoga Pradipika, Gheranda Samhita, Shiva Samhita, sowie Pranayama-Bücher modernerer Autoren, unter anderem Swami Satyananda. Ich besuchte mehrere Yoga-Kongresse, unterhielt mich mit Yogalehrern, die Pranayama unterrichteten. Mich interessierte auch die Wirkung von Pranayama vom Ayurveda-Standpunkt aus. So baute ich mein Unterrichtsspektrum weiter aus.

Pranayama und Ayurveda vertragen sich

Seit 2005 lehre ich, wie man Pranayama vom Ayurveda-Standpunkt aus weitergeben oder praktizieren kann, welches Pranayama auf welches Dosha wirkt, wie man spezifische Pranayama-Übungen zur Beruhigung eines einzelnen Doshas einsetzen kann. Eine Weile war ich etwas entsetzt, dass Ayurveda-Ärzte oft ihren Patienten empfohlen haben, wenn sie Vata-Störungen hatten, auf Pranayama zu verzichten.

So beschäftigte ich mich mehr damit und fand heraus, dass das eigentlich nicht stimmt. Es ist weniger eine Frage, ob man Pranayama praktizieren kann, wenn man z.B. Vata-Überschuss hat, sondern welches. Somit baute ich dieses Wissen aus und gebe es seitdem gerne weiter. Ab 2010 entwickelte ich das Konzept der genannten Herzens-Pranayamas. Herzens-Pranayamas sind spezielle Variationen von Brahmari, Shitali, Sitkari, Murcha Plavini, welche helfen können, das Herz zu öffnen, Euphorie, Liebe zu spüren, die gerade bei Depression, drohendem Burnout oder allgemein bei Mangel an Freude hilfreich sein können.

Ab 2010 gab ich Pranayama-Weiterbildungen, in denen ich lehrte, wie man die verschiedenen Abwandlungen von Pranayama, einschließlich Plavini, Murcha, Shitali, Surya Bheda, sanftere Variationen von Ujjayi, Surya Bheda in den normalen Hatha Yoga Unterricht integrieren sowie in Einzelberatungen weitergeben kann. Ab 2012 unterrichtete ich von mir selbst entwickelte Formen von Kavacham, Energiefeld-Harmonisierungsübungen.

So ist das bei Yoga Vidya gelehrte Pranayama letztlich eine Entwicklung von mir, aufbauend auf den Lehren von Swami Vishnudevananda, inspiriert von vielen anderen Yogalehrern, von vielen Yoga-Büchern, sowie durch Intuition, eigene Erfahrung und Lehrerfahrung entstanden.

Yoga Vidya Kundalini Yoga

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

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Pranayama bei Yoga Vidya Teil 3, Kundalini Yoga von Swami Vishnudevananda

Wenn du bei uns Mitarbeiter, Gemeinschaftsmitglied wirst, wirst du oft merken, dass Kundalini Yoga bei Yoga Vidya eine wichtige Rolle spielt. Gerade die engeren Schüler, die langjährigen Sevakas, sind oft solche, die eine besondere Liebe zu Pranayama und Kundalini Yoga haben. So sind bei uns die Kundalini Yoga Intensivseminare besonders charakteristisch.

Um das Jahr 2000 war Yoga Vidya in der deutschen Yoga-Szene besonders bekannt für die vierwöchige Yogalehrerausbildung und Kundalini Yoga Intensivseminare. Inzwischen hat sich der Unterrichtsstil bei uns stark entwickelt. Zugegebenermaßen spielen Kundalini Yoga Seminare nicht mehr ganz die große Rolle wie vorher und sind mehr ein Insider-Tipp, sind aber weiter bei der Yogalehrerausbildung wichtig. In jeder Yogalehrerausbildung, z.B. bei den Vierwochen-Ausbildungen gibt es Kundalini Yoga Intensivtage und bei den Zweijahres-Ausbildlungen zwei Intensiv-Kundalini-Yoga-Wochenenden oder zwei Intensivtage.

Wie kommt das?

Ich bin fasziniert von den Wirkungen von Pranayama und praktiziere Pranayama seit 1981 selbst sehr intensiv. Von Swami Vishnudevananda lernte ich das Konzept des Kundalini Yoga als spezielle Weise kennen, wie man Hatha Yoga übt. Insbesondere intensives Pranayama, längeres Halten der Stellungen mit Chakra-Konzentration, die Rezitation des „Om Aim Hrim Klim“, des sog.

Navakshara Shakti Mantras, Meditation und strikte sattvige Ernährung. Zunächst gab ich diese Techniken in fortgeschrittenen Pranayama-Kursen in den Sivananda Yogazentren weiter. Als ich Mitte der 1980 Jahre in den Sivananda Yogazentren als Yogalehrer bekannter wurde, wurde ich von verschiedenen Yogazentren eingeladen, diese an einem Wochenende zu erklären. Mit Swami Vishnudevananda besprach ich, wie ein solches Kundalini Yoga Wochenendseminar aufgebaut sein kann, was ich unterrichten konnte. Das, was Vishnudevananda mir dabei riet, wurde zur Grundlage des Kundalini Yoga Mittelstufen intensiv Wochenendseminars. Diese werden bis heute weitestgehend unterrichtet, wie Swami Vishnudevananda mir das beibrachte.

Seit 1982 war ich meistens zwischen den Jahren im Sivananda Yoga-Ashram Val Morin in Kanada, am 31.12. wurde immer Swami Vishnudevanandas Geburtstag gefeiert. Etwa 1986 fragte ich Vishnudevananda, was man ihm denn zum Ehrentag schenken könnte. Er antwortete: „Practice intensely.“ Ich fragte, was Swami Vishnu denn genau meinen würde.

Und er meinte: „Practice more intensely.“ So bot ich an, ein Sadhana intensiv zwischen den Jahren anzuleiten, was Swami Vishnudevananda hocherfreute. Swami Vishnu erläuterte mir, was ich zwischen den Jahren unterrichten konnte in einem einwöchigen Sadhana intensiv. Das wurde zur Grundlage der Kundalini Yoga Intensivwoche Mittelstufe, die sich bei Yoga Vidya heute großer Beliebtheit erfreut und insbesondere zwischen den Jahren von besonderem Segen erfüllt ist. Wenn ich eine Kundalini Yoga Intensivwoche unterrichte, beschenke ich damit Vishnudevananda, gerade wenn es zwischen den Jahren ist.

Eine besondere Aufgabe

1988 verbrachte ich ein knappes Jahr im Val Morin Ashram bei Swami Vishnudevananda, war dabei sein persönlicher Assistent und ich unterrichtete dort mehrere Kundalini Yoga Intensivwochenenden und Kundalini Yoga Intensivwochen, die von ihm besonderen Segen bekamen. Ich erwähne dies deshalb, weil er später anderen Yogalehrer sagte, dass fortgeschrittenes Pranayama und Kundalini Yoga grundsätzlich nur in Ashrams und nur im Rahmen von Yogalehrerausbildungen bzw. an Absolventen von Yogalehrerausbildungen unterrichtet werden sollte.

Er bat darum, dass man die Workshops nicht mehr Kundalini Yoga Seminare nennen sollte. Aber ich lehrte das später bei Yoga Vidya weiter, wie ich es von Swami Vishnudevananda gelernt hatte und baute es aus. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich dabei den Segen von ihm habe und dass er mir besonders die Angelegenheit übertragen hatte, Kundalini Yoga weiterzugeben. Ein Meister hat für jeden seiner Yogaschüler eine Aufgabe und ich meine, dass ich von Swami Vishnu die besondere Sache bekommen habe, fortgeschrittenes Pranayama und Kundalini Yoga Intensivseminare zu tradieren.

So sind Kundalini Yoga Intensivseminare ein besonderes Charakteristikum von Yoga Vidya. Im Ashram Bad Meinberg wie auch in den anderen wird jeden Morgen um 06:00 Uhr intensives Pranayama angeleitet, was Menschen zu viel Prana, Gotteserfahrungen und tiefer Meditation verhilft.

Kundalini Yoga Weiterentwicklung?

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Pranayama und Kundalini Yoga Weiterentwicklungen seit Gründung von Yoga Vidya

Als ich 1992 mein erstes Zentrum, nämlich im Yogacenter am Zoo eröffnete, unterrichtete ich zunächst Pranayama und Kundalini Yoga, wie ich es in den Sivananda Yoga Vedanta Zentren gelehrt hatte. Ich kombinierte die Lehren von Swami Vishnudevananda mit Wissen aus verschiedenen Büchern und von anderen Yogalehrern. Seit 1992 habe ich mit dem experimentiert, was ich auf Yoga-Kongressen, Yoga-Seminaren, außerhalb von Yoga Vidya gelernt habe, aus Titeln z.B. von Swami Satyananda wie von Special Guests, international bekannten Gastlehrern, die ich einlud in das Zentrum am Zoo. Ich tauschte mich mit Yoga-Übenden und Lehrern anderer Traditionen aus, die uns besuchten, die ich auf Indienreisen oder Yoga-Kongressen getroffen habe.

Was kommt von wem?

So bekam ich Anregungen für die große Kechari Mudra, für die Ujjayi Meditation, die Nadi-Harmonisierungs-Meditation, die Chakra-Harmonisierungs-Meditation und mancher Verfeinerung von Pranayamas, Mudras und Bandhas aus der Satyananda Tradition. Das mittlere Kriya Yoga, eine der beiden bei Yoga Vidya praktizierten Mudra-Reihen, die ich gerne Chakra-Leiter nenne, stellte ich aus diversen Quellen selbst zusammen. Die Bhastrika Mudra-Reihe, mindestens in ihrer Grundform, lernte ich kennen von einem Yogalehrer, den ich im Westerwald bei einem Yogakongress traf. Ich probierte diese Techniken aus und verstand, wie die Mudras in der Hatha Yoga Pradipika gemeint sind und wie sie besonders wirken können. So basiert das bei Yoga Vidya gelehrte Pranayama und Kundalini Yoga auf den Lehren von Swami Vishnudevananda. Es ist aber eine erhebliche Weiterentwicklung, die ich selbst vorgenommen habe. Diverse Titel, die Texte von Swami Sivananda „Kundalini Yoga“ und „Wissenschaft des Pranayama“, haben daran einen großen Anteil. Gerade seine Bücher sind die Grundlagen für die Theorie, die in den Kundalini Yoga Seminaren weitergegeben werden. Aber die Lehren anderer Yogameister und Yogalehrer hinterließen auch ihre Spuren in dem Yoga Vidya Kundalini Yoga und Yoga Vidya Pranayama Stil.

Mein Buch entsteht

Das Jahr 2000 war nochmals von besonderer Bedeutung. Im Jahr 2000 habe ich mich für drei Monate zurückgezogen in ein persönliches Retreat, um intensiv zu praktizieren. Dabei habe ich wieder insbesondere die Pranayama-Übungen und diverse Kundalini Yoga Übungen wiederholt, habe das mit verschiedenen Bänden noch verfeinert und habe festgestellt, welche Mudras wirken und welche Mantra-Meditationen besonders wirkungsvoll sind. Etwa 2004/2005 habe ich ein Buch über Kundalini Yoga geschrieben, nämlich „Die Kundalini-Energie erwecken“, das damals im Kailash vom Hugendubel Verlag erschienen ist. So habe ich seit 1992 Kundalini Yoga Wochenendseminare unterrichtet im Yogacenter am Zoo und auch die ersten Kundalini Yoga Intensivwochen. Als der Yoga Vidya Ashram im Westerwald gegründet wurde, habe ich vieles dort weitergegeben und die Entwicklung von Kundalini Yoga Einführung, Kundalini Yoga Mittelstufe, Kundalini Yoga für Fortgeschrittene, Kundalini Yoga Intensivpraxis betrieben.

Andere Menschen darin ausbilden

Seit 2007 habe ich mein Wissen über das Unterrichten von fortgeschrittenem Pranayama und Kundalini Yoga auf einer Yogalehrerweiterbildung zu diesem Thema weitergegeben. Vorher hatte ich einzelne darin geschult. Seitdem gibt es Kurse, wo Menschen lernen, wie sie diese Techniken selbst weitergeben können. Inzwischen existieren eine ganze Menge von Kundalini Yoga Spezialisten, die selbst diese Seminare unterrichten und andere wiederum darin ausbilden.

Auch hier ist noch einmal das Grundprinzip von Yoga Vidya zu sehen. Wir haben eine feste Grundlage, in diesem Fall das, was Swami Vishnudevananda gelehrt hat, darauf habe ich die Lehren verschiedener anderer Meister aufgebaut und das, was ich in meiner Intuition und aus meiner eigenen Praxis erfahren habe, integriert. Ich bitte dabei meine Lehrer um Führung und will alles meinen Meistern und Gott darbringen.

Alle, die in unserer Tradition unterrichten, können dabei eigene Erfahrungen mit integrieren und einbringen. Wobei bei fortgeschrittenen Pranayama-Techniken mehr standardisiert wird als sonst bei Yoga Vidya, denn fortgeschrittene Pranayamas und Kundalini Yoga sind machtvoll. Daher ist es wichtig, dass man verantwortungsvoll damit umgeht. Ein nächster Aspekt ist: wenn ein Übungssystem sich gut etabliert hat, gibt es eine Aus- oder Weiterbildung, dass Menschen angeleitet werden und befähigt werden, diese Techniken selbst weiterzugeben.

Kundalini Yoga Erweckungserfahrungen bei Yoga Vidya

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Kundalini-Erweckungserfahrungen sind nicht häufig, kommen aber bei einigen Aspiranten bei Yoga Vidya durchaus vor. Ich selbst habe seit 1981 intensiv Pranayama geübt und hatte viele Kundalini-Erweckungserfahrungen. Die meisten der Erfahrungen, die Swami Sivananda in seinem Buch „Kundalini Yoga“ beschreibt, habe ich tatsächlich selbst erlebt und über viele habe ich in meinem Buch „Die Kundalini Energie erwecken“ geschrieben.

Wenn ich also über Kundalini-Erweckungserfahrungen spreche, ist das keine Theorie, sondern etwas, was ich selbst erfahren habe. Zwischen 2002 und 2008 war eine besondere Zeit für Kundalini Yoga bei Yoga Vidya. Ich weiß bis heute nicht, warum das so war, aber recht viele Menschen hatten Kundalini-Erweckungserfahrungen mit Kriyavati, also automatischen Bewegungen, wie Asanas, Pranayama, Mantra-Wiederholen, veränderte Bewusstseinszustände und vielem mehr. Diese traten bei Teilnehmern der Yogalehrer-Intensivausbildungen, bei Kundalini Yoga Seminaren, beim fortgeschrittenen Pranayama und sogar im normalen Satsang auf.

Ich hatte Swami Vishnudevananda gefragt, wie man mit Kundalini-Erweckungserfahrungen umgehen sollte und habe wertvolle Tipps von ihm bekommen. Ich habe viele Bücher über Kundalini Yoga gelesen, bis vor ein paar Jahren habe ich jeden Titel über Kundalini Yoga gelesen, was mir in die Hände gefallen ist. Literatur von Lee Sannella sowie ein Vortrag eines Yogalehrers namens Rudra im Rahmen eines Kongresses haben meine Vorgehensweise im Umgang mit Kundalini-Erweckungserfahrungen besonders geprägt. Charakteristisch ist dabei das tiefe Vertrauen in die kosmische Intelligenz, die sich in Kundalini-Erweckungserfahrungen manifestiert.

Wie damit umgehen?

Kundalini-Erweckung ist nicht etwas, wovor man Angst haben muss, sondern eine Art Gnade. Der Aspirant kann Dankbarkeit und Bhakti, Hingabe, üben, sich an den Meister und die göttliche Energie wenden, um Führung bitten und geschehen lassen. Die Person kann lernen, die Erfahrungen zuzulassen, zu steuern und zu kontrollieren, je nachdem ob es im entsprechenden Kontext angemessen ist oder nicht. Von besonderer Wichtigkeit sind dabei Reinigung, sattviger Lebensstil, erdende und kühlende Übungen.

So hat sich bei Yoga Vidya eine besondere Weise des Umgangs mit Kundalini-Erweckungserfahrungen entwickelt, die durchaus hilfreich ist. Dieser spezielle Stil bei der Handhabung von Kundalini-Erweckung hat sich als besonders gut erwiesen bei Menschen, die vorher Yoga praktiziert haben und bereit sind, das umzusetzen, was man ihnen sagt.

Menschen, die automatische Kundalini-Erweckung erlebt haben oder deren Kundalini durch Praktiken anderer Traditionen aktiviert wurde, sind oft leider nicht bereit, sich auf unsere Techniken einzulassen und erwarten eher eine Art magische „Kundalini-Beherrschungstechnik“ oder Abstellungstechnik. Das können wir nicht anbieten, sondern nur solide Methoden, die helfen, dass die Kundalini-Energie gut und harmonisch fließen kann.

Seit 2008 hat sich der Prozentsatz an Aspiranten, die intensive oder dramatische Kundalini-Erweckungserfahrungen haben, bei Yoga Vidya wieder reduziert. Die Erfahrungen sind inzwischen meist eher milder, harmonischer, leichter zu steuern und für die meisten Yogis ist das angenehmer.

Alles ist Gnade

So brauchst du keine Angst zu haben, Kundalini Yoga zu praktizieren, im Gegenteil, du kannst dich darauf freuen. Über Kundalini Yoga bekommst du mehr Energie, du spürst, wie sie fließen, du befreist den Geist, du hast mehr Ausstrahlung, kannst mehr bewirken, deine Augen werden klarer, deine Meditation wird tiefer, du spürst Gott leichter.

Nicht umsonst sind viele der langjährigen Mitglieder der Yoga Vidya Lebensgemeinschaft, wie der engeren Schüler solche, die regelmäßig intensiv Pranayama praktizieren und zu den Kundalini Yoga Seminaren kommen. Kundalini Yoga ist also eine besonders machtvolle Technik, um deine Schwingungsebene hochzuhalten und Gott zu erfahren. Letztlich muss deine Energie subtil und erhaben sein, die höheren Chakras müssen geöffnet werden. Gott ist nicht nur eine Theorie, ein Glauben, ein intellektuelles Konstrukt, sondern lebendige und tatsächlich Erfahrung.

Daher mein Tipp, übe intensiv Pranayama, lasse dich auf Kundalini Yoga ein, übe die Kundalini Yoga Meditationstechniken, praktiziere Asanas, indem du sie lange hältst, mit Mantras und Chakra-Konzentration verbindest. Dazu Kapalabhati, Wechselatmung mit Bandhas, Samanu-Konzentration, übe Bhastrika, die Bhastrika-Mudra-Reihe und die Chakra-Leiter verstärkt oder für eine Woche besonders intensiv. Wenn du das schaffst wirst du merken, dein spiritueller Fortschritt wird stark und spürbar sein.

Yoga Vidya Kriyas

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Bei Yoga Vidya wird der Ausdruck „Kriya“ in verschiedenen Kontexten gebraucht. Kriya heißt wörtlich „Handlung“ und kann Verschiedenes bedeuten. Bei Yoga Vidya gibt es den Ausdruck „Kriya“ im Sinne von kombinierte Energie- und Erweckungsübung im Kundalini Yoga. Vielleicht hast du von Kriya Yoga von Paramahamsa Yogananda gehört, dabei ist Kriya Yoga eigentlich Kundalini Yoga.

Oder du kannst sagen, Kriya Yoga ist Teil des Kundalini Yoga. Ferner sind Kriyas die Bezeichnung von Raja Yoga Techniken, die am Anfang des zweiten Kapitels des Yoga Sutra beschrieben werden. Patanjali sagt dort: „Tapas Swadhyaya Ishvara Pranidhana Kriya Yogaha.“ Kriya Yoga heißt ernsthafte Bemühung und Disziplin, spirituelle Praktiken mit Hingabe an Gott und Selbststudium.

Bei Yoga Vidya lehren wir das sogenannte kleine Kriya Yoga und das mittlere Kriya Yoga im Kundalini Yoga Kontext. Hier geht es aber um die Kriya-Reinigungstechniken, die genannten Shatkriyas der Hatha Yoga Pradipika. Die Shatkriyas oder Shatkarmas genannt, die wir bei Yoga Vidya lehren, basieren auf den Shatkriyas, wie sie in den Sivananda Yoga Vedanta Ashrams auf Yogalehrerausbildungen unterrichtet werden.

Shank Prakshalana – die Muschel reinigen

Bei Yoga Vidya hat der Shank Prakshalana einen besonderen Stellenwert. Shank Prakshalana wiederum wurde nicht bei Swami Vishnu unterrichtet, obwohl Mitarbeiter es gerne praktiziert haben. Shank Prakshalana wird bei vielen Yoga Vidya Yogalehrerweiterbildungen erklärt und wir haben Seminare, wo Shank Prakshalana und andere Kriyas geübt werden können.

Shank Prakshalana bei Yoga Vidya basiert insbesondere auf dem Buch von André Van Lysebeth „Durch Yoga zum eigenen Selbst“, sowie dem, was ich und andere selbst erfahren haben und von anderen Yogalehrern gelernt haben. Als ich z.B. in Sivananda Yogazentren war, gab es solche, die Shank Prakshalana gekannt haben. Mit ihnen habe ich mich ausgetauscht. Seit 1981 übe ich regelmäßig Shank Prakshalana selbst und kann es nur empfehlen.

Ich habe das Shank Prakshalana etwas abgewandelt, ich bin 2011 Veganer geworden und empfehle ausdrücklich, kein Ghee zu sich zu nehmen, insbesondere kein Butter-Ghee, sondern das Kitchari eher mit Olivenöl oder anderen hochwertigen Ölen zu nutzen. Ich selbst habe früher über mehrere Jahre regelmäßig Kriyas erprobt, und einige Kriyas übe ich täglich: Kapalabhati, Agni Sara, Nauli, Neti, öfters Tratak. Wenn immer ich merke, dass eine Erkältung im Anmarsch ist, praktiziere ich gerne Shank Prakshalana, manchmal die Tuchreinigung oder die Sutra Neti.

Ich kann ernsthaften Yoga-Aspiranten nur empfehlen, ein Jahr lang sich gründlich zu reinigen. Wie geht das? Zum einen durch sattvige Ernährung. Nach Möglichkeit ein Jahr lang alles weglassen, was rajasig und tamasig ist. Ich empfehle vegan zu leben, also auf Milchprodukte vollständig zu verzichten. Als Zweites rate ich, jeden Tag Asana, Pranayama, Meditation zu üben, Mantras zu hören oder Mantrasingen mitzumachen. Wenn du Teil der Lebensgemeinschaft bist, kommst du täglich in den Satsang, du nimmst Yogastunden mit oder übst für dich selbst Asanas und Pranayama.

Besonders hilfreich ist es, während dieses Jahres täglich Jala Neti zu probieren, also Salzwasser-Neti, Sutra Neti, also Neti mit einem Katheter, Kapalabhati, Tratak und Nauli bzw. Agni Sara. Gut ist es, einmal pro Woche Kunjal Kriya zu üben, also ein bis zwei Liter Salzwasser zu trinken übergeben oder Hrid Dhauti, das heißt, eine Mullbinde zu verschlucken und wieder herauszuziehen. Ferner empfehle ich, einmal im Monat Basti zu versuchen, also einen Einlauf zu nehmen, zweimal im Jahr Shank Prakshalana und zusätzlich zweimal im Jahr fünf Tage fasten, wobei du dort die Kriyas besonders intensiv praktizieren kannst.

Die Wirkungen

Nach diesem Jahr intensiver Reinigung wirst du merken, dass du dich leichter, klarer fühlst, dass deine Aura ausstrahlt, dass deine Meditation tiefer geworden ist. Du spürst das Pulsieren von Prana. Nach einem Jahr intensiver Reinigung kannst du die Kriyas etwas reduzieren. Sobald ein grippaler Infekt im Anmarsch ist, kann das Ausführen der Kriyas dazu führen, dass die Erkältung gar nicht richtig ausbricht.

Wenn du merkst, dass eine Verkühlung kommt, versuche Kunjal Kriya, besonders Jala Neti, Agni Sara und nach Möglichkeit faste. Auch bei Beginn einer müden, trägen Phase oder bei Antriebslosigkeit können Kriyas Wunder wirken. Manchmal ist das Leben gar nicht kompliziert und du musst nicht grübeln. Wenn du gereinigt bist, geht vieles wie von selbst oder zumindest leichter.

Video - Essenz des Yoga Vidya Stils

Literatur

Seminare

Yogalehrer Ausbildung

22.05.2022 - 27.05.2022 - Yogalehrer Ausbildung Intensivkurs Woche 1
Hier lernst du die Grundlagen, wie man als Yogalehrer Menschen in Yoga und Meditation unterrichtet. Woche 1 der 4-wöchigen Yogalehrer Ausbildung. Hier kannst du dann buchen, wenn du die Yogalehrer…
22.05.2022 - 03.06.2022 - Yogalehrer Ausbildung Intensivkurs Woche 1+2
Ein Teil der Ausbildung zum Yogalehrer. Lerne, wie du Kurse in Hatha Yoga etc. geben kannst. Woche 1 und 2 der 4-wöchigen Yogalehrer Ausbildung. Hier kannst du dann buchen, wenn du die Yogalehrer…