Instrument

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Instrument‏‎ ist ein Werkzeug. Ein Instrument ist ein Musikinstrument, etwas womit man Musik macht. Handwerker haben ihre Instrumente, ihr Werkzeug. Und im Allgemeinen kann man immer sehen, dass es verschiedene Instrumente, Werkzeuge gibt, die man braucht und hat. Jeder kann sich auch zum Instrument Gottes machen durch das er Gutes bewirken kann.

Instrument‏‎ - erläutert vom Yoga Standpunkt aus.

Im Yoga wird gesagt, dass der Körper das äußere Instrument ist, Bahirkarana, und der Geist das innere Instrument ist, Antahkarana. Die menschliche Psyche besteht aus: Chitta, Unterbewusstsein; Manas, einfaches Denken und Fühlen; Ahamkara, der Ich-Macher, das Ego; und Buddhi, die Vernunft, Urteilskraft. Diese zusammen machen Antahkarana, das innere Instrument aus.

Es hilft zu erkennen, ich bin das unsterbliche Selbst, ich besitze Körper und Psyche als meine Instrumente. Den Körper als äußeres Instrument, den Geist als inneres Instrument. Ich bin nicht der Körper. Ich nutze den Körper, um meine Aufgaben in dieser Welt zu erfüllen. Ich nutze den Körper, um Erfahrungen zu machen.

Ich bin auch nicht die Psyche, die Psyche ist mein inneres Instrument. Auch hier wiederum, über die Psyche drücke ich mich aus, mache ich Erfahrungen, lerne und wachse.

Instrument‏‎ Video

Hier findest du ein Vortragsvideo mit dem Thema Instrument‏‎:

Erfahre einiges zum Thema Instrument‏‎ in diesem kurzen Vortrag. Der Yogalehrer und spirituelle Lehrer Sukadev Bretz spricht hier über Instrument‏‎ vom Standpunkt der Yoga Philosophie aus.

Gott macht alles - sei du nur Instrument

Bildnis Gottvater St-Salvator-Kathedrale Brügge, Belgien

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Gott macht alles, du machst nichts.

Kommentar zur Bhagavad Gita ab Vers 58 des 18. Kapitels.

Richte den Geist auf Gott

Vers 58

maccittaḥ sarvadurgāṇi matprasādāttariṣyasi
atha cettvamahaṃkārān na śroṣyasi vinaṅkṣyasi

Wenn dein Geist auf mich gerichtet ist, wirst du durch meine Gnade alle Hindernisse überwinden. Wenn du mich aber aus Ich-Bewusstsein nicht hören willst, wirst du untergehen.

Krishna, als Inkarnation, Avatar, Manifestation Gottes sagt also: Halte deinen Geist auf Gott gerichtet und wenn du deinen Geist auf Gott richtest, wird Gott dir helfen alle Hindernisse zu überwinden. Aber, wenn man nicht auf Gott hören will und denkt: ,Ich mach jetzt alles und ich allein bin verantwortlich‘, wird man letztlich untergehen. Denn Gott macht alles!

Gott erledigt durch uns die Aufgaben

59. Vers

Wenn du voll Eigendünkel denkst: ‚Ich werde nicht kämpfen‘, dann ist dieser, dein Entschluss, sinnlos. Die Natur wird dich zwingen.

Letztlich sind wir alle Instrumente. Letztlich macht Gott durch uns, was zu tun ist. Manchmal werden wir gezwungen, etwas zu tun, einfach, weil es nötig ist.

Hilflos wirst du zum handeln gezwungen

60. Vers

Oh Arjuna, durch das aus deiner Natur stammende Karma gebunden, wirst du auch das hilflos tun, was du aus Täuschung nicht zu tun wünschst.

Letztlich, das Karma sagt, was wir tun müssen und das Karma wirkt. Wir können uns nicht gegen das Karma stoßen. Gott wird tun, was zu tun ist.

Aus dem Herzen wirkt Gott durch alle Wesen

61. Vers

Gott wohnt in den Herzen aller Wesen, Oh Arjuna, und lässt durch seine täuschende Kraft alle Wesen sich drehen, so als stünden sie auf einer Maschine.

Hier sagt Krishna eine tiefe Wahrheit, die eine tiefe Einstellung werden kann. Letztlich macht Gott alles. Auf einer individuellen Ebene müssen wir Entscheidungen treffen. Wir müssen nach Ethik und Unethik Entscheidungen treffen. Wir müssen sattwig, rajasig, tamasig abwägen und sattwig handeln. Wir müssen schauen, wie wir unserer Natur gerecht werden und wie wir dann herausfinden, was ist mein Dharma, was ist meine Aufgabe. Die wollen wir tun.

Aber letztlich wird Gott durch alle Wesen hindurchwirken. Wir dürfen das jetzt nicht nur sehen von unserem Standpunkt aus, der vielleicht hundert Jahre umfasst und unsere direkte Umgebung.

Gottes Perspektive ist sehr viel weiter, umfasst Milliarden, Billionen von Jahren, ganze Galaxien. In diesem großen, kosmischen Ganzen; dort bist du nur eines der vielen Wesen. Aber: Gott wirkt durch dich, Gott wirkt sogar durch deine Fehler, Gott wirkt sogar durch die Fehler der Anderen. Gott gibt dir die Aufgaben, an denen du wachsen kannst, auch indem Andere scheinbar schlimmes tun. Geh davon aus, was auch immer kommt, das ist die Aufgabe Gottes an dich. Du selbst bemühe dich, das Richtige zu tun, aber sei dir bewusst: Letztlich geschieht Gottes Wille.

Suche Zuflucht bei Gott

62. Vers

Erlange Gottes Gnade und erfahre Frieden

Fliege ihm entgegen, um bei ihm Zuflucht zu suchen, mit deinem ganzen Wesen, Oh Arjuna; durch seine Gnade wirst du höchsten Frieden und die ewige Wohnstatt erlangen.

Suche Zuflucht bei Gott. Von deinem ganzen Wesen her suche Zuflucht bei Gott, mit allem, mit deinem ganzen Sein. Bitte, Gott zu erfahren und vertraue Gott. Gott wird sich darum kümmern und dann wirst du höchsten Frieden erlangen und du wirst das Ewige erfahren.

Nun kennst du die Weisheit, so wirst du das Richtige tun

63. Vers

So ist dir von mir die Weisheit verkündet worden, die geheimer ist als das Geheimnis selbst. Nachdem du all dies überlegt hast, handle so, wie du es für richtig hältst, wie es dein Wunsch ist.

Und das ist fast der Abschlussvers. Natürlich geht es noch einige Verse weiter, aber hier sagt Krishna letztlich: „Ja, jetzt habe ich dir alles gesagt!“ Er sagt, es ist geheimer, als das Geheimnis selbst. Warum? Es steht zwar in der Bhagavad Gita, dem populärsten spirituellen Buch in Indien, aber trotzdem ist es geheim. Denn das sind Dinge, die Menschen nicht unbedingt umsetzen. Manchmal ist das Geheimste, was offensichtlich ist. Guhyāt hat aber auch noch eine andere Bedeutung, das heißt nicht nur geheim, sondern es heißt auch im Inneren. Guhyāt ist auch die Höhle in deinem Herzen. Guhyāt ist nicht nur geheim, sondern das Innerste. So könnte man auch sagen: So ist dir die Weisheit mitgeteilt worden, die tief aus dem Inneren stammt und in das Innere hineinführt.

Denke darüber nach und dann wirst du schon so handeln, wie es richtig ist. Es gibt ja auch diesen einen Spruch: Tu was du willst, sei das höchste Gesetz. Aber es heißt nicht: Mach dein Mögen und Nicht-Mögen, sondern: Löse dich von Ego, löse dich von Mögen und Nicht-Mögen und denke nach: Was ist ethisch? Denke nach: Was ist sattwig? Denke nach: Was ist deine Swarupa, deine Natur? Und dann bringe alles Gott dar! Dann wird dich Gott führen und so wirst du das Richtige tun.

Hari Om Tat Sat

Video - Sei Instrument Gottes

Löse das erfahrende Instrument in dir auf

Mach dich zum Instrument, damit Gott durch dich wirken kann

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der drei Energien von James Swartz -

So wie wir Objekte in Gedanken auflösen, lösen wir das Wissens-/Erfahrungsinstrument in seine scheinbare Ursache auf. Die Logik sieht folgendermaßen aus:

1. Objekte existieren nicht ohne Kenntnis von ihnen. Sobald man an etwas denkt, ist es bekannt. Du weißt/erfährst den Mond, wenn du an den Mond denkst, ob der „echte“ Mond vorhanden ist oder nicht. Wenn der Mond draußen ist, geht man nicht zum physischen Mond, sammelt Informationen, nimmt sie in sich auf, kehrt zu seinem Geist zurück und kennt dann den Mond. Der Gedanke an den Mond ist gleich dem Mond. Wenn der Gedanke nicht da ist, wo ist dann das Objekt? Hier gibt es keine Dualität.

2. Du kannst einen Gedanken nicht denken, wenn du nicht bei Bewusstsein bist. Gedanken denken nicht selbst, weil sie leblos sind. Gedanken sind Effekte. Etwas hat sie verursacht. Sie haben Masse und bewegen sich. Sie werden von jemandem oder von etwas gedacht. Dieses Etwas ist ursprüngliches reines Bewusstsein übermittelt durch Māyā und dieser Jemand ist reflektiertes Bewusstsein, der jīva – beide, wenn man sie analysiert, sind nicht getrennt voneinander. Gedanken sind alles durchdringendes, unveränderliches Bewusstsein, das sich scheinbar bewegt, aufgrund der Kraft von Māyā. Sie sind wie Wellen in einem Ozean. Sie sind nicht vom Bewusstsein getrennt, so wie sowohl der Ozean als auch seine Wellen Wasser sind und nicht voneinander getrennt sind.

3. Wenn es keinen tatsächlichen Unterschied zwischen dem Gedanken an ein Objekt und dem Objekt selbst gibt, und es keinen Unterschied zwischen dem Gedanken und dem Bewusstsein gibt, gibt es auch keinen Unterschied zwischen Objekten und dem Bewusstsein. Deshalb ist die Welt ich, das Bewusstsein, aber ich bin nicht die Welt.

Dies ist das Wissen von jemandem, der die guṇas transzendiert hat. Du kannst nicht einfach von deinem guṇa-getriebenen, samsarischen Geisteszustand zu diesem Wissen springen. Du musst zuerst die Unterscheidungsfähigkeit entwickeln. Selbst-Erforschung unterscheidet zwischen den guṇas und trennt die guṇas vom Selbst, das frei von ihnen ist. Vorlieben und Abneigungen, die für jeden jīva unterschiedlich sind, sind nur zwei verschiedene vom Ego definierte emotionale Bewertungen eines einzelnen guṇas.

In diesem Kapitel schaut die Selbst-Erforschung auf die Ursache für positive und negative Emotionen, denn die Gründe, warum du dich gut oder schlecht fühlst, sind selten triftige Gründe. Wenn du zum Beispiel tamas magst, was dann der Fall ist, wenn du tamasige Nahrung zu dir nimmst, deine Zeit mit tamasigen Menschen verbringst und tamasige Arbeit verrichtest, wird dein primäres Instrument für Erforschungen ungeeignet sein.

Auch wenn man bedenkt, dass man keinen guṇa ohne die anderen beiden hat und dass alle drei in jeder Person und in jeder Situation wirksam sind, ist es dennoch hilfreich, die drei Arten von Gedanken in Bezug auf ihre Auswirkungen zu isolieren. Die Schrift sagt: (1) sattvige Gedanken werden aus Glückseligkeit geboren, (2) rajasige Gedanken lösen Handlungen aus, und (3) tamasige Gedanken erzeugen Untätigkeit.

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Siehe auch

Literatur

Weitere Begriffe im Kontext mit Instrument‏‎

Einige Stichwörter, die vielleicht nur indirekt zu tun haben mit Instrument‏‎, aber vielleicht doch interessant sein können, sind z. B. Institution‏‎, Innerlichkeit‏‎, Inkubation‏‎, Integriert‏‎, Irgendwo‏‎, Italienisch‏‎.

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Zusammenfassung

Das Substantiv Instrument‏‎ kann gesehen werden im Kontext von Wirtschaft und Produkte und kann interpretiert werden vom Standpunkt von Yoga, Meditation, Ayurveda, Spiritualität, humanistische Psychologie.