Neutralität

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Neutralität : Was ist Neutralität? Wie wird dieses Wort verwendet? Wozu ist Neutralität gut, wozu nicht? Was sind Synonyme, was Antonyme, also ähnliche und entgegengesetzte Begriffe, von Neutralität? Dieser Wiki-Artikel ist nicht nur trockene Linguistik, also Sprachkunde, sondern soll dich auch zum Denken anregen, vielleicht auch dazu, an dir selbst zu arbeiten.

Neutralität ist die Fähigkeit, etwas von einem übergeordneten Standpunkt sehen zu können. Vollständige Neutralität ist kaum möglich, weil der Mensch die Neigung hat, zu allem ein Urteil zu bilden und etwas bzw. jemanden mehr oder weniger zu mögen. Oft ist Überparteilichkeit der bessere Begriff als Neutralität. Manchmal bedeutet Neutralität einfach, dass man sich aus einem Konflikt heraushält – manchmal heißt das aber in der Konsequenz, dass man billigend in Kauf nimmt, dass der Stärkere gewinnt – und manchmal die Schwächeren quält.

Zwei Schwäne als Herz.jpg

Neutralität im Kontext von Lebensgemeinschaften

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Gesetz.jpg

Neutralität, was heißt Neutralität? Neutralität ist z.B. wichtig, wenn man ein Richter ist oder wenn man eine Behörde ist oder wenn man irgendwo jemand ist, der vermitteln will zwischen Parteien, dort gilt die Neutralität, man will nicht Partei ergreifen. Aber kann man wirklich neutral sein? Heute wird oft mehr gesagt, es gibt die Überparteilichkeit oder die Allparteilichkeit.

In Wahrheit kann der Mensch nicht wirklich neutral sein, es widerspricht dem Mensch. Der Mensch hat die natürliche Fähigkeit zu Mitgefühl und hat die natürliche Fähigkeit, auch andere Menschen zu mögen und das allein widerspricht dem Gedanken der Neutralität. Daher, die Allparteilichkeit ist ein besserer Ausdruck, man versucht, angenommen, wenn du ein Teamleiter bist und jetzt kommen zwei deiner Teammitglieder und die haben unterschiedliche Überlegungen, wie man etwas machen kann oder sie streiten sich, wer welchen Schreibtisch bekommt, dann gilt es zunächst mal, eine gewisse Neutralität zu bewahren und es gilt aber auch, eine gewisse Allparteilichkeit zu haben.

Das heißt also, nicht kalt rüber zu kommen, sondern die Anliegen beider zu verstehen. Manchmal ist es am klügsten, man versucht gar nicht, der Richter zu werden und derjenige, der es beurteilt, sondern man versucht irgendwo, Kommunikationsmittel heranzuziehen, dass die beiden selbst ihre Sache ausfechten. Angenommen auch, wir haben ja auch bei Yoga Vidya den so genannten Shanti-Rat, der bei Streitigkeiten für Shanti, für Frieden sorgen soll, wir haben Mediationsgespräche, wir haben Supervisoren, wir haben Coaches usw. und da ist immer wieder Neutralität wichtig oder mindestens Überparteilichkeit oder Allparteilichkeit.

Manchmal musst du dich aber auch für etwas entscheiden, manchmal ist auch angesagt, dass man für etwas Partei ergreift. Diese Frage musst du dir immer wieder stellen. Angenommen, dein Partner oder deine Partnerin wird irgendwie angegriffen, dann musst du überlegen, ist jetzt angebracht, Neutralität zu üben, z.B. weil du irgendeine Verantwortung hast und es nicht so aussehen sollte, dass du deine eigene Partnerin dort bevorzugst, oder ist jetzt die Zeit, wo du zeigen kannst, dass du zu deiner Frau stehst und wenn sie mal angegriffen wird in der Öffentlichkeit, dass du sagst, "stopp, so geht es nicht" und die Partei ergreifst.

Manchmal ist Neutralität gut, manchmal auch nicht. Oder auch, angenommen, mehrere Mitglieder der Yoga Vidya Gemeinschaft sind irgendwo und irgendjemand schimpft über einen anderen, dann wird man manchmal Partei ergreifen müssen und manchmal wird man zu ihm oder ihr stehen müssen, selbst wenn man Magengrummeln hat, weil man feststellt, das hätte der nicht machen sollen. Manchmal wird man aber auch sagen: "Jetzt muss ich Neutralität zeigen und ich darf jetzt nicht die Partei des anderen ergreifen."

Die Frage der Neutralität stellt sich immer wieder und hier stellt sich auch immer wieder die Unterscheidungskraft, immer wieder schauen, wann ist es klüger, Neutralität zu wahren, wann muss man Stellung beziehen, wann muss man Überparteilichkeit zeigen und wann muss man auch zu jemandem stehen und ihm zeigen: "Ich stehe hinter dir. Und selbst wenn du mal Unsinn fabriziert hast, ich stehe hinter dir, ich werde dir helfen und dir aus der Patsche helfen."

Das waren eine paar Gedanken zum Thema "Neutralität", auch in einer spirituellen Lebensgemeinschaft, aber auch sonst, wann immer Menschen zusammen sind, stellt sich immer wieder die Frage, wann muss man einen Standpunkt beziehen, wann muss man Partei ergreifen und wann ist Neutralität angesagt.

Neutralität - Antonyme, Synonyme undandere Persönlichkeitsmerkmale

Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Neutralität in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Neutralität - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Neutralität, also Synonyme zu Neutralität sind z.B. Nichteinmischung, Nichtbeteiligung, Objektivität, Vorurteilslosigkeit, Unvoreingenommenheit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Neutralität übertrieben kann ausarten z.B. in Gleichgültigkeit, Nachlässigkeit, Ignoranz, [[]]. Daher braucht Neutralität als Gegenpol die Kultivierung von allumfassende Verbundenheit, Schöpferkraft, Schöpfertum, Handeln aus dem Einssein herau.

Gegenteil von Neutralität - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Neutralität, Antonyme zu Neutralität :

Neutralität Antonyme auf einen Blick

Antonyme Neutralität sind allumfassende Verbundenheit, Schöpferkraft, Schöpfertum, Handeln aus dem Einssein herau, Fanatismus, Besessenheit, Menschenfeindlichkeit, mit Vorurteilen behaftet.

Neutralität im Kontext von Big Five, Ayurveda Doshas und DISG

Kultivierung von Neutralität

Neutralität kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Neutralität stärker werden lassen in dir. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Neutralität zu kultivieren.
  • Fasse den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Eigenschaft, Neutralität ganz besonders stark zum Ausdruck bringen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein neutralerer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, täglich mindestens etwas zu tun, was Neutralität ausdrückt. Lebe jeden Tag so, als ob du diese Eigenschaft besitzt - und handle entsprechend.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Neutralität."
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin neutral."

Affirmationen zum Thema Neutralität

Hier einige Affirmationen für mehr Neutralität. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen. Nicht alle unten aufgeführten Affirmationen passen - nutze diejenigen, die für dich stimmig erscheinen.

Klassische Autosuggestion für Neutralität Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin neutral.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin neutral. Om Om Om.
  • Ich bin ein Neutraler, eine Neutrale OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Neutralität Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin neutral " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Neutralität.
  • Ich werde neutral.
  • Jeden Tag werde ich neutraler.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Neutralität.

Dankesaffirmation für Neutralität :

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag neutraler werde.

Wunderaffirmationen Neutralität Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr neutral. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Neutralität entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr neutral zu sein.
  • Ich bin jemand, der neutral ist.

Gebet für Neutralität

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Neutralität:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Neutralität.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein neutraler Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Neutralität mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Neutralität zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Neutralität zu entwickeln?
  • Wie könnte ich neutral werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Neutralität.
  • Angenommen, ich will neutral sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre neutral, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Neutralität kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als neutraler Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Neutralität

Eigenschaften im Alphabet nach Neutralität

Literatur

Weblinks

Seminare

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