Mantra Einweihung

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Mantra Einweihung ist die Einweihung in ein Mantra. Mantra Einweihung, Sanskrit Mantra Diksha, ist eine großen Hilfen auf dem spirituellen Weg. Mantra Einweihung aktiviert die Mantra Shakti, die Kraft des Mantras. Mantra Einweihung stellt eine Verbindung her oder stärkt eine schon bestehende Verbindung, eine Verbindung mit der Tiefe des Selbst, eine Verbindung mit dem Göttlichen, eine Verbindung mit den großen Meistern des Yoga. Mantraweihe macht den spirituellen Weg sicher und beständig. Bei einer Mantra Einweihung wird spirituelle Kraft auf den Schüler übertragen. Eine Mantra Einweihung macht die Meditation tiefer und hilft dem Schüler, die innere Führung, den inneren Lehrer immer stärker zu spüren.

Swami Sivananda, der Sadguru, in dessen Tradition bei Yoga Vidya die Mantra Einweihungen gegeben werden
Shiva und Parvati, das göttliche Paar, verkörpert die Einheit von Männlichem und Weiblichem

Inhaltsverzeichnis

Mantra Einweihung als Beginn des ernsthaften spirituellen Weges

Die Mantra Einweihung ist im Yoga klassischerweise der Beginn des ernsthaften spirituellen Weges oder der Beginn einer neuen Stufe des ernsthaften spirituellen Weges. Die Mantra Einweihung drückt aus, dass man es wirklich ernst meint mit der spirituellen Praxis, dass man das Stadium des Ausprobierens hinter sich gelassen hat und wirklich ernsthaft praktizieren will. Mit der Mantra Einweihung gibt der Schüler ein inneres Versprechen ab, nämlich täglich mindestens 20 Minuten lang zu meditieren und das Mantra zu wiederholen. Der Einweihende macht sich zum Instrument, sodass göttlicher [Segen] und spirituelle Kraft fließen kann und im Schüler eine Verbindung zum Göttlichen, zum Selbst, zu den großen Lehrern hergestellt werden kann.

Jede Yoga Traditionslinie hat ihre eigenen Einweihungsrituale, auch ihr eigenes Verständnis von Mantraweihe und eigene Vorgehensweise bei der Mantra Einweihung. Ich möchte in diesem Artikel besonders darauf eingehen, was Mantra Einweihung bei Yoga Vidya ist, wie die Mantra Einweihung in unserer Tradition ausgeführt wird. Yoga Vidya steht in der Tradition von Swami Sivananda und Swami Vishnudevananda – so wird bei Yoga Vidya die Energie dieser Meister sowie der Meister dieser Meister angerufen. Auch das Ritual der Mantra Einweihung selbst ist ähnlich wie es Swami Sivananda und Swami Vishnudevananda ausgeübt und gelehrt haben. Hier sei besonders auf die Mantra Einweihung bei Yoga Vidya eingegangen.

Mantra Einweihung ist wie die Entzündung eines spirituellen Feuers

Mantrasingen bei Yoga Vidya

Mantra-Weihe ist wie das Entzünden eines spirituellen Feuers. Wenn man ein Feuer entzünden will, kann man die Flamme von einem anderen Feuer nehmen und so das neue Feuer entzünden. Aber es reicht nicht aus, das Feuer nur zu entzünden, sondern man muss neuen Brennstoff auflegen, damit das Feuer unterhalten wird und immer größer werden kann. So wird im Moment der Mantra-Weihe ein neues spirituelles Feuer in im Aspiranten entzündet. Aber es reicht nicht aus, nur die Mantra Einweihung zu bekommen, sondern man muss ständig Brennholz auflegen, damit das spirituelle Feuer unterhalten wird, stärker werden kann, alles Begrenzte verbrennt, zur Erleuchtung führen kann. Das Wiederholen des Mantra ist das Auflegen von Brennstoff in das Feuer. So wird das Licht der Mantra-Weihe immer weiter wachsen können und das ganzes Leben des Aspiranten durchdringen, mit Licht und Wärme, also Erleuchtung und Liebe, füllen können.

Mantra Einweihung ist wie das Entzünden eines spirituellen Samens

Mantra-Weihe ist wie das Säen eines spirituellen Samens. Wenn man einen Samen sät, muss man ihn anschließend gießen und düngen. Wenn der Keim aus der Erde kommt, dann muss man ihn schützen, damit er nicht zertreten wird. Irgendwann wird aus diesem kleinen Keim ein machtvoller Baum, der reiche Ernte bringt und anderen Wesen Schutz gewähren kann. So wird im Moment der Mantra-Weihe ein neuer spiritueller Samen im Aspiranten gesät. In dem man das Mantra regelmäßig wiederholt gießt man die kleine spirituelle Pflanze. Indem man auch andere spirituelle Praktiken macht, düngt man sie. Indem man sich der Dinge enthält, die dem spirituellen Weg nicht förderlich sind, schützt man den kleinen spirituellen Keim. Irgendwann wird aus der kleinen spirituellen Pflanze ein machtvoller Baum, der Aspirant, die Aspirantin, wird reiche spirituelle Ernte einfahren und selbst anderen Aspiranten Inspiration geben können.

Wer kann eine Mantra Einweihung erhalten?

Wer ernsthaft auf dem spirituellen Weg ist, eine größere spirituelle Anbindung sucht, seiner spirituellen Erfahrung einen Auftrieb geben will, der ist bereit für eine Mantra Einweihung. Die Mantra Einweihung ist verbunden mit dem Versprechen,täglich mindestens 20 Minuten zu meditatieren, mindestens 20 Minuten lang das Mantra zu wiederholen. Wer also beabsichtigt, nach der Mantra Einweihung tägliche mindestens 20 Minuten lang zu meditieren, mindestens 20 Minuten lang das Mantra zu wiederholen, der kann eine Mantra Einweihung erhalten. Meist ist auch die Mantra Einweihung mit dem Eintritt in eine Sampradaya, eine Traditionslinie, verbunden. Swami Sivananda, der Sadguru bei Yoga Vidya, hat jedoch auch Schülern ein Mantra gegeben, die ihn nicht als ihren Guru angesehen haben. Manche die eine Mantra Einweihung bei Yoga Vidya bekommen, bitten dabei Swami Sivananda innerlich darum, sie als seine Schüler anzunehmen. Viele bitten einfach nur um Segen und Vertiefung der spirituellen Praxis und Erfahrung und stimmen sich auf das Göttliche ein.

Wer kann eine Mantra Einweihung geben?

Um eine Mantra Einweihung zu geben, muss man entweder die Gottverwirklichung erreicht haben, oder in einer Einweihungslinie stehen von jemandem, der die Gottverwirklichung erreicht hat. Mit anderen Worten: Wer eine Mantra Einweihung gibt, der braucht dazu eine Autorisierung, entweder direkt von Gott über die tiefe innere Erfahrung oder durch seinen spirituellen Lehrer.

Bei Yoga Vidya erhalten diejenigen, welche die Mantra Einweihung geben dürfen, eine gründliche Ausbildung als Meditationslehrer. Die Yoga Vidya Meditationslehrer Ausbildung umfasst die 2-jährige Yogalehrer Ausbildung (bzw. dreijährige Yogalehrer Ausbildung, 2-jährige Yogalehrer Bausteinausbildung), die Meditationskursleiter Ausbildung, die spirituelle Lebensberater Ausbildung, die Mantra Meditation Intensivwoche und abschließende 2 Intensivwoche, in welcher der werdende Meditationslehrer, die werdende Meditationslehrerin, intensiv praktiziert, sich einstimmt auf die Traditionslinie von Shankaracharya und Swami Vishnu, den Vorgang der Mantra Einweihung gründlich lernt und dann im Abschlussritual die formelle Autorisierung bekommt, die Mantra Einweihung zu geben. Wer Mantra Einweihung gibt, muss sich dabei auch an die Sattwa Regeln im Yoga halten, insbesondere kein Fleisch und Fisch essen, auf alkoholische Getränke, Drogen, Tabak verzichten. Vom Schüler wird dies nicht vorausgesetzt (obgleich es ratsam ist), aber vom Einweihenden in jedem Fall. Um einweihen zu können, muss natürlich auch der Einweihende täglich meditieren und sehr ernsthaft bei seinen spirituellen Praktiken sein. Der Einweihende in der Tradition von Yoga Vidya sollte sich dabei als Schüler und Instrument von Swami Sivananda fühlen, und spüren, dass nicht er selbst die Mantra Einweihung gibt, sondern Swami Sivananda durch ihn.

Um eine Mantra Einweihung bei Yoga Vidya geben zu können, braucht man also erstens die dazu notwendige Ausbildung, zweitens das autorisierende Ritual und drittens eine entsprechende Lebensführung und innere Einstellung – sowie das innere Gefühl, dass die Einweihugnsenergie durch einen fließen kann.

Welche Mantras sind für die Meditation und Einweihung geeignet?

Einige Mantras in der Devanagari Schrift

Es gibt in den alten Schriften, den Mantra Shastras, Beschreibungen, welche Mantras für die Meditation geeignet sind. Jede Yoga Einweihungs-Tradition hat dabei ein oder mehrere Mantras, in die eingeweiht wird. Grundsätzlich kann nicht jeder in jedes Mantra einweihen – sondern ein Einweihender kann nur in die Einweihungs-Mantra seiner Tradition einweihen. Nicht jedes Mantra eignet sich zur Meditation:

  • Manche Mantras sind eigentlich Kirtans und daher hauptsächlich für das Singen geeigent
  • Manche Mantras sind eigentlich Rezitations-Mantras und sind für Rezitation, Puja oder auch zur Einleitung der Meditation gedacht, aber nicht für die Meditation
  • Manche Mantras sind Dhyana Shlokas, also Hymnen vor der Meditation, aber nicht für die Meditation selbst gedacht
  • Manches ist auch Gebet – kann den Aspiranten daher vom Herzen her mit Gott verbinden, aber dieses Gebet hat eben nicht den Mantra-Charakter, die Kraft des Klanges
  • Bei Yoga Vidya werden nur Moksha Mantras für Einweihungen verwendet. Die Moksha Mantras können den Aspiranten bis zu Moksha, zur Befreiung, zur Erleuchtung führen. Es gibt auch reine Siddhi Mantras, die man für einen speziellen Zweck rezitieren kann, z.B. für Mut, Vertrauen, Heilung von Krankheiten, Öffnung eines speziellen Chakras etc.

Bei Yoga Vidya gibt es eine Liste mit Mantras, die für die Meditation geeignet sind. Diese findest du z.B. im Yoga Vidya Yogalehrer Handbuch und im Yoga Vidya Kirtanheft, in der neuesten Auflage unter Nr. 699.

Wenn man mit einem anderen Mantra als mit den in Nr. 699 aufgeführten Mantras meditieren will und das Mantra das Wort "Om" enthält, kann man in das OM eingeweiht werden, und die weiteren Teile seines Mantras auch wiederholen. Manche Aspiranten mit einer Beziehung zu Jesus wiederholen z.B. Om Jesus – und können die Einweihung in das Om erhalten.

Die bei Yoga Vidya möglichen Mantras für die Mantra Einweihung

Hier eine Liste mit allen bei Yoga Vidya möglichen Mantras für die Mantra Einweihung. Durch Klicken auf das jeweilige Mantra bekommst du mehr Informationen zu diesem Mantra:

Saguna Mantras mit männlichen Aspekten Gottes

Saguna Mantras mit weiblichen Aspekten des Göttlichen

Abstrakte Mantras (Nirguna Mantras

Wie findet man sein Mantra?

Es gibt drei unterschiedliche Traditionen, wie man sein Mantra findet:

  1. Bei manchen Yoga Traditionen gibt es nur ein Mantra, in das eingeweiht wird oder auch nur ein Mantra für eine spezifische Einweihung. Wer sich also für eine bestimmte Einweihungstradition entscheidet, kann auch nur ein bestimmtes Mantra erhalten. Beipiel: In bestimmten Shiva Traditionen wird man grundsätzlich nur in Om Namah Shivaya eingeweiht, in anderen Shiva Traditionen erhält man anfangs das Om Namah Shivaya, in einer weiteren Einweihung als Zusatzmantra Soham
  2. In anderen Traditionen gibt es verschiedene Mantras, in die eingeweiht wird. Es sucht aber der Lehrer bzw. der Einweihende das Mantra für den Schüler aus.
  3. Eine dritte Möglichkeit ist, dass der Schüler das Mantra selbst aussucht

Bei Yoga Vidya sucht der Aspirant, die Aspirantin, sich grundsätzlich das Mantra selbst aus. Das Auswählen des Mantra gehört zum Einweihungsprozess dazu: Indem der Schüler, die Schülerin überlegt, welches Mantra, zu ihm, zu ihr, passt, stimmt er/sie sich auf die spirituelle Energie ein. Das Aussuchen des Mantras kann auch eine tiefe Form der Selbstbefragung, der Introspektion, des Gebetes und der Verbindung zur inneren und äußeren Führung werden. Wer will kann auch jemand Erfahrenen um Rat bitten

Man kann sein Mantra nach folgenden Kriterien aussuchen

  1. Das wichtigste Kriterium ist der Klang des Mantra: Wer von einem bestimmten Mantra einfach vom Klang her angezogen wird, sollte dieses Mantra wählen und nicht weiter überlegen. Wichtig ist, dabei das Mantra in der Meditation zu rezitieren. Manche Mantras können einen tief berühren, wenn sie gesungen werden, aber weniger, wenn man sie geistig wiederholt. Und es gibt auch ein Mantra für einen Aspiranten, die diesen tief in die Meditation führen, aber beim Kirtan, beim Mantra-Singen nicht so stark berühren. Wer in der Meditation merkt, dass ein bestimmtes Mantra ihn tief berührt, der hat sein Mantra gefunden. Vielleicht hat er es ja schon in einem früheren Leben rezitiert – in jedem Fall entspricht die Schwingung des Mantra der Schwingung der tiefen Teile der Persönlichkeit
  2. Bild des Mantra: Mantras haben Bilder, die dem Mantra entsprechen. das können sein die Sanskrit Schriftzeichen des Mantra, ein Yantra (geometrisches Symbol) oder auch das Bild der Gottheit, die mit dem Mantra in Verbindung steht. Wer intuitiv von einem bestimmten Bild tief im Herzen angezogen wird, kann ein dementsprechendes Mantra auswählen
  3. Art des Mantra: Manche Aspiranten wollen ein abstraktes Mantra, manche lieber ein Mantra des männlichen Gottesaspektes, manche lieber ein Mantra des weiblichen Gottesaspektes. Wer keinen bestimmten Gottesaspekt zu verehren wünscht, sondern nur das Göttliche an sich, kann ein abstraktes Mantra wählen wie Om oder Soham. Wer einen besonderen Bezug zum Vater-Aspekt Gottes hat, wählt ein Mantra, das den männlichen Gottesaspekt mit einschließt wie Om Namah Shivaya und Om Namo Narayanaya. Wer im Göttlichen besonderen Bezug zum Mutteraspekt hat, kann z.B. wählen Om Shri Durgayai Namaha oder Om Shri Mahalakshmyai Namaha.
  4. Bezug zu den mythologischen Gottesaspekten: Im Yoga Vedanta geht man davon aus, dass es nur ein unendliches Göttliche gibt, das sich in allem manifestiert. Die verschiedenen Namen Gottes sind nur verschiedene Namen des gleichen Göttlichen. Der gleiche Mensch kann in verschiedenen Bezeiheungen unterschiedlich benannt werden. Angenommen jemand heißt Petra Schmidt, dann kann sie ganz unterschiedlich genannt werden: Ihr Kind wird sie nennen "Mama", ihre Freundin wird sagen "Petra", ihre Mann "Liebling", ihre Mitarbeiterin wird sagen "Chefin", ihr Chef mag sagen "Frau Schmidt". So gibt es viele Aspekte des gleichen Gottes, für die es dann mythologische Geschichten und wunderschöne Bilder gibt. Wer einen besonderen Bezug zu den Shiva Geschichten bzw. Shiva Bildern hat, der wählt das Mantra Om Namah Shivaya. Wer die bildlichen Darstellungen von Ganesha einfach großartig findet und sie im Herzen spürt, der wählt das Mantra Om Gam Ganapataye Namaha.
  5. Bedeutung des Mantra: Unterschiedliche Menschen haben einen unterschiedlichen Bezug zu Spiritualität. Dem entsprechen die Mantras. Wer z.B. in der Meditation die Essenz der Spiritualität sieht, im Allein-mit-Gott-Sein, kann das Shiva Mantra wählen. Wer in Liebe und Freude den Sinn sieht, kann ein Krishna Mantra wiederholen. Wer im uneigennützigen Dienen die Essenz des spirituellen Weges sieht oder auch in der Schönheit der Natur, kann ein Lakshmi Mantra wiederholen. So entspricht jedes Mantra einem tiefen Aspekt der Persönlichkeit, der Spiritualität, der Sehnsucht. Man wählt als Haupt-Mantra das Mantra, das einem in der Tiefe entspricht (kein "therapeutisches Mantra", mit dem man das entwickeln würde, was man nciht so hat).

Anmeldung zur Mantra Einweihung

Um die Mantra-Weihe zu erhalten, muss man erst innerlich sicher sein, dass man das Mantra wirklich täglich mindestens 20 Minuten wiederholen will, und dass man täglich 20 Minuten lang mit dem Mantra meditieren will.

Dann muss man jemanden finden, der einen einweihen kann und will.

In allen Yoga Vidya Ashrams gibt es einen oder mehrere, welche die Mantraweihe geben können. Und in jedem Ashram gibt es Vorgehensweisen, wie man sich zur Mantraweihe anmeldet. Manchmal können individuelle Termine ausgemacht werden. Im Rahmen von Yogalehrer Ausbildungen gibt es mehrere Termine, zu denen Mantra Einweihungen möglich sind. Aber auch wer an keiner Yogalehrer Ausbildung teilnimmt, kann eine Mantra Einweihung erhalten.

Typischerweise nimmt man erst an einem Mantraweihe Infogespräch teil und kann sich danach für eine Mantra Einweihung anmelden.

Auch viele Yoga Vidya Stadtzentren haben einen Meditationslehrer, der für Mantra Einweihungen berechtigt ist. Und es gibt auch Yoga Vidya Meditationslehrer, die auch außerhalb der Yoga Vidya Zentren und Ashrams berechtigt sind, in der Yoga Vidya Traditionen Mantra Einweihungen zu geben.

Vorbereitung zur Mantra Einweihung

Nachdem man sich für die Mantra Einweihung angemeldet hat, gibt es Folgende Vorbereitungen;

  • Am Tag der Mantra Einweihung sollte man vor der Mantra-Weihe nichts essen, also fasten. Viele Aspiranten fasten auch nach der Mantra Einweihung den ganzen Tag, um so die Kraft des Mantra stark werden zu lassen
  • Am Morgen der Mantra Einweihung oder auch direkt vor der Mantra Einweihung duscht sich der Aspirant, putzt sich die Zähne etc. Die äußere Reinheit kann sehr hilfreich sein.
  • Der Aspirant, die Aspirantin, trägt frische Kleidung, vorzugsweise weiße Kleidung.
  • Der Aspirant, die Aspirantin, bereitet das Dakshina, die dreifache Spende, vor: Obst, Blumen, Geldspende. Obst drückt aus, dass das Mantra spirituelle Speise sein möge. Blumen drücken aus, dass das Mantra einen im Herzen berühren möge. Geldspende drückt aus, dass das Mantra auch das weltliche Leben spiritualisieren möge.
  • Der Aspirant, die Aspirantin, sollte schon vor der Mantra Einweihung das Mantra auswendig rezitieren können, was insbesondere beim Gayatri Mantra und beim Om Tryambakam besonders wichtig ist.

Die eigentliche Mantra Einweihung

Die Mantra Einweihung geht in mehreren Schritten vor sich:

  1. Der Einweihende, die Einweihende, erläutert nochmals, was Mantraweihe ist, wie die Mantraweihe genau stattfinden wird, welche Verpflichtung der/die Einzuweihende mit der Mantra-Weihe eingeht (20 Minuten tägl. Meditation und Mantrawiederholung)
  2. Achmanyam, Avahana, Tilaka: Reinigung, Anrufung und Öffnung des dritten Auges: Mittels Mantras und Wassersymbolik wird die geistige Atmosphäre gereinigt, die Chakren geöffnet. Durch das Auftragen heiliger Pulver wird das dritte Auge geöffnet. Mittels Mantras und Visualisierung wird die Göttliche Kraft und die Gegenwart der Meister angerufen.
  3. Der Einweihende rezitiert das Mantra mit dem Aspiranten solange im Wechsel, bis die Aussprache des Mantra ganz korrekt ist
  4. Einweihende/r und Einzuweihende/r wiederholen das Mantra zusammen erst laut dann geistig. In dieser Zeit wird die Kraft des Mantra, die Mantra Shakti aktiviert und übertragen, im Schüler/in erweckt
  5. Der/die Eingeweihte meditiert noch mindestens 15-20 Minuten lang mit dem Mantra, um so die Kraft des Mantra weiter in sich wirken zu lassen
  6. Nach Möglichkeit wiederholt der/die Eingeweihte auch am Tag nach der Mantra-Weihe das Mantra mit besonderer Hingabe

Meditation und Rezitation nach der Mantra Einweihung

Nach der Mantra Einweihung meditiert der Eingeweihte jeden Tag mindestens 20 Minuten und wiederholt dabei das Mantra . Man kann aber auch das Mantra 20 Minuten lang wiederholen am Tag, beim Spazieren, bei den Asanas etc., und mit einer anderen Technik meditieren. Man kann das Mantra immer dann wiederholen, wenn der Geist an nichts anderes denken muss, und so jeden Moment des Tages spiritualisieren, mit spiritueller Kraft füllen.

Wer vor einer wichtigen Entscheidung steht, Heilenergie oder Schutzenergie für sich oder andere braucht, kann das Mantra mit besonderer Hingabe wiederholen und so mit dem Mantra sich jederzeit mit dem Göttlichen verbinden, Zugang finden zur inneren Führung, zur Heilenergie, zur Schutzenergie.

Wenn man das Mantra in der Meditation wiederholt, können irgendwann auch die Worte des Mantra weg fallen. Der Aspirant, die Aspirantin tritt in die Schwingung des Mantra und damit in Wonne und spirituelle Verbindung ein. Die Schwingung des Mantra verschmilzt mit der Kosmischen Schwingung, der Aspirant, die Aspirantin, erfährt Samadhi, das Überbewusstsein, welches schließlich zu Moksha, zur Befreiung, führt.

Zusammenfassung: Mantra Weihe als wichtige Hilfe und großer Segen auf dem spirituellen Weg

Vorbereitung eines Altars für Puja oder Mantra Einweihung

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Mantra Einweihung eine wichtige Hilfe, ein großer Segen auf dem spirituellen Weg ist. Die Mantra Einweihung beinhaltet das innere Versprechen des Aspiranten, den spirituellen Weg ernsthaft und konsequent zu gehen, in jedem Fall täglich das Mantra zu wiederholen und zu meditieren. Dieser innere Entschluss, der dann auch mit einem Versprechen in der Mantra Einweihung verbunden ist, gibt dem Leben eine klare Ausrichtung und verhilft zu innerer Klarheit, Gewissheit, Stabilität.

Die Mantra Einweihung an sich aktiviert die Mantra Shakti, die Kraft des Mantra, löst Blockaden im Aspiranten, verbindet den Aspiranten mit den Tiefen seiner Seele, mit dem Göttlichen und der Kraft der Meister. Wer eine Mantraweihe bekommen hat, kann sein Mantra sehr effektiv nutzen, um auch in Zeiten von Krankheit, Krisen, Ungewissheit sich jederzeit mit dem Göttlichen zu verbinden und Energie für andere zu schenken.

Am wichtigsten: Die Mantraweihe hilft, auf dem spirituellen Weg gut voranzuschreiten, gute Fortschritte auf dem spirituellen Weg zu bekommen, sich jederzeit mit dem Göttlichen zu verbinden, das Göttliche zu erfahren. Mantraweihe gibt der Meditation eine größere Tiefe und ist ein wunderbares Mittel, in jedem Moment göttliche Kraft zu spüren. Mantraweihe kann ein Mittel sein, sich der Führung durch die Meister zu öffnen. Mantraweihe ist eine wertvolle Unterstützung, um das Ziel des Yoga, die Erleuchtung, die Selbstverwirklichung, die Gottverwirklichung zu erfahren.

Das innere Feuer entzünden

Artikel von Sukadev Bretz aus dem Yoga Vidya Journal

Durga-yantra.jpg

Mantra Einweihung (Teil 1), Yoga Vidya Journal Nr. 30, Frühjahr 2015

Mantras gehören zur spirituellen Praxis bei Yoga Vidya und in den klassischen Yogatraditionen dazu. Aber braucht man dazu auch ein persönliches Mantra, in das man eingeweiht wurde? Welches soll man wählen, wer kann helfen und einweihen usw.? Fragen wie diese haben sich sicher schon manche Leser gestellt. Sukadev gibt hier und in den kommenden Ausgaben einen grundlegenden Einblick.

Die Mantra Einweihung ist eine große Hilfe auf dem spirituellen Weg. Mantra Einweihung aktiviert die Mantra Shakti, die Kraft des Mantras. Mantra Einweihung stellt eine Verbindung her oder stärkt eine schon bestehende Verbindung; eine Verbindung mit der Tiefe des Selbst, eine Verbindung mit dem Göttlichen, eine Verbindung mit den großen Meistern des Yoga. Mantraweihe macht den spirituellen Weg sicher und beständig. Bei einer Mantra Einweihung wird spirituelle Kraft auf den Schüler übertragen. Eine Mantra Einweihung macht die Meditation tiefer und hilft dem Schüler, die innere Führung, den inneren Lehrer immer stärker zu spüren.

Die Mantra Einweihung ist im Yoga klassischerweise der Beginn des ernsthaften spirituellen Weges oder der Beginn einer neuen Stufe des ernsthaften spirituellen Weges. Die Mantra Einweihung drückt aus, dass man es wirklich ernst meint mit der spirituellen Praxis, dass man das Stadium des Ausprobierens hinter sich gelassen hat und wirklich ernsthaft praktizieren will. Mit der Mantra Einweihung gibt der Schüler ein inneres Versprechen ab, täglich mindestens 20 Minuten lang zu meditieren und das Mantra zu wiederholen. Der Einweihende macht sich zum Instrument, sodass göttlicher Segen und spirituelle Kraft fließen kann und im Schüler eine Verbindung zum Göttlichen, zum Selbst, zu den großen Lehrern hergestellt werden kann.

Jede Yoga Traditionslinie hat ihre eigenen Einweihungsrituale, auch ihr eigenes Verständnis von Mantraweihe und eigene Vorgehensweise bei der Mantra Einweihung. Ich möchte in diesem Artikel besonders darauf eingehen, was Mantra Einweihung bei Yoga Vidya ist, wie die Mantra Einweihung in unserer Tradition ausgeführt wird. Yoga Vidya steht in der Tradition von Swami Sivananda und Swami Vishnu-devananda – so wird bei Yoga Vidya die Energie dieser Meister sowie der Meister dieser Meister angerufen. Auch das Ritual der Mantra Einweihung selbst ist ähnlich wie es Swami Sivananda und Swami Vishnu-devananda ausgeübt und gelehrt haben. Hier sei besonders auf die Mantra Einweihung bei Yoga Vidya eingegangen.

Mantra Einweihung ist wie die Entzündung eines spirituellen Feuers

Wenn man ein Feuer entzünden will, kann man die Flamme von einem anderen Feuer nehmen und so das neue Feuer entzünden. Aber es reicht nicht aus, das Feuer nur zu entzünden, sondern man muss neuen Brennstoff auflegen, damit das Feuer unterhalten wird und immer größer werden kann. So wird im Moment der Mantraweihe ein neues spirituelles Feuer im Aspiranten entzündet und durch die darauffolgende Meditation Brennholz nachgelegt und alles Begrenzte verbrannt, so dass du zur Erleuchtung kommen kannst. Das Wiederholen des Mantra ist das Auflegen von Brennstoff in das Feuer. So wird das Licht der Mantraweihe immer weiter wachsen können und das ganzes Leben des Aspiranten durchdringen, mit Licht und Wärme, also Erleuchtung und Liebe, füllen können.

Wer kann eine Mantra Einweihung erhalten?

Wer ernsthaft auf dem spirituellen Weg ist, eine größere spirituelle Anbindung sucht, seiner spirituellen Erfahrung einen Auftrieb geben will, der ist bereit für eine Mantra Einweihung. Die Mantra Einweihung ist verbunden mit dem Versprechen, täglich mindestens 20 Minuten zu meditieren, mindestens 20 Minuten lang das Mantra zu wiederholen. Wer dies ernsthaft beabsichtigt kann eine Mantra Einweihung erhalten. Meist ist die Mantra Einweihung auch mit dem Eintritt in eine Sampradaya, eine Traditionslinie, verbunden. Swami Sivananda, der Sadguru bei Yoga Vidya, hat jedoch auch Schülern ein Mantra gegeben, die ihn nicht als ihren Guru angesehen haben. Manche, die eine Mantra Einweihung bei Yoga Vidya bekommen, bitten dabei Swami Sivananda innerlich darum, sie als seine Schüler anzunehmen. Viele bitten einfach nur um Segen und Vertiefung der spirituellen Praxis und Erfahrung und stimmen sich auf das Göttliche ein.

Wer kann eine Mantra Einweihung geben?

Steine mit dem tibetischen "Mantra Om mani padme hum"

Um eine Mantra Einweihung zu geben, muss man entweder die Gottverwirklichung erreicht haben, oder in einer Einweihungslinie stehen von jemandem, der die Gottverwirklichung erreicht hat. Mit anderen Worten: Wer eine Mantra Einweihung gibt, der braucht dazu eine Autorisierung, entweder direkt von Gott über die tiefe innere Erfahrung oder durch seinen spirituellen Lehrer.

Bei Yoga Vidya erhalten diejenigen, welche die Mantra Einweihung geben dürfen, eine gründliche Ausbildung als Meditationslehrer. Die Yoga Vidya Meditationslehrer Ausbildung umfasst die 2-jährige Yogalehrer Ausbildung (bzw. 3-jährige Yogalehrer Ausbildung, 2-jährige Yogalehrer Bausteinausbildung), die Meditationskursleiter Ausbildung, die spirituelle Lebensberater Ausbildung, die Mantra-Meditation Intensivwoche und abschließende 2-wöchige Intensivausbildung mit Sukadev, in welcher der werdende Meditationslehrer, die werdende Meditationslehrerin, intensiv praktiziert, sich einstimmt auf die Traditionslinie von Shankaracharya, dem großen indischen Philosophen des Mittelalters, und Swami Vishnu, den Vorgang der Mantra Einweihung gründlich lernt und dann im Abschlussritual die formelle Autorisierung bekommt, die Mantra- Einweihung zu geben.

Wer Mantra Einweihung gibt, muss sich dabei auch an die Sattwa (Reinheit) Regeln im Yoga halten, insbesondere kein Fleisch und Fisch essen, auf alkoholische Getränke, Drogen, Tabak verzichten. Vom Schüler wird dies nicht vorausgesetzt (obgleich es ratsam ist), aber vom Einweihenden in jedem Fall. Um einweihen zu können, muss natürlich auch der Einweihende täglich meditieren und sehr ernsthaft bei seinen spirituellen Praktiken sein. Der Einweihende in der Tradition von Yoga Vidya sollte sich dabei als Schüler und Instrument von Swami Sivananda fühlen, und spüren, dass nicht er selbst die Mantra Einweihung gibt, sondern Swami Sivananda durch ihn.

Um eine Mantra Einweihung bei Yoga Vidya geben zu können, braucht man also erstens die dazu notwendige Ausbildung, zweitens das autorisierende Ritual und drittens eine entsprechende Lebensführung und innere Einstellung – sowie das innere Gefühl, dass die Einweihungsenergie durch einen fließen kann.

Bei Interesse an einer Mantra Einweihung wende dich also an einen Ashram von Yoga Vidya. Dort bekommst du nähere Informationen, wie und wann du ggf. in ein Mantra eingeweiht werden kannst.

Mantra Einweihung (Teil 2), Yoga Vidya Journal Nr. 31, Herbst 2015

Im vergangenen Journal konntest du lesen, welch große Hilfe die Mantra Einweihung auf dem spirituellen Weg ist, wer eine Mantra Einweihung erhalten und wer sie geben kann. In der aktuellen Ausgabe beschreibt Sukadev die unterschiedlichen Mantras und wie du ein Mantra für dich aussuchen kannst.

Welche Mantras sind für die Meditation und Einweihung geeignet?

Mantra Mantraweihe Japa.jpg

Es gibt in den alten Schriften, den Mantra Shastras, Beschreibungen, welche Mantras für die Meditation geeignet sind. Jede Yoga-Einweihungs-Tradition hat dabei ein oder mehrere Mantras, in die eingeweiht wird. Grundsätzlich kann nicht jeder in jedes Mantra einweihen – sondern ein Einweihender kann nur in die Einweihungs-Mantra seiner Tradition einweihen. Nicht jedes Mantra eignet sich zur Meditation:

  • Manche Mantras sind eigentlich Kirtans und daher

hauptsächlich für das Singen geeignet.

für Rezitation, Puja (indisches Verehrungsritual) oder auch zur Einleitung der Meditation gedacht, aber nicht für die Meditation.

vor der Meditation, aber nicht für die Meditation selbst gedacht.

vom Herzen her mit Gott verbinden, aber dieses Gebet hat eben nicht den Mantra-Charakter, die Kraft des Klanges. • Bei Yoga Vidya werden nur Moksha- (Befreiungs-) Mantras für Einweihungen verwendet. Die Moksha Mantras können den Aspiranten bis zu Moksha, zur Befreiung, zur Erleuchtung führen. • Es gibt auch reine Siddhi Mantras (Mantras zur Erlangung übernatürlicher Kräfte), die man für einen speziellen Zweck rezitieren kann, z.B. für Mut, Vertrauen, Heilung von Krankheiten, Öffnung eines speziellen Chakras etc.

Bei Yoga Vidya gibt es eine Liste mit Mantras, die für die Meditation geeignet sind. Diese findest du z.B. im Yoga Vidya Yogalehrer Handbuch und im Yoga Vidya Kirtanheft, in der 17. Auflage unter Nr. 699.

Wenn man mit einem anderen Mantra als mit den in Nr. 699 aufgeführten Mantras meditieren will und das Mantra das Wort "Om" enthält, kann man in das OM eingeweiht werden, und die weiteren Teile seines Mantras auch wiederholen. Manche Aspiranten mit einer Beziehung zu Jesus wiederholen z.B. "Om Jesus".

Wie findet man sein Mantra?

Es gibt drei unterschiedliche Traditionen, wie man sein Mantra findet:

  • Bei manchen Yoga Traditionen gibt es nur ein Mantra,

in das eingeweiht wird oder auch nur ein Mantra für eine spezifische Einweihung. Wer sich also für eine bestimmte Einweihungstradition entscheidet, bekommt das Mantra dieser Tradition. Beispiel: In bestimmten Shiva Traditionen wird man grundsätzlich nur in Om Namah Shivaya eingeweiht, in anderen Shiva Traditionen erhält man anfangs das Om Namah Shivaya, in einer weiteren Einweihung als Zusatzmantra Soham.

  • In anderen Traditionen gibt es verschiedene Mantras,

in die eingeweiht wird. Es sucht aber der Lehrer bzw. der Einweihende das Mantra für den Schüler aus.

  • Eine dritte Möglichkeit ist, dass der Schüler das Mantra

selbst aussucht.

Bei Yoga Vidya sucht der Aspirant, die Aspirantin, sich grundsätzlich das Mantra selbst aus. Das Aussuchen des Mantras gehört zum Einweihungsprozess dazu: Indem der Schüler, die Schülerin überlegt, welches Mantra zu ihm, zu ihr, passt, stimmt er/sie sich auf die spirituelle Energie ein. Das Aussuchen des Mantras kann auch eine tiefe Form der Selbstbefragung, der Introspektion, des Gebetes und der Verbindung zur inneren und äußeren Führung werden. Wer will kann auch jemand Erfahrenen um Rat bitten.

Man kann sein Mantra nach folgenden Kriterien aussuchen: 1. Das wichtigste Kriterium ist der Klang des Mantra: Wer von einem bestimmten Mantra einfach vom Klang her angezogen wird, sollte dieses Mantra wählen und nicht weiter überlegen. Wichtig ist, dabei das Mantra in der Meditation zu rezitieren. Manche Mantras können einen tief berühren, wenn sie gesungen werden, aber weniger, wenn man sie geistig wiederholt. Und es gibt manchmal auch ein Mantra für einen Aspiranten, das diesen tief in die Meditation führt, ihn aber beim Mantrasingen nicht so stark berührt. Wer in der Meditation merkt, dass ein bestimmtes Mantra ihn tief berührt, der hat sein Mantra gefunden. Vielleicht hat er es ja schon in einem früheren Leben rezitiert – in jedem Fall entspricht die Schwingung des Mantra der Schwingung der tiefen Teile der Persönlichkeit.

2. Bild des Mantras: Mantras haben Bilder, die dem Mantra entsprechen. Das können die Sanskrit Schriftzeichen des Mantra sein, ein Yantra (geometrisches Symbol) oder auch das Bild des göttlichen Aspekts, der mit dem Mantra in Verbindung steht. Wer intuitiv von einem bestimmten Bild tief im Herzen angezogen wird, kann ein dementsprechendes Mantra auswählen.

3. Art des Mantras: Manche Aspiranten wollen ein abstraktes Mantra, manche lieber ein Mantra des männlichen Gottesaspektes, andere lieber ein Mantra des weiblichen Gottesaspektes. Wer über keinen bestimmten Gottesaspekt meditieren möchte, sondern nur über das Göttliche an sich, kann ein abstraktes Mantra wählen wie Om oder Soham. Wer einen besonderen Bezug zum Vater-Aspekt Gottes hat, wählt ein Mantra, das den männlichen Gottesaspekt mit einschließt, wie Om Namah Shivaya und Om Namo Narayanaya. Wer im Göttlichen besonderen Bezug zum Mutteraspekt hat, kann z.B. [[Om Shri Durgayai Namaha]] oder Om Shri Mahalakshmyai Namaha wählen.

4. Bezug zu den mythologischen Gottesaspekten: Im Yoga Vedanta geht man davon aus, dass es nur ein unendliches Göttliches gibt, das sich in allem manifestiert. Die verschiedenen Namen Gottes sind nur verschiedene Namen des gleichen Göttlichen. Der gleiche Mensch kann in verschiedenen Bezeichnungen unterschiedlich benannt werden. Angenommen jemand heißt Petra Schmidt, dann kann sie ganz unterschiedlich genannt werden: Ihr Kind wird sie nennen "Mama", ihre Freundin wird sagen "Petra", ihr Mann "Liebling", ihre Mitarbeiterin wird sagen "Chefin", ihr Chef mag sagen "Frau Schmidt". So existieren viele Aspekte des gleichen Gottes, für die es dann mythologische Geschichten und wunderschöne Bilder gibt. Wer einen besonderen Bezug zu den Shiva Geschichten bzw. Shiva Bildern hat, der wählt das Mantra Om Namah Shivaya. Wer die bildlichen Darstellungen von Ganesha einfach großartig findet und sie im Herzen spürt, der wählt das Mantra Om Gam Ganapataye Namaha.

5. Bedeutung des Mantras: Unterschiedliche Menschen haben einen unterschiedlichen Bezug zu Spiritualität. Dem entsprechen die Mantras. Wer z.B. in der Meditation die Essenz der Spiritualität sieht, im Alleinmit-Gott-Sein, kann das Shiva Mantra wählen. Wer in Liebe und Freude den Sinn sieht, kann ein Krishna-Mantra wiederholen. Wer im uneigennützigen Dienen die Essenz des spirituellen Weges sieht oder auch in der Schönheit der Natur, kann ein Lakshmi Mantra wiederholen. So entspricht jedes Mantra einem tiefen Aspekt der Persönlichkeit, der Spiritualität, der Sehnsucht. Man wählt als Haupt-Mantra das Mantra, das einem in der Tiefe entspricht (kein "therapeutisches Mantra", mit dem man das entwickeln würde, was man nicht hat).

Mantra Einweihung (Teil 3), Yoga Vidya Journal Nr. 32, Frühjahr 2016

In diesem letzten Teil des Artikels geht es um die praktischen Fragen einer Einweihung, wenn du dir dein persönliches Mantra ausgesucht hast. Außerdem gibt Sukadev eine Zusammenfassung über die positiven Wirkungen.

Anmeldung zur Mantra Einweihung

Um die Mantraweihe zu erhalten, muss man erst innerlich sicher sein, dass man das Mantra täglich mindestens 20 Minuten wiederholen und täglich 20 Minuten lang mit dem Mantra meditieren will.

Dann muss man jemanden finden, der die Mantraweihe geben kann und dazu bereit ist. In allen Yoga Vidya Ashrams gibt es eine oder mehrere autorisierte Personen, welche die Mantraweihe geben können. Und in jedem Ashram gibt es Vorgehensweisen, wie man sich dazu anmeldet. Manchmal können individuelle Termine ausgemacht werden. Im Rahmen von Yogalehrer Ausbildungen gibt es mehrere Termine, zu denen Mantra Einweihungen möglich sind. Aber auch diejenigen, die an keiner Yogalehrer Ausbildung teilnehmen, können eine Mantra Einweihung erhalten.

Typischerweise nimmt man erst an einem Mantraweihe-Infogespräch teil und kann sich danach für eine Mantra Einweihung anmelden.

Auch viele Yoga Vidya Stadtzentren haben einen Meditationslehrer, der zu Mantra Einweihungen berechtigt ist. Und es gibt Yoga Vidya Meditationslehrer, die auch außerhalb der Yoga Vidya Zentren und Ashrams berechtigt sind, in der Yoga Vidya Tradition Mantra Einweihungen zu geben.

Vorbereitung zur Mantra Einweihung

Nachdem man sich für die Mantra Einweihung angemeldet hat, bereitet man sich wie folgt vor:

  • Am Tag der Mantra Einweihung sollte man vor der Mantraweihe

nichts essen, also fasten. Viele Aspiranten fasten auch nach der Mantra Einweihung den ganzen Tag, um so die Kraft des Mantras stark werden zu lassen.

  • Am Morgen der Mantra Einweihung oder auch direkt davor

duscht sich der Aspirant, putzt sich die Zähne etc. Die äußere Reinheit kann sehr hilfreich sein.

  • Der Aspirant, die Aspirantin, trägt frische Kleidung, vorzugsweise

weiße Kleidung.

  • Der Aspirant, die Aspirantin, bereitet das Dakshina, die

dreifache Spende, vor: Obst, Blumen, Geldspende. Obst drückt aus, dass das Mantra spirituelle Speise sein möge. Blumen drücken aus, dass das Mantra einen im Herzen berühren möge. Geldspende drückt aus, dass das Mantra auch das weltliche Leben spiritualisieren möge.

  • Der Aspirant, die Aspirantin, sollte schon vor der Mantra

Einweihung das Mantra auswendig rezitieren können, was insbesondere beim Gayatri Mantra und beim Om Tryambakam besonders wichtig ist.

Die eigentliche Mantra Einweihung

Die Mantra Einweihung geht in mehreren Schritten vor sich: 1. Der Einweihende, die Einweihende, erläutert nochmals, was Mantraweihe ist, wie die Mantraweihe genau stattfinden wird, welche Verpflichtung der/die Einzuweihende mit der Mantraweihe eingeht (20 Minuten tägl. Meditation und Mantrawiederholung). 2. Achmanyam, Avahana, Tilaka: Reinigung, Anrufung und Öffnung des dritten Auges: Mittels Mantras und Wassersymbolik wird die geistige Atmosphäre gereinigt, werden die Chakras geöffnet. Durch das Auftragen heiliger Pulver wird das dritte Auge geöffnet. Mittels Mantras und Visualisierung wird die Göttliche Kraft und die Gegenwart der Meister angerufen. 3. Der Einweihende rezitiert das Mantra mit dem Aspiranten solange im Wechsel, bis die Aussprache des Mantras ganz korrekt ist. 4. Einweihende/r und Einzuweihende/r wiederholen das Mantra zusammen erst laut, dann geistig. In dieser Zeit wird die Kraft des Mantras, die Mantra Shakti, aktiviert und übertragen, im Schüler/in erweckt. 5. Der/die Eingeweihte meditiert noch mindestens 15-20 Minuten lang mit dem Mantra, um so die Kraft des Mantras weiter in sich wirken zu lassen. 6. Nach Möglichkeit wiederholt der/die Eingeweihte auch am Tag nach der Mantraweihe das Mantra mit besonderer Hingabe.

Meditation und Rezitation nach der Mantra Einweihung

Nach der Mantra Einweihung meditiert der Eingeweihte jeden Tag mindestens 20 Minuten und wiederholt dabei das Mantra. Man kann es aber auch während des Tages 20 Minuten lang repetieren, z. B. beim Spazieren, bei den Asanas etc., und mit einer anderen Technik meditieren. Immer dann, wenn der Geist an nichts anderes denken muss, ist die Mantrawiederholung sinnvoll und so kann jeder Moment des Tages spiritualisiert, mit spiritueller Kraft gefüllt werden.

Wer vor einer wichtigen Entscheidung steht, Heil- oder Schutzenergie für sich oder andere braucht, kann das Mantra mit besonderer Hingabe wiederholen und sich auf diese Weise jederzeit mit dem Göttlichen verbinden, Zugang finden zur inneren Führung, zur Heilenergie, zur Schutzenergie. Durch Japa (dauernde Wiederholung) in der Meditation können irgendwann auch die Worte des Mantras weg fallen. Der Aspirant, die Aspirantin tritt in die Schwingung des Mantras und damit in Wonne und spirituelle Verbindung ein. Die Mantra Schwingung verschmilzt mit der kosmischen Schwingung. Der Aspirant, die Aspirantin, erfährt Samadhi, das Überbewusstsein, welches schließlich zu Moksha, zur Befreiung, führt.

Die Mantraweihe als wichtige Hilfe und großer Segen auf dem spirituellen Weg

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Mantra Einweihung eine wichtige Hilfe, ein großer Segen auf dem spirituellen Weg ist. Sie beinhaltet das innere Versprechen des Aspiranten, den spirituellen Weg ernsthaft und konsequent zu gehen, in jedem Fall täglich das Mantra zu wiederholen und zu meditieren. Dieser innere Entschluss, der dann auch mit einem Versprechen in der Mantra Einweihung verbunden ist, gibt dem Leben eine klare Ausrichtung und verhilft zu innerer Klarheit, Gewissheit, Stabilität.

Die Mantra Einweihung an sich aktiviert die Mantra Shakti, die Kraft des Mantras, löst Blockaden im Aspiranten, verbindet den Aspiranten mit den Tiefen seiner Seele, mit dem Göttlichen und der Kraft der Meister. Wer eine Mantraweihe bekommen hat, kann sein Mantra sehr effektiv nutzen, um auch in Zeiten von Krankheit, Krisen, Ungewissheit sich jederzeit mit dem Göttlichen zu verbinden und Energie für andere zu schenken. Am wichtigsten: Die Mantraweihe hilft, auf dem spirituellen Weg gut voranzuschreiten, gute Fortschritte auf dem spirituellen Weg zu machen, sich jederzeit mit dem Göttlichen zu verbinden, das Göttliche zu erfahren. Mantraweihe gibt der Meditation eine größere Tiefe und ist ein wunderbares Mittel, in jedem Moment göttliche Kraft zu spüren. Sie kann ein Mittel sein, sich der Führung durch die Meister zu öffnen. Mantraweihe ist eine wertvolle Unterstützung, um das Ziel des Yoga, die Erleuchtung, die Selbstverwirklichung, die Gottverwirklichung zu erfahren.

Siehe auch

Seminare

Mantras und Musik

21. Jun 2017 - 21. Jun 2017 - Mantra-Konzert mit Kai und Frauke
Mantra-Konzert mit Kai und Frauke
Kai Treude,Frauke Richter,
23. Jun 2017 - 25. Jun 2017 - Harmonium - Aufbauseminar
Du hast deine ersten Erfahrungen und Kenntnisse mit dem Harmoniumspielen erworben und möchtest jetzt einfach mehr lernen? Wir singen und begleiten gemeinsam viele neue Bhajans und werden viel Freu…
Devadas Mark Janku,

Meditation

23. Jun 2017 - 25. Jun 2017 - Vipassana-Meditations-Schweigekurs
Vipassana ist die dem Buddha zugeschriebene Meditationsform. Intuitiv gewinnst du Einsicht in das Leben wie es wirklich ist. Du betrachtest einfach nur alle Vorgänge während des stillen Sitzens,…
Jochen Kowalski,
25. Jun 2017 - 02. Jul 2017 - Meditationskursleiter Ausbildung Teil 1
Erfahre in dieser Ausbildung die Tiefen der Meditation. Meditation ist neben Yoga die wichtigste Übung aller spirituellen Wege. Wer täglich Yoga und Meditation übt, schöpft daraus viel Kraft un…
Swami Divyananda,Pranava Koch,Mirabai Müller,