Purashcharana

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Das Gayatri Mantra verkörpert in der Göttin Gayatri

Purashcharana ist eine intensive Form der spirituellen Praxis, bestehend aus intensiver Mantra Meditation und Rezitation (Japa) über einen bestimmten Zeitraum hinweg, um die Mantra Shakti zu aktivieren, seinen spirituellen Fortschritt zu beschleunigen.

Purashcharana (Sanskrit: पुरश्चरण puraścáraṇa adj. u. n.) vorbereitend; Vorbereitung (einer Yajus-Rezitation) Die Art der Wiederholung eines Mantra, mit Gefühl und in einer besonderen Weise, mit einer bestimmten Anzahl von Wiederholungen, mit der korrekten Einhaltung einer festgelegten Anzahl von Japas, um echten Nutzen aus dem Mantra zu ziehen.

Purashcharana

Swami Sivananda bei der Praxis von Japa

- Auszug aus dem Buch "Mantra Meditation" von Sukadev Bretz -

Purashcharana ist eine spezielle Form der spirituellen Praxis, bestehend aus intensiver Mantra Meditation und -Rezitation (Japa) über einen bestimmten Zeitraum hinweg, um die Mantra Shakti zu aktivieren und den spirituellen Fortschritt zu beschleunigen.

Purashcharana bedeutet, dass du dich eine gewisse Anzahl von Tagen, Wochen, Monaten oder gar Jahren der Mantra-Wiederholung und - Meditation widmest. Es gilt auch als ein Vrata, ein Gelübde, ein besonderer Vorsatz, mit dem du dir vornimmst, dich eine gewisse Zeitlang jeden Tag viele Stunden der Mantrapraxis zu widmen.

Ein Purashcharana dient allgemein zur Vertiefung des spirituellen Lebens und so ist es gut, wenn ein Aspirant/eine Aspirantin, der/die einen persönlichen Mantra hat, mindestens einmal im Leben auch ein Purashcharana übt.

Formen von Purashcharana

Klassischerweise gibt es zwei Hauptformen von Purashcharana: das einfache Purashcharana und das etwas komplexere, noch formellere.

Einfache Formen von Purashcharana

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Rezitationen gemäß der Silbenzahl des Mantras

Hier soll man für ein vollständiges Purashcharana den Mantra 100.000 Mal so häufig rezitieren wie er Silben hat.

Zum Beispiel:

  • Für ein Purashcharana mit dem oṃ namaḥ śivāya-Mantra, welcher fünf Silben hat (oṃ wird hier nicht mitgezählt), müsstest du also 500.000 x oṃ namaḥ śivāya rezitieren.
  • Mit dem acht-silbigen Mantra oṃ namo nārāyaṇāya wäre es 800.000 x.
  • Für das zwölf-silbige oṃ namo bhagavate vāsudevāya 1.200.000 x.
  • Je länger der Mantra und je mehr Silben er umfasst, desto häufiger ist der Mantra zu rezitieren, um ein volles Purashcharana auszuführen. Wenn du zum Beispiel den Gāyatrī Mantra rezitieren und damit ein Purashcharana machen willst, dauert das ziemlich lange.

2. Rezitationen an einer bestimmten Anzahl von Tagen

Du nimmst dir vor, dich eine gewisse Zeit lang ganz der Mantrapraxis zu widmen. Die kürzeste Weise wäre fünf Tage oder eine Woche. Wenn du mehr Zeit hast für eine intensive spirituelle Praxis und du besonders mit dem Mantra arbeiten willst, kannst du diese Phase natürlich auch auf mehrere Wochen, einen Monat, mehrere Monate oder ein Jahr ausbauen. Statt also deinen Urlaub am Strand oder mit verschiedenen Aktivitäten zu verbringen, verbringst du die Zeit nur mit der Rezitation des Mantras.

Komplexere Formen von Purashcharana

Diese sind in Indien mit einem formellen Vrata, Gelübde verbunden und mit zusätzlichen rituellen und formellen Bestimmungen:

1. Einweihung durch einen Meister/Guru in das Purashcharana. 2. Zu Beginn kann man eine Pūjā oder einen Homa, also ein Verehrungs- beziehungsweise Feuerritual machen, dafür um Segen und Führung zu bitten. Und man kann es mit einem Ritual abschließen, in der Regel mit einem Homa. 3. Häufig verbindet man diese Art von Purashcharana auch mit einer Spende für eine gemeinnützige Organisation oder seine/n spirituellen Lehrer/in. 4. Meist verbunden mit einem formellen Vrata, zum Beispiel als Sühne für etwas oder einem ganz konkreten Wunsch für ein Herzensanliegen. In diesen Fällen ist es besonders wichtig, auf rituelle Stimmigkeit und rituelle Eingebundenheit zu achten.

Wenn man zum Beispiel etwas Unrechtes getan hat, kann man natürlich um Entschuldigung bitten. Man kann versuchen, den Schaden gut zu machen. Zusätzlich gibt es in Indien eben auch die Praxis, ein Purashcharana als Bußübung zu machen, um das Geschehene energetisch zu bereinigen.

Ebenso machen Menschen in Indien manchmal Purashcharana, um etwas Konkretes zu erreichen. Verbreitet ist es zum Beispiel bei Kinderwunsch, dass beide Partner ein gemeinsames Purashcharana dafür machen oder einer der beiden Partner.

Diese Art von Purashcharana machen wir normalerweise als spirituelle Aspiranten nicht. Ich empfehle sie auch nicht und leite Menschen nicht dazu an. Sondern wir machen ein Purashcharana, um in der spirituellen Praxis voranzukommen, uns noch tiefer mit der Mantrakraft zu verbinden.

Bei Purashcharanas, die hauptsächlich dem spirituellen Fortschritt und der Vertiefung der Beziehung zum Mantra dienen, ist das Wichtigste, dass du den Mantra ernsthaft und konzentriert wiederholst. Du kannst den Anfang und den Abschluss dieser Zeit für dich selbst auf eine geeignete Weise feierlich begehen, zum Beispiel indem du zu Anfang für dich selbst verschiedene Mantras zur Einstimmung wiederholst, dich bewusst vor dem Altar niederkniest, um Segen für die Zeit bittest und am Ende Dankbarkeit ausdrückst, dass du diese Praxiszeit haben konntest.

Formelle Regeln während eines Purashcharana

1. Du machst das Purashcharana mit deinem Mantra, also einem einzigen Mantra.
2. Diesen Mantra wiederholst du jeden Tag mindestens sechs Stunden in der Meditation. Zum Purashcharana gehören also täglich sechs Stunden sitzende Mantra Meditation. Diese können natürlich von Gehmeditationen unterbrochen sein und müssen auch nicht am Stück sein, sondern über den Tag verteilt. Du kannst dabei auch variieren: Den Mantra mal laut, mal flüsternd, mal geistig wiederholen, mal langsamer, mal schneller, mit dem Atem koordinieren, die Japa Mālā einsetzen und so weiter.
3. Du wiederholst den Mantra auch sonst während des Tages dauernd, praktisch von morgens bis abends. Also auch bei deinen Āsanas, deiner Prānāyāma-Praxis, beim Essen, Spazierengehen, Liegen und was immer du machst, wiederholst du diesen einen Mantra.
4. Maximal zwei bis vier Stunden am Tag kannst du verbringen, ohne deinen Mantra zu wiederholen. Angenommen, du bist in der Zeit in einem Ashram, dann kannst du zum Beispiel auch andere Mantras im Satsang mitsingen oder in der Yogastunde den Anleitungen folgen.
5. Du hältst dich als ein Muss an eine rein vegetarische Ernährung und verzichtest auf Alkohol, Tabak, Drogen. Wenn möglich, machst du die Ernährung in der Zeit noch sattviger, indem du hauptsächlich Obst isst und vegane Milch, zum Beispiel Reismilch, zu dir nimmst. Schwer verdauliche Nahrung solltest du in der Zeit meiden, sondern so essen, dass es dir hilft, dich leichter und durchlässiger zu fühlen. Du könntest das Purashcharana auch mit Fasten verbinden.
6. Klassischerweise heißt es, man sollte die Praxis an einem heiligen Ort machen. Also da, wo eine hohe reine Schwingung und Atmosphäre ist, wo der Geist erhoben wird und es dir leicht fällt zu meditieren. Das kann an einem Pilgerort sein oder auch in einer Ashram-Umgebung, wo du dich ganz auf deine Praxis konzentrieren kannst und dich nicht um Essen und alltägliche Dinge kümmern musst. Natürlich kannst du es auch zu Hause bei dir durchführen. Wenn du allerdings einen/eine Partner/in, oder Familie hast, ist es zu Hause vielleicht nicht ganz so einfach.
7. Ablenkungen möglichst ausschalten und meiden. Du beschäftigst dich in der Zeit möglichst nicht mit dem Internet, Social Media, E-Mails, Telefon, Zeitschriften, Unterhaltungslektüre und so weiter, sondern fokussierst dich soweit wie möglich ganz auf die spirituellen Praktiken.
8. Äußere Reinheit: Klassischerweise wurde dreimal täglich ein Bad im Ganges oder einem anderen heiligen Fluss, See oder Teich empfohlen. Übertragen auf unsere heutigen Verhältnisse heißt das, du würdest täglich duschen und auch sonst darauf achten, dass deine Umgebung rein, sattvig, erhebend ist.
9. Wenn du so viele Stunden mit dem Mantra meditierst, ist es in der Regel gut, eine Japa Mālā zu verwenden. Sodass du auch wirklich den Mantra bewusst wiederholst und nicht in der Zeit Luftschlösser baust oder im Sitzen vor dich hindöst, was durchaus eine gewisse Gefahr ist.
10. Hilfreich sind natürlich auch die weiteren spirituellen Praktiken, insbesondere diejenigen, die dich energetisieren, wie Āsanas und Prānāyāma, und die dich entspannen und den Geist harmonisieren und erheben, wie Śavāsana (Tiefenentspannung), Kirtansingen oder etwas in einem spirituellen Buch zu lesen.
11. Zwar musst du Purashcharana nicht mit Schweigen verbinden, aber die meisten machen es so, dass sie in der Zeit eher nicht sprechen oder mindestens tagsüber während der gesamten Praxis nicht sprechen.

Wirkungen von Purashcharana

Die Wirkungen kann man gut anhand verschiedener Mantra-Aspekte beschreiben:

Kīlaka - Reinigung

Purashcharana ist besonders gut, um den Kīlaka zu lösen, dich innerlich zu reinigen. Wenn du einige Tage damit verbringst, wirklich nur den Mantra zu wiederholen, werden sich viele Unreinheiten lösen. Das bedeutet natürlich auch, und damit musst du rechnen, dass

All das kann passieren und es ist ganz natürlich. Wichtige Empfehlung: Sei dir bewusst, das ist ganz natürlich und es ist hilfreich für dich. Identifiziere dich nicht damit. Beobachte es einfach, ohne es weiter zu analysieren. Und sei froh, dass alles Mögliche an die Oberfläche kommt. Wiederhole den Mantra weiter und was immer kommt löst sich dann auf. Der Mantra schützt und leitet dich. Du kannst intensive dauerhafte Fortschritte machen, wenn während dieser intensiven Mantra-Wiederholung körperliche, energetische, emotionale, geistige Reinigungen geschehen und du auf diese Weise von ihnen frei wirst.

Shakti - die Kraft des Mantras

Durch das intensive Wiederholen erweckst du die Kraft des Mantras, die dann dauerhaft wirkt. Nach einem Purashcharana wird auch die normale 20-minütige Meditation stärker wirken als vorher. Du hast die Kraft des Mantras erweckt.

Shakti und ihre Schwingung (Mātrā)

Du erfüllst dich mit der Schwingung des Mantras, was mit dieser Shakti zu tun hat. Du spürst die Kraft des Mantras und dein ganzer Körper, deine Chakras und Nādis pulsieren mit diesem Prāṇa, dieser feinstofflichen Energie.

Ishta-devatā – die Gegenwart Gottes

Wenn du den Mantra so intensiv wiederholst, kannst du Zugang zu Gott finden. Möglicherweise hast du eine Vision des Gottesaspekts oder des Göttlichen oder das Gefühl, in der direkten Gegenwart Gottes zu sein.

Rishi – Zugang zu Guru oder Traditionslinie

Eventuell findest du auch einen stärkeren Zugang zu deinem Guru oder allgemein zu der Guruparamparā, der Traditionslinie, in der du praktizierst. Vielleicht hast du eine Vision deines Gurus, vielleicht einer Lichtgestalt, vielleicht spürst du plötzlich, was zu tun ist, spürst Segen und Führung. Ein Purashcharana kann daher auch in Lebenssituationen hilfreich sein, in denen man in einer Umbruchsphase ist, einfach nicht weiter weiß oder vor einer wichtigen Entscheidung steht. Angenommen, du hast deinen Job verloren und weißt nicht, was du machen sollst, kann es durchaus hilfreich sein, eine Woche mit intensiver Mantra-Wiederholung zu verbringen. Du wirst feststellen, dass eine innere Führung kommt und dir zeigt, was das Richtige ist oder wie es weitergehen kann.

Nicht alle Wirkungen kommen gleich bei jedem

Allerdings gilt auch: Nicht jedes Purashcharana führt jeden Aspiranten zu überbewussten Erfahrungen. Der/die Sādhaka (Praktizierende) muss dafür reif sein. Purashcharana kann auch anstrengend sein. Der Geist kann sich auch mit Müdigkeit oder Unruhe wehren. Spirituellen Fortschritt kann man nicht erzwingen. Man kann sich bemühen, etwas tun, aber der Fortschritt muss ganz natürlich kommen und wenn man noch nicht reif dafür ist, wird die Praxis zunächst Hindernisse im Hintergrund wegräumen – manchmal sogar schwerere karmische Dinge, deren man sich gar nicht bewusst ist - und das wird dann eher nur als anstrengend erlebt.

Schrittweise ausprobieren

Daher solltest du es erst einmal mit maximal fünf Tagen ausprobieren – zum Beispiel auch zuerst mit einer begleiteten Mantra Meditation Intensivwoche und anschließend einem „Mini-Purashcharana“, bevor du an eine längere Phase herangehst. Wenn du es vorziehst, gleich allein zu üben, kannst du ein Purashcharana mit den obigen Anleitungen für dich mal einen Tag oder bis zu fünf Tagen ausprobieren.

Wenn du feststellst, dass dir eine Woche gut tut, könntest du überlegen, später – vielleicht in einem halben Jahr oder in einem Jahr - einen ganzen Monat Purashcharana zu üben. Und wenn du dann merkst, dass dir diese lange Zeit gut tut, kannst du zwei oder drei Monate später ein dreimonatiges Purashcharana üben.

Wenige werden feststellen, dass diese drei Monate wirklich notwendig und hilfreich sind. Ernsthafte Aspiranten, die mit einem Mantra meditieren, stellen in der Regel fest, dass ein Mal oder ab und zu mal vier bis fünf Tage Purashcharana hilfreich und ausreichend sind, um dauerhaft einen tieferen Zugang zum Mantra zu geben.

Video - Purashcharana

Sukadev erläutert eine spezielle Form der intensiven spirituellen Praxis, nämlich Purashcharana. Für Purashcharana verbringst du einige Tage mit intensiver Mantrameditation und Mantrarezitation. Wie du Purashcharana ausführst, wofür es gut ist, wo du Purashcharana ausführen kannst, dafür bekommst du hier tiefgehende Informationen. Ausschnitt aus dem Kursvideo der 7. Woche des [Mantra Meditation Kurs Podcast Mantrameditationskurses].

Purashcharana - Erläuterungen von Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ von Swami Sivananda, Buch I - Tantra Yoga, 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. 38 - 40. Divine Life Society

Die Art der Wiederholung eines Mantra, mit Gefühl und in einer besonderen Weise, mit einer bestimmten Anzahl von Wiederholungen, mit der korrekten Einhaltung einer festgelegten Anzahl von Japas, um echten Nutzen aus dem Mantra zu ziehen, wird Purashcharana genannt.

Der Praktizierende von Mantra Purashcharana sollte Gemüse, Obst, Milch[1] , Wurzel- und Knollengewächse, Quark, Gerste, Havishya (Reis, der mit Ghee, Zucker und Milch gekocht und bereits Gott geopfert wurde) zu sich nehmen oder allein von Bhiksha leben.

Jeder heilige Pilgerort und jede heilige Stelle an den Ufern von heiligen Flüssen, jede Höhle, Hügel- und Bergspitze, jede Flusseinmündung, jeder große heilige Wald, jeder Platz unter einem Asvatta-Baum - all dies sind empfehlenswerte Orte, die dafür geeignet sind, Purashcharana auszuführen.

Der Sadhaka sollte so zu sitzen kommen, dass er während des Japa entweder Richtung Osten oder Norden ausgerichtet ist. Zu nächtlicher Stunde kann er sich auch so setzen, dass er nur gen Norden schaut. Man sollte dreimal am Tag ein Bad nehmen, und wenn dies nicht möglich ist, wenigstens zweimal, und wenn nicht einmal das geht, zumindest einmal am Tag baden, je nach Annehmlichkeit und den vorherrschenden Umständen. Ein fortgeschrittener Aspirant kann eine Mala benutzen, muss es aber nicht. Es hängt ganz davon ab, in welchem Stadium der Entwicklung er sich befindet. Padma, Siddha, Svastika, Sukha oder Vira Asana sind für Japa empfehlenswert. Baumwollstoff, eine Decke, Seide oder ein Tigerfell sollten als Sitzunterlage verwendet werden - das wird Saubhagya, Jnana und Siddhi bringen.

Man sollte Abstand von allen Gedanken an weltliche Objekte nehmen und vollkommen in der inneren Bedeutung des Mantra aufgehen. Das Mantra sollte weder sehr schnell noch zu langsam und so viele hunderttausend Male wiederholt werden, wie die Anzahl der Buchstaben, welche das Mantra enthält.

Die Anzahl der Japas, welche jeden Tag vollzogen werden, sollte gleichbleibend sein und nicht von Tag zu Tag variieren. Nach beendeten Japas sollten Ahutis von Ghee oder Opfergaben des vorgeschriebenen Charus, deren Anzahl einem Zehntel der vollbrachten Japas entspricht, im heiligen Feuer dargebracht werden. Man kann dies auch am Ende jeder einhundertausend Male tun.

Wenn die erforderliche Anzahl von Japas erreicht ist, sollten im Yajna-Ritual Opfergaben in der Anzahl von einem Zehntel der gesamten vollzogenen Japas dargeboten werden, wobei bei jeder Opfergabe dasselbe Mantra oder dieselbe Ahuti gesprochen werden sollte.

Für den Fall, dass jemand nicht in der Lage ist, ein Homa auszuführen und dessen Auflagen zu erfüllen, so kann er der Gottheit trotzdem Ehrerbietung erweisen, indem er zusätzlich zu all den Japas, die er gemacht hat, noch weitere Japas (zu einem Anteil von einem Zehntel aller gemachten Japas) anhängt und danach Brahmanen und Mahatmas verköstigt.

Während des Mantra Sadhana sollte, ernsthaft und strikt wie bei einem Gelöbnis, befolgt werden, dass auf dem nackten Boden geschlafen und Zölibat eingehalten wird, dreimal am Tag der Gottheit Ehrerbietung dargebracht wird, an die Gottheit Gebete gerichtet werden, dass Vertrauen in das Mantra geübt wird und dreimal am Tag gebadet wird, wobei Ölbäder ausgenommen sind.

Der Sadhaka sollte nicht dasitzen und ein Bein über das andere schlagen, und er sollte auch nicht seine Füße mit den Händen berühren. Sehr wesentlich zu jeder Zeit ist die Konzentration des Verstandes auf das Mantra und seine Bedeutung. Japa sollte nicht ausgeführt werden, während man hierhin oder dorthin läuft oder auf diese oder jene Seite schaut. Ein Upasaka (Verehrer) sollte niemals mit anderen Tätigkeiten beschäftigt sein, nicht einmal in Gedanken, und sollte auch nicht murmeln, brummen etc. oder sein Gesicht mit irgendeinem Kleidungsstück oder Tuch bedecken.

Helligkeit, Klarheit und Gedankenstille, Zufriedenheit und Sachlichkeit gegenüber Sinnesobjekten werden nach der Mantra Siddhi dämmern, wenn Purashcharana ohne eigennützige hintergründige Motive und Begierden vollzogen wird. Ein Aspirant sollte Purashcharana nicht mit einem belanglosen, eigennützigen Endziel praktizieren. Sakama Upasana wird ihm nicht wirkliches Wissen und spirituelle Erfahrung oder innere Stärke bringen. Japa sollte immer mit der Zielsetzung vollzogen werden, die Gnade einer bestimmten Gottheit zu erlangen und diese Gottheit in sich zu verwirklichen. Das beste Purashcharana ist das, welches zur Selbstreinigung und Atma Sakshatkara geübt wird. Danach bringt jedes Purashcharana, das ausgeführt wird, Sakshatkara.

Purashcharana - eine fortgeschrittene spirituelle Mantra Praxis Video und Audio

Hier ein Videovortrag von und mit Sukadev Bretz zum Thema Purashcharana - eine fortgeschrittene spirituelle Mantra Praxis:

Sukadev spricht über Purashcharana, auch Purascharana bzw. Puruscharana oder Purushcharana geschrieben. Purashcharana ist eine fortgeschrittene Praxis von Mantra Meditation, die vor allem daraus besteht, den ganzen Tag ein bestimmtes Mantra zu wiederhoen. Was ist Purashcharana? Wozu ist das gut? Wie führt man Purashcharana aus? Und wer kann Purashcharana üben? Das sind einige der Themen aus diesem Video.

Dieser Vortrag ist ein Auszug aus dem 7. Kursvideo des Mantra Meditation Kurses - Mantrameditation vertiefen in 8 Wochen.

Audiovortrag zum Thema Mantra Purashcharana und Mantra Japa im Alltag

Eine besondere Form der spirituellen Praxis ist Mantra Purashcharana, eine intensive Form der Mantra-Rezitation. Sukadev beschreibt, was das ist und wozu Mantra Purashcharana gut ist. Sukadev spricht auch davon, wie du Mantra Japa in den Alltag integrieren kannst, um dein Leben zu spiritualisieren. Und er gibt dir eine Anleitung zu Likhita Japa, zum Schreiben eines Mantras.

Hier der Audiovortrag zum Thema:


Fußnoten

  1. A.d.R.: Aufgrund der Massenproduktion von Milch und der Ergebnisse der China Study kann Milch heute nicht mehr wirklich empfohlen werden.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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