Fasten

Aus Yogawiki
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Fasten aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers

Fasten ist der vorübergehende bewusste Verzicht auf Nahrung aus gesundheitlichen und/oder religiösen Gründen. Es hat heilsame Wirkung, da der Körper die Verdauungsenergie einsparen und dafür nutzen kann, gründlich zu entgiften, was positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Auch eine seelische Reinigung findet oft in diesem Zeitraum statt, der sich meist nur über Tage oder 1-2 Wochen erstreckt. Längeres Fasten sollte möglichst unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

In vielen Fällen bedeutet Fasten gänzlichen Verzicht auf Nahrung (hier wird nur Wasser oder ungesüßter Kräutertee getrunken), während es auch andere Formen des Fastens gibt, bei dem Gemüsesäfte, Obstsäfte, Obst usw. verabreicht werden. Wichtig beim Fasten ist es, das Fasten richtig einzuleiten und auch sachgerecht zu brechen, den Magen also nach dem Fasten nicht gleich wieder zu überladen, sondern überlegt und behutsam vorzugehen (siehe unten). Das religiöse Fasten ist oft nur ein vorübergehender Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel oder Getränke.

Fasten für Körper, Geist und Seele

Mit Fasten reinigen und entgiften

Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Om namah shivaya und herzlich willkommen zu einem Vortrag über „fasten“. Dies ist ein Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe über Yogaernährung und dies ist wiederum eine Vortragsreihe im Rahmen der großen Vortragsreihe „Yoga Vidya Schulung“.

Ich hatte schon viel gesprochen in den vorigen Vorträgen über Ernährung und jetzt spreche ich etwas über die so genannte Nichternährung „fasten“, die aber in Wahrheit eine besonders gute Ernährung ist.

Fasten ist hilfreich für den Körper, hilfreich für die Energien, hilfreich für die Emotionen und die Psyche, fasten ist hilfreich für spirituelle Erfahrung. Ich möchte eben sprechen über diese Wirkungen und möchte dann auch Tipps geben über Formen des Fastens, auch, wie Du eine längere Fastenkur machen kannst und wie Du auch das Fasten gut brechen kannst.

Wozu überhaupt fasten?

Alle großen Meister hatten eine intensive Fastenperiode in ihrem Leben

Wir sind jetzt im Jahr 2017 kann ja sein, dass Du jetzt diesen Vortrag ein paar Jahre später hörst. 2017 gilt als Durchbruch in der Fasten Forschung, in der Medizin. Noch im Jahr 2010 haben die Ärzte oft über das Fasten gelächelt und haben gesagt, so etwas wie Schlacken gibt es nicht. Es wäre klüger, gesund zu leben und zu häufiges fasten könnte zu einem Ernährungsproblem werden. Es gab in den letzten Jahren einige Studien zum Thema fasten und das Fasten gilt als ein sehr guter Ratschlag und eine sehr gute Methode, den Körper gesund zu halten.

Man kann also erst einmal sagen: Fasten hilft, Krankheiten vorzubeugen, fasten kann sogar Krankheiten heilen, als solches gibt es das Heilfasten. Fasten kann allgemein für die Regeneration des Körpers sorgen. Vom Yoga her würden wir sagen: Fasten hilft, Prana subtiler zu machen und hilft auch, intensivere Energieerfahrungen zu haben. Wenn Du zum Beispiel fastest und dabei spirituelle Praktiken machst werden die spirituellen Praktiken sehr viel wirksamer sein, als wenn Du nur spirituelle Praktiken machst. Fasten hilft, dass das Prana weniger zu tun hat auf der physischen Ebene, ist nicht soviel beschäftigt mit dem Verdauen und kann dann relativ leicht in die höheren Bewusstseinsebenen kommen. Fasten ist auch etwas, was der Psyche hilft. Man weiß, dass Menschen mit manchen psychischen Störungen zum Beispiel mit Depressivität, dass es ihnen erheblich besser geht, wenn sie fasten. Es gibt andere Formen der psychischen Beschwerden, bei denen fasten vielleicht nicht so angezeigt ist wie zum Beispiel bei einer Neigung zur Schizophrenie, oder auch bei Menschen, die eine Essstörung haben, aber gerade gegen Depressivität hat sich eine Zeit des Fastens als hilfreich erwiesen.

Fasten ist auch eine Form der geistigen Kontrolle, der Disziplin, wenn Du eben eine Weile darauf verzichtest, Deinen Esstrieb zu befriedigen, wenn Du bewusst in Kauf nimmst, eine Weile Deine Stimmungen nicht zu modifizieren über Nahrungsaufnahme bekommst Du eine geistige Stärke und das Gefühl der Unabhängigkeit und der Freiheit.

Menschen, die wissen, dass sie gut ohne Nahrung auskommen könnten für eine gewisse Zeit, ein paar Tage zum Beispiel, die haben ein neues Selbstbewusstsein und auch eine gewisse psychische Stabilität.

Am wichtigsten, vom Yogastandpunkt aus, vom spirituellen Yogastandpunkt aus, ist die spirituelle Wirkung des Fastens und in fast allen Religionen gibt es Ratschläge zum Fasten. Buddha hatte sehr lange gefastet, Jesus hatte, bevor er sein öffentliches Wirken begonnen hat über 40 Tage in der Wüste gefastet. Meister, wie Swami Sivananda und Paramahansa Yogananda haben Fastenperioden gehabt und Mohammed hat längere Zeit gefastet, Moses hatte längere Zeit gefastet, im Grunde genommen, alle großen Inkarnationen, Manifestationen Gottes, alle großen menschlichen Yogameister und Meisterinnen hatten mindestens eine sehr lange Fastenphase in ihrem Leben gehabt und die meisten hatten regelmäßig Fastenphasen.

Durch intensives Fasten fällt es leichter, spirituelle Erfahrungen zu machen. So gibt es also gute Gründe zu fasten.

Formen des Fastens

  • Man spricht vom so genannten intermetierenden Fasten, also, nichts essen zwischen den Mahlzeiten.
  • Das zweite Fasten ist: einen Tag pro Woche, oder alle 14 Tage, oder einmal im Monat fasten.
  • Und dann gibt es die längeren Fastenkuren: 1-2 Mal pro Jahr fünf Tage fasten.
  • Dann gibt es das Fasten bei Erkrankungen: zum Beispiel Erkältung eine Woche fasten
  • und es gibt noch die Möglichkeit einmal in seinem Leben,
  • oder alle paar Jahre ein längeres Fasten, bis zu vier Wochen oder, ich hab auch schon Mal sechs Wochen gefastet.

Ein paar Worte zu den verschiedenen Fastenformen:

Intermetierendes Fasten

Zunächst das intermetierende Fasten als intermetierendes Fasten bezeichnet man, wenn man zwischen zwei Mahlzeiten nichts isst und die Zeit zwischen zwei Mahlzeiten mindestens 12 besser 16 Stunden dauern. Es gab gerade jetzt im Jahr 2016 wurden einige Studien durchgeführt, die haben gezeigt, wie gesund es ist 16 Stunden am Tag nichts zu essen. Letztlich die Art und Weise, wie wir bei Yoga Vidya leben: 11 Uhr Brunch, 18:00 Uhr Abendessen, zwischen 19:00 Uhr und 11:00 Uhr nichts essen gilt als ganz besonders gesund. Und so möchte ich Dich auch ermutigen, eine längere Phase des nichts Essens zu haben.

Man sagt, dass nach 11 Stunden nichts essen der Körper in einen so genannten Autophagie Modus kommt, das heißt: Innerhalb der Zellen werden dann bestimmte Teile der Zellen abgebaut, die man nicht mehr braucht und für die Zelle nicht nötig sind außerdem werden Nährstoffe aus dem Zwischenzellenraum genommen und der Körper regeneriert sich sehr gut. So sollte man mindestens 11 Stunden zwischen zwei Mahlzeiten nichts essen, 16 Stunden haben sich als besonders gut erwiesen. Und selbst die Nahrungsaufnahme einmal am Tag, wie sie in manchen Ländern üblich ist, in früheren Zeiten auch in Südindien in manchen Regionen üblich war, scheint recht gut zu sein und hilft sogar, dass man sein normales Körpergewicht erhalten kann.

Fasten einmal pro Woche, oder alle 14 Tage, oder einmal pro Monat:

Mit Gemüsesaft fasten

Swami Sivananda schreibt in seinen Büchern gerne, dass es gut ist einmal die Woche zu fasten. Besonders empfehlenswert ist der Montag, Montag ist Shiva Tag. Shiva gilt als der Aspekt der Regeneration, auch der Askese und so ist Montag ein guter Fastentag. Im Vaishnavismus wird gefastet an Ekadasi. Ekadasi ist der 11. Tag nach Neumond und nach Vollmond. Dieser Tag gilt auch als besonders geeignet zum Fasten. Und es gibt Menschen, die fasten gern an Neumond und spüren, dass ihnen das besonders gut tut.

Übrigens – zum Abnehmen kann sich fasten auch eignen. Zum Beispiel gibt es die Möglichkeit einmal im Monat 5 Tage zu fasten, oder es gibt die Möglichkeit an 3 Tagen die Woche zu fasten. Das ist auch eine Form des intermetierenden Fastens, das gerade in den Jahren 2015 bis 2017 intensiver untersucht wurde und diese Form des Fastens scheint auch besonders gesund zu sein und scheint auch gerade Menschen, die ansonsten Schwierigkeiten haben ihr Gewicht zu halten, hilfreich zu sein.

Es ist allerdings eine Form des Fastens, die wir im Yoga jetzt grundsätzlich nicht so kennen. Wir kennen das intermetierende Fasten, das Fasten einmal die Woche, oder alle 14 Tage Ekadasi, oder einmal im Monat an Neumond einen Tag lang. Und dann gibt es etwas, was Swami Sivananda und Swami Vishnu Devananda empfohlen haben: 1-2 Mal pro Jahr fünf Tage lang zu fasten. Wobei es vor dem Fasten Entlastungstage gibt und nach dem Fasten Aufbautage.

Auch hilfreich und das schreibt Swami Sivananda auch in seinen Hatha Yoga Büchern, hilfreich ist, bei vielen Erkrankungen zum Fasten zu kommen. Wenn Du zum Beispiel eine beginnende Erkältung hast, dann ist es gut mit Fasten zu beginnen und Dich mit Gemüsesaft und Obstsaft zu ernähren und viel Kräutertee und Wasser zu trinken, das verkürzt die Zeit der Erkältung oder wenn Du es rechtzeitig machst, kann es sogar dazu führen, dass Du gar nicht wirklich krank bist. Und es gibt manche andere Erkrankungen, die auch schneller mit Fasten bekämpft werden können als mit anderem.

Ob eine konkrete Krankheit mit Fasten geheilt werden kann solltest Du aber mit einem Arzt oder Heilpraktiker absprechen. Tatsächlich scheinen bestimmte Krebsformen auf Fasten anzusprechen, auch Chemotherapie scheint, anders als man es vor dem Jahr 2000 gedacht hat besser anzusprechen, wenn man dabei oder danach Fastet. Auch Arthritis, Arthrose, Rheuma spricht gut darauf an zu Fasten und auch verschiedene Autoimmunerkrankungen wie Neurodermitis und manche anderen Erkrankungen können in ihren Symptomen abgeschwächt werden wenn man Fastet. Es scheint auch bei beginnender Diabetes gut zu sein, 5 Tage pro Monat zu fasten und wenn man das 5-6 Monate macht, dann kann der Blutzuckerspiegel sich wieder normalisieren und Medikamente können überflüssig werden. Aber, wie gesagt, das sind jetzt bestimmte Grenzfälle, die Du am besten absprichst mit Arzt oder Heilpraktiker.

Ich möchte jetzt sprechen, wie ein allgemeines Regenerationsfasten aussehen kann, ein spirituelles Fasten, wo Du fünf Tage ohne feste Nahrung bleibst: Mit anderen Worten: Fasten, wie wir es bei Yoga Vidya empfehlen.

Fastenkur, wie bei Yoga Vidya üblich

5 Tage ohne feste Nahrung:

Dieses Fasten hat Swami Vishnu-devananda so gelehrt, Swami Sivananda beschreibt es, unter anderem wird das auch im Yogalehrerinnen Handbuch von Yoga Vidya so abgedruckt, oder auch im Yoga Kochbuch, auch dort sind Swami Sivanandas Ratschläge zum Fasten beschrieben und letztlich gibt es dieses Fasten, ähnlich wie das Buchinger Fasten, es wird deshalb auch als klassisches Fasten bezeichnet und ich vermute, dass Swami Sivananda, der dieses Fasten beschrieben hat dieses Fasten auch von Buchinger inspiriert übernommen hat und obgleich er in Indien gelebt hat, hat sich Swami Sivananda auch über westliche Naturheilkunde informiert. Aber ich bin nicht sicher, ob es vielleicht auch eine alte indische Tradition gibt das Fasten so zu gestalten, wie es Buchinger empfohlen hat, oder, dass vielleicht Buchinger das aus der indischen Tradition hat.

Zwei Entlastungstage: Fasten mit Rohkost beginnen

Okay, wie sieht ein solches Fasten aus? Fastenkur beginnt mit ein bis zwei Entlastungstagen, man kann zum Beispiel erst einen Rohkosttag nehmen, einen Rohkosttag machen und danach einen Obsttag, oder auch alternativ wäre zwei Tage nur gedämpftes Gemüse zu sich zu nehmen, oder nur Vollkornreis, oder nur Khitchery. Khitchery ist Reis mit Mung Dal, oder auch mit Linsen, ausreichend lang gekocht und das kann man dann zweimal am Tag zu sich nehmen als eine Art Schonkost. Du müsstest Dich also entscheiden, willst Du die Entlastungstage mit Rohkost machen, das wäre mit dem Buchinger Fasten das normale, so haben es auch Swami Sivananda und Swami Vishnudevananda hauptsächlich empfohlen, oder willst Du es mit Vollkornreis machen, das ist so ein bisschen ein makrobiotisch inspirierter Ansatz, oder willst Du es mit Khitchery machen, das wäre ein Ayurveda inspirierter Ansatz. Nach diesen ein bis zwei Entlastungstagen folgt dann am Abend des zweiten Entlastungstages ein Einlauf, oder Du führst ab. Also einen Einlauf mit einem Irrigator, also einem Einlaufgerät oder mit einem Klistier, oder Du könntest auch abführen zum Beispiel mit Rizinusöl, oder mit Glaubersalz, oder auch mit Bittersalz. Das einfachste wäre der Einlauf.

So hast Du das Fasten eingeleitet und dann würdest Du die nächsten 5 Tage fasten und dabei Flüssigkeitsfasten machen, jeden Tag doch etwa 400-500 kcal maximal zu Dir nehmen, 200 kcal gilt als Minimum, 500 als Maximum und dann geht das relativ gut, das heißt, dass Du morgens 1-2 Gläser frisch gepressten Obst- oder Gemüsesaft zu Dir nimmst, dass Du mittags 1-2 Gläser frisch gepressten Obst- oder Gemüsesaft zu Dir nimmst und abends Gemüsebrühe zu Dir nimmst. Am Tag trinke ausreichend reines Wasser oder Kräutertee und wenn es ein bisschen kompliziert ist, Gemüsebrühe zuzubereiten, dann kannst Du abends einfach warmen Kräutertee zu Dir nehmen.

Dabei kannst Du bestimmte Reinigungstechniken noch machen: Zum einen hatte ich schon erwähnt, vor dem ersten Fastentag am Abend abführen mittels Glaubersalz, oder Bittersalz, oder Rizinus, oder eben Einlauf, dann kannst Du auch entweder am Abend des zweiten, oder des vierten Fastentages einen Einlauf nehmen, oder Du könntest einfach am dritten Tag vielleicht morgens oder abends den Einlauf machen. Das hilft der Entgiftung und hilft auch, dass Darmentleerung stattfinden kann, denn auch, wenn Du nichts mehr Festes isst entsteht weiter Stuhl, das heißt also: Fäkalien, denn das, was Du durch den Anus ausscheidest sind so genannte abgehalfterte Darmzotten, das heißt, auch, wenn Du nur Wasser zu Dir nimmst entsteht trotzdem Stuhl, einfach, weil die Darmzotten arbeiten. Ein Teil wird praktisch vom Körper umgewandelt in Fäkalien und damit das rausgehen kann, kann ein Einlauf hilfreich sein.

Agni Sara üben: Bauchdecke vor und zurück geben bei leeren Lungen

Im Yoga werden darüber hinaus Kriyas empfohlen, andere Kriyas. Einlauf selbst ist eine Kriya. Dann gibt es Dhauti. Dhauti heißt, Du trinkst etwa 1-2 Liter Salzwasser, weil Du einen gestrichenen Esslöffel Salz auf einen Liter lauwarmes Wasser gibst. Du trinkst das, gibst dann zwei, drei Finger in den Hals und übergibst Dich. Das kannst Du am ersten Morgen des Fastens machen und, wenn Dir das liegt kannst Du das auch jeden Tag wiederholen, aber mindestens am ersten Tag. Des weiteren ist es gut, jeden Tag Neti zu üben. Neti ist Nasenreinigung zum Beispiel durch lauwarme Salzwasserspülungen der Nase. Auch Kapalabhati hilft, Agni Sara, Uddhiyana Bandha. Wenn Du jeden Tag Neti, Kaphalabati, Agni Sara, Uddhiyana Bandha übst dann werden die Selbstreinigungsmechanismen des Körper aktiviert und das Fasten wird schöner sein.

Spirituelle Praktiken beim Fasten

Asanas auch mal anstrengend üben

Es ist gut, die Fastenzeit besonders zu nutzen für spirituelle Praktiken. Du gewinnst ja einiges an Zeit, Du brauchst nicht soviel einzukaufen, Du musst nicht soviel Töpfe und Pfannen saubermachen, das Kochen ist einfacher, daher hast Du Zeit. Und Du könntest diese gewonnene Zeit nutzen, indem Du Asana, Pranayama und Meditation in besonderem Maße übst. Vielleicht sogar zweimal am Tag. Und Du wirst feststellen wie gut Dir das tut und wie viel tiefer diese spirituellen Praktiken wirken. Ich empfehle auch das Lesen von spirituellen Büchern. Gerade das Lesen von spirituellen Büchern hilft, dass Du positive geistige Nahrung bekommst und es ist auch wichtig, an jedem Tag einen Spaziergang zu machen, eine Wanderung zu machen. Beim Fasten ist es ja auch so, dass der Körper versucht, fehlende Nährstoffe aus sich selbst zu regenerieren, wenn Du beim Fasten zu untätig bist, wird der Körper die Eiweiße der Muskeln nehmen und er wird das Calcium aus dem Knochen nehmen und das ist dann nicht so gut. Wenn Du aber Asanas übst, durchaus auch anstrengende Asanas und auch flotte Spaziergänge, Wanderungen machst, dann wird der Körper nicht aus Muskelgewebe und Knochen rausziehen, sondern wird die Nährstoffe herausziehen aus der Zwischenzellflüssigkeit, aus Ablagerungen und eben aus Zellen, die er nicht mehr braucht. So sind also spirituelle Praktiken wichtig, zum einen, dass Du schöne Erfahrungen machst, zum zweiten sind aber auch Asanas und Wanderungen wichtig auch für die Gesundheit, dass der Körper die richtigen Gewebereste nutzt und so sich regenerieren kann.

Ausreichend Wasser trinken hilft beim Fasten

Während der fünf Tage fasten kann es auch mal sein, dass Du in eine so genannte Fastenkrise kommst. Gerade, wenn Du das erste Mal fünf Tage fastest in Deinem Leben, kann es sein, dass Du am ersten, zweiten, oder dritten Fastentag entweder Müdigkeit bekommst oder Kopfweh bekommst, Übelkeit bekommst, oder auch emotional wirst, reizbar wirst, oder auch depressiv wirst, das ist letztlich ein Zeichen, dass Du entgiftest und dass Dein Körper in den Entgiftungsmodus hineinkommt. Wichtig wäre in dieser Zeit, ausreichend trinken, Wasser, oder Kräutertee, eventuell kannst Du etwas besonders wohlschmeckenden Gemüse- oder Obstsaft zu Dir nehmen am besten natürlich frisch gepressten und vielleicht wäre es dann auch gut, gerade dann einen Einlauf zu nehmen, oder auch Kunjar Kriya, also Salzwasserreinigung des Magens. Dann ist diese Fastenkrise schnell überstanden und typischerweise ist sie nach ein paar Stunden vorbei und nach der Fastenkrise kommt oft eine besondere Energie hoch, eine besondere Euphorie, eine wunderbare Erfahrung von Leichtigkeit, von [Göttliche Gegenwart|göttlicher Gegenwart], von grundloser Freude. Theoretisch könntest Du dann anschließend so lange weiter fasten, bis der Wunsch nach Nahrung kommt, so kann das Fasten fünf Tage dauern, oder länger. In der Mehrzahl der Fälle ist es gut bei den ersten Fastenkuren Dich auf fünf Tage zu beschränken, obgleich der 4. und der 5. Tag meistens besonders angenehm und schön sind. Danach folgt das Fastenbrechen und ein bis zwei Aufbautage.

Fastenbrechen

Fastenbrechen am besten mit Obst

Es ist nicht nur wichtig, wie Du fastest, sondern auch wichtig, wie Du das Fasten brichst. Und hier gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten: Ich empfehle:

  • am ersten Tag Obst zu Dir zu nehmen und
  • am zweiten Tag Rohkost zu Dir zu nehmen und
  • am dritten Tag wieder normal zu essen, aber gesund essen, sattwig essen, nicht zuviel zu essen und zwischen zwei Mahlzeiten mindestens drei bis vier Stunden nichts zu essen.

Wenn Du zu schnell zuviel verschiedene Nahrung isst, bringst Du Deinen Verdauungskanal durcheinander und dann ist die Wirkung des Fastens teilweise wieder aufgehoben worden. Gerade, wenn Du ein Vata oder Pitta Temperament hast, oder eigentlich auch Kapha, also fast immer ist es wichtig, dass Du nicht einfach alles isst, was Dir in den Sinn kommt, denn sowie Du etwas gegessen hast kommt plötzlich eine große Gier mehr zu essen. Da ist es wichtig, iss nicht zuviel, iss nicht zu Komplexes, iss nur Gesundes und warte ein paar Stunden zwischen zwei Mahlzeiten. Zum Beispiel könntest Du das Fasten brechen mit einem Apfel, ein paar Stunden warten, dann nochmal ein Apfel, vielleicht auch eine Birne, oder das Obst, das eben da ist, ein paar Stunden warten und dann vielleicht eine Banane oder anderes Obst. Am nächsten Tag kannst Du dann Rohkost zu Dir nehmen, wobei Du auch dort nicht zuviel isst und dann am übernächsten Tag kannst Du eine gesunde, sattwige Ernährung haben.

Manche sagen, das ist mir zu kompliziert, dauert zu lange, es gibt manche Menschen, die wollen schneller normal essen. Da wäre dann der Tipp: Iss in jedem Fall sattwig und gesund, achte darauf, dass Du nicht viel isst. Also, man sagt manchmal: Soviel, wie Du in zwei Hände hinein geben könntest, das ist dann die Menge an Nahrung, die Du bei einer Mahlzeit zu Dir nehmen solltest, gerade nachdem Du gefastet hast, dann ein paar Stunden warten bevor die nächste Mahlzeit kommt. Und auch wichtig: Danach lebe weiter gesund. Gesundes Leben fällt leichter nach dem Fasten. Viele Menschen kommen zu einer guten Ernährungsumstellung mit einer Fastenkur. Wenn Du also zum Beispiel sagst: „Ja, ich will eigentlich meine Ernährung umstellen.“ Dann kann es hilfreich sein, eine Woche zu fasten und danach so zu essen wie Du denkst das es gut und gesund ist.

Zusammenfassung

Fasten mit Kräutertee kombinieren

Fasten ist etwas Gesundes. Es gibt grundsätzlich mehrere Formen des Fastens.

  • Intermetierendes Fasten, das heißt: Zwischen zwei Mahlzeiten nicht essen und eben nach Möglichkeit zwischen der letzten Mahlzeit am Abend und der ersten Mahlzeit am Morgen ausreichend Zeit lassen. Oder bei den Buddhisten ist man klassischer Weise Nachmittags nichts. Oder bei Yoga Vidya essen wir vor 11:00 Uhr nichts, das ist etwas sehr gesundes, aber es ist allgemein mindestens angemessen, 12 Stunden nichts zu essen, so regenerieren sich Körper und Psyche.
  • Das zweite ist: Regelmäßig einen Tag zu fasten einmal die Woche, alle 14 Tage, oder einmal im Monat. 1-2 Mal im Jahr 5-Tages-Fasten.
  • Und immer dann, wenn Du bestimmte Erkrankungen bekommst, zum Beispiel Erkältung dann solange fasten, bis Du wieder gesund bist.
  • Und wenn Du 1-2 Mal im Jahr fünf Tage fastest mach es zunächst mit den Entlastungstagen: 1-2 Entlastungstage, denke an Kriyas, zum Beispiel an Einlauf. Denke daran, dass Du beim ersten Mal am Besten Obst-Gemüsesaft fasten kombinierst mit Kräutertee und Wasser und dann am letzten Tag des Fastens besonders spirituell verbringen und dann Fasten brechen sehr langsam, systematisch und genießerisch. Wichtig ist natürlich auch nach dem Fastenbrechen ausreichend die Nahrung zu kauen, denn Dein Körper muss wieder sanft an feste Nahrung gewöhnt werden.

Es gibt Sonder Fastenformen zum Beispiel für Diabetes scheint es sich bewährt zu haben einmal im Monat fünf Tage zu fasten, es gibt längere Fastenkuren, die unterstützend wirken können bei manchen Formen der Krebstherapie. Es gibt bestimmte Fastenformen die man macht um Autoimmunerkrankungen zu heilen, oder mindestens in ihrer Auswirkung zu reduzieren. Das sind spezielle Formen des Fastens, für die Du am besten Anleitung beim Arzt oder Heilpraktiker hast. Es gibt als Sonderform: Wasserfasten, wo Du nur mit Wasser fastest. Was ich Dir aber nur empfehle, wenn Du mindestens drei normale Fastenkuren hinter Dir hast und wenn Du Dich damit wohl gefühlt hast, kannst Du auch einmal Wasser fasten ausprobieren. Und es gibt die Möglichkeit ein längeres Fasten aus spirituellen Gründen zu machen. Mein Tipp wäre: Dieses solltest Du nicht erzwingen, sondern, wenn es von innen heraus kommt, und plötzlich das Bedürfnis nach Nahrung verschwindet, Du also das Gefühl hast, Du willst einfach nichts essen, dann folge dem, nimm genügend Flüssigkeit zu Dir und dann kann das auch ein paar Wochen dauern.

Auch hilfreich kann es sein, fasten mit anderen zusammen. So haben wir ja bei Yoga Vidya auch Fasten Wochen. Bei Yoga Vidya Bad Meinberg gibt es zum Beispiel das Aktivfasten, das sieben Tage dauert, mit Meditation, Mantrasingen, Vortrag morgens und abends. Es gibt eine Yogastunde am Tag, man kann auch an zwei Yogastunden mitmachen, es gibt dann Walking, Nordic Walking und man kann zusätzlich noch Massagen genießen. Und es gibt auch das so genannte Reinigungsfasten intensiv und dabei sind auch noch Saunagänge dabei und zum Teil noch andere Entgiftungsmaßnahmen. Es gibt auch Ayurveda fasten, was auch noch einmal eine interessante Form des Fastens ist, mit dem man auch Dosha gemäß gut fasten kann.

Informationen über Sonderformen des Fastens, wie auch über Fastenkuren bei Yoga Vidya findest Du natürlich auf den Yoga Vidya Internetseiten

Video - Fasten

Hier ein Vortrag zum Thema Fasten von und mit Sukadev Bretz aus der Reihe Yoga Vidya Schulung, Vorträge zum ganzheitlichen Yoga.

Sivandandas Philosophie des Fastens

Auszug aus dem Buch "Practice of Nature Cure" (1951) von Swami Sivananda, S.155-156. Divine Life Society

Spaziergänge und Wanderungen...
Faste und beseitige (alle Abfallstoffe)
Faste und reinige
Faste und vitalisiere
Faste und konserviere (Energie)
Faste und heile (alle Krankheiten)
Faste und bete
Faste und meditiere

Die wichtigste Lebensaufgabe des Menschen ist die tägliche spirituelle Praxis (Sadhana), die zur Selbstverwirklichung führt. Für Sadhana benötigt man einen gesunden Körper und einen gesunden Geist. Fasten ist nützlich, um den Körper gesund zu erhalten. Selbst wenn man sehr achtsam ist, kann man Fehler in der Ernährung machen. Selbst wenn man eine gute Selbstkontrolle hat und mäßig im Essen ist, können andere unvermeidbare Dinge die Gesundheit beeinträchtigen.

Wenn es nur das kleinste Symptom einer Krankheit im Körper gibt, dann ist das ein Zeichen, ein oder zwei Tage zu fasten.

Tiere, die in der Natur leben, fasten, wenn sie krank sind, und heilen sich mit natürlichen Mitteln wie Sonnenlicht, frischer Luft, Fasten und Ruhe.

Erkältung, leichtes Fieber, leichter Husten und Blähungen sind Symptome von Krankheiten, die ernste Formen annehmen können, wenn man sie vernachlässigt. Um diese Gefahr zu bannen, haben unsere Sastras das Fasten an Ekadasi, Padosha, Shivaratri, Poornima, Amavasya oder an besonderen Wochentagen zu Ehren bestimmter Gottheiten empfohlen. Man sollte an einem dieser Tage fasten. Da nur wenige Personen dem indischen Kalender folgen, kann man auch an anderen Wochentagen fasten, so wie es in den Alltag passt.

Fasten intensiviert die spirituelle Praxis

Unter den heutigen Bedingungen ist es für Ungeübte schwierig, nur mit Wasser zu fasten. Man kann den goldenen Mittelweg gehen und den mit Wasser verdünnten Saft von zwei oder drei Früchten trinken. Man sollte an diesem Tag keine feste Nahrung zu sich nehmen. Diese Art von Fasten ist gut, um die Gesundheit zu erhalten.

Fasten kann viele Krankheiten heilen. Es gibt dem Magen eine Ruhepause und beseitigt Toxine aus dem Körper. Es reinigt den Körper, und macht ihn energiereicher.

Wenn man lange fasten möchte, dann sollte man dies sehr achtsam tun. Man sollte den Anweisungen eines Experten folgen. Falls man bestimmte Dinge nicht beachtet, kann es dem Körper schaden. Man kann zwei oder drei Tage ohne Begleitung eines Experten fasten. Ein täglicher Einlauf, während der Fastenzeit und ein bis zwei Tage danach, ist notwendig.

Fasten und sein Nutzen

Auszug aus dem Buch "Practice of Nature Cure" (1951) von Swami Sivananda, S.157-158. Divine Life Society

Fasten wird von den Religionen aller Glaubensrichtungen empfohlen. Es ist der erste Schritt auf der Leiter des göttlichen Lebens. Jeder Arzt empfiehlt zuerst das Fasten, weil es ihm ein Gesamtbild des Körpers vermittelt. Der Arzt kann den Patienten besser wahrnehmen, wenn der Patient nichts gegessen hat, als wenn dessen Magen voll wäre. Feste und Fasten sind ein Segen für die Menschen. Das Fest gibt sofortigen Segen, der nach einigen Stunden verfliegt. Es macht uns gierig nach mehr. Fasten schenkt eine andere Art von Glück als ein Fest.

Jemand, der einmal in der Woche fastet, ist erfüllt von göttlichem Licht, das unbewusst über ihn kommt. Er fühlt die Ruhe und den Frieden, die er durch die Hingabe an das Göttliche, in den stillen Gebeten zu Gott, gewonnen hat. Ein komplettes Fasten von 24 Tagen, schenkt dem Darm Ruhe. Der Geist kann mehr Stunden als gewöhnlich an Gott denken, die Glieder verjüngen sich, die Sehkraft wird besser, alles wird repariert. Ein kontinuierlicher Segensfluss erfüllt den Körper. Je mehr Segen fließt, desto stärker wird man. Dieser Segen ist ein Teil von dir. Er entwickelt sich, vermehrt sich und wird nicht weniger. Er ist der Strom der Evolution. Er gibt dir absolutes Glück. Er verändert deine ganze Persönlichkeit. Er bringt dich Gott nahe. Dieser Segen segnet alle, die ihm begegnen. Im Leben der alten Weisen war das Fasten eine wichtige Routine. Halte dich ab jetzt daran, auch wenn du noch nicht daran gewöhnt bist.

Ekadasi, Sabbath, Samstag oder ein anderer Tag kann dein Fastentag sein. Faste in regelmäßigen Abständen und es wird gut für dich sein. Fasten schenkt dem weltlichen Menschen immer mehr Freude, die Freude des Weisen, der keine Wünsche mehr hat. Es gibt ihm gute Gesundheit. Es ist absurd zu denken, dass man schwach wird, wenn man nicht isst. Indirekt wird man körperlich und geistig Tag für Tag stärker.

Körperlich wird dein ganzes System überholt. Auf der geistigen Ebene verbessern sich Konzentration und Widerstandskraft. Du wirst standhafter sein. Deine Fähigkeit, körperliche Beschwerden wie Krankheiten und Müdigkeit zu meistern, wird besser.

Stell dir einen Mann vor, der zu viel gegessen und getrunken hat. Er leidet mehr als ein kranker Mensch, weil sein Magen voll mit Giftstoffen ist. Fasten gibt dir göttliche Freude, die du immer genießen kannst. Ein Mensch, der nach dem Fasten seine erste Mahlzeit in absoluter Ruhe zu sich nimmt, hat ein Gefühl von Freude, das man nicht ausdrücken kann. Seine Freude kennt keine Grenzen. Sie ist göttlich, und kann mit nichts irdischem verglichen werden.

Durch Fasten erhält man Klarheit und Einsicht. Es gibt dem menschlichen Körper eine ganz neue Kraft. Du solltest dir einige Vorträge von Menschen anhören, die Erfahrung mit dem Fasten gemacht haben. Du wirst dich von solchen Menschen angezogen fühlen, und du wirst stolz sein, in ihrer Gegenwart zu sein und die Göttlichkeit spüren, die durch sie wirkt. Plötzlich wirst du denken, dass du in naher Zukunft auch einmal fasten könntest. Ein Mensch, der das Fasten in regelmäßigen Abständen praktiziert, hat klare Gedanken, eine ganz besondere Ausdrucksweise, und eine Vorstellungskraft, die von anderen nicht übertroffen werden kann. Sein Ideal ist Gott, sein Ziel im Leben die Unsterblichkeit. Das Ego steht ihm nicht im Weg. Seine Gedanken sind subtil und beständig. Seine Handlungen sind gewissenhaft. Ein überirdisches Glühen ist in ihm. Das Königreich Gottes befindet sich in seiner eigenen Persönlichkeit. Er würde nie die Gefühle anderer Menschen verletzen. Seine Ideen sind wie Lichtstrahlen in der Dunkelheit des menschlichen Lebens in der alltäglichen Welt.

Fastenkur

Auszug aus dem Buch "Practice of Nature Cure" (1951) von Swami Sivananda, S.158-163. Divine Life Society

Das Fasten ist eine natürliche Heilmethode. Es kann die Gesundheit wieder herstellen, wenn alles andere nicht gewirkt hat. Es gibt der Natur die Möglichkeit, das System zu reinigen. Fasten heißt, dass man gar keine Nahrung zu sich nimmt, weder feste noch flüssige. Deshalb ist Trinken von Fruchtsaft und Kaffee nicht wirkliches Fasten. Wasser ist keine Nahrung. Es stimuliert nicht den Appetit. Während des Fastens sollte man viel Wasser trinken. Das beseitigt Schwäche.

Wenn du dich überarbeitest, benötigst du Ruhe. Wenn du weiterhin ohne Ruhepausen zu viel arbeitest, dann wird dein System zusammenbrechen. Genauso benötigen der Magen und die anderen Verdauungsorgane Ruhephasen. Wenn sie durch zu viel Nahrung überarbeitet sind, dann werden sich viele Krankheiten der Verdauungsorgane entwickeln.

Wenn die Abwasserkanäle in einer Stadt verstopft sind, dann werden sie mit Wasser durchspült. Wenn dein System verstopft ist, kannst du das Gleiche tun. Höre auf zu essen. Trinke ganz viel Wasser. Durchspüle den Darm. Wenn dein Auto öfter mal nicht richtig funktioniert, dann bringst du es in eine Werkstatt, um es reparieren zu lassen. Wenn du es wieder abholst, läuft es wie ein neues Auto. So ist es mit dem Fasten. Wenn man achtsam fastet, dann wird das gesamte System überholt, und das gibt neue Vitalität und Kraft. Der Körper funktioniert gut und wird nicht krank.

Es gibt einen Unterschied zwischen Fasten und Hungern. Fasten ist religiöse Enthaltsamkeit. Es ist das Aufgeben von Nahrung, um Gifte und angesammelten Schmutz aus dem Körper zu beseitigen und der Natur zu erlauben, ihre Heilarbeit zu tun. Durch Fasten beseitigt man Krankheiten und erhält perfekte Gesundheit, Vitalität und Kraft. Prana wird durch das Fasten aktiviert. Das Lebensfeuer wird wieder entfacht. In einer Hungersnot gibt es Hunger. Sie ist ein Leiden, das durch Hunger entsteht.

Wenn du deinen Magen vollstopfst, wenn du keinen Hunger hast, dann ist das eine physiologische Sünde. Du gehst gegen die Natur. Die Natur wird dich bestrafen. Deshalb faste und bete. Überesse dich nicht. Sei mäßig im Essen. Dann wirst du gesund und glücklich sein.

Fasten ist vitalisierend. Es füllt das System mit neuer Kraft und Vitalität. Es reinigt und aktiviert Prana oder die Pranamaya Kosha (Vitale Hülle) und macht den Geist heiter und ruhig. Es füllt den Geist mit Sattwa oder Reinheit. Eine Gebetsstimmung kommt sehr leicht durch das Fasten. Fasten lässt die Krankheit verhungern. Wer fastet, wird nach dem dritten Tag keine Hungergefühle mehr haben.

Durch Fasten erholt sich das überarbeitete Verdauungssystem. Das unverdaute Essen wird verdaut. Die Verdauungssäfte, die arm an Qualität und Quantität waren, erhalten ihre ursprünglichen Eigenschaften zurück.

Menschen werden Tag für Tag stärker, wenn sie fasten, weil Energie aufbewahrt wird. Die Menge an Energie, die für Verdauung, Assimilierung und Beseitigung verbraucht wird, wird gespart. Die aufbewahrte Energie führt zu besserer Gesundheit.

Statistiken zeigen, dass Menschen, die fasten, länger leben.

Ich kann euch versichern, Freunde, dass vielen Krankheiten durch eine gemäßigte Diät oder durch teilweises oder vollständiges Fasten vorgebeugt und dass die Krankheiten sogar geheilt werden können. Verdauungsstörungen und andere Beschwerden wie Magersucht oder Appetitverlust, Erbrechen, Durchfall, Koliken, Gastritis, Kolitis, Darmentzündungen und alle Sorten von Fieber können ohne Medikamente geheilt werden, wenn man die Regeln der Gesundheit und der Hygiene beachtet und fastet.

Iss nie, wenn du nicht wirklich hungrig bist. Hüte dich vor falschem Appetit. Der Magen wird dich durch Pseudoappetit betrügen. Zwinge dich nicht zum Essen. Wenn du nicht hungrig bist, bedeutet das, dass dein Körper kein Essen benötigt. Es ist nicht weise, sich zum Essen zu zwingen, nur weil gerade Essenszeit ist.

Gutes für die Aufbautage

Du musst zwischen Gewohnheitshunger und wirklichem Hunger unterscheiden können. Beseitige Gewohnheitshunger durch das Trinken von Wasser. Du musst wissen, wie man den Magen überlistet, wenn er falschen Hunger vortäuscht.

Appetitverlust ist eine Warnung. Wir sollen aufhören zu essen und beginnen zu fasten. Wenn du eine belegte Zunge hast, dann zeigt das, dass du viel unverdaute Nahrung in deinem Verdauungstrakt hast. Du wirst keinen guten Appetit haben. Eine gesunde Zunge zeigt, dass die Verdauung gut ist. Du hast einen guten Appetit. Der Appetitverlust ist ein eindeutiges Zeichen für die Notwendigkeit des Fastens.

Übelkeit oder die Tendenz sich zu erbrechen, allgemeines Unwohlsein, Durchfall, Magersucht, Würgegefühle, Fieber, Gallenkrankheiten sind einige Symptome einer gestörten Verdauung. Wenn du diese Symptome bemerkst, faste sofort. Das ist die Zeit, mit dem Fasten zu beginnen. Fasten wird in diesem Frühstadium viel Gutes bewirken. Viele ernste Erkrankungen können abgewehrt werden, wenn man im Frühstadium mit dem Fasten beginnt. Wenn du einer Krankheit erlaubst, Wurzeln zu fassen, dann wird es schwierig sein, sie wieder zu heilen. Du wirst sehr lange fasten müssen. Die Wirkung wird sehr langsam sein. Faste, bis der Hunger zurückkehrt. Die Zunge wird klar, der Atem fließt besser, die Gesichtsfarbe verändert sich und der Geschmack im Mund wird besser.

Faste gelegentlich, auch wenn du dich guter Gesundheit erfreust. Du wirst großen Nutzen daraus ziehen. Deine Gesundheit wird noch besser. Fasten muss zur Gewohnheit werden. Faste täglich ein wenig, auf die eine oder andere Art. Das hält dich gesund.

Gib das Frühstück am Morgen auf, nimm die "Kein-Frühstück-Methode“ an. Nimm kein Abendessen zu dir. Faste auf diese Art einige Tage lang, entweder nur am Morgen oder nur am Abend, bis die Verdauung wieder richtig funktioniert. An Ekadasi, alle vierzehn Tage, faste vollständig. Trinke nicht einmal einen Tropfen Wasser. Das wird dir sehr gut tun. Wenn dir das nicht möglich ist, dann trinke ein wenig Wasser. Brich das Fasten mit kleinen Mengen Kokosnusswasser oder Fruchtsaft. Später kannst du etwas (.....) Gemüsesuppe zu dir nehmen. Wie du das Fasten brichst, ist sehr wichtig. Du solltest das Fasten nie mit fester Nahrung wie Parotas, Idli, Uppma oder Brot brechen, auch nicht, wenn du sehr hungrig bist. Wenn du lange gefastet hast, ist dein Magen wie der eines neugeborenen Babys. Erinnere dich gut an diesen Punkt. Wenn du den Magen schwer belädst, zerstörst du den Verdauungstrakt und den Nahrungskanal.

Du kannst teilweise oder vollständig fasten, je nachdem wie schwerwiegend deine Verdauungsprobleme sind, je nach Gesundheitszustand, Appetit usw.

Faste zwei, drei oder sieben Tage. Du kannst ein wenig Wasser mit Zitronensaft trinken. Dann trink eine Woche oder vierzehn Tage verdünnten Fruchtsaft, Gemüsesuppe, (.....) Kokosnusswasser. Du wirst von Verdauungsstörungen geheilt sein. Nimm einen Einlauf, bevor du mit dem Fasten beginnst. Ein einfacher Einlauf mit warmem Wasser genügt. Wenn du keine Freizeit oder keinen Urlaub hast, dann faste nur kurz. Während der Ferien kann man länger fasten. Man kann eine leichte Arbeit machen, während man fastet. Es gibt sogar Menschen, die hart arbeiten können, während einem 45-tägigen Fasten und keine üblen Nebenwirkungen haben.

Selbst alte Menschen können fasten. Sie sollten fasten. Man ist nie zu alt zum Fasten. Sie können über eine kurze Zeit fasten. Sie werden frei von Krankheiten sein.

Das Fasten sollte nicht fortgesetzt werden, wenn die Herztätigkeit zu langsam wird und man sich sehr schwach fühlt. Während des Fastens denke nicht an das Essen. Du wirst die guten Wirkungen des Fastens nicht erreichen, wenn dein Geist immer auf das Essen gerichtet ist. Richte deinen Geist auf Gott. Unterhalte subtile göttliche Gedanken. Während des Fastens wird die Zunge dick belegt sein. Das zeigt, dass der Genesungsprozess beschleunigt ist. Der Atem ist übelriechend. Das ist ein Zeichen, dass die Giftstoffe durch die Lungen beseitigt werden. Während der Fastentage und wenn du das Fasten brichst, nimm keine Hülsenfrüchte, Ghee, Nüsse oder andere schwer verdauliche Lebensmittel zu dir. Nimm leicht bekömmliche, nicht stimulierende, milde Lebensmittel zu dir.

Wenn du die Tendenz hast, zu erbrechen, während du fastest, dann trinke viel Wasser. Das Wasser kann mit etwas Zitronensaft gemischt sein. Mache einen Einlauf. Wenn das Erbrechen anhält, dann brich das Fasten allmählich und sorgfältig.

Das Fasten kann jederzeit unterbrochen werden. Aber wenn du das Fasten brichst, bevor du hungrig bist, dann wirst du von dem Fasten nicht wirklich profitieren.

Wenn du das Fasten brichst, dann beginne mit einem Esslöffel frischem Trauben-, Orangen- oder Granatapfelsaft. Du kannst stündlich mehr davon trinken, bis zu einem Glas.

Wenn das Fasten richtig gebrochen wird und während der Zeit, in der man das Fasten bricht, neigt man zu Verstopfung. Das wird später wieder verschwinden. Das ist der Grund, warum man sich in den ersten Tagen nach dem Fastenbrechen strikt an eine Obst-Diät halten soll.

Wenn das Fasten nicht richtig gebrochen wird und der Magen überladen ist, weil man zu viel und zu schwer gegessen hat, dann hat man Blähungen nach dem Fastenbrechen. Um diese zu beseitigen, fastet man wieder. Man macht ein oder mehr Einläufe am Tag und nimmt heiße Bäder. Wenn die Blähungen vergehen, bricht man das Fasten erneut, dieses Mal langsam und richtig.

Bei langem Fasten macht man mit der "Wenig-Flüssigkeit-Diät“ weiter, bis die Verdauungsstörungen beseitigt sind und der normale Hunger zurückgekehrt ist.

Gib die falsche Idee auf, dass Fasten deinen Körper schwächt oder dass du Kraft verlierst. Im Gegenteil, es ist die wirksamste Methode, die ohne Medikamente dein System revitalisiert und die Gesundheit wieder aufbaut. Deshalb mache Fastenkuren und sei ewig gesund.

Der Fastentag

Der Körper speichert viele toxische Substanzen aus der Umwelt oder aus unseren Nahrungsmitteln. Bei regelmäßiger Zufuhr von Nahrungsmitteln hat der Körper nicht die Gelegenheit, zu entgiften und die Schlacken werden in das Gewebe eingelagert. Auch in den Gelenken lagern sich diese Schlacken an, was langfristig zu Krankheiten wie Rheuma führen kann.

Wenn man jede Woche einen Fastentag einlegt, hat der Körper regelmäßig die Gelegenheit, Stoffwechselabfallprodukte und andere „Baustellen“ anzugehen und auszuscheiden, defekte Zellen zu reparieren und Pfunde abzubauen. Auch die Ablagerungen aus den Gelenken werden gelöst und die Knorpel entlastet. Mögliche Gelenkbeschwerden können nachlassen. Selbst wenn man über gute Gesundheit verfügt, ist ein regelmäßiger Fastentag die optimale vorbeugende Maßnahme.

Eine Untersuchung zeigte, dass das kurzzeitige Fasten die Gesundheit von Übergewichtigen maßgeblich verbessere und in Tierversuchen (an Ratten und Affen) zu einer Verlängerung der Lebensspanne geführt habe. Vermutlich liegt dies daran, dass durch das kurzzeitige Fasten der oxidative Stress der Zellen reduziert wird und sich gleichzeitig die Widerstandskraft der Zellen gegenüber freien Radikalen erhöht. Auch bei Typ-2- Diabetes verlangsamt sich das Fortschreiten der Krankheit maßgeblich. Ein weiterer gesundheitlicher Effekt eines Fastentags ist der, dass Blutdruck und Cholesterinspiegel sinken. [1]

Auch geistig hat ein regelmäßiger Fastentag Vorteile. Es klärt den Geist, kann ein höheres Bewusstsein erzeugen und dafür sorgen, dass wir der Nahrung Dankbarkeit und Wertschätzung entgegenbringen. Einige Tipps für den Fastentag:

  • Einen Tag vorher wenig und leichte Kost essen, kein spätes Abendessen
Während des Fastens viel Wasser trinken

Gute Maßnahmen am Fastentag:

  • Haut und Bauch massieren (Bauchmassage, Trockenbürstenmassage), um die Ausleitung von Toxinen zu fördern
  • Morgens ein Glas lauwarmes Wasser trinken, im Verlauf des Tages viel Wasser trinken.
  • Morgens vor dem Zähneputzen Ölspülung und Zungenreinigung durchführen.
  • Einlauf, wenn das Bedürfnis da ist, der Verdauung nachzuhelfen.

Sivananda empfiehlt: Kurze Fastenkur

Auszug aus dem Buch "Practice of Nature Cure" (1951) von Swami Sivananda, S.156 Divine Life Society

Erster Tag: Saft einer Orange, Mosambi oder Zitrone, gemischt mit einem Glas Wasser, zwei- oder dreimal.
Zweiter Tag: Ebenso wie am vorherigen Tag, drei- oder viermal.
Dritter Tag: Du kannst wieder Fruchtsaft trinken, wie am Tag zuvor (....).
Vierter Tag: Reis und (....) Flüssigkeit morgens und mittags, fleischiges Obst am Abend
Fünfter Tag: Du kannst wieder wie gewohnt essen

In der heutigen Zeit, in der es einen großen Mangel an Selbstkontrolle gibt, sollte man einmal in der Woche fasten und nur Obstsaft trinken. Menschen, denen das schwerfällt, können einen halben Tag fasten. Sie können morgens und mittags einen Fruchtsaft trinken und abends wie gewohnt essen; oder sie können morgens wie gewohnt essen und am Abend nur Obstsaft mit Wasser verdünnt trinken. Mit ein bisschen Übung können sie lernen, einen ganzen Tag in der Woche, ohne feste Nahrung, zu fasten.

Wenn man länger als eine Woche fastet, reinigt das den Körper und gibt Energie und spirituelle Kraft. In den Sastras wird die Beachtung von Navaratri von Sri Ram, Krishna, Durga, Shiva usw. als besonders wertvoll betrachtet.

Wenn die Menschen der Mittelschicht einen halben Tag pro Woche fasten würden, dann hätten sie weniger Gesundheitsprobleme und geringere Arztrechnungen. Koffeinhaltiger Tee und Kaffee sollte man nicht nur an Fastentagen, sondern dauerhaft vermeiden.

Nach dem Fasten

Methodisches Fastenbrechen

Auszug aus dem Buch "Practice of Nature Cure" (1951) von Swami Sivananda, S.163-164. Divine Life Society

Fasten ist das beste Mittel gegen viele Krankheiten und gegen Fieber.

Obwohl Fasten ein sehr gutes Mittel ist, sollte man jedoch nicht das Unmögliche erwarten. Es kann nicht Mangelerscheinungen, die bei Krankheiten wie Skorbut, Rachitis, Erbkrankheiten, ernsten Organbeschwerden auftauchen, beseitigen. Bei Schwangerschaft und bei Krankheiten wie Schwindsucht und Anämie wird langes Fasten nicht empfohlen.

Ein anormales Verlangen nach Essen wird nach dem Fastenbrechen auftauchen. Die Zunge und der Magen werden gewaltig revoltieren. Sei vorsichtig. Wenn du dem Verlangen folgst, werden die Konsequenzen ernst sein. Kontrolliere deinen Appetit. Bleib bei dem, was du dir vorgenommen hast. Lass den anormalen Appetit vorübergehen. Nach einem langen Fasten werden Menge und Anzahl der Mahlzeiten sorgfältig reguliert. Du kannst das Fasten mit ein wenig Gemüsesuppe oder verdünntem Obstsaft oder dem Wasser einer zarten Kokosnuss brechen.

Nach einem langen Fasten halte dich an diese Diät für ein Viertel der Dauer des Fastens. Stufenweise erhöhe die Menge und reduziere die Anzahl der Mahlzeiten. Schrittweise kannst du eine leichte Mahlzeit mit gehaltvoller Nahrung einmal am Tag, oder von einem auf den anderen Tag, zu dir nehmen. Das hängt von deiner Verdauungskraft und der Kraft der Assimilierung ab. Wenn du mehr Kraft hast und das Verdauungsfeuer wieder stark ist, kann deine erste Mahlzeit wieder schwerer sein.

Die Verdauungskraft ist nach einem langen Fasten sehr langsam und schwach. Du kannst nicht sofort schweres Essen zu dir nehmen. Die Natur benötigt ihre eigene Zeit zum Erneuern und Stärken. Wenn man Benzin auf ein ausgehendes Feuer gießt, geht es aus. Wenn man trockenes Gras auf das Feuer gibt, wird es zu einem großen Feuer wachsen, das sogar großes Feuerholz verbrennen kann. So ist es auch mit dem Verdauungsfeuer nach einem langen Fasten. Nimm Kokosnusswasser, ein wenig Gemüsesuppe oder verdünnten Obstsaft. Schrittweise erhöhe die Menge und die Anzahl der Mahlzeiten und kehre dann wieder zu deiner gewohnten Ernährung zurück.

(...) Die beste Art, das Fasten zu brechen, ist mit dünner, wässriger Nahrung, am besten Obstsaft. Jede Form von Nahrung kann man in einer dünnen, flüssigen Form in kleinen Mengen zu sich nehmen. Nach einem 21- oder 45-tägigen Fasten kannst du ein halbes Glas Obstsaft, mit Wasser verdünnt, trinken. Trinke das drei- oder viermal am ersten Tag.

Du kannst auch einige Löffel Kartoffelbrei oder in Wasser aufgeweichtes Brot zu dir nehmen. Kaue das gut, vermische es mit Speichel im Mund, bevor du es langsam schluckst. Nimm dies drei- oder viermal in den ersten zwei Tagen, wenn du ein 21-tägiges Fasten brichst. Diese Menge kannst du am zweiten Tag um ein Drittel erhöhen usw., bis der Magen und der Darm wieder aktiv genug sind, um mehr Nahrung aufzunehmen. Konzentrierte Nahrung und Mineralien sind direkt nach dem Fasten schwer zu verdauen.

Diät nach dem Fasten

Auszug aus dem Buch "Practice of Nature Cure" (1951) von Swami Sivananda, S.164-165. Divine Life Society

I. Nach einem kurzen Fasten, 3 bis 6 Tage:

1. Tag: drei oder vier Mahlzeiten aus frischen Zitrusfrüchten nach Wahl
2. Tag: leichte Suppen (...)

In den nächsten Tagen: langsam wieder auf die gewohnte Ernährung zurückkommen, so dass du in einer Anzahl von Tagen, die der Anzahl der Fastentage entspricht, bereit bist, wieder normal zu essen

II. Nach einem Fasten von 6 bis 10 Tagen:

1. Tag: drei oder vier Mahlzeiten aus frischem Obst oder Saft aus Tomaten, Beeren, Melonen in gemäßigter Menge
2. Tag: wie am ersten Tag
An den folgenden Tagen: Leichte Suppen (...)
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III. Nach einem Fasten von 7 bis 14 Tagen:

An den ersten zwei Tagen: Brich das Fasten mit frischem Obstsaft. Bei der nächsten Mahlzeit isst du frisches Obst, wie Orangen, Äpfel, Granatäpfel, Trauben in Maßen. Nimm 3 oder 4 solcher Mahlzeiten in Abständen von vier bis fünf Stunden, etwa 250 g pro Mahlzeit
3. Tag: leichte Suppen, Obst (...)
4. Tag: grüner Salat, gekochtes leichtes Gemüse, süßes Obst, (...) drei- bis viermal am Tag ein wenig Suppe
5. Tag: drei Mahlzeiten aus frischem Obst und Flüssigkeit. (...)
Danach: Man kann zur gewohnten Diät allmählich schrittweise zurückkommen

IV. Nach einem Fasten von zwei Wochen bis zu 21 Tagen:

1. Tag: drei Mahlzeiten aus Obstsaft 100 bis 180 g
2. Tag: drei oder vier Mahlzeiten aus Obstsaft 180 bis 250 g
3. Tag: frisches Obst bei jeder Mahlzeit
4. Tag: frisches Obst bei jeder Mahlzeit (...) oder leichte Suppen drei- bis viermal am Tag
5. Tag: drei leichte Mahlzeiten, entweder frisches Obst oder Suppen
6. oder 7. Tag: Gemüse und Vollkorngetreide, mittags und abends
An den folgenden Tagen: Schrittweise von Obst (...)und Gemüse zur gewohnten Ernährung zurückkehren

V. Nach einem Fasten von 21 bis 40 Tagen oder länger:

Folge dem gleichen Programm wie nach dem 14- bis 21-tägigen Fasten, nimm jedoch kleinere Mengen an den ersten zwei bis drei Tagen zu dir. Trinke Obstsäfte am dritten und vierten Tag. Nimm kleinere Mengen bei jeder Mahlzeit, in den ersten drei bis vier Tagen.

Man kann Gerstenwasser, Gerstenbrei, Reiswasser, Gemüsesuppe oder Brühe 100 bis 180 g zu sich nehmen. (...)

Wenn man zu schnell zu viel nahrhafte Flüssigkeit (...) trinkt oder zu viel isst, führt das zu Blähungen. Um diese wieder zu beseitigen, reduziere die Menge. (...) Faste wieder, und trinke kein Wasser. Mache Einläufe. Dann brich das Fasten auf korrekte Art.

Fasten - gesund für den Körper, Geist und Seele

Ein Artikel Premajyoti Schumann, aus dem Yoga Vidya Journal Nr.34 - Sommer 2017

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Premajyoti Schumann leitet Fastenseminare bei Yoga Vidya und erklärt uns im folgenden Bericht, wie sich Fasten positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Was heißt Fasten?

Die sprachgeschichtliche Bedeutung des Wortes „Fasten“ weist auf den Begriff „fest“ hin. Im übertragenen Sinne ist damit gemeint, an den (Fasten-) Geboten festzuhalten. Fasten als gestaltendes Element des Lebens ist historisch in allen Religionen belegt und kommt in verschiedensten Formen vor wie:

Kulturhistorisch überwiegen Fastenzeiten im Frühling, wo sie neben religiösen Aspekten besonders auch der Darmreinigung nützlich sind. Leitete sich das Fasten ursprünglich religiös ab (Reinigung der Seele, Abwehr des Bösen, Trauer, Buße, Streben nach Konzentration, Erleuchtung oder Erlösung), finden sich in der Neuzeit verstärkt Formen des therapeutischen Fastens bis hin zum politischen Fasten eines Mahatma Gandhi.

Es gab und gibt auch Menschen, die in ihrem Leben Zeiten der Askese mit Zeiten der Lebensfreude und des Genusses verbinden. Von der Mystikerin und Kirchenlehrerin Theresa von Ávila (1515-1582) ist der Ausspruch überliefert: „Sei freundlich zu Deinem Leib, damit Deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Er dient noch heute dem traditionellen [Heilfasten] als Richtschnur, z.B. durch geeignete Getränke dem fastenden Körper zu Wohlbefinden zu verhelfen.

Wir leben in natürlichen Rhythmen

Die Natur gibt uns Rhythmen vor. Ein solcher Rhythmus ist der Tag-Nacht-Rhythmus. Tagsüber sind wir aktiv und nehmen Nahrung auf, nachts entspannen wir uns, enthalten uns der Nahrung und sammeln neue Kräfte. Auch dies sind kurze, täglich wiederkehrende Perioden der Nahrungsaufnahme und Nahrungsenthaltung. Hier rührt das englische Wort „break-fast“ her, was Fastenbrechen am Morgen bedeutet.

Wir leben aber auch im Rhythmus der Jahreszeiten; der Sommer und Herbst bringen uns Nahrung in Hülle und Fülle, Winter und Frühjahr sind Zeiten, in denen wir von den Vorräten leben müssen. Auch hier werden von der Natur Zeiten mit mehr oder weniger üppiger Nahrungsaufnahme vorgegeben. Es ist durchaus sinnvoll, den Körper in diesen Rhythmen zu unterstützen und ihm durch eine jährliche Fastenperiode zu helfen, die grundlegende, ihm eigene Ordnung wiederzufinden.

Durch tägliche Überforderung auf der einen Seite und durch ständiges Überangebot mit qualitativ unzureichender Nahrung auf der anderen Seite, ist unser Körper lange Zeit des Jahres damit beschäftigt, aus dem ihm Angebotenen Kompromisse zu finden, mit denen er versucht, aus den Gegebenheiten das Bestmögliche für sich zu bewerkstelligen. Viele Menschen finden den Zugang zum Fasten über den Wunsch, ihr Gewicht zu reduzieren. Hierzu ist das Fasten für Gesunde eine sehr natürliche, ungefährliche und erfolgreiche Methode. Fasten ist aber viel mehr als Abnehmen:

Fasten ist eine naturgegebene Form menschlichen Lebens

  • Fasten ist Leben aus körpereigenen Nahrungsdepots.
  • Fasten bedeutet, dass der Organismus durch innere Ernährung aus sich selbst existieren kann.
  • Fasten ist eine Verhaltensweise von selbständigen Menschen, die sich frei entscheiden können.
  • Fasten betrifft den ganzen Menschen, jede einzelne Körperzelle, seine Seele und seinen Geist.
  • Fasten ist die beste Gelegenheit, in Form zu kommen und zu bleiben.
  • Fasten unterstützt all jene Menschen, die ihre Lebensweise dauerhaft ändern möchten.

Therapeutisches bzw. Heilfasten unterstützt ganzheitlich

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Als Heilfasten wird eine Form des Fastens verstanden, das zu einer verbesserten Gesundheit und/oder zu einem höheren Wohlbefinden führen soll. Dazu sagt Hippokrates: „Sei mäßig in allem, atme reine Luft, treibe täglich Hautpflege und Körperübung... und heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei.“ Neben einigen traditionellen Kur- und Fastenformen haben sich im 20. Jahrhundert zahlreiche professionell begleitete Therapien zur Entschlackung oder Regeneration von Körper, Geist und Seele etabliert.

Gemeinsam ist diesen Formen, dass sie einige Tage der Vorbereitung erfordern, eine gezielte, regelmäßige Darmentleerung anstreben und dass täglich etwa 2-3 Liter Flüssigkeit zu trinken sind. Mögliche Risiken werden durch vorherige oder begleitende ärztliche Untersuchungen minimiert, und das Ende des Heilfastens wird behutsam gestaltet. Dadurch erhält der Geist eine positive Einstellung für die häufig notwendige Ernährungs- und Lebensumstellung. Außerdem wird bei einer erstrebten Gewichtsabnahme ein möglicherweise eintretender Jo-Jo-Effekt verhindert. In den Yoga Vidya Seminarhäusern kannst du das Fasten unter professioneller Anleitung fastenerfahrener Therapeuten kennenlernen. Auch der Austausch in der Gruppe trägt wesentlich zum Fastenerfolg bei.

Über die Autorin

Premajyoti Schumann Yogalehrerin (BYV), Yogatherapeutin, Gesundheitsberaterin (GGB), NLP-Practitioner, Tanztherapeutin, Meditations und Entspannungskursleiterin, Fas tenkursleiterin. Premajyoti ist langjährige Mitarbeiterin und hat u.a. das Yoga Vidya Center in Essen geleitet. Ihre Stärken sind eine klare Unterrichtsstruktur und die therapeutische Unterstützung Ratsuchender.

Fasten und Ayurveda

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Siehe auch

Fußnoten

  1. Zentrum der Gesundheit Gesundheitsgarantie: Ein Fastentag pro Woche

Weblinks

Literatur

Bücher von Swami Sivananda:

Bücher zum Thema Ernährung:

Seminare

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