Gier

Aus Yogawiki
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Als Gier bezeichnet man die Suggestion unseres Egos, niemals genug bekommen zu können. Das Ego glaubt, sich durch Anhäufung von Geld und Gütern dauerhaft absichern und Geltung verschaffen zu können. Der Gier liegt also Angst zugrunde. Die Gier war eine der sieben christlichen Todsünden und zählt auch in anderen großen Weltreligionen zu den Lastern. Gier ist eines der neun Hindernisse auf dem Yogaweg.

Geldgier ist nicht gut auf dem spirituellen Weg

Gier überwinden - glücklich sein

Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2016

Gier überwinden – glücklich sein. Wie kann man glücklich sein?

Glück kommt nicht von der Befriedigung von Gier. Glück kommt nicht durch die Befriedigung von Wünschen. Glück kommt nicht dadurch, dass Dinge geschehen, wie Du sie gerne hättest. Letztlich Glück kommt aus Zufriedenheit. Wenn Du in der Lage bist, Deine Gier zu überwinden, dann wirst Du glücklich sein. Mahatma Gandhi hat mal gesagt, die Welt hat genügend für die Bedürfnisse aller Menschen und aller Wesen. Aber die Welt hat nicht genügend für die Gier von allen.

Wünsche sind etwas Natürliches

Gier führt uns nicht zum Glück

Genauso auch: Wünsche und Bedürfnisse zu haben ist etwas Natürliches. Das ist auch eine Form der Intelligenz der Natur. Du musst was essen. Also hat die Natur Dir Hunger gegeben. Du darfst auch nicht bei minus 20 Grad nicht unbekleidet sind. Also hat die Natur Dir den Wunsch gegeben, dass es ein bisschen warm ist. Der Körper braucht Flüssigkeit. Also hat die Natur Dir Durst gegeben. Menschen haben das intuitive Bedürfnis mit anderen irgendwo zusammen zu sein. Letztlich tief im Inneren bist Du eins mit allen Wesen. Daher kommt der Wunsch, sich zu verbinden. Liebe hat dort ihren Ursprung. Gut, die Natur will auch, dass Menschen sich fortpflanzen. Also hat Dir die Natur entsprechend auch Wünsche gegeben. Aber es ist ein Unterschied zwischen Wünschen und Bedürfnisse auf der einen Seite und Gier auf der anderen Seite.

Gerade der Mensch hat die besondere Fähigkeit zur Gier. Tiere haben mehr Wünsche, die Wünsche entsprechen ihren Trieben und das, was sie brauchen zum Überleben. Die Tiere haben den natürlichen Appetit. Und wenn sie genügend gegessen haben, hören sie auf. Die Tiere haben den natürlichen Durst. Wenn Sie genügend getrunken haben, hören sie auf. Tiere haben dann, ja nach Tierart auch irgendwo den Instinkt irgendwo etwas tun für den Winter. Und wenn sie irgendwo genügend aufgespart haben, reicht es aus.

Der Mensch hat eine Fähigkeit zur Gier

Der Mensch hat die besondere Fähigkeit zur Gier. Angenommen er ist etwas und es schmeckt ihm, dann isst er immer weiter und weiter. Und wenn gerade jemand diese Gier hat, solange bis es wirklich im Bauch weh tut oder solange, bis er sehr dick geworden ist. Der Mensch will nicht einfach nur Wasser trinken, sondern er hat dann immer besser zu trinken und irgendwann kommt dort Gier und irgendwann kommt dann Alkohol ins Spiel, und dann ist das nicht mehr beherrschbar. Der Mensch will vorsorgen für die Zukunft. Daher kommt der Wunsch auch, Geld zu haben. Dann kommt die Gier: Immer mehr Geld. Immer mehr und mehr. Und diese Gier ist gegen das Glück gerichtet.

Es gilt heraus zu finden, was sind Deine natürlichen Wünsche und Bedürfnisse, die auch wirklich wichtig sind zu erfüllen. Und was ist einfach Gier? Und von der Gier kannst Du Dich lösen, indem Du Zufriedenheit entwickelst, indem Du Gelassenheit entwickelst, indem Du im Hier und Jetzt zufrieden bist. Yogis sagen, Du bist jetzt und in diesem Moment SatchidanandaSein, Wissen und Glückseligkeit.

Angenommen Du hast eine Gier, dann gehe einen Moment nach Innen und spüre einfach die Freude in Deinem Herzen. Oder spüre einfach, Du bist zufrieden im Jetzt. Oder dehne Dein Herz aus: Schaue einen Baum an, schaue den Himmel an, schaue Menschen an. Überall kannst Du Liebe empfinden, überall kannst Du Freude empfinden. Wenn Du diese Freude hast, welchen Sinn hat dann die Gier? Also mehrere Schritte. Der erste Schritt: Erkenne an, da ist Gier. Zweiter Schritt: Wie kann ich jetzt Glück erfahren, ohne Befriedigung der Gier. Renne nicht der Gier nach. Lasse Dich nicht zu sehr versklaven. Sei zufrieden, werde glücklich ohne Gier.

Kehl Chakra Meditation - Gier und Getriebenheit überwinden

Kehlchakra

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Im dritten Kapitel des Yoga Sutra beschreibt Patanjali die Samyamas, Konzentrationstechniken. Er spricht auch über Kaya-Samyamas, also die Konzentration auf bestimmte Teile des Körpers.

Unser Körper ist voller psychoaktiver Zonen, wenn du dich auf bestimmte Teile des Körpers konzentrierst, dann hat dies eine Auswirkung auf die Psyche. Auf gewisse Weise könnte man sagen, dass dein Unterbewusstsein mit deinem bewussten Geist über Erfahrungen im physischen Körper kommuniziert. Umgekehrt ist es so, dass, wenn du deine bewusste Aufmerksamkeit auf bestimmte Teile des Körpers richtest, eine Verbindung zu deinem Unterbewusstsein hergestellt wird. Achtsamkeit auf bestimmte Körperteile, hat also sowohl einen Einfluss auf die Psyche, als auch auf den physischen Körper.

Im Kundalini Yoga spricht man davon, dass Konzentration auf bestimmte Körperregionen Prana, die Lebensenergie, Nadis, die Energiekanäle und unsere Energiezentren, die Chakras, beeinflusst. Patanjali sagt „ Indem du deine Aufmerksamkeit auf bestimmte Körperregionen richtest, wird eine bestimmte Wirkung auf die Psyche erzielt“. Patanjali schreibt im 31. Vers des dritten Kapitels „Kanthakupe ksutpipasanivrittih“ durch liebevolle Achtsamkeit, Samyama, auf das Kehlhöhle, hören Hunger und Durst auf“.

Hunger und Durst stehen aber auch für Gier und Getriebenheit. Wenn du deine Achtsamkeit also auf die Kehle richtest, hilft das Hunger und Durst sowohl im wörtlichen, als auch im übertragenen Sinn zu überwinden. Solltest du einmal unterwegs sein und es gibt nichts zu essen und zu trinken, konzentriere dich einfach auf das Kehlzentrum und Hunger und Durst werden weniger werden.

Sukadev kannte einmal einen Free-Climber, welcher sich mit sehr wenig Equipment, eigentlich nur mit Händen, Füßen und Kleidung, auf Berge mit bis 7000 Meter wagte. Er sagte, seit er sich mit Yoga Sutra beschäftige, komme er mit halb so viel Proviant aus wie vorher. Die Konzentration auf das Kehlchakra, hilft ihm also, dass er weniger Wasser und weniger feste Nahrung benötigt und so seinen eingepackten Proviant erheblich reduzieren kann.

Du kannst diesen Vers auch nutzen, um dich beispielsweise beim Abnehmen oder einer Schlankheitskur zu unterstützen. Jedes Mal, wenn dich Gier oder der intensive Wunsch überkommt, irgendetwas zu essen, halte einen Moment inne und versuche eine der folgenden Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Du könntest dich zum Beispiel auf die Bauchatmung konzentrieren, dies hilft dir, die natürlichen Bedürfnisse des Körpers zu erspüren. Achte hierbei besonders auf die Nabelgegend. Patanjali spricht einige Verse vorher davon „Durch Samyama, liebevolle Achtsamkeit, auf die Nabelgegend, kommt Wissen um Aufbau, Struktur und Bedürfnisse des Körpers“. Auch das hilft, unnatürliche Gier zu überwinden. Die zweite Möglichkeit wäre natürlich, du rezitierst und wiederholst ein Mantra und ziehst so deinen Geist weg von dem nach außen Gehenden. Man bezeichnet dies als Pratyahara-Technik, also ein Zurückziehen der Sinne von den Sinnesobjekten. Oder aber drittens, würde Patanjali hier empfehlen, bringe deinen Geist zur Kehle, so hören Hunger und Durst auf.

Genauso ist Konzentration auf die Kehlgegend aber etwas, was dir hilft Gier und Getriebenheit zu überwinden. Ksudh und Pipasa, können, wie oben erwähnt und wie es mit deutschen Wörtern ja auch ist, mehrere Bedeutungen haben. Du kannst neben physischem Durst auf Flüssigkeit, auch Durst auf nicht physische Dinge haben, wie etwa den Rachedurst oder den Durst nach Wissen. Also alles Dinge, die von großer Intensität getrieben sind.

Genauso ist es mit dem Hunger. Man kann Hunger auf Reichtum haben oder auch spirituellen Hunger und so weiter. Daraus folgt, dass es neben dem physischen eben auch emotionalen Hunger und Durst gibt. Deshalb stehen Ksudh und Pipasa im Sanskrit eben auch für Gier und Getriebenheit. Wenn du bemerkst, dass dein Handeln und Denken oft stark von Gier und Getriebenheit beeinflusst wird, dann konzentriere dich regelmäßig auf das Kehlchakra.

Der Schulterstand in Verbindung mit Konzentration auf die Kehle lässt dich Hunger und Durst überwinden

Solltest du dich im Hatha Yoga üben, dann tust du dies ja sowieso. Auf jeden Fall aber, wenn du ihn im Yoga Vidya Stil praktizierst. Die Konzentration auf die verschiedenen Körperregionen, ist ein wichtiger Bestandteil des Yoga-Vidya Stils. Befindest du dich beispielsweise im Schulterstand, im Pflug oder im Fisch, konzentrierst du dich dabei auch auf die Kehlgegend. Indem du dies tust, lernst du eine innere Ruhe und Gelassenheit zu entwickeln. Du verfängst dich dann nicht mehr so schnell in Gier und Getriebenheit.

Vielleicht nimmst du dir einige Zeit um dir zu überlegen, ob es auch für dich sinnvoll wäre, diese Techniken in deinen Alltag zu integrieren. Sei es weil du bemerkst, dass du öfter gierig bist, auf ungesunde Nahrungsmittel. Möchtest du deine Ernährung gesünder gestalten, dann probiere aus, ob dir diese Techniken dabei helfen. Immer dann, wenn die Gier nach etwas Ungesundem in dir hochkommt, konzentriere dich auf die Kehle. Vielleicht bemerkst du dann, wie wirksam diese Methode ist. Vielleicht bemerkst du aber auch, dass du in deinem Alltag nicht nur in Bezug auf Nahrung gierig und getrieben agierst.

Immer dann, wenn dies geschieht, bringe deine Aufmerksamkeit in die Kehle. Benutze die Kehlkonzentration, vielleicht als Pratyahara-Technik. In jedem Fall aber, versuche dich täglich im Schulterstand, Fisch und Pflug zu üben und bringe dabei die Konzentration ins Kehl-Chakra. Sollte es dir aus irgendwelchen Gründen nicht möglich diese Asanas in ihrer klassischen Form ausführen zu können, dann verzichte nicht darauf, sondern probiere, an deine Bedürfnisse angepasste oder unterstützte, Variationen aus. Probiere dich aus und kombiniere diese Asanas mit der Konzentration auf das Kehl-Chakra, denn diese Übungen sind ein wichtiges Hilfsmittel, um Freiheit zu erlangen.

Video - Kehl Chakra Meditation - Gier und Getriebenheit überwinden

Viveka Chudamani - Überwinde die Gier nach Sinnesfreuden

Bezähme deine Gier

- Kommentar zum Viveka Chudamani Vers 311 von Sukadev Bretz -

Wer sich mit dem Körper identifiziert, ist gierig nach Sinnesfreuden. Wie könnte aber jemand, der frei von der Identifikation ist, gierig sein? Der ständige Gedanke an Sinnesobjekte ist die Ursache für das Festhalten an Dualität und Bindung an den Kreislauf von Geburt und Tod.

Kleshas als Ursachen von Leid

Hier sind wir wieder bei den Kleshas die auch Patanjali erwähnt hat. Letztlich kann man sagen, da Patanjali ja vor Shankara gelebt hat, bezieht Shankara sich immer wieder auf Patanjali. Er sagt, die Ursache allen Leidens sei Avidya, die Unwissenheit. Dann folgt Asmita, die Identifikation mit dem Körper. Wenn du dich identifizierst mit dem Körper, dann willst du angenehme Erfahrungen haben. Und der Körper gibt dir angenehme Erfahrungen.

Manche Erfahrungen des Körpers sind schön, wie zum Beispiel sanfte Berührungen, angenehme weiche Kleidung auf der Haut. Es gibt schöne Klänge, die du magst, schöne Dinge, die du anschauen willst. Gerüche, die du gerne hast. Und es gibt auch Geschmäcker, die du gerne hast. Es spricht nichts dagegen, wenn du dich daran erfreust. Im Rahmen der Rolle, die du in dieser Welt hast, gehört das alles dazu.

Es ist gut, dass du einen natürlichen Geschmackssinn hast, der dir sagt, dass es gut ist, bestimmte Dinge zu essen und andere nicht. Auch der Geruchssinn hat seinen Sinn. Kommunikation ist überhaupt erst möglich, wenn du sehen und hören kannst. So ist es gut, dass du sehen und hören kannst, so kannst du diesen Vortrag hören, vielleicht als Video sehen oder als Text lesen. Aber es ist die Gier, die das Problem ist. Wenn du dich mit dem Körper identifizierst kommt die Gier. Überwinde die Gier.

Ohne Identifikation gibt es auch keine Gier

Wenn du keine Identifikation hast, dann bist du auch nicht gierig. Aber indem du an die Sinnesobjekte denkst, entsteht das Festhalten an die Dualität und die Bindung an den Kreislauf von Geburt und Tod.

Möglichkeiten Gier zu überwinden

So kannst du an verschiedenen Stellen ansetzen. Du könntest sagen: „Identifiziere dich nicht.“ Dann hört auch die Gier auf. Du könntest aber auch an der Gier ansetzen. Wenn du nicht mehr gierig bist, dann wird die Identifikation weniger.

Es gibt diese beiden Möglichkeiten:

  • Du kannst an Raga und Dvesha beginnen, das hilft, Asmita und Avidya zu überwinden.
  • Du kannst aber auch an Avidya und Asmita arbeiten und dann verringern sich Raga und Dvesha.

Ich hoffe, du erinnerst dich an das, was ich zuvor gesagt habe. Avidya ist die Unwissenheit, Asmita heißt Identifikation, Raga heißt Mögen und Gier und Dvesha heißt Abneigung bis zu Hass.

Überwinde Raga und Dvesha. Nimm Wünsche als Handlungsempfehlungen mit Energie an und wisse, dass dein Glück nicht davon abhängt, ob du Wünsche erfüllst oder nicht. Es ist schön, gutes Essen zu genießen, aber dein Glück hängt nicht vom guten Essen ab. Es ist schön Wohlgeruch zu haben, gute Düfte, Öle oder Blumen zu riechen, aber dein Glück hängt nicht von Sinnesobjekten ab. In diesem Sinne denke auch nicht über Sinnesobjekte nach, sondern sage: „Da sind Sinnesobjekte und daraus entstehen Mögen und Nichtmögen und ich kann dem folgen oder auch nicht. Mein Glück hängt davon nicht ab.“

Löse dich von Sinnesobjekten - lerne Pratyahara

Patanjali sagt ja auch, dass es wichtig ist Pratyahara zu lernen, dich zu lösen von den Sinnesobjekten, Tapas zu üben, das heißt Askese, bewusst mal deine Wünsche nicht zu erfüllen oder auch Dinge zu tun, die du nicht magst. Santosha zu üben, also auf etwas zu verzichten, was du glaubst zu brauchen, zufrieden zu sein. Und Shankara hat ja auch schon von Shama, Ruhe des Geistes gesprochen. Von Dama, der Sinneskontrolle, von Titiksha, etwas aushalten können.

Und tatsächlich ist die Aufgabe, sich von Sinnesobjekten zu lösen zu lernen, etwas Gutes. Du kannst es gleich trainieren. Überlege, was du jetzt gerade gerne magst. Angenommen du willst jetzt gerne einen schönen Nachtisch haben, verzichte auf ihn. Angenommen da ist eine wunderschöne Frucht, die du jetzt essen willst, iss sie mal nicht.

Angenommen du freust dich darauf die Heizung aufzudrehen, lass sie unten und mache das Fenster auf und so weiter. Lerne also zwischendurch bewusst Dinge zu tun, die du nicht magst und erkenne, dass dein Glücksgefühl deshalb nicht weniger wird. Lerne Zufriedenheit, beherrsche deine Sinne. Du musst sie nicht immer beherrschen, aber ab und zu mal, und lerne, dass das Glück nicht von den Sinnesobjekten abhängt. Was willst du jetzt gleich tun?

Das Wort Gier

Gier - Etymologie, Überlegungen und Tipps. Gier bezeichnet ein heftiges Verlangen, das schwer zu kontrollieren ist. Gier kann sehr groß sein. Von Gier spricht man insbesondere, wenn ein Verlangen nicht so schnell gestillt werden kann. So gibt es unermessliche Gier. Von blinder Gier spricht man, wenn jemand nach etwas giert, ohne zu überlegen, welche Konsequenzen etwas hat.

Sehnsucht nach Schönheit, ein Grund für Gier

Umgang mit Gier anderer

Gier ist eine stärkere Form des Wunsches. Gier ist etwas was nie zufrieden ist. Will immer mehr haben, Mahatma Gandhi hat mal gesagt, dass die Erde genug für die Bedürfnisse aller hat. Aber nicht für die Gier aller. Bevor du jetzt aber andere als gierig abstempelst, gilt es erst einmal zu schauen, ob es sich wirklich um Gier handelt oder um ein wertzuschätzendes Anliegen und Bedürfnisse. Denn unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse und unterschiedliche Anliegen.

Man kann schnell damit sein, den anderen als gierig zu titulieren. Aber vielleicht hat er noch einiges nachzuholen, vielleicht braucht er einiges. Im Normalfall versucht man den Anliegen eines anderen so weit gerecht zu werden, wie es geht. Natürlich wenn jemand große Gier hat, dann gibt es auch wieder verschiedene Möglichkeiten was du da machen kannst.

Du könntest einfach still sein, du musst dich nicht um andere kümmern. Andere können sich darum kümmern oder manchmal kann der Andere seine Gier gar nicht befriedigen. Die real existierende Welt wird da schon einen Riegel davor schieben. Die zweite Möglichkeit wäre mit dem Menschen zu sprechen und ihm zu sagen, dass auch andere ihren Anteil haben wollen.

Oder du könntest ihm sagen, dass das nicht gesund ist, wie viel er dort isst oder was er dort alles haben will. Oder dass es für den Planeten Erde besser wäre, wenn er etwas bescheidener wäre. Manchmal kann man etwas sagen und manchmal muss man auch einen Riegel vor schieben. Wenn man Verantwortung hat kann man klar sagen: "Nein, das geht jetzt leider nicht."

Im Allgemeinen hilft es aber, im Menschen das Göttliche zu sehen unc zu erkennen, dass hinter der Gier letztlich der Wunsch danach steckt, Liebe zu empfangen und Liebe zu geben. Wenn du einem Menschen Liebe gibst und ihn so akzeptierst wie er ist, braucht er vielleicht weniger Ersatzbefriedigung und hat somit weniger Gier.

Gier als Hindernis für die Meditation

Der indische Yoga Meister und Weise Swami Sivananda Schreibt über Gier:

An erster Stelle steht die Begierde (Kama), auf sie folgt der Zorn (Krodha), nach ihm die Gier, schließlich die Täuschung. Die Begierde ist sehr mächtig und nimmt den ersten Platz ein.

Wie Begierde und Zorn in enger Beziehung stehen, so ist dies auch bei Gier und Täuschung der Fall. Ein gieriger Mensch wird mit Täuschung bezahlt. Gier zerstört den Verstand und blendet, so dass der Mensch mit seinen Augen nicht mehr sieht. Gier macht die Gedanken ruhelos. Der Millionär macht Pläne, um Multimillionär zu werden. Unersättliche Gier findet kein Ende, ebenso wenig wie der Durst nach Berühmtheit, nach Beifall, nach Erfolg in der äußeren Welt, nach Aufstieg in der Karriere.

Andere Formen des gleichen Lasters sind das Verlangen des Sadhu nach übernatürlichen Kräften oder der Wunsch, Gemeinschaftsgruppen (Ashrams) an verschiedenen Orten zu errichten. Ein gieriger Mensch ist vollkommen ungeeignet für den geistigen Pfad. Deshalb muss der Schüler jede Art von Gier durch Unterscheidung (Viehara), Hingabe, Meditation, Japam, Zufriedenheit (Santosha), Rechtschaffenheit, Selbstlosigkeit zerstören, damit er sich des Friedens freuen kann.

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Gier in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Gier gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Gier - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Gier sind zum Beispiel Triebhaftigkeit, Unersättlichkeit, Sucht,, Leidenschaft, Sehnsucht, Sinnlichkeit .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Gier - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Gier sind zum Beispiel Freizügigkeit, Großzügigkeit, Nachsicht, Selbstaufgabe, Überheblichkeit . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Gier, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Gier, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Gier stehen:

Eigenschaftsgruppe

Gier kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Gier sind zum Beispiel das Adjektiv gierig, das Verb gieren, sowie das Substantiv Gieriger.

Wer Gier hat, der ist gierig beziehungsweise ein Gieriger.

Siehe auch

Literatur

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