Einlauf

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Einlauf ist eine Methode, Flüssigkeit in den After zu leiten, um Stuhl im Enddarm aufzuweichen und abzuführen. Der Einlauf ist eines der ältesten Naturheilmittel. Schon die Ägypter benutzten es, um dem Körper "Krankheitsdämonen“ auszutreiben. Hippokrates, der berühmte antike Arzt, der alle Krankheiten auf ein Ungleichgewicht der Körpersäfte zurückführte, empfahl ebenfalls einen Einlauf. Im 16. Und 17. Jahrhunderts war der Einlauf als tägliche Gesundheitspflege sehr verbreitet.[1] Mit der Verbreitung der modernen Medizin wurde auch die Einlaufpraxis weniger häufig praktiziert, ist aber noch immer ein beliebtes Mittel in der Naturheilkunde und ein "Muss“ beim Fasten.

Fit und entschlackt mithilfe der Einlaufpraxis

Einlauf- die Theorie

Ein Einlauf ist sinnvoll sowohl bei akuten als auch chronischen Krankheiten. Kopfschmerzen, Blähungen, fiebrigen Erkältungen können durch einen Einlauf schnell gelindert werden; ebenso chronische Krankheiten wie Allergien und Autoimmunerkrankungen. [2]

Antibiotika, Stress, Fehlernährung- all dies sind Widersacher einer gesunden Darmflora. Bei vielen Menschen ist die Darmflora gestört und es kommt zu einer sogenannten Dysbakterie. Dies reizt die Schleimhäute im Darm und macht sie durchlässig für Krankheitserreger. Stoffwechselgifte, unvollständig verdaute Proteine etc. geraten in die Blutbahn, das Immunsystem bekämpft diese und ist dadurch irritiert. Dies macht sich bemerkbar an Entzündungen, Allergien und Autoimmunerkrankungen.

Eine gestörte Darmflora hat viele negative Folgen. Die Verdauung und die Resorption der Nährstoffe werden gestört, wodurch die Versorgung des Körpers nicht mehr optimal gewährleistet ist. Es kommt auch zu Gär- und Fäulnisprozessen. Zusätzlich ist die Darmperistaltik (also seine Muskeltätigkeit) verlangsamt und der Stuhl bleibt länger im Darm. Es kommt zur Selbstvergiftung.

Der Darm verliert bei einer Dysbakterie zudem an Tüchtigkeit, da die Darmschleimhaut Energie aus kurzkettigen Fettsäuren gewinnt. Diese können nur von einer gesunden Darmflora gebildet werden.

Der Einlauf kann hier Linderung verschaffen. Alte Kotreste und schädliche Mikroorganismen werden beseitigt. Die Darmflora wird reguliert und die Regeneration der Darmschleimhäute angeregt. Die Darmperistaltik wird aktiviert und das Risiko für eine Rückvergiftung durch die Darmschleimhaut wird reduziert.

Ein Beispiel dafür sind Kopfschmerzen; sie entstehen oft aus solch einer Rückvergiftung. Durch den Einlauf wird der "Giftstrom“ unterbrochen. Auch bei Erkältungen kann ein Einlauf sehr schnell wirken, da das Immunsystem entlastet wird.

Einlauf- die Praxis

Man kann einen Einlauf bequem zu Hause durchführen. Man nimmt ein Irrigator-Gefäß für die Einlaufflüssigkeit, einen Schlauch und ein Röhrchen mit Hahn zum Auf- und Abdrehen des Wassers. Die Klistierspitze führt man einige Zentimeter in den After, man füllt 1L Flüssigkeit in den Einlaufbehälter. Man kann verschiedene Flüssigkeiten nehmen:

  • Der Klassiker ist Wasser; man sollte gefiltertes Wasser oder anderes Wasser von guter Qualität nehmen und es am besten auf Körpertemperatur erwärmen.
  • Andere Optionen: Kamillentee- wirkt darmberuhigend, entzündungshemmend. Leinsamenwasser (Einweichflüssigkeit von Leinsaat): 3 EL Leinsaat mit Wasser einweichen, nach einer Stunde mit reichlich Wasser auffüllen und Leinsamen abgießen.
  • Man sollte 3-4 Liter Flüssigkeit bereitstellen.
  • Man positioniert sich am besten in Toilettennähe. Empfohlen wird die flache Rückenlage mit aufgestellten Beinen oder dass man sich auf die linke Seite legt (Darm verläuft linksseitig).
  • Den Einlaufbehälter sollte man höher als man selbst positionieren, damit die Flüssigkeit durchlaufen kann.
  • Man fettet das Darmröhrchen und den After ein.
  • Um die Luft aus dem Schlauch zu lassen, dreht man den Hahn auf und lässt das Wasser heraus, bis keine Luftblasen mehr im Schlauch sind.
  • Das Darmröhrchen führt man einige Zentimeter tief (sodass der Hahn noch außen ist) in den Darmausgang ein und dreht den kleinen Hahn wieder auf.
  • Das Wasser lässt man einlaufen, bis es gerade so angenehm ist. Hahn schließen und Röhrchen entfernen, Bauch im Uhrzeigersinn massieren; wenige Minuten später wird das Wasser mit gelöstem Darminhalt wieder ausgeschieden.
  • Beim ersten Durchlauf kann es sein, dass man nur wenig Wasser (1/4-1/2 Liter)nehmen kann und schnell Druck bekommt, dann kann man sich entleeren und eine zweite Runde beginnen, diesmal mit mehr Flüssigkeit, die länger gehalten werden kann. Wenn man einen Liter in den Darm führen kann, ist dies bereits gut. Ab zweiten Durchgang nicht sofort auf Toilette gehen, sondern drei Peristaltik- Schübe (Darmdrang) abwarten; 2-3 Durchgänge mit dem Einlauf sind optimal.[2]
  • Man kann, während man das Wasser im Bauch lässt, den Schulterstand praktizieren. Die Flüssigkeit läuft dann tiefer in den Dickdarm.

Einlauf beim Heilfasten

Beim Fasten ist ein Einlauf dringend notwendig, um eine schonende und gründliche Reinigung des Körpers von innen zu erreichen. Es braucht eine Darmaktivität für die Entgiftung und Entschlackung. Darum geht es ja im Heilfasten. Nach Otto Buchinger ist die Verschlackung der Organe und des Immunsystems verantwortlich für Krankheiten, da die Schlacken- vom Körper neutralisierte und abgelagerte Säuren und Gifte- ein Nährboden für Bakterien, Viren und Krebszellen sind. Lösen sich diese Gifte und Schlacken und werden nicht rechtzeitig (mithilfe von einem Einlauf) ausgeschieden, kommt es zu einer Rückvergiftung. [1]

Sivananda über Einlauf

Sivananda empfiehlt in seinem Buch "Practice of Nature Cure“, ein Werk über naturheilkundliche Methoden, häufig einen Einlauf. Er dazu: "Der Einlauf reinigt den Darm und beseitigt angesammelten Schmutz. Der Einlauf ist nicht schädlich wie Abführmittel. Man kann während des Fastens täglich einen Einlauf machen.“ Er empfiehlt einen Einlauf bei Erkrankungen wie:

Siehe auch

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Gesund heilfasten: Darmeinlauf
  2. 2,0 2,1 Zentrum der Gesundheit: Darm-Einlauf

Literatur

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