Herbst

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Herbst Gedanken in so einer manchmal melancholischen Jahreszeit. Herzlich willkommen zu einem Vortrag aus der Reihe Bewusst Leben Lexikon. Mein Name Sukadev von Yoga Vidya.

Herbst - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Jahreszeiten in Europa

In Europa und vielen anderen Ländern in der nördlichen Halbkugel spricht man von vier Jahreszeiten:

In Europa sind es vier Jahreszeiten und die dritte ist der Herbst. Im Herbst werden die Tage kürzer und die Nächte werden länger. Man hat weniger Sonnenlicht. Häufig gibt es Nebel, was oft dazu führt, dass der Mensch etwas melancholischer wird. Es führt manchmal auch dazu, dass die Menschen zum Teil etwas trauriger werden.

Jahreszeiten in Indien

In Indien ist das etwas anders. Dort kann man unterschiedliche Jahreszeiten haben. Da gibt es die Regenzeiten (Monsunzeit), danach gibt es eine Herbstzeit, danach eine Winterzeit, eine Frühlingszeit und dann eine Hochsommerzeit, die ist zwischen April bis Mitte Juni. Das ist die heiße Trockenzeit. In Indien gibt es also fünf Jahreszeiten.

Herbst aus Spiritueller Sicht

Vom spirituellen her ist Herbst eine besonders gute Jahreszeit um seine spirituelle Praxis, entweder zu beginnen oder wieder zu intensivieren. Die Bäume lassen die Blätter fallen und ziehen den Saft ihrer Blätter in den Stamm und in die Wurzeln hinein. Auch andere Pflanzen sammeln ihre Energie im Stamm und in den Wurzeln. Die Tiere bereiten sich auf den Winterschlaf vor. Viele schaffen sich Vorräte für den Winter an.

So ist die Zeit des Herbstes eine Zeit wo es gut ist nach innen zu gehen. Im Herbst ist es gut mehr zu meditieren, mehr Yoga zu üben und vieles anderes loszulassen und seine spirituelle Praxis zu intensivieren.

Ashram Besuch im Herbst

Herbst ist auch eine gute Zeit in einen Ashram zu gehen. Ich sage gerne, wer die Zeit im September und Oktober nutzt um intensive spirituelle Praxis zu praktizieren, vielleicht eins - zwei Wochen in einem Yoga Ashram verbringt und danach zu Hause seine Meditation und Yoga Praxis erhöht, der wird im Winter keine Winterdepression bekommen. Es ist normal, dass man im Herbst irgendwo umschaltet.


Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche

Die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche ist eines der 4 Sonnenfeste. Es wird um den 21./22. und 23.September gefeiert, wenn der Tag und die Nacht gleich lang dauern. Die Sonne überquert den Äquator und  geht dann genau im Osten auf und genau im Westen unter. Wenn man das gesamte Jahr mit einem Tag vergleicht, dann entspricht dieses Fest dem Sonnenuntergang, der Abenddämmerung. Nach der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche beginnt nun die dunklere Jahreshälfte, in der die Nächte länger als die Tage sind. Die Sonne tritt langsam ihren Rückzug an und die Tier- und Pflanzenwelt zieht sich und ihre Kräfte zurück. Das ist ein guter Zeitpunkt, um Wurzeln und Samen zu sammeln.

Da die Natur früher im Leben und Bewusstsein der Menschen eine viel zentralere Rolle gespielt hat, wurden solche markanten Punkte im Jahreslauf mit vielen Ritualen und Bräuchen gefeiert. Es ist ein Zwischenzustand zwischen Tag und Nacht und somit ein guter Zeitpunkt, um Rituale zu feiern und mit dir selbst in Balance zu kommen.

Erntedankfest


Erntedankfest

Es gibt in den verschiedenen Religionen das Erntedankfest. Auch das ist etwas Gutes, die Sommersaison abzuschließen, selbst wenn du nicht in einer Bauernfamilie lebst, wenn du merkst, der Herbst hat begonnen, ist es gut einen Tag lang zu danken für das, was im Sommer war. Für die schönen Erlebnisse für die intensive Zeit, vielleicht auch für die Lernaufgaben. Danken ist im Herbst gut.

Den Göttern sei Dank. Das Erntedankfest wurde früher besonders geachtet und gefeiert. Es dauerte in der Regel bis zum 1. Vollmond nach dem Fest. Die besten Früchte der Ernte wurden den Göttern, den Ahnen oder der Natur geschenkt. So haben die Menschen darum gebeten, dass das nächste Jahr wieder fruchtbar und ertragreich sein möge. Es gab viele verschiedene Feste, je nachdem, was in den jeweiligen Landstrichen angebaut wurde. ES gab z.B. die Kartoffelernten mit den großen Kartoffelfeuern, die Weinlese mit den Weinfesten, Apfelernten und Nussernten.

Die Menschen trafen sich gemeinsam auf den Feldern und in den Scheunen zum Tanz. Sie haben gemeinsam gegessen und die Ernte geehrt. Es gab den Brauch der Erde Geschenke in Form von Milch, Honig, Mehl und Salz zu geben. Die Bauern gingen durch ihre Kuhställe und räucherten sie mit Rainfarn aus, damit die Kühe den Winter gut überstehen würden. Die letzten Getreidegarben galten ihnen als heilig und ihre Vernichtung als unglücksbringend. Sie wurde zu einer weiblichen Figur gebunden, reich geschmückt und als Opfergabe auf dem Feld stehen gelassen.

Im Keltischen wird dieses Fest "Mabon" genannt. Mabon war der walisische Sohn der Muttergöttin Modron. Mabon bedeutet "Großer Sohn". Sein Vater war Mellt - der „Blitz“ - der mit seinen Blitzen die Erde befruchtete.


Entgiften

Dann ist es aber auch gut im Herbst eine Phase der Entgiftung zu haben. Vielleicht eine Woche zu Fasten oder eine Panchakarma Kur zu machen oder einen Monat lang Rohkost zu essen. Bevor es ganz kalt ist, kannst du dies im Herbst machen. Oder eben eine Woche Aufenthalt in einem Ashram. Auf jeden Fall mehr meditieren und mehr praktizieren, so wird der Herbst eine gute Zeit.

Herbstfeste im Hinduismus

Ganesha Chaturthi

Im Hinduismus ist gerade der Herbst eine Zeit, wo es einige Feste gibt, die von besonderer Bedeutung sind. Die wir auch bei Yoga Vidya feiern. Es gibt zum einen Ganesha Chaturthi meistens im September, das ist der Beginn der Herbstzeit. Ganesha Chaturthi die Feier für Ganesha. Ganesha ist der, der Hindernisse aus dem Weg räumt und er ist auch der Gott des Neubeginns. So ist Ganesha Chaturthi auch eine Zeit wo du sagst – es will etwas Neues in mein Leben treten. Ich will etwas Neues beginnen und ich bitte da um Segen. Ich mache Vorsätze und ich bitte darum, dass diese Vorsätze vom Segen getragen sind, und dass die Hindernisse weg sind, damit ich sie umsetzen kann.


Navaratri als das Herbstfest schlechthin Navaratri wird manchmal auch Herbstnavaratri genannt, sind die neun Tage zur Verehrung der göttlichen Mutter also zur Verehrung der Göttin. Im Hinduismus ist dieses Fest wegen dem Mondkalender entweder Ende September oder Anfangs Oktober. Am Navaratri wird drei tagelang Kali und Durga verehrt, was eine Zeit des Loslassens ist. Dann gibt es drei Tage der Verehrung von Lakshmi. Das ist eine Zeit, von Ansammeln von neuer Spiritualität, neuer Kraft, neuem Licht und damit auch neuen Vorsätzen, neuem Prana und neuer spiritueller Inspiration. Dann gibt es drei Tage zur Verehrung von Saraswati. Das ist eine Zeit des Öffnens für höheres Wissen, für Intuition und Inspiration. Das sind die neun Tage von Navaratri, die übrigens auch vorzüglich für eine Fastenzeit geeignet sind. Entweder neun Tage fasten oder zum Beispiel an einer dieser dreimal drei Tagesperioden drei Tage lang fasten. Auch bei [Yoga Vidya] feiern wir das Fest in allen Ashrams mit täglicher Puja und mit intensiverer Praxis. Du könntest diese neun Tage nehmen um besonders intensiv zu praktizieren. Der zehnte Tag vom Navaratri ist Vijaya Dashami der Tag des Sieges. Das ist ein Tag, wo du besonders viel meditieren und dir Vorsätze für den Herbst und den Winter vornehmen kannst.


Diwali

Einige Wochen nachher folgt Diwali. Diwali auch Dipavali genannt. Das ist vielleicht das bekannteste und populärste Fest in Indien, weil es von allen Hindus und zum Teil auch von Moslems und Christen gefeiert wird. Es ist das Lichterfest. Es wird in allen hinduistischen Traditionen gefeiert. Es ist so etwas wie Weihnachten und Neujahr zusammen. Die Familien kommen zusammen, es werden Geschenke ausgeteilt, Feuerwerkskörper abgelassen und es wird getanzt. Es ist eine besonders fröhliche Periode. Was dann heißt: letztlich nach dem du über Ganesha Chaturthi, Navaratri, die intensive Praxis und dem Reinigen mehr Prana angesammelt hast, wird es mit vielen Segnungen schön und fröhlich mit der Familie.

Herbstfestlichkeiten in anderen Kulturen

Christentum

Auch im Christentum gibt es einige Herbstfestlichkeiten. Es gibt insbesondere bei den Evangelischen den Reformationstag und es gibt den Allerheiligen bei den Katholiken gefolgt von Allerseelen. Die sind jeweils am 1. respektive am 2. November.

Germanisch-Keltische Traditionen In den germanisch- keltischen Traditionen, die heute über Neuheidentum, Naturspiritualität oder Geomantie etwas bekannter werden oder auch im Wicca Glaubenstum spielt der 21. September eine wichtige Rolle also die Tag-und-Nacht-Gleiche, der Herbstanfang. Da gibt es viele Menschen, die an den Externsteine bei Bad Meinberg Rituale zelebrieren. Dann spielt auch Halloween eine wichtige Rolle, das ist in der Nacht vom 31. Oktober der Abend vor Allerheiligen. Ähnlich wie in der Walpurgisnacht am 30. April, heißt es, dass in der Nacht vom 31. Oktober zum ersten November die Schleusen zur Feinstoffwelt - zur subtilen Welt sich besonders öffnen und dass man dann auch besonders meditieren kann.

Herbstfeste bei Yoga Vidya

Natürlich, heute ist Halloween mehr ein Kinderfest, aber wenn du zum Beispiel an dem Tag in Bad Meinberg bist, werden dort auch bestimmte spirituelle Rituale zelebriert. Wir zelebrieren ja nicht nur die hinduistischen Rituale, wir zelebrieren auch die schamanistischen, die geomantischen, die altkeltischen und auch die christlichen Feiertage. Insbesondere an Weihnachten, Silvester, Ostern und Pfingsten machen wir etwas Besonderes.

Natur-Mandala

Wie kannst du den Herbst feiern?

Naturspaziergänge. Eine einfache Weise den Herbst zu begehen ist, Naturspaziergänge zu machen und zu sehen, wie schön das Kunterbunt vom Laub sein kann. Und letztlich auch wie schön der Nebel, Regen und Wolken sein können, wie schön es ist dem Wind zuzuhören. Auch wenn du den Herbst nutzt für Herbstspaziergänge oder für herbstliche Fahrradtouren, der Herbst hat etwas Besonderes. Naturmandala. Nimm dir vielleicht auch Zeit für ein Naturmandala, wenn du einen Waldspaziergang machst.


Es ist die Zeit, um eine Bilanz für das Jahr zu ziehen und Neues zu planen.

  • In welchen Bereichen kann ich in meinem Leben und meiner Umwelt noch mehr Harmonie kreieren?
  • Was wurde mir geschenkt? Wofür bin ich dankbar? Was fehlt mir wirklich?
  • Wie kann ich mir selbst Gutes tun und meine inneren Bedürfnisse gut entfalten?
  • Was möchte ich verabschieden? Nimm Abschied von alten Dingen und lasse Altes und Verbrauchtes los. Mache dich frei für neue Dinge in deinem Leben.
  • Genieße ganz bewusst die Stille und das Zurückbesinnen auf dich selbst und dein Innenleben.
  • Was für neue Ideen und Projekte möchtest du im Winter beginnen und umsetzen?


Bunter Gabentisch. Du kannst dir als Schutz und Segen einen herbstlichen Altar gestalten und mit Kastanien, Eicheln, Bucheckern, Ebereschenbeeren, Weißdorn- und Schlehenbeeren, kleinen bunten Kürbissen und bunten Blättern schmücken. Genieße die kräftigen Farben der Natur und was sie dir vor die Füße legt.


Dankbarkeitstagebuch. Du kannst ein Tagebuch oder ein Dankbarkeitstagebuch beginnen, um dich mehr mit dir, deinem Inneren und deinem Unterbewusstsein zu beschäftigen. So kannst du eine Reise nach Innen antreten, wie auch die Natur es tut.


Reinigung. Es ist eine Zeit des Loslassens. Du kannst eine Fastenkur einlegen, Basenbäder nehmen, dich und dein Zuhause räuchern und dich so von altem Ballast befreien.


Feuerritual. Du kannst ein Feuer entzünden und rituell einen Zettel verbrennen, auf dem du all das aufgeschrieben hast, was du was du loslassen möchtest und was du ändern möchtest.


Dankbarkeitsmeditation. Verbinde dich mit der Dankbarkeit über eine Meditation über die Dankbarkeit. Dankbarkeit schenkt dir Fülle in deinem Herzen. Sie vermehrt die guten Dinge in Deinem Leben. Dank ist auch ein Akt des Ausgleichs und du kannst dich fragen, ob du dich, was das Nehmen und Geben betrifft, in einem Gleichgewicht befindest.


Orakeln. An dieser Schwelle im Jahreskreis heißt es, sind die Schleier zwischen den Welten dünner und durchlässiger. Darum ist dieser Zeitpunkt besonders gut zum Orakeln geeignet.

Mehr Informationen über den Herbst, Schamanismus, Geomantie, Navaratri und die anderen indischen Feiertage findest du auf Yoga Vidya Dort findest du ein Suchfeld, wo du eingeben kannst, worüber du mehr Infos bekommen willst.

Video Herbst

Videovortrag über Herbst :

Autor/Sprecher: Sukadev Bretz, Seminarleiter zu den Themen Yoga und Meditation.

Herbst Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Herbst :

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Siehe auch

Herbst ist eine Übergangszeit - die, Zitat aus einer Arztpraxis:

"depressiv (= besseres Wort hier tamas ?) machen kann. Man muß die Uhr danach stellen, wie auch im Frühjahr"

Hier fehlt eine Tabelle (Statistik) - ob terminologisch die Grenze sinnvoll .. zu sehen ist - für viele Menschen bedeutet der goldene Herbst zugleich viel mehr (Novemberfrühling)...

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