Samadhi

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Samadhi (Sanskrit: समाधि samādhi m.) Zusammensetzung, Verbindung, Vereinigung; das Bringen in Harmonie; Aufmerksamkeit (die auf das Höchste gerichtet ist); eines der acht Angas (acht Glieder) im Raja Yoga System. Samadhi, die segensreiche, göttliche Erfahrung, ist erreicht, wenn Ich und Bewußtsein sich auflösen. Diesen Zustand kann man nur durch eigene Kraft erlangen.

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Er ist ohne Grenzen, ohne Unterscheidung, unendlich, er ist die Erfahrung des Seins selbst, der Zustand der reinen Erkenntnis. Ist diese Erfahrung für den Schüler Wirklichkeit geworden, lösen sich für ihn Gedanken, Wünsche, Handlungen und Gefühle der Freude oder des Schmerzes in nichts auf.

Sukadev über Samadhi

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Samadhi

"Samadhi" kommt von "Sama" – "Ruhe". Samadhi ist die vollständige Ruhe des Geistes. Samadhi ist im Kontext der Ashtangas die achte Stufe des Yoga, achter Teil des Yoga. Es gibt: Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi. Yama ist der ethische Umgang mit anderen. Niyama, die persönliche Disziplin. Asana, die Haltung, Körperhaltung, Sitzhaltung, Haltung im Alltag, wie auch die Yogastellungen. Pranayama, die Atmung, Atemübungen, Herrschaft über das Prana. Dann Pratyahara, die Fähigkeit, die Gedanken nach innen zu bringen, die Sinne nach innen zu holen, zurückziehen. Dann Dharana, die Konzentration. Dhyana, die Meditation. Samadhi, das Überbewusstsein.

Man kann sagen, gerade die letzten sechs der Ashtangas sind wie Schritte in der Meditation. Du setzt dich hin, Asana. Du regulierst deine Atmung, Pranayama. Du bringst deinen Geist in einen meditativen Gemütszustand, bringst deine Sinne nach innen, Pratyahara. Dann lernst du, dich zu konzentrieren, du übst eine Konzentrationstechnik, Dharana. Wenn du in dem Objekt der Meditation tief absorbiert bist, dann ist es Dhyana. Ich übersetze daher Dhyana gerne als Absorption. Bei Dhyana ist keine Anstrengung mehr von Nöten, denn Dhyana heißt, ganz von selbst bist du absorbiert in dieser Meditation. Wenn die Subjekt-Objekt-Trennung aufhört, dann ist es Samadhi.

Also, wenn du zum Beispiel meditierst über ein Mantra wie „Om Namah Shivaya“. Wenn du das Mantra bewusst wiederholst, dann ist das Dharana. Insbesondere, wenn du immer wieder darauf achten musst, dass dein Geist konzentriert ist. Wenn du aber das Mantra wiederholst und die Wiederholung ganz von selbst geschieht und da Freude dabei ist, vielleicht ein Licht dabei ist oder eine Schwingung, vielleicht ein innerer Klang, dann ist das alles Dhyana. Es kann sogar passieren, dass in Dhyana die Worte des Mantras wegfallen. Aber es ist diese Subjekt-Objekt-Beziehung.

Du empfindest diese wunderbar freudige Meditation, deshalb ist es noch Dhyana und noch nicht Samadhi. Wenn diese Subjekt-Objekt-Beziehung wegfällt, und du einfach nur in der Mantra-Schwingung bist, dann ist es Samadhi. Nicht, „ich meditiere“, nicht, „ich wiederhole das Mantra“, nicht, „ich erfahre Freude“, sondern Meditation geschieht, es ist einfach Meditation, es ist einfach Mantra. Und ich und das Mantra, ich und die Meditation, ich und der Gemütszustand, alles eins, das ist Samadhi.

Von Samadhi gibt es wieder mehrere Stufen. Es gibt Savitarka, Nirvitarka, Savichara, Nirvichara und dann gibt es noch Samprajnata, Asamprajnata Samadhi, es gibt Savikalpa, Nirvikalpa Samadhi, Sabija Samadhi, Nirbija Samadhi, Dharma Megha Samadhi, Maha Samadhi. Für unsere Zwecke gibt es zwei wichtige Samadhi-Stufen: Das eine ist der noch dualistische Samadhi und der nicht dualistische Samadhi. Der noch dualistische Samadhi wird genannt: Samprajnata Samadhi, Savikalpa Samadhi und auch Sabija Samadhi. Das heißt, du bist zwar verschmolzen mit etwas, aber da ist noch etwas, womit du verschmolzen sein kannst. Du kannst das Mantra wiederholen, und du wirst zur Mantra-Schwingung. Dort ist also die Mantra-Schwingung, und du bist die Mantra-Schwingung.

Wenn sogar die Mantra-Schwingung wegfällt, dann bist du in Nirbija Samadhi, Nirvikalpa Samadhi, Asamprajnata Samadhi. Da ist nur reines Gewahrsein, Chid, da ist nur Sein, Sat, und unendliche Freude, Ananda. In Nirvikalpa Samadhi ist nur Brahman, ist nur Atman, ist nur Bewusstsein. Da ist das, was ist, und alles andere ist nicht. In Sabija, Savikalpa oder Samprajnata Samadhi, da ist noch Erfahrung. Du bist zwar die Erfahrung von etwas, aber du bist diese Erfahrung, diese Schwingung.

Das sind aber alles Spitzfindigkeiten vom Standpunkt von jemandem, der noch nicht die höheren Stufen der Meditation erreicht hat. Jede Form von Samadhi ist verbunden mit Überbewusstsein. Jede Form von Samadhi ist verbunden mit einer höheren Erkenntnis. Jede Form von Samadhi ist verbunden mit einer riesengroßen Freude, mit einer unglaublichen Energie und mit Liebe. Daran kann man auch erkennen, ob man in Samadhi war. Wenn du aus Samadhi herauskommst ins Normalbewusstsein, da hast du Freude, da hast du Inspiration, da hast du etwas verstanden, da ist irgendwo eine Verbundenheit, eine Einheit.

Samadhi ist ein mystischer Bewusstseinszustand der Verschmelzung mit Gott, denn letztlich alles ist Gott. Egal, mit was du verschmilzt, letztlich ist es auch wiederum Gott. Samadhi ist ein Ziel von Yoga. Samadhi transformiert den Menschen. Samadhi ist nicht einfach nur irgendeine Erfahrung, sondern Samadhi zeigt sich nachher in den Früchten. So wie Jesus gesagt hat: „An euren Früchten werden sie euch erkennen.“ Ein bisschen Wonne zu haben, ist ganz schön, aber Samadhi ist es dann, wenn es anschließend das Denken, das Fühlen, das Handeln beeinflusst. Du bist nicht mehr der gleiche, wenn du Samadhi erreicht hast. Du bist viel mehr du selbst, und du selbst bist Freude, Verbundenheit, Einheit, Liebe.

Samadhi erfahren

Jeder kann durch regelmäßige Übung der Meditation, wenn er reines Herzens ist, die Höchste Wahrheit, Brahma, das Absolute erfahren. Abstrakte Überlegungen und Studium von Büchern vermögen dies nicht; es bedarf der unmittelbaren Erfahrung, die die Quelle der höheren intuitiven Erkenntnis oder der göttlichen Weisheit ist. Diese Erfahrung, bei der das Spiel der Sinne, Gefühl, Bewußtsein und Verstand ausgeschaltet sind und in vollkommener Ruhe verharren, ist überbewusst und transzendental. Es handelt sich nicht um die eingebildete Erfahrung eines visionären Träumers, sondern um eine sichere, lebendige Wahrheit, um eine Wirklichkeit, wie die Frucht in deiner Hand. Das dritte Auge, das Auge der Weisheit, ist geöffnet.

Die außergewöhnliche Erfahrung entstammt der Erkenntnis, die das geistige Auge, das Auge der Intuition vermittelt. Es öffnet sich, wenn Sinne, Gedanken und Intellekt zu arbeiten aufhören, wenn alle Gefühle von Wunsch, Zorn, Gier, Stolz, Selbstsucht und Hass vollkommen ausgetilgt sind.

In dieser Erfahrung gibt es weder Leere noch Dunkelheit, weder Ton, Berührung noch Gestalt. Es ist eine wunderbare Erfahrung der Einheit, des [Einssein]]s, in dem weder Zeit noch Kausalität bestehen. Der Schüler wird allwissend, allmächtig, ein »Alleserkennender« (Sarvavid). Das ganze Mysterium der Schöpfung wird ihm offenbar. Er erlangt Unsterblichkeit, höchste Erkenntnis und ewige Glückseligkeit.

Es gibt nicht mehr Subjekt noch Objekt, nicht mehr Meditation noch samadhi, nicht mehr Dualismus (Dvaita) noch Monismus (Advaita), nicht mehr Unterscheidung noch Konzentration, nicht mehr Meditation noch Meditierenden, nicht mehr Gewinn noch Verlust, nicht mehr Vergnügen noch Schmerz, nicht mehr Tag noch Nacht.

Es gibt verschiedene Arten von Samadhi:

  • Jada Samadhi wird durch Handstellungen (Mudras) und Anhalten des Atems (Kumbhaka) erlangt. Ihm fehlt jede Art von Bewußtsein, so daß er dem tiefen Schlaf gleicht. Der Yogi kann sechs Monate lang in einem Sarg eingegraben werden. Doch er kehrt mit höheren Erkenntnissen zurück, da seine unbewussten Eindrücke (Vasanas) nicht zerstört wurden. Dieser samadhi ist eine Art Wiedergeburt, die nicht zur Befreiung führt.
  • Chaitanya Samadhi, in dem der Yogi sein Bewusstsein vollkommen erhält und mit göttlicher Erkenntnis zurückkehrt. Seine Botschaften und Worte sind vom Geist eingegeben und begeistern die Zuhörer. Auch in diesem samadhi werden die unbewußten Eindrücke (vasanas) nicht zerstört, aber der Yogi erlangt Kaivalya, vollkommene Freiheit.
  • Der Vedanta-Schüler erfährt Badha Samadhi durch Auflösung aller trügerischen Bestandteile (upadhis), wie Körper, Gedanken, Sinne, Verstand usw. Ihm werden Welt und Körper zur Täuschung (mithya). Er durchschreitet Stufen der Dunkelheit, des Lichts, des Schlafes, der maya und unendliche Räume, bis er das kosmische Bewusstsein erlangt.

Im Erstgenannten herrscht die Dreiheit (triputi): der Erkennende, das Erkannte und die Fähigkeit des Erkennens, mit anderen Worten: der Sehende, das Gesehene und das Sehen. Die vom Karma angesammelten Eindrücke (samskaras) werden nicht zerstört. Im nirvikalpa samadhi bleibt nichts von all diesem mehr übrig. Es gibt nichts mehr zu sehen, zu hören, zu fühlen. Man hat kein Körperbewußtsein mehr, sondern lebt im Bewußtsein Brahmas. Nur das Selbst hat noch Bestand. Dies ist eine gewaltige Erfahrung, die den Schüler mit Schrecken und Bewunderung erfüllt.

Ein Bhakta-Yogi, der über die Gestalt Krishnas meditiert, wird im samadhi überall Krishna und nur ihn allein erblicken. Alles andere wird für ihn ausgelöscht sein, und er wird sich selbst als Krishna sehen, als ein gopi aus Vrindavan, dem Heimatort Krishnas. Neben anderen hatten Gauranga und Ekanath diese Erfahrung. Wer über Krishna als den Allesdurchdringenden meditiert, wird eine etwas andere kosmische Erfahrung gewinnen. So wurde sich Arjuna in diesem Zustand des ganzen Weltalls bewußt.

Meditiert der Schüler über "den aus dem goldenen Ei Geborenen"(hiranyagarbha ), das heißt über Brahma, so identifiziert er sich mit Ihm. Er wird das "Paradies Brahmas" kennenlernen (brahmaloka) und auch auf diese Weise das kosmische Bewußtsein erlangen. Die Erfahrung des savikalpa samadhi ist für Bhakta- und Raja-Yogi die gleiche. Die transzendente Erfahrung ist auch als vierter Zustand« (turiya) bekannt. Die drei vorangehenden sind Wachzustand, Traumzustand und traumloser Schlafzustand. Sie sind allen Menschen gemeinsam. Der vierte Zustand ist nur als Möglichkeit in ihnen vorhanden. Ist er erlangt, wird das kosmische Bewußtsein, das bisher nur ein gedanklicher Begriff war, für den Schüler lebendige und deutlich erfahrbare Wirklichkeit.

Viele Namen werden diesem transzendenten Zustand gegeben, die alle den gleichen Sinn besitzen. Das wirkliche, geistige Leben beginnt, wenn man ihn erreicht hat. Zu aller Zeit und unter allen Umständen erfährt der Schüler seine Identität mit der unsichtbaren Existenz, Weisheit und Glückseligkeit. Er erkennt, daß er Dinge und Wesen durchdringt und jenseits jeder Begrenzung lebt. Besitzt er ununterbrochen und zu jeder Zeit die Erkenntnis des Selbst, ist er im Selbst eingebettet. Dieser Zustand läßt sich nicht mit Worten ausdrücken. Er ist der endgültige, ewige Frieden, das Ziel des Lebens und die Befreiung von allen Arten der Knechtschaft.

Mancher Schüler verwechselt irrtümlicherweise tiefen Schlaf oder Halbschlaf (tandra) mit nirvikalpa samadhi. Dies ist ein schwerer Fehler. Welchen Zustand des samadhi er auch erfahren mag, immer wird er ihm eine übersinnliche Erkenntnis vermitteln. Hat er keine solche intuitive Erkenntnis erfahren, wird er noch weit von samadhi entfernt sein. Diesen Zustand kann er nur durch die Übungen des yama, niyama, sadachara und durch Reinheit des Herzens erlangen. Samadhi ist kein Gut, das man sich leicht erringt, und nur wenige gehen wirklich in samadhi ein.

Koste von der unvergänglichen Lieblichkeit des Lebens der Schönheit im Selbst. Lebe im Atman und erlange den glückseligen Zustand der Unsterblichkeit. Erreiche durch die Meditation die größten Tiefen des ewigen Lebens, die höchsten Höhen der göttlichen Herrlichkeit und erfahre als Wirklichkeit die Vereinigung mit dem Höchsten Selbst. Dann findet dein mühevoller Weg sein Ende und du bist am Ziele, im elterlichen Hause des ewigen Friedens, in der höchsten göttlichen Ordnung (parama dharma).

Die Yoga Sutras von Patanjali

तदेवार्थमात्रनिर्भासं स्वरूपशून्यमिव समाधिः || 3.3 ||

tad evārtha-mātra-nirbhāsaṃ sva-rūpa-śūnyam iva samādhiḥ || 3.3 ||

Diese (Meditation, Dhyana) ist, wenn sie gleichsam bar der Eigengestalt (Svarupa) ist und nur den Inhalt (Artha des Objekts) zum Leuchten bringt, Versenkung (Samadhi). Patanjali beschreibt in seinem Werk Yogasutra sieben verschiedene Bewusstseinsstufen von Samadhi.

Samprajnata-Samadhi

Die ersten sechs Stufen werden auch zusammengefasst als Samprajnata-Samadhi (Samadhi "mit Erkenntnis"), d.h. mit einem Rest an Dualität.

  • 1a. Savitarka Samadhi Identifikation mit dem physischen Universum in Raum und Zeit.
  • 1b. Nirvitarka Samadhi Identifikation mit dem physischen Universum als organisches Ganzes, jenseits von Raum und Zeit.
  • 2a. Savichara Samadhi Identifikation mit dem kosmischen Geist/Gemüt innerhalb der relativen Ebene von Veränderung
  • 2b. Nirvichara Samadhi Identifikation mit dem kosmischen Geist/Gemüt jenseits der relativen Ebene von Veränderung, d.h. der Kosmische Geist/Gemüt als Ganzes.
  • 3. Sananda Samadhi Reine Wonne und allumfassende Liebe. Das Bewußtsein zum physischen Universum und zum kosmischen Geist sind vollkommen überwunden.
  • 4. Sasmita Samadhi Kosmisches Selbst, d.h. reine Erkenntnis "Ich bin".

Asamprajnata Samadhi

Asamprajnata Samadhi, die höchste Samadhi-Stufe, ist reines Bewusstsein jenseits aller Dualität (Sanskrit asaṃprajñāta = "ohne Erkenntnis"). Alle Formen, Eigenschaften und Konzepte sind transzendiert. Der Geist ist vollkommen zur Ruhe gekommen (Nirodha) und der Yogi geht im höchsten Bewußtsein auf.

Samadhi in der Hatha Yoga Pradipika

Samadhi ist auch eine Bezeichnung für den höchsten Zustand im Hatha Yoga. In der Hatha Yoga Pradipika (4. Kapitel, Verse 3 - 4) ist Samadhi ein Synonym zu Rajayoga, Turya, Amanaska, Manonmani und anderen Bezeichnungen.

Das gesamte vierte Kapitel (Upadesha) der Hatha Yoga Pradipika ist den zu Samadhi führenden Meditationstechniken gewidmet. In den Versen 5 - 7 dieses Kapitels werden drei Definitionen von Samadhi gegeben. Von diesen beziehen sich gemäß Brahmananda die ersten beiden auf den Samprajnata Samadhi des Yogasutra und die dritte Definition auf den Asamprajnata Samadhi Patanjalis.

Swami Sivananda über Samadhi

Auszug aus dem Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ von Swami Sivananda, Buch III - KriyaYoga, 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. 157-160. Divine Life Society

Meditation ist Samadhi, wenn sie nur allein den Gegenstand der Meditation beleuchtet, so, als wäre sie frei von sich selbst. Der Meditierende und das, worüber meditiert wird, werden eins. Der Geist wird zu Dhyeyarupa. Die einzelnen Begriffe "Kontemplation" "das Kontemplierte" und "der Kontemplierende" lösen sich auf. Im Zustand von Samadhi ist sich der Aspirant nicht irgendeines inneren oder äußeren Objektes bewusst. So, wie der Bogenmacher, der sich komplett auf die Herstellung des Bogens konzentrierte, nicht wahrnahm, dass der König an seiner Seite vorüberging, genauso nimmt auch der Yogi nichts wahr, wenn er sich in seiner tiefen Meditation befindet.

Samadhi oder glückselige göttliche Erfahrung kommt auf, wenn sich Ego und denkender Geist aufgelöst haben. Er ist ein Zustand, den man nur durch eigene Anstrengung erreichen kann. Er ist grenzenlos, unteilbar und unendlich. Wenn diese Erfahrung verwirklicht wird, schwinden Geist, Wünsche, Handlungen und Gefühle von Freude und Leid in Leere. Samadhi besteht aus verschiedenen Arten. Von all denen aber gibt es nur einige wenige sehr wichtige.

Der Samadhi, der von einem Bhakta erfahren wird, ist der Bhava Samadhi. Der Devotee oder hingebungsvolle Gläubige erlangt den Zustand durch Bhava oder Maha Bhava. Ein Bhakta, der auf die Gestalt von Krishna meditiert, wird Krishna und überall nur Krishna sehen, wenn er in Samadhi ist. Alle anderen Formen und Gestalten werden verschwinden. Dies ist eine Art von Samadhi. Er wird sich selbst als Krishna sehen. Gopis von Vrindavan, Gouranga und Ekanath teilten diese Erfahrung. Wer auf den allesdurchdringenden Krishna meditiert, wird eine andere Art von kosmischer Erfahrung bekommen, das Bewusstsein des gesamten Virat (Welt) erlangen.

Es gibt noch zwei weitere Arten von Samadhi, nämlich Savikalpa und Nirvikalpa Samadhi. In der ersten gibt es Triputi oder den Triad, d. h. Wissender, Wissen und das, was es zu wissen gibt, oder Seher, das Sehen und das, was gesehen wird. Die Samskaras werden nicht zerstört. Im Letzteren werden die Samskaras total verbrannt oder zerstört. Es gibt keine Triputi in Nirvikalpa Samadhi. Ein anderer Name für Savikalpa Samadhi ist Samprajnata. Asamprajnata ist ein anderer Ausdruck für Nirvikalpa Samadhi.

In Nirvikalpa Samadhi gibt es kein Egobewusstsein. Ego und denkender Geist verschmelzen und gehen in Brahman ein. Der reine Geist nimmt die Form von Brahman an. Dies ist als Nirbija Samadhi bekannt. Es gibt keine Stütze für den Geist in diesem Samadhi. Die Samskaras werden in ihrer Gesamtheit verbrannt. Savikalpa Samadhi vertieft sich in Nirvikalpa Samadhi. In Nirvikalpa Samdhi existiert keinerlei Vorstellung irgendeiner Art. Er ist denkfreies absolutes Bewusstsein.

Nirvikalpa bedeutet: das, in dem kein Vikalpa existiert; das, was nicht mit irgendeiner Idee verbunden ist, das ist Nirvikalpa. Keine Vorstellung, keinerlei Funktion des Geistes oder Intellekts. Alle Vrittis hören total auf. Es existiert nur noch reines Bewusstsein oder reine Erkenntnis. All die Samskaras und Vasanas werden allesamt verbrannt. Alle Namen und Formen werden verbrannt. Nur noch Asti Bhati Priya bleiben zurück. Asti Bhati Priya ist Satchitananda. Das, was ewiglich existiert ist Asti; das, was strahlt ist, ist Bhati. Dies ist absolutes Bewusstsein. Und das, was Freude gibt ist Priya; das ist pure Glückseligkeit, Ananda. In Nirvikalpa Samadhi wird der Geist von Zerstreuung, Ablenkung und Anhaftung befreit. Er verbleibt unbeweglich wie die windgeschützte Flamme einer Laterne.

In Samadhi oder im Überbewusstsein hat der Schüler die Möglichkeit, in Gott aufzugehen. Die Sinne, der Geist und der Intellekt hören auf zu funktionieren. Genau so wie ein Fluss in den Ozean eingeht, so vermischt sich die individuelle Seele mit der allerhöchsten Seele. Der Samadhi beschert einem allerhöchste Erkenntnis. Man wird aus dem Rad von Tod und Wiedergeburt befreit und erlangt Kaivalya (Moksha) oder Befreiung.

Swami Sivananda: Was ist Samadhi?

Auszüge aus dem Buch „Samadhi Yoga“ von Swami Sivananda

Der Geist und der Atem sind wie Milch und Wasser. Raja Yoga ist die Kontrolle des Geistes. Wer ein vollkommener Yogi werden möchte und den wundervollen Samadhi erleben will, muss Geist und Atem kontrollieren. Er muss beständig Yoga üben und die Regeln beachten. Er muss die fünf Tattvas ganz und gar überwinden.

Atemkontrolle (Nirodha) führt zu Jnana. Nirodha ist der Höhepunkt von Sankhya und Yoga. Nirodha liegt allen Sadhanas, allen spirituellen Übungen zugrunde. Die Kontrolle des Geistes ist der Wesenskern aller Anbetung. Sie ist Jnana und Dhyana. Das höchste Ziel wird durch Kontrolle des Geistes erreicht. Der Geist muss komplett von den Dingen abgezogen werden. Der Geist muss der Welt entzogen werden bis er sich im Herzen auflöst.

Atman oder Brahman ist dein unsterbliches Selbst. Er ist die einzige, strahlende Wahrheit. Nur wenn Du den Atman erfahren hast, kannst Du Vollkommenheit erreichen. Schon in diesem Leben kann dir Vollkommenheit beschieden sein. Der Atman will als dein innerstes Wesen durch Samadhi erkannt und erfahren werden. Nur wenn Du diesen Atman kennst, der die Endgültige Wirklichkeit ist, der Vollkommenheit ist, dann wird dein Leben sinnvoll und wahrhaftig. Wer den Atman, die innere Vollkommenheit, erkennt, überschreitet alles Leiden und ist frei. Wenn Du diesen Atman nicht erkennst, verlierst Du viel.

Samadhi ist kein bloßer emotionaler Enthusiasmus oder ein Gefühl von Erhebung. Er ist die einzigartige, direkte, intuitive Erfahrung der Wahrheit, des Absoluten Bewusstseins, der Endgültigen Wirklichkeit. Er ist jenseits jeglichen Gefühls, jeglichen wilden Pochens im Herzen, jeglichen „Kicks“. Im Samadhi existiert vollkommenes Bewusstsein, das man nicht ausdrücken kann und das kein Gefühl beschreibt. Der Schüler ist dann in seinem Zentrum verankert – dem Ziel seiner Suche - und er erfährt absolute Freiheit, Unabhängigkeit und Vollkommenheit.

Genauso wie ein Mensch besorgt nach einem Fluchtweg aus einem Haus sucht, das in Flammen steht, sollte ein Schüler das brennende Verlangen haben, sich aus dem Feuer von Samsara zu befreien. Nur dann wird es ihm gelingen, in tiefe Meditation und in Samadhi einzutauchen.

Der Geist wird zu Brahman selbst, wenn er gereinigt und in den Samadhi Zustand gebracht wird. In Samadhi gibt es keine Wahrnehmung von Dualität mehr, der Ursache für Angst. Avidya existiert in Samadhi nicht.

Samadhi verankert dich im Atman. Durch Samadhi geht das endliche Selbst im Unendlichen auf, im Vollkommenen Bewusstsein. In Samadhi gibt es keine mentalen Spannungen. Es herrscht absolute Stille, vollkommene Ausgeglichenheit. Der Geist ist völlig stillgelegt. Samadhi folgt auf Meditation. Tiefe Meditation ist Samadhi. Ein Geist, der mit vollendeter Disziplin in intensiver Kontemplation ausgestattet ist, kann in Nirvanakalpa Samadhi eintauchen.

In Samadhi zieht sich der Geist von seinen natürlichen oder gewohnheitsmäßigen Beschäftigungen zurück und richtet sich auf den Atman aus, der vom Geist nicht berührt werden kann. In Samadhi ist der Geist völlig inaktiv. Er geht im Brahman auf. Wenn man bewusst den Zustand des Tiefschlafs herbeiführen kann, ist das nicht länger Tiefschlaf, sondern Samadhi. Es ist ein schlafloser Schlaf, in dem die Sinne und der Geist gänzlich aufhören, zu arbeiten und in dem der Schleier der Unwissenheit durch das Feuer des Wissens zerstört wird. Der Suchende erlebt die Freude vollkommener Freiheit und Unendlichkeit, überkosmische, weite Erfahrungen und die höchste Stille des Unvergänglichen.

In Samadhi zieht sich der gereinigte Geist von den äußeren Dingen zurück, er schaut nach innen und konzentriert sich auf das Innerste Selbst, den Atman. Er löst sich auf im Atman, seiner Quelle, und wird zum Atman selbst. Er nimmt die Form des Atman an, genauso wie der Kampfer zum Feuer wird. Das Wissen von Brahman, bzw. Atman, ist eine echte Erfahrung und keine bloße Kenntnis. Brahman zu kennen bedeutet Brahman zu werden „Brahmavid Brahmaiva Bhavati“ – so lautet die eindringliche Erklärung der Upanischaden.

In Samadhi erfährt man Offenbarung, Einsicht, Intuition. Das Jnana Chakshus bzw. Divya Chakshus geht auf. Das dritte Auge der Weisheit öffnet sich, wenn die Brahmakara Vritti angehoben wird.

Der durch die Samadhi Erfahrung geborene Weise verankert sich in seinem eigenen Selbst. Er ist mit kosmischer Vision und transzendentem göttlichen Wissen gesegnet.

Solange Du in Samadhi Nishta verweilst, gibt es nur Brahman, das Absolute. Nirantara Samadhi bedeutet nicht, mit verbundenen Augen dazusitzen; es ist vielmehr eine Lossagung vom Anhaften am physischen Körper und das Erkennen der individuellen und der höchsten Seele als eins, sowie das Wissen, dass der Praktizierende selbst Paramatman ist und es bedeutet, dann aus diesem Wissen heraus zu handeln.

Samadhi ist das Erlöschen oder die Integration des Geistes. Wo er auch hin schweift, überall nimmt er das eine Selbst wahr. Weder Selbst-Entsagung noch Selbst-Erkenntnis reichen aus, sondern es ist die Koexistenz von Selbst-Entsagung und Selbst-Erkenntnis, die den Nirantara Samadhi bildet. Selbst-Erkenntnis ist Brahma Nishtha. Wer sie erreicht hat, hat keinen Körper mehr.

Der Zustand, in dem der Geist frei von Eindrücken ist, heißt Mukti. Mit Vishaya ist die Aktivität der Sinne gemeint. Darum ist der Zustand, in dem der Geist nicht verbunden ist mit den Sinnen oder mit seinen eigenen Aktivitäten und Funktionen, d.h. mit Hoffen, Angst etc., Mukti. Ohne Verbindung zu Brahman kann der Geist sich nicht von den Sinnen lösen. Wird der Geist eins mit Brahman ist das Mukti. Es ist der Nirvishaya Zustand.

Die individuelle Seele wird zur Höchsten Seele. Das ist Mukti. So wie Salz, das man mit Wasser mischt, zu Wasser wird, so wird schließlich der Geist, wenn er sich mit Brahman verbindet, zu Brahman Selbst. Wenn der Geist zu Brahman wird, schmilzt auch diese Welt, die eine Schöpfung des Geistes ist dahin und geht in Brahman über, wird Brahman Selbst. Darum ist Brahman nur für denjenigen erlebbar, der diese Nishtha geübt hat.

Dem Vedanta nach führt das Auflösen von Avidya, der Unwissenheit, zu Samadhi. Laut Patanjali Rishi erreicht der Schüler Samadhi, wenn er durch Übung und Disziplin Prakriti zu fassen bekommt.

Der Vedantin erfreut sich an der ewigen Wonne und der natürlichen Leichtigkeit des Sahaja Samadhi. Er bleibt ein Sakshi, ein stiller Zeuge. Er unternimmt keinen bewussten Versuch, den psychischen Strom oder den Gedankenfluss zu kontrollieren. Er hebt die Brahmakara Vritti durch Meditieren über die Bedeutung des „Tat Tvam Asi“ Mahavakya an.

Das Chitta wird zu Brahmakara Vritti transformiert. Alle anderen Formungen des Geistes hören auf. Diese Vritti beseitigt die Unwissenheit, sie stirbt von selbst ab, und der Brahman erstrahlt in dem Moment, wo der Suchende seine wahre Identität erkennt. Wenn diese Vritti beständig ist, erreicht man die höchste Form von Samadhi, Nirvikalpa Samadhi. Wenn sie phasenweise besteht, erlangt der Weise Savikalpa Samadhi.

Samadhi ist für den Jnani mühelos und spontan. „Yatra yatra mano yaati tatra tatra samdhaya“ – wo der Geist auch wandelt, erlebt er Samadhi. Er weilt immer in Samadhi. Es gibt kein „in Samadhi“ und „nicht in Samadhi“ für den Weisen. Er erlebt Samadhi beständig und ohne Anstrengung. Daher nennt man es Sahaja Avastha oder Sahaja Samadhi. Er erfährt Freiheit, Wonne und Frieden in jedem Augenblick seines Lebens. Er trinkt den Nektar der Unsterblichkeit schon in diesem Leben.

Yogischer Samadhi ist analytisch und kennt Unterschiede. In diesem Samadhi wird vermehrt Betonung auf die Unterscheidung von Prakriti und Purusha gelegt. In Jnana Samadhi dagegen bedarf es keinerlei Unterscheidung. Brahmakara Vritti, erhöht durch das Bestreben, mit dem Höchsten Selbst, Brahma Chintana, identisch zu werden, zerstört Avidya und stirbt von selbst ab.

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Swami Sivananda über Raja Yoga Samadhi

Einleitung

In Anlehnung an den Raja Yoga gibt es zwei Arten von Samadhi, nämlich Samprajnata und Asamprajnata Samadhi. Im Ersteren sind die Samen der Samskaras nicht zerstört. In der letzteren Form sind die Samskaras geröstet oder vollständig zerstört. Das ist der Grund, warum die erste Form Sabija Samadhi (mit Samen) und die zweite Form Nirbija Samadhi (ohne Samen oder Samskaras) genannt wird. Samprajnata Samadhi führt zu Asamprajnata Samadhi. Samprajnata Samadhi wird auch Savikalpa Samadhi genannt. Samadhi oder Sabija Samadhi. Dieses Samadhi bringt perfektes Wissen über das Meditationsobjekt. Der beständige Geist, der alle anderen Objekte ausschließt, nimmt die Natur des Meditationsobjektes an und wird eins mit ihm. Der Yogi erhält in diesem Samadhi alle Kräfte, welche die Natur kontrollieren.

Es gibt vier Stufen des Samprajnata Samadhi, nämlich Savitarka, Savichara, Sananda und Asmita Samadhi. In diesen Samadhis gilt es etwas zu verstehen. Da gibt es Alambana oder Argumentation oder Fragestellungen. Sie geben intensive Freude, aber sie sind nicht die beste und feinste Form von Samadhi. Sie erstrecken sich auf die groben oder die subtilen Naturelemente und auf die Sinnesorgane. Sie geben dir direktes Wissen über die Elemente, die Objekte sowie die Instrumente des Wissens und etwas Freiheit. Diese Stadien sind wie Schritte auf einer aufsteigenden Treppe. Am Anfang sollte man auf eine grobe Form meditieren. Wenn du in dieser Meditation fortgeschritten bist, kannst du zu abstrakten Meditationsformen übergehen oder zu Meditationen über subtile Dinge oder Ideen. Der Geist sollte gradlinig in der Meditation diszipliniert und trainiert werden. Er kann nicht sofort in das höchste Asamprajnata Samadhi oder in die feinste Essenz eintreten. Das ist der Grund, warum Patanjali Maharishi die Übung von verschiedenen niederen Samadhis vorschreibt. Wenn der Geist von groben Objekten stark angezogen wird, ist es nicht möglich, ihn sofort auf subtile Objekte zu richten. Es muss einen graduellen Aufstieg auf der Leiter des Yoga geben. Du solltest deine Füße mit Vorsicht auf jede Stufe der Leiter setzen. Du solltest durch die vorhergehenden Stufen gehen, bevor du das höchste Asamprajnata oder Nirvikalpa Samadhi erreichst. Yoga-Bhrashtas, welche die niederen Stufen in ihrem vorhergehenden Leben erreicht haben, können die höchste Stufe durch die Gnade Gottes gleich am Anfang erreichen. Wenn der Yogi die höheren Stufen erreicht hat, braucht er nicht zu den niederen Stufen zurückzukehren. Alle Arten des Samprajnata Samadhi sind Salambana Yoga (mit Unterstützung) und Sabija Yoga (mit Samen der Samskaras). Die Yogis genießen eine Form von Freiheit. Dharma Megha bedeutet im Raja Yoga “Die Wolke der Tugend“. Wie sich der Regen aus einer Wolke ergießt, so ergießt sich auch aus dem Dharma Megha Samadhi die Allwissenheit und alle Formen von Siddhis oder Kräften auf den Yogi. Der Yogi erlebt eine Art Freiheit. Deshalb nennt man dieses Samadhi den Ausgießer oder die Wolke (Megha) der Tugend (Dharma). Der Yogi erfreut sich an einer ausgedehnten Vision Gottes.

Ritambhara, Prajnaloka, Prasannavahita sind die drei Phasen oder Bhumikas von Samprajnati Samadhi. In Riatambhara beinhaltet die geistige Vritti Satchidananda. Es gibt immer noch einen getrennten Beobachter. Du bekommst Yathartha Jnana oder echtes Wissen. Im zweiten Stadium ist jede Avarana (Verschleierung) entfernt. Das dritte Stadium ist das Stadium des Friedens, wo der Geist von allen Unterscheidungen frei ist. Das Wissen, welches du aus Zeugnissen und Schlussfolgerungen erhältst, bezieht sich auf weltliche Dinge, aber das Wissen, das du aus Samadhi erhältst, ist göttliches Wissen. Es ist übersinnliches, intuitives Wissen, wo Gründe, Schlussfolgerungen und Zeugnisse nicht hingelangen können.

Savitarka und Nirvitarka Samadhi

Savitarka Samadhi bedeutet Samadhi mit Gedanken. Es ist ein vordergründiger Versuch des Geistes sich an irgendein Objekt zu klammern. In diesem Samadhi sind Shabda (Geräusch), Artha (Bedeutung), Jnana (Wissen) vermischt.

Der Aspirant kann auf ein Bildnis von Virat oder von Lord Vishnu mit vier Händen oder über Krishna mit der Flöte in der Hand oder über jedes gewöhnliche Objekt meditieren. Er wird die direkte Erkenntnis aller besonderen Vorzüge (Gunas) und Nachteile (Doshas) seines Meditationsobjektes haben. Er wird vollständiges Wissen darüber erlangen. Er wird mit allen Eigenschaften des Objektes ausgestattet sein, egal ob bekannt oder unbekannt. Diese wird er durch Savitarka Samadhi erlangen. Der Yoga-Praktizierende meditiert immer wieder auf dieses Objekt, indem er es von anderen absondert. Du kannst auch auf die groben Elemente meditieren. Du wirst durch intensive Meditation Kraft über sie erlangen. Die Elemente werden dir ihre Wahrheit enthüllen. So wie ein Bogenschütze erst große Objekte anvisiert und dann immer kleinere, so sollte auch der Anfänger im Yoga sich auf grobe Objekte, wie die fünf Mahabhutas, Lord Hari mit vier Händen und dann erst auf feinere Dinge konzentrieren. So kann der Geist immer feinere Dinge erfassen. Durch die Kraft seiner Meditation kann der Yogi den wahren Körper von Lord Vishnu direkt erkennen, obwohl der in Vaikuntha lebt und somit in einer großen Distanz von ihm verbleibt.

In Savitarka Samadhi wird die Konzentration auf grobe Objekte und ihr Verhältnis zu Zeit und Raum gerichtet. Das ist eine grobe Form von Samadhi. Wenn der Yogi über die Elemente meditiert, wie sie aus Zeit und Raum herausgenommen sind, dann wir das Nirvitarka Samadhi ohne Fragestellungen, Begründung oder Argumentation genannt. Das ist eine subtile Form von Samadhi.

In Savitarka gibt es Vikalpa oder eine phantastische Vorstellung von Worten (Shabda), Objekten (Artha) und Ideen (Jneya). Solche Vorstellungen gibt es in Nirvitarka Samadhi nicht. Es gibt drei Faktoren, wenn man ein Wort verstehen will, z.B. das Wort Kuh (1) Kuh, das Wort, (2) Kuh, das Objekt, (3) Kuh, die Idee im Geist. Wenn der Meditierende sich diese drei als eins vorstellt, ist das eine Erfahrung von Vikalpa oder der wahrhaften Erfassung der Bedeutung von Wort, Objekt und Idee.

Savichara und Nirvichara Samadhi

Wenn du auf subtiles Tanmatras (subtile Elemente) und ihr Wesen ihm Verhältnis zu Raum und Zeit meditierst, dann nennt man das Savichara Samadhi mit Überlegungen und Unterscheidungen. Das ist Sukshma oder feinstofflich. Das ist feiner als die Savitarka und Nirvitarka Samadhis. Die Tanmatras sind die grundlegenden Elemente oder Sukshma Bhutas. Die fünf groben Elemente kommen von der Tanmatra durch den Prozess der Verfünffachung oder des Vermischens. Auf dieser Stufe geht die Mediation etwas tiefer als in der vorhergehenden. Der Yogi erlangt Wissen über die Tanmatras. Er wird Herrschaft über die Tanmatras erhalten. Er wird direktes Verständnis von den unterschiedlichen subtilen Formen der Objekte, die sich in einem ursprünglichen Zustand zusammen befinden, der Mula Prakriti, erhalten.

Das Wort “feinstofflich“ beinhaltet die Ursache allgemein. Es steht für alle ursächlichen Prinzipien, wie die Tanmatras oder die Elemente, Egoismus oder Ahankara, Mahat Tattva oder Intellekt und Prakriti. Es gibt eine geheimnisvolle Kraft, Achintya Shakti, in der Meditation. Obwohl gewöhnliche Meditation nur auf die Arten möglich ist, die wir kennen oder von denen wir gehört haben, können auch fremde Dinge, von denen wir noch nie etwas gehört haben, in der Meditation direkt erkannt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen der Ursache und der Wirkung. Alle Objekte sind das Produkt der sechsundzwanzig Prinzipien. Sie haben die gleiche Natur wie die sechsundzwanzig Prinzipien. Wenn du auf das subtile Tanmatra meditierst, wenn du es aus Zeit und Raum herausnimmst und es so siehst, wie es ist, dann wird Nirvichara Samadhi ohne Überlegung oder Unterscheidung entstehen. Reines Sattwa gibt es nur in dem Geist, der die Auslöschung von Rajas und Tamas beherrscht, dieser Yogi erfreut sich an ewigem Frieden und Zufriedenheit (Adhyatmika Prasada) und subjektiver Strahlkraft. Der Geist ist sehr beständig.

Sananda Samadhi oder das segensreiche Samadhi

Jetzt fahren wir fort, das freudevolle Samadhi zu beschreiben. Das ist ein glückseliges Samadhi und gibt intensive Freude. In diesem Samadhi wird das Grobe und die fünf Elemente aufgegeben. Der Yogi meditiert auf seinen sattvigen Geist. Er denkt an seinen Geist, der von Rajas und Tamas befreit ist. In diesem Yogi erstrahlt eine bestimmte Form intensiver Freude durch diese Art des Samadhi.

Asmita Samadhi

In diesem Samadhi ist der Geist das Meditationsobjekt. Es bringt das Wissen des Einzelnen über alle Erfahrungen. Das Selbst erkennt das Selbst. Es verbleibt nur das sattvige Ego. Der Yogi kann sich jetzt ohne den grobstofflichen Körper vorstellen. Er spürt, dass er einen feinen Körper hat. Dieses Samadhi führt den Yogi zu den Wurzeln seiner Erfahrungen und zeigt ihm den Weg zur Freiheit.

Der Yogi fühlt “Ich bin (Asmi) nicht der Körper. Er erkennt, dass die groben, feinen und freudvollen Samadhis nicht die höchsten Samadhis sind. Er findet Fehler in ihnen und fühlt sich unwohl damit. Er schreitet voran und übt Asmita Samadhi. Er erfährt Selbsterkenntnis (Asmita). Er hat das Gefühl, dass es genug ist und entwickelt Leidenschaftslosigkeit in seiner höchsten Form (Para Vairagya). Das führt letztlich zur Entwicklung von Asamprajnata Samadhi.

Asamprajnata Samadhi oder Nirbija oder Nirvikalpa Samadhi

Das ist die höchste Stufe von Samadhi. Diese kommt nach Viveka-Khyati oder der endgültigen Unterscheidung zwischen Prakriti und Purusha. Alle Samen oder Eindrücke werden vom Feuer des Wissens verbrannt. Dieses Samadhi bringt Kaivalya oder vollkommene Unabhängigkeit. Das ist das Höchste im Yoga oder das endgültige Prasankhyana, welches erhabenen unsterblichen Frieden oder Wissen mit sich bringt. Der Yogi erfreut sich an der transzendenten Herrlichkeit des Selbst und hat perfekte Freiheit vom geistigen Leben. Das zeitliche Bewusstsein wird durch die Wahrnehmung der Ewigkeit ersetzt.

In diesem Samadhi gibt es weder Triputi noch Alambana. Die Samskaras sind vollständig verbrannt. Allein dieses Samadhi kann Geburt und Tod vernichten und bringt das höchste Wissen und Glückseligkeit.

Wenn du im Raja Yoga Perfektion erlangst (Siddhi) oder vollkommen erfolgreich bist, dann erlangst du Asamprajnata Samadhi (Nirvikalpa), alle Samskaras und Vasanas, die für die Wiedergeburt verantwortlich sind, werden vollständig verbrannt. Alle Vrittis oder geistige Bewegungen, die vom Ozean des Geistes herrühren, werden verbannt. Die fünf Leidensgründe, nämlich Avidya (Unwissenheit), Asmita (Egoismus), Raga-Dvesha (Liebe und Hass) und Abhinivesha (Verhaftung an das Leben) werden zerstört und die Ketten des Karmas werden vernichtet. Dieses Samadhi bringt das höchste Gut (Nihshreyasa) und Begeisterung (Abhyudaya). Es bringt Moksha (Befreiung vom Rad der Wiedergeburt). Wenn das Wissen um das Selbst aufkommt, vergeht die Ignoranz. Mit dem Verschwinden der Wurzeln des Übels, Unwissenheit, Egoismus, etc. verschwinden diese selbst gleich mit.

In Asamprajnata Samadhi werden alle Bewegungen des Geistes vollkommen zurückgedrängt. Alle vorhandenen Samskaras werden komplett vernichtet. Das ist das höchste Samadhi im Raja Yoga. Es ist auch bekannt als Nirbija Samadhi (ohne Samen) und Nirvikalpa Samadhi.

In diesem Samadhi sieht der Yogi ohne Augen, schmeckt ohne Zunge, hört ohne Ohren, riecht ohne Nase und berührt ohne Haut. Sein Sankalpa kann Wunder bewirken. Er hat einfach einen Wunsch und alles verwirklicht sich. Dieses Stadium wird in Taittiriya Aranyaka – I-ii-5 beschrieben: “Der Blinde durchbohrte die Perle, der Fingerlose fädelte sie auf; der Halslose trug sie und der Empfindungslose pries sie.“

Möglicherweise erkennt Purusha seine eigene ursprüngliche Natur göttlicher Pracht, herausragende oder vollkommene Unabhängigkeit (Kaivalya). Er hat sich vollkommen von der Prakriti und ihren Folgewirkungen abgeschnitten. Er fühlt vollkommene Freiheit und erreicht Kaivalya, das höchste Ziel im Raja Yoga. Alle Klesha Karmas sind jetzt zerstört. Die Gunas haben die Objekte der Erfahrungen erfüllt und Apavarga kommt langsam zum Stillstand. Er hat jetzt zeitgleiches Wissen. Die Vergangenheit und die Zukunft befinden sich gemeinsam in der Gegenwart. Alles ist “Jetzt“. Alles ist “Hier“. Er hat Zeit und Raum überwunden. Das komplette Wissen über die drei Welten und über die Wissenschaft ist nichts als nur eine Hülle im Vergleich zum unendlichen Wissen eines Yogis, der Kaivalya erreicht hat. Die höchste Ehre gebührt einem so außergewöhnlichen Yogi!

Swami Sivananda über Samadhi in seinem Buch "Yoga im täglichen Leben"

Samadhi ist Tiefschlaf mit voller Erkenntnis des Selbst. Du erlangst diesen schlaflosen Schlaf, wenn du die fünf Wahrnehmungsorgane (Jnana Indriyas) im Feuer der Weisheit verbrannt hast, wenn du dich selbst den Fesseln von Avidya, Maya oder Nichtwissen entzogen und alle Begierden unter deine Herrschaft gebracht hast.

Samadhi ist nicht ein Zustand der Nichtheit, des Nichtmehrseins, sondern ein Zustand der Allesheit. Du trittst in den Zustand der absoluten Wahrnehmung ein, in dem Zeit und Raum verschwanden. Jeder Ort ist hier. Jede Zeitspanne ist Jetzt und alles ist ICH. In diesem Zustand hast du Seligkeit und ewiges Leben erlangt.

Während dieses kosmischen Bewusstseinszustandes bist du in Verbindung mit der universalen Erkenntnis und dem All-Leben. Das göttliche Prinzip flutet durch dich. Deine kleine individuelle Persönlichkeit ist vergangen. Dein individueller Wille ging unter im kosmischen Willen, in Ishwaras Willen. Du bist der Einheit des Lebens gewahr geworden.

Du hast nun das Eine volle Bewusstein (Chinmaya), welches das All mit einem Leben erfüllt, so dass es voll Lebens ist.

Du hast Erkenntnis Brahmans (Tattwa Jnana) und schaust das wirkliche All, das Wesen oder den Hintergrund des Universums von Stoff, Kraft und Geist. Du bist in einem Zustand der Seligkeit und Ekstase, der über alles Verstehen und Beschreiben ist. Dies ist eine erkennende Schau, ein überbewusster Zustand oder Turiya Avastha, wo Triputi (Erkenntnis, Erkanntes und Erkennender) ist.

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Swami Sivananda: Hindernisse für Samadhi

Auszüge aus dem Buch „Samadhi Yoga“ von Swami Sivananda

Seid mutig, Freunde! Wenn ihr es angeht, den Geist zu kontrollieren und in Samadhi einzutauchen, werdet ihr auf verschiedene Hindernisse stoßen. Ihr müsst Laya (geistige Trägheit), Vikshepa (Abgelenktsein), Kashaya (Leidenschaft) und Sukharaga (Vergnügungslust) bezwingen.

Laya, geistige Untätigkeit, ist ein Zustand der dem Tiefschlaf gleichkommt. Er ist eine ebensogroße Quelle für Schlechtes wie die Leidenschaft.

Weckt den Geist aus Laya auf. Selbst wenn ihr Laya und das Abgelenktsein schon durch wiederholtes Üben, durch Vairagya und Jnanabhyasa, d.h. Brahma Chintana, unterworfen habt, wird der Geist dennoch nicht in einen Zustand perfekter Ausgeglichenheit und Ruhe eintreten. Er wird in einem Zwischenstadium sein. Er ist da immer noch nicht frei von Raga, dem Anhaften, das der Samen für alle seine Aktivitäten in Richtung der äußeren Dinge ist. Immer noch lauert die Leidenschaft, versteckte Vasanas oder Kashaya. Ihr müsst den Geist wieder und wieder durch Vichara zurückziehen, gründlich meditieren und Samprajnata, bzw. Savikalpa Samadhi üben. Ruht schließlich in euch selbst, in Asamprajnata, dem samenlosen Samadhi (Nirbija Samadhi).

Es ist dir nicht möglich,in Samadhi einzutreten, weil du nicht meditieren kannst. Du kannst nicht tief meditieren, weil Du den Geist nicht ruhig fokussiert halten kannst, dich nicht konzentrieren kannst. Und Du kannst dich nicht richtig konzentrieren, da Du kein gründliches Pratyahara, den Rückzug der Sinne von den Dingen, zu praktizieren vermagst. Pratyahara kannst Du nicht mit Sorgfalt üben, weil Du über die Asanas und Prana durch Pranayama noch keine Meisterschaft erlangt hast und Yama sowie Niyama, das Fundament des Yoga, noch nicht verwirklicht hast.

Ein Schüler, der Samadhi erreichen möchte, braucht Geduld wie die des Vogels Tittibha, der den Ozean mit seinem Schnabel zu leeren versuchte. Trifft man erst einmal den festen Entschluss, kommen Götter zur Hilfe, in gleicher Weise wie Garuda Tittibha zu Hilfe eilte. Hilfe kommt immer, von allen Wesen, wenn eine rechte Tat vollbracht wird. Sogar die Affen und die Eichhörnchen halfen Rama dabei, Sita zu retten. Wer Selbstkontrolle besitzt, Mut, Tapferkeit, innere Stärke, Geduld, Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit, kann alles erreichen. Gib niemals dein Streben auf, selbst wenn sich dir unüberwindbare Schwierigkeiten in den Weg stellen.

Wenn dich Gelüste piesacken, versuche, Vairagya zu erlangen, indem Du dir die Unvollkommenheiten der sinnlichen Freuden klarmachst. Pflege Leidenschaftslosigkeit, die Gleichgültigkeit gegenüber sinnlichen Genüssen. Denke daran, dass Genuss Schmerz und andere Verwirrungen mit sich bringt und dass nichts von Dauer ist. Zieh deinen Geist immer wieder von den Dingen ab und richte ihn auf das Unsterbliche Selbst, das Bild Gottes. Wenn der Geist zu einem Zustand der Gelassenheit gefunden hat, wenn er frei von Ablenkung und Laya ist, störe ihn nicht.

Du musst den Geist von den Freuden des Savikalpa Samadhi, auch Rasasvada genannt, abbringen. Denn auch Rasasvada ist ein Hindernis. Es verhindert, dass der Suchende Nirvikalpa Samadhi erreicht. Einige Schüler fallen in eine falsche Zufriedenheit darüber, diese Freude erlangt zu haben, und hören mit ihrem Sadhana auf. Sie versuchen nicht mehr, den Nirvikalpa Zustand zu erreichen.

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