Mut

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Mut ist die Fähigkeit, beherzt etwas anzugehen, dessen Ausgang nicht sicher ist. Mut heißt auch dem, was ist, ins Auge zu schauen. Mut kann so weit gehen, dass man bereit ist, sein Leben zu riskieren, um etwas Gutes zu bewirken. Mut ist das Gegenteil von Furcht. Um zu überleben braucht ein Mensch beides: Furcht und Mut. Mut ohne Furcht ist Waghalsigkeit.

Shirshasana fördert die Entwicklung von Mut

Furcht ohne Mut kann zu einer Angststörung werden. Mut zusammen mit Vorsicht, Besonnenheit und Enthusiasmus kann viel bewirken. Es ist dabei nicht notwendig, dass man jede Eigenschaft zur Verfügung hat. Wer besonders mutig ist, braucht jemanden im Team, der vorsichtig und besonnen ist. Jemand, der besonders bedächtig ist, braucht spontane, kreative und mutige Menschen in seiner Umgebung.

Mut (मुट् muṭ) ist auch ein Sanskritwort. Mehr dazu unter dem Hauptstichwort Mut Sanskritwort.

Swami Sivananda über Mut

Der indische Yogi und Yoga Meister Swami Sivananda schreibt in seinem Buch "How to cultivate virtues and eradicate vices" über Courage, also Mut:

Mut ist ein tapferer, unerschrockener Geist, angstfrei, Furchtlosigkeit, Unerschrockenheit. Das ist die Eingeschaft, die Menschen befähigt, Gefahren ohne Angst zu begegnen. Mut erweitert deine Ressourcen, während Feigheit sie verringert. Abhaya ist Mut oder Furchtlosigkeit. Im 16. Kapitel der Gita kommt diese Tugend an erster Stelle. Spiritueller Fortschritt ist ohne Mut unmöglich. Mut stellt einen wesentlichen Bestandteil eines hohen Charakters dar.

Ohne Mut gibt es keine Wahrhaftigkeit. Du kannst nichts auf der Welt ohne Mut tun. Mut ist die größte Seelentugend. Mut triumphiert. Mut ist erfolgreich. Mut überwindet. Mut ist die Seeleneigenschaft, die einen Menschen befähigt, Gefahr, Widerspruch und Schwierigkeiten mit Beständigkeit, Ruhe und Unerschrockenheit zu begegnen oder Geister ohne Angst oder Furcht wahrzunehmen. Ein mutiger Mensch ist besonnen und ruhig. In Anbetracht von Gefahr ist er sehr besonnen. Er ist geistig entschlossen.

Physischer und moralischer Mut

Physischer und moralischer Mut sind erforderlich, um dem Leben eines Menschen Sinn zu geben. Moralischer Mut ist eine Tugend höherer Ordnung als die physische. Die moralische Tugend wirkt veredelnd. Physischer Mut hängt von körperlicher Kraft und Unerschrockenheit ab. Moralischer Mut ist die Eigenschaft, die jemanden befähigt, eine gute Richtung zu verfolgen, auch wenn man dabei Missachtung, Missfallen, Kränkung oder gar Verfolgung erfährt.

Wahrer Mut ist nicht die brutale Kraft gewöhnlicher Helden, sondern die beständige Entschlossenheit der Rechtschaffenheit und des Verstandes. Der Mut eines Soldaten in einer Schlacht ist geprägt von Rajas und Tamas, während der Mut eines spirituell Suchenden oder eines Weisen oder der eines Heiligen von Sattwa geprägt ist. Der Mut des Soldaten ist die Härte des Unbedachten und die des Narren, während der Mut der Weisen etwas Großartiges ist.

Habe keinen angetrunkenen Mut, sondern sei wirklich beherzt. Angetrunkener Mut ist fiktiver Mut, der lediglich durch das Trinken hervorgerufen wird. Er verfliegt schnell, sobald der Einfluss des Alkohols schwindet. Mut muss zu einem wesentlichen Bestandteil deines eigentlichen Wesens werden.

Entwickle und kultiviere Mut

Habe den Mut deiner Überzeugungen. Habe den Mut, gemäß deinen Ansichten oder deiner Meinung zu handeln. Fasse immer deinen Mut, um andere zu bestärken, etwas zu wagen. Mut ist die Stärke, aus der Helden gemacht sind. Wenn du Mut und Vertrauen hast, wird dir alles auf der Welt gelingen. Mut ist die Quelle allen Erfolges. Unmögliche Dinge werden möglich, wenn du Mut und Vertrauen besitzt.

Deine Stärke steht in direktem Bezug zu deinem Mut. Deine Fähigkeiten, Handlungen zu vollbringen ist im Einklang mit deinem Mut und deinem Vertrauen. Du magst Mut haben, wenn alles gut läuft, aber es ist schwierig Mut in Zeiten der Krise und der Gefahr zu haben. Der wahre mutige Mensch ist einer, der keine Frucht kennt, wenn die Gefahr ihm auf den Fersen sitzt, und er hilft anderen mit der ruhigen Einstellung seines Geistes.

Tapferkeit, Furchtlosigkeit, Heldenmut, Kühnheit, Kraft, Unerschrockenheit, Wagemut, Hedelhaftigkeit, Edelmut, Standhaftigkeit sind alles Aspekte von Mut. Duckmäuserei, Angst, Schrecken, Furcht, Verzagtheit, Feigheit sind Gegenteile von Mut.

Meditiere unablässig über das absolut furchtlose Atman, die unsterbliche Seele, die in den Kammern deines Herzens wohnt und du wirst zu eine Verkörperung von Mut werden.

Zitiert nach: Swami Sivananda: "How to Cultivate Virtues", Divine Life Society

Wie würde ich handeln, wenn ich mutig wäre?

Mut als hilfreiche Tugend

Auszug aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya, Yogalehrer, Meditationslehrer, spiritueller Lehrer, Seminar- und Ausbildungsleiter, Autor mehrerer Bücher. Sukadev Volker Bretz lernte 12 Jahre bei Swami Vishnu-devananda.

Mut, ein wichtiger Aspekt. Was heißt Mut? Das weißt du natürlich, was Mut ist. Frage ist, wie kannst du es entwickeln? Ein Möglichkeit, Mut zu entwickelt, ist morgens aufzuwachen und die Affirmation zu wiederholen: "Ich bin mutig, ich bin mutig, ich bin mutig. In mir ist alle Kraft drin, ich werde heute mutig sein." Dann kannst du überlegen: "Was will ich heute tun?"

Dann kannst du überlegen: "Wie will ich es mutig angehen." Angenommen, du willst heute ein Gespräch mit deinem Vorgesetzen führen, dann kannst du morgens schon sagen: "Ich will mit Mut das Gespräch führen." Du kannst dir vorstellen, wie du souverän und aufgerichtet und lächelnd sprechen wirst, du wirst mutig sein. Mut heißt natürlich auch, die Angst überwinden, Mut heißt, - es trotzdem zu tun.

Angenommen, du hast überhaupt keine Angst, dann hast du auch keinen Mut. Als Jugendlicher habe ich gerne Raumschiff Enterprise gesehen und da gab es in der Next Generation – gut, da war ich nicht mehr Jugendlicher, sondern etwas später – da gibt es einen Lieutenant Commander Data und der hatte gar keine Angst, weil er eben ein Androide ist, also ein Roboter.

Und der hat auch keine Angst gehabt, also war er auch nicht mutig. Irgendwann hat er einen Emotionschip eingebaut bekommen, plötzlich hat er Angst gehabt. So hat er gelernt, mutig zu sein. In diesem Sinne, wenn du Angst hast, umso besser, so hast du Gelegenheit, Mut zu üben.

Also, du kannst dir die Situation vorstellen, die du üben wirst oder in der du Mut zeigen wirst. Und dann gilt es natürlich auch, Mut zu zeigen. Mutig zu sein, heißt durchaus auch, gegen dein Gefühl Dinge zu tun, die du nicht magst. Mutig kann heißen, dass du Menschen um einen Gefallen bittest.

Mut kann auch heißen, mal "nein" zu sagen. Mut kann auch heißen, mal "ja" zu sagen, obgleich dir nicht danach ist. Mut kann heißen, dass du dich durchaus auch mal aus dem Fenster lehnst, also nicht physisch leichtsinnig, aber auch mal deine Meinung sagst.

Mut kann auch heißen, für eine gerechte Sache aufzustehen, auch wenn es unpopulär ist. So viele Aspekte von Mut. Überlege selbst, bist du mutig in deinem Leben? Und der Mut, den du hast, ist das der Mut an der richtigen Stelle? Mut kann ja auch Leichtsinn sein, Leichtsinn ist nicht gut.

Mut kann auch rücksichtslos sein und manchmal ist Liebenswürdigkeit gut. Also, Mut ist wichtig, aber Mut braucht auch Gegenpole, damit er nicht Rücksichtslosigkeit wird. Überlege selbst, bist du an der richtigen Stelle mutig, gibt es Dinge, die du vielleicht aus Angst verschiebst, dann gehe sie an.

Wenn es Dinge gibt, wo du sagst, "nein, das kann ich noch nicht angehen", gut, dann schaue etwas im Kleineren. Manchmal sind es die kleinen Schritte, die einem weiterhelfen. So überlege, wie du etwas Mut leben kannst, wie du mutiger dein Leben angehen kannst und deine Intuition wird dir schon helfen.

Mut auf dem spirituellen Weg

Der große Meister und Lehrer Swami Sivananda (links) und Swami Venkatesananda (rechts) üben Lachjoga

Auf dem spirituellen Weg braucht man Mut um

Meditation über innere Stärke

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Kshatryas führen mit ihrem vorbildlichen Mut – BG.XVIII43

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Mut entwickeln – Ängste überwinden

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Sanskrit Wörter für Mut

Es gibt im Sanskrit verschiedene Wörter für Mut. Es gibt jeweils kleine Bedeutungsunterschiede:

Mut als ein Aspekt Sharavanabhavas - Vortrag mit Sukadev

Entwicklung von Mut und Willenskraft – Vortrag

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Entwickle Mut, Enthusiasmus, Neugier und Durchhaltevermögen – Vortrag

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Mut in der Psychologie

Ende des 20. Jahrhunderts wurde Mut ein Konzept, das das Interesse der Psychologen weckte. Christopher Peterson und Martin Seligman schlugen in ihrem Buch "Character Strengths and Virtues" (Charakterstärke und Tugenden) einen einheitlichen Weg vor, positive Eigenschaften zu klassifizieren, die die Menschlichkeit ausmachen und die Entwicklung der Menschheit beschleunigen. Mut wird dabei zu den wichtigsten Tugenden gezählt. Darüber hinaus gründeten Seligman und Peterson das Institut "Virtues in Action” (Tugenden in Aktion) und erschufen eine VIA-Umfrage und -Studie, mit der sie hoffen, diese einheitliche Kategorisierung menschlicher Stärken zu verbreiten. VIA klassifiziert die menschlichen Stärken in sechs Kategorien: Weisheit und Wissen, Mut, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Transzendenz. Mut wird in vier weitere Kategorien unterteilt: Tapferkeit, Beharrlichkeit, Ehrlichkeit und Tatendrang.

Tapferkeit

Tapferkeit ist die Unterkategorie, die Menschen meistens mit Mut in Verbindung bringen. Sie wird definiert als "die Fähigkeit auch in schwierigen Situationen für das Richtige einzustehen." Sie steht im Gegensatz zu weniger ausgeklügelten Definitionen, die die Tapferkeit als Furchtlosigkeit einschätzen oder als Handlung, in der ein Beobachter Angst hat. Es gibt einige Formen dieser Tapferkeit. Physische Tapferkeit bedeutet zu handeln, auch wenn es möglich ist, dass der Körper verletzt wird. Moralische Tapferkeit bedeutet entsprechend seinen Prinzipien zu handeln, auch wenn man mit sozialer Missbilligung und einer heftigen Gegenreaktion rechnen muss. Eine dritte und theoretisch neuere Definition von Tapferkeit ist psychologische Tapferkeit, die Dinge mit einschließt wie die Überwindung süchtig machender Gewohnheiten, irrationaler Ängste und schädigende, abhängige Beziehungen. Die psychologische Tapferkeit bedeutet also, gegen seine eigenen natürlichen Neigungen zu handeln und sich Ängsten zu stellen, die keine gesellschaftlichen, moralischen Konsequenzen beinhalten.

Ein mögliches Problem, wenn man die Tapferkeit als eine klassifizierbare menschliche Stärke betrachtet, ist die Tatsache, dass man sagen könnte, Tapferkeit sei nicht wie eine Eigenschaft, da sie nur unter gewissen Umständen zum Vorschein kommt. Das Gegenargument dazu wäre dann, dass die Tapferkeit genauso eine Eigenschaft ist wie Kreativität. Beide treten nur in gewissen Situationen auf. VIA behauptet, dass die Tapferkeit eine positive psychologische Eigenschaft ist, die in bestimmten Individuen gefunden und kultiviert werden kann. Tapferkeit bedeutet, dass man keine Angst hat, etwas zu tun.

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Beharrlichkeit

Beharrlichkeit fällt unter eine weitreichende Kategorie von Mut, weil sie bedeutet, dass man trotz Schwierigkeiten und Fehlschlägen einem bestimmten Weg folgt. Beharrlichkeit schließt auch die Fähigkeit mit ein, ein Ziel zu erreichen, obwohl man vielen Widerständen begegnet. Sowohl in Studien über Menschen als auch über Tiere hat sich herausgestellt, dass es sich dabei um eine bleibende Eigenschaft handelt, die individuelle Unterschiede aufweist. Um bei einer bestimmten Aufgabe zu bleiben, muss der Mensch dazu in der Lage sein, den Wunsch zu unterdrücken aufzugeben und eine einfachere Aufgabe zu übernehmen. Das metakognitive Wissen über das Endergebnis hält die Beharrlichkeit aufrecht. Ein sehr beharrlicher Mensch ist dazu in der Lage, geringe Selbstwertschätzung, die Angst vor Misserfolg oder die Entmutigung von Kollegen und den Wunsch, sich selbst gut darstellen zu wollen, leicht zu überwinden.

Als kategorische psychologische Stärke wird Beharrlichkeit von der Gesellschaft als Gegensatz zur Faulheit betrachtet. Dennoch ist es schwierig sie, laut Peterson und Seligman, von anderen menschlichen Stärken und Tugenden zu unterscheiden. Insbesondere überschneidet sie sich mit der Selbstkontrolle. Trotzdem halten Peterson und Seligman ihre Besonderheit aufrecht, indem sie hervorheben, dass die Beharrlichkeit sich insbesondere mit der Zeit zeigt, während Kontrolle und Selbstreglementierung mehr an den Augenblick gebunden sind.

Ehrlichkeit

Einige sogenannten "positiven” Psychologen ordnen Ehrlichkeit und Authentizität dem Mut unter, weil sie mehr bedeuten als einfach nur die Wahrheit zu sagen. Ehrlichkeit schließt die Integrität aller Lebensbereiche mit ein und die Fähigkeit, sich selbst gegenüber und seiner Rolle im Leben gegenüber in allen Situationen wahrhaftig zu sein. Wahrscheinlich würde man nicht sofort Ehrlichkeit mit Mut in Verbindung bringen. Es gibt offensichtliche Situationen im Leben, in denen Ehrlichkeit und Authentizität eine große Menge an Stärke einfordern, und zwar dann wenn man von Angst überflutet wird. Die positive Sicht, die die Gesellschaft auf Ehrlichkeit hat, führt dazu, dass man versucht, sie in Kindern und Jugendlichen zu fördern.

Während alle Menschen mit dem Alter, immer mehr die moralische Bedeutung der Ehrlichkeit und der Integrität verstehen, gibt es bestimmte Individuen, die diese menschliche Stärke besonders auszeichnet. Diese Eigenschaft ist für viele Lebensbereiche von Bedeutung, und zwar so sehr, dass zahlreiche Maßeinheiten entwickelt wurden, um insbesondere ehrliche Menschen zu identifizieren. Diese Maßeinheiten testen offene Ehrlichkeit, die Gedanken, die jemand über himmelschreiende Unehrlichkeit hat, und versteckte Ehrlichkeit, die der Gewissenhaftigkeit und der Zuverlässigkeit sehr ähnlich ist.

Tatendrang

Von den vier Kategorien, die dem Mut untergeordnet werden, ist der Tatendrang oder die Vitalität am schwierigsten zu klassifizieren. Er wird definiert als "sich lebendig fühlen, voller Tatendrang sein und mit viel Enthusiasmus an alle Dinge herangehen. Diese Kategorie wird nicht nur von subjektiven psychologischen Faktoren beeinflusst, sondern auch von objektiven Faktoren, die das physische Wohlbefinden beeinflussen, so zum Beispiel chronische Schmerzen. Peterson und Seligman ordnen den Tatendrang zu den anderen mutigen Tugenden ein, weil er sich meistens mitten in schwierigen Situationen als Charakterstärke zeigt. So hat es sich zum Beispiel gezeigt, dass die subjektive Wahrnehmung der Menschen mit chronischen Schmerzen, ihre eigene Einschätzung, wie sie mit der Situation umgehen und ihre allgemeine Positivität, ihr Wohlbefinden beeinträchtigen.

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Geschichtliche Entwicklung und Theorien

Antike

Schon in der antiken griechischen und römischen Philosophie wurde Mut, neben Besonnenheit, Gerechtigkeit und Mäßigung zu den Kardinaltugenden gezählt. Diese Tugenden wurden als entscheidende Basis angesehen, weil man davon ausging, dass ein Mensch in der Lage sein muss, in einer schwierigen Situation zu bestehen, bevor er überhaupt noch weitere Tugenden entwickeln kann. Aristoteles behandelt den Mut in seiner Nikomachischen Ethik. Er behauptet, dass der Mangel an Mut Feigheit ist und ein Übermaß Rücksichtslosigkeit mit sich bringt.

Mittelalter

Für die mittelalterliche Philosophie kann die Meinung von Thomas von Aquin herangezogen werden, der sich auch auf die schon genannten vier Kardinaltugenden beruft. Für ihn steht die Besonnenheit an erster Stelle, an zweiter folgt die Gerechtigkeit, an dritter der Mut und an vierter die Mäßigung. Mut ohne Gerechtigkeit wäre für einen starken Menschen die Gelegenheit ungerecht zu werden, da er dadurch eher dazu bereit ist, den Schwächeren zu unterdrücken. Mut kann man seiner Meinung nach als Geistesstärke betrachten und als solche ist sie eine Basis für jede andere Tugend, denn Mut bringt einen Menschen dazu, entschieden und unerschütterlich zu handeln.

Andererseits kann Mut auch als etwas angesehen werden, das dem Menschen hilft, dann stark zu sein, Dinge zu ertragen und in Situationen zu bestehen, die wirklich schwierig zu meistern sind. Es ist nämlich viel schwieriger die Angst zu verringern als die Waghalsigkeit. Das Objekt, das die Waghalsigkeit und die Angst auslöst, neigt von Natur aus dazu, die Waghalsigkeit zu überprüfen und die Angst zu verstärken. Waghalsigkeit würde einen Menschen dazu bringen, dem Mut nachzugeben und anzugreifen. Die Angst würde dazu führen, die gefährliche Situation zu ertragen und nicht zu handeln. Daraus folgert Thomas von Aquin, dass die größte mutige Handlung das Erdulden ist, dass man inmitten der Gefahren standhaft ist und sie erträgt anstatt anzugreifen.

Östliche Sichtweise

In der östlichen Tradition besagt der Daodejing, dass der Mut aus der Liebe wächst. Jemand, der einen draufgängerischen Mut besitzt, wird sterben. Jemand, der einen sanftmütigen Mut besitzt, wird vom Tod verschont werden.

In der hinduistischen "Manu Smriti" werden Mut (Shauriya) und Geduld (Dhairya) als die ersten zwei von zehn Eigenschaften (Lakhshana) des Dharma aufgeführt. Die nächsten sind: Vergebung (Kshama), Toleranz (Dama), Ehrlichkeit (Asthaya), Zügelung der Sinne (Indriya Nigraha), Reinheit (Shouchya), Wahrnehmungsvermögen (Dhi), Wissen (Vidya), Wahrhaftigkeit (Satya) und die Kontrolle von Wut (Akrodh).

Westliche Sichtweise

Kierkegaard sah Mut und Angst als Gegensatzpaar. Paul Tillich setzt einen existentiellen Mut des Seins als Gegensatz zum Nicht-Sein: Mut ist zu sagen, dass man ist, obwohl man nicht ist. Es ist die Handlung des Individuums, das die Angst des Nicht-Seins auf sich nimmt, indem es sich als seiend ansieht. Der Mensch nimmt dabei die Angst vor Schuld und Verurteilung auf sich. Jeder Mut zu sein hat offen oder versteckt einen religiösen Ursprung, denn Religion ist der Seinszustand, der versteht, dass der Mensch das Selbst ist.

Jacob Grimm spricht in seiner "Teutonischen Mythologie" von tugendhaftem Heroismus und Mut, der auf die eigene Stärke baut: Menschen, die sich völlig angewidert vom himmlischen Glauben abwenden, verlassen sich nur auf ihre eigene Kraft und Rechtschaffenheit.

Mut und Geschick

Der indische Yoga Meister und Weise Swami Sivananda schreibt in seinem Buch "How to Cultivate Virtues und Eradicate Vice" über "Pluck and Knack", was hier als Mut und Geschick übersetzt ist [1] :

Mut und Geschick ist wichtig für einen Unternehmer wie auch für andere Menschen. Geschick ist Gewandtheit oder Geschicklichkeit. Wenn ein Mensch im Geschäftsleben aufblüht, sagen man: "Mr. Banerjee hat gutes unternehmerisches Geschick. Er hat Mut." Eignung ist ein anderer Ausdruck, der gleichbedeutend mit Mut und Geschick ist. Höflichkeit, Zuvorkommenheit, gutes Betragen sind alle in dieser Eigenschaft "Mut" versteckt. Wenn jemand einen Laden betritt, sollte der Verkäufer sich mit großer Freundlichkeit an ihn wenden und ihn höflich ansprechen "Gnädiger Herr, kann ich etwas für Sie tun. Bitte nehmen Sie doch hier Platz. Möchten Sie einen Tee oder ein kaltes Getränk?" Eine derber und ungehobelter Mensch kann im Geschäftsleben nicht erfolgreich sein.

Ein Mensch mit unternehmerischem Geschick ist sehr vorsichtig in seinen Abschlüssen. Er hat ein gutes Erinnerungsvermögen. Er kennt die momentanen Marktpreise aller Waren. Er versteht die Sparsamkeit mit Rentabilität zu verknüpfen. Er kennt die Orte, an denen er die Waren zu sehr preisgünstigen Sätzen erwerben kann.

Er weiß, wie man Reklame macht. Er hat Geistesgegenwart. Er ist hat keine Angst vor Misserfolg oder Verlust. Er wird es sehr schnell aufwiegen durch das Starten einer anderen Sache. Der Verstand eines Geschäftsmannes, der Mut hat, ist immer sehr stark. Ein Mensch, der Mut hat, ist sehr intelligent.

Ärzte und Anwälte brauchen ebenfalls diesen Mut, wenn sie sehr erfolgreiche Fachmänner werden wollen. Einige Menschen wird diese Gabe in die Wiege gelegt. Du kannst es ebenfalls auf der Stelle entwickeln, wenn du es nur willst. Ein Mensch mit Geschick oder einem überwältigendem Wesen kann Wunder in dieser Welt bewirken. Selbst religiöse Prediger benötigen Geschick. Erst dann können sie die Menschen beeinflussen und ihre Lehren verbreiten. Sri Sankara war sehr aggressiv. Er stellte eine Armee von Naga Sadhus auf, um gegen die Buddhisten zu kämpfen. Guru Govinda Singhji hatte großes Glück und eine bemerkenswertes Wesen. Obwohl er ein spiritueller Mensch war, hatte er einen sachlichen Geist. Religiöse Lehrer und spirituelle Meister müssen sich zahlreiche Arbeitsmethoden zu eigen machen, je nach Lebensumständen und Anforderungen.

Mut und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Mut in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Mut

Ähnliche Eigenschaften wie Mut, also Synonyme zu Mut sind z.B. Courage, Furchtlosigkeit, Schneid, Heldenmut.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Mut übertrieben kann ausarten z.B. in Waghalsigkeit, Wagemut, Leichtsinn. Daher braucht Mut als Gegenpol die Kultivierung von Vorsicht, Behutsamkeit, Sorgfalt, Fingerspitzengefühl, Sensibilität.

Gegenteil von Mut

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Mut, Antonym zu Mut :

Mut im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

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