Dharana

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1. Dharana (Sanskrit: धारणा dhāraṇā adj. u. n.) tragend, in sich fassend; innehabend, besitzend; erhaltend, aufrechterhaltend; (jemandes Gestalt) annehmend; das Halten, Tragen, Bringen; das Ansichtragen, Ansichhaben, Besitzen; das Beisichbehalten; das Insichfassen, Enthalten, Beinhalten; das Hegen von Groll, Zürnen; das im Gedächtnis Behalten; das Ertragen, Aushalten; das Ausrichten des Geistes; das Erhalten, Behaupten, Aufrechterhalten, Unterhalten; das Festhalten, Zurückhalten, Anhalten; das Zurückhalten oder unvollkommene Aussprechen eines Lautes.

Meditation lotus.jpg

2. Dharana (Sanskrit: धारणा dhāraṇā f.) das Tragen; das Festhalten, Zurückhalten; Unterstützen, Helfen; das Bewahren im Gedächtnis; Gedächtnis; unverwandte Ausrichtung des Geistes auf einen bestimmten Gegenstand; Konzentration; eines der acht Angas (acht Glieder) im Raja Yoga System. Hier stellt Dharana die sechste Stufe dar, wo der Geist durch die Fokussierung auf ein Objekt zur Einpünktigkeit (Ekagrata) gebracht und so auf die Meditation (Dhyana) vorbereitet wird.

Die Yoga Sutras von Patanjali

देशबन्धश्चित्तस्य धारणा || 3.1 ||

deśa-bandhaś cittasya dhāraṇā || 3.1 ||

Die Bindung (Bandha) des Bewußtseins (Chitta) an einen Ort (Desha) ist Festhalten (Dharana).

Sukadev über Dharana

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Dharana

Dharana ist Halten, Konzentration, Halten der Gedanken des Geistes, der sechste der Ashtangas, der acht Stufen des Yogas. Dharana heißt Halten, es kann durchaus auch Festhalten heißen. Dharana heißt, dass du deinen Geist zur Ruhe bringst, dass du deinen Geist hältst, deine Gedanken hältst, auf ein Konzentrationsobjekt. Dharana heißt, dass du deinen Geist nicht wild durch die Gegend springen lässt, sondern du hältst. Du hältst die Konzentration, du hältst die Gedanken. Daher, Dharana – Konzentration.

Dharana gibt es in verschiedenen Formen. Dharana gibt es zum einen als Stufe in der Meditation. Du setzt dich hin, Asana. Du atmest tief ein und aus, Pranayama. Du sprichst eine Affirmation oder schickst Gedanken des Wohlwollens, Pratyahara. Jetzt kommt das eigentliche Meditationsthema, Dharana. Zum Beispiel konzentrierst duu dich auf ein Mantra oder du übst die Beobachtungsmeditation, also du beobachtest, auch eine Form von Dharana.

Wenn du tiefer wirst in der Meditation, in Dharana, kommst du in Dhyana. Dhyana heißt dann, die eigentliche Meditation oder auch Absorption. Du versinkst in dem Gegenstand der Meditation. In Dharana ist entscheidend, dass du dich immer wieder festhalten musst, der Geist wird ganz schnell entweder in Tamas geraten, in Mudha, also in Trägheit und Müdigkeit und irgendwo ein bisschen sinnlos dort rum sein, oder der Geist wird sehr unruhig werden, in Kshipta. Du musst deine Gedanken halten, festhalten, Dharana, dann bist du in Konzentration. Wenn die Konzentration von selbst geht, ganz von selbst, ohne Anstrengung, dann ist es Dhyana, du bist absorbiert. In diesem Sinne, Dharana in der Meditation.

Dharana sind aber auch Konzentrationsübungen im Alltag. Du kannst dich trainieren, konzentriert zu sein. Es gibt zum Beispiel ein Buch von Swami Sivananda, "Konzentration und Meditation", in der ursprünglichen deutschen Ausgabe hieß es noch, "Übungen zu Konzentration und Meditation", da findest du jede Menge praktischer Konzentrationstechniken, Hinweise, wie du bewusst mit bestimmten Übungen deine Konzentration stärken kannst. Das findest du auch in einem weiteren Buch von Swami Sivananda, "Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung", Konzentrationsübungen. Zusätzlich zu Konzentrationsübungen kannst du auch deinen Geist trainieren, konzentriert zu sein bei dem, was gerade anliegt. Wenn du zum Beispiel isst, dann kannst du sagen: "Ich will jetzt bewusst essen."

Wenn du dich mit jemandem unterhältst, kannst du es zur Übung machen, wirklich den Menschen zu spüren und ganz bei diesem Menschen zu sein. Wenn du dich mit Sanskrit beschäftigt, kannst du bewusst konzentriert beim Sanskrit sein. Wenn du Asanas übst, dann kannst du bewusst bei den Asanas sein. Multitasking ist ein Phänomen unserer Zeit und hat sicherlich auch ihre Berechtigung. Aber es ist auch gut, öfters mal Dharana zu üben, öfters sich auf eine Sache zu konzentrieren, bei einer Sache zu bleiben, nicht verschiedene Dinge gleichzeitig zu tun, sondern eine Sache. Es gibt zwar auch Ashta Dharana, das heißt, die Fähigkeit, sich auf acht Dinge gleichzeitig zu konzentrieren, was auch als eine der Siddhis gilt, aber trotzdem, Eka Dharana, dich auf eine Sache zu konzentrieren, ist etwas Wichtiges.

Mache öfters Perioden am Tag, wo du auf eine Sache dich konzentrierst, bei den Asanas, beim Pranayama, natürlich bei der Meditation, beim Rezitieren von Sanskrit-Hymnen, bei Gesprächen mit anderen Menschen, bei bestimmten Aufgaben. Übe Dharana, Konzentration. Übst du Dharana im Alltag, wird die Meditation leichter fallen. Umgekehrt, wenn du jeden Tag meditierst und dich dabei um Dharana bemühst, um Konzentration, wird es dir auch leichter fallen, im Alltag konzentriert zu sein. Und wenn du bei den Hatha Yoga Übungen, also bei den Körperübungen, Dharana übst, konzentriert bist, wird es dir leichter fallen, in der Meditation Dharana zu üben, konzentriert zu sein in der Meditation, und im Alltag Dharana zu haben, konzentriert zu sein. Konzentration ist ein Schritt zur Meditation, daher, sei auch im Alltag konzentriert. Übe Dharana, Konzentration, indem du deine Gedanken festhältst. Dharana – Konzentration, sechster Schritt der Ashtangas, der acht Stufen des Yoga. Dharana – das Halten der Aufmerksamkeit, Halten der Gedanken. Dharana – Konzentration.

Swami Sivanandas Tipps für die Entwicklung von Dharana

Aus dem Buch „Samadhi Yoga“ von Swami Sivananda [1]

Konzentration, Dharana, bedeutet, den Geist auf einen einzigen Punkt auszurichten. Während Dharana wird der Geist ruhig, ausgeglichen und fest. Die verschiedenen Strahlen des Geistes werden gebündelt und auf einen einzigen Meditationsgegenstand gerichtet. Der Geist ist in diesem Lakshya zentriert. Es gibt kein geistiges Hin und Her. Ein einziger Gedanke beschäftigt den Geist. Die gesamte Energie des Geistes ist in diesem einen Gedanken konzentriert. Die Sinne werden still. Sie hören auf zu arbeiten. In tiefem Dharana gibt es kein Körperbewusstsein, kein Bewusstsein der Umgebung. Wer eine gute Konzentrationskraft besitzt, kann im Bruchteil einer Sekunde das Bild Gottes absolut klar visualisieren.

Manorajnya (Luftschlösser bauen) ist nicht das Gleiche wie Dharana. Es ist ein wildes Herumhüpfen des Geistes durch die Lüfte. Verwechsle Manorajnya nicht mit Dharana oder Meditation. Überprüfe diese Angewohnheit des Geistes durch Innenschau und Selbst-Analyse. Wenn Du deinen Geist zwölf Sekunden lang auf einen Punkt konzentrierst, ist das Dharana (Konzentration). Zwölf solche Dharanas sind ein Dhyana (Meditation) - 12 x 12 = 144 Sekunden. Zwölf solcher Dhyanas werden Samadhi - 144 x 12 = 25 Minuten und 28 Sekunden. Das besagt das Kurma Purana. Man kann Dharana auch auf ein geistiges Bild von Gott ausrichten.

Dharana und die Pranayama-Praxis sind miteinander verbunden. Wenn man Pranayama übt, erzielt man Dharana. Natürlicher Pranayama folgt aus der Konzentrationsübung. Es gibt unterschiedliche Übungen für unterschiedliche Menschentypen. Für manche wird es leicht sein, mit der Pranayama-Praxis zu beginnen, für andere wird Dharana eine einfache Übung als Anfang sein.

In tiefer Meditation erfährt man große Freude und spirituelle Verzückung. Man vergisst den Körper und seine Umgebung. Der gesamte Prana wird in den Kopf gebracht.

Wenn Du mit tiefem Interesse in ein Buch versunken bist, hörst Du nicht, wenn einer schreit und dich beim Namen ruft. Du siehst einen nicht, der vor dir steht. Du riechst den süßen Duft der Blumen nicht, die neben dir auf dem Tisch stehen. Das genau ist Dharana oder mit dem Geist Bei-einem-Punkt-Sein. Der Geist ist fest auf eine einzige Sache ausgerichtet. Du brauchst solche tiefes Dharana, wenn Du an Gott oder an Atman denkst. Es ist leicht, den Geist auf einen weltlichen Gegenstand zu konzentrieren, da der Geist sich ganz natürlich aus Gewohnheit dafür interessiert. Die Bahnen sind im Gehirn schon gezogen. Du musst den Geist täglich durch Dharana trainieren, indem Du ihn immer und immer wieder auf dein inneres Bild Gottes, oder dein inneres Selbst ausrichtest. Dann wird der Geist sich nicht mehr auf äußerliche Dinge hinbewegen, da er in der Konzentrationsübung riesige Freude erfährt.

Algebra, die Wissenschaft abstrakter Zahlen, kann man nicht ohne ein Vorwissen und vorhergegangene Erfahrung in Arithmetik, der Wissenschaft konkreter Zahlen, verstehen. Sanskrit-Kavyas und höhere Vedische Bücher kann man nicht ohne vorherige Kenntnis der Laghu Siddhanta Kaumudi und der Tarkasangraha verstehen. In gleicher Weise ist das Meditieren über Nirguna oder Nirakara (den abstrakten) Brahman unmöglich ohne vorherige, anfängliche Übung in der Konzentration auf eine konkrete Form. Man muss sich dem Unsichtbaren und dem Unbekannten über das Sichtbare und das Bekannte annähern.

Je stärker der Geist auf Gott ausgerichtet ist, umso mehr Stärke gewinnt man. Mehr Dharana bedeutet mehr Energie. Dharana öffnet die inneren Kammern der Liebe und das Reich der Unendlichkeit. Dharana ist eine Quelle spiritueller Kraft. Dharana ist der einzige Schlüssel zur Kammer des Wissens.

Konzentriere dich. Meditiere. Entwickle die Kraft des tiefen und konzentrierten Denkens. Viele undurchsichtige Aspekte werden ganz klar für dich werden. Du wirst Antworten und Lösungen aus dem Inneren erhalten.

Suka Deva musste Raja Janaka aufsuchen, um Bestätigung für sein Wissen und seine Erkenntnis zu bekommen. Er wurde von Janaka in Danbar geprüft. Raja Janaka ließ um seinen gesamten Palast herum mit Musik und Tanz feiern, um die Aufmerksamkeit von Suka Deva abzulenken. Es gab allerlei Vorführungen und Unterhaltung. Suka Deva sollte eine Tasse, die bis zum Rand mit Milch gefüllt war, in seiner Hand drei Runden um den Palast tragen, und kein einziger Tropfen durfte auf den Boden fallen. Suka Deva bestand seine Aufgabe mit vollem Erfolg, da er vollständig in seinem Selbst verankert war. Nichts konnte seinen Geist ablenken.

Sei langsam und beständig in deinem Dharana. Durch das Üben von Dharana wirst Du ein Übermensch. Du wirst den Geist am Anfang überreden müssen, wie man Kinder überredet. Der Geist ist wie ein naives Kind. Sprich zu deinem Geist: „Oh Geist, warum rennst Du falschen, wertlosen, vergänglichen Dingen nach? Du wirst zigfaches Leid erfahren. Schau auf Krishna, die absolute Schönheit. Du wirst daraus ewiges Glück gewinnen. Warum rennst Du davon, um weltliche Liebeslieder zu hören? Höre den Bhajan Gottes. Höre den Sankirtan, der die Seele bewegt. Du wirst davon emporgetragen werden.“ Der Geist wird Stück für Stück seine alten, negativen Angewohnheiten sein lassen und sich auf die Lotusfüße Gottes heften. Wenn er von Rajas und Tamas befreit ist, wird er dich führen. Er wird dein Guru sein.

Wenn Du dich zum Meditieren hinsetzt, chante drei bis sechs Mal OM. Das wird alle weltlichen Gedanken aus dem Geist vertreiben und Vikshepa beenden (das Hin-und-Her des Geistes). Dann wiederhole Om geistig weiter.

Vermeide alle Arten von Sinneseindrücken und Ideen. Verhindere die Komplikationen, die von parallelen Aktivitäten auf den unteren geistigen Ebenen herrühren. Ziehe den Geist auf eine einzige Idee zurück. Sperre alle anderen geistigen Prozesse aus. Nun kann der Geist allein von dieser einen Idee erfüllt werden. Genauso wie erneutes Auftauchen oder die Wiederholung eines Gedankens zur Vervollkommnung dieses Gedanken oder einer Handlung führt, so führt auch die Wiederholung desselben Prozesses oder derselben Idee zur Vervollkommnung der geistigen Abstraktion, Dharana und der Meditation.

Zu Anfang wird es schwierig sein, den Geist bei ein- und demselben Gedanken zu halten. Verringere die Anzahl deiner Gedanken. Versuche, die Gedanken bei einem Thema zu halten. Wenn Du an eine Rose denkst, lasse nur Gedanken zu, die mit der Rose zu tun haben. Du kannst an unterschiedliche Arten von Rosen denken, die man in verschiedenen Teilen der Erde anbaut. Du kannst an die verschiedenen Produkte, die aus Rosen gewonnen werden denken und an ihre Verwendung. Kontrolliere das ziellose Herumwandern des Geistes. Habe nicht einfach zufällige Gedanken, wenn Du an eine Rose denkst. Stück für Stück wirst Du den Geist an einen einzigen Gedanken heften können. Du musst den Geist täglich zur Disziplin trainieren. Unendliche Aufmerksamkeit ist für die Kontrolle des Geistes vonnöten.

Dharana wächst, wenn man Wünsche und Begierden eindämmt, Mouna (Stille) für ein oder zwei Stunden täglich praktiziert, Pranayama übt, betet, die tägliche Zahl von Meditationsübungen vergrößert, durch Vichara etc.

Versuche, immer frohgemut und friedvoll zu sein. Nur dann erreichst du geistiges Dharana. Maitri (Freundschaft) mit seinesgleichen, Karuna (Mitgefühl) gegenüber Untergeordneten oder Bedürftigen, Mudita (Wohlgefälligkeit) gegenüber Vorgesetzten oder tugendhaften Menschen und Upeksha (Gleichgültigkeit) gegenüber Sündern oder boshaften Menschen, wird Chitta Prasada (Frohsinn oder Gelassenheit) hervorbringen und Hass, Eifersucht und Abneigung (Ghrina) zerstören.

Dharana nimmt zu, wenn man die Zahl der Gedanken verringert. Das ist ganz sicher eine anstrengende Arbeit, die Gedankenzahl zu verringern. Zu Anfang wird es dich sehr beanspruchen. Es wird eine unangenehme Aufgabe sein. Doch später wirst Du dich freuen, weil Du große geistige Kraft und inneren Frieden durch die Verringerung der Gedanken erlangst. Wenn Du dich mit Geduld, Ausdauer, Wachsamkeit, glühendem Entschluss und eisernem Willen bewaffnest, kannst Du die Gedanken leicht zerquetschen, so wie Du eine Zitrone oder eine Orange mit Leichtigkeit ausdrücken kannst. Hast Du sie einmal zerquetscht, wird es dir leicht fallen, sie an der Wurzel auszureißen. Bloßes Beiseiteschieben oder Unterdrücken wird nicht genügen. Die Gedanken können dann wieder auferstehen. Man muss sie völlig ausreißen, so wie man einen lockeren Zahn zieht.

Man kann Dharana fördern, indem man Mouna beachtet, Pranayama, Selbst-Zurückhaltung und strenges Sadhana übt, und indem man noch mehr geistiges Nicht-Verhaftetsein entwickelt.

Dharana auf den Sandhi (Übergang) zwischen Jagrat und Svapna mit dem Ziel, diesen Sandhi zu verlängern, ist schwierig. Setze dich abends in einen ruhigen Raum und beobachte den Geist aufmerksam. Es wird dir möglich sein, an diesen Übergangszustand heranzukommen. Übe regelmäßig drei Monate lang. Du wirst Erfolg haben.

Reduziere deine Betätigungen. Du wirst so mehr Dharana und ein reicheres Innenleben bekommen. Wenn es Dir schwerfällt, deinen Geist in einem Zimmer konzentriert zu halten, geh nach draußen, setze dich unter den freien Himmel, auf eine Terrasse, an ein Flussufer, oder in eine stille Gartenecke. Du wirst dich dann gut konzentrieren können.

Man drückt auf einen Knopf und schon erstrahlt im Bruchteil einer Sekunde Licht aus der Taschenlampe. Genauso ist es, wenn der Yogi sich konzentriert und den Knopf des Ajna Chakras drückt - das Zentrum zwischen den beiden Augenbrauen - und unmittelbar göttliches Licht daraus strahlt.

Bhrumadya Drishti bedeutet, seine Augen auf den Punkt zwischen den Augenbrauen zu richten. Da ist das Ajna Chakra. Sitze in Padmasana oder in Siddhasana in deinem Mediationszimmer und übe diesen Blick sanft zwischen einer halben Minute bis einer halben Stunde lang. Es darf bei dieser Übung nicht die geringste Gewalt angewendet werden. Dehne die Dauer schrittweise aus. Diese Yoga Kriya beseitigt Vikshepa, das Hin und Her des Geistes, und entwickelt Dharana. Krishna verschreibt diese Übung im Kapitel V, Shloka 27: „Sparsan kritva bahir bahyaschakshu schaivantare bhruvoh - Wobei der Kontakt nach Außen unterbrochen ist und der Blick zwischen die Augenbrauen gerichtet.“ Das ist auch als „Stirnblick“ bekannt, weil die Augen in Richtung Stirnknochen und in Richtung Vorderseite des Kopfes schauen. Du kannst diese Blickart wählen oder auch den „Nasenblick“, wie es dir besser gefällt und deinem Typ und deinen Fähigkeiten entspricht.

Der „Nasenblick“ heißt Nasagra Drishti. Der Blick ist auf die Nasenspitze geheftet. Behalte den Nasenblick selbst, wenn Du auf der Straße läufst, bei. Krishna verschreibt es im Kapitel VI, Shloka 13: „Samprekshya nasikagram - wobei man fest auf die Nasenspitze schaut und nicht umherblickt.“ Diese Übung festigt den Geist und entwickelt Konzentrationsstärke.

Trataka ist festes Geradeausschauen. Schreibe das Wort Om in schwarzer Tinte an die Wand. Setze dich vor die Zeichnung. Konzentriere dich mit offenen Augen darauf bis Tränen kommen. Dann schließe die Augen. Visualisiere das Bild von Om. Dann öffne die Augen und schaue wieder fest darauf bis sich Tränen bilden. Dehne die Zeitspanne langsam aus. Es gibt Schüler, die können eine Stunde lang mit offenen Augen daraufschauen. Trataka ist eine der Shat Kriyas (sechs Übungen) im Hatha Yoga. Besorge dir ein Om-Bild, hefte es an die Wand und konzentriere dich darauf. Auf dem Basar werden solche Bilder verkauft. Trataka festigt den unsteten Geist und entfernt Vikshepa (das Hin-und-Her des Geistes). Anstatt auf Om zu blicken, kannst Du auf einen schwarzen Punkt an der Wand schauen - während Trataka werden die Wände eine goldene Farbe annehmen - oder Du kannst einen dicken schwarzen Punkt auf ein Blatt malen und das an die Wand kleben. Das ist ein Fixpunkt auf den der Yogaschüler seinen Geist konzentrieren kann. Schaue auf den schwarzen Punkt an der Wand.

Du kannst Trataka mit jedem Bild Gottes machen, von Krishna, Rama, Shiva oder Saligrama. Sitze in Padmasana. Stelle das Bild vor dich hin. Du kannst auch auf einem Stuhl sitzen. Befestige dann das Bild vor dir auf Augenhöhe an der Wand. Trataka ist das ABC von Dharana. Es ist die erste Konzentrationsübung für Yogaschüler.

Trataka mit offenen Augen wird gefolgt von Visualisierungen. Visualisieren bedeutet, ein klares geistiges Bild von etwas entstehen zu lassen. Trataka und Visualisieren helfen sehr bei Dharana.

Schaue ein paar Minuten lang das Bild Gottes, deiner Ishta Devata an, dann schließe die Augen. Nun versuche, das Bild geistig zu visualisieren. Du wirst ein scharfes und klares Bild des Gottes haben. Wenn es beginnt zu verblassen, öffne deine Augen wieder und schaue es erneut an. Wiederhole den Vorgang fünf oder sechs Mal. Du wirst deine Ishta Devata, deine Schutzgottheit, nach ein paar Monaten Üben deutlich im Geist visualisieren können.

Wenn es dir schwer fällt, das ganze Bild zu visualisieren, versuche einen Teil des Bildes zu visualisieren. Versuche ein Bild zu visualisieren, und wenn auch nur ein verschwommenes. Mit wiederholtem Üben wird das undeutliche Bild scharfe Konturen annehmen.

Wenn dir auch das schwerfällt, hefte den Geist auf das strahlende Licht im Herzen und nimm dies als eine Gestalt Gottes bzw. Devis.

Der Geist kann auch durch manasische Puja gefestigt werden, d.h. dadurch, dass man an die Eigenschaften Gottes denkt und an Seine Lilas. Übe Trataka am ersten Tag eine Minute lang. Dann dehne die Zeit schrittweise jede Woche aus. Überanstrenge die Augen nicht. Mach es sanft, mit Leichtigkeit und so, dass es angenehm ist, solange du es in für dich geeigneter Weise tun kannst. Wiederhole dein Ishta Mantra, Hari Om, Sri Ram oder Gayatri während Trataka. Manche Menschen, die schwache Kapillargefäße haben, können rote Augen bekommen. Sie brauchen sich nicht unnötig sorgen - die Rötung der Augen wird schnell vorbei gehen. Übe Trataka sechs Monate lang. Dann kannst Du fortgeschrittenen Unterricht in Dharana und Meditation nehmen. Mache dein Sadhana regelmäßig und systematisch. Wenn Du einmal unterbrichst, mache das Versäumnis bzw. den Verlust am nächsten Tag wieder gut. Trataka beseitigt viele Augenkrankheiten und bringt schließlich viele Siddhis hervor.

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Siehe auch

Literatur

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