Kumbhaka

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Kumbhaka in der Wechselatmnung

Kumbhaka (Sanskrit: कुम्भक kumbhaka m. u. n.) Anhalten des Atems beim Üben von Pranayama. Es gibt grundsätzlich drei Arten von Kumbhaka:

Sukadev über Kumbhaka

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Kumbhaka

Kumbhaka heißt Atemanhalten, Kumbhaka heißt auch Atemübung. Kumbhaka kommt interessanterweise vom Ausdruck „Kumbha“ und Kumbha heißt Gefäß, Topf. Der menschliche Körper ist wie ein Topf, ein Gefäß, ein Gefäß für Prana, Lebensenergie, auch ein Gefäß natürlich für Luft. Wenn du die Luft anhältst, dann hältst du das Prana im Gefäß, dann sammelst du Prana im Gefäß an, dann hältst du den Atem im Gefäß, daher Kumbhaka.

Kumbhaka hat jetzt verschiedene Bedeutungen. Zum einen ist Kumbhaka einfach das Atemanhalten. Pranayama besteht aus Einatmen, Anhalten und Ausatmen. Und Patanjali sagt, Pranayama besteht aus Einatmen, Anhalten und Ausatmen und wird geregelt durch Zeit, Dauer und Ort und wird mit fortschreitender Praxis immer subtiler und länger. Und so gibt es Einatmen, Anhalten, Ausatmen, und es wird immer subtiler und die Anhaltephasen und die Atemphasen werden länger.

Kumbhaka ist aber auch der Name für eine Atemübung. Du kennst mehr den Ausdruck „Pranayama“, so sagen wir auch Anuloma Viloma Pranayama, Kapalabhati Pranayama, aber man kann auch Kumbhaka nehmen als Ausdruck für Atemübung. So gibt es Bhastrika Kumbhaka, es gibt Surya Bheda Kumbhaka, es gibt Sitali Kumbhaka usw. Kumbhak ist folglich also eine Art, den Atem anzuhalten, heißt aber auch Atemübung. In diesem Sinne gibt es die Astha Maha Kumbhaka. Die acht – Astha, großartige – Maha, Weisen, die Luft anzuhalten – Kumbhaka. Also, Astha Maha Kumbhaka, die acht großartigen Atemübungen.

Swami Sivananda über Kumbhaka

Auszug aus dem Buch "Die Wissenschaft des Pranayama" von Swami Sivananda

Es gibt acht verschiedene Kumbhakas. Diese sind:

In manchen Büchern wird Plavini als die achte Kumbhaka definiert. In manchen anderen Büchern wird Kevala Kumbhaka als die achte Kumbhaka-Variante beschrieben. Ich habe auch Kapalabhati an dieser Stelle beschrieben, denn obwohl es zu den Shat Karmas gehört, ist es letztlich nichts anderes, als eine Variante der Pranayama-Übungen.

Prana ist der Vayu, der Atem, welcher sich im Körper bewegt. Kumbhaka ist der Vorgang bei dem das Prana im Körper zurückgehalten wird. Es gibt zwei Arten von Kumbhakas, nämlich Sahita (der bei der fortgeschrittenen Praxis sich spontan einstellende Atemstillstand) und Kevala (willentliches Atemanhalten) Es ist kaum möglich, Vollkommenheit in Raja Yoga (Geisteskontrolle) zu erlangen, ohne davor Hatha Yoga geübt zu haben. Am Ende der Kumbhaka-Übungen sollst du den Geist von allen äußeren Objekten zurückziehen. Bei schrittweiser und stetiger Praxis wirst du nach und nach vollkommene Geistesbeherrschung erlangen.

Erste Übung (Erste Variante von Anuloma Viloma oder Nadi Shodana)

Setze dich in Padmasana. Schließe deine Augen. Konzentriere dich auf Trikuti, den Punkt zwischen den Augenbrauen. Schließe das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen. Atme langsam durch das linke Nasenloch ein, so tief wie es für dich bequem möglich ist. Mache kein Geräusch beim Einatmen. Anschließend atme langsam aus. Wiederhole geistig dein Mantra während der Übung. Wiederhole dies zwölf Mal, das ergibt eine Runde.

Dann verschließe das linke Nasenloch mit dem linken Ringfinger. Atme langsam durch das rechte Nasenloch ein und aus, wie vorhin beschrieben. Wiederhole dies zwölf Mal. In der zweiten Woche mache zwei Runden, in der dritten Woche drei. Mache fünf Minuten Erholungspause nach jeder Runde. Wenn du nach Beendigung einer Runde ein paar Mal normal ein- und ausatmest, wird das dir die notwendige Erfrischung verschaffen für die nächste Runde. Bei dieser Übung ist kein Kumbhaka, Atemanhalten, dabei. Diese Übung harmonisiert die Tätigkeit von Ida und Pingala und reinigt die Nadis (Energikanäle des Astralkörpers).

(Für detaillierte, vollständige Anweisungen siehe Swami Sivanandas Buch “Die Wissenschaft des Pranayama“)

Zweite Übung (Zweite Variante von Anuloma Viloma oder Nadi Shodana)

Sitze in Siddhasana oder in einer anderen kreuzbeinigen Sitzung deiner Wahl. Schließe das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen und atme langsam durch das linke Nasenloch ein. Dann schließe das linke Nasenloch mit dem rechten Ringfinger, öffne das rechte Nasenloch und atme langsam rechts aus, anschließend atme rechts langsam ein, so tief wie es für dich bequem möglich ist. Dann öffne das linke Nasenloch und atme links aus. Bei dieser Übung ist kein Kumbhaka, Atemanhalten, dabei. Wiederhole dies zwölf Mal, das ergibt eine Runde. Diese Übung harmonisiert die Tätigkeit von Ida und Pingala und reinigt die Nadis (Energiekanäle des Astralkörpers).

Siehe auch

Weblinks

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