Dukha

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Dukha (Sanskrit: दुःख duḥkha n.) heißt Leiden, Schmerz. Dukha ist der Gegenpol zu Sukha, Vergnügen. Dukha und Sukha, Schmerz und Vergnügen, sind die beiden Pole, zwischen denen das Leben hin und her geht. Ein Yogi lernt, gleichmütig zu sein immitten von Dukha und Sukha. Dukha ist die vereinfachte Schreibweise von Duhkha. Das Sanskrit Wort ist दुःख duḥkha. So wäre es korrekter, Duhkha statt Dukha zu schreiben. Es hat sich jedoch eingebürgert, oft Dukha statt Duhkha zu schreiben... Und in Übersetzungen von buddhistischen Schriften wird manchmal auch Duhka geschrieben.

Darstellung Patanjalis als Mischwesen bestehend aus einem männlichen Oberkörper und einer Schlange als Unterkörper. Über seinem Kopf breitet sich eine Schlange mit mehreren Köpfen aus.

Im Yoga Sutra von Patanjali heißt es: Heyam Duhkham Anagatam - हेयं दुःखमनागतम् - heyaṁ duḥkham-anāgatam (Yoga Sutra 2. Kapitel Vers 16). Noch nicht manifestiertes Dukha, noch nicht manifestiertes Leiden, sollte vermieden werden. Das ist wie eine Affirmation, ein Ausruf, den man sich selbst sagen kann, bevor man eine Dummheit begeht...

Sukadev über Dukha

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Dukha

Dukha heißt Leid, Schmerz und Unglück. Duhkha wird übrigens so geschrieben, auch wenn wir es im Yoga öfters so schreiben, als ob das "h" vor dem "k" nicht da wäre, weil es auch im Sprechen kaum hörbar ist. Es ist zwar doch hörbar, "Duhkha", aber die meisten Inder sprechen einfach "Dukha". Also, das "h" nach dem "k" ist eher hörbar, Dukha. Dukha ist das Gegenteil von Sukha, und Sukha, das hat nur das "h" nach dem "k", aber nicht vor dem "k". So also Sukha und Duhkha. Dukha ist Leid, Sukha ist Vergnügen. Sukha und Dukha sind wie die zwei Seiten einer Medaille oder sind wie Tag und Nacht, mal kommt das eine, mal kommt das andere, mal ist schönes Wetter, Sukha, mal ist weniger schönes Wetter, Dukha. Und das gleiche Wetter ist einmal schön empfinden, zum Beispiel die ersten paar Sonnenwetter ist Sukha, und danach, wenn es weiter trocken wird und etwas zu trocken, dann empfindest du es als Dukha. Ein Mensch kann mal freundlich zu dir sein, Sukha, er kann unfreundlich zu dir sein, Dukha. Du kannst mal gesünder sein, Sukha, du kannst mal kränker sein, Dukha. Du kannst mal Glück haben, Sukha, du kannst mal Pech haben, Dukha.

Ja - das bist du

Im Leben geht es so, dass Sukha und Dukha sich verändern. Du kannst dich damit identifizieren und kannst so Höhen und Tiefen haben. Oder du kannst dir bewusst sein: "Tief im Inneren bin ich Ananda, tief im Inneren bin ich Freude. Mein Glück und Unglück sollte nicht davon abhängen, wie die äußeren Umstände sind. Es ist verständlich, dass mein Geist mit den Gedanken und Emotionen ein bisschen reagiert auf äußere Umstände, das mag er ja tun. Aber ich weiß, tief im Inneren bin ich jenseits von Sukha und Dukha, tief im Inneren bin ich reine Freude, tief im Inneren bin ich reines Bewusstsein, tief im Inneren, verbunden mit allem und allem Göttlichen." Das ist eine der vielen Methoden, wie du über Dukha hinauswachsen kannst. Nichts kann äußeres Dukha abstellen, du kannst nicht verhindern, dass dein Körper irgendwann mal krank wird. Du kannst einiges tun für die Gesundheit, aber selbst die gesündesten Menschen werden irgendwann mal sterben. Du kannst einiges tun, um freundlich mit anderen Menschen umzugehen, dennoch, Menschen haben ihre eigene Logik und du hast nicht vollen Einfluss darauf, wie Menschen dich behandeln. Aber du kannst lernen, dich von Sukha und Dukha zu lösen, du kannst lernen, dich zu verankern in Ananda, du kannst dich verankern in bedingungsloser Liebe, du kannst dich verankern in der tiefen Weisheit und so über Dukha, über Leiden, hinauswachsen.

Die Yoga Sutras von Patanjali

मैत्रीकरुणामुदितोपेक्षाणां सुखदुःखपुण्यापुण्यविषयाणां भावनातश्चित्तप्रसादनम् || 1.33 ||

maitrī-karuṇā-muditopekṣaṇāṃ sukha-duḥkha-puṇyāpuṇya-viṣayāṇāṃ bhāvanātaś citta-prasādanam || 1.33 ||

Die Verwirklichung von Liebe (Maitri), Mitleid (Karuna), Heiterkeit (Mudita) und Gleichmut (Upeksha) in bezug auf Freude (Sukha) und Leid (Duhkha), Gutes (Punya) und Böses (Apunya) führt zu Abgeklärtheit des Geistes (Chitta).

Dukha in der buddhistischen Philosophie

Buddha im Glück (Gold) der Erleuchtung

"Was immer unbeständig ist unterliegt der Veränderung. Was immer der Veränderung unterliegt führt zum Leid." (Buddha)

Dukha ist ein Schlüsselbegriff der buddhistischen Philosophie. Wenn Dukha übersetzt wird, steht es für "Leid", doch der philosophische Hintergrund ist weit komplexer. Leid ist keine zufriedenstellende Übersetzung für Dukha und deshalb ist es besser "Dukha" nicht zu übersetzten. Es ist der Gegenspieler von "Sukha" das für Wohlsein, Behagen, Vergnügen und Glück steht.

Das Konzept von Dukha (Leid) ist das Kernkonzept im Buddhismus und kann ungefähr mit folgenden Begriffen übersetzt werden: Sorgen, Leid, Schmerz, Unglück, Unruhe, Unzufriedenheit, Unbehagen, Stress, Qual, Not, Abneiung und Frustration. Obwohl es ungefähr ein pessimistisches Bild beschreibt, hat Buddhismus nichts mit Pessimismus und Optimismus zu tun.

In den Lehrreden des Buddha beziehen sich die ersten vier edlen Wahrheiten auf Dukha wie es in seiner Natur existiert, wie man sich mit der Beseitigung des Leids befasst oder auseinandersetzt und wie man den Weg aus Dukha findet. Der Weg zur vollständigen Auflösung von Dukha wird im achtfachen edlen Weg beschrieben. Die vier edlen Wahrheiten sind das Fundament der buddhistischen Lehre. Sie tauchen immer wieder in den ältesten buddhistischen Texten auf. Buddha spricht von drei Arten von Dukha.

Die Erfahrung von Stress und Leiden könnte den Wunsch entstehen lassen, sich zu befreien. Und beim Erreichen dieses Wunsches könnte Erleuchtung und Glücklichsein entstehen. Sobald dann das Erhaltene Geschenk der Erleuchtung oder des Glücks verloren geht, ist die Möglichkeit gegeben, dass es langweilig wird. Langeweile ist eine Form der Unzufriedenheit oder des Leidens, und um diesem zu entkommen, versuchen wir uns abzulenken, indem wir uns immer neuen Vergnügungen zuwenden.

Zuweilen sind wir nicht bereit das Objekt der Begierde gehen zu lassen, auch wenn es uns bereits nicht mehr interessiert. Beginnen wir die Dinge zu sammeln und sehen es als unser Eigentum an, anstatt es mit anderen zu teilen, die eventuell damit mehr anfangen könnten als wir. Langeweile ist ein Ergebnis von ständigem Wechsel: der Wechsel von Interesse und Desinteresse an Objekten.

  • Dukha Dukha (Leid des Leidens) ist das unmittelbare Leiden, die körperlichen Schmerzen, Krankheit, Alter, Tod und der Verlust eines geliebten Menschen.
  • Viparinama Dukha (Leid der Veränderung/Vergänglichkeit) ist das Leid, das aus der gestörten Erwartung entsteht, dass das Glück ewig andauert.

Wenn es einem Menschen noch nicht langweilig geworden ist, dann wechselt er immer wieder seine Objekte der Begierde. Silberschmuck läuft an, ein neues Kleid wird abgenutzt und weniger interessant, oder ein Gerät veraltet, oder es geht kaputt, und das betrübt uns. Manchmal verlieren wir etwas oder wir werden bestohlen. In einigen Fällen ist es sogar so, dass wir uns über den Verlust ärgern, bevor er überhaupt eingetreten ist. Traurig genug ist es, dass oft des Menschen größte Sorgen und Ängste, ihn zum unlogischen Handeln treiben. Daraus ergibt sich ein Misstrauen und oft der Bruch einer Beziehung, die man so sehr geschätzt hat.

Deswegen ist es kein Wunder, dass man sich freut, erwachsen zu werden. Trotzdem mag man das Wort "altern" nicht. Während man versucht "reich" zu werden, hat man immer Angst, die Großzügigkeit zu verlieren und bleibt knausrig. Man wägt immer ab, in seiner Einstellung gegenüber seiner eigenen, vergänglichen Existenz. Traurig genug, dass diese vergängliche Einstellung, nicht abwägbar ist. Man kann dagegen ankämpfen, wie es viele schon immer versucht haben, um schließlich zu erkennen, dass alles umsonst war.

Als Ergebnis, erfährt man durch die andauernde Unzufriedenheit und Leiden eine Unstetigkeit, verursacht durch diese allumfassende Erscheinung. Nur im Bereich von "Nirvana" – so sagt der Buddhismus – kann echtes, andauerndes Glück gefunden werden. Nirvana ist das Gegenteil von Abhängigkeit, Vergänglichkeit und Leiden. Deshalb endet es nicht in Enttäuschung oder in Verschlechterung der Glückseligkeit. Nirvana ist die Zuflucht von der ansonsten universellen Alleinherrschaft von Wandel und Leiden.

In anderen buddhistischen Schulen, wird Nirvana nicht als Ziel betrachtet - eher vereinfacht als eine Projektion des Samsara (Kreislauf vom Werden und Vergehen). Übereinstimmend in diesen Schulen ist, dass Samsara und Nirvana zwei Seiten derselben Medallie sind, die durch gewissenhafte Meditationspraxis transzendiert werden können.

Die Erfahrung von Vipassana (buddhistische Meditationspraxis) bringt dem Meditierenden, Befriedigung durch die Erfahrung. Es wird angenommen, dass der Meditierende die Umstände von Glückseligkeit klar erkennt. Allerdings lässt es sich nicht Leugnen, das diese Glückseligkeit sicher und dauerhaft ist. Gautam Buddha behauptet, dass die Wahrheit über Dukha genauso wichtig ist, wie das Erreichen des ultimativen Ziels, solange es dabei um Nirvana geht.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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