Ego

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Ego ist das lateinische Wort für ich. Ego hat in verschiedenen philosophischen, religiösen und spirituellen Systemen und in der Psychologie ganz unterschiedliche Bedeutungen. Ego wird definiert als die Vorstellung, die der Mensch in seiner Selbstwahrnehmung und Erfahrung von sich hat. Im Triaden-Modell von Sigmund Freud vermittelt das Ego zwischen den Trieben des Es und den Normen des Über-Ich. Als Ego wird manchmal auch die Identifikation verstanden. Egoismus bedeutet in diesem Kontext die Ichbezogenheit. Egoismus bedeutet, dass man etwas nur für sich tut und die Interessen anderer nicht beachtet.

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Was ist dieses Ego?

Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch "Jnana Yoga" von Swami Sivananda (Hrsg.: Divine Life Society, 2007), S. 32-34

Ego, Egoismus, Egozentrik - Ahamkara in Sanskrit, ist das selbstbehauptende Prinzip, das aus Ignoranz (Prakriti) geborene Tattva. Abhimana ist Egoismus, Garva ist Egoismus.

Der Same dieses Egos ist der unterscheidende Intellekt, Bheda Buddhi. Es ist das Ego, das die Getrenntheit von Gott, Atman, erschafft. Das Ego ist die Ursache allen Leides, die Ursache von Geburt und Tod.

Dieses Ego identifiziert sich mit dem Körper, mit dem Geist und den Sinnen. Wo immer Ego ist, ist Ich und Mein, Mögen und Nichtmögen, Lust, Ärger, Habsucht, Heuchelei, Stolz, Eifersucht, Verblendung, Arroganz, Dünkel, Anmaßung, Vasanas (Denkbahnen), Trishna (Verlangen nach Sinnesgenuss), Vrittis (Erregung des Geistes), Sankalpa (Wille), Abhinivesha (Anhaftung am Leben), Kartha (Ansporn), Bhokta (Genuss).

Es bedarf eines tiefen Verständnisses über die Beschaffenheit dieses Egos, um es vernichten zu können. Vernichten des Egos ist nichts weiter als das Vernichten des Geistes. Vernichten von Gedanke, Wunsch, Verlangen, Ich und Mein, Eifersucht, Stolz und Lust sowie die Kontrolle der Sinne sind wirkliches Vernichten von Ego und Geist.

Egoismus erscheint in subtiler Form. Der grobe Egoismus ist nicht so gefährlich wie der subtile. Der gesellschaftliche Egoismus ist eine subtile Form. Der Mensch identifiziert sich mit der Gesellschaft und haftet an ihr beziehungsweise ihrem Kult an. Es fehlt an Universalität.

Das Wirken des Egoismus‘ ist rätselhaft. Es ist sehr schwer, seine unzähligen Wege zu erkennen. Es bedarf eines feinen und scharfen Intellekts, um ihm auf die Spur zu kommen. Gehe täglich in die Stille und schaue nach innen, dann wirst du in der Lage sein, seine geheimen Pfade zu erforschen. Dieses Ego liebt seinen Geburtsort, seinen Landkreis, die Menschen seiner Stadt, seine Muttersprache, seine Verwandten und Freunde, seine Essgewohnheiten, seinen Kleidungsstil. Was es nicht mag sind die Lebensformen der anderen.

Dieses Ego möchte Macht und Einfluss über andere gewinnen. Es will Titel, Ruhm, Respekt, Wohlstand, Haus, Frau und Kinder. Es will sich selbst erhöhen. Es will andere dominieren und über sie bestimmen. Wenn jemand es auf seine Schwachstellen hinweist, fühlt es sich in seiner Eitelkeit gekränkt. Wenn es jemand würdigt, ist es in Hochstimmung. Dieses Ego spricht: ‚Ich weiß alles. Er weiß nichts. Was ich sage, ist richtig. Was sie sagt, ist falsch. Er ist mir unterlegen. Ich stehe über ihr.‘ Das Ego fordert von anderen, dass sie seinen Wegen folgen.

Dieses Ego lauert wie ein Dieb, wenn du dich nach innen wendest und dich der Selbstanalyse unterziehst. Es wird deinen Versuchen und deinem Erkennen ausweichen. Sei auf der Hut. Wenn du Gottes Gnade erlangst - durch Japa, Kirtan, Gebet und Hingabe, dann kannst du das Ego leicht vernichten. Nur durch die Gnade Gottes wird deine Selbsthingabe vollkommen.

Wenn das Ego mit dem kosmischen Ego verschmilzt, erlangst du die Einheit in Gott, auch Selbstverwirklichung genannt. Mögest du das Ziel des Lebens erreichen und ewige Glückseligkeit erlangen - durch Vernichtung dieses kleinen Egos!

Das Ego entdecken - von Sri Swami Venkatesananda

Swami Venkatesananda und Swami Sivananda

Alles, was entsprechend dem Diktat des Geistes getan wird, ist eine Falle. Sogar die sogenannten yogischen oder spirituellen Praktiken, die auf Anreiz des Geistes unternommen werden, können im besten Fall eine goldene Falle sein, ein Gefängnis. Die innere Intelligenz muss das erkennen. Sie ist dazu in der Lage, aber sie kann sich selbst nicht entfliehen. ‘Ich’ kann sich nicht selbst befreien, aber es kann den Mangel in all diesen Praktiken sehen, die Gefahr dieser Falle. Wenn du Karma Yoga machst, ist das ein ehrbarer sozialer Dienst – was insofern gut ist als es anderen von enormem Nutzen ist. Wenn du Bhakti Yoga als Praxis wählst — drei Stunden Japa, zwei Stunden Puja und zwei Stunden Kirtan — ist das ebenfalls sehr gut, denn in diesen sieben Stunden hast du nichts Schlechtes getan. Wenn du Yoga-Asanas, Pranayama und eine Art der Meditation betreibst, erfreust du dich guter Gesundheit und bist somit weniger Belastung für andere, was ein enormer Beitrag ist. Gesund zu sein ist einer der größten Dienste, den du der Menschheit erweisen kannst. Wenn andere dich gründlich vergessen, bist du der größte Diener der Menschheit. Aber als Sadhana zur Selbsterkenntnis oder Moksha ist das von keinem großen Wert, es sei denn, du tust es, weil die Gurus es sagen und nicht weil der Geist es so mag.

Durch nichts davon ist Moksha oder Befreiung möglich. Es sind alles Fallen, egal, wie deine Einstellung dazu ist. Selbsterkenntnis ist davon unabhängig. Gurudev hat die Essenz seiner Lehren in einem Lied herauskristallisiert, dessen erste Zeile lautet "Diene, liebe, gebe, reinige, meditiere, erkenne." Bitte, betreibe Karma Yoga, so gut es dir möglich ist. Über all dem liebe Gott, tue Gutes, reinige dich durch alle möglichen Yoga Praktiken — Japa, Meditation, und all das. Meditiere und erkenne die Wahrheit der Upanishaden. Die nächste Zeile lautet: "Sei gut, tue Gutes, sei mitfühlend." Die dritte: "Erfrage wer du bist, erkenne dich selbst und sei frei." Verbinde dies alles in deinem Sadhana.

Nun kommt der komplizierte Teil. Die nächste Zeile des Liedes lautet: "Passe dich an, richte dich aus, gib nach, ertrage Beleidigung, ertrage Verletzung, höchstes Sadhana". Ist das in deinem Leben möglich? Man erwartet, dass die Ethik zuerst kommt und zuletzt die Selbsterkenntnis. Im ersten Teil — diene, liebe, meditiere, erkenne — ist es möglich, sich dem, was allgemein Selbsttäuschung genannt wird, zu widmen, in dem Glauben, dass du Karma Yoga, Bhakti Yoga oder Hatha Yoga betreibst, nur weil du ein paar Yoga Posen gut kannst — und wenn du für eine beträchtliche Zeit in einer bestimmten Haltung sitzen kannst, kannst du dir und anderen sagen, dass du dich in tiefem Samadhi befindest. All dies ist möglich. Aber Anpassungsfähigkeit ist nicht so einfach, denn sie greift das Ego direkt an und zerstört es — während der ganze Rest nicht zur Sache kommt. Es ist einfach, Dinge aufzugeben, die du zu besitzen glaubst. Ein Hemd, ein Buch, ein wenig Geld, Obst — denn der Geist oder das Ego sagt, "Oh, ich bekomme wieder etwas davon", aber seine Meinungen und Ideologien aufzugeben ist viel schwieriger, und seine Meinung über sich selbst, seines Selbstwertes aufzugeben, ist extrem schwierig. Von allen Bildern in der Welt ist das Selbstbild am schwersten anzukratzen, geschweige denn zu brechen.

Ist es dir möglich jemanden anzusehen, mit dem du überhaupt nicht konform gehst und ohne Scheinheiligkeit zu sagen, "Sie könnten Recht haben"? Während solcher weniger Momente schau dir genau an, was in dir vorgeht. Da passiert eine Kombination aus Erdbeben, Vulkanausbruch, Tornado und Flutwelle, alles zusammen. Das ist das Ego. Du hast es! Versuche nicht, es zu reparieren. Es schmerzt, es schmerzt. Du meine Güte, es schmerzt! Sieh dir genau an, was in dir passiert. Das ist das Ego.

Die äußere Situation löst sich von selbst. Jemand diskutiert mit dir, du sagst, "Sie könnten Recht haben" und dann ist er zufrieden und geht weg — oder er ist unzufrieden und geht weg. Das ist von wenig Bedeutung. Du tust dies nicht, um jemandem zu gefallen — das ist eine andere Falle. Noch tust du dies, um dir selber zu missfallen — das wäre Masochismus, ebenso nutzlos, und füttert das Ego — "Ich bin ein Mensch von enormer Anpassungsfähigkeit (oder Bescheidenheit)." Niemanden interessiert das. Absolut niemanden auf dieser Welt interessiert dein Glück oder deine Erlösung. Also macht es keinen Sinn, all diese Dinge zu tun, um anderen zu gefallen, oder sich anzustrengen, andere zu überzeugen, dass du ein großer Yogi bist oder ein Sadhu oder ein heiliger Mann. All das ist totale Zeitverschwendung. Versuche stattdessen, dich anderen anzupassen, und dem Menschen, der dir vehement widerspricht. Sage zu ihm, "Ja, Sie könnten Recht haben", oder "Sie haben Recht," und beobachte gleichzeitig, was in dir vorgeht.

Als Gurudev Swami Sivananda den Geist des Dienens betonte, erhöhte er Anpassungsfähigkeit über alles. Er betonte: "Das aggressive, selbstbestimmte, rajasige Ego ist dein Feind." Es muss verschwinden. Karma Yoga wird dir helfen — oder aber wird Karma Yoga dir erst möglich werden, nachdem du das selbstbestimmte Ego zerstört hast. Selbst der kleinste Dienst an anderen wird dir helfen, denn damit wirst du gezwungen, dich anzupassen. Es wird massenweise Gelegenheiten geben, dich anzupassen. Bhakti-, Raja- und Hatha Yoga können dir helfen, aber sie sind nur Unterstützung, nicht der Hauptschlüssel. Der Hauptschlüssel ist "Passe dich an, richte dich aus, gib nach."

Sivananda Ashram in Rishikesh

Ich habe noch nie einen großen Heiligen mit einem so weichen Nicht-Ego gesehen, wie Swamiji eines hatte. Der ganze Ashram schuldet ihm seine Existenz, und jeder Stein wurde von ihm gelegt. Anfangs, in den 1940ern, irritierte es einige von uns Jüngeren, ihn vor einem seiner eigenen Schüler stehen zu sehen und diesen in einem Ton nach dessen Meinung zu fragen, als sei der Meister selbst ein Untergebener. Es gab dort einen Swami, bekannt als Swami Vishuddhananda, der unser Postmeister war und auch verantwortlich für die Konstruktion des Tempels und so weiter. Eines Tages standen Swamiji und dieser Swami Vishuddhananda nur einige Schritte voneinander entfernt und Swamiji machte einige Vorschläge für die Veranda des Tempels. Es war, als wäre er der Untergebene, ein neuer Rekrut für den Ashram. Er fragte "Könnten wir das machen? Wäre das in Ordnung? Was denkst du?" Nie habe ich ihn ein Machtwort sprechen oder einen Befehl geben hören. Selbst wenn er sehr dringend etwas erledigt haben wollte, würde er bloß fragen, "Sollten wir das so und so machen?" Nur wenn du begannst ihm zuzustimmen, so dass er sich wohlfühlte und wusste, dass du ganz seiner Meinung bist, konnte es vorkommen, dass er sagte, "Gehe schnell und erledige das." Aber sobald es auch nur einen Einwand gab, würde er das Vorhaben sofort unterbrechen. Er würde dir Obst und Milch geben und dich in den Himmel heben, "Ah, du bist ein großartiger Mensch. Niemand hat so brillante Ideen wie du." Eine halbe Stunde später würde er darauf zurückkommen, "Du hattest gesagt, es sollte so gemacht werden. Ich glaube, das wäre nicht so gut. Wie wäre es hiermit?" Streiche als erstes dein Ego. Hier ist eine Gelegenheit, ein Widerspruch, jemand, der dir etwas entgegensetzt. Das ist eine direkte Herausforderung für das Ego. Lasse es schmelzen, lasse es verschwinden. Dann wird das passieren, was passieren soll.

"Passe dich an, richte dich aus, gib nach, ertrage Beleidigung, ertrage Verletzung." Das ist das höchste Sadhana und der direkteste Weg zur Selbsterkenntnis, weil er das Ego durchtrennt. Das heißt nicht, dass wir in dieser Welt so leben und agieren sollen, dass wir Kritik, Beleidigung und Verletzung anziehen (In dem Fall verdienst du es nicht besser!). Aber tue dein Bestes, tue das Richtige zur rechten Zeit, auf die richtige Art und Weise am richtigen Ort. Das ist deine Pflicht. Das ist Yoga. Für dieses Ziel gibt es keinen Kompromiss. Trotz allem, was immer du auch tust, du wirst immer jemanden finden, der verärgert ist, jemanden, der dich nicht leiden kann, oder das, was du tust, oder wie du aussiehst. Was ist deine Einstellung gegenüber einer solchen Person? Dein erster Impuls ist, sie auszuschließen oder wegzulaufen, eine solche Situation zu verdrängen, zu kitten oder zu vermeiden. Wenn du das tust, hast du die beste Gelegenheit zerstört, das höchste Sadhana zu praktizieren. In einem seiner ganz frühen Briefe an Swami Paramanandaji, hatte Gurudev geschrieben, "Ich möchte Leute um mich haben, die mich kritisieren, herabwürdigen, ärgern, sogar verletzen." Dies ist kein Masochismus. Er genoss es weder, verfolgt zu werden, noch litt er an einem Märtyrerkomplex; er zog Kritik weder an, noch suchte er nach ihr; er benahm sich extrem vorsichtig; er folgte so gut er konnte den gesellschaftlichen Normen und man konnte an seinem Verhalten nichts auszusetzen finden — es war stets vorbildlich. Aber trotzdem, wenn er, was unvermeidlich war, einmal von irgendwem kritisiert wurde, konnte man seine Einzigartigkeit erkennen. Es gab Momente, in denen selbst seine eigenen Schüler ihn offen oder andeutungsweise verspotteten oder kritisierten — er wusste es — aber selbst dann konnte man nicht die geringste Spur von Missbilligung oder Missfallen finden. Seine Liebe war konstant. Gelegentlich genoss der Kritiker bevorzugte Behandlung — nur gelegentlich, denn selbst das wurde nicht zur Religion erhoben. Es war nicht so, dass er das genoss oder es ihm behagte - das wäre eine weitere Falle. Es tut weh — es muss weh tun. Wenn du dein Bestes gegeben hast, um das Richtige zu tun, und trotzdem dafür kritisiert wirst, ist das keine Freude, aber du nutzt diese Gelegenheit, um dieses Ego zu entdecken. Es ist eine Gelegenheit, zu fragen, "Wer bin ich?" Wer ist es, der hier verletzt wird, wer ist es, der hier beleidigt wird, und was ist Beleidigung?

Gurudev betonte oft, dass Beleidigung und Kritik nichts als Wind, Luft seien. Es gibt noch eine andere Möglichkeit der Betrachtung. Den meisten von euch sind die Kundalini-Chakras bekannt und wahrscheinlich weißt du auch, dass laut Shat-Chakra Nimpana die Chakren eine bestimmte Anzahl von Blütenblättern haben. Es heißt, dass bestimmte Töne mit selbigen assoziiert werden, und wenn du das alles zusammennimmst, bekommst du das Sanskrit Alphabet. Der erste Vokal ist ‘a’ und der letzte Konsonant ist ‘ha’. Aham auf Sanskrit (oder ‘Ich’) ist nichts, aber all diese Töne zusammen, und alle ihm zugesprochenen Wörter sind ebenfalls nur Worte, bloße Töne. ‘Ich’ (Aham) ist ein nicht-existenter Ton; ‘Narr‘ ist ein weiterer nicht existenter Ton und ‘Idiot’ ist ein weiterer nicht existenter Ton. Dieser nicht existente Ton wird jenem nicht existenten Ton zugesprochen. Also was soll’s? Es ist in die Luft geblasene Luft — absolut nichts. Jemand, der dieses Yoga praktiziert, betrachtet Verletzung als Segen, ohne sich daran zu weiden, ohne sie zu heilen, aber sie nutzend, um dieses Aham zu erkennen, um zu entdecken, wer dieses ‘Ich’ ist.

Man muss unterscheiden zwischen physischem Schmerz und psychologischem Leid. Physischer Schmerz mag Behandlung und Heilung bedürfen. Der Körper an sich verlangt dies. Gurudev war außergewöhnlich vorsichtig, was den Schutz des physischen Körpers anbelangt, und in seinen letzten Jahren nahm er mehr Medizin als Nahrung zu sich. Physischer Schmerz kann behandelt werden, vermieden werden, geheilt werden oder entfernt werden, aber psychologisches Leid sollte nicht behandelt, entfernt oder vermieden werden. Es sollte genutzt werden, um das zu entdecken, was dieses Leid erfährt. Mit jeder Erfahrung, mit der man in der Lage ist, die Quelle des Leids aufzuspüren, — nämlich das Ego — dann ist dieses Ego es ein für allemal los und kommt zur Befreiung. Erst dann erreicht es Befreiung. Daher betonte Gurudev dies besonders. Wenn es einen starken inneren Drang gibt, das Ego zu finden, entdeckt man im Lichte dieses Dranges, dass das Ego (das ‘Ich‘, Das Selbst) nicht existiert.

Meditation - Achtsamkeit führt zu Erkenntnis

In dieser Situation fließt die Tugend ohne jede Anstrengung. Alle Yamas und Niyamas wohnen dir inne, alle Disziplinen, die wir die ganze Zeit diskutiert haben werden ohne Anstrengung dein. Du bist mit Leichtigkeit selbstlos — nicht weil du denkst, das selbstlose Selbst führt dich zu Moksha, sondern Moksha ist bereits da. Du bist vom Selbst befreit und deswegen bist du selbstlos. Es gibt keine Alternative. Du liebst Gott, nicht weil du ein Recht auf den Himmel erwartest. Es gibt kein ‘weil’. Das Leben selbst ist eine fortwährende Meditation. Dieser Drang nach Befreiung, nach der Wahrheit über das Ego, und die Entdeckung seiner Nicht-Existenz, lässt dich realisieren, dass es für das Ego möglich war wegen zu wenig Achtsamkeit zu entstehen, und wenn du nicht dein gesamtes Leben aufmerksam und achtsam bist, kann es wieder entstehen — also gibt es konstante Achtsamkeit.

Diese achtsame Wachsamkeit der Möglichkeit des aufkommenden Egos ist selbst Meditation. Es gibt keine andere Meditation. In dieser Meditation vermeidet man das Aufkommen des Egos. Diese Achtsamkeit selbst ist das innere Licht oder Erkenntnis, und so lange es hell scheint, kann der Dämon Ego nicht entstehen. Das ist Meditation. Und das ist auch Selbsterkenntnis, Gotteserkenntnis oder Befreiung, wie auch immer du es nennen möchtest.

Dieser Artikel wurde verfasst von Swami Venkatesananda hier im Original

Umgang mit Ego anderer

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Ego ist das Ich. Lateinisch heißt Ego Ich, alles was sich auf das Ich bezieht ist das Ego. Im Yoga spielt das Ego eine große Rolle. Es gibt das sogenannte sattwige, rajassige und tamassige Ego. Das tamassige Ego kann man wieder auf verschiedene Weise definieren. Tamassiges Ego kann sein mangelndes Selbstwertgefühl, sich selbst runter zu machen und sich selbst als schlecht zu erleben. Rajassiges Ego will zeigen, ich bin besser als alle anderen. Das rajassige Ego will sich behaupten gegen andere. Rajassiges Ego braucht Bestätigung von Außen.

Sattwiges Ego heißt, man akzeptiert die Fähigkeiten von Körper und Psyche und will diese einsetzen zum Wohl von anderen. Ein sattwiges Ego identifiziert sich vielleicht gar nicht mit dem Vorübergehenden, sondern weiß, ich bin das unsterbliche Selbst, der Atman. Ich bin eins mit allem, ich habe jetzt einen Körper, ich habe ein Psychen an der will ich arbeiten und mit diesem Körper und dieser Psyche gehe ich um. Eine gewisse kleine Identifikation gibt es auch beim sattwigen Ego, aber es ist nur eine kleine Identifikation.

Wenn du jetzt mit anderen Menschen umgehst, dann bemühe dich, deren sattwiges Ego zu stärken. Ihnen klar zu machen, du bist das unsterbliche Selbst. Du bist nicht der Körper und diese Psyche. Und du brauchst auch nichts Äußeres um wirklich glücklich zu sein. Bemühe dich, das Gute zu tun, bemühe dich, für andere da zu sein. So kannst du andere motivieren. Wenn du auf das tamassige Ego anderer stößt, dann ermutige sie, anstatt dass sie sich selbst nieder machen und sich selbst nicht wertschätzen. Hilf ihnen, zur Selbstliebe, zur Eigenliebe zu gelangen. Und versuche auch Menschen zu lösen von ihrem rajassigen Ego, sie glauben sie brauchen alles Mögliche. Du kannst ihnen helfen zu sehen, das tiefe Glück, die tiefe Freude, die tiefe Liebe ist eben nicht abhängig von Äußerem, von Besitz, von Vergnügen und Anerkennung anderer.

Ego auf Sanskrit

Ego kann auf Sanskrit übersetzt werden mit Ahamkara oder Asmita.

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Götter und Göttinnen im Hinduismus (2008)
  • Swami Sivananda, Jnana Yoga, Hrsg.: Divine Life Society, 2007
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Japa Yoga (2003)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Autobiographie von Swami Sivananda (1999)
  • Swami Sivananda, Shrimad Bhagavad Gita. Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda (1998)
  • Swami Sivananda, Gedanken zur Kontemplation (1996)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana – Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit
  • Swami Sivananda: Feste und Fastentage im Hinduismus, Yoga Vidya Verlag

Weblinks

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