Hören

Aus Yogawiki
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Hören ist die Fähigkeit, Klänge oder Töne durch Übertragung von Schwingungen über das Ohr, das Hauptorgan des Hörens, wahrzunehmen. Hören ist einer der fünf Sinne.

Im Yoga geht es auch darum, bei der Meditation innere Klänge (Anahata-Klänge) wahrzunehmen (siehe weiter unten). Der Meditierende verschließt die Ohren mit den Daumen und konzentriert sich auf die (im rechten Ohr) hörbaren inneren Klänge aus dem Herz-Lotus. Der Meditierende kann bei fortschreitender Meditation 10 unterschiedliche Klänge wahrnehmen.

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Schulung des Hörens

Artikel von Swami Sivananda

Wahrnehmen und Hören

Organe verschlechtern sich, wenn man sie nicht in rechter Weise benutzt, ebenso wie Arme und Beine atrophieren, wenn man keinen Gebrauch von ihnen macht und sie nicht durch Muskelübung kräftigt. Es besteht eine enge Beziehung zwischen Sehen und Erinnern. Auch zwischen Hören und Erinnern. Wer genau hinsieht, scharf wahrnimmt und die Fähigkeit zu hören hat, wird auch ein sehr gutes Gedächtnis besitzen.

Es gibt im inneren Astralkörper Gegenstücke zu diesen äußeren Fähigkeiten. Sie werden astrale Sinne genannt. Ein Yogi hört mit astralen Ohren und sieht mit astralen Augen. Dadurch entwickelt er Hellsicht und Hellhören. Er kann Klänge aus fernsten Ländern wahrnehmen und Gegenstände in weit entlegenen Orten sehen.

Im allgemeinen sind die Menschen sehr wenig sorgfältig. Sie haben gar kein Interesse daran, höhere Dinge zu lernen und einen Wissensschatz zu besitzen. Dies gilt für die Masse der Inder, die in Unwissenheit und Dunkelheit leben.

Um Erfolg im Leben zu haben, um ein guter Arzt, Jurist oder Geschäftsmann zu werden, sollten Ohr und Auge in bester Weise entwickelt sein, ebenso das Sprachorgan. Du musst gewandt sein und Augen wie Ohren offen haben. Du solltest dich an alles erinnern, was du gesehen, gehört oder gelesen hast. Deine Beobachtungsgabe solltest du stärken und sehr wachsam sein. Bring auch die Wissbegier ins Spiel. Sie kann nach einiger Zeit zum Verlangen werden, zu dem Interesse und Aufmerksamkeit automatisch hinzukommen. Wenn jemand zu dir spricht, höre ihm geduldig zu. Hast du Nützliches und Wesentliches gehört, schreibe es gleich in dein Notizbuch und lies darin einmal in der Woche.

Übungen zur Entwicklung des Hörens

Halte eine Uhr nahe an das Ohr und höre aufmerksam auf den Ton. Am zweiten Tag halte die Uhr etwas weiter entfernt und höre nun auf das Tick-Tack-Geräusch. Jeden Tag mußt du die Entfernung vergrößern und dich schulen, den Ton zu hören. Verstopfe dann das Ohr mit dem Zeigefinger. Schule die Ohren abwechselnd.

Und noch eine weitere Übung: Schließe beide Ohren mit den Daumen und versuche die Anahata-Töne zu hören, die aus dem Herz-Lotus hervorgehen. Man hört zehn verschiedene Töne, unter anderem den Ton einer Flöte, einer Muschel, einer Trommel, den Ton von Glocken, von Donner und vom Summen der Bienen. Erlaube dem Gehörsinn von einem Ton zum anderen hinüberzuschweifen und unterscheide sorgfältig die verschiedenartigen Klänge. Du kannst auch dein Ohr auf einen Ton konzentrieren. Zuerst versuche die grobstofflichen, nachher die feinstofflichen Töne zu vernehmen.

Du solltest auch versuchen, die Töne der verschiedenen Arten von Vögeln, von Kindern, Tieren, Fabriken, Autos, Flugzeugen, Rädern zu unterscheiden; ebenso das Weinen, Schnarchen, Schluchzen, Lachen, Scherzen. Ratsam ist es, in einem ruhigen Zimmer zu sitzen, die Augen zu schließen und sich auf diese Töne zu konzentrieren. Unterscheide sie. Schon von fern musst du die Stimme der Menschen erkennen. Einige haben gewisse Ähnlichkeit in ihren Stimmen, die du herausfinden kannst.

Versuche auch die Töne des Herzens zu hören, indem du dein Ohr an die Brust eines anderen legst. Du wirst die Töne: »lubdhub« vernehmen. Achte auf die Töne der Sperlinge und anderer Vögel und unterscheide sie. Manchmal singen die Vögel, zu anderen Zeiten geben sie Warnrufe, wenn Gefahr droht. Tiere und Vögel haben ihre eigene Sprache. Yogis verstehen sie. Manche Männer haben Frauenstimmen, manche Frauen Stimmen von Männern. Auch dieses musst du unterscheiden können. Du musst fähig sein, den zischenden Laut einer Kobra, ihre Natur, Schwingungskraft etc. zu kennen. Selbst von der Entfernung aus musst du sagen können, dass eine Kobra im Raum ist.

Katzen haben einen anderen Ton vor und nach der Paarung. Hunde, Pferde und Elefanten sind kluge Tiere und besitzen ein, wenn auch noch undifferenziertes, Bewusstsein. Sie lachen, lächeln und drücken durch bestimmte Töne ihre Gefühle der Freude und Dankbarkeit aus.

Durch die oben erwähnten Übungen und sorgfältige Beobachtung wirst du imstande sein, eine wunderbare Gabe des Hörens zu entwickeln. Dies hilft dir auch in deinem Arbeitsleben. Scharfe Ohren und Augen bringen Gewinn.

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