Unwissenheit

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Unwissenheit gehört neben Gier, Zorn und Hass zu den Ursachen für Leid, wie Buddha in den „vier edlen Wahrheiten“ erklärt.

Buddha

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Unwissenheit oft gleichzusetzen mit Naivität, Gedankenlosigkeit, Unachtsamkeit, Dummheit, Primitivität. Meist verbindet man das Wort Unwissenheit mit der Tatsache, dass jemand nichts erlernt und keine Kenntnisse auf irgendeinem Gebiet erworben hat.

Doch das Wort Unwissenheit hat einen tieferen Sinn. Er umfasst das Nichtwissen über das wahre Selbst des Menschen. Der Mensch hat sich noch nicht gefragt: „Wer bin ich?“ Er hat noch nicht erkannt, dass er mit allem verbunden ist, auch mit seinem vermeintlichen Feind. Ein Mensch, der im tiefsten Innern erfahren hat, was sein ursprüngliches Wesen, seine eigentliche Natur ist, ist nicht mehr unwissend. Sein Denken und Handeln wird sich zum Wohl aller verändern und er wird sich als Teil des Ganzen sehen, als Teil der menschlichen Gesellschaft und Teil der Natur und des Universums.

Aufgrund von Unwissenheit nehmen wir Verschiedenheit und nicht Einheit wahr. Der scheinbare Unterschied zwischen dem Individuum, der Welt und dem Selbst ist eine Illusion. Diese Illusion arbeitet mit hoher Geschwindigkeit durch die ständigen Veränderungen und Vorstellungen des Geistes. Wie real uns Zeit und Raum auch vorkommen, sie sind nur geistige Gebilde, so unwirklich wie Träume. Das zeitlose, raumlose Selbst ist die einzige Wirklichkeit.

Bedeutungen des Wortes Unwissenheit

Unwissenheit - Wortursprung, Synonyme, Antonyme. Unwissenheit ist mangelndes Wissen, mangelnde Kenntnis einer Sache oder auf einem bestimmten Gebiet. Unwissenheit kann man z.B. haben auf dem Gebiet der Computer. Diese Unwissenheit kann man durch Lesen, durch Kurse, durch Ausprobieren reduzieren. Menschen haben Unwissenheit auf dem Gebiet der Gesundheit und der richtigen Ernährung. Aber gar nicht mal wenige Menschen haben gute Grundkenntnisse, leben aber so, als ob sie unwissend seien. Unwissenheit kann auch Unkenntnis bezüglich einer bestimmten Angelegenheit heißen. Man kann auch seine Unwissenheit vortäuschen, um so nicht für eine bestimmte Aufgabe vorgeschlagen zu werden. Man kann unterscheiden zwischen weltlicher und spiritueller Unwissenheit. Weltliche Unwissenheit ist typischerweise Unwissenheit auf einem bestimmten Gebiet. Durch Studium, Übung, Lernen, Lesen kann man diese Unwissenheit überwinden. Es gibt jedoch auch spirituelle Unwissenheit, auch existentielle Unwissenheit, metaphysische Unwissenheit genannt. Diese metaphysische Unwissenheit bedeutet die Unfähigkeit folgende Fragen so zu beantworten, dass sie im Herzen erfahren wurden: (1) Wer bin ich? (2) Woher komme ich? (3) Wohin gehe ich? (4) Was ist das Ziel des Lebens? Was ist der Sinn meines Lebens? (5) Was ist die Welt? (6) Gibt es eine Höhere Wirklichkeit? (7) Wenn ja, wie kann ich diese Höhere Wirklichkeit erfahren? Im Yoga und Vedanta ist die Überwindung von Avidya, Unwissenheit, ein zentrales Thema. Diese existentielle Unwissenheit ist allerdings nicht allein durch Studium und intellektuelles Wissen zu überwinden. Vielmehr muss man diese Fragen in der Intuition, im Überbewusstsein beantwortet bekommen. Erleuchtung, Atma Jnana (Selbsterkenntnis), Brahma Jnana (Gotterkenntnis), Aparoksha Anubhuti, die direkte Wahrnehmung der höchsten Einheit, können die Unwissenheit von Grund auf überwinden, zu Glück, Einheit, und vollkomme Freiheit führen.

Weisheit - ein Gegenpol zu Unwissenheit

Unwissenheit in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Unwissenheit gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Unwissenheit - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Unwissenheit sind zum Beispiel Ignoranz, Ahnungslosigkeit, Unkenntnis, Unwissenheit, Einfältigkeit, Dummheit, Naivität, Unerfahrenheit, Uninformiertheit .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Unwissenheit - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Unwissenheit sind zum Beispiel Informiertheit, Wissen, Kenntnis, Belesenheit, Bildung, Erfahrenheit, Klugheit, Gelehrsamkeit, Reife, Überheblichkeit, Arroganz, Abgeklärtheit, Elitismus . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Unwissenheit, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Unwissenheit, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Unwissenheit stehen:

Eigenschaftsgruppe

Unwissenheit kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Unwissenheit sind zum Beispiel das Adjektiv unwissentlich, das Verb wissen, sowie das Substantiv Unwissender.

Wer Unwissenheit hat, der ist unwissentlich beziehungsweise ein Unwissender.

Siehe auch


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