Bewusstsein

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Bewusstsein Yoga baut auf der Philosophie/Tatsache auf, dass Bewusstsein unabhängig vom menschlichen Gehirn oder Geist existiert. Es ist das Wesen des Höchsten Selbst, allumfassend, und bildet die Grundlage für das menschliche Selbst. Bewusstsein ist ein Geheimnis, das über die Dimension der physischen Welt hinaus reicht. Die moderne Naturwissenschaft kann vieles erklären – das Rätsel des Bewusstseins verweist in die Transzendenz.

"Das ist Brahman, das teillose, wechsellose und ohne Trug; 'Ich bin dies Brahman!' so wissend, erlangt man Brahman sicherlich." Zitat: Brahmabindu Upanishad; Darstellung: Guido Cagnacci: Allegorie auf das menschliche Leben, Öl auf Leinwand, um 1650

Bewusstsein als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Deine wahre Natur ist Bewusstsein. Yogis sagen, deine wahre Natur ist Bewusstsein. Es gibt eine der vier Mahavakyas, die sagt: "Prajnanam Brahman. Meine wahre Natur ist Bewusstsein." Oder auch: "Brahman, das Absolute ist Bewusstsein. Aham Brahmasmi. Ich bin Brahman. Ayam Atma Brahman. Dieses Selbst ist Brahman." Und was ist Brahman? "Prajnanam Brahman. Brahman ist Bewusstsein." Da alles Brahman ist, "Sarvam Kalvidam Brahman", ist auch alles Bewusstsein, es gibt nichts Unbelebtes, letztlich ist hinter allem das gleiche Bewusstsein.

Im Vedanta gibt es die Aussage: "Die Welt ist wie ein Traum." Die ganze Welt eines Traumes besteht aus dem Bewusstsein des Träumenden. Also angenommen, du würdest jetzt gerade träumen, du hörst jetzt einen Vortrag oder schaust dir einen Vortrag an. Und woher wüsstest du, dass du gerade träumst? Du weißt es nicht und eventuell bist du ja sogar einfach die Traumgestalt von jemand anderem. Aber alles, was im Traum ist, ist letztlich aus dem Bewusstsein des Träumenden gemacht. Und so heißt es, diese ganze Welt ist gemacht aus dem Bewusstsein Gottes, dem Bewusstsein Brahmans, in Wahrheit ist alles Bewusstsein.

Von einem individuellen Standpunkt aus hast du einen Körper und du hast eine Psyche, aber du bist Bewusstsein. Wie Descartes gesagt hat: "Du kannst an allem zweifeln, du weißt nicht, ob es überhaupt eine Welt gibt oder ob das alles nur optische Täuschung ist. Du weißt noch nicht mal, ob es einen Geist gibt, im Sinne von, eine Psyche, denn auch Gemütszustände können Illusion sein.

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Aber an einem kannst du nicht zweifeln, es gibt jemand, der denkt, einer, der zweifelt, einer, der nachdenkt." So kommt ja auch der berühmte Vers oder der berühmte Satz von Descartes: "Cogito ergo sum. Ich denke, also bin ich. Dadurch, dass ich denke, nicht das Denken bin ich, das natürlich nicht, und ich bin nicht die Psyche, aber es gibt jemanden, der denkt, es gibt jemanden, der zweifelt, daran kann ich nicht zweifeln, also muss es mich geben. Und als was muss es mich geben? Als Bewusstsein."

Und du kannst tatsächlich das Bewusstsein erfahren. Wenn du weißt, "ich bin Bewusstsein", dann mag der Körper seine Schwierigkeiten haben, er mag gesünder oder kranker sein, die Emotionen mögen ihre Höhen und Tiefen haben, Gedanken mögen kommen, Gedanken mögen gehen, du magst dich mit anderen besser vertragen oder auch weniger, aber du weißt: "Tief im Inneren bin ich Bewusstsein und dieses Bewusstsein wird durch nichts berührt. Was auch immer geschieht, Bewusstsein bleibt gleich."

Du magst in den letzten Jahren neue Fähigkeiten bekommen haben, andere Aspekte deiner Persönlichkeit mögen stärker geworden sein, du magst an dir selbst gearbeitet haben, etwas ist gleich geblieben, Bewusstsein. In diesem Sinne, erkenne, dass du Bewusstsein bist, aber erkenne auch, hinter allem, was in der Welt ist, ist auch Bewusstsein. Und der große Sprung geht noch weiter und sagt: "Und auch die manifeste Welt ist nur eine Manifestation von Bewusstsein, es gibt nur Bewusstsein." Und wenn du jetzt die Welt anschaust oder gleich etwas hörst oder denkst, sei dir bewusst, alles ist Manifestation des einen und unendlichen Bewusstseins.

Bewusstsein erklärt - Erläuterungen von Sri Yogi Gauri Prasad

Bewusstseinsvorstellung aus dem 17. Jahrhundert von Robert Fudd

Auszug aus dem Buch "Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga" von Swami Sivananda, Buch I - Tantra Yoga, 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. 69 - 83. Divine Life Society

Lasst uns nach dieser Abschweifung zu unseren Studien zurückkehren und näher auf die ersten Prinzipien eingehen, die sozusagen den Anker für diese Untersuchung von Shakta Sastra bilden. Es ist in den Veden ein Diktum, dass Bewusstsein - Chit - fundamental für wesenhaftes Dasein ist, und - Sat - für jegliche Existenz. Dies war schon immer für die Mystiker und Weisen der Upanischaden unumstößliche Wahrheit. Es ist jedoch notwendig, sich klar zu machen und im Kopf zu behalten, was mit Bewusstsein gemeint ist.

Offensichtlich ist es etwas, was sich über sich selbst bewusst ist; es existiert eine offensichtliche Bewusstheit im Menschen, welche, obwohl sie subjektiv ist, dennoch nicht auf ihr subjektives Dasein beschränkt ist. Das ist deshalb so, weil es noch eine ihr innewohnende Kraft gibt, die immens groß ist und sich in vielfachen Bewusstseinsformen entfaltet, obwohl sie unendlich und eins ist. Wir können es vielleicht Manifestation des Vielen aus dem Einen nennen, Vielheit in der Einheit.

Diese zweifaltige Unterscheidung von Bewusstsein können wir auch in unserem Seelenleben und unserer eigenen Psychologie wahrnehmen. Der eine Aspekt davon ist das wahrnehmende Bewusstsein, welches aus der Bewusstheit von dem "Ich bin" besteht, dem Bewusstsein von Ich-Sein; der andere ist das begreifende, erfassende Bewusstsein, das erkennt, dass "alles ist". Auf diese Weise ist das essentielle Eine, die Einheit aller Existenz, das grundbildende Bewusstsein, auf das sich seine vielfältige Entwicklung begründet.

Die verschiedenen Formen, die es annimmt, werden von der Kraft (Shakti) aufgestellt, welche immer der umfassenden Bewegung der Stärke in der Unendlichkeit der Höchsten Wesenheit innewohnt.

Diese Vielfalt an Manifestationsformen wird in Graden und Arten, in Qualitäten und Mengen freigesetzt, so viel davon, dass wir auch ein scheinbares Fehlen von Gefühlsempfindung in der Materie vorfinden - was wir leblose Objekte nennen. Aber Bewusstsein ist überall gegenwärtig; nur in Bezug auf die Größenordnung unterscheidet sich seine Manifestation, weil sich die Werkzeuge des Ausdrucks in Form, Qualität und Art unterscheiden.

Ein anderer Punkt von größter Bedeutung ist, dass, wenn wir einmal akzeptieren, dass Bewusstsein (Chit Shakti) allgegenwärtig und unendlich ist, wir auch akzeptiert haben, dass es nicht durch Begrenzungen des dreidimensionalen Raums eingeschränkt ist. Abgesehen von seiner Vorratsreserve als Unmanifestiertes (Avyakta), beinhaltet es in seiner Unendlichkeit eine essentielle Ergänzung, in die es aus seiner vorgegebenen Kraft gewaltige Massen von Energie ausstößt, welche sich daran machen, die Welten zu bauen.

Diese Ergänzung ist in seiner Wurzel eine expansive Laune und ein Aspekt des Göttlichen Geistes und sollte nicht mit dem physikalischen Raum verwechselt werden, in welchem wir diesen Sternen-Weltraum wahrnehmen. Wir müssen diese Tatsache unbedingt im Geiste behalten, wenn wir unterwiesen werden, dass Schöpfung in ihrer Bewegung von oben nach unten verläuft. Dies ist Feststellung und Aussage aller Mystiker auf dieser Welt.

In Indien finden wir dies in den Veden wiederholt erwähnt. In den vedischen Texten wird es in dem Sinne von "Der Überrest von oben" (Ucchishta) gebraucht. Es ist offensichtlich deshalb so bezeichnet, weil die Schöpfungen, egal wie groß ihre Anzahl auch sein mag, nicht die Unendlichkeit des Allerhöchsten Wesens mindern können, denn Es bleibt für immer oberhalb, über der Schöpfung, welche von ihm aus in einer Abwärtsbewegung hinuntersteigt.

Auch wenn die Oberste Chit Shakti des Allerhöchsten Wesens darüber für die Erschaffung der Welten bestimmte Energien ausbringt, bleibt Es, das Allerhöchste, doch unerschöpflich und ruht in sich, oben die Grundlage schaffend - Upari Badhva - für die Schöpfung in ihrer Abwärtsbewegung. Es gibt keine Richtungsfrage in Bezug auf das Unendliche Bewusstsein in sich selbst, da ja nichts innerhalb oder außerhalb von ihm ist.

Denn jede Manifestation in ihm, die in die Schöpfung geschleudert wird, hat eine Umgrenzung, was bedeutet, dass sie mit dem Vermögen ausgestattet ist, in Bezug auf ähnliche Schöpfungsobjekte und ebenso auf die Quelle die Richtung zu bestimmen, und mit der Fähigkeit, ihr eigenes Dasein in der All-Existenz zu fördern und aufrechtzuerhalten. Diese Quelle und Basis von erschaffener Existenz aber ist ständig oberhalb des wahrnehmenden Bewusstseins in dem verkörperten Wesen, ob die Verkörperung nun in der Gestaltung individuell ist oder universell und kosmisch.

Dadurch, dass die Wahrnehmung ja rein objektiv ist, können wir deshalb auch nicht sagen, dass es ständig nichts oberhalb des verkörperten Wesens im dreidimensionalen Raum des erfahrenden Bewusstseins gibt. Es muss also festgestellt werden, dass alle Wahrnehmungen subjektiv sind und dass alles Wissen über das Objektive subjektiv ist, oder besser gesagt, jede objektive Existenz selbst ist eine Manifestation, die von der Shakti, welche vom Unendlichen Bewusstsein ausgestrahlt wird, ausgearbeitet wird und in ihm fortbesteht; und in diesem Sinne verbleibt die objektive Existenz selbst in dem subjektiven und wahrnehmenden Aspekt des Bewusstseins in der unwandelbaren Unendlichkeit der Allerhöchsten Wesenheit.

In diesem Zusammenhang müssen wir uns erinnern, dass Schöpfung ursprünglich von anderen Raum-Dimensionen (Chidakasa) aus in den höheren Gefilden der Wesenheit beginnt, dann über verschiedene Stufen der absteigenden Reihenfolge fortschreitet, bevor sie letztlich einen Zustand erreicht, in welchem wir ihren materiellen Aspekt im physikalischen Raum wahrnehmen.

Unsere Erde, die ja ein Teil des Kosmos ist, belegt in ihm den untersten Rang. Den untersten Rang deshalb, weil es viele Ebenen darüber gibt, auf deren Gipfel die Gottwesenheit, die Schöpferquelle selbst ist, der erschaffende Geist, der das kosmische System von oben herab nährt. Und dort ist die Basis dieser erschaffenen Existenz.

Diese Grade von kosmischer Existenz sind in Wirklichkeit verschiedenartige Ebenen und Bewusstseinszustände mit ihren entsprechenden Feldern und Gebieten für eine aktive Teilnahme am kosmischen Plan, die wir Daseinsebenen nennen. Das kosmische System selbst ist eine Verkörperung des göttlichen Geistes, des kreativen Schöpfergottes Isvara, der oben über allem thront. Er tritt in dieses System als tragende aufrechte Säule ein, deren eines Ende hinauf in den Gipfel und deren anderes Ende hier hinunter auf die Erden-Ebene ragt. Diese vertikale Säule der Unterstützung findet als "Skamba" ihre Bezeichnung.

Im Atharvaveda (Buch X) gibt es zwei Loblieder, in welchen der höchste Gott als Skamba beschrieben ist, die Quelle, der Träger und die Substanz von allem, was existiert. Es ist Skamba, der alles aufrechterhält (Dadhara)… das ganze Universum durchdringt und in Besitz hat (Idam Visvam Bhuvanam Avivesha), wie der Veda sagt. Skamba ist der kosmische Stützpfeiler, die Wirbelsäule der kosmischen Wesenheit, in der Evolution des menschl

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Als nächstes müssen wir uns erinnern, dass wir in den höheren Regionen von Bewusstsein nicht von Vehikeln sprechen, denn ihr Platz ist von Strahlungen eingenommen; das Bewusstsein, das in einem physischen Körper wohnt, wird in höheren Stadien seiner Entwicklung in einem Zentrum als Lichtkraft konzentriert, von welcher Strahlen in alle Richtungen gehen.

In allen entscheidenden Momenten der Evolution, wenn ein höheres Prinzip entwickelt werden soll, muss dieses höhere Prinzip, welches auf seine Manifestation wartet, wie intensiv der evolutionäre Drang des Erden-Geistes auch immer sein und welch wesentlichen Verdienst diese evolutionäre Gewalt auch haben mag, erst die Herabkunft einer Kraft aus dem Zuhause dieses Prinzips abwarten, um sich von dieser aus seiner verschütteten Wachsamkeit emporheben zu lassen. Auf diese Weise ist Leben oder Chaitanya Shakti in Geist und Materie eingetreten und hat sie als Ausdruck des Höchsten Geistes durch das Denken in lebende Materie - sich selbst bewusstes Leben - verwandelt.

Dieses Prinzip, technisch als Supermind bezeichnet, ist ein Licht, was weit mehr bedeutet als seine wortwörtliche Bedeutung. Dies ist keine Redewendung oder irgendein imaginäres Symbol, sondern ein feinstofflicher bewusster Lichtkörper, der strahlt und von der höchsten Bewusstseinebene (Chit Shakti) herunterkommt, um das Erden-Bewusstsein emporzuheben und es im menschlichen Wesen dadurch zu vergöttlichen, dass es sich selbst als höchstes Prinzip allen Wissens, allen Lebens und aller Handlungen im Menschen einrichtet.

Es ist eine besondere göttliche Macht oder Kraft, weil sie keine Shakti-Kraft ist, die durch menschliches Bemühen im Zuge der gut bekannten Sadhana-Reihen generiert wird. Diese Kraft oder Shakti ist eigenständig aktiv, obwohl der Mensch als Instrument zu seiner Effektivität beitragen kann, ja in der Tat auch muss, indem er sich ihrer Arbeit unterstützend fügt und exklusiv seine Teilnahme daran mit einer Rundum-Einverständniserklärung bestätigt. Dies ist die Daivam (Vorsehung) der Gita, der weise alles überschauende Wille, der in der Welt am Werke ist (Gita Kap. XVIII, 5, 14).

Das Gesetz der Wahrheit

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Die Göttliche Wahrheit, Satyam, wie es die vedischen Rishis sahen, ist nicht bloß eine statische Realität des Metaphysischen, sondern sie ist daueraktiv, indem sie fortwährend ihre Chit Shakti (Willenskraft) ausstrahlt, um die Welten zu nähren und zu erhalten. Sie hat ihre ureigene Art und wirkt eigenständig - Ritam. Wenn Satyam die Wahrheit ist, dann ist Ritam das Wirken dieser Wahrheit, das Recht. Insofern gibt es also eine Dreifach-Formel des Atharvaveda - Satyam, Ritam, Brihat.

Sie ist die Weise des Wirkens der Wahrheit, die ja das Recht ist, das Gesetz, welches im späteren Sprachgebrauch mit Dharma umschrieben wurde. Sie ist die Weise der Göttlich Erleuchteten Willenswerke, die das Recht ist, das wahrhaftige Gesetz. Die Rishis (Weisen, Seher) bitten inständig um Erkenntnis des Gesetzes der Wahrheit - Satya Dharmaya. Es war das Wahrheits-Gesetz, das alle Weisen und Seher der vedischen Periode suchten, um es zu erkennen und auf seiner Grundlage zu wirken.

In der Tat sind Satyam und Ritam die zwei Konzepte, die seit den vedischen Zeiten eine dominante Rolle im persönlichen und sozialen Leben der Leute von Bharatavarsha gespielt haben. Die frühen Seher des Dharma erkannten, dass das Wahrheits-Gesetz in Wirklichkeit der Wahrheits-Wille des Göttlichen ist und im Leben sowohl als inneres und spirituelles Gesetz als auch als persönliche Regel äußerer Lebensführung operieren kann. Sie machten das Prinzip von Dharma - Sakshat Krita Dharmanah - geltend für den Weg des Göttlichen Willens gegenüber allem Leben, ob persönlich oder öffentlich, und weiteten dasselbe auf die Regierung des Gruppenlebens aus, die durch den Staat repräsentiert wird, Rajya Dharma.

Auf diese Art wurde Dharma zum herrschenden Prinzip allen Lebens, dessen Natur in Wirklichkeit im geheimen Herzen, Hridaya, verborgen ist. Dies war die Idee von Dharma, welche die Menschen der Vorzeit hatten, wenn sie an den Menschen appellierten, dass er in sich danach suchen sollte, und vorgaben, dass für bestimmte Handlungsvorhaben die Zustimmung des Herzens notwendig war. Sogar Manu benutzte den Satz "Hridaya Abhyanujnana", als er die Gesetze der ethischen Handlungsweise festschrieb. Das wahre Dharma ist das Gesetz der Wahrheit - Satya-Dharma; es ist die Art und Weise, wie der Göttliche Wille in allem und jedem wirkt. Mahatma Gandhi setzte mit Erfolg dieses Satya Dharma oder Satyagraha ein, um Freiheit zu erlangen.

Die Mutter - Bewusstseins-Macht des Höchsten

Wer daher ein wahrer Handelnder der Göttlichen Werke sein will, muss als erstes zum Ziel haben, vollkommen frei von jeglicher persönlicher Begierde und selbstbezogenem Ego zu werden. Er muss im Göttlichen Bewusstsein der Göttlichen Shakti von Satyam heranwachsen, bis es keinen Unterschied mehr zwischen seinem eigenen Willen und dem Willen der Göttlichen Mutter Shakti gibt. Er muss sein Leben so betrachten, dass es ihm nur für die göttliche Arbeit und zur Mithilfe an der Göttlichen Manifestationen gegeben worden ist.

Es gibt kein Motiv außer dem Antrieb der Göttlichen Mutter in dir, keine Handlung, die nicht Ihre bewusste Handlung in dir und durch dich ist. Es darf dabei weder Nachfrage nach Früchten noch Suchen nach Belohnung geben; die einzige Frucht, die du für dich erntest, soll das Vergnügen der Göttlichen Mutter und die Erfüllung Ihres Werkes sein, deine alleinige Belohnung die konstante Steigerung deines Göttlichen Bewusstseins.

Während diese Transformation vollzogen wird, ist es mehr als je zuvor notwendig, sich selbst von allem Makel der Perversion des Egos frei zu halten. Es darf kein Festhalten an Arbeit oder Resultat geben, kein Anspruch darauf, Shakti, die dich besitzen sollte, zu besitzen, kein Stolz des Werkzeuges, keinen Hochmut, keine Eitelkeit oder Arroganz. Erst wenn man sich vollkommen mit der Göttlichen Mutter Shakti identifiziert und sich nicht länger als etwas anderes, als losgelöstes und getrenntes Wesen, als Instrument, als Diener oder Mitarbeiter, sondern wahrhaftig als Kind und ewiglicher Anteil Ihres Bewusstseins und Ihrer Macht empfindet, erst dann wird sich Perfektion (Vollkommenheit) einstellen. Dann wird der Mensch erkennen, sehen und fühlen, dass er ein Wesen und eine Kraft ist, welche von Ihr aus Ihrem Selbst heraus geformt ist, für Ihr Spiel in Gestalt gebracht und dennoch immer in Sicherheit in Ihr. Die Mutter ist die Bewusstseins-Macht des Höchsten und steht weit über dem, was Sie erschafft.

Es gibt drei Daseinsformen der Mutter, die wir wahrnehmen können, wenn wir mit der Einheit der Bewusstseins-Macht, welche uns und das Universum trägt, in Berührung kommen, nämlich

(1) die transzendente,
(2) die universelle, und
(3) die individuelle.

Als die eine transzendente ursprüngliche Shakti steht die Mutter über allen Welten und trägt das Höchste Göttliche in Ihrem ewiglichen Bewusstsein. Sie ist alles, denn alles ist ein Posten und Teilstück der Göttlichen Bewusstseins-Macht. Nichts kann hier oder anderswo existieren, was nicht von Ihr und der Göttlichen Einwilligung entschieden worden ist; nichts kann Form und Gestalt annehmen, außer dem, was Sie, bewegt vom Höchsten, wahrnimmt und formt, nachdem Sie in Ihrem schöpferischen Ananda den Samen dafür ausgesät hat.

Die Matri Shakti, die Universelle Mutter, arbeitet aus, was auch immer durch Ihr transzendentes Bewusstsein vom Höchsten her weitergeleitet wird und tritt in die Welten ein, welche Sie gemacht hat. Ihre Gegenwart erfüllt und trägt die Welten mit göttlichem Geist und alles-erhaltender Kraft und Freude, ohne die sie nicht existieren könnten. Jedes Ding ist ein Etwas, was sie in Ihrer Vision geschaut und in Ihrem Herzen von Schönheit und Kraft gesammelt hat, und was in Ihr Ananda erzeugt hat.

Uns näher sind die Welten vollkommener supramentaler Schöpfung, in welchen die Mutter die supramentale Maha Shakti ist, eine Macht von allwissendem Willen und allmächtigem Wissen (Jnana), immer sichtbar in Ihrem unerschöpflichen Werk und spontan vollkommen in jedem Prozess. Dort sind alle Bewegungen Schritte der Wahrheit; dort sind alle Wesen Seelen, Kräfte und Körper des Göttlichen Lichts; dort sind alle Erfahrungen Meere, Fluten und Wellen von absolutem, starkem Ananda.

Hier aber, wo wir verweilen, sind die Welten von Ignoranz, von Verstand, Leben und Körper, die im Bewusstsein getrennt von ihrer Quelle sind, Welten, von welchen diese Erde ein signifikantes Zentrum und ihre Evolution ein ausschlaggebender Prozess ist. Auch dies wird, mit all seiner Obskurität, mit all seinem Kampf und all seiner Unvollkommenheit, von der Universellen Mutter aufrechterhalten; auch dies wird angetrieben und von der Maha Shakti zu seinem geheimen Ziel geführt. Diese Kräfte und Personifizierungen sind die vielen göttlichen Formen und Persönlichkeiten, in welchen die Menschen Ihr unter den verschiedensten Namen durch alle Zeitalter hindurch Ehrerbietung erwiesen haben.

Lakshmi

Alle Szenen des Erden-Schauspiels wurden durch Sie als verschleierte Schauspielerin, mit den kosmischen Göttern zu Ihrer Assistenz, wie ein Drama arrangiert, geplant und auf die Bühne gebracht. In Ihrer tiefen großen Liebe für Ihre Kinder, hat Sie zugestimmt, die Bürde für diese Obskuritäten zu übernehmen, und sich dazu herabgelassen, die Angriffe und quälenden Einflüsse der Kräfte der Dunkelheit und Falschheit zu ertragen, selbst durch die Pforten der Geburt, die der Tod ist, zu gehen.

Sie hat die Schmerzen, Qualen und Leiden der ganzen Schöpfung auf sich genommen, da es schien, dass diese nur so zu Licht und Freude, Wahrheit und Ewigem Leben erhoben werden kann. Dies ist das großartige Opfer, das manchmal auch das Opfer des Purusha, noch viel tiefsinniger aber der Holocaust der Prakriti, das Opfer der Göttlichen Mutter, genannt wird.

Es gibt vier großartige Aspekte (Svarupa) der Göttlichen Mutter, vier Ihrer führenden Kräfte und Persönlichkeiten, die in Ihrer Leitung dieses Universums und in Ihrem Umgang mit diesem irdischen Schauspiel (Lila) hervorstechend sind. Diesen vier bedeutenden Aspekten verleihen wir vier große Namen:

  1. Mahesvari,
  2. Mahalakshmi,
  3. Mahasarasvati und
  4. Mahakali.

Mahesvari ist Ihre Persönlichkeit als ruhige Zeugin, als umfassende Weisheit, friedvolle Güte, unerschöpfliche Leidenschaft und Souveränität, unübertreffliche Majestät und alles-beherrschende Größe. Sie ist das mächtige und weise Eine, welches uns für die supramentalen Unendlichkeiten und ungeheuren kosmischen Weiten, für die Erhabenheit des Höchsten Lichts, für die Schatzkammer des Göttliche Wissens, für die unermessliche Entwicklung der Bewegung der Göttlichen Mutter öffnet. Den Weisen gibt sie größere und leuchtendere Weisheit; und jenen, die Visionen haben, gewährt Sie Ihre Ratschläge. Und obwohl Sie in diesem Universum über allem steht, an nichts gebunden, an nichts verhaftet, hat Sie dennoch mehr als jeder andere das Herz der Universellen Mutter.

Saraswati

Mahalakshmi ist lebendig und süß und wundervoll mit Ihrem tiefen Aspekt der Schönheit, Harmonie und des feinen Taktes, mit Ihrer verschlungenen und zarten Fülle, Ihrer fesselnden Anziehungskraft und bezaubernden Anmut. Dort, wo es eine Affinität gibt zum Rhythmus der geheimen Welt-Glückseligkeit (Ananda) und Antwort auf den Ruf des All-Schönen und der Eintracht, der Einheit und sich der frohe Fluss vieler Leben auf das Göttliche ausgerichtet hat, dort, in dieser Atmosphäre, ist Sie einverstanden zu wohnen und zu verweilen.

All das aber, was hässlich und niederträchtig ist, was armselig, gemein und schmutzig ist, was brutal, grobschlächtig und ungeschliffen ist, weist Ihre Ankunft ab. Wo Sie sich in einem Menschenherzen von Selbstsucht, Hass, Eifersucht und Bösartigkeit, von Neid und Unfrieden wiederfindet, wird Sie von göttlichem Ekel ergriffen und zieht Sich zurück. Sogar asketische Nacktheit und Härte bereiten Ihr keine Freude, genauso wenig wie die Unterdrückung tieferer Herzensgefühle und steife Verdrängung des Seelens- und Lebensanteils der Schönheit.

Denn gerade durch Liebe und Schönheit erlegt Sie den Menschen das Joch des Göttlichen auf. Dem Herzen zugeneigt, offenbart Sie ihm die mystischen Geheimnisse der Ekstase, die über alles Wissen hinausgeht, lässt Hingabe auf die leidenschaftliche Anziehungskraft des Göttlichen treffen, hebt Weisheit hinauf zu den Gipfeln des Wunderbaren und verleiht der Vollkommenheit den Reiz, der sie für immer fortdauern lässt.

Kali

Mahasarasvati ist die Arbeitskraft der Mutter und Ihr Perfektions- und Ordnungsgeist. Sie ist die geschickteste im exekutiven Bereich und die, welche der physischen Natur am nächsten steht. Während Mahesvari die groben Linien der Weltenmächte festlegt, ist es Mahakali, die deren Energie und Elan antreibt und Mahalakshmi die, die deren Rhythmen und Maßgrößen entdeckt; Mahasarasvati aber verwaltet deren Details hinsichtlich der Organisation und Ausführung, der Teile-Verhältnisse und der effektiven Kombination der Kräfte sowie der zuverlässigen Genauigkeit in Resultat und Ausführung.

Wissenschaft, Handwerk und Technik der Dinge sind Mahasarasvatis Spielwiese. Sie befriedigt nichts, was nicht von perfekter Vollkommenheit ist, und Sie ist bereit, eine Ewigkeit von Mühen auf sich zu nehmen, wenn das für die Fülle Ihrer Schöpfung nötig ist. Daher ist Sie von all der Mutter-Kraft die, welche am meisten unter dem Menschen und seinen tausend Unvollkommenheiten zu leiden hat. Sie tritt als Mutter für unsere Belange auf, als Freund in unseren Schwierigkeiten, als ständige und besonnene Ratgeberin und Mentorin, die mit Ihrem strahlenden Lächeln die Wolken der Finsternis, Verdrießlichkeit und Depression vertreibt; Sie ist stabil, ruhig und hartnäckig in dem tiefen und ständigen Drang, der uns zu der Ganzhaltigkeit unserer höheren Natur treibt oder streben lässt. Alles Schaffen der anderen Kräfte stützt sich für seine Vollständigkeit auf Sie.

Mahakali ist von einer völlig anderen Natur. Nicht Weite sondern Höhe, nicht Weisheit sondern Stärke und Festigkeit sind Ihre besonderen Kräfte. Da ist Sie, von überwältigender Heftigkeit, für die es gilt, eine mächtige Kraft an Passion zu erlangen, eine göttliche Urgewalt, die anstürmt, um jedes Hindernis und jede Begrenzung zu zerschmettern.

Ihr Gesicht ruft unter den Asuren Schrecken hervor, und gefährlich und schonungslos ist Ihre Laune gegenüber all denen, welche das Göttliche hassen; denn Sie ist die Kämpferin der Welten, die niemals vor einer Schlacht zurückschreckt. Gleichgültigkeit, Abgestumpftheit, Nachlässigkeit und Faulheit in der Arbeit für das Göttliche sind unerträglich für Sie, und wenn es sein muss, kann Sie einen unpassenden Schläfer und Faulenzer peinigen, indem sie ihn mit einem plötzlichen scharfen Schmerz aufweckt.

Auch Sie ist die Mutter und Ihre Liebe ist genauso stark wie Ihr Zorn; Sie hat aber auch eine tiefe, leidenschaftliche Güte. Mag Ihre Wut für den Feindseligen schrecklich und die Vehemenz Ihrer Gegenwart für den Schwachen und Furchtsamen auch noch so schmerzhaft sein, von den großartigen, starken und edlen Menschen wird Sie geliebt und verehrt. Sie fühlen nämlich, dass Ihre Hiebe in Ihnen das, was aufrührerisch ist, in Stärke und perfekte Wahrheit klopfen, das, was verdreht und pervers ist, gerade hämmern und das, was unrein und fehlerhaft ist, austreiben. Nichts, was den höchsten Ekstasen, den höchsten Höhen, den nobelsten Zielen und den weitesten Ausbkicken nicht gerecht wird, kann sie befriedigen. Sie ist eins mit der Göttlichen Siegeskraft, und daher verdanken wir es der Gnade Ihres Feuers, Ihrer Leidenschaft und Ihrer Geschwindigkeit, wenn wir jetzt großartige Lebensleistungen eher als später vollbringen können.

Mahesvari oder Mahamaya ist die Höchste Kraft. Im Tantra Sastra sind die Kraft oder Macht und der Machtinhaber ein und dasselbe, obwohl es viele Transformationen der Macht gibt. Wir sprechen von Transformation oder Evolution, weil die Kraft und ihr Inhaber als beides, als Ursache und Wirkung der materiellen Welt gelten.

Genau genommen wird die Schöpfung (ex nihilo) an sich von keinem hinduistischen System gelehrt. Jedes System aber setzt eine "potenzielle Masse" voraus, aus welcher die Welt in periodisch wiederkehrenden Zyklen von Ewigkeit zu Ewigkeit hervorgegangen ist. Mit "potenzielle Masse" ist in diesem Zusammenhang das gemeint, was in sich selbst mehr oder weniger nicht Materie ist, sondern das, was die Ursache des Werdens ist, unter anderem auch des Werdens der materiellen Welt.

Jene Ursache ist die Bewusstseinskraft, die im Tantra unter dem Namen "Maya Shakti" bekannt ist. Diese Kosmische Kraft, obwohl in sich selbst unmessbar und undefiniert, ermisst (die Wurzel-Bedeutung des Wortes Maya) und erschafft endliche Form im formlosen Unendlichen, was zusammen (die Form und das Formlose) ein alogisches Ganzes (Purna) bezeichnet und darstellt.

In der Antike des Westens wurde diese Kraft "Magna Mater" genannt; in Indien wurde ihr der Name Maya gegeben, wenn sie endlich oder begrenzt ist; wenn sie sich vom Endlichen befreit, wird sie Maha Maya genannt. Der Boden des menschlichen Daseins ist das Höchste "Ich" (Purusha), was Sich, obwohl es in Sich Selbst jenseits jeglicher Persönlichkeit ist, dennoch unaufhörlich als Lebewesen des Universums in endliche Form personalisiert. "Sa-aham" (Sie bin Ich): dies ist die Höchste Maya Shakti, die im Tantra Sastra als Mahesvari bekannt ist.

Bevor es tatsächlich eine Verwandlung gibt, stellt Maya Shakti lediglich die Fähigkeit des Zu-Etwas-Werdens, die Zeugungskraft, dar und ist als solche auch vollkommen eins mit der Mutter Shakti. Zeugungskraft aber als materielle Ursache enthält ihre Wirkung und diese Wirkung ist die verwandelte Ursache. Jene Ursache ist die Kraft des Bewusstseins, welches sich als individuelles Zentrum in Selbst und Nicht-Selbst teilt, als das Gesamt-Bewusstsein.

Schöpfung ist Bewegung, ein Sich-Entrollen, Sich-Entspiralisieren, von Maya Shakti. Daher wird die Welt in Sanskrit "Jagat" genannt, was soviel wie "was sich bewegt" bedeutet. Da die Natur dieser Bewegung kreis- oder spiralförmig ist, soll die Welt in periodisch wiederkehrenden Zyklen entstanden sein. Diese Chit Shakti hat einen Doppel-Aspekt von potenzieller und kinetischer Energie, wenn sie sich als Energie, d. h. als Maya Shakti, manifestiert.

Schöpfung ist Bewegung, ein Sich-Entrollen, Sich-Entspiralisieren, von Maya Shakti.

Jene Kraft von Chit, von der Form ableitbar ist, d. h. die Kraft, die Form erzeugt, wird Prakriti Shakti genannt. Diese Prakriti Shakti ist unmittelbare Quelle und Bestandteil von Geist und Materie. Der entsprechende bewusste (Chit) Aspekt derselben Kraft ist Purusha. Prakriti ist der kinetische und Purusha der statische Aspekt der Maya Shakti.

Auf diese Weise erhalten wir also den wissenschaftlichen Lehrsatz, dass es zu jeder Form von Aktivität einen statischen, ruhenden Hintergrund gibt und Negation zu den Funktionen von Shakti gehört. So wie z. B. ein Atom oder ein Elektron ein statisches Zentrum besitzt, um welches Energieteilchen kreisen, so ist auch im menschlichen Körper die Kundalini das Erden-Zentrum - das statische Zentrum (Kendra), um das herum die Prana Shakti in ihrem kinetischen Aspekt als Kräfte des Körpers arbeitet.

Der gesamte Körper als Gefährt oder Vehikel von Geist und Materie (als Shakti der Tattvas) ist in unablässiger Bewegung; und die Kundalini (statisch) Shakti ist der unbewegliche Träger all dieser Bewegungen. In diesem Zusammenhang müssen wir uns daran erinnern, dass es kein Vehikel von Geist und Materie gibt, welches nicht in vielgestaltigen Ausmaßen mehr oder weniger Chit Shakti oder Bewusstsein entfaltet, und es gibt kein Vehikel von Bewusstsein, das nicht in ständiger Bewegung ist.

Im Universum ist Mahesvari der Statische Aspekt der Maha Maya Shakti, und Maha Kali, Maha Lakshmi und Maha Sarasvati sind die verschiedenen kosmischen, kinetischen Shaktis, die fortwährend auf diesem Globus auf dieser Erden-Ebene arbeiten. Kosmische erschaffende Evolution, welche von Natur aus dadurch, dass sie statische und kinetische Aspekte der Chit Shakti enthält, eine Polarisation darstellt, unterscheidet sich daher von der Evolution im Universum selbst.

Während es bei der erschaffenden Evolution des Universums, vom Standpunkt der Chit Shakti aus gesehen, wahr ist, dass das Kosmische Dasein oder Isvara die Ursache des Universums darstellt, so ist dennoch genauso wahr, dass, während das Universum als Wirkung die umgewandelte Ursache ist, die "Ursache" als Ursache das bleibt, was sie war, ist und sein wird, nämlich: Licht von Licht.

Im Falle der Evolution des Universums selbst aber hört die materielle Ursache, wenn sie eine Wirkung erzeugt, auf, das zu sein, was sie einmal war, d. h. Milch, die einmal zu Quark gemacht wurde, hört auf, Milch zu sein. Wir müssen diese grundlegende Unterscheidung immer im Auge behalten, wenn wir uns mit der erschaffenden Shakti des Parabrahman als Schöpfer des Universums und der Evolution im erschaffenen Universum selbst befassen.

Dem Shakta-Lehrsatz nach ist das Universum eine dynamische Kraft - ein Ausdruck der Shakti (kinetisch) und ein unendliches Reservoir von Kraft oder Shakti (statisch). Der Ausdruck der Shakti-Kraft als solche ist jedoch auto-dynamisch.

Vom vedischen oder metaphysischen Standpunkt aus betrachtet ist die Reine Chit Shakti als Ausdruck des Höchsten Willens die wirkende Ursache (Nimitta) und Maya Shakti als Mulaprakriti die instrumentelle und materielle Ursache (Upadana) des Universums. Metaphysisch gesprochen könnte man sagen, dass die gesamte Schöpfung eine Bewegung zwischen zwei Involutionen ist, Geist (Spirit), in dem alles enthalten ist, aus dem sich einerseits alles in einer Abwärtsbewegung zum anderen Pol der Materie hinunter entwickelt und aus dem sich andererseits alles in einer Aufwärtsbewegung zum anderen Pol des Geistes hinaufspult.

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Es gibt weitere großartige Persönlichkeiten der Göttlichen Mutter, aber es ist schwieriger, diese herauszulösen, da sie in der Evolution des Erden-Geistes nicht mit so großer Wichtigkeit im Vordergrund standen. Unter ihnen gibt es Präsenzen, die für die supramentale Verwirklichung unabkömmlich sind - vor allem eine, die von äußerst rätselhafter und mächtiger Ekstase ist und Ananda, die von der höchsten göttlichen Liebe her fließt, die Ananda, die der Schlüssel für ein wundervolles göttlichstes Leben ist und selbst jetzt im Verborgenen das Werk all der anderen göttlichen Kräfte des Universums trägt.

Die menschliche Natur aber, gebunden, verhaftet, egoistisch und verworren wie sie ist, ist weder in der Lage, diese großartigen Präsenzen zu bemerken, noch sie in ihrer mächtigen Handlung zu unterstützen. Nur wenn die großen Vier den Grundstein Ihrer Harmonie und Freiheit der Bewegung in den transformierten Geist, in das Leben und in den Körper gelegt haben, können sich jene anderen seltenen Kräfte in der Erden-Bewegung manifestieren, und dann kann auch supramentale Aktion möglich werden. Wenn du diese Transformation ersehnst, begib dich ohne Nörgeln und ohne Widerstand in die Hände der Mutter und Ihrer Kräfte und lass Sie ungehindert Ihr Werk in dir vollbringen.

Es gibt drei Dinge, welche du haben musst: Bewusstsein, Formbarkeit und uneingeschränkte Hingabe. Du musst also bewusst sein in deinem Geist, in deiner Seele, in deinem Herzen, in deinem Leben und sogar in den kleinsten Zellen deines Körpers, du musst bewusst die Mutter und Ihre Macht und ihr Zusammenwirken erkennen; denn obwohl Sie in dir sogar in deiner Verworrenheit und in deinen unbewussten Anteilen und Momenten arbeiten kann und dies auch tut, ist dies nicht damit zu vergleichen, wie wenn Du erweckt und in lebendiger Gemeinschaft mit Ihr bist.

Uneingeschränkte Hingabe deines inneren und äußeren Daseins wird diese Formbarkeit in alle Teile deines Charakters bringen; überall in dir wird Bewusstsein erwachen, durch ständiges Offensein für Weisheit und Licht und Stärke, durch Offensein für die Harmonie und die Schönheit, die Vollkommenheit, die von ganz oben hinabgeflossen kommt. Selbst der Körper wird erwachen und schließlich sein Bewusstsein vereinen, nicht länger im Unterbewusstsein gegenüber der supramentalen Bewusstsein-Kraft; er wird fühlen, wie all Ihre Kräfte von oben, von unten und rundherum in ihn einziehen und wie er zur höchsten Liebe und Ananda durchdringt.

Sei aber wachsam, und versuche nicht, die Göttliche Mutter mit deinem kleinen irdischen Geist zu verstehen und zu bewerten. Der menschliche Geist, eingesperrt im Gefängnis seiner halb-erleuchteten Obskurität, kann die vielseitige Freiheit der Schritte der Göttlichen Shakti nicht nachvollziehen. Die Geschwindigkeit und Komplexität Ihrer Vision und Ihrer Handlung überfordert sein stolperndes Fassungsvermögen; die Maßeinheiten Ihrer Bewegung können von ihm nicht bemessen werden.

Öffne lieber deine Seele zu Ihr und sei zufrieden, Sie auf die seelische Art zu fühlen. Sieh Sie mit der seelischen Vision, die allein unverfälscht auf die Wahrheit reagiert. Vermeide auch den Irrtum eines ignoranten Verstandes, von den göttlichen Kräften zu verlangen, immer nach unseren simplen, oberflächlichen Vorstellungen von Allwissenheit und Allmacht zu handeln. Unser Verstand nämlich schreit danach, zu jeder Stunde durch Wunderkräfte, schnellen Erfolg und schillernde Pracht beeindruckt zu werden, denn sonst kann er nicht glauben, dass das Göttliche da ist.

Es gibt Bedingungen, die vom Höchsten Willen festgelegt wurden; es gibt viele verworrene Knoten, die erst gelöst werden müssen und die nicht einfach abrupt durchtrennt werden können. Das Göttliche Bewusstsein und die Göttliche Macht sind da, um in jedem Augenblick das zu tun, was auf dem aktuellen Stand der Arbeit gebraucht wird. Es unternimmt immer den Schritt, der entschieden und verfügt worden ist und gestaltet inmitten aller Unvollkommenheit die Vollkommenheit, die kommen soll.

Aber nur wenn der Supermind, der Supergeist, auf dich heruntergekommen ist, handelt die Göttliche Macht direkt als supramentale Shakti mit supramentalen Eigenschaften. Folge deiner Seele und nicht deinem Verstand, denn es ist die Seele, die der Wahrheit Antwort gibt, und nicht der Verstand, der in die äußere Erscheinungswelt drängt. Vertraue der Göttlichen Kraft und Sie wird die gottgleichen Anteile in dir befreien und alles in einen Ausdruck der Göttlichen Wesensart formen.

Damit aber der Wandel beginnen, Gestalt annehmen und nachhaltig stattfinden kann, braucht es von unten einen Ruf nach oben, gepaart mit dem Willen, das Licht, wenn es kommt, zu erkennen und nicht zu verleugnen, und von oben hinunter die Genehmigung des Höchsten. Die Kraft, die zwischen der Genehmigung und dem Ruf vermittelt, ist die Präsenz und Kraft der Göttlichen Mutter. Nicht irgendein menschliches Bemühen und Tapasya, sondern allein die Kraft der Mutter kann den Deckel öffnen, die Schleier zerreissen, das Gefäß formen und die Wahrheit, das Licht, ein Leben in Göttlichkeit und Immerwährende Ananda in die Welt der Verworrenheit, der Falschheit, des Todes und des Leids hinunterbringen.

Om Shanti Shanti Shanti!

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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