Nirodha

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Nirodha (Sanskrit: निरोध nirodha m.) Einsperrung; Einschließung, Belagerung; Versperrung, Verschluss, Verdeckung; Hemmung, Zurückhaltung, Verhaltung, Unterdrückung, Bezwingung, Beherrschung; Vernichtung, Auslöschung, Auflösung; Vereitelung; ein bestimmter mit Mineralien (insbesondere Quecksilber) vorgenommener Prozess.

Nirodha ist die Bezeichnung eines Geisteszustands ohne Gedanken bei voller Bewusstheit. Patanjali definiert Yoga in seinem Hauptwerk Yogasutra als "Yogas Chitta Vritti Nirodha." - "Yoga ist das zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist."

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Ist der Geist zur Ruhe gebracht, ruht der Sehende in seinem wahren Wesen: Das ist der dritte Vers des Yogasutra, also "Tada Drashthu Svurape'Vasthanam." Mit anderen Worten: "Durch das Zurruhebringen der Gedanken im Geist kommt die Selbstverwirklichung, die Gottverwirklichung, die Erleuchtung, die Befreiung. So ist Nirodha ein sehr wichtiger Begriff, gerade im Raja Yoga. Was aber bedeutet das Sanskritwort Nirodha eigentlich?

Das Yoga Sutra des Patanjali

Patanjali gibt die folgende Definition des Yoga:

योगश्चित्तवृत्तिनिरोधः || 1.2 ||

yogaś citta-vṛtti-nirodhaḥ || 1.2 ||

Yoga ist das Zuruhebringen (Nirodha) der Fluktuationen (Vritti) des Bewußtseins (Chitta).

तस्यापि निरोधे सर्वनिरोधान्निर्बीजः समाधिः || 1.51 ||

tasyāpi nirodhe sarva-nirodhān nirbījaḥ samādhiḥ || 1.51 ||

Wenn selbst diese (neuen unterbewußten Eindrücke) zur Ruhe kommen, kommt alles zur Ruhe, (und daraus entsteht) die keimlose Versenkung (Nirbija samadhi).

Sukadev über Nirodha

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Nirodha

Es ist insbesondere die Tätigkeit, eigentlich ist es die Tätigkeit des Nicht-Tätig-Seins. So wie Patanjali sagt: „Yogas Chitta Vritti Nirodha - Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist - Tada Drashtuh Swarupe Vasthanam – Dann ruht der Sehende in seinem Wesen.“ "Ni" heißt Auflösen, "Rodha" heißt, alle möglichen Gedanken und Festigkeiten. Nirodha heißt also auflösen, heißt zur Ruhe bringen, heißt beherrschen, heißt kontrollieren. Nirodha ist dann der Gemütszustand, in dem du kontrolliert bist. Das ist etwas, was du immer wieder üben kannst. Patanjali sagt im Yogasutra: „Abhyasa – Übung ist, immer wieder die Ruhe des Geistes zu begründen, fest zu begründen.“ Immer wieder im Alltag.

Es reicht nicht aus, nur zwanzig Minuten am Tag zu meditieren, obgleich das absolut notwendig ist. Wenn du auf dem spirituellen Weg vorankommen willst, dann meditiere jeden Tag zwanzig Minuten. Begnüge dich nicht, ab und zu mal zu meditieren, oder wenn es gerade irgendwie schön ist, meditiere jeden Tag. Und dann, ab und zu mal, meditiere mehr. Aber wichtig ist, den ganzen Tag. Schaue, was du machen kannst, um deinen Geist den ganzen Tag positiv zu stimmen. Und immer wieder, konzentriere den Geist auf das, was gerade anliegt.

Das ist auch eine Disziplin, eine Disziplin, in der Gegenwart zu sein. Du könntest dir auch manchmal überlegen: „Was müsste ich tun, um wirklich im Hier und Jetzt zu sein? Was müsste ich tun, um das, was zu tun ist, wirklich mit Konzentration, mit Freude, mit Hingabe machen zu können?“ Jeden Tag, deinen Tag so zu leben, dass du ganz konzentriert bist. Das ist ein wichtiger Aspekt, dass du dann auch in der Meditation den Geist zur Ruhe bringen kannst. Nirodha – das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist. Wenn du den Geist zur Ruhe bringst, Nirodha, und er zur Ruhe gebracht ist, dann ist das "Niruddha". Und Niruddha ist, wenn der Geist zur Ruhe gebracht ist. Nirodha ist das Zur-Ruhe-Bringen.

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