Mond

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Frau Meditation Vollmond.jpg

Der Mond (lat.: luna) ist der einzige natürliche Trabant der Erde. Er kreist sowohl um diese als auch um die Sonne. Neben der Sonne ist er der wirkungsmächtigste Himmelskörper für die Erde. Aufgrund seiner Gravitation in verhältnismäßiger Nähe zur Erde nimmt er Einfluss auf die Wasserverhältnisse der Ozeane, so dass sich Ebbe und Flut rhythmisch abwechseln. Aber auch Pflanzen, Tiere und Menschen stehen unter dem Einfluss des Mondes.

In der Mythologie wird der Mond in allen Kulturen als weibliches Pendant zum Sonnengott gesehen. Astrologisch ist der Mond Symbol für das Weibliche, das Empfängliche, die Innerlichkeit und das Unbewusste, aber auch für das Vergängliche und den beständigen Wandel.

Artikel von Annette Hochwarth

Mondphasen

Astronomische Daten

Die Erde mit ihrem Trabanten, dem Mond

Der Mond ist der einzige Trabant der Erde und entstand vor ca. 4,5 Milliarden Jahren durch Kollision eines Himmelskörpers mit der Erde. Er umkreist sowohl diese als auch mit der Erde zusammen die Sonne. Sein Durchmesser beträgt ca. 3476 km. Da er seine Rotation an die der Erde angepasst hat, zeigt er uns immer dieselbe Mondseite.

Die sehr dünne Atmosphäre (eigentlich Exosphäre) auf dem Mond setzt sich vorwiegend aus den Gasen Helium, Neon und Argon sowie Natrium- und Kaliumatomen zusammen. Auf der Mondoberfläche gibt es aufgrund der langsamen Rotation und der nur äußerst dünnen Gashülle zwischen der Tag- und der Nachtseite sehr große Temperaturunterschiede. Am Tag erreicht die Temperatur bis zu 130 °C, nachts fällt sie bis auf etwa −160 °C ab. Der Mond hat viele Krater aufgrund von unzähligen Asteroiden- und Meteoroideneinschlägen.

Der Mond driftet allmählich von der Erde weg, aber nur ca. 3,8 cm im Jahr. Seine Bahn um die Erde ist exzentrisch, d.h. ellipsenförmig. Für eine Erdumrundung braucht er 27 Tage, 7 Stunden und 43 Minuten. Das ist der sogenannte "siderische Mondmonat". Der synodische Mondmonat jedoch, also von einem Neumond zum nächsten, beträgt 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten. Die Tagesbewegung im Tierkreis beträgt zwischen 11 Grad 49 Minuten und 15 Grad 5 Minuten.

Sonne und Mond scheinen von der Erde aus gesehen dieselbe Größe zu haben - und einen ähnlichen Verlauf, da die Mondbahn nur geringfügig (derzeit 5,2°) gegen die Ekliptik geneigt ist. Die Durchgänge des Mondes durch die Ekliptik nennt man Mondknoten (Drachenpunkte). Der aufsteigende Knoten ist der Übergang auf der Nordseite der Ekliptik, der absteigende markiert den Übergang auf der südlichen Seite. Die Mondknoten sind ausschlaggebend für die Finsternisse von Sonne und Mond. Wenn Neumond an einem Knotendurchgang stattfindet, kommt es zu einer Sonnenfinsternis, bei Vollmond dagegen haben wir es mit einer Mondfinsternis zu tun.

Mythologie

Diana, Göttin der Jagd mit der Mondsichel im Haar, Öl auf Leinwand, Maler unbekannt (um 1900)

In der Mythologie wird der Mond fast immer mit einer weiblichen Gottheit in Verbindung gebracht. Bei den Thrakern hieß die Mondgöttin Bendis, bei den Ägyptern Isis, in Ägypten Thot, in Japan Tsukiyomi, bei den Azteken Tecciztecatl und bei den Germanen Mani. Ausnahmsweise männlich ist der Mond bei den Sumerern, wo er Nanna heißt.

In der Mythologie werden die unterschiedlichen Mondphasen durch verschiedene Aspekte mehrerer Mondgöttinnen symbolisiert. Die Mondgöttinnen zeigen sich dabei in unterschiedlichen Mondphasen von unterschiedlichem Charakter. Symbolisch steht die junge Frau für den zunehmenden Mond, die Mutter für den Vollmond und die weise alte Frau für den abnehmenden Mond. Die weiße Göttin ist Jungfrau, ungebunden und frei, aber auch wild wie eine Amazone. Die rote Göttin ist Symbol für die menstruierende Frau und Schutzgöttin der Schwangeren und Mütter. Die schwarze Göttin ist Symbol für Transformation und Reinkarnation. Sie steigt wie Demeter in die Unterwelt und nimmt die Kinder, die sie gebiert, wieder auf.

Griechisch-Römische Mythologie

Die älteste griechische Mondgöttin ist Selene, die später von Artemis (röm. Diana) verdrängt wurde. Artemis war die jungfräuliche Göttin der Jagd und der Tiere, die das Leben nicht nur gibt, sondern auch nimmt. Sie streifte als unabhängige, wilde, unbezähmbare Reiterin mit ihren Gefährtinnen durch den Wald und bestrafte die Männer, die ihr nicht genügend Respekt zollten.

Nach einer Sage verliebte sich die Mondgöttin Artemis in den Orion, als sie zu Neumond auf der Jagd war. Während sie sonst nur zu Neumondnächten ihrer Jagdleidenschaft nachging und in den übrigen Nächten den Mond über den Himmel lenkte, traf sie sich nun lieber mit Orion, weshalb die Nächte dunkel blieben. Die Götter sannen auf Abhilfe, und Apollo, der Bruder der Artemis, wies seiner Schwester einen winzigen Punkt im Meer, den sie mit ihrem Pfeil gewiss nicht treffen könne. Artemis zögerte nicht, ihre Kunst zu beweisen und schoss, traf damit aber ihren Liebling Orion zu Tode, denn er war es, der dort in den Wellen badete. Dieser Treffer betrübte Artemis sehr und sie erhielt von ihrem Vater Zeus immerhin den Trost, den Orion unter die Sterne versetzen zu dürfen und ihn mit prächtigen Edelsteinen zu schmücken, was bis heute an den besonders schönen Sternen im Sternbild sichtbar ist.

Als Muttergöttin hat Artemis aber auch Bezug zum Vollmond. Sie verkörpert jedoch eher den verrückten Aspekt des Vollmondes. Ihr zerstörerischer Aspekt wurde vorwiegend bei abnehmendem Mond verehrt. Der bittere Wermut (Artemisia) ist die Pflanze, die ihr heilig ist.

Die Tempel der Artemis nennt man Artemision. Das Artemision in Ephesos war der größte Tempel der Antike. In ihm befand sich eine Statue der Artemis, die die Göttin mit etlichen Brüsten als Ausdruck ihrer Fruchtbarkeit zeigt. Dieser Tempel ist eines der sieben Weltwunder. Eine Priesterin der Artemis war Iphigenie.[1]

Hera (lat. Juno), die Frau von Zeus, repräsentiert die eigentliche Muttergottheit und ist Schutzherrin über Ehe, Geburt und Familie. Sie wird meist üppig wie eine Matrone dargestellt.

Hekate ist die furchterregende Göttin der Dunkelheit und des Todes und symbolisiert den Neumond. Sie ritt in Volksmärchen nachts auf schwarzen Pferden aus und brachte den Menschen Alpträume.

Bei den Kelten wurden die drei Aspekte der Mondgöttin durch Blodeuwedd, Morrigan und Ceridwen zum Ausdruck gebracht.

Vedische Mythologie

Vollmond im Juli 2012

In der vedischen Mythologie heißt der Mond "Chandra", aber auch Soma. Der Name Soma spielt auf den inneren Nektar des Glücks an, der in der spirituellen Praxis erfahren werden kann.[2]

In den Puranas wird Chandra beschrieben als ein junger, schöner, zweiarmiger Gott, der eine Keule und eine Lotusbume in seinen Händen hält. Er fährt einen Wagen, der von zehn weißen Pferden oder von einer Antilope gezogen wird, und bewegt sich damit nachts über den Himmel. Andere Namen für den Mond sind Rajanipati (Herr der Nacht), Indu (der aufhellende Tropfen) und Kshuparaka (derjenige, welcher die Nacht beleuchtet).

Chandra hat viele Gemahlinnen wie Tara, Rohini, Anuradha und Bharani sowie die anderen siebenundzwanzig Nakshatras (Sternenbilder), bekannt auch als Dakshas Töchter. Budha (der Planet Merkur) ist der Sohn von Chandra und Tara.

"Der Mond ist wässrig und luftig (Kapha und Vata). Er ist intuitiv und hat einen runden, leuchtenden Leib. Er spricht lieblich und ist wandelbar und launisch." (Parashara 3,24)[3] Andere Übersetzung: "Die Mondin hat runde Körperformen, sieht sehr vorteilhaft aus, ist gelehrt, hat eine liebliche Sprache, ist wankelmütig und sinnlich." (Parashara)[4]

Das Aussehen des Mondes wird von Parashara auch so beschrieben: "Er ist weiß gekleidet und schimmert weiß. Weiß ist auch sein Kopfschmuck, den eine Perle ziert. Er hat zwei Arme und hält eine Lotusblüte in der Hand, die uns segnet. Seine Seele ist unsterblich, und er ist ein Yogi, der auf einem Hirsch reitet."[5]

Alle alten Kulturen bezogen sich in ihrer Zeitrechnung mehr auf den Mond als auf die Sonne. Die traditionellen hinduistischen Feiertage leiten sich noch heute von den Mondphasen ab.

Es gibt einige Vollmondtage, die im Hinduismus besonders gefeiert werden, dazu gehört z.B. der Vollmond des hinduistischen Monats Chaitra (März/ April), an dem der Geburtstag von Hanuman, Hanuman Jayanti, gefeiert wird. An Vollmond des Monats Ashadha (Juni/ Juli) ist Guru Purnima. An Neumond des Monats Kartik (Oktober/ November) ist Diwali.

Aber auch in anderen Religionen spielt der Mond eine große Rolle. So errechnet sich der christliche Ostertermin nach dem ersten Frühlingsvollmond, und Buddhas Geburtstag und Erleuchtung wird am ersten Vollmondtag im zweiten Monat des Hindu-Kalenders Vesakha gefeiert, der in etwa dem Monat Mai entspricht (Buddha Jayanti bzw. Buddha Purnima). Wobei die Berechnungen in unterschiedlichen buddhistischen Traditionen voneinander abweichen.

Ganesha und der Mond

Shakunthala: Tanzender Ganesha (Copyright)

Einmal war Ganesha zu einer Hochzeit eingeladen. Es wurde ein großes Fest gefeiert. Es gab ein üppiges Festmahl. Und zum Schluss gab es einen riesigen Tisch mit Nachspeisen. Süßspeisen, Kuchen, Eiscreme und viele anderen leckeren Sachen. Ganesha war einer, der gerne und vor allem besonders viel aß. Und bei diesem leckeren Buffet konnte er nicht aufhören zu essen. Von jeder Speise füllte er sich eine riesige Portion auf seinen Teller, aber nicht nur einmal, sondern er ging immer wieder zum Buffet, dass die anderen Hochzeitsgäste sich schon wunderten, wie eine einzelne Person so viel essen könne.

Als es zum Schluss noch Laddu, seine Lieblingsspeise gab, da konnte er sich überhaupt nicht mehr beherrschen. Er aß ohne zu kauen so viel davon, dass sein dicker Bauch nun wie ein aufgeblasener Luftballon aussah. Als die Feierlichkeiten zu Ende waren, war Ganesha schon sehr müde geworden, und er konnte kaum noch laufen. Sein Bauch war so dick, dass er ganz unbeweglich geworden war. So rief er seine Maus, die ihn immer trug, wenn er nicht mehr laufen konnte.

So trug ihn die Maus durch Wald und Feld, das wahr sehr bequem für ihn, und er sang und pfiff ganz vergnügt Lieder, zog die milde, laue Nachtluft in sich ein und lauschte den Geräuschen der Nacht. "Ach, ist das Leben schön", dachte der Elefantengott bei sich, "was für ein wunderbarer Abschluss dieses gelungenen Tages!" Plötzlich sah die Maus eine große Schlange auf dem Weg und erschrak sich sehr. In Panik machte sie einen großen Satz zur Seite. Dabei fiel Ganesha in hohem Bogen von ihrem Rücken herunter und landete unsanft auf dem Bauch.

Was war das ein Knall als Ganeshas dicker Bauch platzte! Die zahlreichen Laddus, die Ganesha auf dem Hochzeitsfest gierig verschlungen hatte, rollten nun eines nach dem anderen aus dem großen Riss in seinem Bauch heraus. Ganesha fasste sich sogleich, schnappte sich ohne zu zögern die Schlange und band sie sich um den Bauch, in der Absicht ihn so wieder zu verschließen. Mehrfach fest verknotet, saß die Schlange wie ein strammer Gürtel um Ganeshas Bauch. Jetzt sah man fast gar nicht mehr, dass Ganeshas Bauch geplatzt war.

Als nun Ganesha mit der umgebundenen Schlange auf dem Boden saß, bemerkte er erst all die Laddus, die unversehrt aus seinem Bauch herausgerollt waren und nun um ihn herum lagen. "Schade um die schönen Laddus", dachte sich Ganesha und aß sämtliche Gebäckkugeln wieder auf. Der Mond, der die ganze Zeit schmunzelnd zugesehen hatte, konnte sich jetzt nicht mehr zurückhalten und begann herzhaft zu lachen. Er konnte gar nicht mehr aufhören. Ganesha war beleidigt, weil der Mond ihn auslachte, und wurde sehr zornig.

Er nahm einen Stein und warf ihn mit solcher Kraft nach dem Mond, dass er ihn traf. Daraufhin erlosch das Licht des Mondes, und der Himmel wurde dunkel. Auch in den folgenden Nächten war der Himmel dunkel, alle Menschen und alle Götter vermissten das Leuchten des Mondes sehr. Die Menschen konnten nach Anbruch der Dunkelheit ohne das nächtliche Mondlicht nirgendwo mehr hingehen. Sie begannen, zu Ganesha zu beten, war er doch ihr Gott des Glücks und der Erfüllung ihrer Wünsche.

Dem Mond selbst tat es sehr leid, dass er so über Ganeshas Missgeschick gelacht hatte, und er bat Ganesha aufrichtig um Verzeihung. Darüber war Ganesha sehr gerührt, denn er hatte ein gutmütiges und weiches Herz. So beschloss er, dem Mond sein Licht wieder zurück zu geben – jedoch unter einer Bedingung: Er darf jeden Tag sein Licht ein wenig vergrößern, um einmal im Monat in vollem Glanz zu erstrahlen. Danach muss er sein Licht Tag für Tag wieder zurücknehmen, bis er einmal im Monat nicht mehr zu sehen ist. Seitdem dürfen sich die Götter und die Menschen auf der Erde nur noch ein Mal im Monat am Mond in seiner vollen Schönheit erfreuen.

Astrologische Deutung

"Der Mond wurde Verstand und trat in das Herz ein." (Aitareya Upanishad)

Der Mond ist das Symbol für die weibliche kosmische Kraft, für die Göttin - die Sonne ist das Symbol für die männliche kosmische Kraft. Sonne und Mond gehören zusammen als das männlich-weibliche Urpaar Shiva und Shakti. Sie erscheinen uns am Himmel gleich groß, was so viel heißt, dass ihre Bedeutung für uns annähernd gleich ist. "Die Sonne herrscht über das Feuer und die Zeit, der Mond über das Wasser und den Raum. Die Sonne ist das Symbol des Selbst, der Mond das Symbol des Gemüts."[6] Der Mond nimmt auf, wandelt um und bringt so Neues hervor.

Wie der Mond das Licht der Sonne widerspiegelt, kann das Gemüt das innere Wesen der Dinge oder deren äußere Erscheinung widerspiegeln. Der Mond ist nach den Veden aus Manas (Geist, Gemüt) hervorgegangen. Daher ist die Mondenergie nicht nur verbunden mit dem Wechselspiel der Gefühle, sondern auch mit dem Reflektieren und Hin- und Herbewegen unserer Vorstellungen und Gedankeninhalte, unseren Denkgewohnheiten und inneren Einstellungen.

Manas ist der alltägliche Gedanken- und Bewusstseinsstrom, der sich aus unseren Erfahrungen und Konditionierungen speist, im Gegensatz zu den schöpferischen Gedanken, die unserem Selbst entspringen und die der Sonne zugeordnet sind. Manas, das Denken, hat nicht nur mit den individuellen, also nach innen reflektierten Gedanken zu tun, sondern auch mit dem psychischen Innenraum, in dem diese bewegt werden (Gemüt). Gedanken sind daher mehr als Intellekt. In der vedischen Astrologie wird der Intellekt durch den Merkur (Budha) repräsentiert, Gedanken aber durch den Mond, so dass man den Mond als Geisteszustand oder mentale Verfassung beschreiben kann."[7]

"Der Mond wurde Verstand und trat in das Herz ein." (Aitareya Upanishad) Der Sitz des Geistes wurde traditionell dem Herzen zugeordnet, und zwar nicht nur in vedischer Tradition, sondern auch noch im europäischen Mittelalter. Das bezeugt die christliche, aber auch die weltliche, höfische Literatur.[8]

Der Mond zeigt unsere Beziehungen und unser soziales Bewusstsein auf. Er ist verbunden mit dem Astralkörper und unserem Karma. Durch die Mondstellung drückt sich aus, was wir aus der Vergangenheit mitbringen, sowohl unsere Schätze als auch das, was wir noch aufarbeiten müssen. Problematische Verhaltensmuster, Persönlichkeitsstörungen, aber auch familiäre Verstrickungen gehören dazu. Auch das Karma kann man teilweise an der Mondstellung im Horoskop ablesen. Manche Astrologen finden sogar Hinweise auf vergangene Inkarnationen.

Der Mond ist das Symbol von Werden und Vergehen, da er beständig seine Gestalt verändert. Beim Mond geht es um Innerlichkeit und Empfänglichkeit. Der Mond zeigt, was uns prägt und beeinflusst. Unsere Wünsche, Bedürfnisse und emotionalen Begegnungen werden durch die Stellung des Mondes angezeigt. Der Mond sucht Verbundenheit, Geborgenheit und Schutz. Er symbolisiert nicht nur die Mutter, sondern auch unser Zuhause, den Ort, an dem wir ganz wir selbst sein können, mit allen Licht- und Schattenseiten.

Es ist verständlich, dass der Mond im Kindesalter eine größere Rolle spielt als die Sonne. Auch prägende Kindheitserfahrungen, die noch lange erinnert werden, gehen auf den Einfluss des Mondes zurück - ebenso Traumata. Es besteht beim Mond aber prinzipiell die Neigung, in seinen schwierigen Konditionierungen aus der Vergangenheit stecken zu bleiben, wenn man stark von seinem Unterbewusstsein geprägt ist und sich aus dem Instinkt heraus zu sehr der Macht seiner Gefühle und Launen überlässt und sich von ihnen manipulieren lässt.

Für die positiven Energien des Mondes müssen wir also erst erwachen und eine hohe Form der Reinheit und Ausgeglichenheit erlangen. Der Geist muss so zur Ruhe gebracht werden wie die Wellen eines Sees, damit er das Sonnenlicht rein und klar spiegeln kann. Wenn wir Herrschaft über unsere Gefühle erringen, können wir unsere Empfänglichkeit öffnen für höher schwingende Gefühle der spirituellen Verbundenheit, so dass unsere feinstofflichen Sinnesorgane und Chakren erwachen und wir das innere Licht der Wahrheit erkennen. Der Mond wird dann Träger und Vermittler dieser Energien, und wir können das Licht des Göttlichen weitergeben.

Der Mond ist der Planet der Empfänglichkeit. Als sensibler und veränderlicher Planet lässt er sich leicht von anderen planetaren Energien beeinflussen und überwältigen. Steht der Mond in einem günstigen oder ungünstigen Aspekt mit einem anderen Planeten, kann seine Energie nur schwer rein zum Ausdruck kommen. Die anderen Planeten werden in ihren günstigen und ungünstigen Eigenschaften durch den Mondeinfluss ebenfalls verstärkt und können ihrerseits nur schwer Stabilität erlangen.

Der Einfluss des Mondes auf die Natur und den Menschen

Nacht Hund Mond Baum.jpg

Der Mond ist neben der Sonne derjenige Himmelskörper, der am stärksten Einfluss auf den Menschen nimmt. Auch wenn für viele Menschen heutzutage Astrologie Glaubenssache ist, so nehmen etliche dennoch die Energien des Mondes wahr, z.B. dass sie bei Vollmond unter Schlaflosigkeit leiden oder dass es im Straßenverkehr aggressiver zugeht. Der Einfluss des Mondes betrifft sowohl die Mondphasen als auch das vom Mond reflektierte Licht der Sonne.

Die Mondphasen könnte man so beschreiben: "Bei zunehmendem Mond nimmt der Lebensstrom der Erde ständig zu, um dann bei Vollmond am stärksten zu sein. Das hat sehr günstige Auswirkungen auf das Wachstum der Natur – und auch auf unsere Aktivitäten. Es ist die Zeit, in der Vorhaben verwirklicht und in die Tat umgesetzt werden. Der abnehmende Mond zieht dagegen alle Kräfte nach innen und verhindert bei Neumond fast jedes Wachsen."[9] Neumond ist die Phase der Regeneration und Erneuerung.

Der Mond regelt nicht nur Ebbe und Flut, sondern da der Mensch zu 70% aus Wasser besteht, ist es nicht verwunderlich, dass er sich ganz besonders auch auf das zyklische Geschehen der Sekrete auswirkt. Dazu gehört z.B. der hormonell gesteuerte Fruchtbarkeitszyklus der Frau. Es heißt, wenn eine Frau ohne künstliche Lichtquellen lebt, dass sich ihr Zyklus ganz nach den Mondzyklen richtet. Heute ist das jedoch nur noch selten der Fall, so dass jede Frau ihren individuellen Zyklus hat. An Vollmond werden aber noch heute erfahrungsgemäß mehr Jungen und an Neumond mehr Mädchen geboren.

Je nach Stellung des Mondes in den zwölf Tierkreiszeichen verändern sich die körperlichen Energien und Vitalitäten der Menschen. Zahlreiche Mondkalender geben Tipps für den Alltag, um die Mondenergien nutzbar zu machen. So soll bei abnehmendem Mond das Abnehmen von Körpergewicht leichter möglich sein. Wenn der Mond in einem Wasserzeichen steht, soll es günstig sei, Wäsche zu waschen oder die Wohnung zu reinigen. Andere Tage eignen sich zum Haare schneiden oder für Zahnarztbesuche.

Besonders die Wachstums- und Fruchtbarkeitszyklen der Pflanzen stehen unter kosmischem Einfluss. Daraus haben Maria Thun und andere Naturforscher Mondkalender für Aussaat, Pflanzenpflege und Ernte entwickelt. Der Aussaatkalender nach Maria Thun wird nach dem siderischen Tierkreis berechnet (was Sinn macht, da dieser das tatsächlich am Himmel zu sehende Sternbild wiedergibt). Auch sind die einzelnen Pflanzen unterschiedlichen Tierkreiszeichen zugeordnet, was ebenfalls beachtet werden kann.

Mond-Yoga ist eine ideale Möglichkeit, Körper und Geist mit den natürlichen Rhythmen des Mondes wieder in Einklang zu bringen. Dazu wird die Hatha-Yoga-Praxis auf die Mondzyklen abgestimmt und der Gang des Mondes durch die Tierkreiszeichen berücksichtigt.[10]

Mond Fastentage

Ekadasi (Sanskrit: ekādaśī, "elf") besagt, dass jeweils der elfte Mond-Tag in einem Mondmonat ein idealer Fastentag ist. Ein Mondmonat hat 28 Tage und zwei markante Mond-Tage sind der Neu- und der Vollmond. Folglich stehen uns zwei effektive Fastentage in einem Mondmonat zur Verfügung. An den Tagen wird insbesondere in der Yogatradition das Fasten empfohlen, da sie besonders reinigend auf unseren Organismus wirken.

Entsprechungen

  • Domizil: Der Mond ist Herrscher über das Sternzeichen Krebs. Im Steinbock steht er im Exil, zugleich ist er in Stier erhöht und in Skorpion im Fall.
  • (Weltliche) Entsprechungen: Mutter, Familie, Frau, das Zuhause, enge Vertrauenspersonen, Herbergen, soziale Einrichtungen (Heime, Krankenhäuser), Höhlen
  • Vertreter: Mütter, Menschen in pflegenden und fürsorgenden Berufen (Krankenschwestern, Pflegekräfte, Betreuer, Gastwirte)
  • Mineralien: Silber, Perlen, Mondstein
  • Pflanzen: Reis, Brunnenkresse, Beifuß, Frauenmantel, Birke, Weide; wässriges Gemüse wie Gurke, Melone, Kürbis, Salate, Kohl
  • Tiere: Wasser- und Schalentiere (Schnecken, Muscheln), Weichtiere
  • Körperliche Entsprechungen: Magen, weibliche Brust, Gebärmutter, Körperflüssigkeiten (Lymphe, Muttermilch, Samenflüssigkeit, Sekrete, Hormone), linkes Auge, linkes Nasenloch (Ida), linke Körperhälfte, vegetatives Nervensystem, Rhythmen des Körpers, Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Krankheiten: Magenerkrankungen, Wasser (Ödeme), Probleme mit den Lymphdrüsen, aber auch Blutarmut, Mangel an Körperflüssigkeiten, Austrocknung, Unfruchtbarkeit, Menstruationsbeschwerden, psychische Erkrankungen.
  • Positiv: Gefühle/ das Fühlen, Unterbewusstes, Instinkt, Nachtbewusstsein, Träume,(Kindheits-)Erinnerungen, der selbstreflexive, nach innen gewandte Geist, das aus der Vergangenheit geschaffene Karma, das Weibliche/ Mütterliche, Häuslichkeit, Geborgenheit, Empfänglichkeit, das Bergen, Aufnehmen und Beschützen, Flexibilität, Empfindsamkeit, Religiosität.
  • Negativ: konditionierte Gewohnheitsmuster, instinktives, launenhaftes Reagieren, emotionale Instabilität, leichte Beeinflussbarkeit, Verwundbarkeit, Launenhaftigkeit, Depressionen, negatives Denken, evtl. neurotisches Denken, Unruhe, Ängstlichkeit und Mutlosigkeit, Vergangenheitsverhaftung, Dogmatismus und Traditionalismus.

Zuordnungen

Heilung und Transformation

Das Tragen von Heilsteinen kann einen schwachen Mond ausgleichen, besonders geeignet ist eine natürliche Meeresperle, möglichst in Silber oder weißes Gold eingefasst. Auch der Mondstein ist gut. Diese sind besonders an einem Montag zu tragen.

Weiß ist die beste Farbe für den Mond, auch weiße Farbschattierungen, aber dunkle und trübe sowie feurige Farben sind zu meiden.

Als Kräuter eignen sich lindernde, stärkende Kräuter wie Eibisch, Ulme, Beinwell, Salomonssiegel, Shatavari und Rehmannia.

Heilung fördern auch die Duftöle aus weißen Blüten wie Jasmin, Gardenia, Lotos und Linie, auch Sandelholzöl, über dem Herzen oder dem dritten Auge aufgetragen.

Gottheiten: die göttliche Mutter, die große Göttin Mahadevi (Mahashakti), das kosmische Weibliche, Muttergöttinnen aller Traditionen: Parvati, Lakshmi, Tara, Isis, die Gottesmutter Maria.

Yoga: Bhakti Yoga, besonders in Verehrung der göttlichen Mutter; Zugehörigkeit zu einer spirituellen Tradition, welche die Empfänglichkeit und Hingabe fördert.

Wer die Mondenergien stärken will, kann den Mondgruß (Chandra Namaskar) und als Pranayama Chandra Bheda regelmäßig üben.

Apana wird dem Mond zugeordnet, Prana der Sonne.

Das Hauptmantra für den Mond ist: "Om Chandraya Namaha." oder: "Om Somaya Namaha."

Das Saatmantra: "Cham" oder "Som". "Shrim" ist das Hauptmantra der Göttin.

Diese Mantras sind besonders an Montagen oder abends zu wiederholen, vor allem kurz vor Vollmond (ggf. auch Halbmond).[11]

Das Bija-Mantra für das Mond-Chakra oberhalb der rechten Augenbraue ist "Tham". Es wirkt beruhigend auf die Mondenergie.

Fußnoten

  1. Vgl. http://www.dasschwarzenetz.de/griechen/artemis.htm
  2. Vgl. Vortrag von Sukadev: http://wiki.yoga-vidya.de/Soma
  3. Zit. n. David Frawley: Astrologie der Seher, Windpferd: 2003, S. 83.
  4. Zit. n. http://www.jyotishi.de/index.php/jyotish/50-grahasplaneten/52-mondchandra.html
  5. Zit. n. David Frawley, S. 68.
  6. Frawley, S. 83.
  7. Vgl.: http://www.jyotishi.de/index.php/jyotish/50-grahasplaneten/52-mondchandra.html
  8. z.B. Hartmann von Aue, Die Klage.
  9. Zit: http://noeastro.de/wissen-seminare/wissen/astro-wissen/astro-schule/der-mond/
  10. Birgit Feliz Carrasco: Mond-Yoga: Die heilsame Kraft der Mondrhythmen nutzen, Knaur: 2013. Sadhana Mondyoga Kalender: https://www.facebook.com/Sadhana-Mondyoga-Kalender-193367980835440/
  11. Die Empfehlungen zu „Heilung und Transformation“ sind überwiegend dem Buch „Astrologie der Seher“ von David Frawley, S. 240-242, entnommen.

Siehe auch

Literatur

  • Felber, Frank: Lehrbuch der esoterischen und exoterischen Astrologie, Jupiter + Uranus Verlag: 2007.
  • Frawley, David: Astrologie der Seher, Die große Einführung in die spirituellen und yogischen Grundlagen vedischer Astrologie, Windpferd: 2003.
  • Birgit Feliz Carrasco: Mond-Yoga: Die heilsame Kraft der Mondrhythmen nutzen, Knaur: 2013.

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