Freude

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Freude ist ein Gefühl der Hochstimmung, der inneren Heiterkeit. Freude ist laut Yoga die wahre Natur des Menschen. Wenn der Mensch ganz in sich ruht, empfindet er tiefe Freude.

Was ist Freude ? Woher stammt das Wort? Wozu ist Freude gut? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie kultivieren? Was ist das Gegenteil von Freude ?

Swami Sivananda über ewige Freude

Leute, die nur darauf bedacht sind materiellen Wohlstand anzuhäufen, weltlichen Erfolg zu haben, Reichtum und Macht, planen und steuern ihr Leben in der Weise, die dem Erlangen ihrer Ambitionen angemessen ist. Sie geben alles, um Erfolg zu haben und sich selbst mit Ruhm zu krönen. Begierig sehnen sie sich danach, in den Augen der anderen als Menschen von Bedeutung und Besitz zu erscheinen. Jeder wünscht sich Popularität, Ruhm, sozialen Status und Erfolg bei allen Vorhaben. Jeder macht sich daran, sich mit allen möglichen modernen Errungenschaften auszurüsten, bewegt sich rastlos in eleganter Gesellschaft und ersinnt ständig Wege und Mittel um über alles und jeden die Oberhand zu haben — dies scheint das einzige Lebensziel zu sein.

Aber nach all diesen Höhen des Erfolges, der unsicher und flüchtig ist, wo sind wir? Der vermeintliche Erfolg hält nie lange an und all unsere Hoffnungen scheinen zu zerbrechen; Wolken von Angst und Pessimismus beginnen sich um uns zu bilden und bedrohen uns mit alptraumhaften Spekulationen einer unsicheren Zukunft. Rückschläge und Enttäuschungen erscheinen nach und nach in jedem Stadium. Die Schläue und der schneidende Scharfsinn des Menschen scheitern an den harten Fakten des Lebens. Er scheitert nach den ersten Versuchen und stürzt sich danach in Verzweiflung. Seine Intelligenz, Gewandtheit, Kultiviertheit und Anpassungsfähigkeit verflüchtigen sich beim ersten Test. Er ist entmutigt, wird rastlos, verflucht sein Schicksal und blickt finster drein. Er ist komplett desillusioniert. Er läuft mit kummervoller Miene umher, wie ein dem Untergang geweihter.

Mensch! Kopf hoch; diese Lappalien werden dir letztendlich nicht helfen. Sie sind alle vergänglich; du bist das unvergängliche Kind der Ewigkeit; du bist nur vom rechten Weg abgekommen. Schüttle alle Verzweiflung und alles Elend ab. Befreie dich von allen erdachten Schmerzen. Erkenne, dass du in Wirklichkeit für etwas Größeres vorgesehen bist, etwas, das mehr und etwas Höheres bedeutet als ein Sklave der flüchtigen, kurzlebigen Vergnügungen dieser Welt zu werden. Erkenne, dass du für ein edleres Leben engagierten, rechtschaffenden Dienstes bestimmt bist, für wahre Hingabe und ein Leben, das auf Weisheit aufbaut. Verstehe, dass dieser selbstlose Dienst sowohl dem Diener als auch dem Bedienten von Vorteil ist. Dies allein macht das Leben ertragreich und ebnet den Weg für die anderen beiden. Habe Vertrauen in den gütigen Herrn, der die Quelle aller enthaltenen Freude und wahrer Seligkeit ist.

Nur die Gerechten können wahrhaft glücklich werden. Nur wer im rechten Sinne dient und diesen Dienst einzusetzen vermag, kann ein wertvolles Leben führen. Man muss die definitive Überzeugung der Überlegenheit der moralischen Prinzipien, ethischen Werte und spirituellen Ideale in sich tragen, die den Tagesablauf bestimmen und als kraftvolles Mittel zur Kultivierung der menschlichen Persönlichkeit dienen. Dies ist das Hauptziel und der Zweck des Lebens. Wenn etwas das Leben rechtfertigt, dann das Gesetz der Rechtschaffenheit. Rechtschaffenheit ist nicht nur so etwas wie eine moralische Richtlinie; sie ist das Grundprinzip des Lebens. Sie erfüllt unsere Verantwortung als Teil der Gesellschaft, bestätigt die Würde des Menschen und seinen Einsatz für die Ideale von Wahrheit und Gerechtigkeit, erhebt ihn über alles, das vulgär, gemein, böse und ungerecht ist.

Die Vergnügungen dieser Welt, geboren aus dem Kontakt der Sinne mit ihren Objekten sind Quellen des Schmerzes, sie sind flüchtig und vergänglich, und daher finden weise Menschen an ihnen kein Vergnügen. Objektive Erfahrungen aller Beschreibung, sowohl angenehm als auch unangenehm, entfernen den Geist von seinem Ursprung — dem inneren Atman. Jeder Moment der Trennung des Geistes von Atman ist nichts als schmerzvoll. Ob die Empfindung, die den Geist ablenkt, angenehm und daher schön, oder unangenehm daher schmerzhaft ist, ändert nichts an der Tatsache, dass sie den Geist von der Quelle der Wonne, dem Atman, fern hält; und daher (egal, ob man in dem Moment das Gefühl hat oder nicht) sind alle derartigen Erfahrungen wahrhaft schmerzhaft. Darum erklärten die Weisen: 'Sarvam Duhkham Vivekinah',--Alles in dieser phänomenalen Welt ist letztendlich schmerzhaft! Dies ist keine pessimistische Lebenseinstellung, sondern herrlicher Optimismus. Es ist mit Sicherheit eine Tatsache. Derartige Erklärungen in den Schriften sollen Sachlichkeit im menschlichen Geist hervorrufen und sein Urteilsvermögen steigern. Der wahre Aspirant versucht sich von den von Begierde gesteuerten Aktivitäten zu befreien, praktiziert Selbstbeherrschung und versucht sich nach dem Herrn auszurichten. Mit anderen Worten, der Aspirant ist bestrebt, sich seiner niederen Natur zu entledigen und gibt seine komplette Persönlichkeit an die höhere Natur.

Ziehe Geist und Sinne von den Objekten zurück. Sammle all die verstreuten Strahlen des Geistes und richte den konzentrierten Strahl des Geisteslichtes auf die innere Kammer des Herzens. Dies wird den dicken Schleier der Ignoranz zerreißen, der den Eingang zum Raum der Wonne verdeckt, den Sitz von Atman. Du wirst für immer beständigen Frieden und ewige Freude erleben. Ist das Pessimismus? Nein, es ist herrlichster Optimismus. Aber wer diese unbeschreibliche Wonne genießen möchte, muss den Preis dafür bezahlen; und der Preis ist Vairagya, oder Leidenschaftslosigkeit, geboren aus der Unterscheidung zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen.

Ein Skeptiker könnte fragen: Wenn Sinnesfreuden die Quelle von Schmerz sind, warum wendet der Mensch sich nicht genauso bereitwillig von ihnen ab wie vom Schmerz? Dies scheint eine schwierig zu beantwortende Frage. Die mysteriöse Macht des Herrn benebelt das Verständnis der Menschen, verbirgt die Wirklichkeit vor ihm und projiziert eine Unwirklichkeit. Unter diesem vergifteten Einfluss versucht der Mensch den Schatten zu ergreifen und verfehlt das Wesentliche. Es täuscht den Menschen bei jedem Schritt. Wie ein Frosch, der, in den Kiefern des Todes, schon halb von der Schlange verschluckt, noch eifrig seine Zunge nach einer vorbeifliegenden Fliege ausstreckt; hält der Mensch, der bei seiner Geburt schon den sicheren Tod mitbringt, an jedem vorbeiziehenden Trugbild fest und hofft vergeblich, seinen Durst in einem solchen zu stillen. Die Macht der Maya ist so beeindruckend, dass sie selbst fortgeschrittenen Sadhakas Hindernisse in den Weg legt. Der Aspirant muss ewig wachsam sein, bis er in den Genuss der höchsten Wonne kommt und mit dem Höchsten Eins wird. Der Sadhaka sollte Nirodha Samskaras hervorrufen (Impressionen, die böse Eindrücke unterdrücken) und fühlen, dass allein das Selbst Wonne ist und alles andere nur Elend.

Divine Life ist der Weg, um dieses Ergebnis einfach zu erlangen. Wenn der Aspirant Ahimsa, Satya und Brahmacharya praktiziert (Gewaltlosigkeit, Wahrheit und Mäßigung) in Gedanken, Worten und Taten; wenn er regelmäßig Sadhana betreibt (von Japa, Dhyana, Svadhyaya (Studium der heiligen Schriften); Sankirtana und Selbstloser Dienst); wenn er versucht, Namen und Formen zu durchdringen und sein eigenes Selbst in allem zu sehen; wird er schnell die Gnade des Herrn erhalten, und mit dieser Gnade wird er den enormen Ozean seines Lebens überqueren. Divine Life ist daher Leben in Gott. Wo immer du bist wirst du tatsächlich fühlen, dass der Herr immer in dir und überall um dich ist. Was immer du tust, du wirst fühlen, dass du es nur für Ihn tust. In jedem, den du siehst, wirst du nur Ihn sehen. Du wirst alles als Manifestation Gottes lieben. Du wirst allen dienen, als dientest du Ihm. Hier und jetzt, auf dieser Erde wirst du in deinem eigenen Paradies leben, das aus der Essenz Gottes besteht. Dein Leben an sich wird göttlich werden; deine innere Natur der reinen Wonne wird aus dir strahlen.

Hier der Originaltext

Freude als hilfreiche Tugend

Auszug aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Kann man sagen Freude ist eine Tugend? Vielleicht nicht unbedingt, aber Freude ist eine Fähigkeit, Freude ist eine Eigenschaft. Im Yoga sagen wir sogar: Freude ist deine wahre Natur. Wir singen bei Yoga Vidya gerne ein Lied, das nennt sich: „Anandoham. Ich bin Freude.“ Oder es gibt auch ein schönes Lied: „Ich habe Freude in meinem Herzen, jede Stunde, jeden Tag.“ Freude ist immer da.

Gut, du hast nicht immer Zugang zu Freude, aber du kannst die Freude bewusst kultivieren, du kannst dir Momente nehmen, um Freude zu empfinden. Freude ist nicht etwas, was abhängt von anderen Menschen ist. Manche Menschen sagen: „Ich hätte ja Freude, aber leider, mein Partner, meine Kinder, meine Eltern, mein Chef, meine Kollegen, die Umstände usw.“

Du brauchst nichts wirklich für Freude. Es gibt auch dieses schöne Lied: „Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König.“ Du musst deine Freude nicht von anderen abhängig machen. Wie kannst du Freude empfinden? Ich gebe dir nur ein paar Tipps. Eine Möglichkeit ist, schaue dir eine Blume an, wenn du eine Blume anschaust, lasse die Schönheit der Blume auf dich wirken, spüre die Schönheit der Blume, spüre Freude im Herzen.

Nimm dir einen Moment Zeit, einen Baum anzuschauen, nimm dir einen Moment, die Wolken, oder den Himmel, oder die Sterne anzuschauen. Nimm dir einen Moment, einen Menschen, den du liebst, anzuschauen und zu spüren. Spüre Freude. Oder gehe in dein eigenes Herz hinein und spüre im Herzen Freude. Egel, was an der Oberfläche deines Geistes ist. In diesem Moment magst du vor irgendetwas Angst haben, du magst Lampenfieber haben, du magst Bedenken haben, du magst frustriert sein, aber in der Tiefe deines Wesens, in der Tiefe deines Herzens, ist Freude, jetzt und in diesem Moment.

Auf einer oberflächlichen Ebene hast du gute Gründe, dich über alles Mögliche aufzuregen, aber in der Tiefe deines Herzens ist Freude und Liebe, das kannst du spüren, in diesem Moment. Das ist also ein Aspekt von Freude, Freude zu erfahren, dir Momente der Freude zu nehmen und alles andere mal vorübergehend wegzulassen. Zweiter Aspekt der Freude ist, das, was du tust, mit Freude zu tun. Es ist, man kann sagen, der aktive Aspekt der Freude. Freude hat einen passiven Aspekt, sie zu erleben, und es hat einen aktiven Aspekt, etwas mit Freude zu tun.

Das, was du tust, tue es mit Freude, tue es mit Enthusiasmus, stecke dein Herz hinein. Ich habe eine kluge Mutter, die hat gerne gesagt: „Was du machst, mache es richtig, mache es mit Freude, mache es mit Energie, stecke Herz hinein und stecke auch deine ganzen Fähigkeiten hinein.“ So wird man letztlich glücklich. Mache das, was du tust, mit Freude.

Du kannst auch sagen: „Wie kann das gehen. Sukadev, du kennst meinen Job nicht, du lebst in einem Ashram, du lebst in einer spirituellen Lebensgemeinschaft, du hast gut reden, du weißt gar nicht, wie mein Leben ist.“ Gut, das stimmt, ich weiß nicht, wie dein Leben ist. Aber ich würde vermuten, mindestens in manche deiner Tätigkeiten kannst du auch Freude hineinstecken.

Wenn du staubsaugst, kannst du mit Freude Staubsaugen. Du kannst bewusst sagen: „Ja, Staubsaugen ist ein Moment der Ruhe, ich mache es mit Freude. Einatmen, Staubsauger nach vorne, ausatmen, nach hinten. Oder ich schaue den Teppich an oder ich nutze die Gelegenheit, gleichmäßig zu atmen. Ich höre im Staubsaugergeräusch Om und das ist ein kosmischer Klang.“

Du kannst den Abwasch mit Freude machen, wo du sagst: „Auch ein paar Momente, wo ich einfach etwas körperlich tun kann.“ Du kannst aber auch im Job Freude hineinbringen. Manchmal kannst du auch überlegen: „Angenommen, ich würde das, was gleich anliegt, mit Freude machen. Wie würde ich es machen? Angenommen, ich würde das, was zu tun ist, mit Freude machen, wie würde ich es machen? Angenommen, ich könnte es mit Freude machen, wie würde sich das anfühlen?“ Also, vielleicht fasse ich das nochmal kurz zusammen, dass es praktikabel ist.

Um Dinge, die du tun musst, mit Freude zu machen, gibt es drei Möglichkeiten. Erste ist, Affirmationen, indem du sagst: „Ich freue mich darauf, das und das zu tun.“ Du brauchst nicht darüber nachdenken, sondern: „Ich freue mich darauf, das und das zu tun.“ Zweite Möglichkeit: „Angenommen, ich würde es mit Freude machen, wie würde sich das anfühlen?

Ja, ich weiß, mir graut es davor und ich weiß nicht usw. Aber angenommen, ich würde es mit Freude tun, wie würde es sich anfühlen? Angenommen, ich würde es mit Freude tun, was würde ich machen?“ Dritte Möglichkeit ist, du kannst sagen: „Wie müsste ich es machen, damit ich es mit Freude machen kann? Wie könnte ich es machen, damit es Freude bereitet? Wie müsste ich es machen, damit ich es mit Freude tue?“

Es gibt auch noch eine vierte Möglichkeit, die beides verknüpft, nämlich die passive und die aktive Freude. Du kannst dir eben sagen: „In der Tiefe meines Herzens ist Freude. Auf der Oberfläche meines Geistes ist Bedenken und Zweifel und mir graut es, aber in der Tiefe meines Herzens ist jetzt und in diesem Moment Liebe und Freude. Und was auch immer äußerlich da ist, in der Tiefe meines Herzens ist Liebe und Freude.

Und aus der Tiefe meines Herzens kommt Freude, Entschlusskraft, Begeisterung und das wird mich schon bald ganz durchdringen. Aus der Tiefe meines Herzens kommt ein Pulsieren, das alle Zellen meines Körpers durchdringt. Aus der Tiefe meines Herzens, aus der Freude meines Herzens kommt eine Kraft, ein Enthusiasmus, eine Begeisterung, die durch mich hindurch strömen wird. Es mag sein, dass auf einer oberflächlichen Ebene ich weiter Bedenken habe und Traurigkeit habe und frustriert bin, aber in die Tiefe meines Herzens ist Freude. Und diese Freude aus der Tiefe meines Herzens macht sich schon einen Weg und schon bald wird diese Freude durch mich hindurch strömen.“

Meditation der Freude

Meditationsanleitung von Swami Nirgunananda

Findet deine Stellung in der du nach Möglichkeit etwa 20 Minuten aufgerichtet sitzen kannst. Brustkorb nach vorne öffnen, aufrecht und gerade. Wir wollen diese Meditation der Freude mit einer Visualisierung, einer Art Fantasiereise, machen.

Krishna gilt in der indischen Mythologie als das Urprinzip, die Verkörperung von Freude, Leichtigkeit, Lebensfreude. Stelle dir vor, dass du dich jetzt mit deinem Bewusstsein auf eine Reise zu Krishna begibst. Eine wunderschöne Wolke senkt sich herab, auf die du steigst. Sie trägt dich über Wälder, Wiesen, Seen, Meere und dann siehst du unter dir einen breiten, in der Sonne glitzernden Fluss, den Yamuna-Fluss, und daneben ausgedehnte, blühende Blumenwiesen. Deine Wolke senkt sich langsam auf die Wiese. Du steigst aus, gehst über die Wiese. Du hörst das Zwitschern von Vögeln, siehst die vielen verschiedenen blühenden Blumen, atmest ihren Duft und ein Stückchen weiter siehst du weiße Kühe. Sanfte freundliche weiße Kühe, die auf der Wiese liegen oder grasen. Und du siehst Krishna mit blauer Haut - Symbol für Liebe, Mitgefühl, Herz - in wunderschöne, fließende, glänzende Gewänder gehüllt. Er steht tänzelnd da mit seiner Flöte und lächelt dir zu. Dieses Lächeln weckt einen Widerhall in dir, in deinem Herzen. Es setzt sich fort in deinem ganzen Körper wie Wellen des Lächelns und der Freude. In deinem ganzen Körper, in deinem ganzen Geist und deiner Psyche. Wellen der Freude, der Leichtigkeit.

Und Krishna spielt auf seiner Flöte. Vielleicht kannst du die Klänge hören. Eine wunderschöne, harmonische Melodie die deine Seele berührt, die deine Seele ruft sich diesem höherem Glück, dieser höheren Freude mehr und mehr zu öffnen und zuzuwenden. Vielleicht bewegst du dich im Geiste tänzelnd leicht zu den Klängen der Flöte oder vielleicht setzt du dich auch einfach hin oder legst dich in deiner Vorstellung hin und lässt diese Klänge auf dich wirken. Und lässt mehr und mehr diese Schwingung und Atmosphäre der Freude, der Leichtigkeit, in dein Herz, in dein ganzes Wesen einziehen. Diese Freude wird stark, immer stärker. Es ist kein Raum mehr für etwas anderes. Du weißt, ganz tief innen, im Grunde genommen ist alles gut. Im Grunde genommen bin ich immer geborgen in diesem Höchsten, Göttlichen. Im Grunde genommen, dank dieser Geborgenheit, gibt es nichts worüber ich mir Sorgen machen muss. Meine wahre Natur ist diese Freude, für die Krishna archetypisch als Symbol steht.

Nimm weiter diese wunderschöne, harmonische Szenerie in dich auf. Lausche den Klängen der Flöte, lass die Leichtigkeit und Freude von Krishna dich ganz durchdringen, dein Herz, dein Wesen ganz erfüllen und ausstrahlen in alle Richtungen, dich leicht, strahlend, voller Freude machen. Genieße diese Freude – Ananda – göttliche, unvergängliche, unendliche Freude, unabhängig von äußeren Umständen. Lass sie mit jedem Atemzug stärker und stärker werden, mehr und mehr dein ganzes Wesen erfüllen und ausstrahlen in die ganze Welt, während der nächsten Minuten in der Stille.

Wenn du willst kannst du für dich auch das Mantra wiederholen: "Anandoham – Ich bin Wonne." Vertiefe langsam wieder deinen Atem. Nimm dieses Bild und das Gefühl der Freude mit. Lass dein Bewusstsein mit der Wolke wieder zurück bringen, ins Hier und Jetzt. Sei bewusst wieder hier in deinem Körper. Vertiefe den Atem. Om, Om, Om.

Entwicklung von Freude

Freude.jpg

Freude kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Freude in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Freude zu kultivieren. Du kannst nicht mehrere Tugenden auf einmal entwickeln. Aber es ist möglich, jede Woche eine Tugend, eine Eigenschaft, wachsen zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Freude kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein freudigerer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Freude ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z. B.: "Ich entwickle Freude." Mehr Möglichkeiten zu Affirmationen findest du weiter unten.
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine solche Affirmation: "Ich bin freudig."

Affirmationen zum Thema Freude

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Affirmationen für mehr Freude Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr darüber.

Klassische Autosuggestion für Freude

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin freudig.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin freudig. Om Om Om.
  • Ich bin ein Freudiger, eine Freudige.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Freude

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin freudig." - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Freude.
  • Ich werde freudig.
  • Jeden Tag werde ich freudiger.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Freude.

Dankesaffirmation für Freude

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag freudiger werde.

Wunderaffirmationen Freude

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren, die Sukadev Volker Bretz als Wunderaffirmationen bezeichnet:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr freudig. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Freude entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr freudig zu sein.
  • Ich bin jemand, der freudig ist.

Gebet für Freude

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Freude:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Freude.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein freudiger Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Freude mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Was müsste ich tun, um Freude zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Freude zu entwickeln?
  • Wie könnte ich freudig werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Freude.
  • Angenommen, ich will freudig sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre freudig, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Freude kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als freudiger Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Freude und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Freude in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Freude

Ähnliche Eigenschaften wie Freude, also Synonyme zu Freude sind z. B. Begeisterung, Euphorie, Hochstimmung.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Freude übertrieben kann ausarten z.B. in Überschwang, Gefühlsüberschwang, Leichtsinn. Daher braucht Freude als Gegenpol die Kultivierung von Mitgefühl, Mitleid, Askese.

Gegenteil von Freude

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Freude, Antonym zu Freude :

Freude im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Vortragsmitschnitt zu Freude

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Siehe auch

Literatur

Weblinks

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