Hindernis

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Ein Hindernis ist etwas, das sich uns auf unserem Weg entgegenstellt und uns daran hindert, Fortschritte zu machen oder ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der indische Weise und Yoga Meister Swami Sivananda erläutert in den nachfolgenden Texten, auf welche Hindernisse wir auf dem spirituellen Weg treffen und wie wir sie überwinden können.

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Hindernisse für Meditation und spirituellen Fortschritt

Grundlegendes über Hindernisse für Meditation und die spirituelle Entwicklung

von Swami Sivananda

Die Eindrücke früherer Leben (Samskaras), Feindschaften, Hass, Lust, Eifersucht, Furcht, Ehre, Achtung usw., konkretisieren sich oft in bestimmten Formen und stellen sich dem Schüler in den Weg. Dieser vermag sie nur einen nach dem anderen fortzuräumen, wenn er ein kluges und vernünftiges Verständnis für die verschiedenen Hindernisse aufbringt, die als Steine auf dem Pfad zur Selbstverwirklichung liegen.

Wie der Kapitän mit Hilfe eines Lotsen an einer gefährlichen Küste vorbei einen Hafen erreicht, so wird der Schüler dank genauer Kenntnis dieser Hindernisse und der Möglichkeit ihrer Überwindung das Meer des Geistes sicher durchsteuern. Darum soll nachstehend eine Einteilung der verschiedenen Hindernisse und die wirksamste Methode angegeben werden, diese beim Üben der Meditation zu überwinden.

Da die wirklichen und ernsthaftesten Störungen aus dem eigenen Innern und nicht von außen kommen, ist die Hauptaufgabe, sein Bewusstsein im richtigen Sinn zu schulen. Man wird den verschiedensten Hindernissen begegnen, wenn man seine Gedanken zu beherrschen und in tiefe Meditation und Samadhi einzudringen sucht. Auch Buddha, Uddalaka und Sikhidhwaja erfuhren sie. Man darf sich deshalb nicht entmutigen lassen. Nil desperandum. Misserfolge sind Stufen zum Erfolg. Es gibt kein Hindernis für einen Menschen von ernster Entschlossenheit und Willenskraft. Vollkommenheit kann nicht in einer einzigen Geburt erlangt werden.

Die Heiligen erreichten sie durch tugendhafte Handlungen in verschiedenen Geburten. Krishna sagt in der Bhagavad Gita: »Wenn er nur eifrig sich bemüht, andachtsvoll und von Sünden rein, vollendet durch manche Geburt, wandelt er dann die höchste Bahn.« (Kap. 6,45)

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Physische Hindernisse für die Meditation

Zielloses Wandern als Hindernis

Manche Schüler haben die Angewohnheit, ziellos umherzuwandern, da sie nicht an einem Ort zu bleiben vermögen, selbst nicht eine Woche lang. Sie wollen neue Orte, neue Gesichter sehen und mit neuen Menschen reden. Ein rollender Stein sammelt kein Moos an. Ein Sadhak (Schüler auf dem geistigen Weg) sollte zumindest zwölf Jahre (eine Tapas-Periode) an einem Ort bleiben.

Wenn seine Gesundheit zart ist, kann er während des Sommers und der Regenzeit sechs Monate an einem anderen bleiben. Während des Winters mag er in Rishikesh oder Rajpur (Dehradun) leben und während des Sommers nach Badrinath oder Uttarakashi gehen. Die geistige Schulung (Sadhana) aber leidet, wenn er unaufhörlich herumwandert. Wanderung macht müde und schwach.

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Aufgaben des Sadhana (der geistigen Schulung)

Zu Anfang ist der Schüler begeistert von seinem geistigen Weg. Voller Eifer und Interesse erwartet er Erfolg oder geistige Kräfte (Siddhis). Erlangt er diesen Erfolg nicht gleich, ist er entmutigt, verliert er das Interesse an den geistigen Übungen (Abhyasa) und läßt in seinen Bemühungen nach. Eines Tages gibt er dann die geistige Schulung (Sadhana) ganz auf, weil er den Glauben an ihren Erfolg verloren hat. Manchmal lehnt er auch nur eine Art der Schulung ab, da das Bewusstsein nach anderen Arten von Sadhana verlangt, ebenso wie der Körper bisweilen verschiedene Nahrung wünscht und sich gegen die Eintönigkeit auflehnt.

Der Schüler sollte wissen, wie er unter solchen Umständen seinem Bewusstsein schmeicheln und es durch ein wenig Entspannung anregen kann. Mit der geistigen Schulung aufzuhören, wäre ein schwerer Fehler. Unter keinen Umständen sollten geistige Übungen aufgegeben werden, nur weil schlechte Gedanken durch das Tor des Bewusstseins zu dringen versuchen.

Hört der Schüler mit seiner geistigen Schulung auf, wird Satan das Bewusstsein zu seinem Tummelplatz machen. Wenn der Schüler aber nichts von außen erwartet, sondern ernsthaft und regelmäßig in seiner täglichen Übung, in Entsagung (Tapas) und Meditation verbleibt, wird die geistige Schulung (Sadhana) für sich selbst sorgen. Die Früchte werden von selbst reifen.

Lass mich die Worte Krishnas wiederholen: »Kümmere dich allein um die Handlung selbst (Tapas, Sadhana und Meditation) und niemals um ihre Ergebnisse. Nicht die Früchte der Handlungen sollen deine Triebfeder sein, noch sei an Nicht-Handeln gebunden.«

Mühen, die der Schüler auf sich nimmt, werden von Gott mit Zuversicht und Erfolg gekrönt. Da die Reinigung des Bewusstseins und seine Konzentration auf einen Punkt langer Zeit bedarf, heißt es kühl und geduldig sein und regelmäßig in seiner geistigen Schulung (Sadhana) fortfahren.

In der Auswahl seiner Begleiter soll der Schüler vorsichtig sein, da unerfreuliche Menschen seinen Glauben und seine Zuversicht erschüttern werden. Seinem geistigen Lehrer und dem geistigen Pfad, den er lehrt, soll er vollkommen vertrauen und seine geistige Überzeugung durch nichts erschüttern lassen.

Fährt er mit Eifer und Begeisterung in seinen Übungen fort, so wird er schnellen geistigen Erfolg finden und Stufe um Stufe auf der geistigen Leiter emporsteigen, bis er das letzte Ziel erreicht hat.

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Deha Adhyasa (Körperverhaftung durch Unwissenheit)

Siehe unter dem Stichwort Deha Adhyasa

Krankheiten als Hindernisse für Meditation und Spiritualität

Krankheiten entstehen im Körper durch Schlaf während der Tageszeit, durch zu spätes Schlafengehen, durch Exzesse sinnlicher Art, durch Aufenthalt in Menschenmengen, durch Zurückhalten von Urin und Exkrementen, durch unbekömmliche Nahrung, zu starke Gedankenarbeit, Mangel an regelmäßiger Ausarbeitung usw. Entwickelt der Yoga-Schüler durch mangelnde Beobachtung der Gesetze der Gesundheit und durch Unbedachtsamkeit Krankheiten, darf er nicht meinen, sie stammten aus der Yoga-Übung, und diese unterbrechen. Es ist das erste Hindernis auf dem Pfad des Yoga.

Unser Körper ist Werkzeug für die Erreichung der Gotteserkenntnis. Ohne gute Gesundheit kann keine strenge Yoga-Übung und keine Meditation ausgeführt werden. Darum ist es notwendig, den Körper durch regelmäßige Übungen, durch richtige Stellungen und durch Beherrschung des Atems (Pranayama) , durch richtige Nahrung, Sonnenbäder, frische Luft, kalte Bäder usw. gesund und stark zu erhalten.

Wie Wolken die Sonne verdecken und verdunkeln, so überschatten Krankheiten den geistigen Weg. Aber auch dann darf die Übung des Japam, dürfen Konzentration und Meditation nicht aufgegeben werden. Diese kleinen Wolken der Krankheit werden bald vorübergehen. Suggeriere dir den Gedanken: »Selbst das wird vorbeigehen.« Wie man das Essen nicht einmal für einen Tag aufgibt, sollte man auch seine geistigen Übungen nicht einen Tag lang vernachlässigen.

Die Gedanken werden immer versuchen, den Schüler zu betrügen und ihn von den Meditationsübungen abzuhalten. Er darf nicht auf ihre Stimme hören, sondern soll auf die liebliche Stimme seiner Seele achten. Meditation ist selbst Spannkraft und Allheilmittel für die Seele. Bei ernsthafter Krankheit kann man Japa und leichte Meditation auch im Bett ausführen.

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Zuviel Diskussion

Siehe unter Stichwort Diskussion

Umgebung

Ungeeignete Atmosphäre, ungünstige Umgebung und äußere Hindernisse werden dazu beitragen, dass der Schüler den Kampf stärker und sorgfältiger führt. Er wird sich schneller entwickeln und an Willenskraft und Zähigkeit zunehmen.

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Schlechte Gesellschaft

Siehe unter Stichwort Schlechte Gesellschaft

In anderen Fehler finden, Fehler der anderen

Es ist eine abscheuliche, tiefeingewurzelte Angewohnheit des Menschen, immer seine Nase in die Angelegenheiten anderer zu stecken. Wie kann das Bewusstsein eines Schülers sich mit Gott beschäftigen, wenn er immer nur damit beschäftigt ist, die Fehler anderer herauszufinden. Würde er nur einen Bruchteil dieser vergeudeten Zeit auf die Erkenntnis seiner eigenen Fehler verwenden, könnte er in der gleichen Zeit zum Heiligen werden.

Was kümmert er sich um die Fehler anderer, statt sich erst selbst zu läutern und die Unreinheiten seines eigenen Denkens zu entfernen. Wer sich seinen geistigen Übungen sorgfältig widmet, wird auch nicht einen Augenblick Zeit finden, sich um die Angelegenheiten anderer zu kümmern. Hat man es aufgegeben, nach Fehlern anderer zu suchen, wird man auch keine Gelegenheit mehr haben, andere zu kritisieren. Viel Zeit wird mit Verleumdung, Geschwätz und Skandalberichten vergeudet. Zeit aber ist kostbar, denn wir wissen nicht, wann Gott Yama (der Tod) uns das Leben nehmen wird. Man sollte deshalb die Welt ihre Wege gehen lassen, sich um seine eigenen Sachen kümmern, seine Gedanken reinigen und jede Stunde zur göttlichen Betrachtung verwenden. Wer sich in anderer Angelegenheit nicht einmischt, ist der friedlichste Mensch von der Welt.

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Gewohnheit der Selbstverteidigung

Die gefährlichste und dabei alteingefleischte Gewohnheit des Schülers ist es, sich ständig selbst zu verteidigen. Dadurch verfällt er in Selbstbestätigung, Selbstzufriedenheit, Eigensinn, Verstellung und legt falsches Zeugnis ab. So wird er niemals lernen, seine Fehler zuzugeben und sich zu bessern.

In der Selbstverteidigung wird er vor Lügen nicht zurückschrecken, um falsche Behauptungen aufrechtzuerhalten. Er wird eine Lüge aussprechen, um eine andere zu verdecken, und so ad infinitum lügen. Wenn der Schüler seine Fehler, Irrtümer und Schwächen zuzugeben wagt, wird er schnelle Fortschritte machen.

Ungezügelte Impulse als Hindernisse für die Meditation

Impulse stören die Meditation. Alle dunklen, unbewussten Antriebe sollten deshalb von Verstand und Willen beherrscht werden. Vor allem sind sinnliche Impulse und Ehrgeiz zwei störende Faktoren, die einen Guerillakampf gegen den Schüler führen und ihn stets erneut angreifen.

Selbst wenn sie eine Zeitlang ausgeschaltet scheinen, werden sie wieder lebendig. Es bedarf größter Anstrengung, um sich von ihnen freizumachen durch Unterscheidung (Vichara, Viveka) zwischen Atman und Nicht-Atman, zwischen Ich und Nicht-Ich und durch die Empfindung, daß das Ich »Das« ist (Shivoham bhavana).

Unreine und maßlose Ernährung

Aharashuddhan tattwashuddhih;
Sattva shuddhan dhruva smritih;
Smritilambha sarvagranfhinam vipramokslUlIz
(CHANDOGYA UPANISHAD VII, 26, 2)

Eine reine Nahrung enthält reine Natur; eine reine Natur festigt das Gedächtnis, in einem festen Gedächtnis sind alle Knoten (des Herzens) gelöst. Das Mentale bildet sich aus dem feinstofflichsten Teil der Nahrung. Ist die Nahrung unrein, wird es auch das Bewusstsein sein. Weise und Psychologen wissen, dass Nahrung eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Bewusstseins spielt und von unmittelbarem Einfluss ist. Fleisch, Fisch, Eier, ungesunde, scharfe Nahrung wie Zwiebel und Knoblauch sollten von dem Schüler gemieden werden, da sie Leidenschaften und Zorn wecken, ebenso Liköre und Narkotika, Pfefferschoten, Gewürze, scharfe, heiße, saure oder gezuckerte Gerichte. In der Gita steht: Der Reine liebt Speisen, die saftig, mild, fest und angenehm sind und Lebenskraft, geistige Energie, Stärke, Gesundheit, Freude und Liebe steigern. Der Leidenschaftliche wird nach Speisen verlangen, die scharf und erhitzend sind. Sie werden Leiden, Kummer und Krankheit verursachen.

Wer im Dunklen wohnt, liebt Speisen, die abgestanden, geschmacklos, faul oder verdorben sind, Überreste und Unreines. (Kap. XVII, 8, 9, 10) Ein Schüler soll seinen Magen nie überladen. Neunzig Prozent der Krankheiten entstehen durch Unmäßigkeit in der Kost, da die Menschen von Jugend an die Gewohnheit entwickelt haben, mehr Nahrung zu sich zu nehmen, als tatsächlich für sie notwendig ist. Wenn Hindu-Mütter die Mägen ihrer Kinder vollstopfen, ist dies keine richtige Art der Liebe und Verwöhnung. Überladung zieht Erschöpfung und Müdigkeit nach sich. Ohne Hungergefühl sollte man überhaupt nicht essen. Vor allem sollten die Abendmahlzeiten für den Schüler sehr leicht sein: Ein halber Liter Milch mit ein oder zwei Bananen ist vollkommen ausreichend. Überladen des Magens ist Hauptanlass zu nächtlicher Samenentladung. Herumwandernde Mönche (Sannyasin) und Schüler sollten ihre Nahrung (Bhiksha) nur von einem Hausvater erbitten, der seinen Lebensunterhalt auf ehrliche Art verdient.

Unregelmäßigkeit des sadhana

Siehe unter dem Stichwort Unregelmäßigkeit

Nicht-Beobachten der Regeln als Hindernis

Wer keine Meditation ausführen kann, ist auch nicht in der Lage, in Samadhi einzugehen. Meditation kann nicht ausüben, wer seine Gedanken nicht fest auf einen Gegenstand zu richten und zu konzentrieren vermag. Man konzentriert sich nicht, wenn man nicht Pratyahara zu üben versteht, das heißt, die Sinne ganz von den Gegenständen zurückzuziehen vermag. Dies ist nur möglich, wenn man durch Pranayama Beherrschung der Stellungen (Asanas) und des Atems erlangt hat und fest die Regeln Yama und Niyama beobachtet, die die Grundlage des Yoga bilden.

Zügellosigkeit der Zunge

Siehe unter dem Stichwort Zügellosigkeit

Schwache Gesundheit

Siehe unter dem Stichwort Schwache Gesundheit

Falsche Freunde

Falsche Freunde sind wahre Feinde, denn man wird im ganzen Weltall nicht selten einen wirklich selbstlosen Freund finden. Der wahre Freund in der Not, der wirklich für den anderen da ist, ist Gott, der im eigenen Herzen wohnt. Weltliche Freunde kommen, um Geld oder andere Vorteile zu erlangen, wenn man reich ist. Geht es einem schlecht, wird sich niemand um einen kümmern. Selbst Frau und Kinder werden dich aufgeben, denn diese Welt ist voller Geiz, Heuchelei, Doppelzüngigkeit, voll Schmeichelei, Lüge, Betrug und Selbstsucht.

Freunde kommen, um mit leerem Geschwätz die Zeit zu vergeuden, deren Wert sie nicht kennen. Sie suchen dich nach unten zu ziehen und dich wieder in die Welt zurückzuführen. Sie werden dir zuflüstern: »Lieber Freund, was machst du eigentlich? Verdiene lieber Geld, lebe beguem, trink und amüsiere dich. Lass uns in einen guten Film gehen oder tanzen. Wer kann die Zukunft kennen? Wo ist Gott, wo der Himmel? Es gibt nur ein Leben; Befreiung (Mukti) von ihm ist törichtes Geschwätz der Gelehrten (Pandits). Genieße das Leben, statt zu fasten. Da es doch kein Leben nach dem Tod gibt, lass ab von Meditation und Sadhana, die nur Zeitverlust bedeuten.« 

Geben dir die irdischen Freunde solchen Rat, brich ohne Zögern jede Beziehung zu ihnen ab. Sprich mit keinem Freund, so ernsthaft er auch erscheinen mag. Bleib allein, ohne Gesellschaft, und vertraue nur dem einen unsterblichen Freund, der in deinem Herzen lebt und der allein die wahre Sicherheit zu geben vermag. Stelle dein Bewusstsein fest auf die guten Ratschläge ein, die er dir durch dein eigenes Innere gibt, und folge ihnen.

Tandra Alasya Nidra

Tandra Alasya Nidra ist der meditative Döszustand, also Schlafen und Dösen in der Meditation. Mehr darüber erfährst du unter dem Stichwort Tandra Alasya Nidra

Gewöhnliche Vergnügungen

Parfums, weiche Betten, Romane, Theaterstücke, leichte Musik, Tanz, Blumen, Begleitung von Frauen/Männern und schwere Kost erregen die Leidenschaften und verwirren die Gedanken. Zuviel Salz, Pfeffer oder Süßigkeiten wecken starken Durst und stören die Meditation. Zuviel Sprechen, Gehen, Arbeiten, Zusammensein mit Menschen macht das Bewusstsein während der Meditation unruhig.

Haften am Reichtum

Wenn du an deinem Besitz haftest, machst du keine guten spirituellen Fortschritte. Mehr dazu unter dem Stichwort Reichtum

Seelische Hindernisse für die Meditation

Seelische Hindernisse sind Hindernisse auf dem Gebiet der Psyche, der Emotionen und der Gefühle. Swami Sivananda nennt dazu:

Unruhige Träume als Hindernisse für die Tiefe der Meditation

Verschiedene Arten phantastischer Träume können den Schüler in starkem Maß beunruhigen. Manchmal gerät er in eine Mischung von Meditation und Traum. Da das Phänomen der Träume sehr sonderbar und nicht erklärbar ist, wird es sehr schwer sein, die Träume zu beherrschen. Es ist nur möglich, wenn man alle unbewussten Eindrücke (Samskaras) des Kausalkörpers (Karana Sharira) auslöscht und alle Gedanken beherrscht. In dem Umfang, in dem man an Reinheit, Unterscheidung und Konzentration zunimmt, werden die Träume sich auflösen.

Die Tatsache, daß man unruhig träumt, beweist, dass man noch nicht Meister der tiefen Meditation ist, dass man der Zerstreuung seines Bewusstseins noch kein Ende gesetzt hat (Vikshepa) und dass Sadhana noch nicht ununterbrochen und tief ist.

Unbeständigkeit

Auch Unbeständigkeit der Gedanken ist ein schweres Hindernis für die Meditation. Leichte Kost und Pranayama werden diese Gefahr mindern . Nicht den Magen überladen, eine halbe Stunde lang schnell hin- und hergehen, einen einmal gefassten Entschluß unter allen Umständen sofort ausführen, sind Hilfsmittel, um die Unbeständigkeit der Gedanken zu beseitigen und die Willenskraft zu verstärken.

Fünf Hindernisse auf dem Weg der Meditation

Die fünf Hindernisse, die beseitigt werden müssen, sind: Sinnesbegierden, schlechter Wille, Faulheit, Erstarrung, Mutlosigkeit, Unruhe und Ratlosigkeit. Ein Bewusstsein, das von irdischen Wünschen geplagt wird, kann sich nicht konzentrieren oder in Meditation versinken. Schlechter Wille hindert daran, wirkliche Fortschritte zu machen. Erstarrung macht unfruchtbar; Mutlosigkeit und Unruhe lassen die Gedanken umherschweifen. Ratlosigkeit hindert den Fortschritt auf dem geistigen Pfad, der zu Meditation und Samadhi führt.

Traurigkeit und Verzweiflung als Hindernisse für spirituellen Fortschritt

Wie Wolken die Sonne verdecken und verdunkeln, schieben sich Traurigkeit und Verzweiflung vor den geistigen Weg. Gerade dann aber darf man sich Japam, Konzentration und Meditation nicht entziehen. Die düsteren Wolken werden schnell vorüberziehen. Man suggeriere seinem Bewusstsein: »Auch dies wird vergehen.«

Flasche Vorstellungen von Unabhängigkeit

Manche Schüler üben jahrelang ihre Meditation allein und unabhängig, bis sie eines Tages der ernsthafte Wunsch nach einem Guru überkommt, da sie auf ihrem Weg gegen Hindernisse zu kämpfen haben, die sie nicht allein fortzuräumen wissen. Sie beginnen, nach einem Meister zu suchen. Wenn es schon schwer ist, in einer großen Stadt einen Weg wiederzufinden, um wieviel schwerer mag es sein, dem geistigen Weg allein mit geschlossenen Augen zu folgen, der so schmal ist wie eine Messerklinge.

Lass die Gedanken nicht alteingetretenen Wegen folgen. Sinken sie während der Meditation ab, erhebe sie wieder und wecke neue göttliche Schwingungen und Gedankenwellen durch Gebet und Wiederholung von Versen der Gita. Nutzloses Denken vergeudet die geistige Energie, die man sich erhalten soll, indem man schädliche Gedanken vertreibt. Wie Wasser, das durch Rattenlöcher aus den Kanalisationen heraussickert, für das Wachsen der Pflanzen oder das Reifen der Früchte vergeudet ist, so wird der Meditierende seine Anstrengungen vergeuden, wenn er nicht die Tugend der Entsagung (Vairagya) besitzt, und er wird keine Fortschritte machen.

Beschäftigen die Gedanken sich ständig mit materiellen Gegenständen, kann sich die Auffassung von der Wirklichkeit der sichtbaren Welt nur verstärken. Sind die Gedanken immer auf das Absolute gerichtet (Atman), wird die Welt dem Schüler wie ein Traum erscheinen.

Zwiegespräche der Gedanken

Während der Meditation wird man in Gedanken häufig mit irgendjemand sprechen. Diese schlechte Angewohnheit soll man aufgeben und seine Gedanken sorgfältig überwachen.

Andere Hindernisse

Verzichtet man auf müßiges Geschwätz, Klatsch und nutzlose Neugier, mischt man sich nicht ein in die Angelegenheit anderer, wird man genug Zeit zur Meditation finden. Das Bewusstsein soll während der Meditation still werden. Weltliche Gedanken, die sich einmischen wollen, müssen vertrieben werden. Bleibt man fest in der Hingabe an die Wahrheit, fröhlich und stark in den Sattva-Eigenschaften, so wird man ewiger Seligkeit teilhaftig.

Es ist nicht die Umgebung, die böse ist, sondern die Gedanken, die nicht genügend diszipliniert sind. Statt sich über die Umgebung zu beklagen, sollte man gegen diese schrecklichen Gedanken angehen und sie schulen. Übt man Konzentration in ungünstiger Umgebung, wird man seine Stärke und Willenskraft in kurzer Zeit entwickeln und zu einer dynamischen Persönlichkeit heranreifen. In allem soll man zuerst das Gute sehen und das Böse in Gutes verwandeln. Das ist wahres Yoga, das ist das Werk des wahren Yogi. Weitere Hindernisse auf dem Weg der Konzentration sind Verlust an Energie, verborgene Ströme früherer unbewußter Eindrücke (Vasanas), Mangel an Sinneszucht, Nachlassen im Sadhana und Mangel an Leidenschaftslosigkeit oder Strebsamkeit.

Trägheit und sinnlose Erregung

Trägheit (Tamas) und sinnlose Erregung (Rajas) können die Meditation hindern. Das Bewusstsein, das durch Vorherrschen erhabener Gefühle (Sattva) ruhig und ausgeglichen wird, verwirrt sich, sobald Erregung (Rajas) eindringt. Die Gedanken (Sankalpas) vermehren sich und werden unbeständig. Man empfindet das Bedürfnis zu handeln, Pläne und Ideen zu schmieden. In solchen Augenblicken sollte man ein wenig ausruhen und sich erst nach einem Spaziergang wieder Japam, Gebet und Meditation zuwenden.

Sinnlose Gedanken

Man soll sich von sinnlosen Gedanken, von den verschiedenartigen unnötigen Gedankenkonstruktionen (Sankalpas) befreien und ohne Unterlass die Kenntnis des Atman zu vertiefen suchen. Das Wort "ohne Unterlass" ist wichtig, damit die Morgenröte geistiger Erkenntnis aufdämmert und die Sonne der Erkenntnis Unana Surya am Firmament der Unendlichkeit aufsteigt, die wahres Wissen (Chidakasha) ist.

Drei andere Hindernisse

Verpflichten sich junge Schüler zu absoluter Einsamkeit und Stille, so stehen sie drei großen Hindernissen gegenüber: der Depression, der leeren Träumerei (Manorajya) und der Abneigung gegen Frauen und Männer, die in der Welt geblieben sind. Sie werden zu Misanthropen. Ganz im Gegenteil aber sollten sie fröhliche Gedanken tragen, über ihr Bewusstsein wachen und Liebe für alle ausstrahlen. Wenn eine Art der Schulung nicht zur Entsagung führt, sollte man verschiedene Sadhanas verbinden, wie Gebet, Meditation, Pranayama, Umgang mit Weisen (Satsanga) , sattvische Nahrung, Einsamkeit, Unterscheidung, Stellungen usw.

Liebe zu irdischen Gütern und das Unbewusste

Die Liebe zu den Dingen dieser Welt (Trishna) ist der Feind des Friedens, denn wer nach den Gegenständen der Sinne dürstet, kann auch nicht das gereinigte Glück empfinden. Erst wenn dieser Durst verloschen ist, wird man Frieden erfahren, meditieren und im Selbst ausruhen.

Unbewusste Eindrücke (Vasanas) sind sehr mächtig. Die Sinne sind ungestüm und heftig. Gegen beide muß der Kampf in jedem Augenblick aufgenommen werden. Deshalb heißt der Weg zur Geistigkeit in den Katha Upanishaden: der Weg auf des Messers Schneide. Es gibt aber keine unüberbrückbare Schwierigkeit für einen Menschen, der eisernen Willen besitzt, selbst nicht, wenn er den Weg auf des Messers Schneide beschreitet. Denn bei jedem Schritt, den er geht, verstärkt sich seine Kraft.

Alle oben aufgeführten Texte von Swami Sivananda Copyright Divine Life Society.


Weitere Hindernisse sind unter anderem:

Siehe auch