Vergnügen

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Vergnügen ist inneres Wohlbehagen. Vergnügen ist Freude, ist Lust. Vergnügen zu haben bei vielem und dieses Vergnügen auch zu zeigen, macht einen zu einem angenehmen Zeitgenossen.

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Im Yoga spricht man häufig vom Begriffspaar Vergnügen-Schmerz, Sukha-Duhkha. Man sollte nicht blind dem Vergnügen folgen. Wer spirituell wachsen will, etwas bewirken will, gesund bleiben will, mit anderen gut auskommen will, der muss auch mal seine Wünsche bezähmen können, sollte nicht jedem angebotenen Vergnügen folgen.

Die Aufgabe des Menschen ist weniger, seinem Vergnügen nachzugehen. Vielmehr kann der Mensch lernen an dem Vergnügen zu finden, was seine Aufgabe ist. Wie es der indische Dichter, spirituelle Lehrer und Literaturnobelpreisträger Rabindranath Tagore Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts gesagt hat: In meiner Jugend dachte ich, dass Leben sei da zum Vergnügen.

Gegen Mitte des Lebens dachte ich, das Leben sei da für die Pflicht. Im Alter habe ich gelernt, dass Pflichterfüllung Vergnügen ist. Der Mensch kann also lernen, das zu steuern, woran er Vergnügen findet. Du kannst dir auch immer wieder die Frage stellen: Wie müsste ich das, was zu tun ist, so tun, dass es mir Vergnügen bereitet?

Frage dich also weniger: Was bereitet mir Vergnügen? Frage dich vielmehr: Was ist zu tun, was ist meine Aufgabe. Und dann frage dich: Wie kann ich das mit Vergnügen tun? Oder sage dir einfach: Ich freue mich darauf, … zu tun. Wenn du dich so positiv einstimmst, kommt das Vergnügen von selbst. Vergnügen Was ist Vergnügen? Woher stammt das Wort? Wozu ist Vergnügen gut? Was sind Synonyme, was das Gegenteil von Vergnügen?

Vergnügen als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Vergnügen ist etwas, was Mensch und Tier gemeinsam haben. Der Mensch strebt nach Vergnügen, der Mensch will Leid vermeiden. Vergnügen und Schmerz, auf Sanskrit Sukha und Dukha, sind wie die Polaritäten des Lebens zwischen denen so die Instinkte hin- und hergehen.

Ein Tier will Vergnügen haben, es will Schmerz vermeiden. Und so hat die Natur ganz spezielle Mechanismen herausgefiltert, wie Leben funktionieren kann. Ein Tier wird nicht überlegen, "wie viel Vitamine hat das Essen, wie viel Fett und wie ist die richtige Zusammensetzung", sondern ein Tier isst das, was ihm Spaß macht.

Ein Tier wird auch nicht überlegen, "will ich jetzt ein Kind haben", sondern wenn ein Tier sexuelle Gelüste hat, dann wird es das einfach erfüllen. In diesem Sinne, Tiere streben nach Vergnügen, Tiere wollen Schmerz vermeiden, das ist eine der zentralen Strategien. Der Mensch hat auch Vergnügen und Schmerz.

Auch der Mensch hat Vergnügen, er sucht das, was Vergnügen bereitet und er versucht, das zu vermeiden, was Schmerz bereitet. Aber der Mensch hat die Fähigkeit, auch seine Buddhi zu verwenden, seine so genannte Unterscheidungskraft, seine Vernunft. Der Mensch kann z.B. sagen: "Ich mag unbedingt dieses Eis." Und dann kann er dazwischen gehen und sagen: "Moment, ich wollte weniger Zucker essen, ich habe Mitgefühl mit den Tieren, dieses Eis enthält Milchprodukte, ich werde es nicht essen. Oder ich will eigentlich nur etwas Warmes essen, es tut meiner Verdauung nicht gut."

Der Mensch kann also mit seinem Intellekt sagen: "Das mag ich und das mag ich nicht." Der Mensch ist nicht abhängig von Vergnügen und Schmerz, das ist der erste Freiheitsgrad, den der Mensch hat gegenüber dem Tier. Das zweite, was der Mensch auch als Fähigkeit hat, er kann nach einem Sinn suchen und einem langfristigen Sinn.

Der Mensch ist z.B. in der Lage, zu sagen: "Ein Sinn meines Lebens ist, meine Kinder großzuziehen und da werde ich auf alle möglichen Vergnügen verzichten, um Kinder großzuziehen." Man kann natürlich sagen, auch das ist ein bestimmtes Vergnügen. Aber langfristige Ziele, das ist etwas, was der Mensch auch haben kann und für dieses langfristige Ziel kann er auf Vergnügen verzichten.

Ebenso, der Mensch hat Werte, wo er sagt: "Ja, mein Wert ist Ahimsa, Nichtverletzten, mein Wert ist Satya, Wahrhaftigkeit usw." So hat der Mensch Werte, an denen er sich ausrichten kann und mit denen er auch seinem Wunsch nach Vergnügen überwinden kann. So kann man sagen, der Mensch hat mehrere Weisen, wie er über die reinen Reizreaktionsmechanismen, die Vergnügen-Schmerz-Mechanismen hinauswachsen kann.

Das erste ist die Vernunft, die überlegt: "Was ist jetzt richtig?" Das zweite sind langfristige Ziele, der Sinn des Lebens, letztlich auch und Werte. Und da ist es auch wichtig, dass man sich dessen bewusst wird, dann fällt vieles leicht. Es heißt so schön, wenn man weiß, warum, dann fällt es viel leichter, das was,- angenommen, du willst abnehmen, dann reicht es nicht aus, nur zu sagen, "ich will ein bisschen besser aussehen", sondern du musst wirklich wissen, warum willst du es.

Angenommen, du hast eine schwere Erkrankung und du willst länger leben, dann kannst du auch fragen: "Warum will ich länger leben?" Und wenn du dann feststellst, "ja, ich habe noch viel Schönes im Leben vor, dazu ist es gut, wenn ich mich um die Gesundheit kümmere, dafür ist es jetzt gut, dass ich mein hohes Übergewicht reduziere." Dann fällt es leichter.

Jetzt habe ich ja schon gesprochen, Vergnügen ist etwas, wovon man von frei werden kann, von der Vergnügungssucht. Aber nach diesen Einschränkungen ist natürlich auch Vergnügen etwas Schönes. Der Mensch kann auch Vergnügen haben, wenn du im Alltag dich über etwas freust, dann kannst du Vergnügen haben, wenn du ein gutes Essen hast, das kann dir Vergnügen bereiten, wenn du mit einem Menschen zusammen bist, den du magst, das kann dir Vergnügen bereiten.

Und so, in der Mehrheit der Fälle ist so dieses Vergnügen, das du empfindest, durchaus auch ein guter Ratgeber. Es ist kein zuverlässiger Ratgeber, aber doch ein gewisser Ratgeber. Des Weiteren kannst du auch kultivieren, Vergnügen zu haben bei dem, was du tust. Vergnügen ist auch nicht nur etwas Reizreaktionsmäßiges, du kannst selbst dich trimmen darauf, dass dir etwas Spaß macht, dass du Vergnügen hast.

Manchmal machst du dir tausend Sorgen und du kannst deinem Geist sagen: "Toll, dass du dir Sorgen machst, toll, dass du in die Zukunft denkst. Und in einer Stunde kannst du wieder kommen, mein Sorgegeist, meine Vorsicht. Jetzt will ich Vergnügen genießen, jetzt will ich bewusst essen, jetzt will ich bewusst die Zeit mit meinem Partner genießen."

Oder angenommen, du hast etwas zu tun, dann kannst du auch überlegen: "Wie könnte ich das, was zu tun ist, mit Vergnügen tun?" Manche Menschen arbeiten lieber allein, manche arbeiten lieber zu zweit, manche machen es lieber morgens, manche machen es lieber abends. Manche haben dabei lieber Mantramusik, manche machen es lieber in der Stille.

Es ist durchaus gut, den Vergnügungsgeist zu nutzen und dich zu fragen: "Wie kann ich das, was ich tue, mit Vergnügen machen?" Dann fällt vieles leichter. Manchmal reicht es auch einfach aus, dir Suggestionen zu geben, du kannst dir sagen: "Ich bin voller Kraft und Energie, mir geht es gut, ich freue mich darauf, das und das zu tun." Das kannst du ausprobieren: "Ich bin voller Kraft und Energie, mir geht es gut, ich freue mich, das zu tun."

Oder es gibt auch so eine Affirmationen, es gibt auch so eine Art Selbsthypnose, mit der du arbeiten kannst. Du kannst sagen: "Es gibt gute Gründe, dass es mir davor graut, das und das zu tun. Und wenn ich darüber nachdenke, dann spüre ich nur Schmerz. Aber in der Tiefe meines Wesens ist jetzt und in diesem Moment Freude und Kraft.

Und auch wenn ich jetzt an der Oberfläche Missvergnügen habe, in der Tiefe meines Wesens ist Freude, in der Tiefe meines Wesens ist Kraft, in der Tiefe meines Wesens ist Verbundenheit. Und ich mag jetzt an der Oberfläche einen Widerwillen spüren, aber ich weiß, schon gleich wird aus der Tiefe meines Wesens Kraft kommen und Freude kommen.

Und ich werde auch das, was jetzt gleich anliegt, mit Freude tun können, ich werde es sogar mit Vergnügen tun können. Ich weiß, es wird anstrengend sein, aber ich werde daran wachsen. Und aus der Tiefe meines Wesens kommt die Freude und die Kraft und schon gleich werde ich es mit Vergnügen tun."

Denke darüber nach, denke darüber nach, dass Vergnügen und Schmerz häufig hilfreich ist und Anhaltspunkte sind, das ist gut, zu tun, das ist nicht so gut. Modifiziere, moderiere das mit der Vernunft, mit langfristigen Zielen, mit Sinn und an deinen Werten. Und dann lerne auch, das zu mögen, was zu tun ist, mit Affirmation, mit der Frage: "Wie kann ich es machen, dass ich es gerne machen?" Und mit Selbsthypnosetechniken. Vieles ist möglich, probiere es aus.

Vergnügen in Beziehung zu anderen Eigenschaften

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In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und Persönlichkeitsmerkmale beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Vergnügen in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Vergnügen

Ähnliche Eigenschaften wie Vergnügen, also Synonyme zu Vergnügen sind z.B. Amüsement, Belustigung, Erheiterung, Genuss, Kurzweil, Pläsier, Frohsinn, Lebensfreude, Fröhlichkeit, Ausgelassenheit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Vergnügen übertrieben kann ausarten z.B. in Vergnügungssucht, Oberflächlichkeit, Wechselhaftigkeit, Gier, Nachlässigkeit, Egoismus, Begierde, Verlangen, Begehrlichkeit. Daher braucht Vergnügen als Gegenpol die Kultivierung von Ernst, Ernsthaftigkeit, Sachlichkeit, Strenge, Wichtigkeit, Entschiedenheit, Fleiß, Emsigkeit, Pflichtgefühl, Verantwortung.

Gegenteil von Vergnügen

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Vergnügen, Antonyme zu Vergnügen :

Vergnügen im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Vergnügen

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Vergnügen kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Vergnügen in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Vergnügen zu kultivieren. Vielleicht kannst du nicht alle guten Eigenschaften auf einmal kultivieren. Aber es ist möglich, innerhalb einer Woche oder innerhalb eines Monats eine Tugend, eine Eigenschaft, stark werden zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Vergnügen kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein vergnüglicherer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Vergnügen ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Vergnügen."
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin vergnüglich."

Affirmationen zum Thema Vergnügen

Hier einige Affirmationen für mehr Vergnügen. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen.

Klassische Autosuggestion für Vergnügen

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin vergnüglich.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin vergnüglich. Om Om Om.
  • Ich bin ein Vergnügter, eine Vergnügte OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Vergnügen

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin vergnüglich " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Vergnügen.
  • Ich werde vergnüglich.
  • Jeden Tag werde ich vergnüglicher.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Vergnügen.

Dankesaffirmation für Vergnügen

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag vergnüglicher werde.

Wunderaffirmationen Vergnügen

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr vergnüglich. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Vergnügen entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr vergnüglich zu sein.
  • Ich bin jemand, der vergnüglich ist.

Gebet für Vergnügen

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Vergnügen:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Vergnügen.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein vergnüglicher Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Vergnügen mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Was müsste ich tun, um Vergnügen zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Vergnügen zu entwickeln?
  • Wie könnte ich vergnüglich werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Vergnügen.
  • Angenommen, ich will vergnüglich sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre vergnüglich, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Vergnügen kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als vergnüglicher Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Vortragsmitschnitt zu Vergnügen - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Vergnügen, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden. The media player is loading...

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Vergnügen

Eigenschaften im Alphabet nach Vergnügen

Literatur

Weblinks

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