Kraft

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Kraft ist ein Ausdruck mit mannigfaltiger Bedeutung. Je nach Bereich, zum Beispiel Yoga, Esoterik, Physik, Biologie, Mechanik usw. hat das Wort Kraft einen anderen Bedeutungsgehalt. Kraft allgemein ist Energie. erfahre mehr dazu in diesem Artikel.

Nutze deine Kraft für spirituelle Entwicklung

Swami Sivananda schreibt über das Thema „Einsatz deiner Kräfte für spirituelle Entwicklung“:

Swami Sivananda
  1. Der Mensch braucht in den Kämpfen und Anstrengungen, um sein Ziel zu erreichen, in Wirklichkeit niemals äußere Hilfe. Er hat in sich selbst zahlreiche Hilfsmöglichkeiten, eingeborene Kräfte, die ungenutzt oder nur zum Teil genutzt in ihm ruhen.
  2. Weil der Mensch es zulässt, dass seine Fähigkeiten sich auf hundert verschiedene Dinge zerstreuen, scheitert er trotz der ihm innewohnenden Möglichkeiten an großen Aufgaben. Wenn er sie kontrollieren und geschickt einsetzen könnte, würde er schnell konkrete Ergebnisse erhalten.
  3. Um die vorhandenen Kräfte vernünftig und erfolgreich anzuwenden, braucht der Mensch nicht auf die Erfindung neuer, sensationeller Methoden zu warten. Seit Beginn der Schöpfung bietet die Natur eine Menge an Beispielen und Lehren, um dem Menschen auf jeder Stufe seines Lebens zu helfen. Die Beobachtung zeigt uns, dass jede Kraft in der Natur, der freien Entfaltungsmöglichkeit dient. Sie wirkt langsam und mit geringer Intensität, als wenn sie zusammengeballt ist zu einer einzigen Masse und auf einen einziges Ziel ausgerichtet wird.
  4. Das Sammeln der Kraft und die Ausrichtung ihrer gesamten Energie auf einen Punkt, einen Gegenstand, eine Idee oder eine Handlung ist nichts anderes als der Vorgang der Konzentration. Der konzentrierte Einsatz einer Kraft bringt den größten Erfolg in kürzester Zeit mit der geringsten Anstrengung.
  5. Als Beispiele für die durch Energiekonzentration erzeugte Kraft nennt man: 1. Den langsam, träge fließenden Fluss, der angestaut bei Öffnung der Schleusen mit erstaunlicher Kraft dahinbraust. 2. Das Phänomen der schwerbeladenen Eisenbahnwaggons, die durch eine im Dampfkessel konzentrierte Kraft bewegt werden. Ein vertrauter Anblick des häuslichen Lebens ist der surrende Deckel eines Kessels, dessen Wasser zu kochen beginnt. 3. Die angenehm warmen Sonnenstrahlen werden durch eine Linse in einem Brennpunkt gesammelt, so dass sie Gegenstände verbrennen. 4. Das einfachste und alltäglichste Beispiel, bei dem man das gleiche Prinzip unbewusst anwendet, sind die hohlen Handflächen vor dem Mund, wenn man einen Menschen herbeirufen will.
  6. Dieses Gesetz kann man bei all seinen Handlungen anwenden. Mit größter Konzentration und sorgfältiger Aufmerksamkeit führt der Chirurg auch die kleinsten Operationen durch. Völlig vom Außen abgeschlossen ist der Techniker, der Ingenieur, der Architekt oder technische Zeichner bei der Anfertigung von Landkarten oder Plänen, bei denen der großer Wert auf Genauigkeit und Einzelheiten gelegt wird. Ebenso konzentriert muss der Uhrmacher sein, der die feinsten Teile von Uhren oder Messinstrumenten herstellt. Ähnliches gilt für alle Bereiche der Kunst und der Wissenschaft.
  7. Besonders aber gilt dieser Grundsatz auf der geistigen Ebene, auf der der Schüler auf seine inneren Kräfte einwirken muss. Gedankenkräfte sind an sich zerstreut und leisten Widerstand. Diese Neigung zu Schwankungen ist Teil des Bewusstseins. Man kann die schweifenden Gedanken am besten durch Klang und Innenschau beruhigen, beide ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und besänftigen die Gedanken. Der Hypnotiseur bringt langsam die Gedanken seines Mediums unter seine Kontrolle, indem er unverwandt in die Augen seines Gegenübers blickt und ihm eine Suggestion wiederholt eingibt. Ein anderes Beispiel ist das sanfte Summen der Mutter, die ihr kleines Kind in den Schlaf singt. Auch der scharfe Anruf des Schullehrers: „Jungens, hergesehen!“, der besondere Aufmerksamkeit für seine Worte wecken soll, ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen. Denn er weiß, dass er die Aufmerksamkeit auf seine Worte lenken kann, wenn er die Blicke der Schüler fest auf sich richtet.

Aus diesem Grund nehmen im Verlauf geistiger Übungen die Metholden zur Entwicklung der Konzentration oft die Form unverwandten Hinstarrens auf einen Punkt an, auf das Symbol, Pranava, auf eine heilige Formel (Mantra) oder auf das Bild der auserwählten Gottheit (Ishta Devata). Die Konzentration kann auch durch lautes Wiederholen des Mantras oder eines Namen Gottes, der Silbe "OM" oder eines religiösen Liedes (Kirtan) in regelmäßigem Rhythmus und gleicher Betonung erreicht werden. Dies hilft, die Gedanken langsam nach innen zurückzuziehen und auf einen Punkt zu sammeln. Verstärkt sich dieser Zustand, verliert der Schüler allmählich das Bewusstsein seiner Umgebung, bis er den Zustand der Meditation (Dhyana) erreicht, in dem er selbst das Bewusstsein seines Körpers verliert. Wer in der Meditation verharrt und sich vollkommen versenkt, erlangt schließlich den Zustand des Überbewusstseins, Samadhi, den höchsten Zustand der Selbstverwirklichung.

Die Kraft und was sie trägt

Dialog zwischen einem Schüler und seinem Meister Ramana Maharshi aus einer Nacherzählung von Heinrich Zimmer aus seinem Buch "Der Weg zum Selbst" 1944 erschienen im Rascher Verlag Zürich

Der Schüler: Die Dreiheit (triputi) von Wahrnehmendem, Wahrnehmung und Gegenstand der Wahrnehmung ist Schein; du sagst, dahinter ist eine Einheit, die diese drei trägt. Was ist diese Einheit? ist sie voller Kräfte?
Der Meister: Es ist das allkräftige Wirkliche,
Der Schüler: Du hast oft gesagt, und die heiligen Bücher sagen das gleiche; Brahman ist reglos. Jetzt sagst du, er ist allkräftig. Bewegt er sich dann nicht?
Der Meister: Kraft schließt Bewegung in sich, Der Höchste Herr ist voller Regung dank seiner Kraft (shakti), die Bewegung ist. Zugleich ist er jenseits aller Regung: er ist reglos (achala).
Der Schüler: Ist nicht ein Unterschied zwischen der Kraft (shakti) und dem, der die Kraft hat (shakta)?
Der Meister; Nein. Das hängt von deiner Einstellung ab. Es gibt nur ein Wirkliches. Blickt man auf die Bewegung, so heißt man es Kraft (shakti), wer sich aber an das hält, was die Bewegung trägt (âshraya), nennt es »ihren Stoff« (tad-vastu) und reglos (achala). Das erstere ist Bestätigung (vyâpâra), das letztere Stoff, der zugrunde liegt (âshraya). Kraft und Stoff (shakti und vastu) sind unzertrennlich, sind im Grunde zwei Aspekte des gleichen Wirklichen, Aber ohne die Kraft (shakti) oder ihre Betätigung (vyâpâra) und Bewegung wird der Stoff des Wirklichen in seinem Eigenwesen (vastu svarûpa) nicht ergriffen,
Der Schüler: Was ist das wahre Wesen der Kraft (shakti)?
Der Meister: Sie ist so alt und ewig wie der Höchste Herr, sie hat kein Eigendasein außer ihm. Sie ist die ewige Betätigung des Höchsten Herrn (îshvara) und bringt die zahllosen Welten hervor.
Der Schüler: Welten gehen hervor und vergehen, Wie kannst du sagen, diese Betätigung sei ewig?
Der Meister: Gesetzt, alle Welten lösten sich auf im Laufe der Zeit, so blieben sie doch bestehen: eingeschmolzen und ungreifbar in der Kraft, die sie tätig wirkt, Das heißt, die Kraft vergeht nicht, denn was ist ihre Bewegung? Jeder Augenblick ist Schöpfung, jeder Augenblick Untergang, Es gibt keine völlige Schöpfung aus Nichts, keine völlige Vernichtung, Beide sind Bewegung, und die ist ewig.
Der Schüler: Soll ich glauben, daß Kraft (shakti) und Stoff (vastu), Betätigung (vyâpâra) und was sie trägt (âshraya) beides Aspekte des gleichen Wirklichen sind?
Der Meister: Ja, aber diese ganze Bewegung, die Schöpfung, die man ein Spiel des Shakti nennt, ist ein spielendes Bilden (kalpanâ) des Höchsten Herrn (îsha), Schreitest du über dieses Spielgebilde (kalpanâ) hinaus, so ist, was bleibt, die wahre Gestalt, das Eigenwesen (svarûpa) des Göttlich-Wirklichen: sein Selbst.

Siehe auch

Literatur

  • Der Weg Zum Selbst von Heinrich Zimmer, Rascher Verlag Zürich, 1944, 1. Auflage

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